Havanna Blues

Ausführlicher Inhalt

Am Morgen verkaufen sie Zigarren und Strohhüte an Touristen und Hummer auf dem Schwarzmarkt der ?Perle der Karibik?. Am Nachmittag singen und spielen sie traditionelle kubanische Lieder für die Sonnenanbeter im Sand des Playa del?Este. Abends träumen sie von der großen internationalen Karriere.

Ruy und Tito sind begnadete Musiker und überhaupt gut drauf. Ruy pflegt seine Dreadlocks und seinen 54er roten Chevvy Convertible, der leider allzu oft ein Opfer der Schlaglöcher in den Straßen Havannas wird. Tito, den die Frauen zärtlich, die Männer mitunter spöttisch ?Mulatto? nennen, ist ein Fan von ?Iron Maiden? und lässt auch sonst nichts anbrennen.

Gemeinsam haben sie eine Band, die die Musik des ?anderen? Kuba spielt, eine mitreißende Mischung aus Samba, Salsa und Blues, elektrisch verstärkt und begleitet von den harten Beats moderner Drums. In Ermangelung eines Tonstudios funktionieren sie das Wohnzimmer von Ruys Großmutter um. Die Aufnahme der für den Durchbruch unerlässlichen Demo-Kassette wird zum Zeit und Nerven raubenden Abenteuer.

Ebenso langwierig gestaltet sich die Suche nach einem Saal, in dem sie ihr erstes großes Live-Konzert geben können. Nicht dass es in der Altstadt von Havanna keine Säle gäbe. Aber die Hallen, in denen einst die großen kubanischen Sänger und Musiker aufgetreten sind, sind in einem bemitleidenswerten Zustand. Der Wille zur Instandsetzung ist vorhanden, alle sind Meister der Improvisation, allein es fehlt das nötige Kleingeld.

Das Los der verhinderten Musik-Stars scheint sich zu wenden, als eines Tages die Talent Scouts einer spanischen Plattenfirma auftauchen und Ruy und Tito ihnen vorgestellt werden. Mit ihren Beziehungen sind sie die idealen Begleiter für die Spanier. Sie führen sie in die Underground-Musik-Szene der kubanischen Hauptstadt, vermitteln ein modernes Strandhaus und verhelfen zu allerlei kulinarischen Genüssen in der sonst eher eintönigen Insel-Küche.

Für Tito wird das Ganze zum Job rund um die Uhr, mit schweißtreibendem körperlichen Einsatz, denn der Chefin der Truppe sind seine besonderen Talente nicht verborgen geblieben. Kein Wunder, dass er angesichts dieser Herausforderungen kaum Zeit für seine Frau Caridad und seine beiden Kinder findet und überhaupt wenig zum (Über-)Leben der Familie beitragen kann.

Caridad war schon lange frustriert, jetzt ist sie richtig sauer. Zum ersten Mal denkt sie ernsthaft darüber nach, Tito und Kuba zu verlassen und mit ihren Kindern das Abenteuer einer Flucht über das Meer nach Florida zu wagen. Tito ist zwischen seinen Pflichten gegenüber der Familie und der plötzlich greifbaren Chance auf die große Karriere hin und her gerissen. Aber die Entscheidung kann ihm keiner abnehmen ...

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: Arsenal © 1994 - 2010 Dirk Jasper