Reine Formsache

Ausführlicher Inhalt

Pola und Felix hatten sich bei der Heirat ihrer Freunde Gustav und Effi kennen gelernt. Als sie beim großen Hochzeitsfoto nebeneinander standen, hat es gefunkt. Jetzt kommt Felix heim aus Las Vegas und ist auf dem Weg zu seiner Scheidung von Pola. In der Rückschau kommt ihm die Ehe wie ein Roulettespiel vor. Blendend aussehend und mit neuer Frisur erwartet Pola ihren Noch-Ehemann auf den Stufen des Gerichts. Doch da der Scheidungsrichter in diesem Moment einen Herzanfall erleidet, werden alle kommenden Termine verschoben.

Felix will das als einen Wink des Schicksals sehen. Neue Chance, neues Glück. Er war und ist ein Spieler ? so unbekümmert wie unberechenbar. Genau dafür liebte ihn Pola auch. In Felix hatte sie den Mann gefunden, mit dem es sich spielerischer sein ließ. Aber genau seine Abenteuerlust war es auch, die ihre Liebe wacklig machte. Sie sehnte sich nach mehr Sicherheit, und irgendwann wusste sie einfach keinen anderen Ausweg, als sich von ihm zu trennen.

Über Monate war Felix einfach fort gewesen, mit einer anderen Frau in Las Vegas. Warum eigentlich? ?Wir hatten ne laufende Glückssträhne?, erklärt Felix. ?Mein Gott! Jeder, der spielt, träumt von so was. Ich mußste das tun.? Am Tag nach der geplatzten Scheidung erwacht nun Felix im Gästezimmer seiner Freunde Gustav und Effi. Die beiden haben inzwischen zwei aufgeweckte Kinder. Doch Effi und Gustav sind unzufrieden ? mit sich selbst, miteinander und mit dem, was der Alltag aus ihnen gemacht hat.

Mit kleinen, bösen Spitzen machen sie sich das Leben schwer und wecken in den Kindern die Angst, dass sich Papa und Mama scheiden lassen könnten. Schließlich lassen sich doch alle scheiden ? ?sogar du und Pola?, bekommt Felix von einem der Mädchen zu hören. Bei Wito und Ada, einem anderen Freundespaar, sieht es auch nicht besser aus. Adas flatterhaftes Wesen provoziert regelmäßig heftigen Streit mit ihrem eifersüchtigen Freund. Alle haben ihre Sorgen miteinander.

Früher waren Pola und Felix offenbar das Traumpaar schlechthin. Jeder in ihrem Umfeld sagt, dass sie sich um eine große Chance gebracht hätten. ?Es ist gar nicht so leicht, jemanden zu finden, den man wirklich lieben kann.? Felix kreuzt mit großer Geste in dem Lokal auf, in dem Pola serviert. Er möchte mit ihr über die Scheidung reden. Sie lässt ihn aber abblitzen, und als ihr neuer französischer Freund, Hannibal, dort erscheint, küsst sie ihn besonders innig. Pola traut Felix nicht mehr. Was will er ihr jetzt wieder vormachen? Fakt ist, dass er immer wieder Affären hatte, und die nächste wartet sicher schon um die Ecke.

Mit dem Hintergedanken, Pola nicht mehr aus den Augen zu lassen und gleichzeitig als seriös zu gelten, besticht Felix Polas Chef und ist plötzlich ein neuer Kollege von ihr. Er, der in seinem Leben nie richtig gearbeitet hat, gerät wiederholt in peinliche Situationen mit den Gästen des Restaurants. Pola beobachtet ihn halb mitleidig, halb verärgert ? aber auch ein bisschen gerührt.

Eines Morgens sucht Felix? guter Freund Wito ihn auf. Wito möchte mit Felix reden und sein Gewissen entlasten. Nicht ahnend, dass seine Freundin Ada gerade bei Felix nächtigt, gesteht er seinem Freund, dass er in dessen Abwesenheit mit Pola im Bett war. ?Aber wir haben nur von dir gesprochen?, sagt er und meint, das würde die bittere Pille verdaulicher machen. Nun stürmt Ada aus dem Schlafzimmer auf den verblüfften Wito los und macht das Chaos perfekt.

Felix? Vater, ein verwirrter alter Herr, weiß nicht, dass Felix und Pola sich getrennt haben. Völlig konfus taucht er bei Pola auf und will ihr und seinem Sohn eine Reise schenken, die er mit der inzwischen längst verstorbenen Mutter von Felix hatte machen wollen. Als Felix nachts aus der Spielbank in sein Hotel zurückkommt, wartet Pola dort bereits auf ihn. Sie müssen die Nachbarn vom Vater beruhigen, da diese drohen, den alten verwirrten Mann in eine Psychiatrie einweisen zu lassen. Aus Rücksicht auf Vaters Gesundheitszustand spielen Pola und Felix ihm weiter die intakte Beziehung vor.

Beim Abschied von Felix nennt Pola ihm den neuen Scheidungstermin. Diesmal soll nichts mehr dazwischen kommen. Es ist ihr sehr ernst. Felix schaut Pola hinterher ? und sieht sich vor den Scherben seines verpfuschten Lebens. Anderntags aber erteilt Felix seinem Freund, dem biederen Gustav schon wieder Ratschläge, wie der am besten die dralle Supermarkt-Kassiererin ?klarmachen? kann. ?Sag ihr, dass du verheiratet bist ... sensibel und unglücklich. Kapiert? Du mußst der Frau die Chance geben, dich glücklich zu machen.? Als alles für den Seitensprung geregelt ist, ergreift Gustav jedoch die Flucht.

In einer romantischen Anwandlung lässt sich Felix von Effi das Hochzeits-Video raussuchen, um sich noch einmal seine erste Begegnung mit Pola anzuschauen. Vor allem jene Stelle, da er seine Rede aufs Brautpaar hält: ?Ich wünsche mir einfach, dass Gustav und Effi öfters heiraten und ich jedes Mal neben Pola sitzen und sie kennen lernen darf.? In diesem Moment kommt Gustav nach Hause und schaut plötzlich mit neuen Augen seine Frau an ? damals war sie hübsch, in der Zwischenzeit ist sie schön geworden. Erstmals seit langem strömen wieder Glückshormone durch die Villa.

Der tägliche Kontakt zwischen Pola und Felix bei der Arbeit und das Rollenspiel beim Vater führen schließlich zu einer Entspannung und zaghaften Erneuerung ihres Verhältnisses. Doch schon bald eröffnet Pola ihm, dass sie mit Hannibal nach Paris gehen und einen neuen Anfang wagen wird. Felix ist enttäuscht. Er beginnt eine aussichtslose Affäre ohne Liebe und begleitet gigoloartig ältere Damen zum Roulette ? bis schließlich Pola zum definitiven Scheidungstermin wieder in die Stadt zurückkehrt.

Im Anschluss an die endlich vollzogene Trennung begegnen sie einander in Witos Bar. Felix trinkt aus Melancholie, Pola trinkt auf ihre neue Freiheit. ?Die Scheidung hat gut getan?, sagt sie und tanzt mit Felix eng umschlungen bis spät in die Nacht. Als Pola am nächsten Morgen in Felix? Hotelzimmer aufwacht, sitzt er schon grübelnd am offenen Fenster. Felix? Vater ist in dieser Nacht gestorben.

Sein letzter Wille war, neben seiner Frau begraben zu werden, am Meer: ?Ehrlich gesagt, war mir das immer ein Rätsel?, hört man den alten Herrn im Off. ?Was ist denn so toll an diesem ewigen Rauschen? Und dieser Sand! Ich bin ja eher der Berg-Typ ? aber was tut man nicht alles aus Liebe.? Nach der Beerdigung sagen sie sich Lebwohl ? oder war es doch Auf Wiedersehen?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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