16 Blocks

Produktionsnotizen

?16 Blocks? ist die Story eines heruntergekommenen Detectives, der ganz unvermutet neuen Lebensmut bekommt. Ausgedacht hat sich die Geschichte der Drehbuchautor Richard Wenk (?Wishcraft?). ?Mir gefiel die Idee: Einem Mann stehen alle Möglichkeiten im Leben offen, aber trotzdem versagt er; und dann trifft er einen Typen, der nie eine Chance hatte und trotzdem nie aufgibt?, sagt Wenk. ?Ich wollte einfach durchspielen, wie sie sich im Laufe von 118 Minuten gegenseitig beeinflussen.?

Wenk hatte zuvor bereits ein Projekt mit Regisseur Richard Donner entwickelt, und der ließ sich sofort überzeugen, als Wenk ihm die Idee vorstellte. ?Er kam zu mir nach Hause und fing an zu erzählen ? ich unterbrach ihn schon nach fünf Minuten?, erinnert sich Donner. ?Ich rief meine Frau [Produzentin Lauren Shuler Donner] und sagte: ,Das mußst du dir anhören.? Richard präsentierte seine Story, und ich beschloss sofort, sie zu inszenieren.?

Donner begeisterte sich besonders für Wenks Konzept, die Wandlung eines Mannes in Echtzeit zu zeigen. ?Ständig suche ich nach Geschichten, die sich ein wenig vom Üblichen abheben ? Figuren und Beziehungen, die Substanz haben?, sagt der Regisseur, dessen beeindruckende Filmografie Titel wie die ?Lethal Weapon?-Serie, ?Conspiracy Theory? (Fletcher?s Visionen), ?Maverick? (Maverick) und ?Superman? (Superman ? Der Film) enthält. ?Richard schafft phänomenale Figuren, die im Zusammenspiel und auch individuell eine wunderbare Entwicklung durchmachen, während die Uhr unerbittlich abläuft.?

Wenk recherchierte ausführlich bei der New Yorker Kriminalpolizei, um die Story so realistisch wie nur möglich zu gestalten. ?In all den Gesprächen kamen wir immer wieder auf ein Thema zurück: Bestimmte Grenzen sind tabu?, erklärt der Autor. ?Nicht immer ist klar, wo sich diese Grenze befindet, aber wenn man davor steht, dann kann man nicht weiter. Daran geht man kaputt.? ?Jeder kommt an diese Grenze, und wer sie überschreitet, verändert sein Leben radikal?, fügt Donner hinzu.

Detective Jack Mosley hat diese Grenze vor sechs Jahren erreicht, nachdem er 20 Jahre mit seinem Partner Frank Nugent gearbeitet hatte: In ihrem Cop-Team waren alle Kollegen überzeugt, die Kriminellen nur mit ihrer Methode dingfest machen zu können. Wenn sie sich dabei nicht immer an die Regeln hielten, war ihnen das egal ? der Zweck heiligt die Mittel. Irgendwann hat auch Jack diese Grenze überschritten ? Er konnte daraufhin nicht mehr in den Spiegel schauen, zerbrach innerlich und versagte beruflich. Der bisher angesehene Cop ertränkte sein Problem in Alkohol, hielt sich an seiner Stempelkarte fest und humpelte auf seinem kaputten Bein von einem Vollrausch zum nächsten.

?Zu Anfang des Films ist Jack wirklich ganz unten, kann kaum noch gerade stehen?, sagt Produzent Jim Van Wyck, der in verschiedenen Funktionen schon neun Filme mit Donner gemacht hat, vom Azubi der Regisseur-Gewerkschaft bis zum Regieassistenten und Produzenten. ?Er erwartet nichts mehr vom Leben, denn durch seine früheren Verfehlungen hat er sein Selbstvertrauen und sein Selbstwertgefühl verloren.?

?Jack versteckt sich vor sich selbst?, stellt Bruce Willis fest. ?Als fähiger Cop hat er früher eine Menge Ganoven eingelocht. Aber das schlechte Gewissen lässt ihn nicht mehr schlafen ? also versucht er es zu betäuben.? Willis ist für seine starken und belastbaren Heldenrollen bekannt ? umso mehr reizte ihn die Chance, einen gebrochenen Mann am Abgrund zu spielen. ?Damit mir ein Film zusagt, müssen mich die Figuren überzeugen, und die Geschichte soll uns optisch mitreißen?, sagt Willis. ?Ich bin schon lange ein Fan von Dick Donner und wollte gern mit ihm arbeiten, und Richard Wenk hat ein tolles Skript geliefert. Denn man weiß nie so recht, wer die Guten und wer die Bösen sind, weil wir uns in alle Beteiligten hineinversetzen können. Der Übergang bleibt fließend. Hinzu kommt, dass die Zuschauer den Film in Echtzeit erleben ? genau wie die Figuren. Ein sehr kluger Schachzug.?

?Bruce legt Jack Mosley sehr vielschichtig an?, sagt Donner. ?Man spürt deutlich das Leid eines Mannes, der sein Problem verdrängt und immer wieder in Alkohol ertränkt.? Aus diesem ewigen Kreislauf von Depression und Scotch wird Jack aufgerüttelt, als er den Auftrag erhält, den Kleinganoven Eddie Bunker aus seiner Zelle bis zum 16 Häuserblocks entfernten Gerichtsgebäude zu bringen, wo er vor einem Untersuchungsausschuss aussagen soll.

Eddie ist ein charismatischer Wiederholungstäter, durch seine Jugend in Pflegeheimen verkorkst ? er hat immer nur versucht, am Leben zu bleiben. Mit hellseherischer Naivität folgt er seinen Instinkten, immer lässt er sich von irgendwelchen ?Zeichen? leiten. ?Eddie ist ein Optimist, der sich auf seinen Glauben, seine Ideale und seine Unschuld beruft?, definiert ihn Donner. ?Alles, was er erlebt, deutet er als Zeichen. Gute Zeichen, schlechte Zeichen. Anfangs erlebt er Jack Mosley als schreckliches Zeichen.?

Jack sieht in Eddie nur einen Ganoven von vielen, in dem Job einen Routineauftrag, der ihn von seinem nächsten Schnaps abhält. Jack glaubt nicht, dass Menschen sich ändern können ? Schluss, aus. Schon gar nicht ein Häftling, der jemanden verpfeifen will, um seine eigene Haut zu retten. ?Egal welchen Cop man fragt ? jeder ist überzeugt, dass sich 99,9 Prozent der Berufsverbrecher nie ändern werden?, berichtet Wenk. ?Eddie gehört zu den seltenen 0,1 Prozent. Der Junge, der an Zeichen und neue Chancen glaubt, beweist nicht nur, dass er sich ändern kann, sondern er verwandelt auch das Leben eines Mannes, der jede Hoffnung aufgegeben hat und an überhaupt nichts mehr glaubt.?

?Im Lauf des Films mußs Jack Eddie mehrfach das Leben retten?, sagt Van Wyck. ?Doch eigentlich rettet Eddie Jacks Leben: Er bringt Jack körperlich und emotional ins Gleichgewicht, stellt ihn wieder auf die Füße.? ?Jack und Eddie beeinflussen sich gegenseitig ? wie im richtigen Leben: Wir lernen die richtigen Menschen kennen, die uns auf unserem Weg helfen?, kommentiert Produzent Avi Lerner.

Die Rolle des optimistischen Kriminellen, der seinem Leben eine neue Richtung geben will, übernimmt der gefeierte Rapper/Schauspieler Mos Def, der in Filmen wie ?Monster?s Ball? (Monster?s Ball) und ?The Italian Job? (The Italian Job ? Jagd auf Millionen) mitgewirkt hat. Seine Leistung in dem HBO-Film ?Something the Lord Made? (Ein Werk Gottes) brachte ihm eine Emmy-Nominierung ein. ?Mos zeigt ganz erstaunliche Leistungen?, sagt Donner. ?Mit seinen Texten beweist er sich als Poet, als Prophet und Philosoph. Man spürt das große Leid, aber auch viel Naivität ? darin ähnelt er Eddie durchaus. Unglaublich, wie er der Figur Substanz und Charisma verleiht.?

?Wenn man sich Mos? Filme anschaut, wirkt er jedes Mal völlig anders, aber immer äußerst interessant?, bemerkt Willis. ?Mos hat die Eddie-Rolle ganz anders angepackt, als wir erwartet haben ? wir waren einfach hingerissen.? ?Am Anfang hat man den Eindruck, dass Eddie gar nicht alles kapiert, aber dann begreifen wir, dass er allen voraus ist?, sagt Produzent John Thompson. ?Er bringt in Jack eine bestimmte Saite zum Klingen, was wiederum Auswirkungen auf dessen Ex-Partner Frank Nugent hat.?

Auf dem Weg zum Gerichtsgebäude versuchen die Killer, Eddie zu erschießen ? Jack reagiert instinktiv und verhindert den Mord im letzten Moment. Er stößt den erschrockenen und verwirrten Häftling in eine Bar, um die nächsten Schritte zu planen. Jack ist erleichtert, als sein Ex-Partner, der erfahrene Detective Frank Nugent, mit Verstärkung am Tatort auftaucht.

?Jack und Nugent haben damals zusammen ihren Dienst angetreten und sind dann Partner geworden?, sagt Donner, der David Morse seine erste Filmrolle in Donners gefühlvollem ?Inside Moves? (Max? Bar, 1980) verschaffte. ?Sie sind zusammen durch dick und dünn gegangen, was auch eine große Belastung ist, denn alle Menschen mit so extremen Berufen wie Polizisten erreichen irgendwann ihre Belastungsgrenze. Nugent hat sie bisher nie erreicht, Jack dafür umso nachhaltiger. Also trennten sich ihre Wege.?

?Die Beziehung von Partnern im Polizeidienst ist sehr intensiv ? sie sind mehr aufeinander angewiesen als in jeder anderen menschlichen Beziehung ? die Ehe eingeschlossen?, stellt David Morse fest. Der vielseitige Schauspieler hat in zahlreichen Filmen denkwürdige Leistungen gezeigt, zum Beispiel in ?The Green Mile? (The Green Mile), ?Contact? (Contact) und ?12 Monkeys? (12 Monkeys; als Partner von Willis). ?Bruce und ich versuchen das Verhältnis zwischen Jack und Nugent ebenso intensiv zu gestalten wie die Beziehung, die sich zwischen Jack und Eddie entwickelt.?

Jacks Erleichterung verwandelt sich in Todesangst, als er kapiert, dass Nugent selbst den Mord an Eddie befohlen hat: Eddie weiß nämlich selbst nicht, dass seine Aussage einen weiteren Cop in Nugents Team betrifft und sie alle damit wegen früherer Vergehen belastet ? Jack inklusive. ?Nugent ist sehr von sich selbst überzeugt, und er schreckt vor nichts zurück, um seine Ziele zu erreichen?, sagt Morse. ?Manchmal müssen dafür ein paar Leute über die Klinge springen, manchmal auch nicht. Das gehört zum Job.?

?Cops haben den Auftrag, Schurken dingfest zu machen?, sagt Wenk. ?Und Frank Nugent schreckt vor nichts zurück, um dieses Ziel zu erreichen. Dabei schert er sich leider nicht um ethische Richtlinien ? er ist überzeugt, dass sie für ihn nicht gelten. Das ist traurig, denn Nugent ist eigentlich ein fähiger Polizist, der oft auch der guten Sache dient.? Innerhalb von Sekunden trifft Jack eine Entscheidung, die für sein gesamtes restliches Leben neue Weichen stellt. Doch egal welche Richtung er einschlägt ? er wird höchstwahrscheinlich dabei draufgehen.

Soll er das tun, ?was er immer macht?, wie Nugent ihm vorhält, und sich einfach verdrücken? Oder soll er sein Leben für einen Berufsverbrecher und Denunzianten aufs Spiel setzen und damit jene Männer ans Messer liefern, die ihn immer gedeckt haben, damit er seinen Schichtdienst unbehelligt abreißen kann, bis er in Rente geht? ?Ich glaube nicht, dass Jack sein Leben für einen Kriminellen aufs Spiel setzen und diese Entscheidung treffen würde, wenn der Betreffende nicht speziell dieser Eddie wäre?, sagt Willis. ?Aber dieser Typ hat irgendetwas Besonderes an sich, und Jack geht plötzlich ein Licht auf.?

?Im Grunde seines Herzens hat Jack auf diesen Tag gewartet?, fügt Wenk hinzu. Damit Eddie am Leben bleibt und rechtzeitig um zehn Uhr vor dem Untersuchungsausschuss im Gericht erscheinen kann, mußs Jack erstmals nach sechs Jahren einen Zahn zulegen ? denn das Katz-und-Maus-Spiel mit dem Mann, der ihn besser kennt als sonst jemand, hat tödliche Konsequenzen. ?Partner im Polizeidienst kennen sich in- und auswendig, einer kann die Gedanken des anderen lesen?, stellt Willis fest. ?Das mußs auch so sein, denn oft genug hängt ihr Leben davon ab. Doch in dieser Situation ist das ein Nachteil für Jack, der plötzlich wieder wie ein Cop funktionieren mußs. Darauf ist er nicht vorbereitet.?

?Anfangs sind die Chancen ungleich verteilt?, stimmt Wenk zu. ?Jack kann sich nur auf seinen Instinkt verlassen. Für die Zuschauer steigt die Spannung dadurch ganz erheblich, weil sie miterleben, wie er sich in dieser extremen Situation zusammenreißen mußs.? Nugent und auch Eddie setzen Jack also derart unter Druck, dass er letztlich sein Selbstwertgefühl wiederfindet. Und obwohl Jack Nugent dabei ans Leder will, mußs Nugent zugeben, dass er Jack bewundert, weil der diesmal nicht kneift. ?Jack und Nugent haben gemeinsam derart viel erlebt, dass sie sich auch als Gegner noch schätzen und respektieren?, sagt Van Wyck.

?David Morse ist ein hervorragender Darsteller und drückt genau das Mitgefühl aus, das Nugent für Jack empfindet, auch wenn sie gegeneinander und um ihr Leben kämpfen?, sagt Willis. Weitere Rollen in ?16 Blocks? übernehmen Cylk Cozart (?Fletcher?s Visionen?) als Jimmy Mulvey, ein wichtiges Mitglied in Nugents Crew; Jenna Stern (?Hitch?/Hitch ? Der Date-Doktor), die sich auf ihre Rolle als Sanitäterin und Mosleys Schwester vorbereitete, indem sie in Toronto bei einem Rettungssanitäter in die Lehre ging, der auch im Film ihren Arbeitskollegen spielt; und der ehemalige New Yorker Polizist David Zayas (?Oz?), der den korrupten Cop Bobby Torres spielt.

?In ,16 Blocks? geht es um die menschliche Fähigkeit, einen neuen Weg einzuschlagen?, sagt Van Wyck. ?Wenn ich mit meinem Leben unzufrieden bin, kann ich es ändern. Ich mußs es mir nur zutrauen.? ?Sogar in Mosleys Alter können sich Menschen ändern?, meint Donner. ?Und das Leben kann wunderbar sein, wenn man es schafft.?

Block um Block: die Dreharbeiten Die Dreharbeiten zu ?16 Blocks? begannen im April 2005 in Toronto, wo das Team neun Wochen filmte, um dann zwei weitere Wochen in Manhattan zu drehen. Der Film spielt an einem heißen Sommermorgen ? Temperaturen um die 35 Grad am New Yorker Set trugen also durchaus zur Authentizität bei. ?Denkt daran: Es ist heiß, der Schweiß strömt, alle leiden darunter?, erinnerte Richard Donner seine Darsteller wieder und wieder.

Donner inszenierte den Film überwiegend in der vom Skript vorgegebenen Reihenfolge der Szenen ? nur durch ganz wenige Schnitte werden Zeitsprünge angedeutet, denn die Story zeigt in Echtzeit, wie das unwahrscheinliche Bündnis zwischen dem ausgebrannten Detective Jack Mosley und dem charismatischen, todgeweihten jungen Häftling Eddie Bunker zustande kommt. Kameramann Glen MacPherson (?Exit Wounds?, ?Romeo Must Die?) bemühte sich um einen ungeschönten, fast dokumentarischen Bildstil, um Donners schnörkelloser Erzählweise mit einer realistischen Optik zu entsprechen.

?Dick will den Eindruck vermitteln, als seien wir tatsächlich dabei, wir erleben die Story ganz unmittelbar?, sagt MacPherson. ?Das kniffligste Problem bei diesem Film ergab sich daraus, dass die gesamte Handlung innerhalb von zwei Stunden spielen soll ? denn in der Realität haben wir ganze 55 Tage lang in zwei verschiedenen Städten gedreht ? bei Sonne, Regen und sogar Hagel.?

Die aufwändigste Sequenz war die rasante Bus-Verfolgungsjagd: Der verzweifelte Jack bringt einen voll besetzten New Yorker Linienbus in seine Gewalt, um das nur noch wenige Blocks entfernte Gerichtsgebäude anzusteuern. Ein SWAT-Spezialteam der Polizei umzingelt den Bus und zerschießt die Reifen, wodurch das 30 Tonnen schwere Fahrzeug in eine Baustelle brettert. Es durchbricht eine Absperrung, rast durch eine schmale Gasse, rasiert dabei etliche außen an den Hauswänden angebrachte Klimaanlagen ab und geht dann in einer Wolke aus Rauch, Funken und splitterndem Glas spektakulär zu Bruch.

Stunt-Coordinator Branko Racki (?Dawn of the Dead?, ?The Day after Tomorrow?) choreografierte die komplizierte Sequenz, die an zwölf Drehtagen in Toronto entstand. Racki setzte dabei 46 Stunt-Leute und 25 Fahrzeuge ein, unter anderem fünf Linienbusse, die man in New York erwarb und nach Toronto transportierte: zwei nagelneue Busse ? einen für Innen-, den anderen für Außenszenen ?, einen Bus für die Spezialeffekte, zum Beispiel für die Aufnahmen, in denen die Scheiben herausfliegen; ein Stunt-Bus, den man mit Stahlträgern nachrüstete, damit er beim Crash nicht zermalmt wurde; und den fünften Bus teilte man in zwei Hälften, um die Bilder in der engen Kurve zur Gasse drehen zu können. Um den Wagen leichter zu machen, montierte das Team Chassis und Achse ab und setzte den halben Bus auf einen Truck.

Die Effekte-Experten präparierten den Stunt-Bus mit speziellen Sprengkörpern, die die Reifen zum Platzen brachten, wobei die Hinterreifen auf besonders spektakuläre Weise explodierten. In dem Moment, als der 30-Tonner auf seinen Felgen weiterfährt, rollte er in Wirklichkeit auf speziellen kleineren Reifen, die sich hinter den geplatzten größeren verbargen. Donner und MacPherson setzten zwölf Kameras ein, um den Crash zu filmen. ?Drei Wochen lang haben wir aufgebaut, und in 40 Minuten war alles kaputt?, lacht der für die Spezialeffekte verantwortliche Laird McMurray. Sein Team brachte zusätzlich noch Funkenmaschinen an den Busrädern und Sollbruch-Scheiben in den Fenstern an.

Für die Szenen, die im Inneren des Busses gedreht wurden, brachte man computergesteuerte Airbags unter dem Fahrzeug an, um den unkontrollierbaren Schlingereffekt der Reifen zu simulieren, die vom SWAT-Team zerschossen werden. Während sich Filmemacher und technisches Team auf die Action-Aufnahmen vorbereiteten, bemühte sich Bruce Willis mit gleicher Präzision um die äußere Erscheinung seiner Filmfigur. Maskenbildner Jordan Samuel verwandelte Willis in einen frühzeitig gealterten chronischen Säufer: Er malte ihm geplatzte Äderchen, blaue Venen und eine ungesunde Röte ins Gesicht. Mit Menthol erreichte man bei den Nahaufnahmen den blutunterlaufenen, wässrigen Effekt in Willis? Augen, und der Schauspieler bestand auf einer Perücke nach dem Vorbild des grau melierten, schütteren Haars von Drehbuchautor Richard Wenk.

Um Jacks schlechte Kondition noch deutlicher zu machen, platzierte Willis einen kleinen Stein unter seinem rechten Fuß, um unauffällig, aber unübersehbar zu hinken. Als Vorbereitung begleitete Willis den Detective Mike Keenan mehrere Nachtschichten lang beim Streifendienst in Brooklyn. Keenan bringt 22 Jahre Dienstjahre Erfahrung bei der New Yorker Polizei mit ? er war als Berater für die Authentizität aller polizeilichen Belange zuständig: Uniformen, Waffen, Requisiten, Fahrzeuge und Dialoge.

In dieser Funktion hat Keenan bereits die Fernsehserie ?Third Watch? (Third Watch ? Einsatz am Limit) betreut. Mit ihm erlebte Willis zum Beispiel das Nachspiel einer Schießerei. Und Keenan half Donner bei der Inszenierung realistischer Hintergrund-Aktionen jener 250 Darsteller, die im Film als SWAT-Team und andere Gesetzeshüter auftreten.

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: Warner Bros. © 1994 - 2010 Dirk Jasper