Bambi 2 - Der Herr der Wälder

Ausführlicher Inhalt

Der Wind fegt über die kahlen Wipfel des Waldes. Schnee legt sich kalt auf Bäume, Steine und Wiesen. Aber das ist nichts im Vergleich zu der Kälte im Herzen von Bambi. Der kleine Hirsch, der gerade seine Mutter verloren hat, steht verängstigt im Wald: Bambi weiß, dass seine Mutter nie wieder zu ihm zurückkehren wird. Aber er ist nicht allein. Stolz und mächtig tritt Bambis Vater, der Herr der Wälder, an die Seite seines Sohnes.

Und obwohl die Erziehung eines Jungtieres in seinen Augen nicht die Aufgabe eines Hirsch ist, folgt er dem Rat der weisen Eule und nimmt Bambi unter seine Fittiche ? wenigstens bis zum Frühling. Dann soll Eule eine Pflegemutter für seinen Sohn finden. Bis dahin soll Bambi seinem Vater folgen und dessen Lektionen wie ?Ein Prinz schaut nur voraus, nie zurück? lernen. Und auch, wenn der Herr der Wälder seinem Sohn gegenüber sehr distanziert und kontrolliert ist, freut sich der quirlige junge Prinz auf die Zeit, die er mit seinem Vater verbringen soll.

Langsam schmilzt der Schnee. Die Tiere des Waldes erwachen aus ihrem Winterschlaf, zwischen den Bäumen wird es wieder lebendig. Auch Klopfer, Bambis bester Freund, hoppelt atemlos durch die Gegend ? und offensichtlich wird er verfolgt. Der Hase ist auf der Flucht vor seinen vier kleinen, etwas zu anhänglichen Schwestern. Die Wiedersehensfreude bei Bambi und Klopfer ist groß. Und auch wenn Bambi so wichtige Dinge gelernt hat wie stolz durch den Wald zu schreiten und Ehrfurcht zu verbreiten ? er vermisst es, mit seinen Freunden zu spielen.

Bambis Vater erlaubt seinem Sohn, zusammen mit Klopfer ein jährliches Ritual zu besuchen: Das Murmeltier wird an diesem Tag aus seinem Bau kommen und ? wenn alles gut läuft ? den Frühling ankündigen. Auf dem Weg dahin lesen Bambi und Klopfer ihren alten Freund, das Stinktier Blume, auf, und dann versammeln sich fast alle Tiere des Waldes um den Bau des Murmeltiers. Zur Freude von Bambi ist auch die hinreißende Feline unter den Zuschauern ? auch wenn er sich kaum traut, sie anzusprechen.

Und noch jemand schaut dem Ritual zu: Ronno, ein rüpelhafter junger Hirsch mit zart sprießendem Geweih, der prahlt, Menschen gesehen zu haben. Und als der Angeber Bambi verspottet, ahnt er schnell: In Ronno hat er einen Feind gefunden. Nach dem Ritual gehen die Freunde wieder auseinander. Bambi wartet auf seinen Vater, und auf einmal fühlt sich der junge Prinz unbeschreiblich einsam. Er schläft ein ? und träumt einen wunderschönen Traum von seiner Mutter. Selbst als Bambi erwacht, kann er ihre Rufe noch hören. Und er folgt ihnen bis zu einer großen Lichtung. Doch dort erwartet ihn eine gefährliche Überraschung: Die Rufe entpuppen sich als Trick der Menschen.

Als Bambi ungeschützt auf der Wiese steht, stürmen Jagdhunde auf ihn zu. Bambi erstarrt vor Schreck. Buchstäblich in letzter Sekunde kann Bambis Vater seinen Sohn vor den blutrünstigen Hunden retten ? und vor den Kugeln der Jäger. Der Herr der Wälder ist tief enttäuscht von seinem Sohn. Entgegen seines ausdrücklichen Befehls hat Bambi nicht im Wald auf ihn gewartet. Dieses sehr unprinzliche Verhalten bestätigt den stolzen Hirsch in seinem Entschluss: Bambi braucht eine Mutter. Ohne das Wissen seines Sohnes beauftragt er Eule, sich jetzt nach einer Pflegemutter für Bambi umzusehen.

Bambi streift wieder mit Klopfer und Blume durch den Wald. Die Freunde üben gerade, angsteinflößend zu gucken, als Ronno und Feline ihnen über den Weg laufen. Wieder verspottet und verhöhnt Ronno Bambi und seine Freunde. Bei dem nachfolgenden Streit bekommt Ronno allerdings, was er verdient: Er landet mit der Nase voran im Schlamm. Ronno schäumt ? wütend verfolgt er Bambi. Und der kann sich vor seinem wutschnaubenden Gegner nur mit einem gewaltigen Sprung über einen Abgrund retten.

Der Herr der Wälder hat diesen Sprung gesehen. Und auch wenn er sanft mit Bambi schimpft ? er ist zum ersten Mal tief beeindruckt von seinem Sohn. Er nimmt Bambi mit auf seine Streifzüge. Und diesmal nähern sich die beiden an. Bambi gewinnt langsam den Respekt seines Vaters und lernt wichtige Lektionen. Und im Gegenzug entdeckt der Herr der Wälder wieder sein kindliches Gemüt: beim Spiel mit seinem quirligen Sprössling. Für Vater und Sohn beginnt eine glückliche Zeit ...

Doch ausgerechnet jetzt hat Eule ein neues Zuhause für Bambi gefunden. Mena, eine liebenswerte Hirschdame mit großem Herzen, die zusammen mit Bambis Mutter aufgewachsen ist, will sich um den Kleinen kümmern. Doch das bedeutet, dass Bambi nicht nur seinen Vater und seine Höhle, sondern auch seine Freunde Klopfer, Blume und Feline verlassen und in einen anderen Teil des Waldes ziehen mußs. Der junge Prinz ist tief enttäuscht von seinem Vater. Doch er folgt seinem Befehl und geht mit Mena.

Auf dem Weg begegnet Bambi ein weiteres Mal seinem Feind Ronno. Wieder verspottet der Rüpel seinen Gegner ? doch diesmal tritt Bambi nicht die Flucht an. Er stellt sich dem Kampf. Mena will den Streit schlichten, doch dabei tritt sie in eine Falle ? ihr Fuß verfängt sich in einer von den Menschen gelegten Schlinge. Und dann hören Bambi, Ronno und Mena aus der Ferne wieder das Gebell der Jagdhunde ...

Ronno tritt sofort die Flucht an. Doch Bambi zeigt in der Stunde der Not seinen wahren Mut: Er lenkt die Hunde von der Spur der wehrlosen Mena ab. Diesmal mußs Bambi seine Ängste überwinden ? und sich als echter Prinz erweisen. Mit der Hilfe von Klopfer und Blume gelingt es ihm, die Hunde auf einen Felsen zu locken. Dort kommt es zum entscheidenden Kampf ? und wieder eilt in allerletzter Sekunde der Herr der Wälder zu Hilfe ...

Der Sommer bricht an. Mit blumigen Worten erzählt Klopfer seinen Schwestern und den anderen Tieren des Waldes, wie Bambi mit seinen Freunden gegen Legionen von Jagdhunden gekämpft und sich als strahlender, stolzer Sieger erwiesen hat. Und der junge Prinz? Der besucht zusammen mit dem Herrn der Wälder die blühende Wiese, auf der sein Vater einst seine Mutter kennen gelernt hatte. Das Eis zwischen ihnen ist längst gebrochen. ?Wie warst du damals??, fragt Bambi seinen Vater. Der antwortet mit zärtlichem, stolzem Blick auf seinen Sohn: ?Genauso wie du.?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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