Du hast gesagt, dass du mich liebst

Ausführlicher Inhalt

Johanna Perl (Hannelore Elsner), in ihrer Jugend sieben mal deutsche Meisterin im 200-m Brustschwimmen, beendet ihr Berufsleben als Trainerin und weiß nicht so recht, was das Leben ihr noch bieten könnte: Tochter Sophie ist erwachsen und selbst gute Schwimmerin. Johanna lebt seit zwei Jahren allein und ohne Liebe nachdem sie sich von ihrem letzten Mann wegen dessen Untreue getrennt hat: ?Du bist und bleibst einabsoluter Scheißkerl? hören wir sie in einem Selbstgespräch über ihn sagen. Auf das Leben ohne Arbeit ist sie nicht vorbereitet, und so zieht sie ihre Bahnen im alten Schwimmstadion, besucht das Grab der Mutter, liest Bücher, denkt nach ob sie endlich gut kochen lernen soll.

Ihre Ratlosigkeit führt sie in die Kirche. Dort fordert sie Gott recht unsentimental auf, ihre Fragen zu beantworten. Dies folgt prompt: In Form einer Kontakt-Anzeige, die der erfolglose 45-jährige Romanautor Johannes Kreuzberger (Johannes Herrschmann) aufgegeben hat: ?Suche Heilige, Hure Gefährtin, Geliebte?. Sie antwortet und erhält bald einen Anruf mit der Bitte um ein Treffen. Zögernd willigt sie ein und fragt den offensichtlich zu allem bereiten Johannes ?Sie trauen sich wirklich, mit einer roten Rose in der Hand auf mich zu warten?? Im Lokal findet sie einen etwas lädierten Johannes vor: Sie hat ihn eine Stunde warten lassen, dabei hat er sich betrunken.

Aber er ist ein belesener, charmanter Mann, der ihr mit seiner arglosen offenen Art sofort gut gefällt. Er erzählt, dass er leidenschaftlich gern Romane schreibt - leider ohne Verleger - und Henry Miller sein Lieblingsautor ist. Das Treffen endet bei Johanna, er erklärt ihr, dass sie die schönste Frau ist, die er je gesehen hat. Sie verbringen die erste Nacht miteinander ? und trotzdem lehnt Johanna es ab, sich mit ihm zu duzen. Tochter Sophie (Anna de Carlo) erscheint zu einem Spontanbesuch und hat sich zeitgleich in einen Engel namens Michael (Lars Löllmann) verliebt, sie besteht darauf, dass Johanna ihn sofort kennenlernt.

Johanna lädt die beiden und Johannes zu einem Abendessen ein. Johannes kommt viel zu früh und bringt ihr sein letztes Romanmanuskript mit. Um die Blumen bezahlen zu können, hat er seine Uhr zum Pfandhaus gebracht, erzählt er vertrauensselig. Johanna zieht sich um, und er ist hingerissen von ihrer erotischen Erscheinung ?Sie sehen aus wie eine Göttin! Ich möchte niederknien und Sie anbeten!? Johanna erwidert ?Was hindert Sie daran?? Er folgt brav. Johanna genießt es eine Weile, dann: ?Sie dürfen wieder aufstehen!? Kurz darauf duzt sie den Gehorsamen ? obwohl sie es ihm verboten hatte. Und synchron zu ihrem Gedanken, dass sie ihn lieben könnte, gesteht er ihr dasselbe.

Der Abend verläuft auch sonst vollkommen harmonisch. Johannes bedankt sich bei der neugewonnenen Familie und fühlt sich endlich dort angekommen wo er hingehört. Auch Sophie findet den Neuen nett und freut sich, dass die Mutter sich verliebt hat ?das sieht man doch, Du hast so ein Strahlen im Gesicht!? Aber Johanna schickt ihn weg, sie will nicht, dass er wieder die Nacht bei ihr verbringt ? bereut es jedoch schnell und ruft ihn an.

Während er sich auf den Weg zu ihr zurück macht, verwandelt sie das Schlafzimmer in eine Hochzeits-Suite und fordert ihn auf ?Ziehen Sie sich aus, im Bett ist es schöner!? Für Johann ist sie die unglaublichste Frau, die ihm je begegnet ist. Brav entkleidet er sich ? bis auf Unterhose und Hut ? und steigt in ihre Laken. Beim gemütlichen Frühstück zu zweit fühlt er sich wie im Paradies, siezt sie aber. Seine kapriziöse Angebetete hat wieder mal ihre Meinung geändert: ?Hör auf mich zu siezen - das ist doch total unnatürlich!? Sie machen einen Spaziergang zum Grab von Johannas Mutter.

Aber Johann interessiert sich nicht für den Tod ? er will leben. Johanna blüht auf, weiß endlich, wofür es sich zu leben lohnt; sie bietet Johannes an, in ihr leerstehendes Zimmer zu ziehen, was er dankbar annimmt. Während der Aufräumarbeiten spürt sie, dass wieder Leben in den Raum mußs. Sie entrümpelt und bewahrt nur die Fotoalben auf; ihr wird bewußt, dass sie selbst nie fotografiert hat ? aber ihre Mutter, sie wollte das Leben damit festhalten. Dann erklärt sie dem verduzten Johannes, dass er nicht bei ihr schlafen kann ?Glaub mir mein Geliebter, es ist besser wenn jeder sein eigenes Bett hat!?

Es ist Frühling und ein neues Leben beginnt ? die ganze Welt ist plötzlich wunderbar. Johannes fühlt sich in der neuen Umgebung phantastisch ? er schreibt wie ein Besessener an seinem Roman. Johanna hat offensichtlich die Fähigkeit zur Muse und beginnt selbst zu fotografieren. Erstes Motiv: Das Feuerbegräbnis ihres Lieblingsbaums im Garten. Das Ergebnis der Bilder im Computer lässt sie beschließen, ernsthaft Fotografie zu lernen, jetzt hat sie ja Zeit ? und sie will nur noch tun was ihr gefällt. Den etwas unsportlichen Johannes mußs sie von der Schreibmaschine zerren, an der er Stunden trotz Schreibhemmung verbringt. Sie zwingt ihn mit ihr spazieren zu gehen.

Der Frühling ist so schön, Johannes ist so schön, die Enten quaken - und sie tun, was alle Verliebten im Frühling tun: In der Sonne spazieren und sich am Wasser auf der Wiese niederlassen. Johanna erzählt ihm, dass er zu ihr kam, nachdem sie in der Kirche zu Gott gebetet hatte. Johannes widerspricht: Er braucht diesen Gott nicht, er glaubt an nichts, Sie ist seine Göttin. Johanna besucht das Grab der Mutter, bedankt sich dafür, dass sie sie zur Welt gebracht hat. Aber diesmal verabschiedet sie sich, will glücklich sein, ihr Leben leben und nie mehr an den Tod denken: Ich verlasse Dich und komme nie mehr an Dein Grab!

Johanna fotografiert. Ihre Arbeiten werden immer besser, sie bekommt sogar das Angebot, ein Fotobuch zu veröffentlichen. Für das Honorar ersteht sie einen Computer, den sie mutig um 100 EURO herunterhandelt ? für Johannes. Und damit er mehr Licht beim Schreiben hat, schneidet sie die Hecke vor seinem Arbeitszimmer, besorgt ihm einen Verleger für den Roman. Sie liest und redigiert regelmäßig seine Texte. Für Johannes ist Johanna nicht nur die große Liebe sondern sie bringt ihm auch den lang erwarteten Erfolg als Romanautor.

Die beiden Verliebten werfen sich ins volle Leben ? sogar in die Disco ? und die begeisterte Johanna erklärt ihm ?ich werde Dich immer lieben ? Du kannst tun was Du willst!? Tochter Sophie heiratet zwar etwas überstürzt, aber Johanna läßt sie gewähren. Kurze Zeit später fällt ein Schatten auf das perfekte Märchen: Johannes überreicht ihr das erste Exemplar seines Romans, den sie gleich nochmal liest ? obwohl sie ihn doch schon kennt. Sie will ihm sagen, wie gut er ihr gefällt ? aber sein Bett ist das erste Mal leer!

Johannes kommt erst am nächsten Morgen und eilt nach kurzem Schlaf sofort wieder zu einem Termin: Wichtiges Interview mit der Journalistin Denise. Johanna fragt sich ob er mit seinem Erfolg klarkommt: Alle Frauen werden jetzt hinter ihm her sein, sie sind ja alle Hexen... und er hat keine Chance! Wenn er sie betrügt, verläßt sie ihn, so wie ihre Mutter den Vater verlassen hat. Aber alle Männer betrügen ihre Frauen, und die Frauen ihre Männer auch. Sie beschließt, Johannes zu hassen und den Computer an die Wand zu werfen.

Johannes kehrt nach einer 2-wöchigen Verlagstour von Paris heim. Er erzählt begeistert, dass die Journalistin Denise ihm dort alle Türen geöffnet hat und der Pariser Verleger sein Werk viel besser versteht als Johannas Verleger in Berlin. ?Du hast mit ihr geschlafen!? wirft sie ihm vor, und er gesteht ?Ja, es ließ sich nicht vermeiden!? Johanna fällt wie Schuppen von den Augen, dass der Roman ihre Geschichte vorweggenommen hat und sie dasselbe lebt, was ihre Mutter ihr vorgelebt hat.

Aber sie liebt Johannes immer noch. Wieder ist Winter. Johanna allein. Eingemummt in Wollmütze und Dufflecoat fotografiert sie den verschneiten Wald, spricht mit den Bäumen von ihrer Liebe ?Johannes kam um mich zu retten, meine Gedanken an den Tod zu vertreiben, mich stark zu machen... Ich liebe Dich ... und Du hast auch gesagt, dass Du mich liebst.? Sie fährt heim. Die weinende Sophie kommt zu Besuch. Deren Ehe ist ebenfalls gescheitert. Johanna tröstet die Tochter und antwortet auf die Frage, warum Liebe so leiden macht ?jeder Mensch hat alle Möglichkeiten in sich. Und wenn zwei Menschen zusammen kommen, gibt es scheinbar unlösbare Konflikte. Wenn man Geduld hat, löst sich fast immer alles von ganz allein.?

Entgegen ihrer Ankündigung besucht Johanna doch wieder das Grab der Mutter. Liegt ein Fluch auf der Familie, der sie zwingt alles bereits Gelebte zu wiederholen? Es mußs einen Weg geben, diesen Fluch zu brechen! Die Stimme des Waldes verlangt von ihr, sieben Tage nichts zu essen und zu trinken und dann wiederzukommen. Es ist Johannes? Stimme. Sie fährt heim und fürchtet verrückt zu werden. Mutter und Tochter schwimmen gemeinsam, gehen zum Italiener essen, Sophie zieht in Johannes? verlassenes Zimmer. Johanna plagen Albträume.

Nachdem die sieben Fastentage um sind, geht sie in den Wald und verlangt ihre Antwort ? nichts. Aber der Wald antwortet nicht. Johanna beschließt vernünftig zu sein, vielleicht mußs sie einfach nur wieder mal etwas essen. Plötzlich klingelt es, Johannes steht vor der Tür. Sie fallen sich in die Arme, Johannes: ?Ich bleibe bei Dir bist Du steinalt bist!? Johanna: ?Ich werde 120!? Und nun ist sie wieder alles für ihn, Heilige, Hure, Gefährtin, Geliebte. Gemeinsam gehen sie spazieren, Johanna zeigt ihm die magischen sprechenden Bäume, sie glaubt, dass es für jeden Mann nur eine Frau gibt, egal wie weit sie voneinander entfernt sind.

Dann schenkt sie ihm ihr Auto und ein Foto vom magischen Baum. Den neuen Freund der Tochter lehnt sie ab kennen zu lernen ? sie will sich nicht mehr einmischen und am Grab der Mutter löst sie sich von allem Groll ? und ihrem Fluch. Beim Frühstück nennt Johannes ihr den neuen Buchtitel ?Wie eine streunende Katze?. Das ist zwar interessant aber Johanna findet eine weitaus wichtigere Notiz in der Morgenzeitung: Da steht nämlich was sie tun sollen: Heiraten. Wieder ist Frühling.

Johanna fotografiert ?ihren? Baum. Er sagt mit Johannes? Stimme, dass er sich krank fühlt. Zu Hause angekommen, findet sie einen völlig erschöpften Mann vor ? der Roman ist fertig ? dann bricht Johannes zusammen. In den Fieberträumen in der Klinik phantasiert er im Koma. Aber zwei Wochen später ist er wieder auf dem Damm, und Johanna und Johannes können heiraten. Die beiden haben den Weg ihn ihr Paradies gefunden und treten ihre langersehnte Reise nach Marokko an. Johanna will, dass Johannes fährt - und er tut, was sie sagt - weil er sie liebt.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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