Silent Hill

Produktionsnotizen

Samuel Hadida präsentiert SILENT HILL, einen Film der Silent Hill DCP Inc. ? Davis Films Production in Zusammenarbeit mit Konami. Die kanadisch-französische Koproduktion von Regisseur Christophe Gans (?Pakt der Wölfe?, ?Crying Freeman ? Der Sohn des Drachen?) basiert auf einem Drehbuch von Roger Avary (?Pulp Fiction?, ?Die Regeln des Spiels ? Rules of Attraction?) und wurde von Samuel Hadida (?Domino?, ?Resident Evil?, ?Pakt der Wölfe?) und Don Carmody (?Chicago?, ?Resident Evil: Apocalypse?) produziert.

Für die ausführende Produktion zeichnen Andrew Mason (?Dark City?, ?Matrix?) Victor Hadida (?Domino?, ?Resident Evil: Apocalypse?) und Akira Yamaoka verantwortlich. Yamaoka ist der Erfinder des höchst erfolgreichen Videospiels von Konami, auf dem der Film basiert. Weitere Mitwirkende sind Dan Lausten (Kamera), Carol Spieler (Produktionsdesign), Sebastien Prangere (Schnitt), Patrick Tatopoulos (Figurenentwicklung), Wendy Partridge (Kostüme) und Jeff Danna (Soundtrack).

Vor der Kamera zu sehen sind Radha Mitchell (?Melinda und Melinda?, ?Wenn Träume fliegen lernen?, ?Mann unter Feuer?), Sean Bean (?Flight Plan?, ?Der Herr der Ringe?, ?Das Vermächtnis der Tempelritter?), Laurie Holden (?Fantastic Four?, ?The Majestic?), Deborah Kara Unger (?White Noise ? Schreie aus dem Jenseits?, ?The Game?, ?Crash?), Kim Coates (?Das Ende ? Assault on Precinct 13?, ?Pearl Harbor?, ?Black Hawk Down?), Tanya Allen (?Starhunter?), Alice Krige (?Star Trek ? Der erste Kontakt?, ?Die Herrschaft des Feuers?, 2002) und Jodelle Ferland (?Tideland?).

Über die Produktion Die spannende Mischung aus Horror, Science Fiction und Drama, die jeglichen Genre-Regeln widerspricht ? das war es, das Regisseur Christophe Gans an SILENT HILL besonders gereizt hat. ?Eigentlich handelt es sich bei dem Film um eine klassische Twilight Zone Story, in der es sowohl um Gefühle als auch um übernatürliche Phänomene geht?, so Gans. ?Die Geschichte spielt in verschiedenen Dimensionen, die durch die Tatsache verbunden sind, dass alle Personen, egal in welcher Dimension sie sich befinden, leiden müssen. Das Ergebnis ist ein sehr interessanter Mix aus romantischem Melodram und surrealistischer Science Fiction.

Mir gefällt besonders gut, dass Silent Hill auf den ersten Blick ein normaler Ort zu sein scheint. Aber er birgt ein düsteres Geheimnis: alle, die ihren Fuß in diese Stadt setzten, sind dazu verflucht, ewig dort herumzuirren. Es ist keine normale Geschichte, sondern etwas sehr Mythologisches. Und genau das hat mich fasziniert.? Die Idee, aus dem beliebten Videospiel-Klassiker SILENT HILL einen Film zu machen, entstand zusammen mit Produzent Samuel Hadida, Chef von Metropolitan FilmExport und Davis Films, am Set von LE PACTE DES LOUPS (?Pakt der Wölfe?).

Gans und Hadida, die auch schon bei dem Film CRYING FREEMAN (?Crying Freeman ? Der Sohn des Drachen?) zusammengearbeitet hatten, waren sofort begeistert von der packenden Geschichte über eine zwischen Himmel und Hölle gefangene Stadt, die ein dunkles Geheimnis birgt. ?SILENT HILL geht einen Schritt weiter und bietet ein Erlebnis, das so zuvor noch nie auf der Leinwand zu sehen war. Das Videospiel ist besonders deshalb so beliebt, da jeder Spieler seine ganz eigenen Erfahrungen sammeln kann. Mit dem Film vertiefen wir diese Erlebnisse und erweitern das herausragende Konzept des Videospiels um neue Dimensionen und Rätsel?, so Hadida.

?Als ich Christophe zum ersten Mal traf, stellte ich gerade einen meiner Filme, EVIL DEAD, auf dem Festival du Film Fantastique de Paris vor. Das war 1982 und Christophe war mit seinem Kurzfilm ?Silver Slime? vertreten. Seit wir zusammenarbeiten, träumten wir beide davon, einmal einen Film als Hommage an das Horror-Genre zu drehen. Dies ist uns mit SILENT HILL nun gelungen.? Es war eine große Herausforderung, die Macher des Videospiels, Konami, davon zu überzeugen, die Rechte für den Film an Gans und Hadida abzutreten. Doch Hadida wusste, dass Gans´ enormes Filmwissen perfekt zu der visuellen Darstellung und der gruseligen Erzählung passen.

?Da die japanischen Entwickler sich bei der Gestaltung des Videospiels von Meilensteinen des Horror-Genres inspirieren haben lassen, weist das Spiel viele Parallelen zum heutigen Kino auf. Christophe, der beinahe jeden Film, der jemals gemacht wurde, gesehen hat, ist genau der Richtige dafür, um diese Parallelen auch im Film herauszuarbeiten?, so Hadida. Die Konkurrenz im Kampf um die Filmrechte zu SILENT HILL war hart. Neben Gans und Hadida buhlten auch einige der größten Filmproduktionsfirmen Hollywoods um die Gunst der Spieleentwickler. Ausschlaggebend für die Entscheidung war letztendlich ein 30-minütiges Videoband, auf dem Gans den Spieleherstellern seine Visionen und Vorstellungen zum Film erläuterte.

Das Filmstatement überzeugte die Chefetage von Konami sofort. Die Firma fand, dass Gans als einziger den ganz speziellen Charakter des Spiels verstanden hatte und so erhielt er den Zuschlag. Trotz der vielen Parallelen zwischen Spiel und Film ist es wichtig, den grundlegenden Unterschied dieser beiden Medienformen nicht aus den Augen zu verlieren: ?Ein Spiel ist ein Spiel, und ein Film ist nun mal ein Film?, so Gans. ?Im Spiel geht es besonders darum, Teil einer Furcht einflößenden Welt zu sein und in diese einzutauchen. Für den Film war es mir wichtig, die eigentliche Hintergrundgeschichte in den Vordergrund zu rücken. Außerdem sollten alle Charaktere vieldeutig und mehrdimensional gezeichnet werden.?

Produzent Don Carmody arbeitete mit Samuel Hadida bereits bei einer anderen erfolgreichen Computerspiel-Verfilmung zusammen: RESIDENT EVIL: APOCALYPSE (?Resident Evil: Apocalypse?). Als er von SILENT HILL erfuhr, war er sofort Feuer und Flamme und versprach sich von dem Projekt ?ein kluges, interessantes, aufregendes und natürlich filmisch anspruchsvolles Kinoerlebnis?.

Die Welten von Silent Hill Um das komplexe SILENT HILL Universum verstehen zu können, mußs man die vielen verschiedenen Wirklichkeiten und Unwirklichkeiten dieses Ortes begreifen. ?SILENT HILL unterscheidet sich von all den anderen Genrefilmen. Es gibt nicht nur eine Realität, sondern die Welt existiert in vier verschiedenen Dimensionen. Da gibt es zum einen die Stadt Silent Hill, wie sie tatsächlich in den 70ern war, dann das Silent Hill von heute, das Silent Hill im Nebel und natürlich das Silent Hill in der Dunkelheit?, so Hadida. Carmody fügt hinzu: ?Es ist eine enorme Herausforderung, all diese Parallelwelten zu zeigen. Um sie visuell so anspruchsvoll wie möglich zu gestalten, bauten wir riesige Sets, für die wir ganze fünf Studios benötigten. Jedes Set gab es wiederum in zwei oder drei verschiedenen Arten entsprechend der Parallelwelten.?

Zwei der vier Dimensionen, in denen der Film spielt, rücken die Zeit als Aspekt in den Vordergrund ? das echte Silent Hill aus den 70er Jahren, das, ganz im Stil verkratzter Concordeaufnahmen, immer wieder in Flashbacks gezeigt wird, und das Silent Hill von heute, in dem Christopher (Sean Bean) seine Frau sucht. Die anderen beiden Parallelwelten der Stadt spielen mit dem räumlichen Aspekt: Die nebelige Stadt, in der Rose versucht, ihre Tochter zu finden, und das Silent Hill, das in Dunkelheit getaucht ist und wie eine Heraufbeschwörung der Hölle zu verstehen ist. ?Die Idee, dass wir mit diesem Film viele verschiedene zeitliche, räumliche und manchmal sogar metaphysische Dimensionen erforschen konnten, gefiel mir besonders gut?, so Gans.

Andrew Mason (ausführender Produzent) konnte dank seiner Arbeit an Filmen wie THE CROW (?The Crow ? Die Krähe?), DARK CITY (?Dark City?) und MATRIX (?Matrix?) auf Erfahrungen mit Werken, die mit verschiedenen Dimensionen spielen, zurückgreifen. Bereits als Kind war er leidenschaftlicher Science-Fiction-Fan. Kein Wunder, dass er für diese speziellen Welten eine ganz besondere Vorliebe entwickelt hat: ?Es gibt zwei Ansätze für diese Geschichte. Entweder erzählt sie von den Momenten zwischen dem Tod und dem Schicksal, oder es ist eine Story über eine tatsächlich existierende fremde Dimension, in der Menschen gefangen werden, die ihr Schicksal verleugnen?, so Mason.

?Der Film handelt von Angst. Angst vor dem Alleinsein, vor der Dunkelheit, vor der eigenen dunklen Seite und vor dem Schicksal. Im Videospiel wird der Spieler immer wieder in fremde, bedrohliche Welten gestoßen. Der Film versucht genau diese Stimmung einzufangen und sie einem größeren Publikum zu vermitteln.? Mit vier verschiedenen Parallelwelten als Schauplatz kann es schon mal sein, dass der Zuschauer etwas verwirrt ist. Doch das ist beabsichtigt. Dazu Gans: ?Wir haben darauf verzichtet, alles zu erklären, weil es doch viel spannender ist, wenn das Publikum selbst mitdenkt und versucht, eine Erklärung zu finden. Diese Undurchsichtigkeit ist eine Herausforderung, eine Einladung zum Nachdenken, wenn man so will.?

Bei der Adaption des Spiels für die Leinwand nahm Gans einige Veränderungen vor. So ist die Hauptfigur im Film, im Gegensatz zum Videospiel, eine Frau. ?Wenn man eine so verstörende und furchteinflößende Geschichte erzählt, mußs man eine Art friedlichen Rettungsanker, einen ruhenden Pol mit einbauen. Ich habe mich dazu entschieden, dies dadurch zu erzielen, indem ich viele Frauencharaktere in die Handlung einbaue. Auf diese Weise wird die Geschichte komplexer und zur gleichen Zeit auch zweideutiger.? Als Leitmotiv dienen in SILENT HILL Mutterschaft, Glaube und Verfolgung. Gans spielt mit diesen Aspekten besonders auf einer symbolischen Ebene.

In LE PACTE DES LOUPS (?Pakt der Wölfe?) verkörpert Mani, ein indianischer Schamane, der an die Kräfte der Natur glaubt, diese Aspekte. In SILENT HILL ist Rose (Rahda Mitchell) das weibliche Gegenstück zu diesem Part. Sie kämpft mit der Kraft der Mutterliebe gegen Intoleranz. ?Obwohl Sharon von Rose adoptiert wurde, liebt sie das Mädchen wie ihre eigene Tochter. Die Mutterschaft im Film ähnelt also auch ein wenig der unbefleckten Empfängnis, der großmütigsten Art, Mutter zu werden. Genau das ist der ?Rettungsanker? des Films. Alle weiblichen Charaktere besitzen verschiedene Art und Weisen, mit ihrem Dasein als Mutter umzugehen.?

Das Gegenstück zu Rose ist Cybil, eine kinderlose Polizistin, die Rose bei der Suche nach ihrer Tochter hilft. Weitere weibliche Figuren aus dem Film sind Dahlia, eine Mutter, die schwer darunter leidet, ihre Tochter an eine fanatische Sekte verloren zu haben; Cristabella, die als religiöses Oberhaupt der Stadt der Mutterschaft zugunsten des Allgemeinwohls ganz entsagt hat; Anna, eine Unschuldige, die sich an alles, was einer Mutter ähnlich kommt, klammert; und Dark Alessa, die sich mit der Kraft ihrer mütterlichen Instinkte um Sharon kümmert. Seinen verheerenden Schluss findet SILENT HILL im Heiligtum eines von Hexen besessenen Kults. Bis dahin hat sich der Film bereits zu einer warnenden Geschichte über die Gefahren religiösen Fanatismus´ entwickelt und erinnert an die blutige Geschichte der Inquisition.

?Im Europa des 17. und 18 Jahrhunderts wurden Frauen, die frei von allen Zwängen sein wollten, die als eigenständig gelten wollten, als Hexen verfolgt und hingerichtet. Monotheistische Religionen greifen das weibliche Ideal immer wieder an und stellen sich dagegen. Das war mir auch im Film durchaus bewusst, aber trotzdem wollte ich nicht den Moralapostel spielen. Zu allererst möchte ich eine Geschichte erzählen und wenn die Zuschauer noch tiefer in den Film eintauchen, können sie meine Einstellung zu verschiedenen Themen entdecken. Jemand, der LE PACTE DES LOUPS (?Der Pakt der Wölfe?) und SILENT HILL gesehen hat, kennt mich und meine Meinung danach sehr gut?, so Gans.

?Jeder, der LE PACTE DES LOUPS (?Der Pakt der Wölfe?) kennt, weiß, dass da jemand am Werk war, der wirklich etwas von seiner Arbeit versteht. Jemand, der die vielen Möglichkeiten eines Kinofilms zu schätzen weiß und der ein überwältigendes Abenteuer auf die Leinwand bringen kann. Allerdings trat dabei in den Hintergrund, dass Christophe auch viele verdrehte und surrealistische Ideen besitzt, und genau die kann er nun in SILENT HILL unter Beweis stellen?, so Mason. Nachdem Dan Laustsen (Kamera) bereits bei LE PACTE DES LOUPS (?Der Pakt der Wölfe?) mit Gans zusammengearbeitet hat, gehört er erneut zum Team von Gans.

?Christophe hat eine ganz klare Vorstellung von dem, was ihm gefällt und wie er den Film haben will. Das ist einfach fantastisch. Ich habe noch nie mit jemandem zusammengearbeitet, der soviel Ahnung von Film hat. Er hat eine riesige Vorstellungskraft und ich bin mir sicher, dass er fast alle Filme dieser Welt schon mal gesehen hat. Bei SILENT HILL dreht sich nicht alles nur um Horror, Horror, Horror. Der Film ist zwar gruselig, aber zur gleichen Zeit auch wunderbar poetisch mit schönen, mitreißenden Aufnahmen. Genau das zeichnet den Film aus?, so Laustsen.

Auch wenn die Arbeitsschritte bei der Adaption eines Romans und der eines Videospiels doch sehr ähnlich klingen, gibt es gravierende Unterschiede. Ein Roman wird für die Filmversion oft heruntergekürzt und komprimiert, bei einem Videospiel spielen noch viele andere Faktoren eine wichtige Rolle. Akira Yamaoka, der Erfinder des Silent Hill Videospiels, ließ bei der Entwicklung die Arbeiten französischer Surrealisten wie Hans Beller und moderner Künstler wie Francis Bacon mit einfließen. Auch die Geschichten und Ideen von Franz Kafka spielen eine wichtige Rolle.

?Christophe entschied sich dafür, die Geschichte aus dem Blickwinkel eines französischen Surrealisten zu betrachten. SILENT HILL erzählt eine sehr vielschichtige Story. Immer, wenn man denkt, das Rätsel gelöst zu haben, passiert etwas Neues und man mußs seine Interpretation überdenken. Bei der Adaption ging es uns darum, die Quintessenz des Spiels zu finden und zu vermitteln, aber zur gleichen Zeit auch so viel bekanntes Material wie möglich einzubauen, um diese intensive und mysteriöse Spannung beizubehalten?, so Mason.

?Als ich ´Silent Hill 2´ spielte, mußste ich weinen. Es ist viel mehr als ein Videospiel, nämlich ein wunderschönes Kunstwerk, das ewig existieren wird. Um etwas gänzlich Neues zu entwerfen, mußsten wir das Spiel allerdings auseinander nehmen?, so Drehbuchautor Roger Avary. Gans und Avary verbrachten viele Stunden damit, das Spiel bis ins kleinste Detail zu studieren. Nicht nur die wichtigen Storyelemente spielten dabei eine Rolle, auch die Kameraführung wurde genauestens analysiert. ?Eines war uns von Anfang an klar. Wir wollten unbedingt die einzigartige Stimmung des Spiels beibehalten. Wenn diese verloren geht, ist alles verloren?, so Avary weiter.

Doch was genau ist diese spezielle Stimmung in SILENT HILL? ?Darüber haben Christophe und ich oft gestritten, da wir verschiedene Ansichten vertreten. Ich glaube an Vergebung, Christophe allerdings an gerechtfertige Rache und ich denke, Christophe hat hierbei gewonnen. Er versteht SILENT HILL mindestens genau so gut wie der Erfinder des Spiels, wenn nicht sogar besser. Dadurch dass er auf drei verschiedene Arten an das Spiel herangegangen ist, erst als Spieler, dann als Autor und nun als Regisseur, konnte er alle für den Film notwendigen Elemente und Metaphern herausfinden. Allerdings beruht der Film nicht nur auf seinem Ansatz, auch meine Interpretation und die vieler anderer flossen in das Projekt mit ein.

Man hätte viele verschiedene Regisseure ihre eigene Interpretation von SILENT HILL drehen lassen können, aber nur Christophe kann den Stoff so treffend vermitteln. Er kennt sich mit sämtlichen Medienformen, sei es Mangas, Romane, Filme, Fernsehsendungen, Videospiele oder Musik, bestens aus. Deshalb war er als Regisseur auch die perfekte Wahl. Er lebt und atmet das Material förmlich?, so Avary. Laut Avary hat SILENT HILL einen ganz speziellen, undefinierbaren Charakter: ?Ist es ein Beziehungsdrama? Ist es Science Fiction? Ist es spannungsgeladener Horror? Ist es eine Endzeitsaga? Was Christophe da geschaffen hat, ist eine absolute Neuheit auf der Leinwand. SILENT HILL kann nicht in irgendeine Genre-Schublade gesteckt werden, der Film hat seine eigene Kategorie geschaffen.?

Auf der Suche nach den passenden Schauspielern Beim Casting zu SILENT HILL legte Christophe Gans besonders viel Wert darauf, Schauspieler zu finden, die eine Rolle auf sehr subtile Weise vermitteln und verschiedene Versionen eines Charakters spielen können. ?Alle Schauspieler aus dem Film kommen eher aus dem Independent-Bereich. Das verleiht dem Film eine ganz besondere Note?, so Gans.

Radha Mitchell spielt Rose DaSilva. Sie ist die Mutter von Sharon, einem kleinen Mädchen, das scheinbar an einer mysteriösen Krankheit leidet. Sie redet im Schlaf und bittet darum, ?nach Hause nach Silent Hill? gebracht zu werden. Gegen den Willen ihres Ehemanns macht sich Rose mit Sharon auf den Weg nach Silent Hill, eine seltsame Stadt in West Virginia, um dort nach Antworten zu suchen. Doch als sie Silent Hill erreichen, verliert Rose die Kontrolle über ihren Wagen. Als sie wieder zu sich kommt, ist Sharon verschwunden und die verzweifelte Suche beginnt.

?Radha ist eine Mischung aus Grace Kelly und Mia Farrow. Sie spielt eine sehr reiche Frau, die ein geordnetes Leben geführt hat und sich plötzlich in einem Alptraum wieder findet. Radha gibt dieser Figur einen mondänen aber auch verletzlichen Touch. Sie ist elegant und ihr Stil ist ein wenig 60er Jahre mäßig, was ich sehr interessant finde. Radha ist Rose und sie ist meine Rose?, so Regisseur Christophe Gans.

?Als ich das Drehbuch zum ersten Mal las, kam ich genau zehn Seiten weit. Dann mußste ich eine Pause machen, weil ich solche Angst hatte, dass ich nicht mehr weiterlesen konnte. Ich habe das Script zwar beendet, allerdings habe ich ziemlich lange gebraucht, denn ich konnte vor lauter Furcht nur am Tag lesen. Es war wahnsinnig spannend, aber es hat mir höllisch Angst gemacht. Und genau aus diesem Grund habe ich zugesagt und die Rolle der Rose übernommen. Die Figur entwickelt sich im Laufe des Films und wird immer stärker. Es gab da diesen einen Witz am Set, dass Christophe in den ersten paar Tagen viel eher unser persönlicher Fitnesstrainer als unser Regisseur war. ?Lauf, Radha, lauf?, rief er mir andauernd zu. Es war ein bisschen wie Fitnesstraining für Anfänger?, so Mitchell.

?SILENT HILL ist in sich selbst ein Rätsel. Das Publikum kann sich so richtig auf den Film einlassen, denn das Ende bleibt offen. In jeder Szene gibt es etwas Neues zu entdecken. Es war eine einmalige Erfahrung, mit Christophe zusammenzuarbeiten, denn seine Vorstellungskraft und sein Ideenreichtum sind beeindruckend?, so Mitchell weiter. Im Mittelpunkt der Handlung steht Sharon, die von der zehnjährigen Jodelle Ferland gespielt wird. Trotz ihres jungen Alters hat sie bereits eine bemerkenswerte Karriere hingelegt. So ist sie zum Beispiel die jüngste Schauspielerin, die jemals für den Daytime Emmy nominiert wurde. In SILENT HILL spielt sie Sharon, Alessa und Dark Alessa, drei Mädchen, die gleichzeitig leben, allerdings in verschiedenen Raum-Zeit-Dimensionen. Ferlands einzigartige Leistung war es, diesen drei Rollen gänzlich unterschiedliche Charaktere zu verleihen.

?Als ich zusammen mit Roger Avary an dem Drehbuch saß, kamen mir plötzlich Zweifel. Wir hatten zwar ein richtig gutes Script, aber wer sollte die Rollen spielen können. Für kurze Zeit war die Idee im Gespräch, die Rolle mit Drillingen zu besetzen. Aber als wir Jodelle in Terry Gilliams TIDELAND und in ?Kingdom Hospital? sahen, stand fest: Sie ist die perfekte Besetzung. Bereits am ersten Drehtag hat sie uns mit ihrer Leistung umgehauen. Sie ist einfach fantastisch. Jodelle ist gerade mal zehn Jahre und spielt dieses kleine Mädchen, aber sie ist in Wahrheit viel mehr als das. Sie ist wahnsinnig klug und begabt?, so Regisseur Christophe Gans.

Spätestens, als Jodelle beim Vorsprechen sagte: ?Ich wollte schon immer mal den Teufel spielen?, stand für die Filmemacher fest, dass sie die richtige Wahl für die Rolle ist. Christophe Gans unterstützte Jodelle Ferland bei ihrer Arbeit, indem er seine Regieanweisungen auf sehr liebenswürdige, aber auch seltsame Weise gab. Die beiden unterhielten sich in ihrem eigens erfundenen Dialekt, der einem Katzen-Miauen sehr ähnlich klingt. ?Christophe ist total nett. Ich mag ihn wirklich sehr. Und drei unterschiedliche Figuren zu spielen, ist gar nicht so schwer. Was ich viel schlimmer fand, waren das ganze Make-Up und die schmierige Schuluniform von Dark Alessa?, so Jodelle Ferland.

Während die Figur der Rose eine komplette Neuerfindung ist, werden die meisten Videospielliebhaber die Polizistin Cybil Bennett (Laurie Holden) bereits kennen. Cybil ist eine Einzelgängerin und eine Kämpfernatur. Nach einer schlimmen Tragödie in ihrer Jugend, bei der sie ihr Gottvertrauen und ihren Glauben verloren hat, hat sich Cybil ganz dem Helfen verschrieben. So hilft sie auch Rose bei der Suche nach ihrer Tochter.

?Das Drehbuch ist wahnsinnig fesselnd. Es gibt so viele verschiedene Ebenen, so viele Verflechtungen und Geheimnisse?, so Holden. ?Christophe ist einfach fantastisch. Ich bin sehr glücklich darüber, mit jemandem wie ihm zusammengearbeitet zu haben. Er ist ein echter Künstler und dementsprechend läuft der Prozess des Filmemachens ab. Die Art und Weise wie er an die Charaktere und ihre Entwicklung herangeht, ist etwas ganz besonderes. An meinem ersten Drehtag fragte ich ihn: ?Diese Frau, Cybil, wie ist sie denn so?? und er sah mich an und sagte bloß ?Du bist mein weißer Wolf.? Da war mir sofort alles klar und ich wusste, wie ich am besten zu Cybil werden konnte.?

Gans hatte Holden bereits in THE MAJESTIC (?The Majestic?, 2001) gesehen: ?In dem Film war sie so wunderbar weiblich. Ich habe sie gecastet, damit man auch ihre andere Seite, eine starke Seite, sehen kann. Auf der Leinwand ist Laurie für mich wie eine perfekte Mangazeichnung, die zum Leben erwacht ist.? Deborah Kara Unger (Dahlia) und Christophe Gans kannten sich schon vor den Dreharbeiten zu David Cronenbergs CRASH (?Crash?, 1996), einem Film, in dem Unger auf Gans? Rat hin eine Rolle übernommen hatte. Seither wollte Gans immer mit ihr zusammenarbeiten.

?Wenn man jemanden schon sehr lange kennt, dann möchte man ihm auch etwas Einzigartiges anbieten. Als ich ihr den Vorschlag machte, eine siebzigjährige Frau zu spielen, die so bizarr und furchteinflößend ist, dass sie sogar mich erschrecken könnte, hatte ich Angst, Deborah würde mir das Drehbuch gleich ins Gesicht werfen?, so Gans.

Doch Unger war begeistert von der Rolle: ?Dahlia ähnelt in ihrem Wesen ein wenig der Figur des John Procter in THE CRUCIBLE (?Hexenjagd?, 1996). Sie ist jemand, der nicht rechtzeitig seine Stimme erhoben hat; jemand, der vom Glauben so geblendet war, dass sein Schweigen großes Leid verursacht hat. Doch durch ihr Leid wurde Dahlia klüger. Sie ist Teil aller Parallelwelten von Silent Hill und überbrückt als Prophetin die Kluft zwischen Licht und Dunkelheit. Eine sehr rätselhafte Gestalt. Und sie ist die opernhafteste Figur, die ich jemals gespielt habe. Ihre Rolle war schwieriger als ich dachte. Nicht, dass ich Dahlia unterschätzt hätte, aber Christophe hat diesen Charakter sehr vielschichtig aufgebaut. Dieser Film ist wie eine Mischung aus Alice im Wunderland und Dantes Inferno.?

Cristabella ist eine Figur mit sehr vielen Feinheiten. Deshalb findet es Gans auch besonders schwer, ihren Part zu diskutieren. ?Cristabella entscheidet sich aus vollster Überzeugung, keine Mutter zu sein und dennoch kümmert sie sich um ihre Schäfchen?, so Gans. Cristabella ist die Figur im Film, die die Geschichte vorantreibt. Für diese Rolle wählte Gans ganz gezielt Alice Krige aus, die ihn mit ihrer Leistung in kleinen Experimentalfilmen wie INSTITUE BENJAMENTA und TWILGIHT OF THE ICE NYMPHS und im Blockbuster STAR TREK: FIRST CONTACT (?Star Trek ? Der erste Kontakt?) überzeugte. ?Ich wusste gleich, dass Alice die Richtige für die Rolle ist. Sie kann die Rolle mit Leidenschaft und Kraft zugleich spielen und verleiht der Figur der Cristabella eine ganz bestimmte Mischung aus Eleganz und Gewalt.?

Krige war von ihrer Rolle und von Regisseur Christophe Gans sofort begeistert. ?Cristabella ist das dominante Oberhaupt einer Sekte mit puritanischer Vorgeschichte. Ihre Glaubensgemeinschaft ist fest davon überzeugt, dass sie dafür verantwortlich sind, den Teufel und das Böse im Zaum zu halten.? Um sich auf die Rolle vorzubereiten, las die Schauspielerin Erna Paris? The End of Days, ein Buch, das von der Entwicklung der spanischen Inquisition erzählt. ?Ich dachte von vornherein, dass diese Rolle schwer ist und sie ist es wirklich. Aber Christophe hat eine wahnsinnige Vorstellungskraft und eine Leidenschaft fürs Geschichtenerzählen? seine Story ist so vielschichtig und emotional.?

Fernab von all dem Nebel und der Dunkelheit gibt es eine weitere Parallelwelt von Silent Hill ? die Realität. Dort machen sich Christopher DaSilva, gespielt von Sean Bean, und Officer Gucci (Kim Coates) auf die verzweifelte Suche nach Rose und Sharon. ?Seans Rolle ist sehr schwierig. Christopher, der liebende Ehemann und Vater, ist von seiner Frau und Tochter durch eine andere Dimension getrennt. Das ist ein sehr romantischer Aspekt, denn er kann sich nur auf seine Liebe verlassen, um seiner Familie zu helfen. Das einzige, was er machen kann, ist suchen und warten, versuchen zu verstehen und er mußs Leid und Schmerz ertragen. Mir gefällt es, dass die männliche Hauptfigur auch von ihrer verletzbaren, sanften Seite gezeigt wird?, so Gans.

?Christopher hat seine Familie verloren und egal was er tut, er bekommt einfach keine Informationen. Er weiß zwar nicht, dass in der Stadt etwas Schlimmes vor sich geht, aber er ahnt, dass irgendetwas nicht stimmt. Er kann es förmlich spüren. Ich glaube, der Schmerz und die Verzweiflung machen ihn verrückt. Für mich war es nicht schwer, mich in Christophers Situation hineinzuversetzen, denn Christophe hat für den Film eine so lebendige und reale Welt geschaffen. Christophe ist sehr inspirierend. Außerdem liebt er alles Bizarre, Seltsame und Komische: darin geht er richtig auf?, so Sean Bean.

?Ganz ehrlich: SILENT HILL ist einer der seltsamsten Filme, die ich je gedreht habe?, so Kim Coates zu seiner Rolle. ?Eigentlich sind es zwei Filme in einem. Sean und ich sind in dem einen Film, und Radha, Laurie und Jodelle sind im anderen. Sean und ich setzten niemals auch nur einen Fuß in die Nebel- und Dunkelheit-Dimensionen. Also ist Guccis Geschichte auch viel einfacher: er hat ein Geheimnis, etwas, das ihm vor vielen Jahren passiert ist, hat ihn komplett verändert. Aber das behält er alles für sich.?

Die Kreaturen von Silent Hill Eine bunte Palette furchterregender Wesen verkörpert den Schrecken von SILENT HILL: das zerstörerische, Schwert schwingende Monster Red Pyramid, die Grey Children, die Armlosen, der geheimnisvolle Janitor, die Cockroaches und die Dark Nurses. Verantwortlich für die zutiefst Angst einflößende und verstörende Wirkung dieser Kreaturen auf die Zuschauer sind der gefeierte Creature-Designer Patrick Tatopoulos aus Los Angeles, Paul Jones aus Toronto, der als Co-Designer auch für das Special-Effects-Makeup (und somit auch alle Verletzungen und blutigen Wunden) verantwortlich zeichnete, Kostümdesignerin Wendy Partridge, Visual Effects Producer Holly Radcliffe und Movement Consultant Roberto Campanella.

Während die Cockroaches komplett am Computer entstanden sind, stammt das Design für Red Pyramid aus der Feder von Patrick Tatopoulos: ?Wir hielten uns sehr eng an die Vorlagen aus dem Spiel, aber ich wollte, was die Proportionen und die Eleganz der Figuren betrifft, etwas variieren?, erklärt Tatopoulos. ?Es ist ganz einfach: Schön ist nicht gleich hübsch. Wenn das Design die Eleganz der Kreatur widerspiegelt, aber auch zu einem gewissen Grad menschenähnlich wirkt, ist die Wirkung dieses Wesens wirklich hypnotisierend. Wir haben dann die verschiedenen Einzelteile von Red Pyramid nach Toronto geschickt, wo Paul Jones und sein Team sich gleich an die Realisierung machten. Sie haben sehr eng mit Kostümdesignerin Wendy Partridge zusammengearbeitet, die das Kostüm und auch die 38 Zentimeter hohen Plateaustiefel, die Roberto Campanella dann tragen mußste. Ein Stiefel war ein wenig niedriger als der andere, damit Red Pyramid einen sehr abgehackten Gang bekam."

Tatopoulos´ Lieblingswesen ist allerdings das Grey Child, von dem im Computer gleich eine ganze Horde entstand. Dafür entwarf er einen Lycra-Ganzkörperanzug, der dann mit Silikon besprüht wurde, um die Haut fast durchsichtig wirken zu lassen. In diesen Anzug schlüpfte die zierliche Tänzerin Yvonne Ng, die dank ihrer Beweglichkeit und Körperhaltung das Design der Grey Children noch unterstrich. Besonders das Gesicht des Wesens birgt die wahre Kunst des Designs. ?Christophe wollte, dass jedes der Geschöpfe so aussieht, als würde es ununterbrochen schreien. Das Gesicht von Grey Child ist zwar menschlich, aber auch gestreckt, verdreht, seine Haut ist nach hinten gezogen und der schreiende Mund ist weit geöffnet?, so Tatopoulos.

Der Tänzer Michael Koda schlüpfte in die Rolle des Armless one. Bei diesem Design legte Tatopoulos besonders viel Wert auf Funktionalität. ?Auch wenn Armless one keinen Mund hat, fühlt man doch sein ständiges Schreien?, so Tatopoulos. Schließlich gibt es auch noch die Nurses. Ihr besonderes Kennzeichen sind die aschgrauen Kittel, die aussehen, als würden sie direkt aus ihrer Haut wachsen, und ihre starren, gefühlskalten Gesichter. Passend zu ihrem Aussehen bewegen sich diese Kreaturen wie Marionetten. Nur wenn Licht die dunklen Räume des Krankenhauses erhellt, erwachen diese seltsamen Wesen zum Leben.

Die Figur des Janitor kam erst im Laufe der Produktion hinzu. Beide Versionen dieser Kreatur, die Mumie aus der Nebelwelt und das lebendige, kriechende Wesen aus der dunklen Dimension, stammen aus der Feder von Paul Jones. Da Jones selbst ein großer Fan der Videospielreihe ist, fiel es ihm leicht, ein Design zu entwerfen, das dem Original treu blieb. Besonders der Stacheldraht macht den Janitor zu einem wirklich beängstigenden Wesen. ?Erschreckend, aber nicht ekelhaft? war Christophe Gans? Motto für das visuelle Design und den Einsatz von speziellen Makeup-Effekten.

?Jemand zum Ekeln zu bringen, ist ziemlich einfach. Aber Christophe ging anders vor. Er wollte zwar etwas Verstörendes, von dem man einfach nicht seine Augen lassen kann, aber gleichzeitig wollte er die Leute nicht verschrecken. Die Zuschauer sollen von den Effekten verzaubert sein, aber zur gleichen Zeit auch den Horror vor Augen haben?, so Jones. Alle Kreaturen wurden in der Post-Produktion noch einmal digital überarbeitet. Die Haut der Grey Children wurde so gestaltet, dass sie Brandopfern ähnlich sehen und die Bewegungsabläufe der Nurses wurden zeitversetzt aufgenommen. Trotzdem liegen die Darbietungen der Tänzer, die in den Kostümen steckten, Paul Jones besonders am Herzen.

Ohne den tänzerischen Einfluss von Campanella, Koda und Ng, die zuvor noch nie irgendwelche Kreaturen gespielt haben, wäre die gesamte Wirkung verloren gegangen. ?Ein Monster in einem Film zu spielen, ist wirklich harte Arbeit und macht herzlich wenig Spaß. Man wird in ein unbequemes Kostüm gesteckt, in dem man wahnsinnig schwitzt und es ist körperlich richtig anstrengend, diese komischen Positionen und Körperhaltungen einzunehmen. Aber Roberto, Michael und Yvonne sahen das total gelassen. Sie haben sich nie beschwert und es hat unheimlich viel Spaß gemacht, mit ihnen zu arbeiten. Das hat mir meine Arbeit um einiges erleichtert?, so Jones.

Silent Hill in vier Dimensionen Um die seltsame Welt von SILENT HILL zum Leben erwecken zu können, mußsten echte Sets mit den technischen Möglichkeiten von CGI-Effekten kombiniert werden. Die Handlung spielt sich in vier verschiedenen Dimensionen ab: in der Wirklichkeit des Silent Hill vor 30 Jahren, im realen Silent Hill von heute, in der Nebelwelt und in der Dunkelheit.

Gans, der in den 60er Jahren geboren wurde, wuchs mit den großen Filmepen dieser Zeit auf und wurde von ihnen und den in Cinemascope gedrehten Bildern inspiriert. ?Diese Filme hatten etwas Beeindruckendes an sich. Man fühlte sich bei LAWRENCE OF ARABIA (?Lawrence von Arabien?) oder auch bei THE GOOD, THE BAD AND THE UGLY (?Zwei glorreiche Halunken?), als wäre man an einem anderen Ort. Besonders die im Vergleich zu den Schauspielern riesigen Sets faszinierten mich?, so Gans.

Gans freute sich riesig darauf, für SILENT HILL eine ganze Stadt zu entwerfen. Allerdings nicht im Computer, sondern in natura. Eine Stadt, die er und die Schauspieler wirklich sehen, die sie berühren und vor der sie sich inspirieren lassen konnten. Dafür suchte sich das Filmteam eine kanadische Stadt aus und verwandelte sie in SILENT HILL. ?Wir schufen uns unser eigenes SILENT HILL auf über 100 verschiedenen Sets?, so Gans. ?Und das gibt dem Film so eine realistische Note. Mein Vorgehen klingt zwar altmodisch, aber das ist nun mal mein Stil. Natürlich gibt es trotz alledem auch CGI-Effekte, denn es wäre unmöglich, einen solchen Film ohne den Einsatz von Computern zu drehen.?

Den Anfang im Design-Prozess machte Gans selbst. Er zeichnete seine eigenen Storyboards im Stil von japanischen Mangas (Comics). Im Gegensatz zu westlichen Comics, in denen sich die Geschichte um einen Superhelden dreht, haben Mangas eine sehr komplizierte Erzählstruktur und benutzen zur Darstellung Bilder, die aus dem Filmbereich übernommen wurden. So verwenden Mangas auch Zooms, Close-Ups und Stills.

Mit Hilfe von Gans? detaillierten Storyboards machte sich Production-Designer Carol Spier an die Arbeit. ?Ich arbeite immer mit sehr präzisen Storyboards?, so Gans. ?Mir gefällt es, jede meiner Aufnahmen vorher genau zu planen, denn bei einer so komplizierten Geschichte wie SILENT HILL, die mit verschiedenen Dimensionen spielt, mußs man als Regisseur besonders deutlich arbeiten. Sonst verliert sich das Publikum in der Geschichte. Deshalb probiere ich meine Ideen immer erst einmal an einem Storyboard aus. Erst dann wage ich mich hinter die Kamera. Da ich immer aus ganz speziellen Winkeln filme, können die Sets auch sehr detailliert gebaut sein.?

Ausgehend von diesen Storyboards entwarf Spier eine Welt, der die Zeit schwer zugesetzt hat. 80 Prozent des Films spielen in einer zerfallenen und verrotteten Stadt ? in der Nebelwelt sind die Gebäude sehr alt und heruntergekommen, in der Dunkelheit ist alles zerstört und zerfallen. Beim Setdesign ging Spier dabei ganz unterschiedlich vor. In manchen Fällen wurden echte Gebäude, wie zum Beispiel die Fabrik oder die Schule, extra für den Film umgebaut und verändert, andere Sets wiederum wurden komplett neu gebaut. So dauerte es zum Beispiel acht Wochen, bis die Kirche stand. Auch die Bergstraße, die nach Silent Hill führt, lief in Wirklichkeit durch das Studio.

?Eines der besten Sets, die wir gefunden haben, war eine Straße in Brantford, Ontario. Wir konnten daraus eine Straße in Silent Hill komplett nachbauen?, so Spier. ?Einige der Straßenabschnitte waren wegen Renovierungsarbeiten gesperrt, deshalb konnten wir fast alles nach Herzenslust verändern. Wir konnten die Farben verändern, Schilder einfach wegnehmen und die Stadt so herrichten, als wäre sie seit dreißig Jahren verlassen. Die Einwohner von Brantford standen uns mit Rat und Tat zur Seite. Uns war es besonders wichtig, sehr detailgetreu zu arbeiten, um aus der zweidimensionalen Welt des Videospiels ein echtes, dreidimensionales SILENT HILL zu machen.?

Bei ihrer Arbeit ließ sich Spier von alten und zerfallenen Orten inspirieren. Deshalb studierte sie Fotos von Tschernobyl nach dem Reaktorunglück und von unheimlichen, verlassenen Sanatorien, wie es sie in New York gibt. Basierend auf Spiers Arbeit machten sich dann Künstler verschiedener Visual Effects Studios, wie der Buf Compagnie in Paris, Mr. X Inc. und C.O.R.E. Digital Pictures, Inc. in Toronto, unter der Leitung von Visual Effects Producer Holly Radcliffe ans Werk.

Nicht nur die Zuschauer werden von den Sets begeistert sein. Besonders die Schauspieler waren dankbar, dass sie fast alle Szenen in einer realen Umgebung drehen konnten. ?Als Videogame-Spielerin mag ich vielleicht nicht gut gewesen sein, um SILENT HILL durchzuspielen, aber ich habe die einzigartige Erfahrung gemacht, dort ganze drei Monate zu leben?, so Radha Mitchell. ?Der Film ist ein echter optischer Leckerbissen.?

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