Coco - Der neugierige Affe

Produktionsnotizen

Vor der Produktion: Die Geschichte vom neugierigen Affen Coco Hans Augusto Reyersbach wurde am 6. September 1898 in Hamburg geboren. Bereits in jungen Jahren interessierte er sich für Tiere und für das Zeichnen. Margarete Elizabeth Waldstein wurde am 16. Mai 1906 ebenfalls in Hamburg geboren. Auch sie war kunstinteressiert und studierte schließlich am berühmten Bauhaus Institut. Die beiden begegneten sich kurz, als Hans das Haus ihres Vaters besuchte und er das junge Mädchen auf dem Treppengeländer herunterrutschen sah.

Nach seinem Dienst im 1. Weltkrieg verdiente Hans sein Geld zunächst mit Illustrationen für den örtlichen Zirkus, bevor er nach Brasilien auswanderte. Dort reiste er auf dem Amazonas und war fasziniert von den Affen, die an den herabhängenden Ästen des Dschungels umherschwangen. Während er in Rio de Janeiro im Familienbetrieb arbeitete und Badewannen verkaufte, fand er heraus, dass Margarete auf der Flucht vor den Nazis ebenfalls nach Brasilien ausgewandert war, und die beiden heirateten schließlich am 16 August 1935.

In Südamerika verkürzte das Paar seine Namen zu H.A. und Margret Rey, um ihren Landsleuten die Aussprache ihrer Namen zu erleichtern. Beide liebten Tiere und sie teilten ihr Haus für kurze Zeit sogar mit zwei zahmen Marmosetten-Äffchen. Auf ihrer Hochzeitsreise durch Europa verliebten sich die frisch Verheirateten in Paris und beschlossen, für unbestimmte Zeit dort zu bleiben. Sie wohnten in einem Hotel am Montmartre, wo H.A. als Zeichner für eine Zeitung arbeitete.

Als ein Verleger H.A.s Zeichnungen sah, bat er ihn, weiter daran zu arbeiten ? was in Reys erstem Buch resultierte: ?Cecily G. und die 9 Äffchen? erschien 1939. H.A. hatte die ursprünglichen Ideen und fertigte die Illustrationen an, während Margret die Handlung erdachte und das Schreiben übernahm. Einer der interessantesten Charaktere des Buches war ein unersättlich neugieriger Affe namens Fifi, der sich stets in unglückliche Situationen manövrierte. Die Reys gewannen die Figur lieb und beschlossen, Fifi als nächstes ein ganzes Buch zu widmen.

Die Literaturhistorikerin und Autorin Louise Borden, die sich der Erforschung der Figur des neugierigen Coco verschrieben hat, schrieb in ihrem Buch ?The Journey to Curious George?: ?Manche Menschen, die den Reys nahe standen, behaupten, dass Margret ein bisschen wie Coco war ? in ihrem Verhalten, in ihrer Art, das Leben zu genießen. Der Verwalter des Rey Anwesens hat mir erzählt, dass Margret sogar manchmal für Hans Modell stand, wenn dieser an seinen Illustrationen arbeitete. Sie steckte ihren Finger in den Mund oder hielt ihren Kopf auf bestimmte Art. Sie war ein bisschen stämmig und klein, und so wurde sie gelegentlich zu Coco.?

Hans holte sich seine Ideen auch von anderen Charakteren, die ihn im wahren Leben umgaben. Der Mann mit dem gelben Hut, so Borden ?war leicht angelehnt an einen zerstreuten Professor, mit dem die Reys befreundet waren ? ein Mann, mit dem Hans in Deutschland zur Schule gegangen war.? Als die Nazis im Blitzkrieg von 1940 auf Paris vorrückten, beschloss das in Deutschland geborene jüdische Paar, nach Amerika auszuwandern, wo Margrets Schwester lebte. Hans bastelte aus Einzelteilen zwei Fahrräder für ihre Flucht zusammen, und sie flüchteten nur Stunden vor dem Einmarsch der Nazis in die Stadt.

Mit nur etwas Kleidung, einem Brot, Käse und fünf Manuskripten ? darunter ihr neustes Buch ?Fifis Abenteuer? ? im Gepäck, radelten sie vier Tage lang und schliefen hier und da in Ställen auf dem Land. Als sie die spanische Grenze erreichten, verkauften sie ihre Fahrräder gegen Zugtickets nach Lissabon. Im Zug wurden sie festgenommen, nachdem ein Offizier ihre deutschen Akzente herausgehört hatte und sie für Spione hielt. Man durchsuchte Hans? Tasche, und als man ?Fifis Abenteuer? fand, begriffen die Offiziere, dass die beiden Kinderbuchautoren waren und gab ihnen ihre Pässe und Visa zurück und ließen sie weiterreisen.

Von Lissabon aus gelangten die zwei zurück nach Rio de Janeiro, bevor sie 1940 in New York ankamen. Dort mußste sich Fifi einer Namensänderung unterziehen, als das große Verlagshaus Houghton Mifflin den Reys ? was in dieser Zeit eher selten vorkam ? einen Vertrag für vier illustrierte Kinderbücher aus H.A.s Hand anbot. Und bereits 1941 stellte der Herausgeber der ahnungslosen Welt den frechen Affen namens Coco vor.

H.A. und Margret brachten in den folgenden Jahren sieben Bücher über den neugierigen Coco heraus. An jedem arbeiteten sie ein ganzes Jahr, bis es perfekt war in Optik und Inhalt. Viele eigene Interessen und Erfahrungen der Reys hielten Einzug in die Bücher über Coco. Da beide solche Tierliebhaber waren, galt ihr erster Ausflug bei einem Besuch in einer fremden Stadt zunächst dem örtlichen Zoo. Hans rauchte Pfeife, genau wie der Mann mit dem gelben Hut. Genau wie Coco in ihren Büchern lebten sie unter Palmen in Brasilien, fuhren auf Fahrrädern aus Paris fort und verließen Europa auf einem Ozeankreuzer.

Im Kern einer jeden Geschichte lag stets die gleiche Prämisse, auf die sich der Leser verlassen konnte: Der Mann mit dem gelben Hut würde Coco allein im Haus zurücklassen und ihn vorher warnen, vorsichtig zu sein. Doch weil Coco nun mal nicht anders kann, mußste er einfach Ärger verursachen ? angestiftet durch die eigene Neugier. Was unweigerlich folgte, waren wilde Abenteuer.

Vielleicht liegt ein Grund für seine anhaltende Popularität darin, dass Coco in uns allen den Wunsch weckt, ein bisschen die Regeln zu brechen, um unsere Neugier zu befriedigen. Wie Margret Rey einst anmerkte: ?Coco kann tun, was Kinder nicht tun können. Er kann ein Zimmer bunt anmalen. Er kann von einem Drachen am Himmel herabhängen. Er kann die Tiere auf einer Farm freilassen. Er kann all diese frechen Sachen machen, die Kinder auch gern tun würden.?

Zum Beispiel soll das Äffchen in ?Coco fährt Rad? Zeitungen austragen, doch stattdessen macht er Boote aus all den Zeitungen, fährt sein Fahrrad zu Schrott und sorgt für ein wildes Durcheinander im Zirkus, als ein Strauß sein Signalhorn verschluckt. Letztendlich endet er jedoch als Held, nachdem er ein entlaufendes Bärenjunges rettet. In ?Coco kommt ins Krankenhaus? verursacht er Verwüstung, als der Bürgermeister zu Besuch kommt, aber es gelingt ihm, ein kleines Mädchen aufzumuntern, das große Angst davor hat, im Krankenhaus zu bleiben. Nachdem das Buch herausgekommen war, erhielten die Reys hunderte von Briefen dankbarer Eltern, die ihnen berichteten, wie hilfreich das Buch gewesen war.

1989 gründete Margret die Curious George Foundation, eine Stiftung, die Programme für Kinder finanziell unterstützt, die Cocos Neugier für Lernen, Erkunden, Scharfsinn und Entschlossenheit teilen. Große Beachtung schenkt die Stiftung dabei vor allem Projekten, die dem Schutz von Tieren dienen, die helfen, Grausamkeit gegen Tiere zu bekämpfen, und die familiäre Werte und Bindungen hochhalten. Obwohl H.A. 1977 starb und Margret ihm 1996 folgte, erlebten sie beide, wie ihr kleiner Affe eine der beliebtesten Figuren in der Kinderliteratur überhaupt wurde.

Ein Affe ohne Schwanz Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der neugierige Coco, obwohl stets als Äffchen bezeichnet, in Wahrheit ein Schimpanse ist. In der Zeit, als die Reys ihre Bücher schrieben, nannte man Schimpansen Affen, obwohl sie eindeutig über keinen Schwanz verfügen. Und obwohl man heute darauf achtet, diese Unterscheidung zu machen, werden wir ihn im Hinblick auf die Nostalgie und die klassische Bedeutung von Coco und seiner Erschaffer hier trotzdem weiterhin als Äffchen bezeichnen. Über die Produktion "Jedes Mal, wenn wir uns von der Essenz dieser Illustrationen von H.A. Rey entfernten, war es stets frustrierend und enttäuschend. Letztendlich entschieden wir uns, sie zu feiern anstatt sie neu zu erfinden." - Produzent Ron Howard

Coco begann seine Reise vom klassischen Buch auf die Leinwand in den frühen 90er Jahren, nachdem Produzent Jon Shapiro im Haus seiner Eltern über seine Sammlung von Coco-Büchern aus Kindertagen gestolpert war. ?Ich besuchte damals zu Thanksgiving meine Familie in New York?, erinnert er sich. ?Ich kramte in meiner Kinderbuchsammlung herum, als mir ?Coco ? Der neugierige Affe? in die Hände fiel. Mich überkam eine solche Welle der Nostalgie, dass ich bei mir dachte: ?Mensch, ich habe Coco und den Mann mit dem gelben Hut wirklich vermisst!?

Angetrieben von dem Wunsch, mit anderen diese Freuden aus Kindertagen zu teilen, besuchte er Cocos Miterschafferin Margret Rey. Verwitwet und fast 83 Jahre alt ließ sich Mrs. Rey durch Shapiros Begeisterung für das Projekt schnell überzeugen. Sie gab ihm jedoch die liebevolle Warnung mit auf den Weg, dass es entgegen der Meinung vieler durchaus kein leichtes Unterfangen sei, Cocos einfache Geschichten zu erschaffen. In Wahrheit hatten sie und H.A. die Bücher mit großer Sorgfalt über viele Vorstufen hin entwickelt, mit erschöpfendem Model stehen ihrerseits und fein herausgearbeiteten Zeichnungen seinerseits.

Mit den Rechten in der Tasche fand Shapiro in David Kirschner einen ähnlich leidenschaftlichen Produktionspartner, der bereits als Autor und Ko-Produzent an ?Feivel ? Der Mauswanderer? mitgewirkt hatte. Shapiro erinnert sich, wie der Vertrag schließlich zustande kam: ?Wir beide versprachen Mar gret, dass nur die höchsten Qualitätsansprüche für das Ganze angesetzt werden würden. Wir wussten, dass wir ein erstklassiges Projekt würden abliefern müssen, um ihren Ansprüchen gerecht zu werden.?

Kirschner lacht: ?Dies ist eines der letzten großen Werke im Genre der Kinderliteratur. Glück für uns, dass es als ,hübschestes Mädchen der Klasse? betrachtet wurde. Jeder dachte, sie wäre bereits jemand anderem versprochen? also hat man sie nie nach einer Verabredung gefragt, bis Jon und ich vorbei kamen.? Dennoch vergingen viele Jahre bis sich ein weiterer Fan des neugierigen Coco fand, der sich vorstellen konnte, ihm ein gutes Zuhause bieten zu können.

Der mit dem Oscar ausgezeichnete Produzent Ron Howard, der zu einem frühen Zeitpunkt in seiner Karriere als Regisseur bereits mit Fantasy-Komödien wie ?Splash ? Jungfrau am Haken? und ?Cocoon? (dies war weit vor seinem Blockbuster-Erfolg ?Der Grinch?) Erfolge feierte, schloss sich dem Projekt voller Enthusiasmus als weiterer Produzent an. Er war überzeugt, dass eine Kinoadaption der Bücher von ?Coco, der neugierige Affe? in Ko-Produktion mit Kirschner und Shapiro eine schöne Aufgabe für Imagine Entertainment sein würde, der Produktionsfirma, die er gemeinsam mit Partner und Oscarpreisträger Brian Grazer leitet.

?Zunächst zogen wir eine Realverfilmung in Betracht,? erzählt Shapiro. ?Aber nachdem wir uns mit Tiertrainern darüber ausgetauscht hatten, was Primaten können und nicht können, haben wir uns von der Idee verabschiedet. Coco mußste dieses Erscheinungsbild eines weichen, flauschigen, liebenswürdigen Affen haben, den man umarmen will. Wir hatten das Gefühl, dieser klassischen und vielen Menschen so geläufigen Eigenschaft mit einer Realverfilmung nicht gerecht werden zu können. Obwohl es ein paar wirklich sehr putzige Primaten auf der Welt gibt, sehen sie doch leider einfach nicht aus wie Coco.?

Die nächste logische Denkrichtung für das Produktionsteam war CGI. Computergenerierte Animation in Filmen kam gegen Ende der 80er und zu Beginn der 90er Jahre mit Filmen wie ?Falsches Spiel mit Roger Rabbit? und ?Jurassic Park? in Mode. Namen wie Tom Hanks und Adam Sandler kamen für die Stimme des CGI-animierten Mannes mit dem gelben Hut ins Spiel, aber dennoch wollte das Projekt nicht so richtig in Gang kommen. ?Zu dieser Zeit waren fotorealistische CGI Effekte extrem teuer,? erläutert Shapiro. ?Basierend auf der Natur der Bücher, hätten wir einen 75- bis 80-minütigen Film produzieren müssen, in dem für einen Großteil der Zeit ein computeranimierter Coco auf der Leinwand hätte zu sehen sein müssen.? Zudem war CGI ohnehin nicht ideal für die simplen, kräftigen Farben und die extrem detaillierten Handzeichnungen von H.A. Rey.

Das Projekt kam also ins Stocken, und es sollte Jahre dauern, bis Imagine und Universal Coco einen erneuten Besuch abstatteten. Produzent Ron Howard wusste, dass das Projekt gut ins qualitätsorientierte Konzept seines Studio passen würde, aber er wollte auch den perfekten Zeitpunkt wählen. ?Brian Grazer und ich waren immer der Meinung, dass diese Beziehung einfach etwas magisches hatte,? merkt er an. ?Cocos unbändige Neugier war etwas, was nicht nur einfach an Kinder vermittelbar war, sondern auch Eltern fühlten sich davon angesprochen, denn aufgrund dieser Neugier handeln Kindern sich schließlich allen möglichen Ärger ein. Außerdem ist Neugierde etwas, was man feiern und fördern sollte.?

?Junge Lebewesen haben stets etwas liebenswertes an sich,? fährt er fort. ?Menschen, Äffchen, Welpen, Kätzchen ? sie stecken ihren Kopf um die Ecke, versuchen unter eine Kiste zu kriechen, schubsen ein Tür solange an, bis sie sich öffnet, um zu sehen, was sich hinter ihr verbirgt.?

Howard erklärt: ?Wir haben das Projekt von so vielen Seiten betrachtet ? Realverfilmung, 3-D Animation ? und schließlich kamen wir bei der 2-D Animation an, was im heutigen Zeitalter ein wenig verwundert, aber es schien so absolut passend für ?Coco, der neugierige Affe?. Wir haben unterschiedliche Stile ausprobiert ? wir veränderten Coco, machten ihn zu einem völlig anderen Charakter, nur um herauszufinden, wie Coco denn nun eigentlich aussehen sollte. Und jedes Mal, wenn wir uns von der Essenz dieser Illustrationen von H.A. Rey entfernten, war es frustrierend und eher enttäuschend. Letztendlich entschieden wir uns, das Original hochzuhalten anstatt es neu zu erfinden. Wir würden uns eine Geschichte überlegen, die gut funktionierte und uns erlaubte, mehr über Coco zu erfahren und mit Sicherheit auch mehr über den Mann mit dem gelben Hut. Dies erlaubt uns, ihr Verhältnis zueinander zu ergründen, aber mehr noch als das lässt es genügend Raum, um Coco auf unterhaltsame Weise in allerlei Schlamassel geraten zu lassen.?

?Wir arbeiteten uns weiter vor,? erinnert sich Kirschner. ?Zwischen Realverfilmung, Versionen mit animatronischen Puppen und CGI gab es eine ganze Reihe von Coco-Varianten. Aber unser Timing konnte nicht besser sein. Inzwischen sind so viele Produktionsfirmen auf den Zug des ,Animation-komplett-in-CGI? aufgesprungen, und viele haben vergessen, wie man mit klassischem Zeichentrick eine gute Geschichte erzählt. Wenn es überhaupt ein Projekt gibt, das in 2-D erzählt werden mußs, dann ist es ?Coco, der neugierige Affe?.?

Die Geschichte und das Design fanden beide ihren Ursprung in Cocos ureigener Neugier und wie man diese in einen abendfüllenden Film umsetzen konnte, der die Zuschauer fesselt und unterhält. Imagines Oscar-prämierter Produzent Brian Grazer erklärt es präzise: ?Neugier ist wie eine Lernkurve. Man kratzt etwas an, von dem man nicht weiß, was sich dahinter versteckt. Es kann dich aufrütteln; es kann dich aus dem Gleichgewicht werfen. Es kann dir den Boden unter den Füßen wegziehen, aber es führt dich immer an einen besseren Punkt.?

Nachdem man entschieden hatte, den Film in 2-D zu produzieren, machten sich ein weiteres Mal eine Reihe von Autoren daran, ein Drehbuch zu schreiben, das den Rey-Büchern gerecht wurde und dessen Geschichte gleichzeitig genügend Spannung hatte, ganze Familien für 75-80 Minuten in ihren Bann zu ziehen. Anders als bei anderen Adaptionen bekannter Kinderbücher, legte das Studio großen Wert darauf, dass dieser Film in Hinsicht auf Stil oder Sprache in keinster Weise von einem geradlinigen und familienfreundlichen Weg abwich.

Es sollte keinen flapsigen Humor oder schräge Elemente geben, überhaupt nichts, das bei Eltern Unbehagen auslösen könnte, ihre Kinder damit zu konfrontieren. Gleichzeitig sollte der Film auch nicht predigerhaft auf seine Zuschauer herabschauen oder sie etwa mit zuviel Süße übersättigen. Letztlich war es Autor Ken Kaufman, der dem Drehbuch den letzten Schliff verlieh ? nachdem er die Grundzüge der Geschichte gemeinsam mit Mike Werb erarbeitet hatte ? und aus ihm das lebendige Comedy-Abenteuer machte, das Coco gerecht wurde.

Die Produzenten mußsten für das Projekt einen Regisseur finden, der ihre Vorstellung teilte ? und der gleichermaßen Animationserfahrung hatte, ebenso wie die Fähigkeit, alle kreativen Elemente zu vereinigen, die notwendig waren, die Geschichte zu erzählen. Nach diversen Fehlstarts mit anderen Regisseuren, beschlossen die Produzenten und Studiovorsitzenden, das Ruder Matthew O?Callaghan zu überlassen. Aufgrund seiner Erfahrungen durch die Arbeit für Disney als Regisseur von ?Mickey?s Twice Upon a Christmas? brachte O?Callaghan ? der zudem als leitender Zeichner an ?Ariel, die Meerjungfrau? mitgearbeitet und die umwerfend witzige TV-Show ?Life with Louie? kreiert hatte ? frische Ideen und viel Energie mit, was die Produzenten beeindruckte.

Selbst Vater wusste O?Callaghan, wie wichtig es war, dass Coco gleichermaßen für Kinder und Erwachsene zugänglich blieb. Er fühlte, dass es von zentraler Bedeutung war, ?den Büchern in ihrer ausgeprägten, graphischen Art gerecht zu werden, mit ihren kräftigen Farben und ihren ansprechenden Formen. Man mußs sich die Bücher der 40er Jahre vor Augen halten. Sie waren in einfachen Farben gehalten, mit einem großen Anteil Primärfarben.?

Für Regisseur O?Callaghan ist es genau Cocos Einfachheit, die seiner Animation Grenzen setzt. ?Die Wahl zwang sich einfach auf, weil sich das Ganze über die Illustrationen der Bücher vermittelt, mit denen die Leute sehr vertraut sind,? merkt er an. ?Traditionelle Zeichentricktechnik repräsentiert und reflektiert diese Bücher, die vor so vielen Jahren illustriert wurden, einfach besser. Die Illustrationen sind so klar strukturiert, einfach und farbenfroh. Sie sind so unschuldig wie Coco selbst. In all den Ärger gerät er immer nur, weil er so neugierig ist. Seine Neugier führt ihn stets zu größeren und großartigeren Erfindungen, in Abenteuer, die auch kleine Kinder haben könnten ? wenn sie einfach nur ihre Vorstellungskraft gebrauchen, und an einem Ballon über der Stadt schweben oder mit einer Rakete davonfliegen.?

Aber Animation allein würde nicht ausreichen, um die Geschichte des frechen Coco zu erzählen. Der Regisseur war sich des Wertes kreativer Autoren bewusst, die in der Lage waren, einen spannenden Handlungsbogen basierend auf den sieben Coco-Büchern der Reys zu stricken. O?Callaghan sagt dazu: ?Als wir die Bücher noch einmal durchgingen, entdeckten wir vieles?. eine Menge beeinflusste, welchen Stil wir letztendlich für den Film wählen würden. Die Rahmenhandlung der Bücher war immer die, dass der Mann mit dem gelben Hut morgens aufwachte, sich von Coco verabschiedete und Coco anschließend zu seinen Abenteuern aufbrach und in Schwierigkeiten geriet. Und ganz am Schluss würde der Mann mit dem gelben Hut hereinkommen und im Prinzip die Situation retten. Uns war schnell klar, dass wir die Geschichte als Kumpel-Story würden strukturieren müssen.?

Ron Howard erinnert sich an den Prozess: ?Coco ist so rein und so tugendhaft in seinem Bestreben herauszufinden, wie die Welt funktioniert. Jede Besprechung, jede kreative Entscheidung endete damit, dass wir alle lächelten und mit den Köpfen nickten. Welche Probleme auch immer auftauchten, wir glaubten stets an den Charakter und den Geist des neugierigen Coco.

Ein Fass voller Affen: Will Ferrell und die anderen Sprecher "Ted ist wie eine leere Leinwand ? ein Typ, der sein Leben in einer Kiste verbracht hat. Coco bringt ihm bei, die Rosen am Wegrand zu riechen. Sie helfen einander wirklich weiter." ? Will Ferrell

Über den langen Zeitraum hin, in dem das Projekt ?Coco, der neugierige Affe? immer wieder auf dem Prüfstand und in der Entwicklung war, blieb eine Sache gleich: Egal, ob man einen Film mit echten Darstellern, einen computeranimierten oder einen 2-D Zeichentrickfilm machen würde, die Figur des Affen Coco sollte auf keinen Fall sprechen. Allerdings sollte er putzige Affengeräusche machen (gesprochen von dem altgedienten Synchronsprecher Frank Welker).

Aber da Coco nicht sprechen würde, lag ein Schwerpunkt der Synchronarbeit bei dem Schauspieler, der dem Mann mit dem gelben Hut seine Stimme leihen würde. Dieser Schauspieler mußste jemand sein, der nicht nur einen Namen an der Kinokasse und eine markante Stimme hatte, sondern es mußste auch jemand sein mit Gespür für den Comedyartigen Tonfall, wie man ihn bei der Figur in den Buchklassikern von Rey findet. Allen kam derselbe Name in den Sinn: Will Ferrell.

Ferrell hatte in so komischen Rollen wie die des naiven, fehlplatzierten Menschen in ?Buddy, der Weihnachtself? und als durchgeknallter Nachrichtensprecher in ?Anchorman: Die Legende von Ron Burgundy? brilliert. Produzent Shapiro hielt Ferrell für die ideale Besetzung. ?Will kam ins Gespräch aufgrund seiner Leistungen bei ?Saturday Night Live?. Sein Genie als Charakterdarsteller war in echten Rollen zu sehen, warum also nicht auch im Animationsbereich??

Ferrell ergriff die Chance, bei dem Projekt dabei zu sein, ohne Zögern. ?Ich denke, sie hatten mich im Sinn als den Mann mit dem gelben Hut. Was großartig ist, denn ?Coco, der neugierige Affe? war immer schon eine meiner Lieblingsgeschichten?, sagt er. ?Dies ist mein erster Zeichentrickfilm, und Matt bewies dabei eine feste Hand in der Schauspielerführung mit mir, aber zugleich ließ er meinem Improvisationstalent Raum. Der Vorteil bei einem Film wie diesem ist, dass man neue Richtungen einschlagen kann, aber es ist auch schwierig wie auf einer einsamen Insel zu agieren ? sich stimmlich etwas vorzustellen und auch umzusetzen, das geschehen wird, aber das man noch nicht sehen kann.?

Der Schauspieler kann sich noch gut aus seiner Grundschulzeit an ?Coco, der neugierige Affe? erinnern. ?Wann immer der Lehrer in der Schule ?Coco? rausholte, dachte man, ?Wow, das wird Spaß machen??, lacht er. ??Coco, der neugierige Affe? ist in den Köpfen der Kinder einfach spitze. Kinder lieben ihn, denn sie fühlen, dass auch auf sie die Abenteuer warten, die er durchlebt.?

Ferrell begriff die Chance, Ted, den Mann mit dem gelben Hut (der, obwohl er in den Büchern nie namentlich genannt wurde, für den Spielfilm einen Namen bekam) zu sprechen, als eine Lernerfahrung. Er bemerkt: ?Ted ist wie eine leere Leinwand ? ein Typ, der sein Leben in einer Kiste verbracht hat. Coco bringt ihm bei, die Rosen am Wegrand zu riechen. Sie helfen einander wirklich weiter.? Matt O?Callaghan erklärt: ?Mit Will an Bord, wollten wir seine Comedy-Fähigkeiten und seinen Stil und seinen Humor für das Projekt nutzen.?

Und was braucht jeder ungeschickte Abenteurer, um sich zurechtzufinden? Eine nette Freundin natürlich. Genau das findet Ted in der Lehrerin Maggie. ?Wir haben uns für den Namen Maggie entschieden, weil er sich von Margret ableitet, der Ehefrau von H.A. Rey?, erklärt O?Callaghan. Für das Team gab es niemand besseren für die Stimme der süßen aber eigenwilligen Lehrerin, die einfach nur Teds Aufmerksamkeit erregen möchte, als Drew Barrymore ? die gerade die Dreharbeiten zur romantischen Komödie ?Ein Mann für eine Saison? beendet hatte.

Über Barrymore sagt O?Callaghan: ?Sie ist einfach phantastisch. Mit ihrem Tonfall, der Art, wie sie Dialoge spricht, wie sie ihren Kopf zur Seite legt ? wir filmten sie, während wir ihre Synchronaufnahmen machten ? und die Art, mit der die Zeichner diese kleinen Nuancen ihrer Arbeit aufnahmen und sie in den Film einarbeiteten; das machte sie einfach perfekt.?

Als guter Freund aller Kinder hatte Coco, der neugierige Affe, eine ganz besondere Wirkung auf Barrymore: Sie war überglücklich, als man sie für die Rolle der Maggie auswählte ? und über die Abenteuer, die auf die verliebte Lehrerin und Ted warteten. ?Ich habe Coco als Kind schon geliebt?, erzählt sie. ?Ich war so aufgeregt als ich den Anruf erhielt, dass ich bei dem Projekt dabei sein würde. Denn Maggie ist wirklich ganz vernarrt in Ted. Und obwohl sie es als wöchentliche Schulausflüge tarnt, schlägt ihr großes Herz ganz einfach nur für ihn.?

Ferrell fügt hinzu: ?Maggie ist der Anstoß dafür, dass Ted erkennt, welch toller Teil seines Lebens Coco ist, und Drew trifft dafür genau den richtigen Ton. Sie ist nicht nur eine meiner Lieblingsschauspielerinnen, sie strahlt auch so eine große Ausgelassenheit und Freude aus, die für diese Figur genau passt.?

Barrymore war kein Neuling was Synchronaufnahmen angeht. Viel Lob hatte sie für ihre stimmlichen Leistungen bei ?Titan A.E.? und dem modernen Weihnachtsklassiker ?Olive, The Other Reindeer? erhalten, und die erfahrene Schauspielerin gibt zu, dass sie versucht, den Zuschauern ?die Leute zu vermitteln, denen ich meine Stimme leihe und die Gefühle, von denen ich glaube, meine Figur fühlt sie?. ?Wenn man Synchronarbeiten macht, dann tendiert man schnell dazu, seine Emotionen und Stimme stärker auszudrücken und rüberzubringen. Bei normalen Aufnahmen am Set ist man eher ein bisschen subtiler, nach innen gekehrter.?

Für die Rolle des Bloomsberry, dem alten Museumsdirektor, gab es für O?Callaghan keine Frage, was die Synchronbesetzung anging: Dick Van Dyke. ?Als wir die Figur erschufen, kam uns sofort Dick in den Sinn, denn er ist ein legendärer Schauspieler, jemand, der ein wunderbares Charisma und einen Reiz hat ? eine sagenhafte Stimme und Leidenschaft für Animation und Familienunterhaltung. Wir brauchten eine Darsteller im Altersbereich der Figur, der schon etwas ältlich klingen konnte, aber andererseits auch unglaubliche Energie hatte.

Dick Van Dyke sagte nur zu gern ja. Der Schauspieler ist seit seiner Darstellung des Schornsteinfegers in ?Mary Poppins? ein Publikumsliebling. ?Ich mag alle Arten von Animation?, sagt er. ?Dieser Film erinnert mich an die klassischen Zeichentrickfilme, und ich bin froh darüber, dass wahre Zeichentrickkunst noch immer existiert. Die Emotionen, die sie vermittelt, sind unerreicht.?

Die Produzenten und der Regisseur setzen der schon tollen Hauptbesetzung noch ein paar überraschende Sahnehäubchen auf: David Cross spricht den verschlagenen Bloomsberry Jr. Mit seinem bissigen Witz und genauem Timing besaß Cross die Fähigkeit, Teds Gegenspieler im Museum zum Leben zu erwecken. Eugene Levy leiht seine unverkennbare Stimme dem verrückten Erfinder Clovis, der Ted und Coco in den brenzligsten Situationen aus der Patsche hilft. Und nicht zuletzt sagte die britische Schauspielerin Joan Plowright zu, die schrullige Diva Miss Plushbottom zu sprechen, die zum arglosen Objekt inmitten von Cocos Kunstprojekt wird, nachdem er ihr Penthouse ?umgestaltet?.

Die harte Arbeit hat sich gelohnt. Alle beteiligten Schauspieler sahen einer Sache mit Neugierde entgegen: Wie würden ihre animierten Figuren auf der Leinwand erscheinen? Synchronarbeiten entsprechend einem vorliegenden Drehbuch sind das eine, aber alle waren gespannt darauf, wie das fertige Projekt aussehen würde. Ferrell fasst die Begeisterung aller zusammen: ?Neugierde ist dieser eingebaute Mechanismus, den wir alle haben, um zu erfahren, wie es mit uns weitergeht. Ohne das hören wir auf, uns weiterzuentwickeln. Das ist es, was unser Leben antreibt.?

Die Magie der Animation: Wie Coco, der neugierige Affe entstand "Es ist der Traum eines jeden Zeichners, eine Figur zu schaffen, die ganz über Pantomine funktioniert und bei der man keinerlei Dialoge benötigt ... nur einen eigenen Stift und eine Ausdrucksweise, die die Emotionen der Szene vermitteln." ? Regisseur Matthew O?Callaghan

Nachdem man sich für ?Coco, der neugierige Affe? für die traditionelle 2-D Animation entschieden hatte, stand man vor der Frage, wie man dies erreichen wollte. Universal hatte sich über die Jahre nur hin und wieder bei Zeichentrickprojekten engagiert, zuletzt 1995 mit ?Balto?, aber das Studio hatte keine eigene Animationsabteilung. Andere Studios, die für ihre Animationsprojekte bekannt waren, hatten die traditionelle Zeichentricktechnik zugunsten computeranimierter CGI aufgegeben und ihre firmeneigenen Zeichentrickabteilungen aufgelöst. Da nur noch wenige 2-D Animationsfilme produziert werden, gab es aber einen Überhang an arbeitslosen Zeichnern, die auf eine Gelegenheit warteten, ihre künstlerische Tätigkeit auszuüben. Das Studio stellte daher eigens ein Team für diesen Film zusammen, das aus einigen der besten freischaffenden Zeichner der Filmindustrie bestand.

Als man die Hauptakteure versammelt hatte, wurde es Zeit, den kleinen Affen für das Kinopublikum zum Leben zu erwecken. Die Richtung wurde natürlich durch die wunderschönen Illustrationen und die Ideen von H.A. und Margarets Originalbüchern vorgegeben, und Ron Howard wusste, dass die Filmemacher keinen Fehler machen konnten, wenn sie sich an diese Vorgaben hielten. Lachend sagt Howard: ?Eine derartige Leidenschaft und Sorgfalt, wie sie diesem Film in der künstlerischen Abteilung zuteil wurde, habe ich wirklich noch nie gesehen. Da steckt so viel Einsatz und Konzentration dahinter, die Farbpalette hundertprozentig richtig hinzubekommen ? indem man sie so erweiterte, dass es für das Kinopublikum passte ? aber nie zu weit von dem wunderbaren Gefühl abzuweichen, das man beim Anblick eines Kinderbuches von ?Coco, der neugierige Affe? hat.

Kirschner fügt hinzu: ?Es sieht aus, als seien die künstlerischen Entwürfe für den Film aus den Seiten eines der Bücher gefallen. Jeder Zeichner weiß, dass es unglaublich schwer ist, Bilder mit ganz einfachen Strichen umzusetzen und eine Geschichte spannend zu halten. Es sieht so einfach aus, aber diese Art künstlerischer Arbeit für 80 Minuten konstant zu halten, ist ungeheuer schwierig. Alle von uns hatten das Ziel, eine Welt zu erschaffen, die durch Reys Phantasie inspiriert war. Wobei ich glaube, wir haben diese ursprüngliche Zielsetzung mit dem Film weit übertroffen.?

?Eine Menge von Cocos Persönlichkeit wurde in den Illustrationen durch Gestik vermittelt?, erläutert der Rey-Experte Boden. ?Und die Kinder, die ?Coco? lesen, können manchmal noch gar nicht lesen. Aber sie können die Illustrationen ansehen und verstehen, wie Coco sich fühlt ? seine Fröhlichkeit und seine Neugierde ? anhand seiner Mimik.? Bezüglich des nonverbalen Coco fügt Regisseur O?Callaghan hinzu: ?Es ist der Traum eines jeden Zeichners, eine Figur zu schaffen, die ganz über Pantomine funktioniert und bei der man keinerlei Dialoge benötigt? nur einen eigenen Stift und eine Ausdrucksweise, die die Emotionen der Szene vermitteln.?

O?Callaghan erinnert sich: ?Zur selben Zeit, als wir am Drehbuch feilten, entwickelten wir den Stil des Filmes ? wie der Film aussehen sollte ? und benutzten die Bücher als Leitlinie bzw. Referenzpunkt für das Entwerfen von Gebäuden und Farben.? Die rechte Hand des Regisseurs, Produktionsdesigner Yarrow Cheney, entwarf diese bunte und schöne Welt mit der Farbpalette von Rey als Grundlage. Cheney weigerte sich sogar, lila zu verwenden, das in der Bücherserie von Rey nie zur Verwendung gekommen war.

Die Storyboard-Abteilung entwarf die von Kaufman und Werb entwickelte Geschichte Einstellung für Einstellung in einzelnen Bildern, von Zeichnern in schwarz-weiß umgesetzt. Als nächstes entwarf die Layout-Abteilung die Nahaufnahmen sowie die weiten Kameraeinstellungen und Hintergründe hinter den Figuren. In diese Zeichnungen malte die Background-Abteilung dann die schönen Farben, Schatten, Wasser und so weiter.

Über diesen Prozess sagt O?Callaghan: ?Wir illustrieren den Film in einzelnen Bildern, da wir jede einzelne Einstellung zeichnen müssen. Wir sind sehr wählerisch damit, was wir als Nahaufnahme, was aus weiterem Blickwinkel zeigen. All das wird festgelegt, bevor die eigentliche Arbeit beginnt.? Dies geschah, während zur gleichen Zeit ein anderes Team an der Entwicklung der einzelnen Figuren des Films arbeitete... die dann am Schluss vor die an anderer Stelle entworfenen Hintergründe gelegt wurden.

Nur ein paar Zeichner arbeiteten an jedem der Figuren, von Coco über Ted, Maggie bis hin zu den Nebencharakteren. Diese Spezialisierung einiger sorgt dafür, dass Eigenheiten und Gestik der Figuren konsistent blieben. Dazu merkt O?Callaghan an: ?Wir schleusen diese Zeichnungen durch unsere sogenannte Clean-Up Abteilung, um sicherzustellen, dass Ted immer wie Ted aussieht und Coco immer wie Coco.? Und so wird Stück für Stück aus dem schwarz-weiß Film ein Farbfilm mit Ton, der sorgfältig über die Animationen gelegt wird.

Barrymore war besonders begeistert darüber, mit wie viel Sorgfalt die Animatoren ihren geliebten Coco zeichneten. ?Wegen meiner Liebe zu Coco und der riesigen Fangemeinde, die er hat, empfinde ich es wirklich als eine wunderbare Ehrerbietung gegenüber der Geschichte und dem künstlerischen Wert dessen, was wir alle über die letzten 60 Jahre lang liebgewonnen haben, dass der Film im 2-D Format realisiert wurde?, sagt die Schauspielerin. ?In der technologisierten Welt, in der wir leben, gibt es derlei gefühlvolle, warmherzige Dinge alter Schule nicht mehr allzu oft, und daher ist es ein besonders hohes Gut, wenn es dann doch einmal gelingt.?

Die Musik von Jack Johnson "Ich stelle mir gern vor, dass ich selbst das Äffchen bin. Ich bin sozusagen seine Stimme, denn er kann ja nicht sprechen. Ich schreibe Lieder, die erklären, was in seinem Kopf vor sich geht." - Jack Johnson

Mit einem Affen als Hauptdarsteller, der nicht wirklich sprechen kann, wurde den Filmemachern schnell klar, dass das Publikum über den Soundtrack die Gedanken in Cocos Kopf hören mußste. Da war es für das Produktionsteam eine glückliche Fügung herauszufinden, dass der gefeierte Sänger-Songwriter Jack Johnson auch ein riesiger Fan von ?Coco? war. Genauso wie der Affe Coco spricht auch Johnson auf seltene Art und Weise Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen an.

Johnson, ein Künstler, der bereits mehrfach mit Platin ausgezeichnet wurde, war schnell klar, dass er sich auch einmal wie ein Affe aufführen durfte, nachdem man ihn gefragt hatte, ob er sich an dem Projekt beteiligte. ?Ich stelle mir gern vor, dass ich selbst das Äffchen bin. Ich bin sozusagen seine Stimme, denn er kann ja nicht sprechen. Ich schreibe Lieder, die erklären, was in seinem Kopf vor sich geht.?

Regisseur O?Callaghan ergänzt: ?Weil Coco ja nicht sprechen kann, weil er nur seine kleinen affenartigen Töne und seine Mimik hat, mußsten wir ihn als neugierig und ausdrucksvoll vermitteln. Der Jack Johnson-Song, mit dem Coco eingeführt wird, heißt ?Upside Down? (es ist auch die erste Single, die aus dem Filmsoundtrack ausgekoppelt wird). Das Lied ist voller Energie und Jack ist ein toller Künstler. Er bringt Cocos Seele auf die Leinwand. Er hat die Fähigkeit, Musik zu schreiben, die einem förmlich hineinzieht in dieses Gefühl, die Coco aber nicht erdrückt, sondern die Figur auf perfekte Weise rüberbringt.?

Kathy Nelson, ihres Zeichens President of Film Music bei Universal Pictures, erläutert die Gründe dafür, dass man sich für Jack Johnson entschied: ?Wie es der Zufall so will, war Jack gerade Vater geworden und er liebte ?Coco, der neugierige Affe??, erzählt sie. ?Daher war es eine Art witziges Zusammentreffen verschiedener Umstände, aber er war ganz Feuer und Flamme.? Ebenso wie bei den Lesern und Fans von ?Coco, der neugierige Affe?, ?sieht man bei einem Jack Johnson Konzert alle Altersgruppen ? die Eltern, Teenager, Kinder, Kleinkinder.?

Johnson sah sich die Szenen an, die als Vorlagen für den Film gezeichnet worden waren, um eine Inspiration für die Lieder zu bekommen, die er für den Film und das Album, ?Jack Johnson and Friends: Sing-A-Longs and Lullabies for the Film ?Curious George??, schreiben sollte. Er dachte sich, ?Im Grunde ist Coco wie ein Kind ? er hat keine bösen Absichten, aber durch seine Neugier bringt er sich selbst immer wieder in Schwierigkeiten.?

Da er einen Sohn hat, der gerade zwei geworden ist, kann Johnson Cocos Bedürfnis, seine Welt zu berühren und zu erfühlen, verstehen. ?An einem Tag zeige ich meinem Kind wie etwas geht, und am nächsten Tag sehe ich, wie er in einer Ecke sitzt und es selbst ausprobiert.? Und der Musiker findet: ?Es gibt eigentlich keinen passenderen Zeitpunkt, zu dem man sich einfach nur hinsetzt und seinem Kind Lieder vorspielt. Obwohl Coco im Körper eines Äffchens steckt, gibt es an sich keinen Unterschied zwischen ihm und einem kleinen Kind. Ich fand, es war eine tolle Gelegenheit, für diesen Film zu versuchen, Songs zu singen, mit denen auch Kinder etwas anfangen können... und durch die sie hoffentlich zu besseren Menschen heranwachsen.?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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