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Ausgerechnet beim
Weihnachtsfest 1960 erblickt der junge Zachary in Québec das
Licht der Welt. Als zweitjüngstes Kind unter vier ungleichen
Brüdern scheint Zac so gar nicht in die bürgerliche
Vorstadtfamilie Beaulieu zu passen. Sein älterer Bruder
Raymond schleppt unter den wohlwollenden Blicken des Vaters
ständig neue Eroberungen ins Haus, während die anderen
drei als Sportskanone, Bücherwurm und Nesthäkchen ihren
geradlinigen Weg gehen.
Der Horizont scheint grenzenlos. Noch genießt Zac die familiären Geborgenheit, die Rituale und seine Stellung als Vaters Liebling. Aber das Glück ist von kurzer Dauer. Denn als Zacs Hormone beginnen, verrückt zu spielen, geht der einst so stolze Vater auf Distanz. Seine Konflikte mit den Eltern und die Rivalität mit dem älteren Bruder, der im Rausch der Drogen immer unberechenbarer wird, halten ihn in Atem. Nichts ist mehr wir früher: Die ersten Erfahrungen mit Liebe, Sex und Drogen machen sein Leben als Teenager zu einer emotionalen Achterbahnfahrt. Eine Zeitreise durch Mode, Musik und Lebensgefühl der 70er Jahre beginnt. Am liebsten würde er sich mit Hilfe seines Helden Bruce Lee aus der spießigen Umgebung herausboxen. Immerhin erlaubt ihm seine blühende Phantasie oft genug, aus dem Alltag abzuheben. Und mit "Sympathy for the devil" im Ohr kann er selbst bei der obligatorischen Weihnachtsmesse seinen Träumen näher kommen. Zuhause, in seinem Kinderzimmer, träumt er tanzend von Rebellion, Freiheit und seiner frühreifen Cousine Brigitte. Denn während seine Mutter ihn noch als "kleinen Jesus" hätschelt und ihm auch die kleinsten Wunden leckt, ist sein pubertierendes Blut längst in Wallung. Draußen, im Schatten der phallisch aufragenden Fabriktürme, raucht er heimlich Joints und versucht, mit Motorradtouren den Mädchen imponieren. Vor allem aber kämpft er darum, die Anerkennung seines charismatischen Vaters zurückzuerobern. Im aufreibenden Stellungskrieg der beiden hat sich mittlerweile auch der musikalische Graben vertieft: Während sich Papa Gervais - unbeeindruckt von allen gesellschaftlichen Umwälzungen - weiter von den Balladen Patsy Clines einlullen lässt, flüchtet Zac in Songs, in denen Aufbruchsstimmung und die sexuelle Ambivalenz seiner Epoche pulsieren. Pink Floyd und die Rolling Stones werden Zacs ständige Begleiter. Die schillernden Verwandlungen seines androgynen Halbgottes David Bowie machen ihm Mut, mehr eigenen Willen, mehr modische und sexuelle Extravaganz zu wagen. Die "Space Oddity" wird Zacs Hymne. Als John Lennon stirbt und seine Freundin ihm zum 20. Geburtstag einen Blowjob schenkt, spürt er, dass er sich von seiner verträumten Kindheit verabschieden und erwachsen werden mußs. Die Suche nach seinen lange verdrängten Wünschen und Begierden führt Zacs Leben voller Musik, Humor und Revolte auf eine mystische Reise nach Jerusalem. Beinahe "bis ans Ende der Welt", so wie es sein Vater sang. Er wird im gelobten Land flirten, durch die Wüste gehen und gerettet werden, aber dann nicht als verlorener Sohn, sondern männlich gereift und selbstbewusster nach Hause zurückehren. Seine verschrobene Sippe ist inzwischen so von Hochzeiten und Beerdigungen gebeutelt worden, dass die alten Fronten bröckeln. Selbst der sture Vater zeigt sich wieder von seiner versöhnlichen Seite. Zac spürt das Gefühl von Freiheit. Genießt das Anderssein. Jetzt, nach vielen Umwegen, findet er schließlich seinen eigenen Weg. |
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