Das Omen

Produktionsnotizen

DAS OMEN ist ein moderner Thriller, der auf einem Klassiker aus dem Jahre 1976 beruht. Damals spielten Gregory Peck und Lee Remick die Hauptrollen in der Twentieth Century Fox Produktion, Regie führte Richard Donner. Der Film stand in der Tradition von ?Der Exorzist? und ?Rosemarys Baby? und zog das Publikum nicht nur durch seine Schock- und Gruseleffekte, sondern auch durch eine spannende Handlung und eine hervorragende Besetzung in seinen Bann. ?Das Omen? war einer der größten Erfolge des Jahres.

Regisseur John Moore zählt zu den Bewunderern dieses Films. Er erkannte, dass die Studie des Bösen, wie sie in ?Das Omen? betrieben wird, heute noch ebenso aktuell ist wie damals. Er brannte darauf, eine neue Version dieser Geschichte zu erzählen. ?Gerade in unserer Zeit ist es wichtig, Menschen daran zu erinnern, dass das Böse kein Konzept oder eine Theorie ist?, erklärt Moore. ?Es hat ein menschliches Gesicht und es gewinnt an Macht durch menschliche Taten. Die wahre Natur des Bösen war nie zuvor so offensichtlich.?

?Allein in den letzten vier Jahren?, fährt Moore fort, ?wurde die Welt von mehreren schrecklichen Ereignissen - politischen, natürlichen und von Menschen verschuldeten - erschüttert. Dieser macht einen schon nachdenklich.? DAS OMEN hat die Struktur und die Themen aus David Seltzers im Jahr 1976 entstandenen Drehbuchs weitgehend beibehalten, aber es gibt auch einige wichtige Änderungen, um die Geschichte und die Charaktere zu modernisieren. ?Der Originalfilm hatte sein sehr solides Fundament?, sagt Moore, ?aber er bot uns auch die Gelegenheit, die Charaktere moderner zu gestalten.?

In ?Das Omen? von 1976 sind Robert und Kathryn Thorn ein wohlhabendes Ehepaar mittleren Alters. Robert hat bereits eine steile Karriere als Regierungsbeamter hinter sich. In der neuen Version sind sie bedeutend jünger. Produzent Glenn Williamson sagte dazu. ?Wir haben Robert und Kathryn jünger gemacht, um den Eindruck zu erwecken, dass es sich um Menschen handeln, die in ihrem Privatleben und im Beruf aufsteigen werden. Sie sind zwar gebildet und erfolgreich, aber sie arbeiten auch hart daran, etwas aus ihrer Ehe und ihrer Karriere zu machen. Das verstärkt ihr Entsetzen und ihre Verwirrung, als ihnen langsam klar wird, wer Damien wirklich ist.?

?Sie sind sehr komplexe, echte Menschen?, fügt John Moore hinzu. ?Da man sich mit diesen Charakteren besser identifizieren kann, kommt der Zuschauer schnell an einen Punkt, wo er denkt: wenn ein so aufrechter und sympathischer Mann zugrunde gehen kann, dann könnte das jedem passieren.? Zu Beginn der Geschichte fällt Robert aus Liebe zu seiner Frau eine Entscheidung, die sich als katastrophal erweist.

John Moore sagt dazu: ?Der Film stellt die folgenden Fragen; was würdest du für jemanden tun, den du wirklich liebst? Was würdest du tun, um diese Person glücklich zu machen? Thorns Entscheidung, seine Frau vor den Konsequenzen einer Totgeburt zu beschützen, ist auf den ersten Blick gütig. Menschen adoptieren Kinder, das passiert ständig. Aber diese scheinbar unschuldige Lüge und sein Versuch, Gutes zu tun, bringt das Böse in sein Leben und in die Welt. ?Das ist eine sehr persönliche Tragödie, die seine Familie betrifft?, fährt Moore fort. ?Auf einer globalen Ebene hat Robert jedoch das Tor zur Hölle geöffnet, da er unwissentlich dem Teufel die Hand geschüttelt hat.?

Über die Besetzung DAS OMEN stellte Moore, Williamson und ihr Team vor eine ganze Reihe kreativer Herausforderungen und logistischer Hürden. Die Besetzung der Hauptfiguren gehörte jedoch nicht dazu. Bei seiner Suche ging Moore erstaunlich einfach vor. ?Ich habe DAS OMEN auf die gleiche Weise wie all meine anderen Filme besetzt. Ich schrieb die Namen der Figuren auf eine große Tafel und hing Portraitfotos von Schauspielern daneben?, erklärt der Regisseur. ?Ich hing Julia Stiles? Foto auf. Wochenlang hing dort kein anderes Bild. Auf dieser Tafel gab es für die Rolle von Kathryn Thorn eigentlich nur ihr Foto.?

Stiles, die mit Filmen wie THE BOURNE IDENTITY (?Die Bourne Identität?, 2001), SAVE THE LAST DANCE (?Save the Last Dance?, 2000) und TEN THINGS I HATE ABOUT YOU (?10 Dinge, die ich an Dir hasse?, 1998) bekannt wurde, hatte vorher noch keinen Horrorthriller gedreht. Sie war sehr überrascht, als Moore ihr anbot, Kathryn zu spielen. ?Eigentlich war ich eher erschrocken?, erinnert sie sich. ?Der Gedanke an DAS OMEN machte mir wirklich zu schaffen. Gleichzeitig wusste ich aber, dass ich in Johns Version des Films und des Charakters etwas finden würde, in das ich mich vertiefen konnte.?

Kathryn Thorn ist die einzige unschuldige Figur des Films, denn sie ahnt nichts von den wahren Hintergründen der Geburt ihres Kindes. Kathryn ist aber auch die Figur, die im Vergleich zum Original am stärksten verändert werden mußste. ?Wir konnten die Kathryn-Figur aus dem Originalfilm nicht übernehmen, weil sie nicht sonderlich vielschichtig war?, erklärt Produzent Glenn Williamson. John Moore fügt hinzu: ?Die gesellschaftliche und persönliche Sichtweise der Mutterrolle hat sich in den letzten dreißig Jahren stark gewandelt. In unserer Geschichte mußs Kathryn damit klarkommen, dass sie eine junge Hausfrau und Mutter ist, die im Ausland lebt und nur wenige Freunde hat. Dieser innere Konflikt eskaliert natürlich, als Damiens wahre Identität enthüllt wird.?

Kathryn wandelt sich von einer glücklichen und selbstsicheren jungen Frau zu einer verängstigten Mutter, die von Misstrauen und Zweifeln geplagt wird. ?Kathryn entfernt sich emotional von Damien, was weder sie noch Robert anfangs verstehen können?, sagt Stiles. ?Nach und nach erkennt sie, dass die Angst vor ihrem Sohn berechtigt ist. Hinzu kommt, dass sie den Eindruck hat, dass niemand ihr wirklich zuhört. Sie verdrängt ihre Ängste, bis sie schließlich nicht mehr kann und zusammenbricht.?

Liev Schreibers Name stand ebenfalls ganz oben auf Moores Besetzungsliste. Der Schauspieler hatte kurz bevor Moore ihn bat, Robert Thorn zu spielen, mit EVERYTHING IS ILLUMINATED (?Alles ist erleuchtet?, 2005) seine erste Regiearbeit, einen von Kritikern sehr positiv aufgenommenen Independentfilm abgeliefert. Dem Schauspieler gefiel die Idee, einen erfolgreichen Film zu modernisieren. ?Es gibt Geschich-ten, die man immer wieder erzählen kann?, sagt Schreiber. ?DAS OMEN hat einen Aspekt mit Shakespeares Stücken gemeinsam: es kann sich alle zwanzig oder dreißig Jahre neu erfinden, weil es auf etwas zurückgreift, mit dem sich viele Menschen identifizieren können.?

Moore sieht DAS OMEN hauptsächlich als eine Studie des Bösen, während Schreiber den Film als eine Glaubensgeschichte betrachtet. ?Dieser Film hat unterschiedliche Bedeutungen auf unterschiedlichen Ebenen?, erläutert er. ?Ich habe mich vor allem auf die Aspekte des Vertrauens und des Glaubens in DAS OMEN konzentriert. Diese beiden Aspekte stehen im Zentrum von Thorns Handeln.?

Durch die Besetzung von Mrs. Baylock schlägt DAS OMEN eine Brücke zu einem anderen Klassiker des modernen Horrorfilms: ROSEMARY?S BABY (?Rosemarys Baby?, 1967). DAS OMEN bringt Mia Farrow wieder auf die Leinwand. Filmfans ist sie als die ahnungslose Mutter des Teufelskindes aus Roman Polanskis klassischem Thriller im Gedächtnis geblieben. Diese Rolle begründete ihre Filmkarriere.

Farrows Mrs. Baylock tritt als freundliche, zurückhaltende Frau und erfahrenes Kindermädchen auf. Dank ihres angenehmen Auftretens, der positiven Referenzen und ihrer großen Kinderliebe gewinnt sie rasch die Herzen von Kathryn und Robert. Anfangs besorgt und dann mit steigendem Entsetzen erkennen die Eltern jedoch, dass es sich bei Mrs. Baylock um die Beschützerin Damiens handelt. Sie ist eine Abgesandte der Hölle, die ihr eigenes Leben opfern würde, um den Antichristen zu beschützen.

Farrow war begeistert von der Aussicht, zum ersten Mal eine wahrhaft böse Figur auf der Leinwand darstellen zu dürfen. ?Aber ich fragte mich schon, warum man mich wollte?, erinnert sie sich. ?In ersten Film ?Das Omen? ist Mrs. Baylock, gespielt von Billie Whitelaw, von Anfang an sehr unheimlich. Es hat Spaß gemacht, sich vor ihr zu gruseln. Ich war nicht sicher, ob ich diese Art der Boshaftigkeit darstellen konnte. Aber John Moore sagte, er wolle die Figur anders angehen. ?Ich will ihr Geheimnis bewahren?, erklärte mir John. ?Mrs. Baylock verbirgt etwas, das erst im Verlauf der Geschichte enthüllt werden soll.??

Zufällig probte Farrow gerade gemeinsam mit Julia Stiles für das Theaterstück ?Fran?s Bed?, als sie Moores Anruf erhielt. ?Das war witzig?, sagt Farrow. ?Ich probte ein Stück mit Julia Stiles, in dem ich ihre liebende Mutter spielte. Julia und ich beendeten unser Engagement an einem Sonntag Abend, und nur eine Woche später sorgte ich als Mrs. Baylock in DAS OMEN für gewaltigen Ärger in ihrem Leben.?

Moore wandte sich für die Rolle des Jennings an den britischen Schauspieler David Thewlis, der durch seine raue und leidenschaftliche Darstellung in dem Indie-Hit NAKED (?Nackt?, 1992) bekannt geworden ist. Zu Beginn der Geschichte taucht Jennings, ein professioneller Fotograf, der ständig auf das entscheidende Foto hofft, das ihn reich machen wird, kaum auf. Erst als sich Damiens Kindermädchen auf seiner Geburtstagsparty erhängt, wird er zu einem Teil von Robert Thorns Leben. ?Jennings findet einige äußerst verstörende Dinge heraus?, sagt Williamson. ?Er glaubt fast schon, er würde den Verstand verlieren. Aber dann trifft Jennings auf Thorn und erhält Beweise für den beginnenden Schrecken. Daraufhin wird Jennings zur Stimme der Vernunft.?

Br1nnan, der Priester, der den Schlüssel zu Damiens Geheimnis trägt, wird von dem britischen Schauspieler Pete Postlethwaite gespielt, der eine Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller für IN THE NAME OF THE FATHER (?Im Namen des Vaters?, 1993) erhielt und kürzlich in THE CONSTANT GARDENER (?Der ewige Gärtner?, 2005) zu sehen war. Thorn hält die Besessenheit des Priesters anfangs für Wahnsinn. ?Fast jeder Charakter missversteht die Ereignisse?, sagt Williamson. ?Wenn man sich dieser Situation darüber im klaren wäre, was passiert, würde einen das in den Wahnsinn treiben. Es fällt allen Charakteren sehr schwer, die Realität wirklich zu begreifen und danach zu handeln.?

Der bekannte britische Schauspieler Michael Gambon, der unter anderem kürzlich als Dumbledore in HARRY POTTER AND THE PRISONER OF AZKABAN (?Harry Potter und der Gefangene von Azkaban?, 2004) zu sehen war, spielt Bugenhagen. Dieser scheinbar geistesgestörte Archäologe kann beweisen, wer Damien wirklich ist. Er bittet Thorn, eine schreckliche Tat zu begehen, um die Apokalypse abzuwenden.

Damien wird von Seamus Davey-Fitzpatrick gespielt, der damit seine ersten Filmauftritt absolviert. ?Ich suchte nach einem ganz bestimmten Gesichtsausdruck, den Seamus perfekt beherrschte?, erklärt Moore. Bereits während des Vorsprechens war Moore von dem jungen Schauspieler beeindruckt. Er filmte Seamus auf einer Schaukel sitzend, während ein Furcht erregender schwarzer Rottweiler neben ihm Wache hält. ?Seamus? Gesichtsausdruck überzeugte mich sofort?, sagt Moore. Die Aufnahmen waren so eindrucksvoll, dass das Studio sie für den ersten ?Teaser?-Trailer des Films verwendete.

Moore benutzte eine Art Code-System, um dem jungen Schauspieler seine Anweisungen zu geben. ?Seamus erkannte, wann er besonders intensiv wirken mußste?, sagt Moore. ?Er konnte sich konzentrieren und half sogar den anderen Schauspielern. Es war toll, wie sehr er sich in seine Rolle vertiefte und es schaffte, die richtige Stimmung rüberzubringen. Es war ein Vergnügen, mit ihm zu arbeiten.?

Über die Produktion John Moore konnte seinen einzigartigen visuellen Stil, den man bereits in seinen frühen Werbefilmen und den Kinofilmen BEHIND THE ENEMY LINES (?Im Fadenkreuz - Allein gegen alle?, 2001) und FLIGHT OF THE PHOENIX (?Der Flug des Phoenix?, 2004) erkennen konnte, in DAS OMEN perfektionieren. Gemeinsam mit seinem Team gelang es ihm, scheinbar harmlose Ereignisse wie einen Kindergeburtstag mit Clowns, Puppen und einem Karussell in einen Albtraum zu verwandeln. Ein Sonntagsgottesdienst endet in einem hysterischen Ausbruch, und ein Kind, das auf einem Roller fährt, versetzt seine Eltern in Angst und Schrecken.

Um die sich steigernden Gruselmomente zu realisieren, setzten Moore und sein Kameramann Jonathan Sela gekonnt Licht- und Schatteneffekte ein. ?Optisch betrachtet geht es in DAS OMEN um Helligkeit und Dunkelheit?, erklärt Moore. ?In jeder Einstellung kämpft das Licht gegen die Dunkelheit.?

Moore setzte die neuesten Filmtechniken ein, um bestimmte Themen und Handlungen umzusetzen. Für eine der Schlüsselszenen, in der Kathryn von einem Balkon gestoßen wird, verwendeten Moore und Sela eine Kamera, auf der sie einen Libra-Kopf anbrachten, der Bewegungen verlangsamen und quasi absorbieren kann. Durch diese besondere Ausrüstung wirkt Kathryns Fall auf beinahe übernatürliche Weise sanft. Glenn Williamson sagt dazu: ?Die Kamera wurde direkt über Julia angebracht und folgte ihr auf dem Weg nach unten, so als würde sie von einem Dämon gejagt.?

Diese Magie des Filmemachens verleiht dem Horror in Moores Szenen einen poetischen Aspekt: Kathryn, mit ihren blonden Haaren und der hellen Haut, eingehüllt in beigefarbenen Stoff, stürzt umgeben von blutroten Blütenblättern zu Boden. ?Das Bild von Gabriel und dem gefallen Engel hat mich dazu inspiriert?, erklärt Moore. ?Kostüm-Designer George Little und ich gaben Kathryn einen Schal. Während des Falls sah es so aus, als habe sie Flügel.? Da sich die Kamera so nahe an der Darstellerin befand, konnte kein Stuntdouble eingesetzt werden. Also mußste Stiles sich der Herausforderung stellen. Als sie davon erfuhr, sagte sie mutig: ?Na dann mal los.?

Dieser anfängliche Mut verflog jedoch schon bald. ?Ich wachte voller Panik mitten in der Nacht auf und dachte: ?Oh Gott, sie wollen den Stunt an meinem letzten Drehtag machen - ob das einen Grund hat?? Die Schauspielerin lacht. ?Da bekam ich richtig Angst?. Doch als die Stuntcrew ihr den Aufbau zeigte und die Szene auf einen früheren Zeitpunkt verlegt wurde, verflog Stiles? Furcht. Für diese Aufnahmen mußste Stiles drei Tage in einer Art Geschirr verbringen. Gegen Ende, so sagt die Schauspielerin, kehrte die Angst ein wenig zurück.

?Ich hing eine ganze Weile in der Luft. Es gab ein Sicherheitsschloss an dem Gerüst, und zwei Stuntmen hielten drei Tage lang das Seil fest. Ich sah nach unten und fragte mich: ?Was ist denn, wenn sie müde werden oder einen Muskelkrampf bekommen???. Der Szene wurde jedoch erwartungsgemäß problemlos gedreht. Auch Schreiber führte einige Stunts selbst aus. So kämpfte er gegen wild gewordene Hunde, drehte sich mit einem Auto im Regen und kämpfte gegen Mia Farrow, während er gleichzeitig einen um sich schlagenden und tretenden Seamus Davey-Fitzpatrick in den Armen hielt.

Die Angst, die das Publikum in einer Friedhofsszene auf Schreibers Gesicht sieht, ist echt. In dieser Szene werden Thorn und Jennings von angriffslustigen Hunden attackiert. Einige Monate vor diesen Aufnahmen begegnete Schreiber einer freundlichen Rottweiler-Hündin, die, wie er annahm, die Szene mit ihm drehen würde. Doch als Schreiber schließlich am Drehort eintraf, wartete dort ein ganz anderer Hund. ?Das war ein sehr großer Rüde, der mich nicht leiden konnte?, sagt Schreiber.

?Der Hund sollte mich in meinen Arm beißen, den wir extra gepolstert hatten?, fährt Schreiber fort. Allerdings zerrte der Hund wesentlich länger als erwartet an seinem Arm. Der Rottweiler drückte Schreiber mit solcher Wucht gegen einen schmiedeeisernen Zaun, dass der Schauspieler beinahe ohnmächtig wurde und sich eine Rippe brach. Mia Farrow hatte ebenfalls einige Actionszenen. In einer Schlüsselszene, die nachts bei starkem Regen stattfand, mußste sie voller Wut mit einem Croquet-Schläger die Windschutzscheibe eines Wagens einschlagen, der von Schreiber gefahren wurde. ?Die meisten Schauspieler drehen gern Sachen, bei denen sie den Körper einsetzen können?, sagt Farrow. ?Das ist wie ein Spiel.?

In der Thorn-Baylock-Kampfszene trat Schreiber Farrow versehentlich ins Gesicht, als sie nach seinem Bein griff. Trotz dieses Zwischenfalls (Farrow wurde nicht verletzt), gefiel Moore die Aufnahme so gut, dass er sie verwenden wollte. Leider wird das Publikum sie wegen eines unerklärlichen technischen Fehlers niemals zu sehen bekommen. Das war nur einer von mehreren merkwürdigen Zwischenfällen. Ein weiterer ereignete sich als Matt Johnson, der Leiter der visuellen Effekte, eine spezielle Aufnahme mit Krähen im Hintergrund ausmessen wollte und das Messinstrument die Zahl 666 zeigte. Johnson überprüfte das Instrument daraufhin sehr genau, denn diese Zahl hatte er noch nie bei Messungen erhalten.

Als das Team eine Szene drehte, in der Thorn ein Telefongespräch führt, explodierte, noch während die Kamera lief, eine der Lampen, die über dem Set angebracht war. Nur ein Seidentuch, das man als Lichtschutz unter der Lampe angebracht hatte, verhinderte, dass die Scherben auf das Kamerateam regneten. Am 6. Oktober (da ist die Zahl schon wieder) litt die Hälfte der Crew und der Besetzung plötzlich an einer rätselhaften, aber glücklicherweise harmlosen Lebensmittelvergiftung. Die Lebensmittel wurden daraufhin untersucht, aber es wurden keine Bakterien gefunden.

Der unheimlichste Zwischenfall betraf den Set-Fotografen Vince Valitutti. Er entwickelte gerade einen Film, als er bemerkte, dass einige Aufnahmen von Pete Postlethwaite als Vater Brennan merkwürdig verschwommen waren. Valitutti und der Rest der Crew sahen sofort die Parallelen zur Handlung des Films, denn Jennings? Aufnahmen von Brennan sind ebenso verschwommen und kündigen den brutalen Tod der Figur an.

DAS OMEN entstand hauptsächlich in Prag. ?Unsere Geschichte hat eine sehr europäische Atmosphäre, deshalb passte Prag perfekt?, sagt der Ausführende Produzent Jeffrey Stott über die Entscheidung, den Film in Tschechien zu drehen. Ursprünglich hatte man drei Wochen Dreharbeiten in Kulissen angesetzt, aber die meisten Szenen wurden dann doch an realen Orten gedreht. Diese Orte sind eng mit der tschechischen Geschichte verbunden. DAS OMEN beginnt in den Tiefen des Vatikans, aber die Szene entstand in den Hallen des Schlosses Troja in Prag. Das Schloss war eine ideale Kulisse für die Szene, in der die Geburt des Antichristen angekündigt wird.

Die Handlung wird danach in die Privatgemächer des Papstes verlegt, eine Kulisse, für die sich die Bibliothek des Klosters Strahow hervorragend eignete. In ihr befinden sich Bücher aus mehr als 1200 Jahren tschechischer Geschichte, und sie wurde noch nie von einer großen Filmproduktion genutzt. Die Bibliothek wurde 1140 von einem gelehrten und streng religiösen Orden gegründet und gehört zu den besten Bibliotheken des Landes. Sie umfasst mehr als 125.000 Bücher. Das Deckenfresco stammt von dem Künstler Franz Maulbertsch und zeigt den Kampf der Menschen um die Erlangung wahren Wissens - ein passender Hintergrund für den Film.

Die Filmcrew verlegte die Produktion für eine Woche nach Lednice, wo die Innen- und Außenaufnahmen von Thorns Anwesen entstanden. Das Chateau Lednice stellt mit seinen neugotischen Räumen eines der schönsten Beispiele tschechischer Romantik dar. Das Chateau liegt im Lednice-Park, der Mitte des 13. Jahrhunderts von der Familie Liechtenstein erworben wurde. 1666 erbaute Karl Eusebius Liechtenstein dort eine Residenz im frühen Barockstil, sowie eine Orangerie und Gärten. In diesen Gärten entstand Damiens Geburtstagsparty und der Selbstmord seines Kindermädchens.

Zwei unterschiedliche Drehorte wurden für die Szene, in der Thorn ein letztes Mal den Priester Brennan trifft, nahtlos miteinander verwoben. Die erste Hälfte der Szene entstand unter der Karlsbrücke, Prags bekanntestem Wahrzeichen. Die alten Sandsteinblöcke und eleganten Bögen der Brücke verliehen der Szene eine besondere visuelle Dramatik. Diese Schlüsselszene des Films sollte siebzig Kilometer von Prag entfernt, in der Kirche eines Ortes namens Kutna Hora fertiggestellt werden. Doch Produktionsdesigner Patrick Lumb bemerkte nur wenige Tage vor dem angesetzten Drehtermin, dass man im Inneren der Kirche ein Gerüst aufgebaut hatte.

Lumb und sein Team mußsten so schnell wie möglich einen neuen Drehort finden und entdeckten schließlich eine private Kirche in einem Ort namens Kladbury, nur eine Autostunde von Prag entfernt. Angeblich handelt es sich bei dieser Kirche um die größte in der tschechischen Republik. Die Prager Burg Vysehrad verwandelte sich für die Szene, in der Thorn und Jennings Bugenhafen in einem uralten unterirdischen Labyrinth treffen, in Jerusalem. Dort erfahren sie die Wahrheit über Damien.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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