Slither - Voll auf den Schleim gegangen

Produktionsnotizen

Reale Spezialeffekte und Computeranimation in "Slither - Voll auf den Schleim gegangen" Durch das erfolgreiche Remake von ?Dawn of the Dead? etablierte sich James Gunn als spannende neue Stimme des Horror-Genres. Gunns frischer Ansatz für diesen Kultklassiker wurde sowohl von der Kritik als auch von Horror-Filmfans gefeiert als das Werk eines wahren Aficionados, als Produkt der Arbeit eines Mannes, der das Horror-Genre wirklich versteht und hochhält. Offensichtlich stand Drehbuchautor Gunn auf gespenstische Weise in Kontakt mit den Dingen, die den Menschen die größte Angst einjagen.

?Ich bin mit Horror-Filmen aufgewachsen?, gibt Gunn zu. ?Und ich habe die Romane von Stephen King verschlungen. Als ich dann zum Film kam, wusste ich, dass ich mich diesem Genre widmen wollte. Es macht mir großen Spaß, bei Horror-Filmen das Drehbuch zu schreiben und Regie zu führen; ich denke, das passt zu mir, vielleicht weil ich selbst ein großer Fan von Horror-Filmen bin.?

In den 80er Jahren wurde Gunn als Teenager von den vor Übertreibungen und schwarzem Humor nur so strotzenden Filmen aus jener Zeit stark beeinflusst, besonders durch die Werke gefeierter Regisseure wie David Cronenberg und John Carpenter.

?Als ich ?Dawn of the Dead? schrieb, wollte ich eigentlich etwas erschaffen, das dieses packende Gefühl der Horrorfilme aus den 70ern vermittelt. Aber als ich über ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? nachzudenken begann, wusste ich, dass dafür eher die Atmosphäre der 80er geeignet ist?, berichtet Gunn. ?Viel spritzendes Blut und hervorquellende Eingeweide, überlebensgroße Spezialeffeke, jede Menge Action ? mit einer Portion Coolness -, also etwas im Retro-Stil.?

In ?SLITHER - VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? wollte Gunn auf gespenstische und gleichzeitig komische Art die Geschichte einer Kleinstadt erzählen, die von einer Alien-Plage heimgesucht wird, die in verschiedenen Formen auftritt: angefangen von einer ganzen Legion ekelerregender roter Würmer bis hin zu ihrem seine Tentakel schwingenden und Säure speiendem, monströsem Anführer. Doch den Kern des Films sollte eine Geschichte bilden, die alle Zuschauer begeistern und gleichzeitig in Angst und Schrecken versetzen soll. ?Es gibt eine Dreiecks-Liebesgeschichte mit Grant, Starla und Bill?, meint Gunn. ?Daraus entsteht eine ganze Reihe von Problemen.?

Gunn war sich der Tatsache bewusst, dass er - um diese unkonventionelle Story auf die Leinwand zu bringen ? bereits während der Dreharbeiten viele reale Spezialeffekte und Sonderanfertigungen einsetzen mußste, die später dann mit Hilfe der Computeranimation vervollständigt werden sollten. Er konnte es kaum erwarten, sich die Hände mit dem Schleim schmutzig zu machen, der ihm in seiner Kindheit soviel lustvolle Angst bereitet hatte; außerdem wollte sich Gunn die Fortschritte zu Nutze machen, die im Bereich der Prothesen und Sonderanfertigungen für Spezialeffekte in den letzten 15 Jahren erzielt wurden. Diese einzigartige sinnliche Qualität, die man eben nur durch realistische Effekte und Prothesen erzeugen kann, war nicht nur für den visuellen Eindruck des Films auf der Leinwand ausschlaggebend, sondern für die gesamte Atmosphäre, die Gunn in ?SLITHER - VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? erzeugen wollte.

?Ich habe die packende Wirkung dieser alten Spezialeffekte mit den gruseligen Prothesen wirklich vermisst?, erzählt Gunn. ?In diesem Bereich hat sich sein ?Das Ding aus einer anderen Welt? technisch ja viel getan. In ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? wollte ich einige dieser Neuentwicklungen vorführen und die Leute wieder dafür begeistern.?

Gunn wusste, dass er für die Verwirklichung seiner Vision einen der hochkarätigsten Spezialisten engagieren mußste. Für dieses Drehbuch, in dem sich eine der Hauptfiguren allmählich in ein ungeheuerliches, unmenschliches Wesen verwandelt, suchte Gunn nach einem Experten, der alle Nuancen von Grants physischen Veränderungen einzufangen vermochte. Da sich Grants Metamorphose schrittweise vollzieht, sollte der Künstler zunächst nur die Andeutung, dann aber die Kreatur in ihrer vollendeten Entfaltung erschaffen können, während Grant von einem Menschen zu einem ausgewachsenen Monster wird. Also wandten sich Gunn und die Produzenten von ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? an den außerordentlich erfahrenen Todd Masters von MASTERSFX und seinen Spezialeffekte-Produzenten Dan Rebert.

?Todd ist ein Meister dieser Kunst; er war auch der erste, den wir für diesen Film verpflichtet haben?, sagt Gunn. ?Hinsichtlich der Effekte und Sonderanfertigungen wusste ich von Anfang an ganz genau, was für eine Art Film ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? werden sollte ? und dass Todd genau der richtige Mann für diesen Look ist.?

Masters wurde für seine Arbeit an der Serie ?Six Feet Under? mit einem Emmy ausgezeichnet; zu seinem Oeuvre gehören auch Shocker wie ?Predator?, ?Nightmare 5 ? Das Trauma?, ?Mortal Kombat? und ?Tales From the Crypt?. Er erinnert sich daran, was ihn an ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? interessierte: ?Ich fand das Drehbuch irrsinnig amüsant; es spiegelte Dinge wieder, an denen ich in der Vergangenheit gearbeitet habe, allerdings mit einem gewissen Twist ? und das machte es nur noch genussvoller. Wenn man in diesem Geschäft arbeitet, kommt man an einen Punkt, wo man im Drehbuch die Dialoge überspringt und nur nach den Stellen sucht, wo die Effekte eingesetzt werden. Bei ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? aber hat das gesamte Drehbuch großen Spaß gemacht.?

Gunns Entscheidung, echte und am Computer generierte Effekte zu kombinieren, hat Masters ebenfalls angesprochen: ?Von Anfang an hat James darauf bestanden?, erklärt er. ?Er wollte, dass diese Kreaturen wirklich vor der Kamera stehen, mit den Schauspielern interagieren und großen Schaden und Verwüstung anrichten.?

Masters ist selbst ein großer Fan des Horror-Genres und hat eine Reihe von neueren Produktionen gesehen, in denen die titelgebenden Monster eher enttäuschend ausfielen: ?Manchmal sitzt man im dunklen Kinosaal, diese ganze Spannung wird aufgebaut ? und dann wird das Monster gezeigt, wirkt aber ganz und gar nicht überzeugend, weil alles am Computer entstanden ist. James war einer der ersten Regisseure, die das bemerkt haben. Er wollte sicherstellen, dass dieser Film auch physisch realistisch wirkt, dass der Schrecken wirklich körperlich anwesend ist.?

Beide haben ihre Leidenschaft für Horror- und Alien-Filme aus den 70ern und 80ern gemeinsam; diese Gemeinsamkeit wussten sie auch kreativ umzusetzen als es daran ging, Gunns Vision für die Filmmonster Wirklichkeit werden zu lassen. Jeder vervollständigte die Ideen des anderen, um genau die richtige Textur und das richtige Aussehen dieser Kreaturen zu erschaffen, um sie dann jeweils weiterzuentwickeln, während das Drehbuch und die Charaktere entstanden.

?In James? Drehbuch gibt es viele visuelle Anhaltspunkte?, berichtet Masters. ?Er verwendet viele Adjektive und Beschreibungen für die jeweiligen Kreaturen. Von Beginn an haben wir hart gearbeitet um sicherzustellen, dass wir ihm genau die Wesen liefern konnten, die aus seinen Worten geboren waren.?

Da auch die visuelle Animation eines der grundlegenden Elemente des Drehbuchs ist, wandten sich Gunn und Masters an John Gajdecki (?Stargate: Atlantis?), der die realen Effekte von MASTERSFX dann mit computergenerierten, glaubwürdigen Animationen ergänzen sollte. Gajdecki meint: ?Wir haben uns lange unterhalten und beschlossen, das Beste aus beiden Welten miteinander zu verbinden. Es gibt vieles, das die Prothesen gut umsetzen, und dann wieder Dinge, die durch visuelle Effekte gelingen. Schon in der Planungsphase haben wir uns gegenseitig ergänzt, so dass alles reibungslos, wirkungsvoll und wirtschaftlich optimal über die Bühne gehen konnte.?

Besonderes Augenmerk legte Gunn auch darauf, dass seine Effekte mit einer interessanten Story verbunden werden, die über viele Details und Figuren verfügt. Er wollte nicht, dass die jeweiligen Geschichten der einzelnen Charaktere und die natürliche Entwicklung des Plots durch das ganze Blut, die Eingeweide und die Monster verdrängt würden. Gunn war sich der Tatsache bewusst, dass dieser Film als umfassende Erfahrung auf die Zuschauer wirken soll.

Nachdem die Crew, das visuelle Design und die Story unter Dach und Fach waren, wurde es Zeit, mit dem Casting zu beginnen. Gunn benötigte nun Schauspieler für die Schlüsselrollen, also z.B. einen etwas grobschlächtigen und linkischen Polizisten, eine umwerfend schöne Lehrerin und einen bizarren Gegenspieler, der in das 150 Pfund schwere Kostüm schlüpfen und viele beängstigende Stunden auf dem Visagisten-Stuhl verbringen konnte.

Frischfleisch! - Das Casting für "Slither - Voll auf den Schleim gegangen" Gunn und die Produzenten machten sich daran, einen Film über echte Menschen zu drehen, echte Charaktere mit wirklichen Leben, ganz egal, ob sie gerade von außerirdischen Ungeheuern angegriffen wurden oder nicht. ?Als ich mit der Arbeit am Drehbuch zu ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? begann, war ich davon überzeugt, dass dieser Film schon allein aufgrund der Figuren und ihrer Geschichte funktionieren sollte?, erzählt Gunn. ?Wenn die Story dadurch auf eigenen Füßen steht, würde sie durch die zusätzlichen Horror-Elemente nur noch interessanter.?

In jüngeren Horror-Produktionen konnte der Drehbuchautor und Regisseur ebenfalls leider kaum eine Spur dieser vorrangig durch die Figuren angetriebenen Filme entdecken; daher nutzte er als Inspirationsquelle einige seiner bevorzugten Horror-Klassiker, in denen Protagonisten zu finden sind, die weitaus mehr sind als bloße Opfer der schrecklichen Umstände. Während seiner Arbeit am Drehbuch widmete er sich besonders den Elementen des Plots sowie den Hintergrundgeschichten zu den jeweiligen Charakteren, um zwischen ihnen und dem Zuschauer eine echte Verbindung zu schaffen.

Neben dem Retro-Stil dieses Horror-Films waren es besonders der subversive Humor und die komödiantischen Elemente, die all diejenigen, die das Drehbuch lasen, für sich einnahmen ? zu verdanken ist dies Gunns Kunstfertigkeit als Autor, aber auch seiner prägenden Zeit bei Troma. ?Zuallererst ist ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? ein Horror-Film?, sagt Gunn. ?Es ist keine erzwungene oder übertriebene Komödie, sondern eher eine menschliche Komödie: einzigartige, exzentrische Figuren sprechen auf einzigartige Weise und tun merkwürdige Dinge. Niemand übertreibt beim Schauspielern; sie sind einfach sehr merkwürdige Leute.?

?Alles beginnt mit den Charakteren: wer sie sind, was man über sie denkt, wie sie miteinander interagieren?, fährt Gunn fort. ?In einem Horrorfilm ist das besonders wichtig, denn wenn die Bedrohung darin liegt, Menschen zu bekämpfen oder zu verspeisen, die einem egal sind, dann ist das nur ein Spiel. Geht es aber um jemanden, den man mag, mit dem man persönlich zu tun hat, dann ist das eine ganz andere Erfahrung. Man mußs den Figuren ein Leben schenken, das darüber hinausgeht, nur als Kanonenfutter zu dienen.?

Schauspieler Nathan Fillion, der gerade seine Rolle als Kommandant des Raumschiffs in Joss Whedons ?Serenity? abgedreht hat, findet sich nun in der Rolle als Bill Pardy, dem Polizeichef ? und ehemaligen Liebhaber von Starla ? in einem ganz anderen Universum wieder. Schon sehr früh hatte er bei Gunn für diese Rolle vorgesprochen, doch das Casting brauchte noch Zeit. Gunn ist ein Fan der TV-Serie ?Firefly?, in der Fillion mitwirkt, und war gleich von der Leistung des Schauspielers beeindruckt; allerdings war er sich nicht sicher, ob Fillion als Bill Pardy engagiert werden solle, da der Schauspieler bis dahin keine Rolle dieser Art übernommen hatte. Nach dem Vergleich mit anderen Bewerbern wurde jedoch klar, dass Gunn mit Fillion die richtige Besetzung bereits gefunden hatte.

?Als Nathan zum Vorsprechen kam, hat er allen die Show gestohlen?, erzählt Gunn. ?Er ist lustig, er ist magisch, er ist einfach genau das, was ich mir für diese Rolle vorgestellt hatte. Und die Zuschauer müssen den Helden mögen, damit diese Dynamik funktioniert. Die Leute wollen einfach nicht, dass man Bill Pardy den Kopf abreißt. Sie machen sich Gedanken um ihn, weil sie ihn mögen.?

Für Fillion war in der Rolle des Polizeichefs Pardy besonders dessen Charakter als Normalbürger ansprechend, ein Merkmal, dass der Schauspieler auf der Leinwand ebenso gerne sieht wie auch darstellt: ?Bill ist der 0815-Jedermann, der in wirklich extrem außergewöhnliche Umstände gerät ? und darauf reagiert er genauso, wie auch ich es tun würde?, erklärt der Schauspieler. ?Er sagt nicht: ?Also, jetzt ist es an der Zeit, in meine Heldenkluft zu schlüpfen?. Stattdessen versucht er einfach, Ruhe zu bewahren, die Dinge unter Kontrolle zu bringen ? aber genau das misslingt ihm ständig. Er kann sich nur auf sich selbst verlassen, also gibt er sein Bestes. Genau das mag ich so an ihm.?

Fillion war auch völlig einverstanden mit Gunns interessanter, neuer Herangehensweise an das Horror-Genre, besonders bezüglich der Rolle des klischeehaften männlichen Helden. ?James ist clever und witzig, er übernimmt die Stereotypen dieser Horrorfilm-Helden und verleiht ihnen einen ganz neuen Dreh. Immer wenn man meint, genau zu wissen, was jetzt geschehen wird, wie sich der Held verhalten wird, um die Situation in den Griff zu kriegen, passiert genau das eben nicht. Er lässt die ganze heiße Luft aus dem Helden heraus, der dann einfach nur ein ganz normaler Kerl ist, der haarscharf an der Katastrophe vorbeischrammt.?

Der angsteinflößende Gegner von Pardy ist Grant Grant, eine Figur, der Gunn bei der Entwicklung der Geschichte ebenfalls seine ganze Aufmerksamkeit widmete. Die Kreatur sollte ein abscheuliches und furchterregendes Ungeheuer werden, aber die Zuschauer sollten auch Sympathie für ihn entwickeln. Gunn hatte sich schon immer für die Vorstellung eines sympathischen Monsters begeistert, angefangen bei seinen ersten Erfahrungen als Kind, als er Filme wie ?Frankenstein? und ?Der Schrecken vom Amazonas? sah. ?Diese klassischen Horrorfilme haben mich während der Arbeit an ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN?, sagt er. ?Diese Kreaturen haben mich gerührt; genau das wollte ich für das Grant-Monster erreichen.?

Mit Michael Rooker hatten Gunn und die Produzenten die Gewissheit, einen Schauspieler gefunden zu haben, der sowohl die Herausforderung meistern konnte, den menschlichen Grant zu spielen als auch das Monster-Alter-Ego zu verkörpern. Sie vertrauten darauf, dass er einen blutüberströmten, fleischfressenden Freak darstellen konnte, der auf die Zuschauer wirkt; außerdem verfügte Rooker über das Durchhaltevermögen und die nötige Geduld, um die intensiven physischen Herausforderungen der Rolle zu bewältigen.

?Als ich Michael gecastet habe, suchte ich nach jemandem mit echtem Sportsgeist?, berichtet Gunn. ?Seit langem bin ich ein großer Fan von seiner Arbeit; schon seit ich ihn in ?Henry: Portrait of a Serial Killer? und ?Mississippi Burning ? Die Wurzel des Hasses? gesehen hatte, wollte ich mit ihm zusammenarbeiten. Meiner Meinung nach ist er ein großartiger Schauspieler, der weitaus mehr kann, als nur den Bösewicht zu spielen. In ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? bekommt er Gelegenheit, viele Dinge zu tun, die er üblicherweise nicht tun kann.?

Gunn erfreute sich nicht nur an Rookers schauspielerischem Talent, sondern auch an dessen Bereitschaft, sich mithilfe der großen Prothesen und des schweren Make-ups der langwierigen Verwandlungsprozedur zu unterziehen. ?Diese Rolle ist körperlich überaus anstrengend. Michael mußste drei Tage lang in diesem Monster-Outfit stecken?, sagt Gunn. ?An anderen Tagen trug er das Make-up über 18 oder 19 Stunden am Stück. Er hat sich großartig verhalten und auch am Ende des Drehtages noch dieses breite Lächeln auf den Lippen gehabt.?

Rooker gibt zu, dass die körperlichen Anforderungen teilweise einer Schinderei glichen: ?Jeden Tag bin ich nach den Dreharbeiten zu einer Massagetherapie gegangen. Das Grant-Kostüm ist oben herum ziemlich schwer, man mußs dafür absolut fit sein?, erklärt er. ?Als ich mich für diesen Film verpflichtet habe, wusste ich schon, was mich erwarten würde ? also habe ich viel Sport gemacht, um mich darauf vorzubereiten.? Der Schauspieler griff auch auf seine Kampfsporterfahrungen zurück, um während der härteren Drehtage vollen Einsatz bringen zu können. ?Karate und Aikido sind extrem hilfreich, wenn es darum geht, auch dann konzentriert und entspannt arbeiten zu können, wenn man große Schmerzen hat.?

Die Chance, ein grausames und furchteinflößendes Wesen voll und ganz ausleben zu können, wollte Rooker unbedingt nutzen; doch auch der schwarze Humor in ?SLITHER - VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? und die emotionale Verwandlung, die Grant während seiner schrecklicher körperlichen Metamorphose durchmacht, haben den Schauspieler fasziniert. Rooker beschreibt seine Rolle als ?ein vielschichtiger Kerl, der eher zurückhaltend ist. Sein wahres Ich liegt irgendwo in seinem Inneren verborgen; äußerlich betrachtet scheint er kein allzu netter Zeitgenosse zu sein, sondern wirkt eher grobschlächtig und plump.?

Erst nachdem Grant infiziert wird und sich der außerirdischen Lebensform unterwerfen mußs, die seinen Körper beherrscht, erfährt sein Charakter eine Wandlung: ?Der Grant, den wir kennen, stirbt sozusagen in dem Augenblick, als er der Alien-Kreatur zum Opfer fällt ? aber er kehrt in anderer Form wieder zurück?, meint Rooker. ?Und Boom! All die Erinnerungen und Gefühle aus seiner Zeit als menschliches Wesen sind noch vorhanden; sie werden aber jetzt durch ein Wesen erfahren, das noch nie solche Emotionen verspürte. Er verwandelt sich von einem verrückten, eigenartigen Menschen, der sich um nichts zu scheren scheint, in ein Monster, dem alles wichtig erscheint.?

Besonders liegt dem Grant-Monster eine Frau am Herzen, Grants Ehefrau Starla (Elizabeth Banks). Den Kern von ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? bildet eigentlich eine Liebesgeschichte ? auch wenn sie manch bizarre, entsetzliche Wendung nimmt. ?Während dieses Monster also genau die Dinge tut, die seinem Naturell entsprechen ? zu töten und zu fressen, genau wie jedes andere Tier -, erlebt es auch zum ersten Mal die Liebe?, erklärt Gunn. ?Nach Milliarden Jahren spürt es nun endlich die Liebe, und das macht das Ungeheuer sehr einsam. Es will diese Frau; letztendlich ist seine Liebe zu ihr dann auch sein Untergang.?

Rooker fügt hinzu: ?Als Zuschauer konnte man erkennen, dass Frankensteins Monster verliebt war und alles tun würde, um seine Geliebte zu beschützen. Genau so ergeht es auch ?Der Schrecken vom Amazonas?. Dieser Film greift nun genau auf diese Konzepte und Vorstellungen zurück. Liebe kann nicht zerstört werden, auch dann nicht, wenn eine außerirdische Lebensform vom menschlichen Geist Besitz ergreift.?

Schauspielerin Elizabeth Banks sieht diese Liebesgeschichte als Mittelpunkt des Films an und erkannte, genau wie Rooker, den schwarzen Humor als wichtige Komponente der Story: ?Ich fand das Drehbuch zwerchfellerschütternd?, sagt sie. ?Als ich bei James vorgesprochen habe, sagte ich ihm, wie komisch ich das Script fand; ich glaube, er freute sich darüber, dass ich dieses Gespür für seinen Humor hatte.?

In der Rolle der Mrs. Grant fühlte sich Banks ?sofort wie Starla in Person?. Die Schauspielerin orientierte sich hierfür an keiner spezifischen Filmheldin, fügt jedoch an, dass die Vorstellung von ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? als Liebesfilm ausschlaggebend für die Ausgestaltung ihrer Rolle gewesen sei: ?Für mich war ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? so etwas wie ?Die Schöne und das Biest?, und mich habe ich als eine Art Fay Wray in ?King Kong? gesehen. Auf diese Figur griff ich immer wieder zurück, und deshalb trage ich am Ende des Films auch Weiß. Während die Tentakel mich von allen Seiten umschlangen, sah ich immer wieder Fay Wray in Kongs gigantischer Hand sitzen.?

Interessant war für die Schauspielerin auch die Beziehung von Grant und Starla als Ehepaar vor und nach seiner Verwandlung, wenn er zur tragischen Kreatur und sie zu seiner Angebeteten wird. Sie meint: ?Er liebt sie einfach, und sie ist die Einzige, die schließlich noch zu ihm durchdringen kann. Ich glaube, Starla hat anfangs sicher aus Liebe geheiratet. Grant hat sie erobert ? und danach hielt sie an dieser Ehe fest, weil gute Mädchen das eben so machen. Sie verfügt über eine solide moralische Überzeugung und will unbedingt eine gute Ehefrau sein, ein schönes Heim schaffen, eine gute Lehrerin sein. Doch im Verlauf des Films brechen all diese Vorstellungen zusammen, sie steht echten Gefahren gegenüber und mußs kämpfen. Starla hatte vergessen, was für eine Kämpfernatur sie eigentlich hat... und die Dinge, die ihr zustoßen, haben sie nun wachgerüttelt.?

Gunn erinnert sich an den Casting-Termin mit Elizabeth Banks: ?Sie kam herein und hat für Starla vorgesprochen; sie war eine der ersten Schauspielerinnen, die wir in Los Angeles angeschaut haben. Ich hätte mich beinahe hingekniet und vor ihr verneigt, denn es ist sehr schwierig, in Hollywood junge Schauspielerinnen zu finden, die keine unnahbaren Superstars sind, witzige Rollen spielen und die Tiefe des Charakters wirklich verstehen können. Elizabeth hat das auf Anhieb geschafft. Ihrer Meinung nach war das Drehbuch eine Mischung aus ?Fargo? und ?Das Ding aus einer anderen Welt?. Sie hat gelesen, und augenblicklich wurde sie zu Starla.?

Nachdem die Besetzung komplett war, wusste der Regisseur und Drehbuchautor, dass es nun an der Zeit war, den Schrecken zum Leben zu erwecken... und Schauspieler sowie Stab vollständig in den Dreck zu ziehen.

Der Angriff der Killer-Schnecken: Auf dem Set die Angst verbreiten Gunn hatte schon viel zu viele Monster-Filme gesehen, denen auf halbem Weg die Puste ausging, weil ihr Konzept allzu ?hochgeschraubt? war, also legte er besonderen Wert auf die Überraschungen, die für das Gelingen von ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? notwendig waren. Er wollte es unbedingt vermeiden, in die gleiche Falle zu tappen wie diejenigen Streifen, in denen alles auf einen überladenen Höhepunkt hinausläuft, während ansonsten die Aufmerksamkeit der Zuschauer kaum gefordert wird.

Gunn wollte in seinem Film diesen Fehler der überladenen Konzept-Movies unter allen Umständen vermeiden und stattdessen alle Überraschungen gelingen lassen. ?Bei diesen hochgeschraubten Konzepten, egal ob in Horror- oder im Comedy-Genre, ist man doch der zugrunde liegenden Formel recht schnell überdrüssig?, erklärt er. ?In ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? haben wir im Laufe des Films immer wieder neue Wendungen eingebaut, um die Zuschauer immer und immer wieder zu überraschen. Das Drehbuch wandelt sich ständig, die Figuren verändern sich ? durch wessen Augen wir die Action beobachten, was genau passiert, wo die wahre Bedrohung liegt, all diese Elemente sind ständig in Bewegung.?

Während der Dreharbeiten gab es auch ständig etwas zu lachen, obwohl die Mitwirkung an einer furchteinflößenden Produktion wie ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? natürlich die tiefsten Ängste der Schauspieler und des Stabes berührte. Bei den ganzen Getier, eimerweise falschem Blut und eiternden Geschwüren im Überfluss waren die Hauptdarsteller oft kurz davor, schreiend davonzulaufen.

Banks erinnert sich an eine Szene, in der sie in den Keller gehen mußste, nur um dort ganze Ladungen von verfaultem Fleisch vorzufinden, die ihr gerade infizierter Ehemann dort ordentlich deponiert hat. Der entsprechende Mitarbeiter hinter den Kulissen sollte im richtigen Augenblick einen sich zersetzenden Hundekadaver direkt vor ihr ins Bild baumeln lassen, während sie die Treppe hinabsteigt. Um keine Spielverderberin zu sein und die eigene Reaktion wirklich authentisch werden zu lassen, bestand Banks darauf, dass man ihr verschweigen sollte, wann genau dieser Hund ins Spiel kommen sollte. Wörtlich sagte sie: ?Lass? es einfach krachen, sobald du meinst, dass ich mir dann vor Angst in die Hosen mache.?

Masters lacht: ?Wir haben die Schauspieler echt misshandelt. Jeder mußste irgendwann etwas wirklich Ekliges machen. Entweder sie sind blutüberströmt, überzogen von klebrigem Schleim oder sie stecken in maßgeschneiderten Prothesen-Kostümen.? Außerdem mußsten die Schauspieler ständig vor ferngesteuerten, willenlosen Zombies davon rennen oder mitten in der Nacht auf entlegenen Feldern herumsitzen. Schauspieler Nathan Fillion, also Bill Pardy höchstpersönlich, meint hierzu: ?Man sitzt also mitten im Nirgendwo in diesem Garten, auf diesem hübschen kleinen Hügel, der in den Wald mündet. Plötzlich kriechen 36 Zombies auf dich zu. Das ist mein schlimmster Alptraum.?

Die große Vielzahl grotesker Effekte verlangte nach wirklich fantastischen Shownummern. Besonders bemerkenswert: l Irgendwann während der Dreharbeiten verwendete MASTERSFX eine so ungeheuerliche Menge des hautähnlichen Silikons (245), dass die Vorräte in den gesamten USA aufgebraucht waren. Der Hersteller brauchte einen Monat, um wieder liefern zu können.

  • Viele Spezialeffekte, darunter über 500 Parasiten, waren aus dem überaus widerstandsfähigen und elastischen Material gefertigt, das man ?Thermalgel? nennt. Entwickelt wurde dieses Material ursprünglich für Sex-Toys.
  • Manche der Monster in ?Slither?, darunter Brenda und das Grant-Monster, waren so ausladend (2,70 Meter groß, 4,50 Meter breit) dass sie nicht in der eigentlichen Werkstatt, sondern in einem Flugzeughangar erbaut werden mußsten.
  • Während der Dreharbeiten wurden über 1000 Liter Schleim aus Methylzellulose verbraucht.
  • Schon sechs Monate vor Beginn der Dreharbeiten begann MASTERSFX mit dem Design und den Tests zu den Spezialeffekten.
  • Als Hommage an die Monsterfilme der 80er Jahre engagierte sich Regisseur Gunn von Beginn an dafür, die Kreatur in ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? zu 50% als reales Modell vor die Kamera zu bringen.
  • Das fast drei Meter große Brenda-Monster wurde auf ein Gerüst aus Leichtmetall gestülpt. So konnte auch ohne zusätzliche Bewegungsapparaturen hin und her schwingen und wabbeln.
  • MASTERSFX entwickelte eine eigene, besondere Mischung aus Silikon und Latexschaumstoff, um die Monster sowohl leicht als auch lichtdurchlässig werden zu lassen.

Mit einer für die Atmosphäre von ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN?? absolut treffenden Anekdote erinnert sich Gregg Henry an die Dreharbeiten während der Szene im Haus der Grants, als seine Figur, der Bürgermeister Jack MacReady, ?nach seiner Ohnmacht in einem völlig dunklen Keller wieder zu Bewusstsein kommt und hört, wie die Leute schmatzen, grunzen und an Fleischbrocken knabbern und saugen.? Mit so einem ultimativ schwarzen Humor am Set gibt Henry zu: ?Seien wir ehrlich, das ist irgendwie beängstigend. Jeder knurpst herum und schlingt Fleisch in sich hinein ? gleichzeitig finde ich es aber wirklich witzig.? Gut erkannt, denn genau dies ist die Reaktion, die von den Filmemachern beabsichtigt war.

Nach Abschluss der Dreharbeiten zu ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? will Gunn ? nun frisch geduscht und schleimfrei ? natürlich auch weiterhin Horrorfilme drehen. ?Ich glaube, die echten, eingefleischten Fans lieben Horrorfilme?, berichtet er. ?In Horrorfilmen steckt einfach eine Urangst. Sie sind so rein wie Träume, wie Alpträume, und das spricht viele Menschen an. Obwohl es eine Menge wirklich schlechter Horrorfilme gibt ? in diesem Genre gibt es wahrscheinlich mehr schlechte Filme als in jedem anderen Genre -, so ist der Horrorfilm doch ganz großes Kino.?

Mit einer alchemistischen Mixtur aus klassischen, blutigen und beängstigen Spezialeffekten, beeindruckenden Charakteren, einer engmaschig gestrickten und sich stets verändernden Story sowie zutiefst subversivem, intelligentem Humor könnte ?SLITHER ? VOLL AUF DEN SCHLEIM GEGANGEN? nun ganz neue Maßstäbe für die heutige Generation der Horrorfilmer setzen ? und vielleicht - ganz en passant - dem Zuschauer Appetit machen auf frisches, köstliches, rohes Fleisch.

Szenenfoto
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