Ultraviolet

Produktionsnotizen

Es klingt unglaublich, aber als Inspiration für ULTRAVIOLET diente Regisseur und Autor Kurt Wimmer eine ungewöhnliche Quelle. Der Filmemacher nahm John Cassavetes Kultklassiker Gloria (Gloria, die Gangsterbraut, 1980) als loses Vorbild für sein Actionabenteuer im Comicstil. Er setzte auf seine Erfahrung im Bereich der Science-Fiction (als Autor und Regisseur von Equilibrium (Equilibrium, 2003)) und Action (als Ko-Autor von The Recruit (Der Einsatz, 2003)) und baute auf den unwiderstehlichen Reiz, einer mit schier übermenschlichen Kräften ausgestatteten Heldin inmitten von atemberaubender Action und ultracoolen Spezialeffekten zuzusehen, und schuf so ein hochtouriges Action-Abenteuer mit einem überraschend emotionalen Kern. Violet war geboren.

Wimmers einfallsreiche Geschichte und die vielschichtige, fantasievolle Welt, in der sie sich entfaltet, packte jeden, der sie zu lesen bekam. Und Produzent John Baldecchi gehörte zu der großen Gruppe von Leuten, die unbedingt dafür sorgen wollten, dass die Story ihren Weg auf die Leinwand findet. ?Ich fand, dass es Kurt auf beeindruckende Weise gelang, eine Vielzahl spannender Themen in einen großen Actionfilm zu packen?, erklärt der Produzent. ?Und obendrein tat er das in einer Weise, mit der er sich über alle Konventionen des Genres hinwegsetzte.?

Tony Mark, ausführender Produzent und Regisseur des zweiten Drehteams, fügt hinzu: ?Es geht um eine Frau, die einen erschütternden Verlust hinnehmen mußste und mit einer tödlichen Infektion lebt. Deshalb hat sie emotional einfach dicht gemacht. Sie ist eine Tötungsmaschine, die in der wenigen Zeit, die ihr noch bleibt, bis die Krankheit sie dahinrafft, soviel Rache wie möglich üben will. Sie sublimiert ihre Emotionen, ihre Menschlichkeit und ihre Mutterinstinkte, um konsequent ihren Weg zu gehen.?

Weil der Film voller dramatischer Szenen und aufwändiger Martial-Arts-Sequenzen steckte, mußsten die Filmemacher eine Schauspielerin finden, die einerseits den körperlichen Anforderungen der Rolle gewachsen war, andererseits in der Lage sein sollte, eine bewegende, emotionale Performance abzuliefern. Wimmer hatte Glück, dass er sich von vornherein nur eine Schauspielerin in der Rolle der Violet vorstellen konnte und genau diese Schauspielerin keine Sekunde zögerte, in dem Film mitzuspielen: Milla Jovovich. Wimmer wusste, dass Jovovich über das nötige Talent, die Schönheit und die athletischen Fähigkeiten verfügte, um eine so komplexe, faszinierende und unterhaltsame Figur zu spielen.

?Ich habe mich sofort in Violet verliebt?, sagt Jovovich. ?Ich kann sie gut verstehen. Sie ist wie eine Figur aus einem Comic, aber ich verstehe sie auf der menschlichen Ebene und kann mit ihren Problemen etwas anfangen, auch wenn sie etwas extrem sind.? Sie war überrascht, wie schnell sie den Zuschlag für die Rolle bekam: ?Ich traf mich mit Kurt und redete mit ihm über die Figur und erzählte ihm, dass ich mich voll und ganz in die Rolle reinhängen würde. Dann schüttelten wir die Hände und er sagte: ,Prima, dann sehen wir uns in Schanghai.??

Als sie später herausfand, dass Wimmer die Rolle von vornherein für sie geschrieben hatte, fühlte sie sich geschmeichelt und war etwas aufgeregt. Und sie kam sofort perfekt mit Regisseur Wimmer aus. ?Kurt ist ein ziemlich aufregender Typ, weil seine Leidenschaft für den Film so groß ist?, gesteht sie. ?Er hat sich total in diese Figur, Violet, verliebt und konnte seine Aufregung kaum verbergen, als wir sie zum Leben erweckten.?

?Sie war hundertprozentig die Richtige für den Film?, findet Produzent Baldecchi. ?Violet hat eine innere Stärke, die Milla entspricht. Die Arbeit mit ihr ist ein Traum, weil sie sich hundertprozentig einsetzt.? Eine Knarre rückwärts abzufeuern, während man einen Spagat vollführt und sich danach auf einem Fuß dreht, ist keine leichte Angelegenheit. Und das war nur einer der komplexen Bewegungsabläufe, die Violet zu meistern hatte. Um sich auf die Rolle vorzubereiten, nahm Milla Jovovich ein komplettes Jahr Training in Kauf.

Sie arbeitete sehr eng mit Stuntkoordinator Mike Smith zusammen, um sich die nötigen Grundlagen anzueignen, die sie vorweisen mußste,, um den eigenwilligen Kampfstil zu bewältigen, den sie sich für Violet ausgedacht hatten. ?Wir haben trainiert, als ginge es um einen olympischen Titel, aber es hat sich gelohnt?, meint Jovovich. ?Ich habe noch nie an einem Film gearbeitet, bei dem die verlangten Manöver so komplex waren und auf den ich mich so intensiv vorbereiten mußste.?<Ü> Jovovich liebte jeden Moment, an dem daran gearbeitet wurde, Violets Geschichte auf die Leinwand zu bringen. ?Was ich alles für den Film gelernt habe, körperlich wie emotional, war schon ziemlich intensiv?, sagt sie. ?Ich war noch nie in meinem Leben so gut in Form, ich war noch nie so gut im Fluss. Ich hielt mich bisher immer eher für einen großen, tolpatschigen Trottel, also war es ziemlich unglaublich für mich, den Umgang mit Schwertern zu lernen und all diese Bewegungsabläufe. Das wird mich den Rest meines Lebens begleiten. Ich sah mir die Szenen an, nachdem wir sie gedreht hatten, und konnte es einfach nicht fassen: ,Oh mein Gott ... Ich habe das gemacht ... Das war ich!??

Nach der Verpflichtung von Jovovich als Violet machten sich die Filmemacher auf die Suche nach einem jungen Schauspieler, der den geheimnisvollen Jungen Six spielen konnte. Wimmer sah sich hunderte von Jungs an, aber so richtig stach nur der Newcomer Cameron Bright heraus. Bright hatte gerade zwei Filme abgedreht, Godsend (Godsend, 2004) mit Robert De Niro und Birth (Birth, 2004) mit Nicole Kidman, und genau seine Leistung in diesen Filmen war es, die die Filmemacher nachhaltig davon überzeugte, dass Cameron den Part meistern könnte.

?Cameron hatte die nötige Unschuld, einen Zehnjährigen zu spielen, der niemals in seinem Leben einen weißen Raum verlassen hat und über keine nennenswerten Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen verfügte?, sagt Baldecchi. ?Die Figur redet nicht viel, also mußste Cameron seine Emotionen mit einem Blick oder einer Geste ausdrücken. Und das hat er wunderbar gemacht. Er ist deutlich weiter, als man es bei einem Kind in seinem Alter vermuten würde.?

Zum Glück gab es sofort eine merkliche Verbindung zwischen Jovovich und Bright, die ihre gemeinsamen Auftritte vor der Kamera noch einmal verstärkte. Jovovich hatte ihre Karriere ebenfalls im Kindesalter sowohl mit Arbeiten als Model wie auch als Schauspielerin begonnen und konnte deshalb genau verstehen, wie Cameron sich fühlte, denn Kindheitskarrieren können manche Schwierigkeit mit sich bringen. ?Cameron ist ungeheuer schlau?, meint die Schauspielerin. ?Und dennoch ist er immer noch ein Kind. Wir sind immer herumgetollt und haben viel gelacht. Ich habe versucht, die Arbeit für ihn als Spaß zu gestalten.?

Von Bright hört man jedenfalls keine Klagen. Er liebte die Arbeit mit seinem neuen Ko-Star. ?Milla ist eine tolle Schauspielerin?, sagt er. ?Sie ist sehr nett, cool und lustig ? und man kann sich mit ihr über ,Die Simpsons? und derlei Dinge unterhalten. Sie hat mir ein paar Dinge mit den Kali-Sticks beigebracht, die sie mir geschenkt hat. Und ihr Freund hat mir ein paar Griffe auf der Gitarre gezeigt.?

Durch ihre Entscheidung, dem geheimnisvollen Kind zu helfen, gerät Violet zwischen die Fronten: Sowohl die Regierung als auch die infizierten Menschen setzen alles daran, sie zu stoppen. Sie hat keine Vertrauten mehr ? mit Ausnahme von Garth, der von William Fichtner gespielt wird. Er ist ein Mitglied einer neuen Rasse, die in einem fahrbaren Labor lebt und verzweifelt nach einem Heilmittel gegen die genetische Mutation forscht.

Für Fichtner war es die Aussicht auf die Zusammenarbeit mit Kurt Wimmer, die ihn bei dem Projekt zusagen ließ. ?Ich habe früher bereits mit Kurt gearbeitet?, erzählt Fichtner. ?Und wenn man ihn kennt, dann will man unbedingt wieder mit ihm arbeiten. Wenn man ihn gut kennt, dann kann man gar nicht anders, als seinen Intellekt zu schätzen, denn er ist ohne jeden Zweifel einer der schlauesten Menschen, den ich jemals kennen gelernt habe.?

Als weiteren Grund, warum Fichtner an dem Projekt arbeiten wollte, nennt er die fulminante Action. Letztlich war es aber die Emotionalität der Geschichte, die den größten Eindruck bei dem Schauspieler hinterließ: ?Die Action ist gewaltig, aber die Geschichte funktioniert deshalb, weil sie viel Herz hat. Violets Reise mit Six ? das ließ mich nicht mehr los.?

?Wenn es gelingt, eine solche Geschichte mit viel Herz zu erzählen?, fährt Fichtner fort, ?dann hat man etwas, was die Mühen lohnt ? und was es zu zeigen lohnt.? Fichtner vergleicht Garths Gefühle für Violet mit denen eines Jungen an der Highschool, der alles tun würde, damit das Mädchen seiner Träume auf ihn aufmerksam wird. ?Natürlich würde sie nie mit dir ausgehen. Aber wenn man Glück hat, kann man vielleicht ihre Freundschaft gewinnen?, lacht Fichtner.

Garth ist bereit, seine eigene Sicherheit aufs Spiel zu setzen, um Violet zu helfen, weil er ?alles tun würde, um ihr nahe zu sein. Er will sie wirklich beschützen. Ich glaube, Garth würde sich nichts sehnlicher wünschen, als dass Violet manche der Dinge, die sie da anstellt, bleiben ließe, weil sie wirklich gefährlich sind. Aber Violet macht immer nur das, was sie will. Und da gibt es keine Ausnahmen.?

Über Milla Jovovich sagt Fichtner: ?Es gibt niemanden außer ihr, der Violet spielen könnte.? Er liebte ihre Arbeit in The Messenger: The Story of Joan of Arc (Johanna von Orleans, 1999) und betont, dass es ihr ?bedingungsloser Einsatz? für ihre Rollen sei, wofür er sie ganz besonders respektiere. Fichtner hat vor Kurt Wimmer den größten Respekt und bewundert die ?Vision?, die er für seine Filme hat. ?Seine Vision ist komplett. Sie umfasst jedes einzelne Set, jedes Kostüm, einfach alles. Er hat den Film geschrieben und ist sehr spezifisch, was seine Absichten betrifft, welche Geschichte er genau erzählen will.?

Einer Actionheldin mußs man einen großartigen Bösewicht gegenüber stellen. ULTRAVIOLET ist da keine Ausnahme. Als Violets Gegenspieler erdachte der Regisseur den grausamen Daxus, ein hohes Tier der Regierung, dessen Angst vor Viren nur von seinem Bestreben übertroffen wird, Six wieder in seine Gewalt zu bekommen. ?Daxus ist ein Bösewicht mit Sinn für Humor?, erzählt Baldecchi.

?Uns war klar, dass wir für diese Rolle jemanden finden mußsten, der über eine beeindruckende körperliche Präsenz verfügt, gleichzeitig aber auch ein gewitzter Typ sein mußste. Natürlich mußste er allgemein beeindruckend sein. Wenn er schließlich seine Klinge mit Milla kreuzt, sollte nicht von vornherein feststehen, wer die Oberhand behält.? Nick Chinlund war genau der Typ, nach dem die Filmemacher gesucht hatten.

Der war sehr aufgeregt, zum bereits feststehenden Cast zu stoßen, vor allem weil er früher bereits Wimmers Drehbuch zu Equilibrium gelesen und bewundert hatte und seither unbedingt mit dem Regisseur arbeiten wollte. ?Das Drehbuch ging mir jahrelang nicht mehr aus dem Kopf?, erinnert sich Chinlund. Außerdem gefiel ihm der Look der Welt, die Wimmer für das Duell zwischen Violet und Daxus erschaffen hatte. Und natürlich gefiel ihm die Arbeit mit Milla Jovovich.

?Sie ist umwerfend, wunderbar und sehr komisch?, findet Chinlund. ?Sie ist quicklebendig, brillant, energisch und vermutlich die am härtesten arbeitende Schauspielerin, die mir jemals untergekommen ist. Ich habe drei Wochen trainiert, um im Schwertkampf gegen sie bestehen zu können. Sie hat im Film insgesamt neun Kämpfe zu bestreiten. Ich will gar nicht wissen, wie viel Zeit und Arbeit sie investieren mußste, um das absolvieren zu können.?

Martial Arts Um die beeindruckenden Stuntsequenzen von ULTRAVIOLET durchziehen zu können, stellten die Filmemacher Stuntkoordinator Mike Smith an, der mit Kurt Wimmer zuvor bereits an Equilibrium gearbeitet hatte. Ihre Arbeitsbeziehung war hervorragend und sie waren bestens aufeinander eingespielt. Sie hatten bereits eine Art Kurzschrift entwickelt, die es ihnen erlaubte, mit einem Maximum an Effizienz zu arbeiten.

Jede einzelne der Kampfsequenzen des Films sollte einen völlig eigenen Stil und eigene Waffen haben. Und die Umsetzung jeder einzelnen Kampfsequenz für den Film war höchst kompliziert. Zum Glück hatte man Wimmer und Smith bereits in der Vorproduktion die nötige Zeit und die nötigen Finanzen bewilligt, damit sie die Kämpfe ausarbeiten und choreographieren konnten. Monatelang feilten die beiden daran, die Talente von Violet auf die denkbar aufregendste und unerwartetste Weise unter Beweis zu stellen.

?Rein konzeptionell ist Wimmer einer der smartesten Jungs, mit dem ich jemals gearbeitet habe?, gibt Smith zu Protokoll. ?Er sieht Action ganz einfach mit anderen Augen als die meisten Regisseure. Er hat einen ausgezeichneten Blick und viel Verständnis dafür.?

Smith ist selbst ein höchst versierter Martial-Arts-Könner. Diesen Hintergrund nutzte er aus, um für den Film einen einzigartigen Kampfstil zu entwickeln, wie man ihn auf der Leinwand noch nicht gesehen hat. Das erwies sich schwieriger als gedacht: Im frühen Stadium der Vorbereitung fand man einfach keinen Ansatz, der für ULTRAVIOLET passen wollte. Erst als sie zufällig bei rhythmischer Sportgymnastik zusahen, fiel der Groschen: Dies war die optimale Grundlage für einen völlig neuartigen Stil der Martial Arts.

?Vor allem die Schwertbewegungen beruhen auf rhythmischer Sportgymnastik?, gesteht Smith. ?Kurt und ich waren fasziniert, was diese Athleten mit Stäben, Bändern und Bällen anstellen können. Ich war förmlich schockiert, dass noch niemand auf die Idee gekommen war, diese Fähigkeiten in einem Film einzusetzen.?

Jovovich brachte ein ordentliches Maß an Erfahrung mit Stunt- und Kampfarbeit mit an den Set. Aber die Arbeit an den Kampfszenen von ULTRAVIOLET mit Wimmer und Smith erwies sich als absolut neue Erfahrung für die Schauspielerin. ?Ich bin vor allem wegen der Qualität der Stunts ganz besonders stolz, bei dieser Produktion mitgewirkt zu haben?, sagt sie. ?Es hat wirklich mehr mit Tanz als mit Kampf zu tun.?

Smith war angesichts ihres Einsatzes völlig platt. ?Milla ist die bodenständigste und am härtesten arbeitende Schauspielerin, mit der ich jemals zu tun hatte?, meint er. ?Sie arbeitet wirklich hart. Alles, was ich ihr tagsüber beigebracht hatte, nahm sie sich mit nach Hause, um am nächsten Tag wieder anzutreten und deutlich besser zu sein als zuvor.?

Baldecchi war nicht minder beeindruckt. ?Wenn ich sagen würde, dass wir beeindruckt von ihr waren, dann wäre das eine schamlose Untertreibung?, erklärt er. ?Wie sie das Schwert schwang, wie sie ihre Stunts durchgezogen hat ? es machte einfach Spaß, ihr zuzusehen. Sie war beim Training absolut unermüdlich. Der Film profitierte gewaltig von ihrem Einsatz und ihrer Fähigkeit, das vor der Kamera umzusetzen, was sie zuvor gelernt hatte.?

Ein Blick in die Zukunft Für den Entwurf der futuristischen Welt, in der Violet lebt, entschieden sich die Filmemacher für den Szenenbildner James Choo, der gerade an den Hongkong-Blockbustern Infernal Affairs I & II (Infernal Affairs I & II, 2001 & 2003) gearbeitet hatte. China wurde wegen seiner beeindruckenden innovativen Architektur als Kulisse gewählt und durchflutete die ganze Produktion mit dem gewünschten Grundgefühl. Der Großteil des Drehs fand über zwei Monate hinweg in einer Studiohalle statt. Dann ging es für Cast und Crew weiter nach Schanghai, wo der Dreh vor Ort abgeschlossen wurde.

Beim Dreh im Pudong-Viertel von Schanghai wurden verschiedene architektonisch berühmte Gebäude ausgewählt, darunter der Jin-Mao-Turm. Er ist mit knapp 500 Metern das höchste Gebäude von China sowie das vierthöchste Gebäude der Welt und hat die größte und am höchsten gelegene Aussichtsplattform. Das Grand Hyatt, ein Fünf-Sterne-Hotel, das in den letzten 38 Stockwerken des Baus untergebracht ist, hat die am höchsten gelegenen Hotelzimmer der Welt. Außerdem wurde am Oriental-Pearl-Fernsehturm, dem Wissenschafts- und Technologie-Museum, dem Messezentrum, der Bank von China und dem Schanghai-Informationszentrum gefilmt.

?Es war eine Herausforderung, diese so genannte Zukunftswelt zu definieren?, sagt Choo. ?Wie erzielt man einen einheitlichen Ton mit den Sets, den Requisiten und dem Aussehen der Schauspieler? Alles sollte perfekt aufeinander abgestimmt werden, um den Film und die Geschichte maßgeblich zu unterstützen.? Choo war dankbar, mit einem detailversessenen Regisseur wie Kurt Wimmer arbeiten zu können: ?Jede Szene des Films war genau beschrieben und ausgearbeitet. Das war eine enorme Hilfe für mich, den richtigen Look zu finden.?

Die Kostüme waren ebenso wichtig, um den Film in einer glaubwürdigen Zukunft zu verankern. Kostümdesigner Joseph Porro fiel die Aufgabe zu, die Darsteller so einzukleiden, dass sie perfekt in Violets Welt passen würden. ?Ich liebe Science-Fiction?, sagt Porro. ?Und dieser Film hatte Elemente, die ich noch in keinem Film gesehen habe. Kreativ gesehen, war die Arbeit eine große Herausforderung.?

Wegen des Comic-inspirierten Looks des Films arbeiteten Porro und Choo mit genau abgestimmten Farbblöcken und konzentrierten sich darauf, die jeweiligen Farben gezielt zu betonen. Außerdem war es nicht schlecht, Milla Jovovich als Violet an Bord zu haben, wie Porro erklärt: ?Milla hat eine Wahnsinnsfigur, also empfand ich mich als glücklich, sie einkleiden zu dürfen. Bei ihr mußs man nicht schummeln, ihr Körper ist einfach unglaublich.?

Dennoch gab es gewisse Herausforderungen bei der Einkleidung der Hauptdarstellerin. Porro sagt: ?Milla ist die Art von Schauspielerin, die für einen Designer auch ein totaler Albtraum sein kann, um ganz ehrlich zu sein. Sie hat ein eigenes Modelabel, kennt das Modegeschäft in- und auswendig, ist eng befreundet mit den berühmtesten Designern der Welt und war auf allen wichtigen Laufstegen in Europa und den USA. Sie weiß genau, was sie tragen kann, was gut aussieht.? Porro kam dennoch bestens mit dem Star von ULTRAVIOLET aus. ?Mir gefiel es, dass sie Mode versteht?, erzählt er weiter. ?Sie kapiert, was funktioniert und was nicht und hat ein untrügliches Gespür fürs Kreative. Sie hatte einige wirklich tolle Vorschläge.?

?Joseph ist ein einzigartiger Typ?, meint Jovovich. ?Er schießt immer übers Ziel hinaus, er ist wild, er ist ein Künstler. Er ist absolut wunderbar, und ich finde, das sieht man dem Film an. Die Kostüme sehen aus, als entstammten sie einer futuristischen Version von Barbarella.?

Der Dreh in High-Definition ULTRAVIOLET wurde komplett mit Sony-950-Kameras im neuartigen High-Definition-Format gedreht. Die beiden einzigen anderen Filme, bei denen diese Kameras bislang zum Einsatz gekommen sind, waren Star Wars: Episode II ? Attack of the Clones (Star Trek: Episode II ? Angriff der Klonkrieger, 2002) und Star Wars: Episode III ? Revenge of the Sith (Star Wars: Episode III ? Die Rache der Sith, 2005). Der ausführende Produzent Tony Mark konnte bereits auf Erfahrungen mit dem Dreh in High-Definition verweisen, weil er Robert Rodriguez? Once Upon a Time in Mexico (Irgendwann in Mexiko, 2003) produziert hatte, der mit einem früheren Prototyp der Hi-Def-Kamera realisiert worden war.

Dennoch mußste Mark viel Überzeugungsarbeit leisten, um Wimmer und das Studio für den Dreh auf Digital zu gewinnen. Wimmer mußste erst George Lucas am Set von Star Wars besuchen, der ihm die Möglichkeiten und Vorteile von High-Definition vor Ort zeigte, um endgültig dafür begeistert zu werden.

?Die Zukunftswelt von ULTRAVIOLET ist komplett durchdesignt und hochgradig stilisiert ? all das kommt den Stärken von HD entgegen?, berichtet Mark. ?Bei einem Film mit derart vielen visuellen Effekten ist ein digitaler Dreh voller Vorteile. Und von einem finanziellen Standpunkt gesehen, wären wir angesichts der Kosten für das Filmmaterial, die Entwicklung unsd das Verschicken des Films gar nicht in der Lage gewesen, in China zu drehen, wenn wir traditionell auf Film gedreht hätten.?

Szenenfoto
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