Man mußs mich nicht lieben

Ausführlicher Inhalt

Von wegen Lebensfreude: Jean-Claude ist über fünfzig - und Gerichtsvollzieher. Pfändet und setzt mit verhaltener Trauer Schuldner vor die Tür. Man liebt ihn nicht, versteht sich. Seine Frau hat ihn verlassen, seine Sekretärin tröstet sich mit einem Köter, sein Sohn und frischgebackener Kompagnon hasst insgeheim seinen Job. Bleibt noch der greise Vater, ein launischer Tyrann, mit dem er sonntags im Alters-heim Monopoly spielen mußs ? bis zum nächsten Rüffel, weil ihm die mitgebrachte Schokolade nicht passt.

Ein kümmerliches Leben. Bis ihm der Arzt rät, etwas für seine Gesundheit zu tun. Von der Tanzschule gegenüber wehen Tangoklänge ins klamme Büro. Jean-Claude gibt sich einen Ruck. Und trifft auf Francoise. Sie lächelt, er bleibt frostig. Sie erin-nert ihn: Seine Mutter war ihre Babysitterin! Die Maske der Gleichmut, zu der ihn sein Metier zwingt, bekommt einen Riss. Die junge Frau verzaubert ihn.

Plötzlich fühlt er, was es heißt, allein zu sein, widersteht der Kälte seines Vaters ? und wagt, schüchtern und leise zu hoffen. Doch Francoise steht vor der Hochzeit mit Thierry. Eigentlich sollte er sie zum Kurs begleiten. Aber der verhinderte Künstler hat sich eine Auszeit von der Schule genommen, um an einem Roman zu arbeiten. Das geht nicht gut und darum über alles. Also tanzt Francoise mit Jean-Claude und schweigt. Tief ist die Verwirrung der Gefühle, in die sie sein wortloses Werben stürzt ...

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: Central © 1994 - 2010 Dirk Jasper