Garfield 2

Produktionsnotizen

Der Produzent John Davis, zu dessen zahlreichen Hits DOCTOR DOLITTLE (?Dr. Dolittle?, 1998) und DADDY DAY CARE (?Der Kindergarten Daddy?, 2003) zählen, war der ideale Mann, um das ein neues Garfield-Abenteuer, GARFIELD 2, auf der großen Leinwand zum Leben zu erwecken. ?Es ist höchste Zeit, dass Garfield ein richtig großer Kinostar wird.?, sagt Davis. ?Er ist faul, witzig, authentisch und überaus von sich selbst überzeugt. Es ist egal, ob man fünf oder fünfzig Jahre alt ist. Jeder kann sich irgendwie mit ihm identifizieren.?

Davis ist ein wahrer Garfield-Fan. ?Schon als Kind habe ich diesen Comic geliebt und ich fühle mich tief geehrt, dass Garfields Schöpfer Jim Davis mir gestattet hat, seinen Strip als Kinofilm zu adaptieren. Jim hat eine Ikone kreiert, die auf der ganzen Welt geliebt wird.? Jim Davis, mit John weder verwandt noch verschwägert, war seinerseits begeistert, als er hörte, dass seine Schöpfung zum Filmstar werden würde.

?Ich glaube, Garfield ist aus verschiedensten Gründen bei allen Altersschichten populär.?, sagt Davis. ?Er ist ein sehr physisches Tier, wenn es um Humor geht, und die Kinder lieben das. Die Teens wiederum identifizieren sich mit ihm wegen seiner Ablehnung jeglicher Autorität; er ist überaus selbstbestimmt. Und uns Erwachsenen nimmt er unsere Schuldgefühle, isst er doch zu viel, schläft zu lang, ist unsportlich und unmotiviert. Er traut sich Sachen sagen und zu tun, die wir nie wagen würden. So spricht er für viele von uns.?

Für Garfields zweiten Film wollte John Davis eine größere Leinwand, ein größeres Konzept, das einfach Garfields weltweiten Erfolg widerspiegeln sollte. ?Wir wollten Garfield aus seinem gewohnten Umfeld, dem Haus von Jon Arbuckle, befreien, ihn in eine exotischere Umgebung transferieren.?, erläutert Davis. Erneut wandte sich Davis an Joel Cohen und Alec Sokolow, die Drehbuchautoren von GARFIELD sowie der Komödienhits JUST MARRIED (?Voll Verheiratet?, 2003) und CHEAPER BY THE DOZEN (?Im Dutzend billiger?, 2003), um das Skript zum zweiten Garfield-Abenteuer zu verfassen.

Nachbarn von Sokolow lieferten dem Autor und seinem Kollegen Cohen die Vorlage für das Drehbuch zu GARFIELD 2. ?Ein verheiratetes Paar, das in meiner Nachbarschaft gewohnt hatte, ist gestorben. In ihrem Testament vermachte es seinen gesamten Besitz seinem Dienstmädchen ? vorausgesetzt, dieses würde weiterhin auf seinen Hund aufpassen.?

Mit dieser Ausgangsidee im Hinterkopf entwickelten Sokolow und Cohen mehrere Drehbuchstränge. ?Für den neuen Film wollten wir, dass Garfield nicht nur agiert, sondern auch reagiert. Deshalb mußsten wir ihn in eine neue, interessante Umgebung verpflanzen. So kam England ins Spiel ? das royale England mit allem, was dazugehört. Dieser ganz Pomp und das Trara sind etwas, mit dem sich wunderbar jonglieren lässt.?, sagt Joel Cohen. ?Dieser königliche Lebensstil nebst seinem lächerlichen Protokoll entpuppte sich als ideales Spielfeld für unseren Garfield.?

Als nächstes begann die ?Suche? nach Garfields Doppelgänger. Der mußste eine vollkommen andere Persönlichkeit als Garfield besitzen, ihm aber dabei äußerlich bis aufs Haar gleichen. John Davis und die Männer vom Studio sowie die beiden Autoren warfen ihre Ideen zusammen. ?Und da?, sagt Solokow, ?ging uns plötzlich ein Licht auf. Warum sollten wir nicht eine Art ?Der Prinz und der Bettelknabe?-Geschichte erzählen.

Wie schon beim ersten GARFIELD- Film holten sich die Autoren immer wieder bei Jim Davis Rat: ?Jim versteht Garfield besser als jeder andere.?, sagt Cohen. ?Und da Garfields Ansichten und Weltsicht für Jim sehr wichtig sind, schlägt sich dessen Meinung auch in unserem Skript nieder. Also befragten wir Jim immer, wenn wir was Neues machen wollten. Stets antwortete er: ?Das ist ja schön!? Alleine an seinem Tonfall merkten wir, ob ihm unsere Idee gefiel oder nicht. Und wir reagierten entsprechend. Er hat eine sehr effektive Art, Leute zu steuern.?

Regisseur Tim Hill, der THE SPONGEBOB SQUAREPANTS MOVIE (?The Spongebob Squarepants Movie?, 2004) geschrieben und bei MUPPETS FROM SPACE (?Muppets aus dem All?, 1999) sowie MAX KEEBLE?S BIG MOVE (?Max Keebles großer Plan?, 2001) Regie geführt hat, gefiel Cohens und Solokows Drehbuchansatz sehr gut. ?Ich ging online und stellte mit Erstaunen fest, wie viele Menschen ihren gesamten Besitz ihren Tieren vererben.?, sagt Hill. ?Eine tolle Ausgangsidee für unsere Story! Wie auch GARFIELD in England spielen zu lassen! Seiner natürlichen Umgebung beraubt, führt er sich auf wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen.?

Hill und John Davis war es wichtig, die Stars aus GARFIELD wieder zu vereinen: Breckin Meyer als Garfields geplagten Besitzer Jon Arbuckle, Jennifer Love Hewitt als dessen Objekt der Begierde Liz Wilson und natürlich auch die Schauspiellegende Bill Murray, der Garfield spricht.

John Davis erinnert sich, dass es eine der größten Herausforderungen war, die Stimme Garfields zu finden: ?Wir brauchten jemanden mit einer spitzen Zunge, jemanden, der satirisch und ironisch sein konnte und gleichzeitig auch einen enormen Sinn für Komödie besitzt. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir mit Bill Murray den perfekten Mann dafür gefunden haben.? Und er fügt hinzu: ?Bill Murray ist zum Schreien komisch. Er versteht etwas von der Mentalität einer Katze. Er ist schlichtweg genial.?

?In beiden Filmen geht Bill förmlich in seinem Katzencharakter auf.?, fährt Davis fort. ?Unsere halbe Arbeit war getan, als Bill zusagte, Garfield zu spielen. Jeder kennt Garfields Lebenseinstellung ? so auch Bill. Und der weiß, diese allein durch seine Stimme zu transportieren.?

Bei GARFIELD passte sich Murrays Stimme noch der Arbeit der Animatoren an. Bei GARFIELD: A TAIL OF TWO KITTIES ging man anders, eher traditionell vor. Murray sprach seine Rolle noch vor Beginn der eigentlichen Produktion und die Animatoren glichen in der Folge Garfield der ?Stimme seines Herrn? an. ?Die Animatoren hörten sich Bills Stimmmodulationen sorgfältig an,?, erzählt der Animationsüberwacher Chris Bailey, ?aber nicht, um Nuancen im Dialog zu erkennen, sondern um sich einen Gesamteindruck von Garfield alias Bill Murray zu verschaffen.?

?Bei diesem Film hatten wir es schon viel leichter als beim ersten Teil. Wir hatten die Kinderkrankheiten ausgemerzt und das Arbeiten war vergleichsweise leicht.?, fügt Bailey hinzu, der schon bei X2 (?X-Men 2?, 2003) und FAT ALBERT (?Fat Albert?, 2004) mitgearbeitet hat.

Ein anderer Schauspieler, der wieder mit von der Partie ist, Breckin Meyer, beschreibt seinen Part des Jon Arbuckle als netten, manchmal etwas brummeligen, aber prinzipiell liebenswerten Kerl. ?Jon ist sozusagen das Jin zu Garfields Jang.? Was Meyer beim neuen Film besonders gut gefällt, ist der romantische Aspekt. Er hat sich in den Kopf gesetzt, Liz einen Heiratsantrag zu machen ? und dafür überquert er sogar den großen Teich. Meyer erläutert: ?Jon beschließt endlich, etwas mehr Mut zu zeigen. Sein Heiratsantrag an Liz ist hierfür ein Anfang.?

Besonders kam Meyer bei der Arbeit an diesem Film entgegen, dass der Titelheld computergeneriert war: ?Ich habe nämlich eine Katzenhaarallergie. Es war toll für mich, dass während der Dreharbeiten ein Kirschkernkissen als Garfield herhalten mußste.? Wegen dieser ?Ersatzkatze? fiel Meyer die Interaktion mit Garfield viel leichter als im ersten Film: ?In GARFIELD mußste ich alle meine Szenen mit einem nicht existierenden Kater spielen.?, erinnert er sich. ?Hier hatte ich ein schwarzes Kirschkernkissen, das mir zumindest ein Gefühl vom Gewicht meines Partners vermittelte.?

?Zu Beginn der Produktion erklärte mir Animationsüberwacher Chris Bailey, dass ich viel mit meiner Ersatzkatze ?spielen? sollte, sie streicheln, kratzen, an den Ohren ziehen. So würde der Kater im Film glaubwürdig rüberkommen. Denn mit den Mitteln der modernen Computertechnik ist es ein Leichtes, Garfield nachträglich einzubauen.?

Wie Meyer war auch Jennifer Love Hewett begeistert, erneut in ihre GARFIELD-Rolle schlüpfen zu dürfen: ?Ich bin mit der ?Garfield?-TV-Serie aufgewachsen, ich habe sogar eine große orangefarbene Katze bekommen. Bei den Dreharbeiten probierte ich Garfields Lieblingsspeise Lasagne zum ersten Mal ? aber was ich an ihm wirklich mag, ist sein Sarkasmus. Ich bin auch sehr sarkastisch. Deshalb mag ich diese Art von Humor.?

In GARFIELD: A TAIL OF TWO KITTIES hat Hewett ein Erlebnis, auf das sie im richtigen Leben noch wartet: ?Noch nie hat mir jemand einen Heiratsantrag gemacht. Dieses Storyelement hat mir sehr viel Spaß bereitet.? Was für Hewett hingegen nicht neu war, war die Tatsache, dass sie einmal mehr mit einem unsichtbaren Ko-Star zu tun hatte. ?Im ersten GARFIELD war es für mich eine sehr große Herausforderung, mit jemandem zu spielen, der nicht anwesend war.?, gibt sie freimütig zu. ? Aber seitdem ich in der Fernsehserie ?The Ghost Whisperer? mitwirke, in der ich ständig mit Geistern kommuniziere, stellt das überhaupt keine Schwierigkeit mehr dar. Ich überrasche mich vielmehr immer wieder dabei, wie ich mit mir selbst rede.?

Das vielleicht größte Problem bei der Arbeit zu GARFIELD: A TAIL OF TWO KITTIES war für Hewett der Umstand, dass sie ihre Termine überaus präzise koordinieren mußste. ?Von Montag bis Freitag arbeitete ich beim Fernsehen, am Sonntag beim Film. Das war zwar sehr anstrengend, hat aber auch viel Spaß gemacht.?

Zur GARFIELD-Stammcrew um Hewett, Meyer und Murray stieß der schottische Schauspieler und Komiker Billy Connolly, der den boshaften Lord Dargis gibt. Diesen beschreibt Connolly als hinterhältigen, faulen Intriganten, der in der Gegend herumrennt, sich für überaus schlau hält, in Wirklichkeit aber nichts anderes als ein blasierter Upperclass-Schnösel ist. ?Ich liebe es, Bösewichte zu spielen.?, sagt Connolly. ?Das sind einfach die fleischigeren Rollen.?

GARFIELD: A TAIL OF TWO KITTIES gibt Connolly die Möglichkeit, die gesamte Bandbreite seines physischen komischen Talents unter Beweis zu stellen: ?Ich bekomme einen Rechen über den Kopf gezogen, werde über einen Zaun gejagt und von einem Rottweiler gebissen, ich falle die Treppen hinunter, klemme meine Hände in einem Klavierdeckel ein und duelliere mich sogar mit Breckin Meyer. Jeder im Film hat mit mir ein Hühnchen zu rupfen. Wir haben es hier mit echtem Slapstick zu tun. Und deshalb kann ich so richtig vom Leder ziehen.?

Die Filmemacher, Tim Hill eingeschlossen, sind für Connollys Humor und schauspielerisches Talent voll des Lobes: ?Billy spielt den Lord Dargis sehr authentisch. Er kennt echte britische Aristokraten und modelliert seinen Charakter nach Leuten, die er über die Jahre tatsächlich getroffen hat. Sein Dargis ist überaus selbstgefällig und gewohnt, seinen Kopf durchzusetzen.?

Und auch für die Besetzung der Tierstimmen konnten die Macher von GARFIELD: A TAIL OF TWO KITTIES auf überaus große Namen zurückgreifen: Neben Bill Murray als Garfield spricht Tim Curry den noblen Prince, der renommierte britische Charakterdarsteller Bob Hoskins (MRS. HENDERSON PRESENTS, ?Lady Henderson präsentiert?, 2005) die Bulldogge Winston, Rhys Ifans (NOTTING HILL, ?Notting Hill?, 1999) das schottische Karnickel McBunny, Jane Leeves aus ?Frasier? die Ente Eenie, Vinnie Jones (X-MEN: THE LAST STAND, ?X-Men ? Der letzte Widerstand?, 2006) den Kampfhund Rommel, Jane Horrocks die Ente Meenie und Sharon Osbourne (?The Osbournes?) die Gans Christophe.

Eine Geschichte von zwei (CG)-Garfields Der Animationsüberwacher Chris Bailey und das Effekte-Team der Rhythm & Hues Studios, die schon bei GARFIELD, DR. DOLITTLE und DR. DOLITTLE 2 (?Dr. Dolittle 2?, 2001) zusammengearbeitet haben, erweckten hier Garfield erneut zum Leben und versahen ihn mit seinen typischen Merkmalen: Bauchumfang, Schlafzimmerblick und breites Grinsen.

Um den CG-Garfield zum Leben zu erwecken, arbeiteten die Filmemacher zunächst mit einer ausgestopften Garfield-Puppe. So wusste der Kameramann, an welchen Stellen genau Garfield später einkopiert werden würde, während die Schauspieler die Möglichkeit erhielten, mit diesem Dummy zu proben. Nach diesen Vorbereitungen wurden die Szenen dann ohne Puppe gedreht. Schließlich, im einem dritten Schritt, wurde der computergenerierte Garfield in die entsprechenden Szenen eingebaut. Der letzte Schritt für die Animatoren bestand darin, Garfield ins ?rechte Licht? zu rücken, Schatten zu setzen, die Augen mit Reflektionen zu versehen und seinem Fell Struktur zu verleihen.

Rhythm & Hues schufen zunächst einen ?anatomischen? Garfield, einen aus Haut und Knochen, Muskeln und Sehnen, Augen und Haaren. Die Effekte-Künstler scannten dieses Material in den Computer ein und setzten aus diesen Informationen ihre CG-Figur zusammen, die sie dann mit Bewegung versahen. So konnte sich Garfield endlich in der Welt natürlich bewegen.

Dreißig Animatoren halfen Bailey dabei, Garfield und Prince zum Leben zu erwecken. Dank der technischen Neuerungen, die Rhythm & Hues im Laufe der Jahre gelungen sind, geriet der ?neue? Garfield viel perfekter als sein Vorgänger. Bailey ist sich sicher, dass die Zuschauer von den Verbesserungen, auch wenn sie sie nicht bewusst bemerken, begeistert sein werden.

Bailey erklärt: ?Vor allem Garfields Fell sieht dieses Mal viel realistischer aus und auch sein Körperbau wirkt wesentlich überzeugender. Außerdem haben wir der Figur mehr Tiefe verliehen, mehr Dreidimensionalität. Sie sieht ?echter? aus, weil sie mehr auf ihren Hinterbeinen geht, wie ein Mensch. Im ersten Film war Garfield eher noch eine richtige Katze, die sich primär auf vier Pfoten fortbewegt. Diese Optimierungen machen wirklich viel aus!?

Die beiden Katzen sind nahezu identisch, haben aber verschiedene Stimmen, Persönlichkeiten und Verhaltensweisen. Sie lächeln und benehmen sich auf verschiedene Weise. ?Prince schreitet eleganter als Garfield, er trägt seine Nase hoch in der Luft, er ist ein Upperclass-Snob.?, sagt Bailey. Charakteristisch sind auch die verschiedenen Stimmen, ganz klar, denn Prince wird von Tim Curry, Garfield von Bill Murray gesprochen. Garfield scheint ein bisschen tollpatschiger, ein bisschen schwerfälliger in der Bewegung. Prince ist eher eine elegante Katze, Garfield eher ein behäbiger Köter.

Die Tiere sprechen So wie Bailey, die Animatoren und das Team von Rhythm & Hues zusammengearbeitet haben, um einen neuen, verbesserten Garfield zu kreieren, war das in Vancouver ansässige Effekte-Unternehmen Rainmaker Animation and Visual Effects damit beschäftigt, den echten Tieren des Films das Sprechen ?beizubringen? ? ein äußerst schwieriger sechsmonatiger Arbeitsprozess, in dessen Verlauf rund 200 Animatoren die Gesichter der Tiere via Computer berechneten und kartographierten.

Bevor mit der Arbeit begonnen werden konnte, mußsten die Stimmen der Tiere aufgenommen werden. Die Effekte-Überwacherin Betsy Paterson präzisiert: ?Da menschliche Stimmen so viel mit Gestik und Mimik zu tun haben, haben wir die Schauspieler bei den Sprachaufnahmen auf Video aufgezeichnet, sodass wir ihre Manierismen und Gesichtsausdrücke später auch auf die Tiercharaktere entsprechend übertragen konnten.

Das einzige echte Tier, das nicht spricht, ist Jons geliebter Hund Odie, Garfields wandelnder Alptraum. Zwei supernette Mischlinge, halb Dackel und halb Terrier, Tyler und seine Schwester Chloe, schlüpften erneut in die Rolle des Odie. Vier Wochen lang trainierte die Hundetrainerin Kristy Campbell die beiden Vierbeiner, um ihnen die neuen Tricks beizubringen.

Obwohl beide Hunde gleich aussehen, sind sie vollkommen entgegengesetzte Persönlichkeiten und wurden entsprechend für ganz verschiedene Szenen eingesetzt. Tyler ist nett, einfühlsam und somit für die schwierigen Szenen zuständig. ?Er ist sehr intelligent und gehorcht aufs Wort. Er ist leicht zu trainieren. Chloe wiederum ist vollkommen durchgeknallt. Sie ist etwas schwieriger, dafür aber praktisch furchtlos.?, sagt Campbell.

Die Tiere wurden von der Firma Birds and Animals Unlimited zur Verfügung gestellt und vom Tierkoordinator Marc Forbes beaufsichtigt. Eine der größten Herausforderungen für Forbes war es, einen Stier zu finden, der Bolero spielen könnte. ?Ich war mir nicht sicher, ob man einen Stier überhaupt abrichten kann. Vor allem dass er ohne Zaumzeug Tricks durchführt.?, sagte Forbes.

?Ich dachte, man könne einen Stier nur bis zu einem gewissen Punkt zu etwas zwingen, über den hinaus er die Zusammenarbeit dann verweigern würde. Aber dann fanden wir Butch und dessen Trainer. Dieses Tier übertraf alle unsere Erwartungen. Es benahm sich wie ein echter Profi. Der Stier kam heraus, vollführte seinen Trick, schüttelte seinen Kopf, verbeugte sich und ging. Phänomenal, dieser Butch!?

Zu gewissen Zeiten sah es am Set von GARFIELD: A TAIL OF TWO KITTIES aus wie auf Noahs Arche. Tiere, wohin man blickte. Um Schwierigkeiten zwischen Zwei- und Vierbeinern zu vermeiden, wurde parallel mit zwei Filmteams gearbeitet. Die erste Mannschaft unter Regisseur Tim Hill drehte mit den menschlichen Schauspielern, mit Garfield, Odie und anderen wichtigen Tieren. Die zweite Mannschaft unter second unit director und Chefkameramann Dean Cundey, ASC, der auch schon bei GARFIELD in gleicher Funktion dabei gewesen war, realisierte alle übrigen Tierszenen.

Am schwierigsten waren die Szenen zu realisieren, in denen der computergenerierte Garfield mit den echten Tieren zusammenspielen mußste. Das war zwar äußerst zeitaufwändig, aber, so Cundey, auch überaus witzig. Da gibt es beispielsweise die Szene, in der Garfield die Menagerie seines Schlosses zur Teamarbeit verdonnert. Ihre Aufgabe: Genügend Lasagne herzustellen, um damit ein Königreich zu sättigen - zumindest aber Garfields schier unstillbare Gier nach diesem Gericht. So trägt der Hund einen Sack Mehl, den ein Vogel mit dem Schnabel öffnet, während später ein Hase die Pasta aus der Maschine kurbelt. Kopf hinter der Sache: Chefkoch Garfield.

?Wenn man mit so vielen Tieren gleichzeitig arbeitet, braucht man enorme Geduld.?, sagt Dean Cundey. ?Tierische Darsteller sind überaus unberechenbar. Im Endeffekt aber, wenn man alles wie eine komplexe Musicalsequenz choreographiert hat, verschafft es einem eine ungeheure Befriedigung. Man mußs nur genau wissen, welches Tier was zu tun hat und wie es reagiert.?

Zunächst studierte der Tierüberwacher Marc Forbes die entsprechenden Szenen sorgfältig und besprach sie anschließend mit den einzelnen Tiertrainern. Welches Tier war für welche Aktionen am besten geeignet? ?Zum Beispiel?, sagt Forbes, ?fanden wir heraus, dass unsere Ziege sehr gut darin war, Tomaten in einem Fass zu zertreten. Also bekam sie den entsprechenden Part. Unser Stier wiederum transportierte den Knoblauch mit seinen Hörnern. Und da war da unsere Krähe, die die Schnur an dem Mehlsack in den Schnabel nahm und diesen so öffnete. Wir stimmten sogar unsere Utensilien auf die jeweiligen Tier ab. So verfügt beispielsweise die Pastamaschine über ein kleines Pedal, auf das der Hase seinen Fuß stellen kann. In Wirklichkeit wird der Apparat aber von einem Motor angetrieben. Doch so sieht es aus, als würde es tatsächlich der Hase sein, der die Nudeln herstellt.?

Und Tim Hill fügt hinzu: ?Diese Szene mußsten wir in Etappen filmen. Zuerst drehten wir die Küche gänzlich ohne Tiere. Dann bevölkerten wir sie in drei Schichten mit den verschiedenen Tieren. Insgesamt besteht diese Szene aus 45 einzelnen Einstellungen und wir brauchten vier Tage, bis wir sie im Kasten hatten.? Cundey und sein Team wiederum drehten jene Szene, in der Garfield und seine Helfer ihre kulinarische Kreation verputzen.

Die Dreharbeiten zu GARFIELD: A TAIL OF TWO KITTIES begannen in London. Die Produktion drehte an verschiedenen touristischen Sehenswürdigkeiten, die Garfield im Laufe der Geschichte aufsucht, darunter Buckingham Palace, Westminster Abby, Trafalgar Square, Big Ben und die Winston Churchill Statue.

Dann übersiedelte der Tross nach York, England, um Außenaufnahmen beim Castle Howard, einem prunkvollen Herrensitz aus dem 18. Jahrhundert, zu machen. Das Schloss diente als Kulisse für Princes Zuhause, das ?Carlyle Castle?. Umgeben von 10.000 Hektar Garten- und Parklandschaft von atemberaubender Schönheit ist Castle Howard eines der schönsten historischen Gebäude Englands, das seit seiner Erbauung der Howard-Familie als Heim dient.

Die Produktion mit Sitz in Los Angeles kehrte schließlich nach Südkalifornien zurück, um im stattlichen Greystone Mansion in Beverly Hills die Castle Carlyle-Innenaufnahmen sowie einige -Garteneinstellungen für zu drehen. Produktionsdesigner Tony Burrough wählte Greystone, weil es, wie er betont, es eine Verschmelzung von vielen englischen Landsitzen sei. In Studios rund um Los Angeles wurden der Ballsaal sowie die Küche von Carlyle Castle aufgebaut, wobei letztere der aus dem Burghley House in Cambridgeshire nachempfunden wurde.

Burrough versuchte, die Inneneinrichtung so englisch wie möglich zu gestalten: ?Aber im Hinterkopf war mir immer klar, dass sich keinen Jane-Austen-Film, sondern GARFIELD ausstatte. Deshalb ist alles ein bisschen heller, ein bisschen verspielter und ein bisschen farbenfroher, als man dies in England gewohnt ist.?

Garfields zweiter Kinoausflug präsentiert sich noch spektakulärer, spaßiger und abenteuerreicher als das Original. Aber, so führt Jim Davis an, es gibt in diesem Katzenabenteuer gewisse Veränderungen. So lernt Garfield etwa, Odie zu akzeptieren, und hat mit ihm auch einige heroische Momente zu bestehen. In GARFIELD 2 lebt unser Kater das feine englische Landleben und verfällt darüber in arge Selbstzufriedenheit, bis er ein paar ordentliche Nackenschläge einstecken mußs und so etwas wie Bescheidenheit lernt. Und am Ende des Tages löst er nicht etwa alleine all seine Probleme, sondern erkennt den Wert von Teamarbeit. Gemeinsam ist man stark, so lautet seine neue Erkenntnis.

Kann man einer alten Katze wirklich neue Tricks beibringen? Eines ist sicher: Wo auch immer Garfield sich aufhält, in der amerikanischen Vorstadt oder auf einem englischen Landsitz, er wird immer der Herr seines ?Königreichs? sein

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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