Phat Girlz

Produktionsnotizen

Drehbuchautorin Nnegest Likké wollte schon immer eine Geschichte über stämmige Frauen schreiben. Für sie sind sie eine Minderheit, über die sich Hollywood bisher entweder lustig gemacht oder die die Traumfabrik einfach komplett ignoriert hat. "All die Geschichten über mollige Frauen ziehen Übergewicht entweder total durch den Kakao oder stellen sie als Clowns und Trottel da. Ich wollte eine Komödie schreiben, die sich eben nicht darüber lustig macht, sondern auch ernst genommen werden kann," so Likké.

Nachdem sie sich dieses Ziel gesetzt hatte, sah sich Likké schnell mit einem anderen Problem konfrontiert: "Leider konnte ich keine passenden Schauspieler finden und ich wollte einfach niemanden in einen Fat-Suit stecken,".

Da zeigte ihr ihre Mutter eine DVD mit dem Namen THE QUEENS OF COMEDY und den Auftritt der kessen Mo'Nique, die bekannt für ihren derben Humor ist. Die Schauspielerin, die bereits in Filmen wie DOMINO ("Domino ? Live Fast, Die Young", 2005), SOUL PLANE ("Soul Plane", 2004) und BABY BOY (2001) mitgewirkt hatte, bekam viel Lob und Aufmerksamkeit für ihre Rolle der Nicole "Nikki" Parker in der erfolgreichen UPN Comedy-Serie "The Parkers". "Als ich Mo'Nique in THE QUEENS OF COMEDY sah, wusste ich, dass ich meine Hauptdarstellerin gefunden hatte und deshalb hatte ich sie die ganze Zeit beim Schreiben des Drehbuchs im Kopf. Ich wusste, dass sie diese liebenswürdige, witzige, sexy, freche Art mitbringt, die ich in meiner Hauptfigur sehen wollte," so Likké.

Zu diesem Zeitpunkt verdiente Likké ihr Geld als Autorin und Produzentin bei einer erfolgreichen Reality-TV-Show. "Ich hatte mich entschieden, nicht dorthin zurückzukehren. Nachdem ich Mo'Nique gesehen hatte, sagte ich mir: ?Ich werde dieses Drehbuch schreiben und ihr schicken und dann beten, dass sie mein Script liest und es mögen wird.' Danach würden wir beide einfach bei den Studios anfragen." Likké war mit Herz und Seele voll bei der Sache: "Ich wusste, wenn ich dieses Drehbuch fertig bekomme und sie dabei habe, würde alles genau so passieren."

Das dauerte zwar ganze drei Jahre, aber Likké schrieb das Drehbuch und konnte es letztendlich sogar Mo'Nique selbst in die Hand drücken. Aber zuerst brauchte sie kreativen und finanziellen Beistand. Sie traf sich mit dem Produzenten Bobby Newmyer, der bereits für Filme wie TRAINING DAY ("Training Day", 2001) und die SANTA CLAUSE-Filme ("Santa Clause ? Eine schöne Bescherung", 1994, "Santa Clause 2 ? Eine noch schönere Bescherung", 2002) verantwortlich zeichnete, in den Büros seiner Produktionsfirma, Outlaw Productions.

Über das Treffen, das volle vier Stunden dauerte, sagt Likké: "Es war unglaublich. Wir fühlten uns sofort seelenverwandt und das war auf seltsame Weise wunderschön. Wer hätte gedacht, dass eine junge schwarze Frau und ein 48-jähriger weißer, jüdischer Mann aus Bel Air so viel gemeinsam haben. Bei unserem Treffen sprachen wir über alles, auch über meinen Vater, der aus Äthiopien stammt und meine vielen Besuche in Afrika. Da fand ich heraus, dass er ein Projekt über Afrika mit dem Titel THE LOST BOYS OF THE SUDAN plant. Diese Zufälle waren wirklich beeindruckend."

Ebenfalls zufällig bemerkten Newmyer und Likké, dass sie beide zur selben Zeit auf dieselbe Art und Weise über Mo'Nique stolperten. Sie sahen sie in THE QUEENS OF COMEDY, waren sofort hingerissen von der Komikerin und wollten sie unbedingt bei diesem Projekt dabei haben. Daraufhin begann Likké umgehend mit dem Schreiben des Drehbuchs zu PHAT GIRLZ, das sie und Newmyer ein Jahr später endgültig zusammenbringen sollte.

Newmyer eröffnete Likké, dass er PHAT GIRLZ statt auf normalem Film auf High Definition, also auf digitalem Video drehen wollte, um so die Kosten zu halbieren und fragte sie, ob sie die Regiearbeit übernehmen würde. "Das Beste, was ich mir von diesem Treffen eigentlich erhofft hatte, war, dass er sagen würde: ?Ich möchte dein Skript kaufen und den Film produzieren.' Als er mich tatsächlich fragte, ob ich Regie führen möchte, war ich komplett sprachlos. Es war wohl der verrückteste Moment meines Lebens. Mein Traum war es schon immer, irgendwann einmal selbst auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Das war für mich der Anfang eines atemberaubenden Abenteuers," so Likké.

Das Abenteuer ging weiter, als Mo'Nique das Drehbuch erhielt und den Stoff auf der Stelle umwerfend fand, nicht etwa bei einem Geschäftsessen mit ihrem Agenten, sondern im heimischen Badezimmer. "Als ich das Skript zum ersten Mal las, lag ich gerade in der Badewanne. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Ich war sofort gefesselt. Noch am selben Abend rief ich Nnegest Likké an und sagte: ?Schwester, ich habe gerade dein Drehbuch gelesen. Ich bin dabei. Es ist brillant. Endlich redet jemand mal Klartext.' Mit diesem Film trifft sie den Nagel genau auf den Kopf," so die Schauspielerin und Komikerin.

Vielleicht war es Schicksal, dass die beiden zusammenarbeiten sollten, denn als Likké von Mo'Niques Zusage erfuhr, war auch sie gerade unter der Dusche. "Ich wusste nicht einmal, ob sie das Drehbuch erhalten hatte. Ich war gerade unter der Dusche, als das Telefon läutete. Mein Mitbewohner sagte: ?Mo'Nique ist für dich in der Leitung.' Und ich sagte nur: ?Ich kenne keine Monique. Monique wer?' Ich ging also ans Telefon und mich hätte beinahe der Schlag getroffen, denn da war tatsächlich die echte Mo'Nique aus Queens of Comedy am anderen Ende. Sie sagte: ?Schwester, ich habe dein Drehbuch gelesen und ich liebe es. Hast du mich etwa heimlich beobachtet? Das klingt wie aus meinem Leben gegriffen.'," so Likké.

Das Timing war schon beinahe unheimlich, denn Mo'Nique war gerade von einer Südafrikareise zurückgekehrt. "Dort, und in ganz Afrika lieben sie fülligere Frauen. Mo'Nique erzählte, dass, als sie dort ankam, ihr die Männer auf der Straße hinterher riefen: ?Heirate mich! Heirate mich!' Sie wussten nicht einmal, dass sie eine Berühmtheit ist. Sie fanden sie einfach nur deshalb so wahnsinnig attraktiv, weil sie mollig, prall und hübsch ist. Deshalb stimmte das Drehbuch fast mit dem überein, was sie gerade erlebt hatte," so Likké. Zur Rolle der Jazmin Biltmore konnte Mo'Nique einfach nicht Nein sagen. "Jazmin ist extrovertiert, aggressiv und sehr unsicher, wenn man sie zum ersten Mal trifft. Gegen Ende des Films ist sie extrovertiert, aggressiv, eigensinnig und sehr selbstsicher," so Mo'Nique.

"Jazmin befindet sich mit der Welt in einem ständigen Kampf. Sie schreit: ,Hey, ich bin hier. Akzeptiert mich. Ich bin hübsch.' Gleichzeitig sollte sich die Rolle aber auch nicht so weit von Mo'Niques frecher, sexy Art entfernen. Ich wollte eine Figur erschaffen, die zum Ende des Films für genauso schön gehalten wird wie Halle Berry," so Likké.

Außerdem wollte Likké mit der Rolle von Jazmin die Probleme aufzeigen, denen übergewichtige Frauen in der Gesellschaft ausgesetzt sind. "Da ich selbst ziemlich mollig bin, habe ich ständig Probleme damit, attraktive Kleidung zu finden. Dieser Mode-Aspekt war mir sehr wichtig und ich wollte ihn daher auch in den Film einbauen. Wer zum Teufel kann sich denn bitteschön in Gummizughosen und Schlabber-Shirts sexy fühlen?!"

Genau dieser offene Umgang mit den Problemen von dicken Frauen in einer "dünnen" Welt war der Grund, warum Mo'Nique das Drehbuch so liebt.

"Ich schätze dieses Drehbuch wirklich sehr, denn es kommt von Herzen. Es stammt von einer Person, die genau all diese Probleme selbst durchgemacht hat. Nnegest hat sich genau die Worte von der Seele geschrieben, die jedes mollige Mädchen in sich trägt: nicht nur Mo'Nique und Jazmin, sondern auch Lisa, Pam, Kim, Michelle, Rebecca und viele andere."

Auch Mo'Nique ist, wie Likké, kein Fan von Fat-Suits, die von manchen Schauspielern getragen werden, um in die Rolle übergewichtiger Personen zu schlüpfen. "Normalerweise stecken viele Filmemacher Schauspielerinnen einfach in ein Fat-Suit, wenn sie einen Film über Übergewicht drehen. Diese Schauspielerinnen können sich aber in diese Rollen gar nicht hineinversetzen. Denn wenn der Drehtag vorüber ist, schlüpfen sie einfach wieder aus ihren künstlichen Pfunden. Wir können das nicht. Wir haben unser Kostüm immer an. Es war wirklich an der Zeit, dass jemand mal seine Stimme erhebt und sagt: ?Ich bin dick und ich bin stolz darauf. Deshalb werde ich mich nirgends verstecken. Find' dich damit ab oder wir laufen dich einfach über den Haufen.'," so Mo'Nique.

Mo'Nique und Likké zollen ihrem Produzenten Bob Newmyer höchsten Respekt dafür, trotz der oft schweren Zeiten nie den Glauben an das Projekt verloren zu haben. Als Investoren ausblieben, nahm er sogar eine Hypothek auf sein Haus auf und bot die Ausbildungsfonds seiner Kinder an. "Er machte wirklich alles, um diesen Film realisieren zu können. Er glaubte an das Projekt, er glaubte an Mo'Nique und er glaubte auch an mich ? eine Filmanfängerin, die noch nie zuvor Regie geführt, geschweige denn ernsthaft auf einem Set gearbeitet hatte. Niemand glaubte, dass Bobby es schaffen würde. Aber er tat es. Er holte Gold für uns alle," so Likké.

Bob Newmyer starb im Dezember 2005 im Alter von 49 Jahren an einem Herzinfarkt. "Ich verehre ihn. Er setzte alles aufs Spiel für unseren Film. Er setzte seine Familie für zwei dicke, schwarze Frauen aufs Spiel," so Mo'Nique. "Wenn ich ihn auf der andern Seite treffe, dann werde ich ihn erst mal so richtig an mich drücken."

Auf der Suche nach den dicken Mädels ... und Jungs Mit Mo'Nique an Bord konnte der restliche Casting-Prozess beginnen. Da sie zum ersten Mal als Regisseurin arbeitete, kamen Likké zahlreiche ihrer Film-erprobten Freunde zu Hilfe: "Viele von meinen Freunden rieten mir, möglichst bekannte Gesichter zu besetzen. Aber für mich geht es hauptsächlich um den Charakter der jeweiligen Figuren. Ich glaube, dass die Leute es mögen, wenn die Figuren so stark wie möglich sind. Da ich eine Perfektionistin bin, war es mir sehr wichtig, genau die passenden Schauspieler für die jeweiligen Rollen zu finden. Egal ob sie berühmt sind oder nicht," so Likké.

Neben Mo'Nique war die Rolle des nigerianischen Arztes Tunde Jonathan die wichtigste, die es zu besetzen galt. Der gut aussehende und gebildete Mediziner verliebt sich während seines Aufenthalts in den USA unsterblich in Jazmin. Likké war viel daran gelegen, einen authentischen afrikanischstämmigen oder zumindest afrikanisch angehauchten Schauspieler zu finden. "Ich sagte: ?Es ist mir egal, falls wir extra fürs Casting jeden nigerianischen Schauspieler einfliegen müssen. Ich möchte jeden potenziellen Tunde sehen, bis ich den perfekten gefunden habe'," so Likké.

Die Rolle war ganz und gar nicht nach dem Schema des durchschnittlichen romantischen Helden angelegt ? der passende Schauspieler mußste nicht nur einen internationalen Touch besitzen, er mußste auch "auf eine Art und Weise, die man nicht durch stahlhartes Fitnesstraining erhält, umwerfend schön sein," so Likké. Außerdem mußste er stark genug sein, um mit einem Charakter wie dem von Mo'Niques Jazmin klar zu kommen und gleichzeitig all diese knabenhaften Züge aufweisen, die das weibliche Publikum besonders schätzt.

Viele nigerianische Schauspieler sprachen für die Rolle vor, doch leider konnte keiner all diese Kriterien erfüllen. "Ich fing an, mir Sorgen zu machen, ob ich jemals den passenden Schauspieler finden würde. Da tauchte plötzlich Jimmy vor mir auf. Und ich dachte mir: ?Oh mein Gott. Er ist Tunde!' Und als er anfing zu sprechen, dankte ich Gott, dass meine Suche vorüber war. Er lief außer Konkurrenz," so Likké.

Der Jimmy, von dem Likké spricht, ist Jimmy Jean-Louis, dessen Leben selbst genug Stoff für einen Film hergibt. Bis zu seinem zwölften Lebensjahr lebte er in ärmlichen Verhältnissen in einem abgeschiedenen Dorf auf Haiti. Dann zog er nach Paris.

Inzwischen stand er auf zahlreichen Musical-Bühnen in Spanien, er kann auf eine erfolgreiche Modelkarriere zurückblicken und schaffte von dort aus den nahtlosen Übergang ins Schauspielgeschäft. Zu seinen Filmauftritten zählen eine Nebenrolle in der TV-Serie "The Shield" sowie TEARS OF THE SUN ("Tränen der Sonne", 2003), MONSTER IN LAW ("Das Schwiegermonster", 2005), HOLLYWOOD HOMICIDE ("Hollywood Cops", 2003) und THE BOURNE IDENTITY ("Die Bourne Identität", 2002).

Die Rolle des Tunde gefällt Jean-Louis aus mehreren Gründen: "Es kommt nur sehr selten vor, dass afrikanischstämmige Menschen im Film als gut gebildete Ärzte dargestellt werden. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, diese Rolle zu spielen. Viele Leuten denken, dass es in Afrika nur Dschungel und wilde Eingeborene gibt, aber das stimmt ganz und gar nicht. Ich glaube, dieser Film transportiert eine gute Botschaft," so der Schauspieler.

Jean-Louis konnte auch der übereifrigen Einstellung der Regisseurin nicht widerstehen: "Sie war mit so viel Leidenschaft bei der Sache. In jedem einzelnen Moment ist diese Leidenschaft zu spüren. Da kann man einfach nicht anders, als sich mitreißen lassen. Sie machte ihren Job wahnsinnig gut. Sie wusste ganz genau, was sie wollte und tat alles, um das auch zu bekommen."

Die Suche nach der passenden Schauspielerin für Jazmins mollige Freundin Stacey stellte ebenfalls eine Herausforderung dar: "Nnegest wollte jemanden, der mit Mo'Nique mithalten kann ohne sie dabei zu übertrumpfen," so Produzent Steven J. Wolfe. "Wir standen bereits kurz vor Drehbeginn und hatten schon viele Schauspielerinnen für die Rolle vorsprechen lassen, aber es war einfach nicht die Richtige dabei." Während des Casting-Prozesses dachte Wolfe immer wieder an Kendra C. Johnson, die für die Rolle ideal zu sein schien. Obwohl sie bereits in TV-Serien wie "The Shield" und "Strong Medicine" zu sehen war, konnte sie bisher auf keinerlei Spielfilm-Erfahrung zurückgreifen. "Als sie jedoch zum Vorsprechen kam, waren wir uns einig. Das ist unsere Stacey. Sie brachte eine wahnsinnige Natürlichkeit und Gerissenheit für die Rolle mit, wie es zuvor noch keine andere Schauspielerin getan hatte," so Wolfe.

Für den Part von Mo'Niques Filmcousine konnte das Team Joyful Drake gewinnen, die bereits in BEAUTY SHOP ("Beauty Shop", 2005) zu sehen war. "Kendra C. Johnson und Joyful Drake waren wie Schwestern für mich. Kendra ist mollig, deshalb konnten wir uns beide perfekt in die Geschichte mit all ihren schmerzvollen Erfahrungen, kleinen Triumphen und vielen Tränen hineinversetzen. Joyful ist schlank, aber sie kann nichts dafür. Sie will unsere Gefühle nicht verletzen, wenn sie zum Beispiel Stringtangas trägt. Deshalb lieben wir sie für ihre Unschuld und weil sie herauszufinden versucht hat, wer wir sind und wie wir uns fühlen," so Mo'Nique.

Der Schauspieler und Comedian Godfrey spielt Akibo, einen mit Tunde befreundeten Arzt, der sich in Stacey verliebt.

Für das Casting von Eric Roberts für die Rolle des Robert Myer, Chef des Kaufhauses, in dem Jazmin arbeitet, war hauptsächlich Produzent Steven J. Wolfe verantwortlich. Schließlich hatte er mit Roberts bereits zuvor an FAST SOFA (2001) zusammen gearbeitet. Auch Jack Noseworthy, der als Myers kriecherischer Untergebener Dick zu sehen ist, arbeitete bereits zuvor mit Wolfe zusammen, und zwar bei THE CLEAN AND NARROW (1999).

Fette Location Auch wenn der Großteil des Films in Palm Springs und Los Angeles gedreht wurde, spielt eine der größten Sequenzen in New York. "Wir wussten, dass unser Budget die Szene mit der nigerianischen Versammlung nicht hergab. Da fanden wir in letzter Sekunde heraus, dass in New York tatsächlich eine nigerianische Versammlung stattfand. Wir riefen also die Isoko Association an, ein nigerianischer Volksstamm, der diesen Kongress veranstaltete. Ihre Antwort war: ?Kommt vorbei, Leute. Wir hätten euch liebend gern dabei!'," so Likké.

Mit dieser herzlichen Einladung in der Tasche machte sich das Filmteam auf nach New York.

"Es ist eine der unglaublichsten Szenen im Film, denn sie ist so wahnsinnig authentisch. Jede einzelne Person in dieser Szene stammt tatsächlich aus Nigeria. Ich wollte all diese afrikanischen Traditionen, wie zum Beispiel das Tanzen, in den Film einbauen und das ist uns sehr gut gelungen," so Likké weiter.

Mo'Nique stimmt dem zu: "Das war eine wunderbare Hinführung, um diese Kultur zu verstehen. Als wir in den Saal kamen, waren alle so herzlich und freundlich. Diese erste Szene in New York hatte etwas Magisches an sich."

Im Anschluss daran zog das Filmteam mit Sack und Pack nach Palm Springs, wo der größte Teil des Films gedreht wurde. Als sich Newmyer, Likké und Wolfe das erste Mal trafen, waren sie sich einig, dass sie in Palm Spring drehen wollten. Wolfe, der von Zeit zu Zeit dort lebt, hatte in Gedanken bereits jede einzelne Location notiert und konnte auch an allen seinen gewünschten Drehorten filmen. Hauptsächlich arbeitete das Team in den Westin Rancho Mission Hills.

"Die haben uns dort mit offenen Armen empfangen. Manchmal begannen wir erst gegen Mitternacht mit den Dreharbeiten und arbeiteten dann bis sieben Uhr in der Früh. Trotzdem waren alle wahnsinnig hilfsbereit. Jede einzelne Location in Palm Springs war wunderbar. Es ist ein toller Ort, um Filme zu machen," so Likké. Nicht alle Schauspieler wurden mit dem Drehort warm, oder besser gesagt, es wurde ihnen vielleicht zu warm. "Es war wirklich wahnsinnig heiß. Da wäre ich manchmal lieber in Afrika gewesen. Aber die Leute waren wirklich sehr nett," so Jean-Louis."Einmal hatten wir 46 Grad. Als man mir das sagte, habe ich mir vorgenommen, von jetzt an immer anständig zu leben, denn wenn es in der Hölle auch nur annähernd so heiß ist, werde ich das auf keinen Fall überleben. Es war so heiß, dass du jeden Augeblick damit gerechnet hast, dass der Teufel irgendwo auftaucht," so Mo'Nique.

Noch heißer wurde es bei der Szene, in der Tunde gerade aus dem Pool steigt und dann zum ersten Mal Jazmin begegnet. "Als ich Tunde aus dem Pool steigen sah, dachte ich, wie sämtliche Frauen und auch einige Männer am Set: ?Also, wenn das mal nicht eine echt heiße Augenweide ist!' Von Kopf bis Fuß sieht er einfach nur zum Anbeißen aus," so Mo'Nique.

Nach dieser Szene gab Mo'Nique ihrem Schauspielkollegen noch einen hilfreichen Hinweis: "Ich sagte zu Jimmy: ?Pass auf. Nach dieser Szene wird jedes dicke Mädchen Amerikas hinter dir her sein. Du wirst ernsthafte Probleme bekommen. Sag deiner Frau, dass sie sich schon mal ihre Laufschuhe anziehen soll, denn ihr werdet vor dem kreischenden Fanschwarm flüchten müssen,'"

Auch Jean-Loius mochte die Pool-Szene besonders ? wenn auch aus anderen Gründen. "Ich danke Nnegest auf Knien, dass ich von 50 hübschen Ladies umgeben war. Und jedes Mal, wenn ich aus dem Pool stieg, mußsten sie mich gierig anschmachten. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich etwas ganz Besonderes."

Palm Springs wurde vor allem aus Kostengründen als Drehort gewählt. Auch andere Entscheidungen mußsten aufgrund des Budgets getroffen werden. Eine der Sorgen, mit denen sich das Filmteam herumschlagen mußste, war, wie man für wenig Geld Jazmins Mode-Kreationen bekommen konnte. "Ich wünschte, ich könnte sagen, dass wir ein riesiges Budget zur Verfügung hatten und uns all die Entwürfe förmlich zugeflogen sind. Aber die meisten Klamotten aus dem Film gehören in Wirklichkeit Mo'Nique selbst. Es war eine riesige Freude, mit ihr zusammen zu arbeiten, da sie sich wirklich für den Film einsetzte," so Likké.

"Die Sache mit der Garderobe machte dem Filmteam anfänglich wirklich Angst. Aber ich sagte: ?Kein Problem. Ich habe doch selbst einen vollen Kleiderschrank.' Wir haben uns durch alle Probleme durchgebissen und diesen Film auf die Beine gestellt. All die Kleider, die auf der Modenshow präsentiert werden, stammen aus meinem Schrank. Aber die Sachen sind trotzdem wahnsinnig sexy und erotisch ? in genau solchen Entwürfen möchte ich mollige Frauen sehen," so Mo'Nique.

Mo'Nique freute sich sehr, eine pfundige Freundin wie Nnegest Likké am Set zu haben. "Auch sie ist dick und deshalb weiß sie, wann unsereins eine Pause braucht. Sie weiß, wann sie rufen mußs: ?Schnitt. Die Mädels brauchen einen Schokoriegel. Sie sind müde.' Welcher Regisseur sonst würde eine Pause machen, nur damit ich einen Schokoriegel essen kann. Deshalb mußste sie einfach diesen Film machen. Sie weiß, wie es sich anfühlt, wenn man sich in Kleidergröße 44 quetschen mußs, obwohl man eigentlich 46 trägt. Ich wüsste niemanden sonst, der das verstehen würde," so Mo'Nique weiter.

Stolz blickt Likké auf ihr erstes eigenes Drehbuch und ihren ersten eigenen Spielfilm zurück: "Wir haben Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um diesen Film zu realisieren," so Likké.

Nun, da der Film fertig ist, haben Likké und Mo'Nique ihre Ziele noch höher gesteckt: "Ich hoffe, dass jeder, der den Film im Kino sieht, nach der Vorstellung etwas mehr Selbstbewusstsein hat. Es ist egal, wer sie sind. Ob sie blind sind oder nur ein Ohr haben. Ich hoffe einfach, dass alle Kinozuschauer danach sagen können: ?Ich mag mich so wie ich bin. Und ich bin stolz auf mich.' Das ist alles, was wir erreichen wollen. Den Leuten ein wenig mehr Selbstwertgefühl geben," so Mo'Nique.

"Ich hoffe, dass der Film alle dicken Mädchen und Frauen wachrütteln wird, denn die meisten Molligen glauben einfach nicht, dass auch sie anziehend auf Männer wirken. Wir wurden erzogen, nicht an unsere Attraktivität zu glauben. Doch der Film zeigt uns: Wir schnappen uns den Mann ? und der sieht auch noch richtig gut aus," so Mo'Nique weiter. "Ich wollte eine Komödie machen, die alle anspricht, aber trotzdem eine tiefgründige Botschaft transportiert: ?Liebe dich selbst und du wirst die wahre Liebe finden,'" so Likké.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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