Der freie Wille

Produktionsnotizen

Im Sommer 1999 stieß Matthias Glasner auf einen Artikel über die verschiedenen therapeutischen Ansätze im Maßregelvollzug bei der Behandlung von Sexualstraftätern. Nach einigen Gesprächen beschließen er und Jürgen Vogel dieses Thema zum ersten Film ihrer Firma schwarzweiss filmproduktion seit Sexy Sadie (1996) zu machen. Nach einem Gespräch mit Andrea Hanke und Gebhard Henke vom WDR finanziert der Sender die Drehbuchentwicklung.

In den folgenden 3 Jahren recherchieren Glasner, Vogel und die Drehbuchautorin Judith Angerbauer die verschiedensten Therapien von Sexualstraftätern in Deutschland, sprechen dabei mit Therapeuten und Sozialarbeitern innerhalb als auch außerhalb des Maßregelvollzugs, sowie mit einigen Tätern selbst.

Im Herbst 2000 sehen Glasner und Angerbauer Sabine Timoteo in dem Film L´amour, (2000) von Philipp Groening und schreiben seitdem die Rolle der Nettie mit Timoteo im Kopf. Mitte 2002 existieren verschiedene Drehbuchentwürfe. Einer behandelt etwa die Kindheit von Theo und Nettie und nach 100 Seiten ist die Figur des erwachsenen Theos, den Jürgen Vogel verkörpern soll, noch nicht einmal aufgetaucht... Glasner ist erschöpft, auch von den Abgründen des Themas, und beschließt, das Projekt nicht weiter zu verfolgen.

Er trifft sich mit dem Produzenten Frank Döhmann um ihm stattdessen einen alternativen Stoff zum gleichen Thema, ein Thema für einen Fernsehfilm, anzubieten und gibt ihm dafür die letzte Drehbuchfassung und das bisher angefallene Recherchematerial. Davon begeistert spricht Döhmann mit seinem Kollegen Christian Granderath und beide wollen diesen Autorenfilm produzieren. Sie überzeugen Glasner und Vogel davon, nicht den Fernsehfilm, sondern, wie ursprünglich geplant, den Kinofilm DER FREIE WILLE gemeinsam mit der Colonia Media zu realisieren.

In diesem Moment treffen Vogel und Glasner eine für sie wichtige Entscheidung: Sie werfen die Recherchen beiseite und beschließen, ab jetzt sehr persönlich an den Stoff heranzugehen. DER FREIE WILLE soll kein objektives Sozialdrama werden, sondern die sehr persönliche Reise in die Abgründe der menschlichen Möglichkeiten.

Das Drehbuch wird zu einer Art Landkarte mit vielen weißen Leerstellen, die erst während der Reise ? den Dreharbeiten ? erforscht werden sollen. Es folgen viele Kämpfe zwischen den Produktionspartnern, ob dies wirklich die richtige Herangehensweise ist und noch zwei Wochen vor Beginn der Dreharbeiten möchte Granderath den Film am liebsten abbrechen, doch schließlich setzt sich der Wille durch, dieses Projekt ? mit allen damit verbundenen Risiken ? gemeinsam zu realisieren.

Nachdem schwarzweiss film und Colonia Media gemeinsam mit dem WDR/Arte, der Filmstiftung NRW und Filmboard Berlin-Brandenburg die Finanzierung sichergestellt haben, beginnen im Herbst 2004 die Dreharbeiten in Mühlheim an der Ruhr, Belgien, Berlin und an der Ostsee.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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