Snakes On A Plane

Produktionsnotizen

Samuel L. Jackson mag der Mann sein, der auf der Leinwand mit Hunderten von Schlangen alle Hände voll zu tun hat, aber hinter der Kamera fiel diese Aufgabe zwei erfahreneren Leuten zu ? den weltberühmten Schlangentrainern Jules Sylvester und Brad McDonald.

?Als ich mich zum ersten Mal mit Craig [Berenson] und Dave Ellis, dem Regisseur, traf, wollten sie Taipane und Vipern und ein paar wirklich tödliche Puffottern?, sagt Sylvester. ?Tiere, die dich wirklich ins Jenseits befördern. Ich sagte ?Klar, können wir machen, aber mit ihnen in einem Flugzeug voller Leute zu arbeiten und einem Kamerateam gleich daneben ist vielleicht keine so gute Idee. Das sind wirklich haarige Viecher. Man kann sie für die Second Unit verwenden, aber ansonsten ist es einfach zu gefährlich.??

Stattdessen schlug Sylvester vor, sich ein natürliches Phänomen zunutze zu machen ? als Teil ihrer Überlebensstrategie imitieren viele gutartige Schlangen die tödlichen und nur ein trainiertes Auge kann sie unterscheiden. ?Die sicherste Art, einen solchen Film zu drehen, ist es, einen Haufen Doppelgänger zu benutzen?, erklärt Sylvester. ?Zum Beispiel diese Königsnatter hier ist relativ harmlos, aber solange Sie kein ausgewiesener Herpetologe sind, sieht sie sehr nach einer giftigen brasilianischen Korallenotter aus.

Die Farben sind identisch, nur ist die Korallenotter absolut tödlich. Sehr oft ist der einzige Schutz einer Schlange, dass sie das Farbmuster oder das Verhaltensmuster von etwas hat, das dem Gegner großen Schaden zufügen könnte. Ein anderes Beispiel ist die getigerte Klapperschlange. Sie hat keine Klapper an ihrem Schwanzende, aber sie wedelt mit ihrem Schwanz in Laubstreu. Man hört ein Klappern und denkt, oh, Mist, da ist eine Klapperschlange, und man sucht das Weite.

Sehen Sie sich diese Gelbe Erdnatter an. Es ist eine knapp zwei Meter lange Schlange und sie könnte leicht als ein Küstentaipan durchgehen. Ich habe ein paar Spitzkopfnattern ? damit haben wir Grüne Mambas. Wir haben eine Wasserschlange, die aussieht wie eine Wasser-Mokassinotter. Und wir haben Amurnattern, die sehen sehr gefährlich aus, sind aber eigentlich ganz liebe Tierchen.

Wir haben eine sehr große Gefleckte Königsnatter. Wir haben ein paar Black Racer aus Florida und eine Kiefernnatter aus British Columbia ? in Kalifornien nennt man sie Gophernattern. Sie zischen fürchterlich. Ihr Kopf verbreitert sich und macht einen Schrecken erregenden Stoß. Und natürlich haben sie sehr scharfe Zähne.

Dann haben wir weitere 250 Strumpfbandnattern für den Hintergrund, wenn wir keine Leute herumlaufen haben. Also, nein, es gibt keine Giftschlangen am Set außer den Mangroven, aber die benutzen wir nicht in der Nähe der Darsteller. Und überhaupt würde dich eine Mangrove nicht töten. Die Bisswunde schwillt nur furchtbar an, und du bekommst grauenhafte Kopfschmerzen.?

Zu den Doppelgängern kamen noch die Pythons, darunter Kitty, die Burmesische Python, die in einer Schlüsselszene des Films auftaucht. Aber das sind, wie Sylvester klarstellt, keine Giftschlangen, sondern Würgeschlangen.

Für den unglaublich erfahrenen Sylvester (er hat über 300 Filme auf seinem Konto, zusätzlich zu Fernsehprojekten) ist es die ultimative Sünde, wenn ein Schauspieler gebissen wird. ?Das heißt, dass ich es nicht richtig eingeschätzt habe?, sagt Sylvester. ?Ich habe den Schauspieler nicht richtig eingewiesen. Und verliere womöglich sein Vertrauen.?

Die Schauspieler sind nicht die einzigen, um die sich Sylvester Sorgen macht. ?Meine größte Angst war eigentlich, dass jemand auf meine Schlangen tritt. Da waren ja auf sehr begrenztem Raum unendlich viele Passagiere an Bord, und alle spielen, dass sie in Panik geraten.?

Mit all den potentiellen Minenfeldern kann man vielleicht sagen, dass die erstaunlichsten Leistungen die Schlangentrainer geliefert haben. Jules und sein Team ?haben wunderbar zusammengearbeitet?, schwärmt Produzent Craig Berenson. ?Sie nehmen das, was sie tun, extrem ernst, und wenn wir lebende Schlangen benutzt haben, waren sie immer zur Stelle, so dass sie sofort eingreifen konnten, wenn jemand ein Problem hatte. Und ich mußs sagen, Jules war echt witzig. Er sagte ?Ich mußs euch alle anflehen sicherzustellen, dass das Set komplett abgedichtet ist, keine Öffnungen. Ich will nämlich nicht, dass am Ende des Tages von 100 Schlangen drei fehlen.??

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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