Das Parfüm - Die Geschichte eines Mörders

Produktionsnotizen

Nachdem Produzent Bernd Eichinger 1985 den Kultroman von Patrick Süskind kurz nach Erscheinen gelesen hatte, wollte der an außergewöhnlichen Sujets erprobte Filmemacher ?sofort? die Rechte erwerben. ?Ich dachte, weil wir befreundet sind, geht das besonders leicht?, erinnert sich Eichinger.

Seit 1986, also ein Jahr nach Erscheinen des rasch zum Kultkrimi avancierten Romans, der mittlerweile in 45 Weltsprachen übersetzt wurde und nach Erich Maria Remarques Weltkriegs-Drama ?Im Westen nichts Neues? (1928/29) als erfolgreichster deutschsprachiger Roman gilt, gab es regelmäßige Anfragen aus Eichingers Büro, allerdings auch von Seiten prominenter Kollegen. ?Damals, Mitte der 80er Jahre, wollte Süskind die Rechte überhaupt nicht verkaufen?, erinnert sich Bernd Eichinger heute. ?Bei dieser Haltung blieb er ziemlich lange.? ?Ich glaube, Süskind konnte sich einfach nicht vorstellen, wer diesen komplexen Stoff wirklich umsetzen könnte?, fügt Regisseur Tom Tykwer hinzu.

Aber gerade im schnelllebigen Filmbusiness macht sich Ausdauer bezahlt, und als Eichinger im Jahr 2000 nochmals anfragte, gab Süskind nach, und Eichinger bekam endlich die Rechte und damit die Möglichkeit, ?Das Parfum? auf die Leinwand zu bringen. ?Als mir bewusst wurde, dass er jetzt nicht mehr bei einem ?No-no?, sondern bei einem ?Maybe? steht, fragte ich ein letztes Mal beim Verlag an. In diesem Zusammenhang erklärte man mir, dass Patrick Süskind bei einem potenziellen Filmprojekt definitiv nicht involviert sein wolle. Ähnlich war es schon bei DER NAME DER ROSE gewesen, als Eco ebenfalls nichts mit dem Filmprojekt zu tun haben wollte. Kurz und gut: Letztlich konnten wir uns einig werden, und die Rechte lagen bei mir.?

Danach kam Tom Tykwer ins Spiel, für Eichinger der ideale Regisseur für dieses Opus Magnum, eine der teuersten Filmproduktionen aus deutschen Landen. ?Tom und mir war von Anfang an klar, dass wir einen modernen Film machen wollten. Tom ist ein extrem innovativer Regisseur, der auch vor Experimenten nicht zurückschreckt, dabei aber auf eine klassische Filmsprache aufbaut. Und letztlich sieht der Film unter seiner Regie jetzt genauso aus, wie ich ihn mir immer vorgestellt habe.?

Gefördert wurde der Film u.a. vom FilmFernsehFonds Bayern, dem Bayerischen Bankenfonds, der Filmförderungsanstalt, der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen und Eurimages. ?Der Film ist eine europäische Co-Produktion gemäß der European Convention mit den Spaniern, den Franzosen, einem privaten Co-Finanzierungsbeitrag plus Co-Produktionsbeitrag eines Medienfonds. Deutscher allerdings kann unser Film indes nicht sein: der Autor ist Deutscher, der Regisseur ist Deutscher und der Produzent ist Deutscher. Lediglich die Besetzung ist international angelegt?, fasst Eichinger zusammen.

Die Finanzierung übernahmen neben Constantin Film, mit der Eichinger als ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzender eng verbunden ist, die Schweizer FC-Basel-Mäzenin Gigi Oeri, die hier erstmalig in ein Filmprojekt investierte, sowie der in München beheimatete VIP Medienfonds. ?Ich hatte bereits gehört, dass Gigi Oeri interessiert sei, gerne auch einmal in einen Film zu investieren ? speziell in diesen Film. Durch Gigi Oeris Beitrag waren wir nicht mehr auf amerikanisches Geld angewiesen und konnten einen soliden Verleih-Deal mit Dreamworks abschließen, der uns ein gutes Standing bescherte. So konnten wir ohne US-Einflüsse unseren Film produzieren?, erklärt Produzent Eichinger.

Zunächst stand die gemeinsame Erstellung einer Drehbuchfassung an, die Bernd Eichinger zusammen mit Andrew Birkin und Tom Tykwer realisierte. Mit Birkin hatte Eichinger bereits bei seinen international erfolgreichen Kinofilmen DER NAME DER ROSE, SALZ AUF UNSERER HAUT und DER ZEMENTGARTEN zusammen­gearbeitet. ?Das Problem ist natürlich auch, dass die Hauptfigur autistische Züge trägt und sich nicht äußert. Ein Romanautor kann dieses Manko mit Sprache ausfüllen, was im Film so nicht möglich ist. In der Regel kommt ein Zuschauer nur in eine Person hinein, wenn diese sich auch äußert. Unser größtes Problem war also ein narratives Problem?, erläutert Eichinger die Schwierigkeiten bei der Scripterstellung. ?Ich habe mich mit vielen internationalen Regisseuren und Autoren getroffen, ein Deutscher kam mir erst einmal nicht in den Sinn. Allerdings kam ich mit den Interessenten auf keinen gemeinsamen Nenner bei der Frage, was für ein Film letztlich herauskommen sollte. Bei meinen früheren Projekten war das sehr viel einfacher, hier kam man schnell zu einer Einigung, wie z.B. mit Jean-Jacques Annaud bei DER NAME DER ROSE oder auch mit Bille August beim GEISTERHAUS. Beim PARFUM ist dies ungemein schwieriger gewesen, da man hier an die Basics des Erzählens gehen mußste. Viele Regisseure zeigten zwar ein großes Interesse, aber keiner konnte mir sagen, wie ein potenzieller Film eigentlich auszusehen hat. Alles blieb sehr vage.?

?Dann habe ich im Jahr 2001 zunächst zwei 70-seitige Treatments selbst geschrieben, um festzulegen, wie ich mir die ganze Sache vorstelle?, so Eichinger weiter. ?Später kam Andrew Birkin hinzu. Wir haben dann beide angefangen, das Drehbuch zu verfassen. Dabei kam erneut die große Frage auf, wer die Regie übernehmen könnte. Und gerade bei einer solchen Materie mußs ein geeigneter Regisseur sich auch beim Drehbuch miteinbringen, da dieser Stoff eigentlich dem entgegensteht, was normalerweise im Kino gezeigt wird. Üblicherweise wird dort eine Story aufgebaut, in der ein Held durch eine Katharsis geht und aus dieser in der Regel verändert heraustritt. Wenn man zum Vergleich DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER heranzieht, wo Clarice Starling und Hannibal Lecter die Antipoden sind, dann haben wir es im PARFUM eigentlich nur mit Lecter zu tun. Allerdings tötet ein Hannibal Lecter aus sexueller Lust, während Grenouille seine Morde aus einer nüchternen Notwendigkeit ausführt, um sein ?Gesamtkunstwerk? zu vollenden.?

Eichinger erinnert sich, dass nach vielen Vorgesprächen auf der Suche nach dem passenden Regisseur die Entscheidung für Regisseur Tykwer, der mit seinem frechen Episodenfilm LOLA RENNT und dem hintergründigen Melodram HEAVEN auch international Furore gemacht hat, ?ganz leicht? gefallen war. Und das hatte vor allem zwei Gründe: ?Tom ist einerseits als Künstler ungemein innovativ, besitzt aber auch einen stark populären Ansatz als Filmemacher. Schon bei unseren ersten Gesprächen hat Tom die richtigen Antworten gegeben. Daher haben wir uns entschieden, am Drehbuch zusammenzuarbeiten, um uns besser kennen zu lernen. Irgendwann war uns aber klar, dass er auch die Regie übernehmen soll.?

Der Prozess des Schreibens zog sich über zwei Jahre hin. Für Eichingers Co-Drehbuchautor Tykwer bedeutete diese Arbeit ?eine große Herausforderung, da der Roman komplexer ist, als man denkt. Beim Roman war für mich überraschend, dass der Stoff in bestimmten Strukturen den Geschichten in meinen bisherigen Filmen ähnelt. Auch hier steht ein Mensch im Vordergrund, der nach Anerkennung und Liebe ringt, der versucht, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, weil er eine Sehnsucht nach Nähe hat. Die Sehnsucht ist Thema in all meinen Filmen.? Gereizt hat Tykwer die erzählerische Herausforderung, ?dieses seltsam intime Epos? in einen populären Film zu übersetzen. Zudem hatte sich Tykwer genrespezifisch ein weiteres Ziel gesetzt: ?Da ich fast alle historischen Filme langweilig finde, wollte ich von Anfang an einen Film drehen, der von der Filmsprache her wirklich modern ist, aber seiner historischen Verpflichtung treu bleibt. So wie auch der Roman gleichzeitig modern erzählt und historisch sehr gründlich recherchiert ist.?

Eichinger schätzt an Tykwer, dass dieser ein ?konservativer Filmemacher ist, der dennoch experimentell zu Werke geht und große visionäre Power entwickeln kann. Gerade das braucht man für ein solches Projekt, bei dem man mit den üblichen dramaturgischen Tricks nicht weiterkommt. Beim PARFUM gilt eben nicht nur ein narratives, sondern vor allem auch ein assoziatives Vorgehen. Und diese Vorgehens­weise verfolge ich ganz selten in meinen Filmen. In der Regel hatte ich diese narrativ angelegt und der Assoziation nur wenig Raum gelassen. In unserem Fall aber mußste man assoziativ vorgehen, um narrative Lücken aufzufüllen. Dramaturgisch gesehen, verstößt dieser Film gegen jede Regel im Lehrbuch.?

Laut Eichinger, der spätestens seit seiner preisgekrönten Leinwand-Adaption des für unverfilmbar gehaltenen ?Professorenromans? DER NAME DER ROSE als Experte für die Verfilmung schwieriger Stoffe gilt, ?reflektiert? das Script das Originalbuch, ?aber mit weniger Zynismus als in der Vorlage; dafür ist die Psychologie der Charaktere stärker in den Vordergrund gestellt?. Am meisten beeindruckte Eichinger bei der Romanvorlage die im wahrsten Sinne amoralische Hauptfigur Grenouille, die ?ohne jegliche Vorstellung von Ethik, aber auch ohne Liebe, Verantwortungsgefühl oder menschliche Größe? auskommt. ?Solch einen Charakter wird man in 99,9 Prozent aller herkömmlichen Kinofilme nicht zu sehen bekommen?, folgert Eichinger. Der Roman wirke seinerseits, indem er einen Anti-Helden wie Grenouille derart herausstelle, dass sich der Leser letztlich doch irgendwie mit diesem identifizieren könne. ?Die große Herausforderung war, dieses Phänomen auch ins Drehbuch zu übertragen. Für mich war das viel wichtiger, als wenn mich die Leute fragen, wie schwierig es denn gewesen sei, einen Duft filmisch umzusetzen.?

Um das Projekt konkret in Angriff zu nehmen, verpflichtete Tykwer mit dem Production Designer Uli Hanisch und dem mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichneten Kameramann Frank Griebe zwei erfahrene Profis, mit denen er bereits bei mehreren Projekten zusammengearbeitet hatte. Griebe fotografierte alle bisherigen Tykwer-Filme, und Hanisch überwachte bei vielen seiner Projekte das Design. Das Basisteam ergänzte der französische Kostümdesigner Pierre-Yves Gayraud, den der Regisseur über seine LOLA-Darstellerin Franka Potente kennen lernte, da Gayraud bei dem mit ihr besetzten Action-Film THE BOURNE IDENTITY für die Kostüme zuständig gewesen war. Später arbeitete Gayraud an Tykwers in Paris gedrehtem Kurzfilm TRUE (2002) mit, und als sich Gayraud als Spezialist der Louis-Quinze-Periode (1710?1774) herausstellte, stand der erneuten Zusammenarbeit bei diesem Großprojekt nichts mehr im Wege.

Die Auswahl des Cast stellte die Filmemacher ebenfalls vor eine große Herausforderung. ?Beim Kinofilm kommt es ja anders als beim Theater viel stärker darauf an, dass ein Schauspieler einen bestimmten Typus verkörpern kann. Ob er ein guter Akteur ist oder nicht, ist dabei zweitrangig. Vielmehr mußs diese Person ja einen ganzen Film tragen?, erläutert Produzent Eichinger die Auswahlkriterien. Während die Entscheidung für Alan Rickman als Kaufmann Richis und Dustin Hoffman als Grenouilles Lehrmeister Baldini fast wie von selbst erfolgte, gestaltete sich die Suche nach einem passenden Grenouille-Darsteller zunächst als schwierig. ?So viele Menschen haben dieses Buch gelesen, daher mußsten wir einen Darsteller finden, der nicht nur für uns stimmig war, sondern auch das Bedürfnis, das alle ehemaligen Leser und künftigen Kinogänger nach dieser Figur haben, abdeckt?, erklärt Tykwer. ?Es gab zwar alle möglichen Interessenten, aber gerade für diese Rolle schien es nur plausibel zu sein, einen Schauspieler zu wählen, den man noch nie gesehen hat. Man kann auch sagen: Ein Niemand, der zu einem Jemand wird ? denn darum geht es in dieser Geschichte. Auf Empfehlung hatte ich mir schließlich Ben Whishaw als ?Hamlet? im Londoner Old Vic Theatre angesehen und gleich gefühlt: ?Ich hab ihn!? Es folgte eine Probeaufnahme, die auch Bernd Eichinger sofort von Bens Potenzial überzeugt hat.?

dass der mehrfache Oscar®-Preisträger Dustin Hoffman die Rolle des Baldini übernahm, war demgegenüber ein leichtes Unterfangen. ?Ich wollte ihn immer für eine Rolle. Zudem sind wir gut befreundet und Dustin wollte seinerseits ebenfalls mit mir arbeiten, seit er LOLA RENNT gesehen hatte. Ich hatte zunächst keine Rolle für ihn, aber als ich dieses Projekt übernahm, wusste ich gleich, dass es keinen gibt, der besser in die Rolle des Baldini passen würde. Das mußste einfach klappen, denn ich hätte mich nie an einen anderen gewöhnen können?, sagt Tykwer lachend. Zudem konnte man mit den Antagonisten Hoffman/Baldini und Whishaw/Grenouille auch die Dramaturgie in den Griff bekommen. Tykwer: ?Wir hatten mit beiden die perfekte Konstellation gefunden: einerseits die für mich derzeit größte Ikone des modernen Hollywood-Kinos, und andererseits das große unbekannte Talent. Was auch der Konstellation der filmischen Geschichte entspricht: der alternde Genius und ihm gegenüber sein immer genialer werdender junger Adlatus, der sich zum Konkurrenten entwickelt.?

Als dritter Gegenspieler im Bunde konnte der versierte britische Bühnen- und Filmdarsteller Alan Rickman verpflichtet werden. Auch hier war die Entscheidung kein großer Akt: ?Alan in der Rolle des Richis war ebenfalls der erste Gedanke, wir haben keinen anderen gefragt. Ich wollte Richis einen doppelten Boden geben, denn er ist im Film wie auch im Roman einer, der sich abgrenzt von seinen Mitbürgern, der zudem einen messerscharfen Verstand und eine starke Intuition besitzt und eine geradezu abgöttische Liebe zu seiner Tochter pflegt?, rekapituliert Tykwer das Casting, das in den Hauptrollen ergänzt wird durch die 1990 geborene Londonerin Rachel Hurd-Wood als die von Richis und Grenouille gleichermaßen obsessiv verehrte Laura.

Aber auch einige deutsche Darsteller sind in wichtigen Nebenrollen untergebracht. Eichinger sagt dazu: ?Wir haben in den USA, in England und in Deutschland ein aufwändiges Casting betrieben. Und gerade bei den kleineren Rollen ist es ja so, dass ein auch nur vierminütiger misslungener Auftritt einen ganzen Film kaputtmachen kann. Wenn man also jemanden nicht genau kennt, dann kann das schnell katastrophal enden. Nebenrollen sind ungemein wichtig. Daher versuchte ich, gerade auch bei den Zwei- oder Drei-Tages-Rollen Darsteller zu finden, auf die man sich verlassen kann. Das galt für Birgit Minichmayr als Grenouilles Mutter, die ich vom UNTERGANG her kannte, sowie für Jessica Schwarz als Natalie oder Corinna Harfouch als Madame Arnulfi.? Bei Karoline Herfurth als ?Das Mirabellen-Mädchen? indes handelte es sich laut Eichinger um eine ?Last-Minute-Entscheidung?, da man die passende rothaarige Darstellerin nicht finden konnte. ?Selbst in England und in den USA nicht. Dann schoss es mir durch den Kopf: ?Moment mal, langsam, schauen wir doch, wen wir in Deutschland haben.? Und mit Karoline hatte ich ja bereits zwei Filme gemacht. Also haben wir eine Probeaufnahme gemacht, konnten uns aber auch dann noch nicht entscheiden. Den Ausschlag gab schließlich eine weitere Probeaufnahme im Kostüm und mit der richtigen Haarfarbe zusammen mit Ben Whishaw, bei der sich Karoline sehr bewährt hat. Wir haben daraufhin sogar ihre Rolle noch erweitert.?

Die größte Herausforderung für Regisseur Tom Tykwer, der zusammen mit seinen Bandkollegen Johnny Klimek und Reinhold Heil auch die Filmmusik verantwortete, stellten jedoch die spektakulären Dreharbeiten dar, die vom 12. Juli bis 16. Oktober 2005 stattfanden. Die ersten 15 Drehtage wurden komplett als Innendreh in der größten Halle der Münchner Bavaria-Studios absolviert, um das Aufeinandertreffen von Grenouille und Baldini in dessen Pariser Parfumerie zu inszenieren. Alle weiteren Szenen der Geschichte, u.a. der Pariser Fischmarkt oder die Ereignisse in der Duftstadt Grasse, wurden in Spanien, vor allem in Barcelona, Girona und Figueras realisiert. Tykwer ?befehligte? in dieser Zeit bis zu 350 Crewmitglieder und insgesamt 5200 Statisten, davon allein 750 Personen bei der orgiastischen Hinrichtungsszene in Grasse, die in einem Museumsdorf gedreht wurde, was eine gewaltige logistische Anstrengung bedeutete. Die Postproduktion fand in München statt und wurde im Sommer 2006 abgeschlossen.

Making Of ... ?Bis zu 1000 Komparsen vor sich zu haben, das war manchmal schon verrückt?, erzählt Regisseur Tom Tykwer lachend in der Rückschau. ?Aber wenn man akzeptiert, dass alles auf einer abgestimmten Logistik beruht, bereitet man sich einfach noch besser vor als bei früheren ?kleineren? Projekten.?

?Logistik? lautete das Zauberwort bei diesen äußerst aufwändigen und das Filmteam bis an die Grenzen der Belastbarkeit führenden Dreharbeiten, die vom 12. Juli bis 16. Oktober 2005 in München (Bavaria-Studios) sowie in Spanien (Barcelona, Girona und Figueras) stattfanden. Den Auftakt bildete bereits Ende Juni ein dreitägiger Ausflug in die Provence, um Landschaftsimpressionen (etwa die für die Parfumherstellung wichtigen Lavendelfelder) abzulichten. Tykwer dirigierte in diesen Wochen insgesamt 5200 Statisten und bis zu 350 Crewmitglieder, die über 100 Motive zum Leben erweckten und 67 Schauspieler zu betreuen hatten. Für Cast und Crew kamen die Umzüge von Set zu Set teilweise einem Roadmovie gleich, so wie auch die Hauptfigur Grenouille im Rahmen der Filmhandlung beständig ?auf Achse? ist und vom düsteren Paris aus südostwärts ins unweit der Côte d?Azur gelegene Grasse zieht.

Angesichts eines für europäische Verhältnisse enorm hohen Budgets blieb Regisseur Tom Tykwer gelassen: ?Das sind Summen, die sich dem normalen Denken entziehen. Wenn man schließlich mit der Filmarbeit loslegt, sieht man vor allem nur noch die strukturellen Zusammenhänge und damit eben auch die vielen Menschen, die daran mitwirken. Das viele Geld wird und mußs nämlich vor allem in die Manpower gesteckt werden. Die reinen Ausstattungskosten sind demgegenüber prozentual gesehen eher gering. Das relativiert dann auch diesen ganzen Wahnsinn, den ein solches Großprojekt naturgemäß erst einmal auslöst.?

?Man wird jedenfalls keinen Kostümfilm sehen?, fügt Produzent Bernd Eichinger hinzu. ?Der Filmlook sieht zwar teuer aus, es werden erlesene Bilder gezeigt, die man so noch nicht gesehen hat. Aber die größte Gefahr ist doch, in einen geläufigen Kostümfilm hineinzurutschen. Da es sich hier aber um einen modernen Film handelt, müssen eben auch die Schauspieler ihre Kostüme wie heutige Alltagskleider tragen. Authentizität ist die eine Sache, aber man braucht auch den modernen Ansatz. Das war ein bisschen so wie bei DER NAME DER ROSE, der zwar im Mittelalter spielt, aber eben auch kein reiner Kostümfilm ist. Ein Film mußs neben dem Buchstoff als eigenständiges Kunstwerk bestehen können. Dafür mußs man eben neue Wege auch als Autor finden: DER PATE etwa ist kein Kinoklassiker geworden, weil es den Roman vorab gab, sondern weil er ein innovatives Filmwerk ist.?

Handwerk Für einen Historienfilm ist die fundierte Recherche das Ein und Alles. ?Nach wenigen Sekunden hat sich beim Zuschauer eine Realität etabliert, die so echt und intensiv ist, dass man sofort die Distanz gegenüber der zunächst fremden Epoche des 18. Jahr­hunderts verliert. Wir wollten einen Film mit maximalem Grip realisieren: Der Zuschauer soll sich ganz auf die Geschichte konzentrieren können, ohne von den durchaus vorhandenen und imposanten ?Schauwerten? abgelenkt zu werden?, konstatiert Regisseur Tykwer.

Hauptverantwortlich für die Recherchen waren vor allem Tykwers langjähriger Mitstreiter Uli Hanisch und der französische Kostümbildner Pierre-Yves Gayraud. ?Am Anfang waren wir wochenlang mit der Sichtung von zeitgenössischen Bildern und dem Studieren von Literatur über das 18. Jahrhundert zur Zeit des französischen Königs Ludwig XV. beschäftigt?, berichtet Production Designer Hanisch. Es galt, sich mit dieser speziellen Rokoko-Periode vertraut zu machen, um wiederum einen Hintergrund für die Visualisierung der Romanhandlung zu erhalten. ?Das 18. Jahrhundert liegt als historische Epoche vor dem uns eher vertrauten 19. Jahrhundert, dem Zeitalter der Industrialisierung, als die Elektrizität und die großen Maschinen langsam den Alltag beherrschten?, erläutert Hanisch weiter. Außerdem mußsten sich die Filmemacher mit der ganz eigenen Welt der weitgehend immer noch geheim gehaltenen Parfum­herstellung vertraut machen ? und sich darüber hinaus in eine Zeit versetzen, als es noch keine modernen Hochleistungs-Laboratorien gab. In einer Gerberei in Deutsch­land, die noch zum großen Teil auf traditionelle Weise Tierhäute zu Leder verarbeitet, bekamen die Rechercheure zudem einen guten Einblick in das gesundheits­gefährden­de Handwerk, an dem im Drehbuch und im Roman der jugendliche Grenouille beinahe zugrunde gegangen wäre.

?Da die Geschichte nun einmal in Paris und in Südfrankreich um die Mitte des 18. Jahrhunderts spielt, mußsten wir lernen, was für eine Epoche das war und was ?Louis Quinze? bedeutet, was damals für Lebensziele und Benimmstile herrschten und so weiter. Das für mich Interessante an der Romanvorlage war aber, dass der Autor Patrick Süskind das damalige Leben weniger aus der Perspektive der High Society beschrieben hat. Natürlich existiert die reiche und noble Welt eines Kaufmanns Richis mit edlen Kleidern und großen Gesellschaften, aber diese Welt, die von Grenouille zumeist von außen betrachtet wird, macht bei uns im Film vielleicht nur fünf Prozent aus. Buch und Film beschäftigen sich vielmehr mit der historischen Realität von unten, also mit der Lower und Middle Class um die Mitte des 18. Jahrhunderts?, rekapituliert Tykwer.

Für die ?Heads of Departments? Hanisch, Tykwer und Griebe verwandelte sich dieses vorindustrielle 18. Jahrhundert, in dessen 30er bis 60er Jahren die Buch- sowie Filmhandlung angesiedelt ist, im Laufe der Recherchen zu einer dunklen, dem finsteren Mittelalter ähnelnden Epoche. Einerseits, weil ausreichende Lichtquellen Mangelware waren und andererseits, weil auch die Story letztlich eine düstere Grundlage aufweist. ?Unser Film hat eine eindeutige Ästhetik, die ziemlich dunkel ist und von einem Schattenwesen erzählt. Wir haben uns an Malern orientiert, die in der Vergangenheit stark mit der Dunkelheit gearbeitet haben und nur wenige Lichtquellen nutzten, etwa Caravaggio, Joseph Wright of Derby oder Rembrandt. Die Menschen hatten damals eben nur eine Kerze und keine elektrische Notbeleuchtung. Außerhalb des Lichts war der Rest ihrer Welt total schwarz?, stellt Regisseur Tykwer fest.

Da hätte es dann auch keinesfalls gepasst, wenn die zeitgenössischen Kostüme ? vor allem der unteren Schichten ? sauber strahlend kontrastiert hätten. ?Wir haben großen Wert darauf gelegt, dass DAS PARFUM kein steriler Film wird, für den ein ambitionierter Schneider die Kleider picobello nachschneidert, in die wiederum die Schauspieler erst fünf Minuten vor Drehbeginn hineinschlüpfen?, so Tykwer. Mit dem französischen Kostümdesigner Pierre-Yves Gayraud kam ein genialer Kenner dieser historischen Epoche hinzu. Die Literatur und der Besuch etlicher Pariser Museen inspirierten ihn ausreichend, um die Mode und die Alltagskleidung von Pariser und südfranzösischen Zeitgenossen um das Jahr 1750 nachzukreieren, nicht nur für den glamourösen Adel, sondern auch für die Bauern und Handwerker. ?Bereits ein Jahr vor Drehstart habe ich mich 15 Wochen lang intensiv vorbereitet, habe eine Menge Bücher und Aufsätze verschlungen und schließlich ein Buch mit zeitgenössischen Motiven und einigen Modellskizzen sowie eine Art Kostüm-Storyboard für alle Sequenzen ange­fertigt?, listet Gayraud seine Tätigkeiten für die Zeit der Prä-Produktionsphase auf.

Dabei mußste er sich natürlich auch an den im Drehbuch vorgegebenen Charakteren orientieren. Der geruchslose Außenseiter Grenouille durfte also keineswegs in exaltiertem, farbenfrohem Gewand dahergekommen: ?Da wir Grenouille als Schatten, als Chamäleon zeigen wollten, erhielt er keine weißen Farben und der Schnitt seiner zumeist blauen Überbekleidung mußste den ganzen Film über einfach gehalten sein.? Demgegenüber entschied sich Gayraud, die anmutige und unschuldige Kaufmanns­tochter Laura sinnigerweise nicht mit der damals farbenfrohen volkstümlichen Tracht einer im sonnigen Südfrankreich beheimateten jungen Frau auszustaffieren, sondern im aristokratischen, farblich wesentlich reduzierteren ?Pariser Look?. Ein Grund für diese Wahl war auch die rote Haarfarbe der Laura-Darstellerin Rachel Hurd-Wood, mit der ihre Kostüme kontrastieren mußsten.

Anschließend fiel Gayraud die Aufgabe zu, geeignete Stoffe zu besorgen und eine Produktionsstätte für die Schneiderarbeiten zu finden. Die Produktion entschied sich für Rumänien, wo auch der größte Teil der Stoffe eingekauft wurde. In Handwerksbetrieben in und um die rumänische Hauptstadt Bukarest wurden schließlich in einer Rekordzeit von nur drei Monaten über 1400 Kostüme pünktlich zum Drehbeginn fertiggestellt ? von den Accessoires wie Hüten, Schuhen oder Taschentüchern ganz zu schweigen. Aller­dings durfte kein Kleidungsstück neu aussehen: ?Unsere Klamotten sollten regelrecht im Dreck und Schweiß stehen und sahen dementsprechend aus ... Nachdem die Kleidungs­stücke fertig waren, haben wir sie erst einmal total verdreckt. Dieser ?Breaking-down-Prozess? war sicher die größte Arbeit bei der Kostümherstellung?, berichtet Tykwer. Zudem mußsten die Darsteller die Kleidungsstücke vorher mehrmals anziehen und quasi darin leben. Tykwer: ?Somit kannten die Schauspieler ihre Kostüme bald in- und auswendig.?

Auch die rückwirkende Verschmutzung sollte mithelfen, den menschlichen und artifiziellen Geruch ? eine wesentliche inhaltliche Komponente des Originalromans ? für das optische Medium Film ?sichtbar? zu machen. ?In der Literatur mußs natürlich immer mit sinnlichen Übertragungen gearbeitet werden, da ein Buch in der Regel nicht riecht.? Für Tykwer allerdings hat der Film genauso eine ?Sprache wie die mit gedruckten Wörtern umgehende Literatur. Unser Film mußste daher vor allem eine haptische Qualität entwickeln, anfassbar sein. Das heißt, der Zuschauer soll wirklich mit dem Kopf des Kindes Grenouille direkt in die Gülle des Pariser Fischmarkts hineingeboren werden. Das ist sicherlich kein Bild, das man so schon mal auf der Leinwand gesehen hat. Und von diesen Bildern gibt es viele?, erzählt Tykwer.

Eichinger fügt hinzu: ?Im Prinzip sind wir genauso zu Werke gegangen wie es Patrick Süskind im Roman gemacht hat: Er wendete die klare und exakte Macht der Sprache an, und wir haben die Macht der Bilder, der Geräusche und der Musik genutzt. Das heißt dann aber auch für den Film: absolute Präzision. Um ein Beispiel zu nennen: Wie erreiche ich, dass sich der Zuschauer vorstellen kann, wie eine Baumrinde riecht? Das geht nicht über Special Effects, sondern dadurch, dass ich einen Baum eben naturgetreu abfilme, damit er quasi Geruch entwickelt. Als technische Vorbilder lassen sich hier sogar Kinowerbefilme heranziehen. Hier werden eigentlich auch nur wenig Spezialeffekte eingesetzt, so dampft etwa bei einer Kaffee-Werbung das Getränk zwar, aber Riechen kann man es nicht. Doch irgendwann bekommt der Betrachter das Gefühl, dass dieser Kaffee eben doch ?riecht?. Wir haben also vieles unternommen, um dieses Gefühl zu unterstützen. Wenn man eine Wiese im Sonnenlicht filmt oder auch nur eine einzelne Blume, erfordert es eigentlich nur eine große optische Präzision, um deren Gerüche im wahrsten Wortsinne abzubilden.?

Nachdem sich Produzent, Regisseur und die Crew-Experten über das ?Was?? und das ?Womit?? einig geworden waren, mußste das ?Wo??, also die passenden Locations für die über 100 Motive der komplexen Romanhandlung, gefunden werden, die an einem der dreckigsten Orte des damaligen Europas, dem Pariser Fischmarkt, ebenso aber auch in der sonnigen südfranzösischen Parfummetropole Grasse angesiedelt ist. Zunächst war Kroatien mit seiner urwüchsigen Landschaft und seinen mitunter kaum renovierten Ortschaften im Gespräch. Auch an Frankreich hatten die Filmemacher als originalen Drehort gedacht, nur sieht zum Beispiel Paris heutzutage ganz anders aus. Zudem wollte man bei einer von den Motiven derart verwirrend angelegten Story auf zeitraubende und kostspielige An- und Abreisen verzichten. So entschied sich das Team letztendlich für Spanien.

In Barcelona und den im Umkreis von 200 Kilometern befindlichen Orten Girona und Figueras fand man schließlich Straßenzüge und Plätze, die mit vergleichbar geringem Aufwand à la ?Louis Quinze? hergerichtet werden konnten. Zudem zeigte sich der Bürgermeister von Barcelona dem Team rundherum entgegenkommend. ?Barcelona hat uns Plätze und Straßen im ?Barrio Gótico? tagelang für die Dreharbeiten zugänglich gemacht, was mit Sperrungen des Marienplatzes, der Kaufingerstraße und des Viktualien­marktes in München vergleichbar wäre. Darüber hinaus wurde uns zum Beispiel auch ermöglicht, im Museumsdorf ?Pueblo Español? die Szene der ver­hinderten Hinrichtung Grenouilles zu drehen. Diese Szene, die in eine Orgie ausartet, wurde eine geschlagene Woche mit 750 Komparsen, unterstützt von 40 Make-up- und 35 Garderoben-Helfern, gedreht?, erzählt Christine Rothe, die als Herstellungsleiterin die Produktion betreute.

Es ist das spektakuläre Finale des Films: Hasserfüllt erwarten Tausende von Menschen Grenouilles Hinrichtung, doch als er endlich vor ihren Augen aus der Kutsche steigt, verwandeln sich ihre Gefühle ? ausgelöst durch Grenouilles Parfum ? zunächst in überraschte Sympathie, dann Zuwendung, dann Bewunderung, und schließlich in hemmungslose Hingabe. Die Szene endet in einem Liebesrausch, in welchem alle Menschen, die sich auf dem Stadtplatz befinden, übereinander herfallen, sich entkleiden und in einer gigantischen erotischen Umarmung versinken. ?Das bedeutete eine schier unlösbare Aufgabe für die emotionale Dramaturgie, denn ob die Gefühls­entwicklung, die hier gezeigt werden soll, überzeugen würde, hing von Hunderten von schauspielerisch unerfahrenen Statisten ab: In ihren Gesichtern und in ihrer Körpersprache mußste sich diese unglaubliche Transformation plausibel abbilden. Für mich stellte sich also die Frage: ?Wie kriegen wir das hin???, erinnert sich Tom Tykwer. ?Ich hatte diese Sequenz immer als eine Art Choreographie vor Augen, fast wie eine emotionale Tanz-Performance ? nur natürlich zugleich so naturalistisch wie möglich.?

Schließlich fiel Tykwer ein, dass eine der berühmtesten Tanztheater-Gruppen Europas, ?La Fura dels Baus?, ihr Domizil in Barcelona hat, und da er ein langjähriger Be­wunderer ihrer Arbeit war, rief er kurzerhand dort an ? und stieß sofort auf Begeisterung. ?La Fura?-Projektleiter Jürgen Müller und sein Assistent Lluis Fuster rekrutierten aus ihrem Ensemble etwa 50 ?key players?, man ergänzte diese um etwa 100 etwas erfahrenere Talente ? junge Schauspieler und routinierte Komparsen ? und konnte mit dieser ?center group? von ca. 150 Darstellern das Kraftfeld für die große Menge einschwören. In ausführlichen Proben wurden schließlich die restlichen 600 Komparsen um diese Schlüsselgruppe angeordnet ? und an eine Szene herangeführt, in der sie nicht nur starke Gefühle zeigen, sondern sich auch noch (gegenseitig) nackt ausziehen und schließlich umschlingen mußsten. Allein das Ausziehen der komplizierten historischen Kleidung mußste separat lange getestet werden, damit es vor der Kamera nicht allzu umständlich aussah. Ganz zu schweigen von der Heraus­forderung an alle Beteiligten in Bezug auf das, was danach geschehen sollte ...

?Für mich waren die 750 Menschen, die uns diese außergewöhnliche Performance geschenkt haben, ein Wunder ? wie ein weiterer großer Hauptdarsteller des Films?, so Tykwer. ?Und ?La Fura dels Baus? haben uns unglaublich dabei geholfen, die überraschende Explosion dieses Rausches im Film einzufangen.?

Schmutz ?DAS PARFUM ist ein Roadmovie, weil Grenouille die ganze Zeit auf Reisen ist und von Station zu Station wechselt?, fasst Regisseur Tom Tykwer die räumliche Struktur der Handlung zusammen. ?Vom Waisenhaus kommt Grenouille in die Pariser Gerberei, dann zu seinem Lehrmeister Baldini, später geht er in die Berge, verschwindet in einer Höhle und wandert schließlich nach Grasse, wo die Mordserie ihren eigentlichen Anfang nimmt. Gerade wegen der vielen Motive ist der Film einzigartig. Alle im Roman vorgelegten Motive mußsten eigens hergestellt werden, um das 18. Jahrhundert detailgetreu nachzubilden, denn es war ja nichts da!? So sind zum Beispiel alle, ?wirklich alle? Knöpfe der Upper-Class-Kostüme im Film mit zeitgenössischen Motiven hand­bemalt worden. Oder die Präparierung von über Tausend Parfumflakons, die ebenfalls in Handarbeit mit einer farbigen Flüssigkeit ? natürlich keinem echten Parfum ? aufgefüllt wurden. Zudem wurden für die entsprechenden Parfumerie-Szenen 150 Flakons eigens hergestellt, die so romantische Bezeichnungen wie ?Amor and Psyche? oder ?Night in Naples? trugen.

Bei der Location-Auswahl aber war das Drehteam auf ein Eldorado gestoßen. Beflügelt von der auch offiziell bekundeten Gastfreundschaft Barcelonas, wurde dort im Spätsommer 2005 unter gewaltigem logistischem Aufwand der historische Stadtkern, das Barrio Gótico, in den ?schmutzigsten Fleck der dreckigsten Metropole Europas im 18. Jahrhundert? (Herstellungsleiterin Rothe) verwandelt: den Pariser Fischmarkt. Neben weiteren Pariser Gassen und Straßen und der Parfumerie Pelissier als Grenouilles erstem Duft-Erlebnis wurden in Barcelona auch wichtige Motive aus Grasse realisiert, darunter Richis Villa, die Kathedrale oder ? wie bereits erwähnt ? der große Platz im Museumsdorf, auf dem Grenouille hingerichtet werden soll. Bis zu 350 Crewmitarbeiter waren an 29 Drehtagen in Barcelona damit beschäftigt, Komparsen und Schauspieler einzuweisen, einzukleiden, zu verpflegen oder die Technik am Laufen zu halten.

Allein an den Aufbauten waren bis zu 100 Mitarbeiter beschäftigt. Hier behalf man sich im ?Gotischen Viertel? Barcelonas bei etwaiger allzu intensiv vorherrschender Modernität mit großflächigen Latexfolien, die vor die Häuser und andere Gebäude gespannt wurden, um unpassende Accessoires wie Elektrokabel oder moderne Fensterrahmen abzudecken.

Doch all diese Mammut-Anstrengungen an Manpower und Equipment waren nichts im Vergleich zu dem, was Filmemacher Tom Tykwer außerdem vollbringen wollte. ?Tom wollte einen wirklichkeitsgetreuen Film, keine Kostümshow?, konstatiert sein Kostümbildner Pierre-Yves Gayraud eher entschuldigend, und daher beließ es Tykwer auch nicht bei der gewollten Ruinierung der über 1000 Kostüme. Nein, die so genannte Dirt Unit mußste her. Das waren rund 60 junge Helfer, die per Schlauch und Eimer Dreck und Müll unterschiedlichster Art an den unterschiedlichsten Plätzen der Stadt verteilten ? und am Ende auch wieder restlos ?liquidieren? mußsten, wie es im Film-Deutsch passenderweise heißt.

In der Rückschau hat der manische Realist Tom Tykwer nur Lob für seine Schmutz-Arbeit übrig: ?Als wir einen so nobel restaurierten Innenstadtplatz wie in Barcelona in den dreckigen und stinkenden Pariser Fischmarkt verwandelten, mußsten dann erst einmal 2,5 Tonnen Fisch und eine Tonne Fleisch auf dem Platz verteilt werden, was nach kurzer Zeit ziemlich gestunken hat. Und dann mußste das Ganze oft am selben Tag auch wieder weggeräumt werden. Wir hatten mitunter ganze Straßenzüge total verdreckt, konnten dort aber nur von 8 bis 12 Uhr drehen. Die Komparsen waren ihrerseits schon seit 1 Uhr morgens in der Maske und Garderobe, da alle ihre schlechten Zähne, ihr Make-up und ihre Frisuren bekommen mußsten. Das dauerte dann schon mal über sechs Stunden. Und so verrückt war eigentlich fast jeder Tag.? Darüber hinaus mußsten die Statisten auch über ihre jeweiligen handwerklichen Tätigkeiten für die filmische Handlung gebrieft werden. ?Sie waren entweder echte Profis, etwa Fischausnehmer, oder haben es extra für ihre Rolle gelernt.?

Und auch für das Team von Make-Up & Hair Designer Waldemar Pokromski hieß die Herausforderung: Authentizität und Intensität. ?Denn am Anfang ist das Make-up meist eher zu schön, so lernen es die Stylisten nun mal?, berichtet Tykwer augenzwinkernd. Geholfen habe dann ein Durchs-geschminkte-Gesicht-Wischen, das Aufstrubbeln der Frisur oder das absichtliche Verrutschen der Kleidung.

Neben dem Aufenthalt in Barcelona war das Team aber auch noch acht Tage im nicht weit entfernten Girona und weitere 15 Tage in der Dalí-Stadt Figueras beschäftigt. Beide Orte liegen im nordöstlichen Zipfel Spaniens, unweit der Pyrenäen-Grenze zu Frankreich. In und um Girona wurden etliche Berg- und Waldlandschaften und Grasser Straßenzüge gefilmt, u.a. aber auch die in Paris verorteten privaten Räumlichkeiten der Madame Arnulfi, bei der Grenouille die aufwändige Kunst der Enfleurage lernt, also die Gewinnung von Duftstoffen aus Blüten. In Figueras wurden die schreckliche, todbringende Gerberei von Grimal und die Stadttore von Paris nachgestellt. Zudem nutzte das Team das dortige malerische Castillo de San Fernando, um Verlies und Folterkammer für den geschundenen Grenouille einzurichten. Und sogar die Höhle im französischen Zentralmassiv, in der Grenouille die Entdeckung seines Lebens macht (nämlich dass er keinerlei Eigengeruch aufweist), wurde in Figueras nachgebaut.

Alles in allem waren die Dreharbeiten trotz eines kameradschaftlichen und konstruktiven Arbeitsklimas an diesen malerischen Orten jedoch kein entspannter Badeurlaub. Vielmehr ging es äußerst rasant zu: Während der 52 Drehtage in Spanien konnte durchschnittlich nur ein halber Arbeitstag für jedes der rund 100 Motive aufgewendet werden. Da aber manche Szenen wie etwa die orgiastische Hinrichtungs­szene mehrere Tage in Anspruch nahmen, mußste sich das Team bei anderen Drehs dafür umso mehr sputen. Trotzdem hielt sich die Crew (außer bei der erwähnten Hinrichtung) laut Auskunft von Herstellungsleiterin Christine Rothe bei keinem Motiv länger als drei Tage am Stück auf.

Ein kompletter Studiodreh der gesamten filmischen Handlung kam für Tykwer und Eichinger von vornherein nicht in Frage. ?Die 100 für den Film verwendeten Motive komplett im Studio aufzubauen hätte uns wahrscheinlich das Zehnfache gekostet. Wir hatten so viele Motive, 65 Straßenzüge und unzählige Räume, all das zu bauen wäre selbst für Hollywood zu teuer. Zudem wollte ich für die Außendrehs immer auf Original­motive zurückgreifen, da es vor dem Hintergrund dieses intensiven Wirklichkeitsaspekts leichter war, dem Set Leben einzuhauchen?, berichtet Tykwer.

Auf die Frage, wie man mit den zur Verfügung stehenden Geldern haushaltet, resümiert Produzent Bernd Eichinger: ?Wichtig ist, clever zu arbeiten und nicht zu viel zu drehen, was dann später doch nicht verwendet werden kann. Man mußs das Geld, das man hat, auch auf die Leinwand bringen und darf vor allem nicht versuchen, den einmal vorgegebenen Drehplan ohne Not auszudehnen. Ein clever, also wirtschaftlich betriebenes Produzieren hat weniger mit der Geldfrage als mit Professionalität und Weitsicht zu tun. Das fängt beim Drehbuch an, wo eben von Anfang an sinnvoll angelegte Bilder und Szenen hineingebracht werden müssen. Die Frage lautet also: ?Was brauche ich wirklich für einen Film und was brauche ich nicht???

Kunst Da hatten es die Hauptdarsteller Dustin Hoffman und Ben Whishaw natürlich ungemein leichter, denn sie konnten Mitte Juli 2005 zwei volle Wochen lang abgeschirmt im Münchner Studio miteinander arbeiten und hatten davor sogar eine Woche Zeit, sich auf ihre unterschiedlichen Rollen vorzubereiten und wurden von Fachleuten in die Kunst des korrekten Düftemischens eingewiesen. Die Dreharbeiten, die im Studio mehr oder weniger chronologisch nach der filmischen Handlung angelegt waren, begannen folgerichtig neben der ?Enfleurage? der Madame Arnulfi vor allem mit dem ?Workshop? des ehrwürdigen Parfumeurs Baldini (Hoffman), der den keimenden Genius Grenouille (Whishaw) als Lehrling aufnimmt und bald von dessen Leistungen fast erdrückt wird. In den Bavaria-Studios in München wurde neben den Privatgemächern Baldinis auch dessen Labor errichtet, wo sich der Kennenlern-Wettstreit zwischen Jung und Alt abspielt.

Bereits beim ersten Lesen der Romanvorlage hatte Regisseur Tykwer dabei ein anderes berühmtes Duett vor Augen: ?Ähnlich wie in Milos Formans AMADEUS schaut ein älterer Meister zunächst ein wenig arrogant auf den Jüngeren herab und entdeckt rasch, dass er ein absolutes Genie vor sich hat, ihm um ein Vielfaches überlegen. So entsteht eine spannungsreiche Konkurrenzsituation zwischen Altmeister und Emporkömmling. Dustin konnte den psychologischen Übergang, in dem sich der Rollentausch zwischen Schüler und Lehrer abspielt, vortrefflich gestalten. Natürlich hat er anfänglich als ?Zampano? Baldini eine gewaltige Dominanz gegenüber seinem Schüler verbreitet, aber im Laufe der chronologisch angelegten Dreharbeiten schlich sich auf einer ganz klaren Kurve die Macht von Ben bzw. ?Grenouille? ein.?

Die Entscheidung, den versierten Hollywood-Mimen und mehrfachen Oscar®-Preisträger Dustin Hoffman für die Rolle des Baldini zu verpflichten, erwies sich nicht nur für die Dramaturgie, sondern auch für die gesamten Dreharbeiten als Glücksfall. ?Dustin steht unter Strom und liebt die Arbeit auf eine fast kindliche, verspielte Art. Das ist eine unschlagbare Qualität und eröffnet zugleich eine ungeheure Leichtigkeit. Das Team liebte ihn, auch weil er uns allen immer wieder klarmachte: Wir können froh sein, einen so tollen Job zu haben, bei dem eine Handvoll Menschen eine derart intensive künstlerische Erfahrung machen darf. Denn Dreharbeiten sind schon eine ziemlich manische Gruppenerfahrung einer verschworenen Gemeinschaft?, meint Regisseur Tykwer. Auch Ben Whishaw hat mit Filmpartner Hoffman inspirierende Tage erlebt: ?Es war unglaublich, wie er die Atmosphäre am Set so leicht und glückbringend gestaltete. Ich glaube, er weiß genau, wie ungemein wichtig es ist, bei der Arbeit auch Spaß zu haben. Dustin gab mir jedenfalls ein gutes Gefühl dafür, dass man an seine eigene Arbeit immer mit einer selbstbewussten Respektlosigkeit herangehen sollte, um jederzeit pausieren zu können, wenn sie einen niederzumachen droht.? Noch einmal Tykwer: ?Dustin hat den Humor seiner Filmfigur mit ihrer Gebrochenheit und ihrem Narzissmus gepaart, wodurch viel Glaubwürdigkeit und Wärme einfloss.?

Zugleich entwickelte sich für den jungen englischen Schauspieler Ben Whishaw, den Tom Tykwer auf einer Londoner Bühne entdeckt hatte, die Arbeit mit dem Regisseur ebenfalls zu einem regelrechten Workshop ? auch ohne Wohlgerüche. ?Es war genial, mit Tom zu arbeiten. Meiner Ansicht nach lebt und atmet er das Kino?, versucht Whishaw eine Charakterisierung Tykwers. ?Ich habe bis heute keinen Regisseur kennen gelernt, der seinen Darstellern derart ehrlich zuhört und nicht nur so tut, als ob. Er ist wirklich daran interessiert, was man zu sagen hat. Gleichzeitig ist er ungemein hilfsbereit und immer offen für neue Ideen.? Vor der Zusammenarbeit mit dem bekannten Produzenten Bernd Eichinger hatte Whishaw anfangs etwas Herzklopfen: ?Ich wusste, dass DAS PARFUM Bernd Eichingers Lebenstraum ist und er 20 Jahre seines Lebens darum gekämpft hat. Da sah ich mich natürlich in der Verpflichtung, ihn auf keinen Fall zu enttäuschen. Meine anfängliche Unsicherheit entpuppte sich aber glücklicherweise als völlig unnötig, und ich habe ihn sehr schätzen gelernt. Er war in erster Linie daran interessiert, sein Projekt bestmöglich fertig zu stellen. Und das imponierte mir sehr.?

?Tom hat den damals 23-jährigen Ben Whishaw als Hamlet auf der Bühne gesehen und war von dessen Darstellung begeistert?, erinnert sich Eichinger. ?Er hat anschließend sofort Probeaufnahmen mit ihm gemacht. Und als er mir die Bänder vorlegte, war auch ich der Meinung, das müsste passen. Wir waren uns sehr sicher, obwohl Ben ein relativ unbekannter Schauspieler war. Aber er hat das richtige Alter und passt auch von der Physiognomie her gut in die Rolle des Grenouille. Ben verkörpert exakt diese Mischung aus Charme und Abgründigkeit.?

Ben Whishaw kann also Eichinger nicht enttäuscht haben, denn die Psychologie seines tragischen Filmcharakters Grenouille hat er rasch erfasst und umgesetzt: ?Grenouilles Leidenschaft und Motivation, dieses schillernde Parfum herzustellen, beruht auf zwei Grundvoraussetzungen: einerseits auf dem unbewussten Verlangen, geliebt zu werden, und andererseits auf der Angst, für seine Mitmenschen unsichtbar zu sein. Tom hat öfters über diese menschliche Grundangst gesprochen, plötzlich mutterseelenallein auf der Welt zu stehen. Und genau diese Angst treibt Grenouille.?

Um sich auch körperlich auf diesen seltsamen Charakter einzustimmen, hat Whishaw die Physiologie von Tieren studiert, um, wie er es ausdrückt, die ?animalische Qualität? der Kunstperson Grenouille herauszufinden. ?Tom und ich haben uns verschiedene Tierarten angesehen, darunter waren auch Raubtiere wie Tiger oder Leoparden. Bald aber entdeckten wir eine eigenartige Affenart, die Loris, die wie die Lemuren zu den so genannten Feuchtnasenaffen gezählt werden und in Afrika und Südostasien beheimatet sind. Loris bewegen sich unglaublich langsam fort?, konstatiert Whishaw vor dem Hintergrund gewisser Ähnlichkeiten mit seinem menschlichen Rollencharakter Grenouille.

Für den Regisseur ist Ben Whishaw ohne Wenn und Aber ohnehin die richtige Besetzung gewesen: ?Wir haben zunächst auf der ganzen Welt, später dann konkret in England alle jungen männlichen Schauspieler angetestet. In England waren dies über 100 Männer zwischen 20 und 35 Jahren. Es gibt derart viele Menschen auf der Welt, die dieses Buch gelesen haben. Daher mußsten wir einen Darsteller finden, der nicht nur für uns passte, sondern gleichzeitig auch das Bedürfnis abdeckt, das alle nach dieser Figur haben. Da ist es hilfreich, dass der Zuschauer über ihn als relativ unbekannten Darsteller zunächst keine Meinung hat. Zudem mußs der Darsteller des Grenouille der absolute Protagonist eines nicht immer leichtgewichtigen Films sein, dem der Zuschauer schließlich auch gut zweieinhalb Stunden folgen soll. Der Grenouille, den Ben verkörpert, mit all seinen Brüchen und Komplexitäten, leistet das?, ist sich Tykwer sicher.

Rickman seinerseits hat den Roman niemals gelesen, für ihn war das Buch so etwas wie eine unbekannte Ikone, von der er wusste, dass es Millionen Menschen kennen. Während des Filmdrehs zählte daher für ihn vielmehr, dass zum einen der Film ausschließliches Medium des Regisseurs ist und dass es zum anderen für einen Filmschauspieler deshalb vor allem wichtig ist, mit einem ?wirklich guten? Regisseur zu arbeiten. Bei Tom Tykwer sei das der Fall gewesen: ?Ich bin ein großer Bewunderer von Toms Arbeiten. Sein Werk ist ja derart einzigartig, dass man denken könnte, bei all der künstlerischen Stringenz auf eine Art humorlosen Diktator zu treffen. Zwar ist Tom ungemein zielstrebig in seiner Arbeit, aber zugleich ist er der entzückendste, aufgeschlossenste und selbstloseste Mensch, den ich kenne. So war denn auch die Atmosphäre am Set ein einziges großes Vergnügen?, sagt Rickman in der Rückschau. Auch über Bernd Eichinger hat sich der Ausnahmedarsteller, den jüngere Kinozuschauer vor allem durch seine populäre Verkörperung des undurchsichtigen Zauberlehrers Severus Snape in den ?Harry Potter?-Blockbustern kennen, natürlich seine ehrliche Meinung gebildet: ?Es ist äußerst selten, dass man auf einen Produzenten trifft, der gleichzeitig derart leidenschaftlich, hilfsbereit, belesen und exzentrisch zu Werke geht ? er ist ein großartiger Produzent.?

Tom Tykwer war seinerseits von der professionellen Doppelbödigkeit seines Richis-Darstellers überzeugt: ?Wir brauchten ein maximales Gegenüber für Grenouille: Der Darsteller sollte also nicht nur einfach einen Vater spielen, sondern auch ein absolut ernsthafter Herausforderer für den genialen Grenouille sein. Auch wenn der Zuschauer zunächst meinen könnte, dass Grenouille im zweiten Teil des Films immer unbezwingbarer zu werden scheint, so entwickelt sich mit Richis gleichzeitig jemand, von dem man denkt: ?Der könnte Grenouille tatsächlich zur Strecke bringen.??

Seinen Filmcharakter, den Grasser Kaufmann Richis, skizziert Rickman in wenigen Sätzen: ?Richis definiert sich ausschließlich über seine gewaltige Liebe zu seiner Tochter. Seine Worte ?Du bist alles, was mir geblieben ist? sind bezeichnend für jemanden, der ohne seine geliebte verstorbene Frau auskommen mußs. Die komplette Story dieser Figur handelt davon, wie jemand verzweifelt versucht, sein Kind vor einer unbekannten Gefahr zu beschützen, die überall lauern kann: in den Bäumen, den Büschen, den Nebenstraßen, den dunklen Ecken und direkt an jenen Orten, wo die Menschen zu Hause sind.? Rickman reizte daher vor allem die Gegensätzlichkeit zwischen der glanzvollen, luxuriösen und sauberen Oberwelt, in der Richis und seine Tochter leben, und der unter den edlen Perücken des Adels wuchernden Schattenwelt. ?Parfum und Wohlgerüche beeinflussen die gesamte Erzählung und auch den Film, auf angenehme wie auch auf schreckliche Weise?, erläutert Rickman.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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