Die Super Ex

Produktionsnotizen

Ivan Reitman ist einer der erfolgreichsten Komödienregisseure aller Zeiten. Er inszenierte zahlreiche Filme, darunter Ghostbusters ? Die Geisterjäger (1984), Ich glaub?, mich knutscht ein Elch (1981), Babyspeck und Fleischklößchen (1979) und Ghostbusters II (1989). Als Produzent oder Ausführender Produzent war er verantwortlich für Kinohits wie Old School ? Wir lassen absolut nichts anbrennen (2003), Road Trip (2000), Private Parts (1997) und Ich glaub?, mich tritt ein Pferd (1978).

In seinem neuesten Film wollte Reitman das Genre nun ganz neu beleuchten. ?Das war nicht leicht?, gibt er zu. ?Im Kino hat man massenhaft Komödien mit romantischen Handlungselementen gesehen, und die meisten folgten strikt den bekannten Mustern: Mann trifft Frau, verliert sie für eine Weile, dann bekommt er sie zurück.?

Eine neue Idee fand Reitman in dem Drehbuch von Don Payne, langjähriger Autor und Ausführender-Co-Produzent von ?Die Simpsons?. Paynes Script mit dem Titel DIE SUPER EX variierte die gängigen Komödien-Handlungsmuster: Mann verknallt sich in Frau ? und stellt fest, dass sie eine Superheldin ist. Diese Idee entwickelte Payne weiter und entwarf eine neurotische, bedürftige und klammernde Heldin ? der Albtraum einer jeden Beziehung. ?Obwohl die weibliche Hauptfigur eine Superheldin ist, hat Don keine Comic-Geschichte geschrieben?, sagt Reitman. ?Dies ist kein Superhelden-Film. Es ist eine Komödie, die in der Realität fußt?, erklärt Payne. ?Es ist eine verrückte Fantasie, eine Superheldin als Freundin zu haben, und ich glaube, dass es eine sehr witzige Idee ist, ihr eine Romanze mit einem ganz normalen Typen zu verschaffen ? mit desaströsen Konsequenzen.?

Payne weiß sehr wohl, dass Beziehungen zwischen Frauen mit übernatürlichen Fähigkeiten und Durchschnittsmännern bereits filmisch ergründet wurden; die TV-Sitcom-Serien ?Verliebt in eine Hexe? und ?Bezaubernde Jeannie? sind nur zwei Beispiele. Aber Payne gibt der Idee einen ganz neuen Dreh. ?Ich habe mich gefragt, was wohl passieren würde, wenn die Beziehung zwischen einer Superheldin und einem Normalo unerfreulich endet. Was, wenn er erkennt, dass sie irgendwie durchgeknallt ist? Das ist wahrlich nicht die Sorte von verrückten Ex-Freundinnen, die man sich wünscht?, sagt Payne ? eine glatte Untertreibung.

Paynes Superheldin ist eine scheinbar typische, moderne New Yorkerin, die in einer Kunstgalerie arbeitet. Wie alle Singles wünscht sich auch Jenny jemanden in ihrem Leben. Doch wegen ihres ?Zweitjobs? als Superheldin G-Girl enden alle Versuche, ?Mr. Right? zu finden, in Frustration. ?Jennys Helden-Kunststücke werden ihr langweilig?, sagt Reitman. ?Sie hat weder das richtige Temperament für eine Superheldin, noch für eine Romanze.?

Als Reitman die Rolle von Jenny / G-Girl besetzte, wusste er, dass er eine Schauspielerin finden mußste, die die Stunt-lastigen Superhelden-Kunststücke bewältigen konnte und gleichzeitig komödiantische Talente besitzt. Reitman wusste, dass es nur eine gibt: Uma Thurman. ?Wer sonst hätte diese Rolle spielen können??, fragt er. ?Uma ist ein wandelnder Special Effect! Sie ist eine großartige Schauspielerin, wunderschön, und sie hat dank der Kill Bill-Filme große Erfahrung mit aufwändigen Stunts.? Thurman war ganz versessen darauf, Jennys Super-Heldenhaftigkeit und ihre Super-Neurosen zu spielen. ?Ich fand die Idee großartig, dass Jenny neurotisch, verletzlich und gleichzeitig eine Superheldin ist?, sagt die Schauspielerin.

Thurman war von Beginn an klar, dass sie mit der Zusage für die Rolle den richtigen Riecher hatte. ?Niemals hatte ich mehr Spaß bei Dreharbeiten?, freut sie sich. ?Ich liebe Komödien, sie sind meine Leidenschaft. Und weibliche Hauptrollen wie die der Jenny gibt es schließlich nicht oft. Jenny ist meistens wütend, und es hat riesigen Spaß gemacht, das zu spielen. Ivan (Reitman) ermunterte mich, die Rolle der Jenny so vielschichtig wie möglich anzulegen. Und dabei sogar das Risiko einzugehen, dass sie dämlich wirkt.?

Auf den ersten Blick ? oder beim ersten Date ? scheint Jenny eine richtig gute Partie zu sein ? schließlich ist sie eine lebendige und wunderschöne Frau. Aber es dauere nicht lange, so Reitman, bis der Held der Geschichte, Matt Saunders, erkennt, dass etwas mit ihr nicht stimmt. ?Sie ist eine sehr geschwätzige Person?, erklärt der Regisseur. ?Im Grunde redet sie viel zu viel und hat von Selbstkontrolle noch nie etwas gehört.?

Ein Durchschnittstyp wie Matt kann gar nicht mit einer wie Jenny klar kommen. Matt, der von Luke Wilson gespielt wird, ist ein erfolgreicher Architekt. Wie die meisten Singles ? seine zukünftige Höllenfreundin eingeschlossen ? sucht er nach Liebe. In der Geschichte ist er derjenige, der zielstrebig geradeaus geht, und, wie Reitman es formuliert, das Herz des Films darstellt. ?Luke verkörpert alle wichtigen Eigenschaften eines typischen Amerikaners?, sagt Reitman. ?Er ist ein sympathischer Typ mit großem Gespür für komödiantisches Timing.?

?Ich fand das Drehbuch extrem witzig und doch mit jeder Menge Herz?, sagt Wilson. ?Es ist eine Geschichte, mit der man sich gut identifizieren kann; jeder hat komplizierte Beziehungen erlebt, und die Beziehung von Matt und Jenny ist definitiv kompliziert ? unter anderem.?

Mit Jennys Fähigkeiten ist sogar Sex eine heikle Angelegenheit. Tatsächlich liefert DIE SUPER EX eine Antwort auf die viel diskutierte Frage: Wie wäre Sex mit einer Frau mit Superkräften? ?Wir glauben, dass er zugleich grandios und schmerzvoll wäre?, sagt Reitman. Mit Don Payne arbeitete er eng zusammen, um den Superhelden-Sex authentisch darzustellen ? und eine Altersfreigabe ab 13 Jahren für den Film zu bekommen. Bei Matt und Jennys erstem Mal spielt vor allem ein Bett eine Rolle, das rhythmisch gegen eine Wand donnert; bei einem anderen amourösen Aufeinandertreffen zwischen Jenny und dem panischen Matt treten die beiden dem ?Mile-High-Club? [Anmerkung der Redaktion: Club für Freunde von Sex an Bord eines Flugzeugs] bei. Ohne Flugzeug, allerdings.

Durch die Nachwirkungen dieser superheldenhaften Vereinigung und Matts wachsende Erkenntnis, dass Jenny kompromisslos neurotisch ist, wird für ihn klar: Er mußs die Beziehung beenden. ?Ein verschmähtes Weibsstück ist die wahre Hölle? oder: Nichts ist schlimmer als eine verlassene Frau ? vor allem wenn sie Superkräfte hat.... Erstmal schraubt sie sich durch die Decke und hinterlässt ein klaffendes Loch. Dann vesaut sie Matt eine wichtige Präsentation verschrottet seinen Ford-Mustang, bevor sie ihn in den Orbit schießt. Und das ist nur der Anfang.

Jenny ist außerdem fest entschlossen, Matts aufkeimende Beziehung mit seiner Kollegin Hannah, gespielt von Anna Faris (Scary Movie 1-4) zu zerstören. Hannah, die gerade eine mehr als unbefriedigende Beziehung mit einem hirnlosen Unterwäsche-Model hinter sich hat, verbindet mit Matt eigentlich nur eine Freundschaft, aus der aber rasch Leidenschaft wird, als für Matt die Einschläge in seinem Rosenkrieg näher kommen.

Faris sagt, sie liebe die Mischung aus Außergewöhnlichem und Echtem. ?DIE SUPER EX erinnert mich an Ivans Ghostbuster ? Die Geisterjäger?, sagt sie. ?In unserem Film ist es für die New Yorker ganz selbstverständlich, dass es eine Superheldin gibt, die ihre Probleme löst?, sagt Faris. ?Das ist einfach so, und niemand stellt es infrage? ? genau wie jeder New Yorker einen gigantischen Marshmallow-Mann akzeptierte, der in Ghostbusters durch Manhatten trampelte.

Faris drehte gerade Scary Movie 4, als sie das Angebot erhielt, die Hannah in DIE SUPER EX zu spielen. Die Drehzeiten der zwei Filme überschnitten sich, und so pendelte Faris zwischen den beiden Produktionen hin und her.

Sie war nicht das einzige Cast-Mitglied, das mit zwei Filmprojekten jonglieren mußste. Rainn Wilson spielte weiterhin den mega-unterwürfigen Papierhandels-Lakaien Dwight Schrute in der hoch gelobten TV-Sitcom ?The Office?, während er für DIE SUPER EX vor der Kamera stand.

In Reitmans Komödie spielt Wilson Matts oberflächlichen besten Freund, Vaughn Haige, den Reitman ?die Quelle für Matts schlechte Ratschläge und den wahrscheinlich schlechtesten Ratgeber auf der ganzen Welt? nennt. ?Vaughn erklärt Matt, dass Sex das Wichtigste im ganzen Leben ist?, fügt Rainn Wilson hinzu. Wie er zu diesem Schluss kommt? ?Vaughn glaubt, dass er ein unglaublich angesagter Typ ist, ein Womanizer, doch in Wirklichkeit ist er das genaue Gegenteil.?

Ein Superhelden-Film wäre natürlich nicht vollständig ohne einen Super-Bösewicht. In DIE SUPER EX ist dies Professor Bedlam, dargestellt von Eddie Izzard: Jennys fieser Gegenpart. (In Wirklichkeit ist nichts wirklich ?super? an Bedlam. Er ist seinen eigenen Angaben nach ein ganz gewöhnlicher Mann ? nur mit 10.000-mal mehr Geld, Intelligenz und Geschmack als jeder Durchschnittsbürger.)

Genau wie Jenny umgibt auch Bedlam etwas Seltsames. ?Wenn man einen Superbösewicht in einem modernen, in New York spielenden Film unterbringen will, mußs man ihn auf ganz außergewöhnliche Weise darstellen?, sagt Reitman. ?Wir wollten keinen traditionellen Comic- Bösewicht.?

Tatsächlich ist Bedlam nicht einer der bekannten Super-Fieslinge. Sein Ziel ist es, Jenny zu ?neutralisieren? ? zum ersten Mal bedeutet das jedoch nicht ?ausschalten?. Er will ihr Stück für Stück ihre Kräfte entziehen, so dass sie schließlich nichts als eine ganz gewöhnliche durchgeknallte Ex-Freundin ist.

Eddie Izzard ist eine in jeder Hinsicht ungewöhnliche Besetzung für die Rolle. ?Eddie ist ein ganz originärer Komiker?, sagt Reitman. ?Er hat so eine majestätische Art, die nicht nur davon herrührt, dass er Brite ist. dass sich Bedlam selbst so wichtig nimmt, verleiht dem Film eine zusätzliche komische Note.?

Bedlams Geschichte enthüllt, dass Jenny und er zu Highschoolzeiten beste Feunde waren. Bis Jenny durch einen Meteoriten zu ihren Superkräften kam. Mit ihren neuen Fähigkeiten ? und ihrem coolen neuen Look ? wurde Jenny sehr beliebt; Barry blieb gebrochenen Herzens zurück. (?Bedlam? entstand aus seinem Namen Barry EDward LAMbert ? und er ist gar kein richtiger Professor.)

?Bedlam wurde ohne Erklärung von Jenny fallen gelassen?, sagt Izzard. ?Deshalb hegt er großen Groll und Neid. Sein Ziel, seine ganze Mission ist, sie zu ruinieren. Aus ihm wird ein Genie, er gelangt zu riesigem Reichtum und er hat sich ein ausladendes kriminelles Register zugelegt, um Jennys Aufmerksamkeit zu erregen.?

Als ob Bedlam und Jenny Matts Leben nicht schon schwer genug machen würden, sitzt ihm auch noch seine Chefin Carla Dunkirk, gespielt von Wanda Sykes (HBO-Serie ?Crub Your Enthusiasm?), auf Schritt und Tritt im Nacken. Carla forscht permanent nach Fällen von sexueller Belästigung in ihrer Firma, und sie ist übermäßig wachsam, was ungebührliches Verhalten angeht. ?Carla hat Matts seltsames Benehmen ständig auf dem Kieker: Seine Beziehung zu Jenny und seinen Flirt mit Hannah?, erzählt Sykes. ?Sie glaubt, dass er durchgedreht ist, und sie will nicht, dass er die Firma mit in den Abgrund reißt.?

Kleiderschrank und Garderobe für eine Superheldin Nach der Vorstellung von Drehbuchautor Don Payne ist Jenny/G-Girl eine sexy, attraktive, moderne Superheldin. Doch Payne fragte sich, wie so eine zeitgemäße, schöne Superfrau wohl aussieht. Was trägt sie?

Zuerst wollte Payne G-Girl in ein symbolträchtiges Outfit stecken, so, wie es die klassischen Superhelden tragen. Doch immer den Realismus im Blick, schlug Ivan Reitman Designer- Outfits für Jenny vor. ?Schließlich ist sie eine Frau?, betont er, ?und sie will sich ihr Outfit bestimmt selbst zusammenstellen.?

Die meisten Superhelden haben geheime Zufluchtsorte. Wo würde Jenny ihre wichtigste Ausstattung unterbringen, die umfangreiche G-Girl-Kollektion? Die offensichtliche Antwort: im weltgrößten Kleiderschrank, der größer ist als die meisten Wohnungen. Dort verstaut Jenny Hunderte von Outfits ? schließlich ist sie unzerstörbar, ihre Garderobe jedoch nicht. Die Kleidung unterstützt die Definition von Jennys Charakter, und Reitman vertraute diese große Herausforderung ? gleichzeitig die Chance, Jennys Outfit zu designen ? Laura Jean Shannon an. Shannon arbeitete eng mit Uma Thurman zusammen und machte aus G-Girl eine moderne Superheldin, eine ?Fashionista?, mit zahlreichen verschiedenen Looks.

Shannons Besuche in unzähligen Trendshops in New Yorks East Village halfen ihr, die imposante G-Girl-Kollektion zusammenzutragen.

Genau wie Shannon wollte auch Uma Thurman, dass das Design ?Girl Power? ausdrückt ? G-Girls Styling und Outfit sollte mehr sein als eine Männerfantasie oder der schlichte Look einer Superfrau. Die Kostüme sollten angemessen sein für Frauen und G-Girls innere Stärke ausdrücken.

Shannon war beeindruckt von Thurmans Kostümideen und von ihrer Fähigkeit, Outfits eine bestimmte Bedeutung zu verleihen. ?Uma kam in den Ankleideraum, zog ein Kostüm an, bewegte sich, stand da auf eine ganz bestimmte Weise ? und verwandelte die Outfits so plötzlich in etwas ganz anderes?, begeistert sich Shannon. Die Kostüme halfen, G-Girls Charakter zu skizzieren und zu entwickeln. In den ersten Szenen trägt sie Outfits, die Shannon als ?Girlie-Girl? bezeichnet. ?Diese Outfits drücken Stärke aus, aber sie sind sehr feminin?, sagt Shannon.

Im Verlauf der Geschichte wird das G-Girl gefestigt, ihr Look wird tougher und strenger. ?Sie beginnt, die Zügel in die Hand zu nehmen?, fährt Shannon fort. ?Wir ziehen ihr mehr Kleidungsstücke an, fügen eine Kappe hinzu, dann eine Jacke im Military-Look von Yves St. Laurent, die eine kraftvolle, durchgestylte Ausstrahlung vermittelt.?

Jeder Superheld braucht seine Insignien, aber die von G-Girl unterscheiden sich von denen der meisten Helden. Ihr ?G?-Emblem, das auf all ihren Outfits erscheint, ist nicht eingearbeitet wie bei den gängigen Superhelden. G-Girls ?G? ist ein Accessoire, das ein ?G? aus Diamanten sein kann, eine mit Diamanten besetzte Brosche oder ein Platin-?G? an einem schwarzen Ledergürtel.

Super-Girlfight Stunt-Koordinator George Aguilar arbeitete mit Ivan Reitman, um einige spektakuläre Action- Sequenzen zu konzipieren, behielt dabei jedoch den vom Regisseur vorgegebenen realistischen Touch des Films bei. ?Wir wollten nicht, dass irgendein Stunt ? egal wie ungewöhnlich ? wie aus einem Comic aussieht?, sagt Aguilar. ?Die Kampf- und Flugszenen sollten ein grobes ?New-York-Gefühl? vermitteln.

Eine von Aguilars größten Herausforderungen war es, gemeinsam mit Spezialeffekte- Designer Erik Nash und Kameramann Don Burgess eine umfangreiche Kampfsequenz zwischen Anna Faris? Charakter Hannah und Uma Thurmans G-Girl zu entwickeln. Diese Superschlacht, die Rainn Wilson ?den heißeste Girlfight in der Geschichte der Superhelden- Komödie? nennt, wurde auf und über der Second Avenue in Lower Manhatten inszeniert.

Aguilar choreographierte die Szene, zuerst mit Stunt-Doubles, dann mit den Hauptdarstellern; drei Wochen brauchte er für die Vorbereitung und die anschließenden Dreharbeiten. ?Es war ein vertrackter und komplizierter Stunt?, erinnert sich Aguilar. ?Wir hatten zwei Leute, die in der Luft hingen, kämpften und gen Boden stürzten ? und dabei die ganze Zeit fantastisch aussahen!?

Thurman, die für die Kill Bill-Filme über ein Jahr lang im Kämpfen an Drahtseilen und in Martial Arts ausgebildet wurde, brauchte nur wenige Proben für diese Szene und für andere Action- und Stunt-Sequenzen. Faris hatte durch die Scary Movie-Filme ebenfalls einige Erfahrungen mit Drahtseil-Dreharbeiten. Luke Wilson, der mit Jenny für die Sex-Szene abheben mußste, war ein Neuling in Sachen Kampf- und Flug-Stunts. Daher waren seine Lernerfolge bei weitem größer als die der beiden Hauptdarstellerinnen.

Die Spezialeffekte ?In einem Film mit einem Superhelden sind Spezialeffekte wichtig?, bemerkt Ivan Reitman. Er inszenierte die Effekt geladenen Filme Ghostbusters ? Die Geisterjäger (1984) (und die Fortsetzung) sowie Evolution (2001) und ist daher in dieser hoch technisierten Welt zu Hause. ?Ich wollte jedoch nicht, dass Effekte die Story beherrschen.?

Das sieht auch Special-Effects-Designer Erik Nash so: ?Wir haben viele Spezialeffekte, aber es ist kein Film über Effekte. Es ist eine Komödie, und die Special Effects unterstützen den Spaß und den Humor.?

Reitman wollte, dass G-Girls Flugsequenzen ganz unterschiedlich aussehen. ?Wir diskutierten darüber, ob G-Girl einen sichtbaren Luftstrom hinterlassen soll ? wir nannten das ?Kielwasser-Strudel? ?, der sie sichtbarer macht, wenn sie mit Super-Geschwindigkeit fliegt?, erinnert sich Nash. ?Sie bewegt sich so schnell, dass sie das Licht um sie herum krümmt. Das ist ihre Identifikationsspur?, möglich gemacht durch Computer generierte Bilder (CGI).

Was nützt es, mit ?Kielwasser-Strudel? fliegen zu können, wenn man keine kreativen Ideen hat, wie man seinen Ex-Freund peinigen könnte? G-Girl, so einfallsreich wie verrückt, hat Ideen! So wirft sie einen lebendigen Weißen Hai durch Matts Wohnungsfenster. Der Hai landet auf seinem Bett, bevor er durch das Appartement tobt und eine Schneise der Verwüstung hinterlässt. ?Das ist eine absurde und fantastische Idee?, sagt Reitman. ?Man mußste sich vorstellen können, dass der Hai da war und mit ihm, im Set und mit den Darstellern drehen.? Der Hai war eine digital geschaffene Kreatur ? eine schnittigere, düsterere und fiesere Version des echten Weißen Hais.

Um die Szene ganz genau zu skizzieren, fertigten Nash und sein Team sehr akribische Storyboards an. Dann animierten und choreographierten sie die Szene. Als die Kamerapositionen bestimmt waren, schnitten sie eine Vorab- oder Test-Version zusammen, die man ?Animatic? nennt. Diese diente dann als Vorlage für die Hai-Attacke.

Haie, Luft-Sex, Super-Girlfights ? das sind nur einige der vielen Überraschungen von DIE SUPER EX. Doch Ivan Reitman betont, dass all das nur dazu dient, die Geschichte so realistisch zu machen, dass sich jeder damit identifizieren kann. ?Wir alle hatten Beziehungen, die schief gingen?, sagt er. ?Darum geht es hier ? bloß auf einem anderen Level.?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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