She's The Man - Voll mein Typ!

Produktionsnotizen

Man kann wohl mit Sicherheit sagen, dass sich Shakespeare seine Komödie ?Was ihr wollt? nie vor dem Hintergrund zweier rivalisierender High-School-Fußball-Mannschaften vorgestellt hatte. Wie des Dichters Komödie über verwechselte Identitäten, romantische Dreiecksbeziehungen und sogar Geschlechtertausch zur Inspiration für SHE´S THE MAN - VOLL MEIN TYP! wurde, erzählt Autor und Produzent Ewan Leslie ? laut eigener Auskunft selbst ein lebenslanger Shakespeare-Fan.

?Vor ein paar Jahren war ich in London und sah Sam Mendes? brillante Produktion von ,Was ihr wollt? am Donmar. Ich hatte das Stück gelesen und die Filmversion gesehen. Aber als ich Sams Produktion sah, nahm es wirklich Form für mich an. Ich habe andere Klassiker gesehen, die man für das heutige Publikum modernisiert hatte, Filme wie Clueless ? Was sonst? (1995) und 10 Dinge, die ich an dir hasse (1999). Ich hatte den Eindruck, dass Geschichten wie diese zeitlos sind. Ihre Grundvoraussetzung ist so stark, dass es egal ist, wo oder wann sie stattfinden. Wir nahmen also die Idee der Dreiecksbeziehung zwischen Viola, Duke und Olivia auf und versetzten sie an eine zeitgemäße amerikanische High School.? ?Der Hauptgrund, warum ich die High School wählte?, fährt Leslie fort, ?ist der, dass ich mir in diesem Alter ein bisschen mehr Androgynität vorstellen kann. Nicht alle Jungs rasieren sich schon, wenn sie 16 oder 17 sind.?

Leslie arbeitete schließlich zusammen mit den Drehbuchautorinnen Karen McCullah Lutz und Kirsten Smith an der letzten Drehbuchversion. ?Karen und Kirsten?, merkt er an, ?haben 10 Dinge, die ich an dir hasse geschrieben, der auf Shakespeares ,Der widerspenstigen Zähmung? basiert. Von ihnen stammt außerdem das Drehbuch zu Natürlich blond! (2001), also wussten wir, dass sie wirklich gut darin sind, eine junge, weibliche Stimme zu treffen.?

Leslie, der bei der Donners? Company als Präsident der Produktion fungiert, reichte seine Skript an Produzentin Lauren Shuler Donner weiter, zusammen mit der guten Nachricht, dass Amanda Bynes, eine der zur Zeit heißesten jungen Schauspielerinnen, bereits für die Hauptrolle zugesagt hatte. Shuler Donner erinnert sich: ?Er hatte in Eigenregie das Skript an Amanda geschickt, die prompt zugesagt hatte. Ich sagte: ,Großartig. Dann lass es uns mal verkaufen gehen.? Das war damit das einfachste Filmprojekt, das ich je gestemmt habe.?

Shuler Donner erzählt, dass sie mehrere potentielle Regisseure für SHE´S THE MAN - VOLL MEIN TYP! trafen, aber Andy Fickman stellte sich als ihre erste Wahl heraus. ?Andy beeindruckte alle im Raum. Zuerst mal, war sein Film Kifferwahn (2006) sehr gut gemacht. Er ist außerdem sehr lustig und unglaublich smart und hatte tolle Ideen für den Film. Andy hatte nicht nur einen Zugang zum Material, er sah auch das Potential, das der sportliche Dreh mit sich bringen würde, und die Möglichkeit, sowohl Jungs als auch Mädchen anzusprechen.?

Fickman erklärt: ?Mir gefiel das Drehbuch sofort. Ich mußste beim Lesen laut loslachen. ,Was ihr wollt? ist mein liebstes Shakespeare-Stück. Außerdem liebe ich Filme wie Tootsie (1983), Mrs. Doubtfire ? Das stachelige Kindermädchen (1994) und Victor/Victoria (1983). Dieser Film gab mir die Gelegenheit, mit diesem Genre ein bisschen herum zu spielen.? Der Regisseur fügt hinzu, dass Amanda Bynes? Zusage für die zentrale Rolle der Viola ein weiterer wichtiger Grund für seine Begeisterung war. ?Ich habe einen achtjährigen Sohn, also habe ich schon einige Stunden damit verbracht, Amanda Bynes bei Nickelodeon zuzusehen. Ich bin ein großer Fan von ihr geworden. Ich hatte ein Meeting mit ihr, und von Anfang an stimmte alles zwischen uns.?

Weil sie von Anfang an bei SHE´S THE MAN - VOLL MEIN TYP! dabei war, hatte Amanda Bynes verschiedene Stadien der Geschichte und der darin involvierten Figuren gesehen, doch das Grundkonzept, das sie am Projekt reizte, blieb unverändert. ?Ich liebte die Idee, eine moderne Version von ,Was ihr wollt? zu machen und insbesondere die Möglichkeit, zwei verschiedene Figuren zu spielen, wovon eine auch noch ein Junge war. So eine Gelegenheit bekommt man selten?, bemerkt sie. ?Tatsächlich ist Tootsie einer meiner Lieblingsfilme ? ich hatte sogar mal meinen Hund nach Tootsie benannt. Natürlich war es deshalb total aufregend, eine Rolle wie diese zu spielen. Das Buch war sehr gut geschrieben, und ich liebte Andy Fickman sofort. Das schien alles zu gut, um wahr zu sein. Ich war dankbar, daran teilhaben zu dürfen.?

?Amanda ist eine tolle Schauspielerin und eine unglaublich begabte Komödiantin?, stellt Shuler Donner fest. ?Man glaubt ihr ? egal, welche Figur sie spielt, sie spielt sie mit einer wunderbaren Finesse. Sie beherrscht Slapstick und ein perfektes Timing. Sie ist wirklich ziemlich erstaunlich.?

Mit Bynes als Viola brachten die Filmemacher ein Ensemble aus Newcomern und Komödien- Veteranen zusammen. Als eine ihrer größten ?Entdeckungen? betrachten sie Channing Tatum, einen jungen Schauspieler, dessen Karriere definitiv gerade abhebt. Tatum wurde als Violas Objekt der Begierde, Duke Orsino, besetzt. ?Ja, Channing ? wenn er doch bloß besser aussehen würde oder netter oder ein besserer Schauspieler wäre ... Ich mache mir wirklich Sorgen um seine Zukunft?, scherzt Fickman. ?Aber im Ernst: Er wickelte alle um seinen Finger, als er zum Reading kam, und es machte Spaß, mit ihm zu arbeiten. An einem Punkt dachten wir, dass wir vielleicht ein Stunt-Double und ein Fußballer-Double für die Rolle des Duke brauchen würden, aber Channing ist von Natur aus ein sportlicher Typ. Also hat er alles selbst gemacht. Er hat jeden Tag alles gegeben. Er ist wirklich etwas ganz Besonderes.?

Tatum sagt, dass der sportliche Aspekt seiner Rolle für ihn zu den größten Reizen des Films gehörte. ?Ich liebe körperliche Rollen, weil sie dir erlauben, noch etwas anderes in deine Figur einzubringen, abgesehen von dem, was in deinem Text steht. Es hilft dir, die Figur zu werden. Wenn du einen Idioten spielst, machst du einfach Slapstick. Aber bei Duke mußste ich das genaue Gegenteil eines Idioten spielen.?

Shuler Donner bestätigt: ?Da ist etwas unerwartet Tiefgründiges an Channing, was perfekt zu Dukes Rolle passte, weil er zwar diesen Macho-Look hat, aber im Grunde sehr sensibel ist.? Als Mädchen, das sich als Junge ausgibt, befindet sich Viola in der einzigartigen Rolle, Dukes sensible Seite zu sehen, als sie ? bzw. er ? Dukes Mitbewohner an der Illyria Prep. wird. In der Annahme, er könne Sebastian vertrauen, gesteht Duke, wie unsicher er sich in der Gegenwart von Mädchen fühlt, insbesondere in der Nähe der schönen Olivia. Das Problem ist: Je mehr Duke über Olivia spricht, umso mehr verliebt sich Viola selbst in Duke. Amanda Bynes gibt zu, dass es keine besondere schauspielerische Herausforderung war, sich in Channing Tatum zu verlieben.

?Das war jetzt kein schwieriger Job, vorzugeben, Channing zu mögen?, grinst sie. ?Man schaut ihn definitiv gerne an, und er ist außerdem einer der süßesten Jungs, die ich kenne. Es war so lustig, mit ihm zu arbeiten und mit ihm zusammen zu sein. Also war es leicht, so zu tun, als sei ich scharf auf ihn. Ich fühlte eine Verbundenheit zu ihm, und ich weiß, dass wir noch lange Freunde bleiben werden.? Tatum stimmte dem zu: ?Ich liebe Amanda unendlich. Sie ist das Liebenswerteste, was man sich vorstellen kann. Es hat so viel Spaß mit ihr am Set gemacht, sie war sensationell ? ob sie nun ein Mädchen oder ein Junge war.?

Duke bittet Viola ? das heißt Sebastian ? ihm zu helfen, ein Date mit Olivia zu bekommen, was das Letzte ist, was Viola möchte. Aber sie müsste sich gar keine Sorgen machen. Je mehr Sebastian ? das heißt Viola ? Olivia über Duke erzählt, um so mehr verliebt sich Olivia selbst in Sebastian, von dem sie glaubt, dass er der erste ?Junge? ist, dem sie wirklich vertrauen kann. Wenn sie wüsste ...

Laura Ramsey, die die Rolle der Olivia spielt, erklärt: ?Sebastian und Olivia haben diese Verbindung. Also verliebt sich Olivia in Sebastian, aber es ist natürlich Viola, verkleidet als ihr eigener Bruder ... und ich mußs sagen, Amanda war ein wirklich gut aussehender Junge. Ich konnte gut verstehen, dass Olivia sie, ich meine ihn, attraktiv fand.?

Leslie bemerkt: ?Die Rolle der Olivia war ein weiteres Schlüsselement des Castings, weil sie die andere Seite der romantischen Dreiecksbeziehung bildete. Man mußs glauben, dass Duke von diesem Mädchen besessen war, und dass sie sich in Viola als Junge verlieben würde. Laura Ramsey war perfekt, weil sie so offensichtlich schön ist und die Chemie zwischen ihr und Amanda wirklich stimmte. Wir wollten außerdem jemanden, der neben Amanda zierlicher wirkte, was Amanda half, als Junge zu überzeugen.?

Der echte Sebastian wird von James Kirk gespielt, der findet, dass seine Figur und Viola mehr gemeinsam haben als ihren Geburtstag. ?Viola und Sebastian bilden in vielen Dingen Gegensätze, aber sie teilen dieselbe Leidenschaft für die Dinge, die sie wolle. Sie halten an ihren Träumen fest, was immer es koste. Für Viola ist es Fußball. Für Sebastian ist es Musik. Er ist wild entschlossen, nach London zu gehen und sich seine Träume zu erfüllen.? Viola ist genau so entschlossen, Fußball zu spielen. Als ihre eigene Schule, Cornwall High, das Mädchen-Fußball-Team abschafft und die Jungs aus der Jungs-Mannschaft sich weigern, Mädchen in ihrem Team aufzunehmen, heckt Viola einen Plan aus, an Stelle ihres Bruders an der Illyria Prep. anzutreten und einen Platz in deren Fußball-Team zu gewinnen und Illyria zu helfen, ihren Erzrivalen zu schlagen ? Cornwall.

Für Viola ist es eine Sache von Stolz ... und vielleicht auch eine Frage der Rache an ihrem Ex-Freund Justin, der bei Cornwall im Tor steht. Robert Hoffman, der die Rolle des Justin spielt, erklärt: ?Justin sagt zu Viola, dass sie besser als die Hälfte der Jungs in seinem Team wäre. Aber als sie versucht, ihn damit in Anwesenheit seiner Mannschaftskollegen zu konfrontieren, reagiert Justin alles andere als cool. Er verrät sie und leugnet, jemals so etwas gesagt zu haben, was sie wirklich traurig macht. Justin sagt: ,Mädchen können nicht gegen Jungs spielen?, dabei weiß er, dass Viola wirklich gut ist, aber er will nicht, dass ihn ein Mädchen bloßstellt.?

Um sich in ihren Zwillingsbruder zu verwandeln, bittet Viola ihren besten Freund Paul um Hilfe, der zufälligerweise Friseur in einem hippen Salon ist. ?Paul ist Violas Mann, an dessen Schulter sie sich ausweinen kann?, sagt Jonathan Sadowski, der den Paul spielt. ?Er ist derjenige, den sie um Hilfe und Rat bittet, aber dies ist ein besonderer Fall für sie.? Sadowski fügt hinzu, dass der Dreh der Szenen, in denen Paul verschiedene Looks ausprobiert, mit denen er Viola in Sebastian verwandelt, extrem lustig war. ?Wenn man Amanda kennt, weiß man, dass sie ein sehr mädchenhaftes Mädchen ist. Deshalb war es so lustig, die Verwandlung zu sehen. Es war irre komisch. Ich kann nicht oft genug sagen, welchen Sportsgeist Amanda hat und mit Andy zu arbeiten, war genau so toll. Er gab uns viel Freiheit am Set, so dass man nie wusste, was passieren würde. Ich kann es kaum erwarten, die Outtakes zu sehen.?

Es gibt ein erhebliches Hindernis bei Violas Plan, den Platz ihres Bruders an der Illyria einzunehmen, und dessen Name ist Monique. Monique ist Sebastians Freundin, die anfangs keine Ahnung hat, dass Sebastian mit seiner Band in London ist und seine Zwillingsschwester seine Identität ausgeliehen hat. Außerdem sind Viola und Monique, die von Alex Breckenridge gespielt wird, nicht gerade beste Freundinnen. ?Niemand mag Monique wirklich?, kommentiert Breckenridge. ?Sie meint, die Welt würde sich nur um sie drehen und dass jeder ihre Füße küssen müsste, insbesondere Sebastian. Ich glaube, sie geht nur mit ihm aus, weil er süß und in einer Band spielt ... und sie kann ihn ziemlich herumkommandieren. Es hat Spaß gemacht, sie zu spielen, weil sie tatsächlich das komplette Gegenteil davon ist, wie ich wirklich bin.?

Das junge Ensemble von SHE´S THE MAN - VOLL MEIN TYP! runden James Snyder als intriganter Malcolm ab, der ebenfalls ein Auge auf Olivia geworfen hat, Amanda Crew (Kia) und Jessica Lucas (Yvonne) als Violas Freundinnen, Clifton Murray (Andrew) und Brandon Jay McLaren (Toby) als Dukes Mannschaftskollegen und Freunde und Emily Perkins, die von Fans ihrer Ginger Snaps kaum wieder erkannt werden wird: Sie spielt die etwas trottelige Eunice, die sich in die Idee verliebt, zu wissen, wer Sebastian wirklich ist.

Die Filmemacher hatte außerdem viel Spaß damit, die ?ältere Generation? zu casten, darunter Komödien-Veteranen wie Julie Hagerty als Violas und Sebastians Mutter Daphne. Deren Träume, ihre Tochter als Debütantin in pinkfarbenen Satin-Rüschen zu sehen, lassen Viola regelmäßig rot sehen. Ebenso witzig ist David Cross als Illyrias überengagierter Direktor Gold, der permanent die falschen Vermutungen über seinen neuesten Schüler anstellt. ?Wir sind alle riesige Fans von ,Arrested Development? und ,Mr. Show??, erklärt Leslie, ?deshalb freuten wir uns sehr, dass David Direktor Gold spielen wollte. Nicht nur, dass er sich alles aneignet, was in seinem Text steht: Seine Improvisationen heben seine Figur auf ein ganz anderes Niveau.? Fickman fügt hinzu: ?David hat absoluten Respekt vor dem geschriebenen Wort, also dreht er den ersten Take immer so wie er vorgegeben ist. Und danach gibt er mir etwas völlig anderes mit jeder neuen Aufnahme. Ich liebte das. Wir waren außerdem alle Fans von Julie Hagerty. Lost in America (1985) und Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug (1980) sind zwei meiner Lieblingskomödien aller Zeiten. Ihre bloße Anwesenheit holte noch mehr aus allen heraus, und die Kids liebten es, mit ihr zu arbeiten.?

Auf den konkurrierenden Fußballfeldern wurde Robert Torti, der zuletzt mit Andy Fickman an Kifferwahn gearbeitet hatte, als Cornwalls chauvinistischer Coach Pistonek gecastet, und in einer Art Casting-Coup die ehemalige Fußball-Größe Vinnie Jones als Illyrias taffer Trainer Dinklage. ?Die Mitwirkung von Vinnie Jones, einem der größten Fußballer aller Zeiten, bildete für uns die Grundlage für die Fußballszenen?, so Fickman. ?Es war großartig, ihn am Set zu haben, weil er der erste war, der uns zwischendurch anstieß und sagte ,Sowas hätten wir nie gemacht.? Dann trafen wir ein paar Veränderungen, weil Vinnie groß und imposant ist und mir weh tun könnte, wenn wir es nicht gemacht hätten?, scherzt er.

Fickman sagt, dass er von den Veteranen zu den Newcomern und von den Teenagern zu den Babyboomern ?den Ensemble-Charakter unserer Besetzung liebte. Ich liebte die Tatsache, dass an jedem beliebigen Tag die Schauspieler am Set auftauchten, obwohl sie gar nicht dran waren. Diese Leute hatten viele Möglichkeiten, ihre Freizeit zu verbringen, wenn sie nicht vor der Kamera standen. Aber jeden Tag drehte ich mich um, und da standen sie wieder. Okay, ich gebe zu, es war in der Regel um die Mittagszeit herum ...? Die Produzenten und die Schauspieler danken alle Fickman für die lustige, familiäre Atmosphäre am Set. ?Er verfügt vor allen Dingen über grenzenlose Energie?, erklärt Ewan Leslie. ?Ob es nun fünf Uhr am Morgen oder am Ende des Tages war, er war immer bereit. Er schuf ein wirklich positiv eingestelltes Set, und alle liebten und respektierten ihn.? Shuler Donner fügt hinzu: ?Ich hatte noch nie so viel Spaß beim Produzieren eines Films, und ich habe viele produziert. Mit Andy machte es Spaß, weil er weiß, was er tut, und weil es ihm selbst Spaß macht. Diese Freude überträgt sich auf alle Mitglieder von Cast und Crew.? ?Andy war so toll?, bestätigt Amanda Bynes. ?Er war für jeden da, und es ist nicht alltäglich, dass man einen Regisseur hat, der immer gut gelaunt ist. Wir hatten alle so viel Spaß zusammen, ich wollte gar nicht, dass es aufhört.?

Um das Gefühl von Spaß und Kameradschaft zu stärken, brachte Fickman die Schauspieler für zwei Probenwochen vor Beginn der Dreharbeiten zusammen. ?Wir kamen zu den Proben?, erinnert sich James Kirk, ?und lernten einander wirklich kennen, bevor wir mit den Dreharbeiten begannen. Wir hatten ein wirklich enges Verhältnis. Ich glaube, Andy hat diese Herangehensweise vom Theater gelernt. Im Theater werden die Beziehungen während der Proben aufgebaut, beim Drehen eines Films stehst du in der Regel mit völlig Fremden vor der Kamera. Auf unsere Art und Weise kamen wir uns vorher näher und schufen ein Vertrauensverhältnis, das die Arbeit am Set viel einfacher machte.? ?Wir verbrachten viel Zeit zusammen am Set und auch sonst, was alles sehr familiär machte?, stimmt auch Channing Tate zu. ?Andy hat ein Talent, genau diese Seite in allen zu wecken. Das war das Beste, denn wenn du eine Szene mit jemandem drehst, der dein bester Freund sein sollte, war es nicht schwierig, sich das vorzustellen.?

Neben den Proben verbrachten ein paar Schauspieler einige Zeit in einem ?Fußballcamp?, damit sie auf der Leinwand wie erfahrene Spieler wirkten. Die Filmemacher brachten Fußballtrainer Bob Moles und Fußball-Choreograph Dan Metcalfe ans Set, die mit den Schauspielern arbeiteten und sie für das Spielfeld vorbereiteten. Moles war außerdem für das Casting lokaler Fußballspieler zuständig, die in den Teams von Illyria und Cornwall spielen würden. In Zusammenarbeit mit Fickman entwarf Metcalfe die Fußballspiele und arbeitete außerdem eng mit den Schauspielern zusammen, um ihnen alle richtigen Bewegungen beizubringen.

?Ich hatte schon vorher Fußball gespielt?, gibt Tatum zu, ?aber nicht annähernd auf diesem Niveau. Anfangs dachte ich, dass ich körperlich recht fit bin, aber am ersten Tag des Fußballtrainings war ich tot?, lacht er. ?Wir hörten gar nicht mehr auf zu laufen. Ich lernte ein paar Tricks, besonders der Fahrradtrick war total cool.? ?Channing ist echt erstaunlich?, findet Metcalfe. ?Er tut alles für dich und gibt die ganze Zeit einhundert Prozent. Er ist ein sportliches Naturtalent. Ich war froh festzustellen, dass sie wirklich Schauspieler ausgesucht hatten, die über angeborene athletische Fähigkeiten verfügten, wie Robert Hoffman, der tatsächlich lange professionell getanzt hat. Wir beschlossen, ihn zum Torhüter zu machen, weil wir dachten, er würde das Fangen im Sprung gut beherrschen und es dramatisch aussehen lassen. Er ist außerdem ein wilder und verrückter Typ, und ich hätte es nicht anders haben wollen.? ?Das schwierigste an meiner Rolle?, so Hoffman, ?war immer und immer wieder nach dem Ball zu springen. Zwischen den Takes wurde ich von den Jungs gedrillt ? sie schossen einen Ball nach dem anderen, und ich sprang, hüpfte, sprang, hüpfte, sprang, hüpfte. Ich kam nach Hause und wollte sterben. Ich wachte mit Schmerzen auf und konnte es trotzdem nicht erwarten, wieder zurück am Set zu sein.?

Anders als vielen der Jungs war Amanda Bynes klar, dass Sport nicht unbedingt ihre Stärke war, als sie zu SHE´S THE MAN - VOLL MEIN TYP! kam. ?Ich war noch nie wirklich gut in Sport und hatte noch nie zuvor Fußball gespielt. Ich übte also nicht nur einen Sport aus, den ich noch nie zuvor gemacht hatte, ich mußste ihn auch noch spielen, als wäre ich ein Junge. Ich trainierte etwa zwei Monate und hoffe, dass ich dem Sport gerecht werde.? Metcalfe bestätigt, dass sie mehr als nur dem Fußball gerecht wurde: ?Amanda ist toll. Sie steckt voller Energie und Enthusiasmus, aber sie ist die erste, die zugeben würde, dass sie Probleme mit dem Fußball hatte. Was uns wirklich beeindruckte, war ihre Hingabe und ihr Wille zu lernen. Sie wurde exzellent. Ich war besonders davon beeindruckt, wie schnell sie es drauf hatte. Ich habe Sportler trainiert, die die Dinge nicht so schnell kapiert haben wie Amanda. Sie ist ein tolles Mädchen.? Apropos Mädchen ? Metcalfe mußste dennoch sicher stellen, dass sie nicht wie eines spielte. ?Ich mußste Amanda beibringen, wie ein Junge zu laufen, denn Jungen laufen anders als Mädchen. Wir mußsten daran arbeiten, dass sie ihre Füße schwerer aufsetzte ohne mehr Druck auf ihre Knien zu verlagern und dass sie sich beim Laufen weiter nach vorn lehnte, als es Mädchen normalerweise tun.?

Fußball mal ausgenommen, fand Bynes die größte körperliche Herausforderung bei der Verwandlung in einen Jungen in der erforderlichen ?Ausrüstung?. ?Eine der härtesten Seite am Spielen eines Jungs war die Menge von Polstern und Klebstoff, die nötig waren, um mich männlich aussehen zu lassen. Abgesehen von den Koteletten und Augenbrauen ? die sehr unbequem waren, weil sie direkt auf meine Haut geklebt wurden ? wurde ich wie mit Paketband verschnürt.? Die Spitze des Eisberges beim Verpacken von Bynes´ mädchenhafter Figur war ein schwer gepolsterter ?Muskelanzug?, mit dem ihre zweifellos feminine Figur etwas maskulines Gewicht bekam. Der eng sitzende Anzug war besonders auf dem Fußballfeld eine Belastung. ?Ich spielte Fußball, und es war ungefähr 30 Grad draußen und wirklich heiß, und ich war schweißnass unter all den Polstern. Aber am Ende war es das alles Wert.?

Bynes? Hairstylistin Nina Paskowitz und ihr Visagist Peter Robb King waren verantwortlich für ihren Look als Viola und als Sebastian sowie für James Kirks Look als Sebastian. Die beiden Schauspieler mußsten zahlreiche Make-Up- und Frisurentests über sich ergehen lassen, die meisten mit Perücken in allen Längen und Formen, bevor sie die richtige Kombination fanden. Abgesehen von Frisur und Make-Up und den Polstern begleitete Bynes Fickman auf ?Exkursionen?, um, wie es Bynes kurz und bündig ausdrückt, ?die ,Kunst, ein Mann zu sein?, zu beherrschen. Es war interessant, die Unterschiede zwischen Jungs und Mädchen zu sehen, und ich versuchte, sie in meine Figur einfließen zu lassen.?

Bynes fährt fort: ?Ein Mädchen zu spielen, das vorgibt, ein Junge zu sein, brachte mich zu der Erkenntnis, dass ich mich selbstbewusster fühlte, wenn ich ein Junge bin. Als Mädchen machst du dir Sorgen, ob du schlecht aussiehst oder deine Haare nicht richtig liegen ... Ich stellte fest, dass man diesen äußerlichen Kram nicht braucht. Jeder will akzeptiert und gleich behandelt werden. Es macht Spaß, Make-up und Klamotten aufzulegen bzw. anzuziehen und zu tragen, aber das ist alles nur äußerlich. Das ist einer dieser Aspekte, den ich bei diesem Film lernte und für den ich mich glücklich schätze. Ich denke, davon werde ich mein ganzes Leben profitieren.? ?Ich denke, eines der wichtigsten Themen des Films ist: Sei du selbst?, überlegt Ewan Leslie. ?Als sie vorgibt, jemand anderes zu sein, findet Viola heraus, wer sie wirklich ist und lernt viel über das andere Geschlecht. Ich glaube, sie hatte einige Vorurteile gegenüber Jungen, so wie andere Vorurteile hatten, weil sie ein Mädchen ist. Am Ende trägt sie das Beste von beidem in sich ? das Beste ihrer jungenhaften und das Beste ihrer mädchenhaften Seite. Sie wird ein besserer Mensch. Ich denke, viele Menschen können sich mit dieser Idee identifizieren.?

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: Kinowelt © 1994 - 2010 Dirk Jasper