Ich bin die Andere

• Inhalt • Darsteller & Stab • Filmkritiken • Ausführlicher InhaltProduktionsnotizen • Filmplakat im Großformat: Deutschland • Trailer • Audio-Feature •

Titel Deutschland: Ich bin die Andere
Titel USA: -
Genre: Melodram
Farbe, Deutschland, 2006

Kino USA: -
Kino Deutschland: 5. Oktober 2006
Kino Schweiz (D): -
Kino Österreich: 6. Oktober 2006
Laufzeit Kino: 104 Minuten, FSK 12



Audio-Feature

Inhalt Der junge Ingenieur Robert Fabry ist beruflich erfolgreich und lebt privat ein beschauliches Leben, bis er eines Tages in einem Hotel der wunderschönen Carlotta begegnet. Die verführerische Frau zieht Robert sofort in ihren Bann, er gibt sich ganz dem Abenteuer mit ihr hin und verbringt eine leidenschaftliche Nacht mit ihr. Am nächsten Morgen ist sie verschwunden, zurück bleiben nur ihr auffällig rotes Kleid und das vorher vereinbarte Honorar.

Noch verwirrt von der Nacht, begegnet Robert der selben Frau am nächsten Tag in einer Anwaltskanzlei. Als Rechtsanwältin Dr. Carolin Winter betreut sie seinen Fall. Roberts Anspielungen auf die letzte Nacht ignoriert die teuer gekleidete, intelligente und selbstbewusste Anwältin. Er hält dies für einen Teil ihres Spiels und ist fasziniert von der Mischung aus zarter Unschuld und provokanter Verruchtheit. Er trennt sich von seiner Lebensgefährtin Britta und möchte Carolin heiraten.

Noch ahnt er nicht, dass sich hinter Carolin eine Frau mit vielen Gesichtern verbirgt, deren herrischer Vater Karl Winter einen größeren Einfluss auf sie ausübt, als Robert lieb sein kann. Und welche Rolle spielt die unnahbare Haushälterin und ehemalige Geliebte des Vaters, Fräulein Schäfer? Robert erkennt nach und nach die Abgründe einer gebrochenen Familie und setzt bei dem Versuch, Carolin zu helfen, sein eigenes Leben aufs Spiel ...


Trailer Deutschland
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Darsteller & Stab Darsteller: Katja Riemann (Dr. Carolin Winter / Carlotta), August Diehl (Robert Fabry), Armin Mueller-Stahl (Karl Winter), Karin Dor (Frau Winter), Barbara Auer (Fräulein Schäfer), Bernadette Heerwagen (Britta), Dieter Laser (Bruno), Peter Lerchbaumer (Dr. Maiser)

Stab:Regie: Margarethe von Trotta • Produktion: Markus Zimmer für Clasart Film • Drehbuch: Peter Märthesheimer, Pea Fröhlich • Vorlage: Roman "Ich bin die Andere" von Peter Märthesheimer • Filmmusik: Christian Heyne • Kamera: Axel Block • Spezialeffekte: Nina Knott (Supervisor), CA Scanline Production • Ausstattung: Doerthe Komnick • Schnitt: Corina Dietz • Kostüme: Claudia Bobsin • Maske: Gerhard Nemetz, Mia Schöpke • Ton: Michael Busch • Ton(effekt)schnitt: Magda Habernickel • Stunts: Mac Steinmeier •


Filmkritiken Dirk Jasper FilmLexikon: Nach dem Drehbuch des renommierten Fassbinder-Autors Peter Märthesheimer erzählt die mehrfach preisgekrönte Regisseurin Margarethe von Trotta in dem hochkarätig besetzten, spannenden Melodram die Geschichte einer Frau, die sich in einem Geflecht aus unmöglichen Liebe, dunklen Leidenschaft und Abhängigkeit verliert. Margarethe von Trotta zeigt Erschütterungen hinter einer gutbürgerlichen Fassade, nimmt den Zuschauere mit auf eine Reise in seelische Abgründe und gefährliche Tiefen menschlichen Unterbewusstseins. Und beim Aufstöbern von Erinnerung und Eindringen in die Vergangenheit hat die Wahrheit viele Gesichter. In Ich bin die Andere spielen Katja Riemann, August Diehl und Armin Mueller-Stahl die Hauptrollen, und selbst die Nebenrollen sind mit Barbara Auer und Karin Dor glänzend besetzt. Ich bin die Andere basiert auf dem Roman und Drehbuch der beiden Fassbinder-Autoren Peter Märthesheimer und Pea Fröhlich.

Filmbewertungsstelle: Die vom 2004 verstorbenen legendären Filmautor Peter Märthesheimer hinterlassene Vorlage bot Margarethe von Trotta die adäquate Klaviatur für eine filmische Gratwanderung um Liebe, Abhängigkeit, sexuelle Obsession und makabere Verwirrungen. Im Zentrum eine multiple weibliche Persönlichkeit, kontrastierend in drei Phantomen. Diese narrative Grundstruktur ermöglicht gleich mehrere, in sich jeweils stimmige Lesarten des Films: Etwa die einer Hommage an das künstlerische Universum eines Gustav Klimt. Die weiblichen Geschöpfe wirken wie von ihm skizziert. Zum anderen die Lesart eines antibourgeoisen Horrorfilms. Dieses Gruselkabinett bietet mal eindeutige, dann weder versteckte Hinweise auf David Lynch, den großen Mystifikator Alfred Hitchcock oder die schillernden Josef von Sternberg ? Heroinen (am transparentesten sicherlich ?Morocco?). Einen sehr eigenen Ton findet die Regisseurin aber auch in ihrem Beschwören von Motiven der deutschen literarischen Romantik, von E. T. A. Hoffmann bis Chamisau. Die Identitätswechsel und Doppelgängerphänomene des ?Gespenster ? Hoffmann? nun als filmische Wiedergänge, der Verkauf der Seele oder des Schattens als warnendes Urbild. Dieses Spiel sowohl mit den Topoi des eigenen Werkes als auch mit anderen tradierten wird aufgehoben in einer souveränen Gesamtkomposition, ausgeführt mit erstmaliger Leichtigkeit. Ein Film nicht ohne Irritationen, aber stets von anregender Impression durch schauspielerische Kabinettstückchen von Rang - zu einem Reigen sinnlicher Performance geführt.

film-dienst 20/2006: Romanverfilmung, die das traditionsreiche Doppelgängermotiv aufgreift. Dabei ist der Film an Realismus ebenso wenig interessiert wie an psychologischer Akkuratesse. Stilbewusst und mit Mut zur Überzeichnung geht die Inszenierung zu Werke, was visuell betörende Einstellungen generiert. Der Film kann sich jedoch nicht vom schwerfälligen Duktus der Vorlage lösen.

Reinhard Kleber (Rhein-Zeitung 5. Oktober 2006): In ihre 20. Film zitiert Margarete von Trotta stilistisch Fassbinder, Chabrol, Hitchcock und Lynch - und erzielt eine irritierende und schwer verdauliche Mixtur aus fatalen Obsessionen, unbändigen Leidenschaften und psychologischen Abhängigkeiten.

Filmplakat
Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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