Ricky Bobby - König der Rennfahrer

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Manche werden geboren, um schnell zu sein. Ricky Bobby (WILL FERRELL) ist einer von ihnen. Dies ist die Geschichte eines Mannes, der nur bis Nummer eins zählen konnte.

Ricky Bobby wird die Geschwindigkeit in die Wiege gelegt: In höchster Not rast sein künftiger Vater, der zügellose Redneck Reese Bobby (GARY COLE), mit seiner hochschwangeren Frau (JANE LYNCH) vom Trailerpark in Richtung Krankenhaus. Die Wehen haben längst eingesetzt. Reese jagt seinen Wagen auf volle Touren und ist so schnell, dass er am Krankenhaus vorbeischießt. Was bleibt, ist eine Vollbremsung, bei der sein kleiner Sohn aus dem Leib der Mutter schießt: Ricky Bobby ist geboren!

Nicht ?Papa? oder ?Mama? sind die ersten Worte aus dem Munde von Ricky, sondern ?Willschnellerfahren!!? Wie ein Mantra wiederholt sie der kleine Steppke. Und wenn sich die Gelegenheit ergibt, setzt er sie auch in die Tat um, im Auto der Mutter, während die gerade im Supermarkt einkauft. Weil er noch nicht bis zum Gaspedal reicht, drückt er einfach mit seinem Baseballschläger auf die Tube. Denn schneller fahren als alle anderen, das ist alles, was ihn an seinen nichtsnutzigen Vater erinnert, der sich drei Monate nach seiner Geburt aus dem Staub gemacht hat.

Was Ricky geblieben ist, ist der Glaube daran, dass sein Vater, den er für einen großen Rennfahrer hält, der die Welt bereist und deshalb keine Zeit für seine Familie hat, zurückkehren wird, wenn er sich seiner würdig erweist. Tatsächlich taucht Reese Bobby einmal wieder unangekündigt auf, beim Career Day in der Schule, als die Väter der Schüler sich vor der Klasse vorstellen und von ihrer Arbeit erzählen.

Bevor der wild stänkernde und mit Unflätigkeiten um sich werfende Mann des Schulgebäudes verwiesen wird, kann er den Satz sagen, der sich für immer in das Gedächtnis des zehnjährigen Ricky Bobby einbrennt: ??Wenn du nicht der Erste bist, bist du der Letzte!?

15 Jahre später ist Ricky seinem Motto immer noch treu geblieben. Mit seinem loyalen besten Kindheitsfreund Cal Naughton Jr. (JOHN C. REILLY) hat er eine Anstellung gefunden bei der rasanten Boxenstoppcrew von Lucius Washington (MICHAEL CLARKE DUNCAN), die die NASCAR-Flitzer des traditionellen Dennit-Rennstalls auf Vordermann bringt.

Beim Rennen auf dem Talladega Super Speedway nützt aber auch der schnellste Reifenwechsel nichts: Weil der Fahrer ohnehin keine Chance sieht zu gewinnen, macht er erst einmal eine ausgedehnte Pinkelpause, gönnt sich etwas Fast Food und macht dann noch ein paar private Anrufe. Ricky Bobby meldet sich freiwillig, den Rennwagen wieder auf die Strecke zu bringen und zu retten, was zu retten ist - und natürlich seinem Traum näher zu kommen, schneller zu sein als alle anderen.

Es ist ein kleines Wunder: Ricky Bobby fährt vor bis auf Platz drei ? und wird damit die neue Nummer eins. Eine Legende ist geboren. Rennstallchef Dennit (PAT HINGLE) macht ihn gegen den Widerstand seines spießigen Sohnes Larry (GREG GERMANN) zum Topp-Fahrer des Rennstalls und schickt noch ein weiteres Auto zu NASCAR: Rickys Kumpel Cal soll fortan dafür sorgen, dass Ricky von Sieg zu Sieg eilen kann. Und das tut er. Schnell steigt der einfache Good Ol? Boy zum Champion auf. Als er das dralle Boxenluder Carley (LESLIE BIBB) trifft, kann er nicht widerstehen.

Sie heiraten und ziehen in eine gigantische Villa. Sie schenkt ihm die beiden Söhne Walker (HOUSTON TUMLIN) und Texas Ranger (GRAYSON RUSSELL). So populär ist Ricky Bobby, dass sich sogar NASCAR-Fahrerlegenden wie Dale Earnhardt Jr. ein Autogramm bei ihm abholen. Auch wenn sich sein größter Wunsch nicht erfüllt, dass sich sein Vater die bei jedem Rennen hinterlegten zwei Tickets schnappt und ihn beim Siegen erlebt, ist Ricky Bobby die unangefochtene Nummer eins ...

... bis beim Feiern im Rennfahrer-Stammlokal The Pit Stop anstelle des gewohnten Hardrock auf einmal die ungewöhnlichen Klänge von Charlie Parkers Jazzstück ?Segment? aus der Jukebox dröhnen und von der Ankunft eines Kontrahenten künden: Der arrogante und aufreizend homosexuelle Franzose Jean Girard (SACHA BARON COHEN) war bislang König der Formel 1 ? und nun will er die NASCAR-Krone, von Ricky. Um zu beweisen, dass mit ihm nicht zu spaßen ist, bricht er Ricky Bobby ohne mit der Wimper zu zucken den Arm und schlendert danach Hand in Hand mit seinem Ehemann Gregory (ANDY RICHTER), einem professionellen Schäferhund-Dresseur, von dannen.

Beim Rennen auf dem Lowe?s Motor Speedway will Jean Girard sein Debüt feiern und Ricky Bobby ablösen ? sehr zur Freude von Larry Dennit, der den Rennstall mittlerweile von seinem Vater übernommen hat und sich lange schon für die Demütigungen des von sich selbst überzeugten Ricky Bobby rächen will. Der kann nicht tatenlos mitansehen, wie ihm sein Titel abspenstig gemacht werden soll. Unter Schmerzen schneidet er sich seinen Gips vom gebrochenen Arm und steigt hinter das Steuer seines Rennwagens.

Es kommt, wie es kommen mußs: Ein hitziger Zweikampf zwischen Ricky und Girard entbrennt, der in einem katastrophalen Crash endet, bei dem Rickys Wagen abhebt und spektakulär am Boden zerschellt. Obwohl Ricky körperlich glimpflich davongekommen ist, wiegt das Trauma, verloren zu haben, schwer: Unter Schock glaubt er, in Flammen zu stehen und rast, nur in Unterhosen bekleidet, über den Speedway. Das ist das Ende seiner Karriere.

Weil sich Ricky Bobby einbildet gehbehindert zu sein, landet er in einem Rehabilitationszentrum; langsam wenden sich Freunde und Familie von ihm ab. Larry Dennit macht ausgerechnet Cal Naughton Jr., der an Rickys Seite immer nur die zweite Geige spielen durfte, zur neuen Nummer eins im Rennstall. Rickys Frau Carley wendet sich von ihm ab, lässt sich scheiden und heiratet Cal. Doch vor allem das Trauma, von Jean Girard besiegt worden zu sein, macht Ricky schwer zu schaffen. Körperlich wieder genesen, taucht er abgebrannt und mit seinen beiden missratenen Söhnen bei seiner Mutter auf, die ihm Unterschlupf gewährt.

Ricky Bobby ist fertig. Am Ende. Finito. Nachdem er auch noch seinen Führerschein verloren hat, mußs er sich als Pizzabote auf einem BMX-Rad verdingen. Aber nicht alle haben den Glauben an ihn aufgegeben. Wie aus dem Nichts taucht Rickys Vater Reese wieder auf. Und er hat ein paar ungewöhnliche Tricks auf Lager, um seinem Sohn das Selbstvertrauen zurück zu geben ...

Doch erst die Liebe seiner einstigen vermeintlich unscheinbaren Assistentin Susan (AMY ADAMS) ist es, die ihn wieder Oberwasser bekommen lässt. Nach einer schier endlosen Tortur ist er bereit, den Wettkampf mit Jean Girard wieder aufzunehmen ... ausgerechnet auf dem Talladega Super Speedway, wo seine Karriere begonnen hatte. Die Frage ist nur: Hat die Erfahrung Ricky Bobby denn auch zu einem besseren Menschen gemacht? Hat er seine Lebenslektion wirklich gelernt?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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