Eine unbequeme Wahrheit

Produktionsnotizen

Die Menschheit sitzt auf einer Zeitbombe. Wenn die große Mehrheit der internationalen Wissenschaftler recht hat, bleiben uns nur noch zehn Jahre, um eine große Katastrophe abzuwenden, die das Klima unseres Planeten zerstören wird. Die Folge werden extreme Wetterveränderungen sein, Fluten, Dürren, Epidemien und tödliche Hitzewellen von ungekanntem Ausmaß ? eine Katastrophe, die wir selbst verschulden.

Über den Film ?Das Problem ist nicht unser mangelndes Wissen. Sondern unsere feste Überzeugung von Dingen, die falsch sind.? - Mark Twain

Das klingt wie nach einem Rezept für schwermütigen Trübsinn und pessimistische Kassandra-Rufe? Warten Sie?s ab! Auf den Filmfestivals von Sundance und Cannes sorgte ?Eine unbequeme Wahrheit? für Furore. Regisseur Davis Guggenheim wirft darin einen leidenschaftlichen Blick auf einen Menschen, der mit großem Engagement über Mythen und Missverständnisse beim Thema globale Erwärmung aufklärt und Vorschläge zur Abhilfe macht.

Dieser Mensch heißt Al Gore, war Vizepräsident der USA und hat sich nach dem Verlust der Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 ganz dem Umweltschutz verschrieben. In diesem faszinierenden Portrait von Gore und seiner ?traveling global warming show? erweist sich Gore als witzig, engagiert und analytisch präzise. Er präsentiert verblüffende Fakten und Zusammenhänge über den, wie er es nennt, ?globalen Notfall?. Sein Publikum sind ganz normale Menschen ? gerade sie haben einen Anspruch auf Informationen, bevor es zu spät ist.

Im Jahr 2005 erlebte Amerika die schlimmsten Stürme seiner Geschichte. Es scheint, als sei ein Wendepunkt erreicht ? und Gore schildert das Szenario dieser düsteren Situation. Zwischen dem Vortrag von Gore streut der Film immer wieder biografische Aspekte ein: wie der idealistische College-Student sich schon früh für Ökologie interessierte; wie eine Familientragödie sein Leben als junger Senator grundlegend veränderte; wie der Mann, der fast US-Präsident wurde, zur leidenschaftlichsten Aufgabe seines Lebens zurückkehrte ? überzeugt, dass noch genügend Zeit bleibt, die Dinge zu verändern.

Mit Witz, Humor und Hoffnung schildert ?Eine unbequeme Wahrheit? die überzeugende Argumentation von Al Gore: Wir können es uns nicht länger leisten, die globale Erwärmung als politisches Thema anzusehen, sie ist die größte moralische Herausforderung für die Bewohner dieses Planeten.

Über die Rekrutierung von Al Gore Viele Jahre lang wurde er angekündigt als ?der nächste Präsident der Vereinigten Staaten? ? aber nach der persönlich bitteren und umstrittenen Wahlniederlage im Jahr 2000 machte Al Gore etwas völlig Unerwartetes: Er ging auf Tour als reisender Showman in Sachen Umweltschutz.

Seine ?Show? ist eine ausgefeilte Multimedia-Präsentation, die mit einer originellen Mischung aus Humor, Cartoons und überzeugenden wissenschaftlichen Fakten über die dramatischen Folgen der globalen Erwärmung aufklärt. Es ist zugleich ein bewegender Aufruf zum Handeln, um die drohende Krise abzuwenden. Ohne großen Wirbel hat Gore seine Show über 1000 Mal präsentiert: in überfüllten Schulhallen und Konferenzräumen von Hotels, in kleinen und großen Städten hoffte er darauf, sein Publikum aufzurütteln und aufzuklären über eine Bedrohung, die zur größten Katastrophe in der Geschichte der Menschheit werden könnte.

Zu den Menschen, die von Gores Vortrag beeindruckt waren, gehören die führende Umweltaktivistin Laurie David und der Filmproduzent Lawrence Bender. David war Gastgeberin von zwei ausverkauften Gore-Präsentationen in New York und Los Angeles. ?Für mich ist Al Gore heute das, was Paul Revere damals war?, sagt David, ?er reist quer durch das Land, um eine lebenswichtige Warnung zu verkünden, die wir nicht länger ignorieren dürfen.?

Ihr war klar, dass Gore eine gewaltige Anstrengung unternahm, um seine Botschaft zu vermitteln. ?Er beschäftigt sich seit gut 40 Jahren mit diesem Thema, kaum einer kennt sich besser damit aus als Al Gore und niemand kann es besser, überzeugender und einfacher erklären als er?, erläutert David, ?aber er müsste 365 Tage im Jahr auf Tour sein, um auch nur einen Bruchteil jener Menschen zu erreichen, die für eine Veränderung notwendig sind ? und diese Zeit steht nicht mehr zur Verfügung.?

?Als ich die Präsentation von Gore sah, war mir sofort klar, dass dies eine gute Basis für einen fantastischen Film sein würde?, berichtet Lawrence Bender, ?wir waren alle überzeugt, dass die bewegenden Wahrheiten, die Gore präsentiert, einem viel größeren Publikum bekannt gemacht werden sollten.?

Um ihr Vorhaben zu realisieren, wandten sich David und Bender an ihren langjährigen Freund Scott Z. Burns, einen preisgekrönten Autor und Regisseur der Werbebranche. Als weiterer Partner kam Jeff Skoll von Participant Productions hinzu, jener jungen Produktionsfirma, die sich auf sozialkritisches Kino spezialisierte und 2005 so hochgelobte, provokante Filme wie ?Good Night and Good Luck? und ?Syriana? präsentierte. Das Quartett besuchte gemeinsam eine Präsentation von Al Gore und war schnell überzeugt, aus dieser Show einen Film zu machen.

?Ich dachte, ich wüsste bereits einiges über dieses Thema, weil ich es seit Jahren verfolge?, berichtet Jeff Skoll, ?aber die Präsentation von Al Gore hat meine Haltung verändert. Für mich war das immer ein langfristiges Problem, das uns erst in 20 oder 30 Jahren betrifft. Aber ich mußste erkennen, dass die Sache sehr viel dringender ist. Die Fakten von Gore zeigen klar, dass wir nur noch fünf oder zehn Jahre Zeit haben, um dieses Problem ernsthaft anzugehen. Dann sieht man Al, wie er vor vielleicht 100 Zuschauern redet und man spürt, dass man mehr tun mußs. Wir mußsten diesen Film so schnell wie möglich realisieren.?

Wie Gore sahen die Produzenten die drohenden Gefahren der globalen Erwärmung, die ein Handeln über alle Parteigrenzen hinweg erfordert. ?Wissenschaft ist per Definition nicht parteiisch?, erläutert Scott Burns, ?wenn Al Gore auf dieser Bühne steht, dann will er nicht unsere Wählerstimme. Er will unsere Aufmerksamkeit und unseren Willen, die Dinge zu verändern.?

?Al präsentiert die Fakten auf bezwingende und einzigartige Weise?, ergänzt Skoll, ?er ist gleichermaßen unterhaltend und beängstigend. Sein Ziel ist es, dieses Thema von Parteipolitik zu trennen und sich allein auf die Fakten zu stützen ? genau damit erreicht er ganz unterschiedliche Menschen. Dieses Thema betrifft das Leben von uns allen, völlig unabhängig von der politischen Haltung.?

Den Produzenten war klar, dass dies kein gewöhnlicher Film werden würde, ?wir wussten, dass es hier um nichts Geringeres ging als um unseren Planeten?, sagt Laurie David, ?unsere Aufgabe dabei war es, Al Gore von unserem Projekt zu überzeugen.?

So machte sich diese Gruppe von Hollywood-Produzenten daran, dem ehemaligen Vize-Präsidenten der USA eine Filmidee vorzustellen. Bender räumt ein, dass ihm bei diesem Treffen die Nerven flatterten: ?Ich kenne alle Arten von solchen Meetings, aber dies war der Mann, der Präsident sein könnte.? Zum Glück sorgte Gore schnell für eine entspannte Atmosphäre. ?Er war bemerkenswert bodenständig und charmant?, erinnert sich Bender, ?er verstand sofort, dass seine Show, mit der er auf der Bühne Tausende von Menschen erreichen konnte, im Kino das Potenzial für ein Millionenpublikum haben könnte.?

?Die sich verschärfende globale Klimakrise verlangt, dass wir mutig, schnell und weise handeln?, erläutert Gore, für den ?Eine unbequeme Wahrheit? ein weiterer Schritt dazu ist, die Welt zum Handeln in dieser dringenden Situation zu bewegen.

Die Produzenten engagierten Regisseur Davis Guggenheim, um dem Film einen schnellen, intimen und unterhaltsamen Stil zu geben. Guggenheim verfügt über weitreichende Erfahrungen im Fernsehen und machte zuletzt als ausführender Produzent der hochgelobten HBO-Serie ?Deadwood? auf sich aufmerksam, die durch komplexe und vielschichtige Figuren auffällt. Mit ?Eine unbequeme Wahrheit? sah Guggenheim die Chance, zu seinen dokumentarischen Wurzeln zurückzukehren und zugleich eine Geschichte voll menschlicher Tiefe und voller Überraschungen zu erzählen.

?Laurie David stürmte in mein Büro wie ein Hurrikan der Stufe 5 und sagte ?Ich habe einen Film, der vielleicht der wichtigste Film deiner Karriere werden könnte??, erinnert sich Guggenheim, ?dennoch war ich unsicher bis zu dem Moment als wir gemeinsam eine Präsentation von Gore besuchten.? Wie seine Produzenten war Guggenheim so beeindruckt von Gore, dass er sofort nach Möglichkeiten suchte, diesen Vortrag für die Leinwand umzusetzen: ?Ich war völlig begeistert und wollte, dass diese Geschichte möglichst viele Menschen erreicht und das möglichst schnell.?

Je mehr sich Guggenheim mit den wissenschaftlichen Fakten hinter Gores Vortrag beschäftigte, desto mehr faszinierte ihn dieser Stoff. ?Als Filmemacher träumt man davon, dass einen eine Story sofort anspringt?, erläutert er, ?ich hatte das Gefühl, dass ich in meinem Leben nur darauf gewartet hatte, diese Geschichte umzusetzen.?

Zu Beginn des Projekts hatten die Filmemacher zunächst Bedenken, wie Presse und Publikum auf einen Film reagieren, der nur zwei Themen hat: Gore und globale Erwärmung ? schließlich reizt beides zu Kontroversen. Diese Sorgen waren spätestens vergessen, als der Film bei seiner Premiere auf dem Sundance Film Festival mit drei stehenden Ovationen gefeiert wurde.

?Die große Frage war immer: werden die Leute mit Vorurteilen in diesen Film gehen??, erläutert Jeff Skoll, ?wir sind sehr froh, dass Menschen mit völlig verschiedenen Hintergründen von diesem Film begeistert sind, sogar jene, von denen man Widerstand erwartet hätte. Ob Konservative oder Liberale ? ich glaube, diese Geschichte geht einfach jeden an.? Lesley Chilcott ergänzt: ?Die Zeiten der wütenden Debatten über globale Erwärmung sind vorbei. Jetzt geht es nur noch darum, wie schnell wir handeln.?

Das Vertrauen von Gore gewinnen Regisseur Davis Guggenheim wusste von Anfang an, dass es entscheidend für diesen Film war, das Vertrauen von Al Gore zu erwerben ? bis hin zu einer sehr persönlichen Ebene. So beeindruckt Guggenheim von den Überzeugungen und dem Charisma von Al Gore war, wollte er tiefer bohren und die ganz privaten Motive für Gores Umweltengagement erfahren.

Zunächst war dies eine etwas einschüchternde Angelegenheit: Selbst nachdem er etliche Zeit gemeinsam mit Gore unterwegs war, brauchte Guggenheim einige Wochen, bevor er sein formales ?Mr. Vice President? ablegte und durch ein schlichtes ?Al? ersetzte. ?Es beeindruckt natürlich schon enorm, mit jemandem zu arbeiten, dessen Name auch noch deine Enkel im Geschichtsbuch lesen werden?, bekennt Guggenheim, ?doch je mehr Zeit ich mit ihm verbrachte, desto mehr sah ich den Menschen in ihm. Er war dieser witzige, nachdenkliche, faszinierende Mann, der zudem eben noch dieses außerordentliche Wissen über die globale Erwärmung besaß.?

Je intensiver sich Guggenheim mit Gore befasste, desto mehr entdeckte er eine menschliche Geschichte, die zu einem Kern des Films wurde. ?Ich begann Al Gore als bemerkenswerte Figur zu sehen, die in einer traumatischen Zeit eine mutige Entscheidung traf. Er legte alles andere beiseite, um sein Leben einem Thema zu widmen, über das niemand sprechen wollte?, erläutert Guggenheim, ?ich bin ein Regisseur, der starke Gefühle mag. Wenn man erlebt, wie Al Gore sich nach seiner Niederlage im Jahr 2000 wieder fasste und nun versucht, die Welt zu retten, vermittelt einem das sehr eindrucksvolle Momente.?

Im Verlauf der Zeit öffnete sich Gore immer mehr und offenbarte viele überraschende, bisweilen sehr berührende Aspekte aus seinem ganz persönlichen Leben und wie dies mit seiner großen Leidenschaft für die Natur und deren Schutz zusammenhängt. Für Guggenheim sind es drei Schlüsselerlebnisse, die Gore zu seinem Engagement führten: Der Autounfall, der seinen kleinen Sohn fast das Leben kostete; der Tod seiner Schwester durch Lungenkrebs, zumal seine Familie traditionell Tabak anbaute; sowie jene historische Niederlage gegen George W. Bush bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000.

?Wir hatten sehr viele, sehr lange Gespräche, von denen einige durchaus emotional, aufgeladen und schmerzhaft waren?, berichtet Guggenheim über den Prozess der privaten Annäherung, ?diese Momente wurden zu einer Art von innerer Stimme des Films ? das unausgesprochene, emotionale Tagebuch von Al.?

Während der Dreharbeiten erlebten die Filmemacher den rasanten Zeitplan von Gore am eigenen Leibe mit. ?Es gibt wohl niemanden auf dieser Welt, der mehr beschäftigt ist als Al Gore?, erzählt Lawrence Bender, ?er reist ständig um den Globus, aber er machte den Film zu seiner Priorität und so bekamen wir von ihm immer, was wir wollten. Viele der Reiseszenen mit Gore entstanden spontan. Davis zog einfach seine Kamera heraus und begann zu drehen.?

Einen realistischen Eindruck der Folgen der globalen Erwärmung erlebte das Team mitten in den Dreharbeiten. Gerade als man nach New Orleans reisen wollte, traf der Hurrikan Katrina die Golfküste und führte zu einer der größten Naturkatastrophen in den USA, die fast New Orleans zerstörte.

Diese Tragödie, die ganz Amerika erschütterte, war eine zusätzliche Motivation, die Warnungen von Al Gore zu verbreiten. ?Wir hatten schon unsere Flüge gebucht, als Katrina über New Orleans hereinbrach?, erinnert sich Guggenheim, ?ironischerweise wollten wir dort mit Versicherungen darüber sprechen, wie Schäden durch globale Erwärmung ihre Geschäfte bedrohen. Diese Termine mußsten abgesagt werden wegen der größten Naturkatastrophe in der Geschichte von Amerika. Das machte uns erneut sehr deutlich, dass wir nicht über eine abstrakte Bedrohung sprachen, sondern über etwas, das jeden Tag um uns herum geschieht.?

Über die Zwickmühle der globalen Erwärmung Im Zentrum der Präsentation von Al Gore und des Films stehen schockierende Bilder: Fotos des Kilimandscharo und des Himalaja, die zeigen, wie schnell die größten Gletscher der Erde auf dramatische Weise schmelzen. Auch in Amerika sind im Glacier Nationalpark bereits viele Gletscher auf alarmierende Weise verschwunden.

Die Aussage dieser Bilder ist unbestreitbar. Zu sehen, wie schnell diese magischen Orte immer mehr von der Erde verschwinden, ist bedrückend und erhellend zugleich. Bislang war man der Meinung, dass Veränderungen der Natur so langsam stattfinden, dass man sie gar nicht wahrnehmen kann. Oder man dachte, dass die Erde so riesig ist und die Kräfte der Natur so enorm, dass der Mensch keinen ernsthaften Schaden anrichten könnte ? heute wissen wir, dass dieses Denken falsch war. Gore macht klar, dass tiefgreifende Veränderungen jetzt dringend nötig sind und sich der Zustand der Erde täglich verschlechtert.

Gore präsentiert Beweise, die nicht zu widerlegen sind. Die zehn heißesten Jahre seit es Wetteraufzeichnungen gibt, fanden in den letzten 14 Jahren statt. Insbesondere die Temperatur der Ozeane steigt rapide, was zu immer mehr schweren tropischen Stürmen und Hurrikans führt, wie zuletzt der verheerende Hurrikan Katrina und andere tödliche Stürme im vorigen Jahr zeigten.

Die Veränderung der Niederschläge führte zu einem Anstieg von schweren Fluten und Dürren und die gestiegenen Temperaturen sorgen für eine weltweite Zunahme von Seuchen. Bereits jetzt führen die veränderten Temperaturen zum Aussterben von Tierarten. Wie Gore zeigt, gibt es erstmals in der Geschichte Aufnahmen von Polarbären, die ertrinken, weil die Eisschollen, auf denen sie jagen, geschmolzen sind.

Trotz dieser wissenschaftlich erwiesenen Tatsachen beklagt Gore, dass zu viele Amerikaner noch immer Zweifel an der globalen Erwärmung haben. Dazu legt er eine aufschlussreiche Statistik vor: In einer Medienstudie des Science Magazine vom Dezember 2004 wurde festgestellt, dass sämtliche 928 Beiträge in wissenschaftlichen Zeitschriften von der globalen Erwärmung überzeugt sind. In den Massenmedien jedoch bezweifeln 53 Prozent das Phänomen. Anders gesagt: Was die Menschen erfahren, stimmt nicht mit den Fakten überein.

Für Gore liegt unser größtes Problem in dem ganz großen Missverständnis, dass man nichts tun könne, um den Planeten zu retten. Dabei erinnert er daran, dass entschlossene Amerikaner in ihrer Geschichte schon ganz andere, aussichtslos erscheinende Probleme gelöst haben: von der Abschaffung der Sklaverei über die Landung auf dem Mond bis zur Verkleinerung des Ozonlochs. In dieser großartigen Tradition, sich enormen, schier aussichtslosen Herausforderungen zu stellen, sieht Gore den Kampf gegen die globale Erwärmung.

Er bestreitet die alte These, dass Ökonomie und Ökologie sich nicht vertragen. Er sieht uns vor einem ?Jahrhundert der Erneuerung?, bei dem durch mehr Effizienz in den Bereichen Energieeinsparung, Schadstoffverringerung, Transportwesen und alternativer Energiequellen das Ausmaß der Zerstörung verringert und das Gleichgewicht der Erde wieder hergestellt werden kann.

Dies kann jedoch nur geschehen, wenn das amerikanische Volk gemeinsam hinter dieser Aufgabe steht: Wenn jeder seinen Lebensstil ändert und Druck auf seine Politiker ausübt. Für Al Gore hat dieser Prozess bereits begonnen. Er sieht eine Massenbewegung, die sich quer durch alle Staaten und Parteien hinweg bildet ? und wie Gore hoffen auch die Filmemacher, dass ?Eine unbequeme Wahrheit? ein Katalysator sein kann, um diese Bewegung zu stärken.

Scott Burns fasst zusammen: ?Die Zeit reicht nicht aus, dass Gore in jede Stadt geht und zu jedem einzelnen spricht. Mit diesem Film jedoch können wir seine Botschaft ganz vielen vermitteln ? in einer Zeit, in der es bereits 5 Minuten vor zwölf ist.?

Fakten über die Globale Erwärmung Was ist die globale Erwärmung?
  • Ursachen der globalen Erwärmung sind die Emissionen von Kohlendioxid und die Freisetzung anderer Treibhausgase in die Atmosphäre. Diese Gase wirken wie eine dicke Decke, welche die Sonneneinstrahlung festhält und so für einen Anstieg der Temperaturen auf der Erde sorgt. Je mehr Gase freigesetzt werden, desto mehr steigen die Temperaturen an. Die Gase entstehen durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe, vor allem in Fahrzeugen und Kraftwerken sowie den gleichzeitigen Verlust von Wäldern und Pflanzungen.
  • Wissenschaftler finden Hinweise auf die globale Erwärmung durch Untersuchungen von historischem Gletschereis, von Sedimenten am Meeresboden sowie den Jahresringen von Bäumen.
  • Die Bedrohung der globalen Erwärmung für die Menschheit liegt in der Zunahme von Stürmen und Dürren, von schmelzenden Gletschern, ansteigenden Meeresspiegeln, Veränderungen des Wetters sowie der Ausbreitung von Krankheiten.
  • Autos und Kohlekraftwerke gehören zu den größten Kohlendioxid-Verursachern in Amerika. Weltweit gehören Brandrodungen und das Abholzen von Wäldern zu wichtigen Ursachen für die globale Erwärmung.
  • Wissenschaftler gehen davon aus, dass ohne Reduzierung der Emissionen die Durchschnittstemperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts um 2 bis 5 Grad ansteigen könnten.
Erstaunliche wissenschaftliche Fakten über die globale Erwärmung
  • Jüngste Messungen von Eiskernen aus der Antarktis zeigen, dass die Kohlendioxid-Konzentrationen heute höher sind als jemals in den vergangenen 650.000 Jahren ? dem ältesten Datum, das heute bestimmt werden kann.
  • 2005 war das wärmste Jahr seit Aufzeichnung von Wetterdaten. Die zehn wärmsten Jahre wurden alle seit 1990 gemessen. Im Sommer 2005 wurden in Hunderten von amerikanischen Städten neue Hitzerekorde verzeichnet.
  • In den letzten 50 Jahren stieg die durchschnittliche Temperatur auf der Erde schneller an als in allen Zeiten der Wetteraufzeichnung.
  • 2003 kamen in Europa 30.000 Menschen, in Indien 1.500 Menschen durch Hitzewellen ums Leben.
  • Seit 1978 schmilzt das Eis der Arktis um 9 Prozent pro Jahrzehnt.
  • 2000 wurden zum ersten Mal Seemöwen am Nordpol gesehen.
  • Der Schnee des Kilimandscharo wird bei der jetzigen Geschwindigkeit seines Abschmelzens im Jahr 2020 verschwunden sein.
Erwartete Folgen durch den Temperaturanstieg
  • Die globale Erwärmung wird die Intensität von Hurrikans verstärken. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Zahl von Hurrikans der Kategorien 4 und 5 weltweit fast verdoppelt. Durch die Erwärmung der Meere können tropische Stürme mehr Energie aufnehmen und werden stärker.
  • Während schwere Stürme in einigen Gegenden zu Überflutungen führen, breiten sich anderswo Dürren und Waldbrände aus.
  • Tieferliegende Inseln werden durch den Anstieg des Meeresspiegels unbewohnbar.
  • Wälder, Farmen und Menschen werden durch neue Epidemien und Krankheiten bedroht, die von Moskitos übertragen werden.
  • Die Zerstörung von Korallenriffen und Alpenwiesen führt zum Aussterben vieler Pflanzen und Tiere.
Was getan werden kann
  • Effiziente Nutzung von Energie, Umweltschutz, erneuerbare Energiequellen und eine neue Politik sind alle Teil der Lösung. Ein Großteil der Technologie steht bereits zur Verfügung, um einen Anstieg der globalen Erwärmung zu verhindern. Zu den unmittelbaren Schritten gehören der Umstieg auf schadstoffarme Autos, die Entwicklung effizienterer Technik sowie die Einsparung von Energie auf internationaler Ebene.
  • Jeder Einzelne kann unmittelbar helfen, indem er seinen persönlichen Anteil an der Produktion von Treibhausgasen reduziert.
  • Große Unternehmen erkennen bereits den geldsparenden Effekt von Schadstoffreduktionen ? doch bieten sich hier noch enorme Potenziale für Innovationen.
  • Die Entwicklung neuer, sauberer Energietechnologien wie Windkraft, Solarenergie, Hybridmotoren und alternativer Brennstoffe wird zu einem Schlüssel, um die globale Erwärmung in den Griff zu bekommen.

Weitere Informationen » www.climatecrisis.net

Über Al Gore Der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore ist Vorsitzender von Generation Investment Management, einem Londoner Unternehmen, das sich auf ökologisch orientierte Investitionen spezialisiert. Er ist zudem Vorsitzender von Current TV, einem unabhängigen Kabel- und Satellitenprogramm für junge Leute, dessen Programm eine Mischung aus Zuschauerbeiträgen und professionellem Journalismus bietet.

Al Gore ist Mitglied im Vorstand von Apple Computer, Inc. sowie Senior Advisor von Google, Inc. Als Gastprofessor unterrichtet Al Gore an der Middle Tennessee State University in Murfreesboro, Tennessee.

Al Gore wurde 1976 zum ersten Mal ins amerikanische Repräsentantenhaus gewählt und war dort vier Wahlperioden lang als Abgeordneter tätig. 1984 und 1990 wurde er in den US Senat gewählt. Am 20. Januar 1993 wurde er als 45ster Vize-Präsident der USA vereidigt. Al Gore arbeitete als führendes Mitglied im ökonomischen Beraterstab von Präsident Bill Clinton. In seiner politischen Karriere war er Präsident des Senats, Kabinettsmitglied, Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats und leitete zahlreiche Gremien der Regierung.

Unter der Clinton-Gore-Regierung engagierte sich Al Gore maßgeblich für den globalen Umweltschutz und veröffentlichte 1992 den Bestseller ?Wege zum Gleichgewicht. Ein Marshallplan für die Erde? (Earth in the Balance: Ecology and the Human Sprit). Al Gore lebt mit seiner Frau Tipper in Nashville, Tennessee.

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Dirk Jasper FilmLexikon

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