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Produktionsnotizen

Drehbuchautor und Produzent Steve Koren erinnert sich, wie er und sein Partner Mark O?Keefe auf die Idee zu KLICK kamen: ?Es gab einen Witz zwischen mir und meiner Freundin?, so Koren. ?Wir hatten eine längere Auseinandersetzung und irgendwann nahm ich die Fernbedienung, richtete sie auf meine Freundin und drückte auf den ?Stumm?-Knopf. Sie fand meinen kleinen Wunsch nicht witzig, aber ich dachte, dass viele etwas damit anfangen könnten.?

Über die Produktion Sie begannen mit einer simplen Idee: ?Was wäre, wenn man tatsächlich sein Leben mit einer Fernbedienung kontrollieren könnte, wenn man die Lautstärke seiner Umwelt erhöhen oder runterdrehen könnte?? Daraus entwickelte sich die Geschichte.

?Was wäre, wenn man sein Leben zurückspulen könnte und noch mal einen Blick auf seine Vergangenheit werfen könnte? Was, wenn man sich keine Sorgen mehr um seine Zukunft machen mußs, weil man einfach vorspulen und sehen kann, was passieren wird? Es gab für die Figur so viele Gebiete zu entdecken und es machte Spaß, Michael hin- und herspringen zu lassen und zugleich einen einheitlichen emotionalen Bogen zu halten?, so Koren weiter.

?Neben den Entdeckungen in der Vergangenheit und der Zukunft, die er macht, um herauszufinden, was er will, lernt er auf dem Weg noch andere Dinge über sein Leben. Am Ende geht es in dem Film darum, im Jetzt zu leben.? Der einfache Teil war, so Koren, sich mit seinem Partner O?Keefe zusammenzusetzen und sich jeden nur erdenklichen Witz über den Gebrauch einer Fernbedienung einfallen zu lassen.

?Härter war?, behauptet er, ?die emotionale Entwicklung der Figur. Es ist nicht wie bei den meisten Filmen, dass die Geschichte an einem Tag beginnt und eine Woche später ist sie zu Ende. Man springt die ganze Zeit hin und her. Der Film beginnt in der Gegenwart, geht dann in die Vergangenheit, macht einen Satz 30 Jahre nach vorn in die Zukunft und fällt wieder weit zurück in die Zeit, als die Hauptfigur noch ein Kind war. Auf der Drehbuchebene war das sehr schwer zu konstruieren.?

Die Schwierigkeit erhöhte sich durch die Tatsache, dass die Zeitsprünge, die Michael macht, von ihm beabsichtigt sind. ?In der Arbeit wünscht er sich die Beförderung ohne die tagtägliche Schufterei?, lacht Koren. ?Mit einem einfachen Knopfdruck ist er plötzlich Partner seines Chefs. Wen würde es nicht verleiten, diesen Knopf zu drücken??

Allerdings entstehen die Probleme, als die Fernbedienung seine Absichten vorausahnt und ihre eigenen Schlüsse zieht. Etwa dass sie jedes Mal, wenn er mit seiner Frau zu streiten beginnt, vorspult, bis die Auseinandersetzung vorbei ist. ?Der Film zeigt eine Kombination dieser Entscheidungen. Zuerst weiß Michael, wohin er geht, aber schon bald hat er keine Ahnung mehr, was als Nächstes passieren wird. Er wacht auf und plötzlich ist es 30 Jahre später?, sagt Koren.

?Dieser Autopilot-Aspekt der Geschichte ist wichtig, um die ernsthafteren Themen des Films zu betonen. Man kann bei einem Ereignis dabei sein und ist trotzdem nicht richtig präsent. Man denkt an etwas, das in der Vergangenheit passiert ist oder macht sich Sorgen über etwas, das in der Zukunft liegt. Wir haben uns entschieden, diesem Zustand einen Namen zu geben ? du bist auf Autopilot, du redest mit Leuten, bist aber nicht richtig anwesend.?

Korens Lieblingsszene in KLICK ist, als Michael die Fernbedienung zum ersten Mal in die Hand bekommt und auf den Menüknopf für sein Leben drückt. ?Ich liebe einfach die Vorstellung, dass so was passiert. Jemand gibt dir eine DVD und sagt, ?Hier ist dein Leben?. Du steckst sie in den DVD-Player und hörst dir den Audiokommentar über das Making Of deines Lebens an. Es hat wirklich Spaß gemacht, das zu schreiben und noch mehr Spaß, als Frank es inszenierte und Adam es spielte. Es ist wie ein Sack voller Witze, buchstäblich ein Gag nach dem anderen.?

Korens Beziehung zu Sandler reicht bis zu ?Saturday Night Live? zurück, wo sie bei vielen Sketchen zusammengearbeitet haben. ?Komödianten wie Adam können schnell reagieren und lassen sich immer wieder neue Witze einfallen?, erklärt Koren. ?Adam und Frank haben schon bei vielen großen Hits zusammengearbeitet. Er hört sich liebend gern Ideen an und kommt dann meistens mit etwas noch Besserem an. Es macht Spaß, ihm die Bälle zuzuwerfen. Er spielt damit und jedes Mal kommt was anderes dabei raus.?

Die Klick-Familie Regisseur Frank Coraci sagt, was ihn bei KLICK angezogen habe, sei die Möglichkeit gewesen, mit seinen Kumpels an einem so aufregenden Projekt zu arbeiten. ?Ich wusste, dass ich jeden einzelnen Tag Spaß bei der Arbeit haben würde?, sagt er. ?Als ich dasaß und das Drehbuch las, träumte ich dauernd von diesen unglaublichen Zeitsprüngen. Von einem Raum in den nächsten gehen oder sich aus einer Situation vorspulen.?

So wie er es sich vorstellte, würde ihm der Ansatz von KLICK erlauben, visuell mehr zu wagen, als es bei einer Komödie normalerweise der Fall ist. ?Als Regisseur kann man all diese tollen visuellen Momente erträumen, sie auf Storyboards festhalten und dann jeden Tag ans Set kommen, um sie auszuführen?, erklärt er begeistert. ?Es ist eine wirkliche coole Reise.?

Coraci sowie der Star des Films und dessen Produzent Adam Sandler sind Freunde seit Teenagerzeiten. Sie gingen zusammen aufs College (KLICK-Produzent Jack Giarraputo war Coracis Zimmergenosse) und sie konnten sich immer gegenseitig zum Lachen bringen. ?Ein anderer Grund, warum KLICK so viel Spaß macht, ist, weil er voll gestopft ist mit Dingen, die mich und Adam zum Lachen bringen ? Dinge über das Leben, die wir gelernt haben, als wir aufgewachsen sind. Jetzt wo wir älter werden, beginnen wir Filme zu drehen über das, was wir bisher erlebt haben.?

Der Zusammenhalt am Set und das Vertrauensverhältnis, das sich damals in der Collegezeit entwickelt hat, zahlt sich auch auf kreativer Ebene aus. ?Während der Produktion haben wir uns am Ende des Tages auf die Schulter geklopft oder haben uns gesagt ?Mann, das Script ist witzig, aber was wir heute am Set daraus gemacht haben, war sogar noch besser!??, sagt Coraci. ?Es war so cool, weil Adam darin so gut ist. Er lässt es so leicht aussehen.?

Obwohl Oscar®-Gewinner Christopher Walken neu in der Gruppe war, passte er laut Coraci von Anfang an dazu. ?Wenn du Adam und Christopher Walken nebeneinander siehst, ist das ziemlich cool. Walken ist ein genialer Schauspieler, aber die Paarung von ihm und Adam ist sogar noch unglaublicher. Es ist sehr selten, dass man zwei solche Riesentalente dabei zu sehen bekommt, wie sie zusammen witzige Sachen machen.?

Walken brachte auch seine Ausbildung als Sänger und Tänzer mit ein, um seine Rolle als Morty zu spielen, den rätselhaften Ladenangestellten hinter den Kulissen. ?Walken tanzt und singt ein bisschen im Film?, sagt Coraci. ?Aber am meisten beeindruckt hat mich seine Fähigkeit, ein beliebiges Wort aus dem Drehbuch zu nehmen und es witzig zu machen. Hören Sie sich an, wie trocken er das Wort ?Fernbedienung? bringt, das ist einfach wahnsinnig komisch. Ich kenne keinen Schauspieler, der ein Wort so aussprechen und dabei so witzig sein kann.?

Für ?die perfekte Ehefrau?, sagt Coraci, haben sie die perfekte Darstellerin gefunden ? Kate Beckinsale. ?Das Entscheidende in dem Film ist, dass Adams Figur zwei fantastische Kinder und eine umwerfende Frau hat, die ihn unterstützt. Sie ist die perfekte Frau, mit der jeder gern verheiratet wäre, stark und schön und mit dem Herz am rechten Fleck. Ich kenne keinen, der sich in diesem Film nicht in sie verlieben wird.?

Für die beiden Rollen von Sandlers Eltern, Ted und Trudy, haben sich die Filmemacher an zwei altgediente Komiker gewandt, Henry Winkler und Julie Kavner.

?Sie sind perfekt als warmherzige Arbeiterklasse-Eltern, die dir auf die Nerven gehen, weil sie dich so lieb haben. Henry und Julie haben das ganz prima gemacht. Sobald wir sie zusammengebracht haben, ist uns aufgefallen, dass wir keine bessere Kombination hätten finden können. Sie haben beide sehr viel Komödienerfahrung. Henry hat bereits bei The Waterboy (Waterboy ? Der Typ mit dem Wasserschaden, 1998) mit uns gearbeitet und verstand unseren Ablauf völlig. Und Julie, was kann ich sagen? Sie kam sehr schnell in den Rhythmus, und wenn man all diese Leute hat, die sich miteinander wohl fühlen, kann es wirklich sehr lustig werden.?

David Hasselhoff spielt Mr. Ammer, Michaels unsensiblen Boss. Coraci beschreibt ihn als Schauspieler, ?der so viel Energie hat, dass man denkt, es sind sieben Personen anstatt einer. Außer dass er eine Ikone ist, ist er auch wirklich witzig. Als er ankam, hat er uns sofort absolut vertraut und hatte eine tolle Zeit.?

Die Produktion hatte nicht weniger Glück mit den Darstellern, die die Rollen von Sandlers und Beckinsales Kindern übernahmen. ?Sie waren umwerfend?, sagt Coraci. ?Tatum McCann (Samantha) ist ein Schatz, du wirst sofort warm mit ihr. Joseph Castanon (Ben) ist einfach ein wirklich talentierter kleiner Junge. Er kann alles spielen. Verraten Sie es niemandem, aber entgegen allen Aussagen über die angeblich schwierige Zusammenarbeit mit Kindern waren sie diejenigen, die am leichtesten zu führen waren. Sie haben so schnell gelernt und haben alles, was ich ihnen sagte, genau richtig gemacht.?

Von ihrem Talent abgesehen haben McCann und Castanon auch emotional eine Verbindung mit Coraci aufgebaut. ?Sie waren die liebevollsten Kinder, die man sich vorstellen kann. Am Ende des Tages kamen sie zu mir und meinten ?Frank, wir lieben dich? und haben mich umarmt. Das war perfekt für den Film, weil sich so ein wirkliches Gefühl von Familie entwickelte.?

Hinter den Kulissen: Zurück in die Zukunft ?Perry Andelin Blake, mein Ausstatter, hat bei all meinen Filmen mitgearbeitet, unter anderem bei The Wedding Singer (Eine Hochzeit zum Verlieben, 1997), The Waterboy (Waterboy ? Der Typ mit dem Wasserschaden, 1998) und Around the World in 80 Days (In 80 Tagen um die Welt, 2004).?, sagt Coraci. ?Er war derjenige, der zu mir sagte, ?Frank, du mußst diesen Film machen, weil wir dafür unglaubliche Welten erschaffen können. Wir können die ultimative Junggesellenbude der Zukunft bauen.??

KLICK gab Blake nicht nur die Möglichkeit, in die Zukunft zu reisen, sondern durch die Flashbacks auch in die Vergangenheit. ?Von Anfang an haben Frank und ich uns das Design für Michaels Haus ausgedacht, denn es ist ein sehr wichtiges Set, in dem sich ein großer Teil des Films abspielt und außerdem ist Michael von Beruf Architekt.?, sagt Blake. ?Er hat sich ein 1950er-Jahre Haus mit einer 1970er-Jahre Einrichtung gekauft, mit dem Plan, es umzubauen und in ein richtig cooles Haus zu verwandeln. Aber weil Michael Workaholic ist, kommt er einfach nie dazu. Es ist seine Frau, die es ausmistet und renoviert.?

Bei der Konzeption von Michaels zukünftigem Leben, entwickelte Blake ?dieses verrückte Apartment, das wirklich cool ist ? schwarz mit Blau- und Grautönen. Da Michael dauernd sein Leben ändert, wollten wir einen starken Kontrast zwischen diesem und seinem alten Leben, einem gewöhnlichen Familienleben, in dem alle Farben warm und einladend wirken ? griffige Materialien wie Stein und Holz in sehr erdigen Farben. Dann sieht man Michaels Apartment und es ist glatt, glänzend und hart, sehr unnatürlich, kantig, spitz und scharf.?

Die ?Beyond? Abteilung des ?Bed, Bath & Beyond?-Ladens, den Michael betritt, der Ort, an dem Morty residiert, wurde als ?exzentrisch? entworfen, sagt Blake, ?wie die Figur von Morty. Es sollte dieses merkwürdig schaurige Gefühl ausstrahlen, dass die ganze Welt in diesem ?Beyond? irgendwie komisch ist. Also mischten wir alt und neu, Objekte, die sehr modern aussahen neben Dingen, die sehr alt waren. In einem ?Bed, Bath & Beyond?-Laden ist man daran gewöhnt, Badutensilien, Betten, Leinen und Laken zu finden.

Dann sieht man plötzlich diese Tür mit der Aufschrift ?Beyond Time?, die einen anstrahlt und sie ist ein Übergang. Wenn man die Tür öffnet und eintritt, hat man das Gefühl, in eine andere Welt zu kommen. Es gibt diesen superlangen Flur, an dessen Ende Michael sieht, wie Morty an einem Schlüssel schleift, obwohl er nicht weiß, was es ist. Aber es sprüht Funken und ist sehr mysteriös. Als sie sich treffen, singt Morty ein Lied und trägt diese seltsame Brille, die so designt ist, dass er sie hochklappen kann, damit man seine sehr merkwürdigen Augen sehen kann.?

Eines der grundlegenden Elemente von Blakes Design war die Universalfernbedienung, die die Handlung vorwärts bringt. ?Wir wollten sie sehr schlicht gestalten, anstatt ein High-Tech-Gerät zu entwerfen?, sagt er, ?weil es ja eigentlich ein Gerät für Idioten ist, für den Durchschnittstypen. Als ich sie entwarf, wollte ich, dass sie komfortabel in der Hand liegt, nicht wie so viele andere Fernbedienungen. Ich nahm ein Stück Lehm in die Hand und drückte auf die Stellen, wo die Knöpfe sein sollten. Ich wollte sie superergonomisch haben, so dass sie sich gut in der Hand anfühlt, mit einem guten Gewicht und einer organischen Griffigkeit.?

Futuristische Autos ?Alle Autos in KLICK sind von General Motors?, so Blake. ?Nehmen wir den Minivan der Zukunft, der Bill gehört, Donnas zukünftigem Ehemann. Es ist mehr als nur ein Auto, in das man sechs Leute reinkriegt. Wir haben das Auto so gebaut, dass sich die Türen nach oben öffnen und nach außen gleiten. Darin zu sitzen ist sogar bequemer als im Wohnzimmer, weil es mit überdimensionierten Truck-Reifen ausgestattet ist. Nach unseren Vorstellungen ist die Zukunft eher organisch und kurvig als scharf, kantig und hart.?

Blake arbeite eng mit John Hartigan, dem Leiter der Special-Effects-Abteilung zusammen, um zu entscheiden, wie man die neuen Autos aufschneiden kann, die in futuristische Autos umgewandelt werden sollen. ?Wir haben einen brandneuen Minivan genommen und ihn in 72 Stunden in einen Strandbuggy verwandelt?, erklärt Hartigan. ?Wir sind mit Plasmaschneidern und Sägen vorgegangen und haben ihn komplett aufgeschnitten. Wir benutzten das Gehäuse, den Rahmen und den Motor, um daraus ein völlig neues Zukunftsauto zu bauen.?

Ein anderes Fahrzeug, ein Krankenwagen, wirkte plötzlich wie ein Fisch, wie ein Karpfen oder ein Wels. ?Wir haben ihn ohne Scheinwerfer konzipiert, nur mit einer Öffnung an der Front, die aussieht wie ein Mund mit Lichtern, die auf den Highway hinauslodern?, sagt Blake. ?Anstelle eines Lichtbalkens auf dem Dach des Krankenwagens leuchtet hier quasi das gesamte Heck und pulsiert mit seinem blauen Licht. Der Wagen ist unübersehbar, wenn er die Straße entlang fährt.?

Michaels Wagen im Film ist ein 2016 Cadillac, ein so genannter Cadillac 12. Das 12-Zylinder-Modell ist eigentlich ein Cadillac-Konzeptauto (das laut GM aber nie in Serie gehen wird), das mit 12 Zylindern betrieben werden kann oder, wenn man auf den Highway fährt, auf 4 Zylinder heruntergeschaltet werden kann.

Die Modelle Baujahr 2016 im Film sind eckig und passen zu den spitzen Winkeln von Michaels Haus. Je weiter sich der Film in die Zukunft bewegt, umso weicher wird alles, erklärt Blake. Die Rundungen im Autodesign spiegeln sich mit den Kurven in Michaels Büro und der Lobby seiner Architekturfirma. ?Ich wollte, dass man sich während des gesamten Films mit Michaels Leben identifiziert. Auch wenn er in die Zukunft reist und es dort einige verrückte Elemente im Set gibt, sollten die Bilder immer noch irgendwie in der Realität verwurzelt sein, damit man nicht den Bezug zu Michael und seiner emotionalen Reise verliert.?

Visuelle Effekte Die Aufsicht über die Visuellen Effekte in KLICK lag in der Hand der beiden Academy Award®-Gewinner Jim Rygiel und Pete Travers von Imageworks. ?Was wir in diesem Film gemacht haben, führte zu so genannten versteckten Effekten?, erklärt Rygiel. ?Im Grunde passiert Folgendes: Es gibt eine Reihe von Aufnahmen, in denen Adams Figur sich zu seinem jüngeren Ich zurückspult, also sieht man gleichzeitig den jungen und den alten Michael und ich mußste mir überlegen, wie ich es schaffe, dass sich die beiden ansehen und aufeinander reagieren.?

Diese Illusion wurde, so Rygiel weiter durch den Gebrauch von computerkontrollierten Kameras geschaffen, ?die dieselbe Bewegung viele Male wiederholen. Wir filmten Michael als sein altes Ich und dann den jungen Michael. Dann fügten wir die beiden zusammen und man sieht sie aufeinander reagieren.?

Rygiel arbeitete während des ganzen Films eng mit einer Reihe von verschiedenen Abteilungen zusammen. Er vermittelte ständig zwischen den Tiertrainern und den Spezialeffekt-Abteilungen, um die Aufnahmen zu bekommen, die Coraci wollte.

?Visualeffekte haben viel mit dem Look eines Films zu tun und wie die Effekte auf der Leinwand aussehen, wohingegen Spezialeffekte eher praktischer Natur sind, etwa wenn man am ganzen Set Regen braucht. Die Spezialeffektabteilung hängt ihre riesigen Regeneimer auf und der Regen prasselt. Sie machen die ganzen Explosionen, entweder live oder über den Greenscreen. Sie sind viel praktischer, während Visualeffekte bedeuten, alles Stück für Stück aufzunehmen, zu sammeln und zurück zu Sony Pictures Imageworks zu bringen und dort alles über einen Zeitraum von drei oder vier Monaten in der Postproduktion zusammenzusetzen.?

Filmmischung in Echtzeit ist eine ziemlich veraltete Technik in der heutigen Welt der Visualeffekte, behauptet Rygiel. ?Heutzutage haben wir die neue Genesis-Digitalkamera. Mit Film kann es schon mal unübersichtlich und schwerfällig werden, weil man alles abtasten und farbkorrigieren mußs. Mit der neuen Genesis-Kamera geht alles gleich ins System. Früher dauerte es zwei bis drei Tage, bis ein Stück Film ins System eingespeist war. Jetzt kann ich buchstäblich vom Set gehen und eine Stunde später habe ich alles. Es spart unglaublich viel Zeit. Die Qualität ist für Bluescreens fantastisch, weil es keine Filmkörnung mehr gibt. Diese Seite der Technologie ist wirklich aufregend.?

Für Rygiel und seine Crew ist das Erschaffen eines futuristischen Looks ein delikater Balanceakt, ?weil wir dauernd das Für und Wider abwägen und entscheiden mußsten, wie weit wir gehen können. Nur weil etwas möglich ist, heißt es noch lange nicht, dass es auch das Richtige ist.?

Rygiel arbeitete eng mit der Ausstattungsabteilung zusammen, was die Nutzung von TransLites anging (große Fotografien, die von hinten beleuchtet werden), weil diese TransLites recht statisch wirken können. Wenn er also TransLites einsetzte, achtete Rygiel sehr darauf, lebendig wirkende Elemente im Hintergrund einzusetzen ? Rauch, der aus einem Schornstein steigt, vorbei fliegende Vögel, ein Flugzeug am Horizont ? visuelle Signale, die das Publikum davon ablenken sollen, dass sie auf ein statisches Bild starren.

Spezialeffekte Der Leiter der Spezialeffekte-Abteilung John Hartigan behauptet, obwohl es bei einem Happy-Madison-Projekt viele Herausforderungen für seine Abteilung geben würde, sei es immer ein großer Spaß. In einer Szene soll ein Spielzeughelikopter auf den von Adam dargestellten Charakter zufliegen und ihn am Kopf treffen. Hartigan mußste herausfinden, wie das gelöst werden sollte. ?Wir entschieden uns, den Helikopter aus einem sehr weichen Schaum herzustellen und dann eine Möglichkeit zu finden, ihn auf Adam zufliegen zu lassen und ihn damit am Kopf zu treffen. Das Beste war, einen Draht zu benutzen, um die Bewegung des Helikopters kontrollieren zu können. Es stellte sich als ziemlich witziger visueller Gag heraus.?

Die Spezialeffektabteilung benutzte große Kräne und 30 Meter lange Regenschienen für einen Vorort-Dreh an einem Krankenhaus in Thousand Oaks. Hartigan und seine Crew brachten einige 300-Tonnen-Kräne mit, um für Regen über dem gesamten Set sorgen zu können. Eine weitere anspruchsvolle Szene war für Hartigan, einen gesamten Straßenblock in Glendale in eine Ostküstenwinterlandschaft zu verwandeln.

Die ganze Nacht hindurch beflockten Hartigan und seine Crew alle Bäume, legten Schneedecken auf Straßen und Dächer und hängten Eiszapfen in die Dachrinnen. Etwa 100 Tonnen echte Eiswürfel wurden zerstoßen und in Schnee verwandelt, ein Teil davon wurde zu großen Schneebänken gepflügt. ?Es gab diese 130 Kilo schweren Eisblöcke, 12 Meter lange Trailer und fünf Tonnen Eis, und wir benutzten riesige Gebläse, um den Schnee 12 bis 15 Meter in die Luft zu schießen. Als er auf den Boden fiel, haben wir ihn so hingeschippt, dass es aussah, als wäre es das Ergebnis eines Sturms.?

Für eine andere Szene verkabelten Hartigan und seine Spezialeffekte-Crew Morty (Christopher Walken) in einer Art Gurt, der ihn auf magische Weise durch die Luft befördern sollte. ?Wir benutzten den Gurt, als wir vor dem Greenscreen drehten. Wir bauten eine Vorrichtung, um die Kamera am Boden hin und her zu schwenken. Christopher schwebte an dem Gurt auf und ab. Dadurch, dass auch seine Kleidung flatterte, konnten wir es so aussehen lassen, als ob Morty schweben würde. Um diesen Effekt zu erzielen, mußsten wir ihn vor dem Greenscreen filmen.?

Der Special-Make-up-Effects-Designer Rick Baker hatte sich gerade frei genommen, um Zeit mit seinen Kindern zu verbringen, als ihn der ausführende Produzent Barry Bernardi (mit dem er bereits bei Haunted Mansion (Die Geistervilla, 2003) zusammengearbeitet hatte) anrief und bat, das Drehbuch zu KLICK zu lesen. ?Das Script hat mich wirklich berührt?, sagt Baker. ?Es handelt davon, die Menschen um dich herum wertzuschätzen, so lange du sie noch hast.?

KLICK anzunehmen, war für Baker eine wirkliche Herausforderung, weil ?es die am schwersten herzustellende Maske ist, wenn jemand realistisch alt aussehen soll. Das sind die Dinge, die am häufigsten schief gehen. Es ist viel einfacher, einen Alien oder ein Monster zu erschaffen, weil man so etwas nicht jeden Tag sieht. Aber man sieht dauernd alte Menschen ? und der Film deckt die gesamte Dauer eines Menschenlebens ab.?

Sandlers Figur mußs von 17 bis zum Greis altern und auch seine Eltern (Henry Winkler and Julie Kavner) bewegen sich von Jugend über mittleres Alter bis zum Seniorenalter. ?Wir machen das mit einer ganzen Reihe von Figuren, die man zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Altersstufen sieht. Zum Glück arbeite ich mit einer Gruppe wirklich sehr talentierter Leute zusammen, die bereits einige solcher Filme gemacht haben, in denen Figuren altern sollen?, sagt Baker.

Der erste Schritt in dem Prozess war, sich Fotos von allen Darstellern zu besorgen, an denen er arbeiten sollte. ?Dann machten wir einen Lebendabguss, aus dem wir eine Skulptur formten. Wir haben von jeder Figur Videos aufgenommen, wie sich ihre Gesichter bewegen und wo sich Fältchen bilden?, sagt Baker. ?Von den Stellen, wo die Fältchen waren, haben wir versucht, darauf zu schließen, wo später einmal, wenn sie alt sind, tiefere Falten und Runzeln sein werden. Danach haben wir mit Photoshop die Aufnahmen bearbeitet und den Schauspielern einige Vorschläge zur Auswahl gegeben.?

?Eine wahre Schönheit wie Beckinsale?, so Baker weiter, ?ist auch im hohen Alter noch wunderschön. Der Wandel ist bei ihr sehr subtil. Aber es ändert sich auf jeden Fall etwas und sie sieht älter aus.?

?Eine der größten Herausforderungen waren Henry Winkler und Julie Kavner, die zugleich älter und jünger zu verschiedenen Zeiten aussehen sollten?, sagt Baker. ?Man sieht sie, wenn Adams Figur geboren wird und wir mußsten sie wie junge Eltern aussehen lassen. Also machten wir zwei verschiedene Abdrücke von ihnen, einen normalen Lebendabdruck und einen mit Liftings, bei denen wir ihre Gesichter abgeklebt haben, fast wie bei einer Schönheits-OP. Dieser Prozess war für die Darsteller sehr unangenehm, weil ihre Haut sehr straff um ihren Hals und ihr Gesicht gezogen wurde?, erklärt er weiter.

"Wir haben tatsächlich die Haut unter ihren Augen angeklebt, genau unter der Wimpernlinie. Wir haben sie dann vorsichtig zurechtgemacht, mit Perücken und Haarteilen und ähnlichem Equipment. Ich war sehr beeindruckt von dem, was wir schließlich erreicht haben. Sie sahen jedenfalls viel jünger aus. Es war ziemlich drastisch. Sehr schade, dass Henrys Szenen als junger und alter Mann nicht direkt nacheinander kommen. Es ist eine sehr verblüffende Verwandlung.?

?Man braucht unbedingt die Mitarbeit der Schauspieler, um solche Make-up-Veränderungen zu machen?, so Baker weiter. ?Es ist sehr schwierig, jemanden für so lange Zeit auf einen Stuhl zu setzen. Ich wurde einmal von anderen Leuten geschminkt und ich weiß, dass die Zeit sehr viel langsamer vergeht, wenn man die Person auf dem Stuhl ist und nicht die Person, die das Make-up macht.

Wenn wir eine Kopfattrappe machen und die Farbe auftragen, arbeiten wir eine Woche daran. Hier hat man höchstens eine Stunde auf dem Stuhl, um die Arbeit einer Woche zu schaffen. Und alle Teile aufzukleben, vor allem das Silikon, ist sehr schwierig. Dieses Material ist sehr geschmeidig, wie ein Stück Leber Wenn man es positioniert, kann es schnell aus der Form geraten, falls man nicht vorsichtig ist. Es ist auch sehr kompliziert, wenn man die Ränder vermasselt, weil man dann im Grunde von vorne beginnen kann.?

Baker hat sich mit Sandler zusammengesetzt und ihm erklärt, wie sein körperlicher Verlauf aussehen würde. Sandler gab zu, dass er ein Zappelphilipp sein kann, wenn die Sitzung in der Maske zu lange dauert und Baker machte ihm klar, dass er ihn stillsitzend braucht. ?Er sagte mir, dass es für ihn hart sein würde?, lacht Baker.

?Aber ich sagte ihm, dass es nur um ein paar Tage geht, nicht wie bei How The Grinch Stole Christmas (Der Grinch, 2000) oder Nutty Professor (Der verrückte Professor, 1995), wo die Schauspieler drei Monate lang jeden Tag in der Maske waren. Zum Glück habe ich ein paar großartige Maskenbildner. Bill Corso trug Adams Maske auf. Die Person, die erheblich für den Look von KLICK verantwortlich ist, habe ich in Japan aufgetan, Kazuhiro (Kazu) Tsuji. Kazu ist die Zukunft des Make-up.

Er liebt diese Arbeit genauso wie ich und ich glaube, deshalb ist unsere Arbeit auch so gut. Und Kazu ist ein unglaubliches Talent. Er war beim Entwurf und der Ausarbeitung der Teile ebenso stark involviert wie beim Auftragen des Make-ups. Kazu hat Henrys und David Hasselhoffs Maske gemacht und er hat erste Tests durchgeführt?, erklärt Baker.

Sandlers Fettmaske war ein großes Silikonstück ohne Nähte. Baker machte einen Abdruck vom Kopf des Schauspielers und brach den Abdruck wie ein Puzzle in viele Einzelteile. Es dauerte sechs Wochen, diesen Abdruck zu bauen. Aus dem Puzzle entstand ein nahtloser Abdruck, der angepasst werden konnte und vollkomen glaubhaft wirkte. ?Im Film wacht Adams Charakter eines Tages auf und schreit laut auf, als er sich im Spiegel sieht, weil er plötzlich über 130 Kilo wiegt?, sagt Baker.

An den Tagen, als diese Szenen gedreht wurden, dauerte es schätzungsweise vier oder fünf Stunden, bis der gesamte Verwandlungsprozess beendet war, vom Auftragen der Silikongesichtsteile, Maske und Haare bis zum Anziehen des Fat-Suits. Aus Adams Figur wurde schließlich ein 130-Kilo-Kerl in einem Jogginganzug. ?Für Adam war es nicht leicht, diesen Prozess durchzustehen, aber am Ende war er froh, dass er es ausgehalten hatte. Es hat sich absolut ausgezahlt.?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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