Jede Sekunde zählt - The Guardian

Produktionsnotizen

Von Andrew Davis, dem Regisseur des Action-Klassikers THE FUGITIVE (?Auf der Flucht?, 1993) stammt JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN, eine fesselnde, hochdramatische Geschichte über Todesmut und Selbstaufopferung. Kevin Costner und Ashton Kutcher stehen dabei an der Spitze einer hochkarätigen Besetzung von Stars und Newcomern, die einen ganz besonderen Schlag Menschen spielen: US-Coast Guard Rescue Swimmers, die Elite-Einheit der Rettungsschwimmer der amerikanischen Küstenwache.

Nach dem Motto ?So That Others May Live? riskieren sie Tag für Tag ihr Leben in den schwersten Stürmen und mörderischsten Wellen. Zum allerersten Mal wird in einem großen Hollywood-Film die lebensgefährliche Arbeit dieser stillen Helden nachgezeichnet, von denen die meisten Menschen bisher nur im Zuge des verheerenden Hurricanes Katrina Notiz genommen haben, wo sie Tausende von Menschen aus den tödlichen Fluten retteten.

Ben Randall (KEVIN COSTNER), eine Legende in den Reihen dieser Rettungsschwimmer, überlebt am Beginn von JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN als Einziger schwer verletzt den Absturz seines Küstenwachenhubschraubers bei der Rettung eines in Seenot geratenen Schiffes. Gegen seinen Willen wird er nach seiner Rekonvaleszenz fürs Erste nicht mehr zum aktiven Dienst zugelassen, sondern als Ausbilder an das Trainingszentrum der Rettungsschwimmer, die so genannte ?A School? beordert.

Dieses Boot Camp soll mit einem beinharten Programm aus den talentiertesten Rekruten des ganzen Landes die wenigen heraussieben, die tatsächlich das Zeug für diese Elite-Einheit der Küstenwache haben. Um sich von Trauer und Selbstvorwürfen abzulenken, stürzt Ben sich mit aller Macht in die Arbeit und wirbelt mit seinen unkonventionellen, aus der Praxis und nicht aus dem Lehrbuch stammenden Unterrichtsmethoden das etablierte Curriculum ordentlich durcheinander.

Denn besser als jeder andere weiß er, was auf dem Spiel und seinen Rekruten irgendwann bevorsteht. Eines Tages werden diejenigen, die es durch das Programm schaffen, vor der schwierigsten Entscheidung ihres Lebens stehen. Nämlich auszuwählen, wer überleben darf und wer sterben mußs. Schnell kristallisiert sich in dem Kurs der junge, großspurige Schwimm-Champion Jake Fischer (ASHTON KUTCHER) als Bens Gegenspieler heraus. Die beiden geraten im Fortgang des Lehrgangs immer wieder aneinander, reiben sich gegenseitig auf und fordern sich das Letzte ab.

Doch Ben erkennt in Jake auch genau das, was nötig ist, um der Beste der Besten zu sein. Wenn Jake nur genügend Herz und Hingabe entwickelt ? und die Fehler vermeidet, die Ben selbst gemacht hat ?, kann er irgendwann selbst eine Legende unter den Rettungsschwimmern werden. Jedoch gleich bei seiner ersten tückischen Mission geht es ums Ganze. In der eiskalten, stürmischen Beringsee vor Alaska mußs Jake beweisen, was er gelernt hat. Er entdeckt, was es bedeutet, wirklich alles zu riskieren.

JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN entstand mit voller Unterstützung der US-Küstenwache. Echte Rettungsschwimmer fungierten dabei sowohl als Berater als auch als Mitglieder des Schauspieler-Ensembles, um größtmögliche Authentizität zu gewährleisten. Ein gigantischer, technisch revolutionärer Wellensimulator und die Tatsache, dass die Produktion selbst mit den entfesselten Elementen zu kämpfen hatte, offerieren die realistischsten, packendsten und dramatischsten Hochseerettungs-Szenen, die je auf der Leinwand zu sehen waren.

JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN ist eine Produktion von Touchstone Pictures und Beacon Pictures. Regie führte Andrew Davis, nach einem Drehbuch von Ron L. Brinkerhoff, der damit sein Spielfilm-Debüt als Autor feiert. Produziert wurde der Film von Beau Flynn [THE EXORCISME OF EMILY ROSE (?Der Exorzismus von Emily Rose?, 2005); AFTER THE SUNSET (?After the Sunset?, 2004)] und Tripp Vinson [THE EXORCISME OF EMILY ROSE (?Der Exorzismus von Emily Rose?, 2005); AFTER THE SUNSET (?After the Sunset?, 2004)].

Als Ausführende Produzenten fungierten Armyan Bernstein [LADDER 49 (?Im Feuer?, 2005); AIR FORCE ONE (?Air Force One?, 1997)], Charlie Lyons [LADDER 49 (?Im Feuer?, 2005); AIR FORCE ONE (?Air Force One?, 1997)], Zanne Devine [HOUSE OF D (2004)] und Peter Macgregor-Scott [UNDER SIEGE (?Alarmstufe Rot?, 1992); A PERFECT MURDER (?Ein perfekter Mord?, 1998); BATMAN AND ROBIN (?Batman & Robin?, 1997); BATMAN FOREVER (?Batman Forever?, 1995); THE FUGITIVE (?Auf der Flucht?, 1993)].

Neben Kevin Costner und Ashton Kutcher wirken in JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN unter anderem Melissa Sagemiller [THE CLEARING (?Anatomie einer Entführung?, 2004); ?Sleeper Cell? (2005)], Clancy Brown [THE SHAWSHANK REDEMPTION (?Die Verurteilten?, 1994); HIGHLANDER (?Highlander?, 1985); PATHFINDER (?Pathfinder ? Die Fährte des Kriegers? (2007), ?Carnivale? (2003 bis 2005)], Sela Ward [THE DAY AFTER TOMORROW (?The Day After Tomorrow?, 2004); THE FUGITIVE (?Auf der Flucht?, 1993)] und Bonnie Bramlett [THE DOORS (?The Doors?, 1990)] mit.

Weiter gehören dem herausragenden Cast Neal McDonough [MINORITY REPORT (?Minority Report?, 2002); ?Boomtown? (2002 bis 2003)], John Heard [IN THE LINE OF FIRE (?In the Line of Fire ? Die zweite Chance?, 1993); POLLOCK (?Pollock?, 2000); THE PACKAGE (?Die Killer-Brigade?, 1989); THE SOPRANOS (?Die Sopranos?, 1999 bis 2007)], Brian Geraghty [JARHEAD (?Jarhead ?Willkommen im Dreck?, 2005); CONVERSATIONS WITH OTHER WOMEN (2005)], Dulé Hill [HOLES (?Das Geheimnis von Green Lake?, 2003), EDMOND (?Edmond?, 2005); ?The West Wing? (1999 bis 2006)] und Neuentdeckung Shelby Fenner an.

Das Creative Team von JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN bannte die Urgewalt des Ozeans mit einer Mischung von innovativer Technik und herausragender Filmkunst auf die Leinwand. Diesem Team aus erfahrenen Spezialisten für Action-Filme gehörten unter anderem Stephen St. John [HOLES (?Das Geheimnis von Green Lake?, 2003) als Director of Photography, Maher Ahmad [FEVER PITCH (?Ein Mann für eine Saison?, 2005); MISS CONGENIALITY 2: ARMED AND FABULOUS (?Miss Undercover?, 2005)] als Szenenbildner und Dennis Virkler [THE HUNT FOR RED OCTOBER (?Jagd auf ?Roter Oktober?, 1990); THE FOG (?The Fog ? Nebel des Grauens?, 2005); A PERFECT MURDER (?Ein perfekter Mord?, 1998); UNDER SIEGE (?Alarmstufe Rot?, 1992); THE FUGITIVE (?Auf der Flucht?, 1993)], sowie Thomas J. Nordberg [HOLES (?Das Geheimnis von Green Lake?, 2003); ANY GIVEN SUNDAY (?An jedem verdammten Sonntag?, 2000)] als Cutter an.

Für die Special Effects zeichnete Scott R. Fisher [MEMOIRS OF A GEISHA (?Die Geisha?, 2006); THE TERMINAL (?Terminal?, 2004); TITANIC (?Titanic?, 1997)] verantwortlich, als Visual Effects Supervisor fungierte William Mesa [COLLATERAL DAMAGE (?Collateral Damage?, 2001); HOLES (?Das Geheimnis von Green Lake?, 2003); THE FUGITIVE (?Auf der Flucht?, 1993); INTO THE BLUE (?Into the Blue?, 2005)].

Die unbekannten Helden: "Jede Sekunde zählt - The Guardian" rückt das Leben der Rettungsschwimmer in das Blickfeld der Weltöffentlichkeit Unsere Welt heute kennt zahlreiche Helden. Es gibt die Lebensretter, denen wir beinahe jeden Tag begegnen, wie Polizisten, Feuerwehrleute und Ärzte. Und es gibt die Helden, die meist im Schatten stehen, die aber dennoch alles riskieren würden, um völlig Unbekannte unter den extremsten und gefährlichsten Bedingungen zu retten. Unter diese zweite Kategorie fallen die außergewöhnlichen, aber bisher kaum beachteten Rettungsschwimmer der US-Küstenwache.

Die Frauen und Männer dieser Elite-Einheit verfügen über außergewöhnliche physische und psychische Eigenschaften. Sie riskieren bei jedem Einsatz ihr Leben, springen ohne Fallschirm aus großer Höhe direkt in meterhohe Wellen und retten die Menschen, die sonst niemand mehr retten kann. Ohne dass die Öffentlichkeit groß Notiz von ihnen nimmt, retten die Rettungsschwimmer etwa 5.000 Menschen und ungefähr 2,5 Milliarden US-Dollar an Sachwerten ? in einem Jahr.

Während der verheerenden Hurrikan-Saison des Jahres 2005, in dem neben Katrina noch zahlreiche weitere tropische Wirbelstürme die Staaten am Golf von Mexiko verwüsteten, evakuierten oder retteten die Rescue Swimmers der Küstenwache etwa 33.500 Menschen.

Das beinharte Training der Rettungsschwimmer zählt zu den schwersten Ausbildungsprogrammen im gesamten US-Militär. Mehr als 50 Prozent der Aspiranten scheitern daran. Die wenigen außergewöhnlich Talentierten, die es schaffen, haben lebensgefährliche Missionen in den dunkelsten, rauesten und kältesten Gewässern weltweit zu bestehen. Sie kämpfen tagtäglich gegen tobende Fluten, Erschöpfung, Desorientierung, Unterkühlung und Sauerstoffmangel, um Schiffbrüchigen, Gestrandeten und denen zu helfen, die in Orkanen bereits alle Hoffnung aufgegeben haben.

In den gerade einmal 20 Jahren, die das Rettungsschwimmer-Programm der Küstenwache existiert, etablierte es sich als eines der am meisten respektierten unter allen Militäreinheiten obwohl oder gerade weil es sich dabei um die einzige Spezialeinheit handelt, die dezidiert auf das Retten und nicht das Vernichten von Leben ausgerichtet ist. Der Aufbau dieser Elite-Truppe wurde 1984 vom US-Kongress beschlossen, nachdem 31 Mann Besatzung eines Frachtschiffes in einem Sturm an der Ostküste ihr Leben verloren.

Die Crew eines einzigen Helikopters der Küstenwache kämpfte verzweifelt um das Leben der Seeleute, war aber logistisch mit der Rettung so vieler Menschen völlig überfordert. Seither hat sich das Corps der Küstenwachen-Rettungsschwimmer, das überdies das einzige der Streitkräfte war, das immer schon Männern und Frauen offenstand, einen Namen als hochprofessionelle Einheit gemacht. Sie steht an vorderster Front, wann immer an der Küste oder auf dem Meer eine Katastrophe passiert.

Nicht mit gelungenen Rettungsaktionen zu prahlen, ist Bestandteil des Ehrenkodex der Rettungsschwimmer, und deshalb wurden ihre Heldentaten nie einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Viele Menschen haben noch nie von diesen heroischen Frauen und Männern gehört, oder sie gar in Aktion gesehen, ehe sich im Zuge der Flutkatastrophe von New Orleans die Fernsehbilder dieser tapferen Retter, die verzweifelte Menschen in letzter Sekunde von Dächern und Bäumen bargen, den Amerikanern und der restlichen Welt ins Gedächtnis brannten.

JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN beschreibt nun mit der Geschichte eines legendären Rettungsschwimmers, der den Staffelstab an die nächste Generation weiterreicht, die Quintessenz dessen, was diese Lebensretter so faszinierend macht: den unbändigen menschlichen Willen, anderen zu helfen.

Die Entstehungsgeschichte des Filmes begann damit, dass Autor Ron L. Brinkerhoff ein Drehbuch über puren Heroismus schreiben wollte und dafür einen frischen, unverbrauchten Ansatz suchte. ?Polizisten und Feuerwehrleute wurden in Filmen immer und immer wieder dargestellt, aber die Leistungen dieser Rettungsschwimmer der Küstenwache hat noch nie jemand filmisch gewürdigt?, erklärte Brinkerhoff. ?Ich fand es dabei besonders interessant, dass das Mandat dieser Truppe einzig und allein das Retten von Leben ist, obwohl sie zum Militär gehört.?

Nachdem er mit seinen Nachforschungen begonnen hatte, beschloss Brinkerhoff, in den Fokus seines Drehbuchs zwei einzelne Männer zu stellen ? der eine ein erfahrener Veteran der Rettungsschwimmer, der vor dem Ende seiner aktiven Laufbahn steht, der andere ein tapferer, junger, aber auch eigensinniger Bursche, der erst mit seiner harten Ausbildung beginnt. Zusammen erfahren sie, wie Tapferkeit und Weisheit sich ergänzen und sie durch den Austausch ihrer individuellen Erfahrungen auch als Menschen wachsen.

?Durch das Herangehen an die Story wollte ich den klassischen Action-Helden sogar in einer gewissen Form dekonstruieren?, so Brinkerhoff. ?Ich wollte herausstellen, welchen physischen, psychischen und emotionalen Tribut dieser Beruf einfordert, und welche außerordentlichen Opfer diese Menschen für dieses Leben bringen müssen?.

Bereits sehr früh wandte sich Brinkerhoff mit seiner Idee an die Produzenten Tripp Vinson und Beau Flynn bei Contrafilm, die ihrerseits zufälligerweise auch gerade an einem Stoff über Rettungsschwimmer arbeiteten. ?Wir wollten eine dramatische, menschliche Geschichte im Rahmen eines großen Action-Abenteuers erzählen?, fasst Vinson den Ansatz zusammen. ?Wir wollten der Frage auf den Grund gehen, was einen echten Helden ausmacht, warum jemand zum Helden wird und welchen Preis er dafür bezahlen mußs. Gerade wenn man diese Elemente genau analysiert, erscheinen die Figuren noch heroischer.?

Bevor Vinson und Flynn mit der Entwicklung des Projektes einen Schritt weiter gingen, traten sie direkt an die US-Coast Guard heran. Beide wussten, dass deren Unterstützung unverzichtbar und der Schlüssel dafür wäre, Authentizität und Herz in die Produktion zu bringen. ?Wir wandten uns an die Coast Guard, bevor wir überhaupt mit Disney gesprochen hatten?, so Vinson.

?Uns war klar, dass die Küstenwache unbedingt Bestandteil dieser Produktion sein mußs, und wir wollten, dass sie vollkommen hinter uns stehen würde. Schließlich lud sie uns sogar ein, in ihren Trainingscamps zu drehen, bot uns ihr Personal als Helfer und Darsteller an, unterstützte uns bei der Materialbesorgung und so weiter und so fort. Ich kann gar nicht genug herausstellen, wie hilfreich die Küstenwache in jeder Hinsicht war.?

Als Ausführende Produzenten kamen Armyan Bernstein, Charlie Lyons und Zanne Devine von Beacon Communications, einer der erfolgreichsten Independent-Produktionsgesellschaften mit einem sicheren Händchen für starke Filmstoffe, an Bord. Später kam noch Peter Macgregor-Scott hinzu, einer der renommiertesten Produzenten für komplexe Großproduktionen, der vorher schon dreimal mit Andrew Davis zusammengearbeitet hatte, unter anderem auch bei dem Blockbuster THE FUGITIVE (?Auf der Flucht?, 1993).

?Wir sind immer auf der Suche nach packenden Storys, und als uns dieses Drehbuch in die Hände fiel, berührte es uns alle sofort. Wir sahen alle das große Potential des Stoffes und dachten, dass es eine großartige Erfahrung auf der Leinwand sein müsste?, hält Bernstein fest. Je mehr die Filmemacher über die Rettungsschwimmer lernten, umso mehr wurden sie von dem Thema gefesselt.

?Ein Rescue Swimmer ist eine einzigartige Mixtur aus einem Profi-Sportler, einem Arzt, einem Psychologen und sogar einem Seelsorger?, brachte Charlie Lyons in Erfahrung. ?Er mußs nicht nur diese unfassbare Entscheidung treffen, wen er rettet, es ist auch nicht ungewöhnlich, dass er denen, die nicht mehr gerettet werden können, sogar die Sterbesakramente spendet!?

Durch die Unterstützung der Küstenwache hatte Drehbuchautor Brinkerhoff nun die Gelegenheit, viel tiefer in die Materie einzudringen und von den tatsächlichen Erfahrungen der realen Rettungsschwimmer zu profitieren. Er verbrachte sehr viel Zeit an der wirklichen ?A School? und konnte aus nächster Nähe beobachten, wie die jungen Rekruten und Helden in spe unter dem harten Regiment des Camps litten. Er reiste auch nach Kodiak in Alaska, um am Coast-Guard-Stützpunkt so viele Rettungsschwimmer wie möglich zu sprechen und ihre Geschichten in die finale Version des Drehbuchs einzuarbeiten.

Durch Zufall erregte dieses Drehbuch die Aufmerksamkeit eines Regisseurs, der wegen seines großartigen Talents für clevere, nervenzerreißende Thriller bekannt ist: Andrew Davis, dessen Action-Meisterwerk THE FUGITIVE (?Auf der Flucht?, 1993) sieben Academy-Award®-Nominierungen erhielt ? darunter für den Besten Film. Davis zeichnet daneben noch für weitere Erfolge wie UNDER SIEGE (?Alarmstufe Rot?, 1992), A PERFECT MURDER (?Ein perfekter Mord?, 1998) und den Abenteuerfilm HOLES (?Das Geheimnis von Green Lake?, 2003) verantwortlich.

Davis beschreibt seine Begeisterung für JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN so: ?Das Besondere an der Geschichte ist, dass niemand zuvor wirklich in diese Welt eingedrungen ist. Niemand von uns war vorher nachts in der Beringsee oder sprang aus zehn Metern Höhe in eisige Wellen, um Leben zu retten. Deshalb war dies eine einmalige Gelegenheit, etwas so Aufregendes zu erleben.?

Davis brachte in den Film auch seine ganz eigenen Erfahrungen mit Wasser, Meer und Stürmen ein. ?Ich war Mitglied des South Chicago YMCA Schwimm-Teams, ich war Rettungsschwimmer am College und bin seit Jahrzehnten begeisterter Segler?, so Davis, ?Ich habe quasi mein ganzes Leben am Wasser verbracht. Und ich bin sehr fasziniert davon, dass es Menschen gibt, die in die wildesten Stürme hinausgehen und dabei versuchen, selbst zu überleben und auch noch andere zu retten.?

Für die Produzenten gab es keine bessere Wahl als Andrew Davis für die Respekt einflößende Aufgabe, das Leben der Rettungsschwimmer auf die Leinwand zu bringen. ?Die Spannung, das menschliche Drama und die Gefahren, denen die Figuren in diesen Situationen ausgesetzt sind, erforderten einen Regisseur, der diese mit einem spektakulären visuellen Stil einzufangen versteht. Gleichzeitig brauchten wir für die Story jemanden, der Charaktere entwickeln, Schauspieler führen und Spannung aufbauen kann. Andrew hat genau diese Balance?, erklärt Vinson. Charlie Lyons ergänzt: ?Andrew gelang es, selbst aus dem Ozean einen Charakter zu erschaffen, der neben Kevin, Ashton und den Rettungsschwimmern die Hauptrolle spielt.?

Andrew Davis wusste von Anfang an, dass er es für diesen Film mit außerordentlichen technischen Herausforderungen zu tun haben würde, um die tobenden Stürme und die reißenden Wellen zu erschaffen, denen die Rettungsschwimmer ausgesetzt sind. Dennoch waren es nicht nur die ungewöhnliche Kulisse und die technischen Herausforderungen, die Davis anzogen. Die komplexe Beziehung zwischen Kevin Costners Ben Randall und seinem schwierigen, aber viel versprechenden Schüler Jake Fischer sprach besonders Andrew Davis´ Interesse an zwischenmenschlichen Konflikten an.

?Im Grunde geht es in JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN um diese beiden Männer und den ?Wachwechsel? von der Legende auf den Newcomer, den sie vollziehen müssen?, resümiert Davis. ?Ich liebe an dem Drehbuch ganz besonders die Ehrlichkeit ihrer Beziehung. Dem einen wird schmerzhaft klar, dass er älter wird, der andere mußs erst noch lernen, worum es im Leben geht ? und wie er vielleicht die Fehler seines Mentors vermeiden kann. Dieses zutiefst menschliche Element inmitten all dieser unglaublichen Kräfte der Natur, das ist es, was die Geschichte so einzigartig macht.?

Der Schlüssel zu einem packenden Film lag auch für Davis von Anfang an darin, den unglaublichen Erfahrungen und den Ratschlägen der Küstenwache zu vertrauen. Er arbeitete eng mit drei Rettungsschwimmern zusammen, wahren Legenden in ihrer Einheit, die ihm sowohl als Berater als auch als Darsteller der Produktion zur Seite standen: dem berühmten Coast-Guard-Ausbilder und Rettungsspezialisten Robert E. Watson, John F. Hall, der verantwortlich für zahlreiche Rettungsaktionen während des Hurrikans Katrina war, und schließlich Joseph ?Butch? Flythe, einem hochdekorierten Rettungsschwimmer ? er war einer der fünf ersten Rescue Swimmers, die das Programm der Küstenwache absolvierten.

Als sie erkannten, dass Davis ein penibel genaues Porträt der Küstenwache plante, waren diese drei selbstlosen Helden zahlloser Rettungsmissionen mehr als glücklich, ihre Erfahrungen in JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN einfließen lassen zu können. ?Das Engagement, den Film richtig und realistisch zu machen, war phänomenal?, schwärmte Watson. ?Ständig fragten uns alle möglichen Leute, wie echte Rettungsschwimmer in der Realität etwas machen würden. Es war sehr schön zu erfahren, mit welchem Enthusiasmus die Besetzung und auch die Crew uns darstellen wollte.?

Diese Bewunderung beruhte auf Gegenseitigkeit. Andrew Davis erklärte: ?Diese drei Männer setzten tatsächlich die Maßstäbe, an denen sich Kevin, Ashton und die 22 anderen Rettungsschwimmer unserer Besetzung messen lassen mußsten.?

Die Legende trifft den Frischling ? Kevin Costner und Ashton Kutcher spielen die Hauptrollen in "Jede Sekunde zählt - The Guardian" Noch bevor das Drehbuch fertig gestellt war, wurde den Filmemachern klar, dass für JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN die Besetzung des von seiner Vergangenheit verfolgten Veterans Ben Randall und des heißblütigen Newcomers Jake Fischer von überragender Bedeutung sein würde. Aus diesem Grund waren die Produzenten und der Regisseur froh, zwei der aktuell größten Stars Hollywoods als Protagonisten gewinnen zu können: Oscar®-Gewinner Kevin Costner und Ashton Kutcher, einen der aufsteigenden Leading Men der Filmindustrie.

Costner war für Andrew Davis von Beginn an eine Wunschbesetzung für die Rolle des Ben Randall. ?Kevin ist perfekt für diese Rolle, weil er einerseits die maskuline Ausstrahlung hat, andererseits aber auch der Figur die emotionale Note verleihen kann, die für Ben notwendig ist?, erklärt der Regisseur. ?Er kann einen Mann spielen, der eben nicht nur hart im Nehmen ist, sondern auch sensibel genug, in sich zu gehen und zu erkennen, wohin ihn sein Leben führt.?

In seiner beeindruckenden Karriere glänzte Kevin Costner in so unterschiedlichen Filmen wie seinem Herzensprojekt DANCES WITH WOLVES (?Der mit dem Wolf tanzt?, 1990), den Blockbustern NO WAY OUT (?No Way Out?, 1987), BILL DURHAM (?Annies Männer?, 1988), FIELD OF DREAMS (?Feld der Träume?, 1988) und BODYGUARD (?Bodyguard?, 1992) sowie dem ergreifenden Drama UPSIDE OF ANGER (?An Deiner Schulter?, 2004). Er konnte dem fesselnden Drehbuch von JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN einfach nicht widerstehen.

?Bereits der Anfang riss mich beim Lesen mit und das hochdramatische Ende ließ mich lange nicht mehr los?, gestand Costner. Es war die beinahe mythologische Wucht der Geschichte, die ihn nach eigenen Aussagen völlig in ihren Bann schlug. ?Ich denke, jeder von uns mag den Gedanken, dass es sogar in solch einer Extremsituation jemanden da draußen gibt, der kommt, um uns zu retten?, so Costner.

?Das ist ein beruhigendes Gefühl, das uns auf eine heroische oder im Grunde sogar romantische Idee zurückführt. Nämlich, dass egal wann und wo immer jemand da ist, der uns rettet. Genau das ist die wunderbare, fast mythische Verheißung dieser Rettungsschwimmer: Wenn die Häfen geschlossen sind, wenn niemand anders mehr kommen wird, dann werden sie kommen. Sie werden jederzeit ihr eigenes Leben riskieren, um unseres zu retten. Ich denke, Ron Brinkerhoff ist es hervorragend gelungen, die Emotionen und die Persönlichkeiten einzufangen, die hinter dieser Einstellung, hinter diesem Motto stehen. Man fühlt beim Lesen des Drehbuchs, wie es ist, solch eine Person zu sein.?

Je mehr Kevin Costner über das Trainingsprogramm der Rettungsschwimmer erfuhr, desto beeindruckter war er: ?Diese Jungs setzen ihr Leben für völlig Unbekannte aufs Spiel. Das ist etwas, das von allen Spezies auf diesem Planeten nur Menschen füreinander tun. Es ist außergewöhnlich, und es ist eines der wenigen Dinge, die uns stolz machen können auf das, was wir sind. Diese Männer und Frauen erlauben uns tatsächlich, ein wenig Stolz für die Menschheit zu empfinden!?

Costners Figur Ben Randall war über lange Jahre an vorderster Front, wenn es galt, gefährliche Rettungsmissionen durchzuführen, doch nun mußs er sich nach einer schrecklichen Tragödie erst mit der veränderten Wirklichkeit abfinden und sich einen neuen Platz in der Welt suchen. ?So komisch es klingen mag, Ben erinnert mich ein wenig an Michael Jordan, der gleich mehrmals einen Rücktritt vom Rücktritt als Profi-Sportler machte?, erklärt Tripp Vinson.

?Sein Beruf als Seenotretter ist das Einzige, was er kann, er ist besessen davon und kann nicht aufhören. Er kann nicht in einem normalen Leben weiterleben und ein neues Kapitel aufschlagen ? bis er sich selbst in diesem Burschen entdeckt, in Jake.? Kevin Costner fügt hinzu: ?Ben ist zu diesem Leben verurteilt. Man sagt, Rettungsschwimmer kann man nicht machen, man mußs sie finden. Und er ist einer von genau diesem Schlag. Es ist weit mehr als ein Beruf für ihn, es ist seine Berufung! Aber so etwas fordert auch immer seinen Tribut. Deshalb ist Ben eben nicht nur ein Held, sondern auch ein verletzter, ja sogar gebrochener Charakter.?

Trotz seiner seelischen Wunden mußs Ben zu einer neuen und für ihn unerwarteten Mission antreten: Er soll sein Wissen weitergeben an eine Gruppe von unerfahrenen Rekruten, die nicht die geringste Ahnung haben, was sie in Zukunft erwartet. ?Ben ist kein geborener Lehrer?, beschreibt Costner seine Figur. ?Also sind seine Lehrmethoden unorthodox und gewöhnungsbedürftig. Er sieht sich plötzlich einer Gruppe vorlauter, eingebildeter Kids gegenüber und mußs erst noch seinen Weg finden, wie er ihnen einen Sinn für die Verantwortung, die einige von ihnen bald haben werden, beibringen kann.?

Am stärksten empfindet Ben Randall das bei dem hochtalentierten Schwimmer Jake Fischer. Dessen Talent im Wasser wird nur noch übertroffen von seiner jugendlichen Selbstüberschätzung. Kevin Costner genoss es sehr, bei den Dreharbeiten von JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN zu beobachten, wie Ashton Kutcher diesen widersprüchlichen Charakter von Jake zum Leben erweckte und die Entwicklung der Figur vom frechen Jungen zum heldenhaften Mann schauspielerisch nachzeichnete.

?Ashton hat eine Gabe dafür, dramatische Momente, die zwar in der Geschichte selbst, aber nicht notwendigerweise im Drehbuch sein müssen, zu erkennen und auszufüllen. Dadurch erweitert er die Story, bringt den Film eine Stufe weiter?, zeigte sich Costner von seinem Kollegen begeistert.

Neben der für die Schauspieler ohnehin schon fordernden psychologischen Intensität war JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN auch eine physische Herausforderung, die das Team an seine Grenzen führte. Obwohl schon zahlreiche seiner früheren Filmprojekte von Kevin Costner eine außerordentlich gute Kondition verlangten, lagen die Anforderungen für diesen Film auf einem völlig neuen Level.

?Körperlich verlangten mir die Dreharbeiten alles ab?, gab Costner schmunzelnd zu. ?Schließlich bin ich 51 Jahre alt, und die Burschen in diesem Film sind allesamt in ihren 20ern. Das Training bedeutete für mich richtig harte Arbeit!? Dennoch war es in Costners Augen der Mühe wert, allein schon, um den echten Rettungsschwimmern gerecht zu werden. ?Ich behaupte nicht eine Sekunde, das zu können, was die Rescue Swimmers können. Aber ich denke, dieser Film fühlt sich sehr real an und vermittelt dem Zuschauer ein Gespür dafür, was diese Männer und Frauen können und wer sie sind.?

Gerade als Oscar®-prämierter Regisseur zeigte sich Costner auch beeindruckt von Andrew Davis´ Leistung, so verschiedene Elemente einer so komplizierten Produktion miteinander zu verbinden: ?Andy war in der Lage, einen großen Action-Film unter enormem Zeitdruck und mit einem relativ limitierten Budget zu realisieren ? und das auch noch unter den schwierigen Umständen mit dem schlechten Wetter. Als Regisseur hätte ich das wohl nicht schaffen können, was er vollbrachte. Eine sensationelle Arbeit!?

Wie Kevin Costner, so war auch Ashton Kutcher von der ersten Zeile an vom Drehbuch gepackt ? und er erkannte, dass ihm JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN eine einmalige Gelegenheit bot. ?Ich war schon länger auf der Suche nach einer Rolle, die anders wäre als die Rollen, die ich bisher meist gespielt habe. Außerdem ist es ein Traum von mir, mit Schauspielern arbeiten zu dürfen, die ich sehr bewundere, um von ihnen zu lernen. Dieser Film gab mir die Chance zu beidem?, so Ashton Kutcher. ?Das Interessante für mich war, dass es nicht nur für mich eine Möglichkeit bot, von der Generation vor mir zu lernen, sondern dass dies auch noch das Grundmotiv der Handlung im Film selbst ist.?

Kutcher legte auch große Neugier in Bezug auf das Leben der Rettungsschwimmer an den Tag. ?Das sind Helden für mich. Helden, die nicht viel Aufhebens um ihre Taten machen, was sie in meinen Augen noch heroischer erscheinen lässt?, stellte er fest. Der junge Schauspieler stürzte sich mit totaler Hingabe in seine Rolle, obwohl er schnell erkannte, dass er dafür dasselbe knüppelharte Training über sich ergehen lassen mußste, das auch die echten Rettungsschwimmer durchlaufen.

?Wenn ich schon einen von diesen Helden spielen sollte, dann wollte ich es auch auf eine Art und Weise tun, dass sie zufrieden mit mir sind?, erklärte Kutcher seine völlige Hingabe an seine Rolle. ?Ich wollte auf keinen Fall, dass bei jeder kleinen Szene irgendjemand für mich einspringt und mich doubelt. Diese Männer und Frauen verdienen ihren Lebensunterhalt damit, andere aus lebensgefährlichen Notlagen zu retten. Das Mindeste, was ich als Schauspieler tun kann, ist in Form zu kommen und so jemanden wenigstens ansatzweise realistisch zu porträtieren.?

Kutcher absolvierte, wie auch die anderen Mitglieder der Besetzung, das ultraharte Boot Camp der Küstenwache, das seine Entschlossenheit auf eine harte Probe stellte. ?Das Training mit den Lehrern der Helicopter-Rettungscrews war eine unvergessliche Erfahrung?, stellte Kutcher fest.

?Nie zuvor wurde ich so viel angeschrieen von jemandem, den ich respektiere ? von meinen Eltern einmal abgesehen. Die Kerle haben uns wirklich durch den Wolf gedreht. Aber im Stile der echten ?A School? verlangten die Ausbilder von uns nie etwas, das sie nicht auch selbst getan hätten. Wenn sie uns anbrüllten, auf der Stelle 50 Sit-ups zu machen, war der Instructor mit dabei und machte auch 50 Sit-ups. Sie schikanieren die Schüler nicht, sondern verlangen nur, was sie auch selbst machen. So bekommt man einen Heidenrespekt.?

Als Resultat des Trainings war Kutcher sogar bereits vor Ende des Programms in der Lage, alle Geschwindigkeits-, Kraft- und Ausdauer-Tests zu absolvieren, die auch ein echter Rettungsschwimmer für die Aufnahme in die Elite-Einheit erfüllen mußs, und seine Ausbilder stellten erfreut fest, dass Ashton tatsächlich das Zeug zum Rettungsschwimmer bei der Küstenwache hätte. Ironischerweise war er es aber, der die meisten Probleme mit dem großen Wellentank hatte. ?Ich fühlte mich nicht wirklich wohl im Wasser?, gab Kutcher zu.

?Es ist nicht so, dass ich wasserscheu wäre, und ich ertrinke auch nicht, wenn ich in einen Pool gestoßen werde. Aber das Schwimmen im Meer oder in diesem Wellensimulator ist etwas ganz anderes. Am schwierigsten war für mich tatsächlich jeden Morgen der erste Sprung ins Wasser. Und ich war dann auch heilfroh, meist nicht im offenen Ozean, sondern in einem Wellentank zu sein, wo man mich notfalls hätte rausziehen können.?

Andrew Davis aber war begeistert von Ashtons Hingabe an die Rolle: ?Er machte einen fantastischen Job. In der Vorbereitung und am Set. Wir brauchten einen couragierten, cleveren jungen Jake, dem man es abnimmt, dass er die Position eines legendären Rettungsschwimmers einnehmen kann. Ashton übertraf unsere Erwartungen in dieser Hinsicht sogar noch. Er ging so sehr in der Rolle auf, dass er schon im Training fünf bis sieben Kilo reine Muskelmasse aufbaute.?

Der Regisseur lobte seine beiden Hauptdarsteller: ?Kevin und Ashton brachten auch tolle Ideen für Ben und Jake ein. Kevin ? selbst ein herausragender Regisseur ? verfügt über ein unglaubliches Gespür für Timing und Charakter-Entwicklung. Und Ashton ist ein hochengagierter junger Schauspieler mit einem außerordentlichen Talent für Improvisation.

Am Set, bei der Arbeit an all den riskanten Szenen und emotionalen Konfrontationen, entwickelte sich auch zwischen Costner und Kutcher ein enges Band, das die Beziehung ihrer beiden Charaktere widerspiegelte. Tripp Vinson beobachtete: ?Die Besetzung von Kevin und Ashton brachte einen großen Bonus für uns: die tolle Chemie zwischen den beiden. Für mich war dies eigentlich das Aufregendste an den Dreharbeiten. Man spürt diese Bande auch auf der Leinwand, und ich bin überzeugt, Kevin und Ashton werden ihr Publikum überraschen.?

Ins kalte Wasser geworfen: Die Besetzung trainiert in der ?A School? Neben Kevin Costner und Ashton Kutcher bildet ein bunt gemischter Cast die Klasse der 22 jungen Rekruten in der ?A School?. Die Besetzung setzte sich nicht nur aus jungen Schauspielern zusammen, sondern bestand auch aus einigen Schwimm-Olympioniken, professionellen Triathleten und echten Rettungsschwimmern der Küstenwache. ?Ich wollte sicher gehen, dass wir außerordentlich gute Schwimmer casten?, stellte Andrew Davis klar.

?Gleichzeitig wollten wir in der Klasse eine Mischung aus verschiedenen Größen, Typen, und Persönlichkeiten. Durch die großartigen Sportler und die Rettungsschwimmer in der Gruppe wurden auch die Schauspieler zu Höchstleistungen angetrieben, was den Film erheblich voranbrachte. Denn jeder versuchte mit den Profis mitzuhalten, was dem Realismus sehr zugute kam.?

Um die Schauspieler weiter auf die Torturen vorzubereiten, die es allein schon bedeutet, Seenotrettung lediglich zu simulieren, unterzogen sich alle Akteure, die Rettungsschwimmer oder Rekruten spielten, einem abgekürzten, aber keinesfalls leichteren Lehrgang bei Robert Watson, John Hall und Butch Flythe, den echten Ausbildern der Küstenwache. Wie Andrew Davis feststelle, war bereits die Anwesenheit dieser drei Legenden eine permanente Motivation für die Darsteller.

?Robert, John und Butch brachten eine besondere Haltung, eine spezielle Disziplin und eine eigene Sicht auf das Leben mit in den Film ein. Und es war wunderbar, dass sich die anderen daran orientierten und ihnen nacheiferten?, so der Regisseur. ?Es war ein Segen, drei echte Lebensretter im Boot Camp und später am Set zu haben, um uns Feedback zu geben.?

Auch die Darsteller waren begeistert von den Tipps, die die Profis geben konnten, fühlten aber gleichzeitig auch das Gewicht und die Verantwortung, die es bedeutet, nach den Prinzipien dieser Helden zu leben und sie realistisch darzustellen.

Brian Geraghty, der Schauspieler, der den Underdog Hodge verkörperte, fasste es so zusammen: ?Wir wussten, dass die Männer, mit denen wir arbeiteten, sehr viele Leben gerettet hatten. Das erhöhte wirklich den Druck auf uns, das Training, die Rettungstechniken und das alles auch richtig hinzukriegen. Dabei war das Programm alleine schon mörderisch genug. Ich surfe schon mein ganzes Leben und ich liebe das Wasser. Aber diese ?A School? war das Härteste, was ich je gemacht habe ? körperlich und mental.?

Butch Flythe erklärte: ?Wir trieben die Schauspieler durch eine Light-Version der ?A School? ? wie ich es einmal nennen möchte, aber es war immer noch sehr, sehr intensiv. Sie arbeiteten wirklich alle sehr hart an sich ? und irgendwann waren sie tatsächlich so weit, dass sie problemlos als echte Rekruten-Klasse durchgegangen wären. Das war auch für uns alte Hasen sehr beeindruckend.?

Obwohl einige der Schauspieler von JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN schon zahlreiche Film-Boot-Camps erlebt hatten, so war doch nichts vergleichbar mit dem Programm für diesen Film. ?Es war eine schmerzhafte, aber dennoch großartige Erfahrung, weil es uns alle enger zusammenschweißte?, sagte Tripp Vinson, ?Wir hatten eine sehr athletische Besetzung, dennoch waren die Mädels und Jungs jeden Abend todmüde. Aber wir waren sehr stolz auf sie.?

Jeffrey D. Loftus von der Küstenwache, der als technischer Berater tätig war, glaubte, dass die Darsteller durch das harte Trainingsprogramm der Produktion erheblich weiter halfen. ?Durch die echten Rettungsschwimmer, die immer am Set waren, durch das Training und die im Boot Camp erlernten Rettungstechniken waren sie einerseits in der Lage, Szenen zu drehen, die ursprünglich die Stuntleute machen sollten. Und andererseits wirkten ihre Abläufe viel natürlicher und realistischer?, so Loftus.

?Die Darsteller nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen zu machen, die echte Rettungsschwimmer erleben und die sich normale Menschen nicht einmal vorstellen können. Ich denke, das half den Akteuren sehr, die Professionalität und auch die Würde der Rescue Swimmers vor der Kamera wiederzugeben.?

Auf der anderen Seite sammelte auch Rettungsschwimmer Robert Watson zahlreiche überraschende Eindrücke bei der Arbeit an einem Hollywood-Film. ?Wir gingen schon mit einer gewissen vorgefassten Meinung über Hollywood an die Sache heran. Aber dann stellte sich heraus, dass Kevin, Ashton und der Rest der Besetzung so ernsthaft und mit großem Ehrgeiz versuchten, die Figuren, also uns, wahrhaftig darzustellen?, so Watson.

?Sie hatten einen Job zu erledigen und sie wollten ihn richtig machen. Wir Rettungsschwimmer arbeiten auch extrem hart, um unseren Job zu erledigen. So war es sehr angenehm, mit Menschen zu arbeiten, die ebenfalls ihr Herz und ihre Seele in ihre Profession legen.?

Während JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN in die Welt der Rettungsschwimmer der Küstenwache vordringt, beleuchtet der Film natürlich auch die Auswirkungen, die dieser ungewöhnliche Beruf auf das Privatleben und die Beziehungen der Menschen hat, die ihn ausüben. Dies wird verdeutlicht durch zwei der weiblichen Parts der Besetzung: Ben Randalls frustrierte Ehefrau Helen, die von der bekannten Kino- und TV-Schauspielerin Sela Ward gespielt wird, und Jakes neue Liebe Emily, dargestellt von Shooting-Star Melissa Sagemiller.

Ward arbeitete dabei bereits zum zweiten Mal mit Regisseur Andrew Davis zusammen, spielte sie doch bereits Harrison Fords Ehefrau in Davis? THE FUGITIVE (?Auf der Flucht?, 1993). ?Ich wollte unbedingt wieder mit Andrew drehen, außerdem stand ich noch nie mit Kevin Costner vor der Kamera. Ich wusste, dass das ein großer Spaß werden würde?, sagte Sela Ward. ?Natürlich reizte mich auch die schauspielerische Herausforderung. Denn obwohl Helen keine Hauptrolle ist, ist ihre Figur doch sehr wichtig für die Handlung. Ich wollte jedem ihrer Auftritte etwas Besonderes verleihen, jeder Szene eine Bedeutung geben.

Ward betrachtet Helen als ?sehr starke, künstlerische Frau, die ein viel größeres Leben führen könnte, als Kodiak ihr geben kann.? Ward fährt fort: ?Helen glaubte, dass Ben und sie eines Tages größere gemeinsame Pläne haben würden. Doch nun mußs sie erkennen, dass sein Beruf ihnen beiden davon nichts übrig ließ. Diese beiden Menschen gehören eigentlich zusammen, doch die Umstände machten dies unmöglich und schließlich haben sie sich auseinander gelebt.?

Da Sela Ward durch ihre Rolle einen unmittelbaren Eindruck bekam von dem Preis, den der Beruf in der Regel von den Rettungsschwimmern und ihren Partnern und Familien fordert, entwickelte sie ungemeinen Respekt für die Männer und Frauen der Küstenwache: ?Sie stehen mit totalem Einsatz für die menschliche Fähigkeit, sich selbst für eine andere Person zu opfern. Das ist das Herz dieses Filmes.?

Auch Melissa Sagemiller ließen die Schicksale der Rettungsschwimmer nicht unberührt. Allerdings ist ihre Figur Emily anfangs alles andere als angetan von Jakes Draufgängertum. ?Emily ist Lehrerin. Sie nimmt das Leben sehr ernst?, beschreibt Sagemiller ihre Rolle, ?Sie hält Jake für einen süßen Kerl, aber eben auch für einen Klugscheißer, und lässt sich deshalb von ihm nicht einwickeln. Bevor sie sich von ihm beeindrucken lässt, mußs er noch viel an sich arbeiten.?

Dennoch herrscht zwischen den beiden sofort eine Spannung. ?Die beiden spielen sich gegenseitig die Bälle zu, versuchen sich gegenseitig immer zu übertreffen. Aber während sie diese Spielchen spielen, verlieben sie sich Hals über Kopf ineinander?, ergänzte die Schauspielerin.

Je mehr sich ihre Beziehung vertieft, desto unverzichtbarer wird Emilys Ehrlichkeit für Jake. ?Sie ist in der Lage, förmlich durch ihn hindurchzuschauen?, so Sagemiller. ?Während Jake nicht immer hinter sein Ego blicken kann und nicht erkennt, was mit ihm passiert und wie er sich seiner Vergangenheit stellen soll, hilft sie ihm mit ihrer weiblichen Intuition weiter. Sie eröffnet ihm auf diese Weise einen neuen Blickwinkel, der für seine Entwicklung entscheidend ist. Solch eine Figur zu spielen macht sehr viel Freude.?

Die Arbeit mit Ashton Kutcher war ein weiterer Anreiz für Melissa Sagemiller, den Part anzunehmen. ?Er ist so unglaublich lustig und spontan?, schwärmte die Schauspielerin von ihrem Kollegen. ?Er hat immer einen Witz auf Lager und besitzt eine große Energie und Dynamik, eine fast magnetische Aura! Es war toll mitzuerleben, mit welchem Engagement er sich in seinen Charakter hineinarbeitete.?

Die weiteren Mitglieder der weiblichen Besetzung sind Bonnie Bramlett und Shelby Fenner. Bramlett ist in der Rolle der warmherzigen Maggie zu sehen. Die Barbesitzerin und Witwe eines Rettungsschwimmers ist quasi die ?gute Seele? des Ausbildungscamps und untrennbar verbunden mit der ?A School?. Shelby Fenner ist eine der gefragtesten jungen Schauspielerinnen Hollywoods, die bisher mit Rollen in TV-Serien wie C.S.I? (?C.S.I. ? Crime Scene Investigation?, 2000 bis 2006) und CHARMED (?Charmed?, 1998 bis 2006) für Aufsehen sorgte. Sie spielt Cate Lindsay, eine der Rekrutinnen der ?A School?.

Fenner war besonders fasziniert davon, dass das Rettungsschwimmer-Programm der US-Küstenwache die einzige Institution ihrer Art ist, die auch Frauen ohne Einschränkungen den Eintritt in die Einheit ermöglicht, wenn sie die Aufnahmetests bestehen. Fenner betrachtete es als Ehre, eine dieser außergewöhnlichen Frauen porträtierten zu dürfen, die aktuell als Rettungsschwimmerin arbeitet.

Mitten in der tosenden See: Das innovative Design des Wellsimulators Bei JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN hatten die Filmemacher mit einer ungewöhnlichen Situation zu tun. Einerseits kämpften sie in der Produktion gegen die katastrophalen Auswirkungen von Hurrikanen und Sturmfluten, um dann vor der Kamera genau diese möglichst realistisch darzustellen! Nachdem Regisseur Andrew Davis das fertige Drehbuch gelesen hatte, wurde ihm klar, dass er es mit einer Herausforderung zu tun haben würde, wie sie selten zuvor ein Filmemacher zu bewältigen hatte: Wie baut man ein Filmset in einer so wenig für Dreharbeiten geeigneten Umgebung wie der lebensgefährlichen Beringsee?

?Ich machte mir ernsthafte Gedanken darüber, wie es uns gelingen könnte, die Beringsee zu simulieren und gleichzeitig den Ozean möglichst real als integralen Bestand der Handlung, ja als Charakter des Filmes einzubauen. Das war die große Frage?, fasst Davis das Problem zusammen. Um diese Schwierigkeiten zu lösen, wandte sich der Regisseur an zwei seiner langjährigen Mitarbeiter: Bühnenbildner Maher Ahmad und Visual Effects Supervisor William Mesa.

Ahmad zeichnete schließlich verantwortlich für die einzigartigen Sets, an denen die Handlung von JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN über, im und unter Wasser spielt, sowie für das Design des revolutionären Wellensimulators, eines gigantischen Wassertanks, der sowohl in seinen Ausmaßen als auch durch seine technische Komplexität beispiellos in der Geschichte Hollywoods ist. William Mesa entwickelte mit seinem Team innovative neue Computer-Techniken, die die realistischsten CGI-Bilder von Stürmen und Wellen auf die Leinwand zaubern, die man je gesehen hat.

?William und Maher waren die Schlüsselfiguren, eine täuschend echte Welt aus Wasser zu erschaffen?, stellt Davis klar. ?Wir sahen uns zahllose Stunden von Doku-Material über die heftigsten Stürme und die gewagtesten Rettungsaktionen an, und erstaunlicherweise waren sie in der Lage, etwas ebenso Machtvolles für JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN zu simulieren.?

Peter Macgregor-Scott ergänzt: ?William Mesa schenkte uns die Kampfjets in UNDER SIEGE (?Alarmstufe Rot?, 1992), er schenkte uns die Zugverfolgung in THE FUGITIVE (?Auf der Flucht?, 1993) und nun schenkte er uns die tobenden Orkane in JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN. Alle bestechen durch ihren atemberaubend realistischen Look.?

Auch Maher Ahmad freute sich, erneut mit Andrew Davis zusammenarbeiten zu können, und war besonders gespannt darauf, für JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN einige der schwierigsten Bühnenbilder, Sets und Kulissen seiner Karriere zu erschaffen, die klassische Elemente der Aufnahmetechnik mit innovativen neuen Filmtechniken verbinden konnten.

?Das war eine tolle Herausforderung, weil wir viele Elemente kreieren mußsten, die man sehr selten in Filmen zu sehen bekommt?, erinnert sich Maher Ahmad. ?Normalerweise designen wir Küchen und Wohnzimmereinrichtungen. Hier jedoch durften wir uns in einer kompletten Wasserwelt austoben. Wir konnten Schiffe und Höhlen bauen und letzten Endes sogar das offene Meer selbst rekonstruieren.?

Alle Kulissen und Designs wurden auf das wichtigste Set der ganzen Produktion ausgerichtet: den Tank. Ein riesiger, in der Filmgeschichte einzigartiger Wellensimulator diente als virtueller Ozean für die spannendsten und gefährlichsten Sequenzen des Films. Die Konstruktion dieses Wassertanks alleine erwies sich bereits als echtes Abenteuer. ?Ich war an einer ganzen Reihe großer Filme mit bombastischen Sets beteiligt?, erzählt Peter Macgregor-Scott, ?aber dieses Ding ist einmalig und absolut spektakulär. Meines Wissens gibt es nichts Vergleichbares auf der Welt.?

Der Bau des riesigen Tanks hatte gerade einmal begonnen, als tragischerweise ein echter Monstersturm die Dreharbeiten komplett über den Haufen warf. Denn eigentlich sollte JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN 2005 in New Orleans gedreht werden. Dann jedoch verwüsten Hurrikan Katrina und die katastrophale Flut weite Teile der Metropole und des gesamten Küstenstrichs.

Zum Glück wurde niemand von der Crew in dem schrecklichen Orkan verletzt, doch die Produktion mußste komplett nach Shreveport in Louisiana verlegt werden und Maher Ahmads Team noch einmal mit dem Bau des Wellensimulators beginnen. ?Trotz der logistischen Probleme, die der Umzug mit sich brachte, erwies sich Shreveport dennoch als Glücksfall für den Film?, meinte Tripp Vinson, ?denn nach den Zerstörungen, die Katrina im Süden anrichtete, hätten wir an keinem Ort bessere Bedingungen vorfinden können.?

Für Maher Ahmad war es dennoch ein echtes Problem, den Wassertank termingerecht fertig zu stellen, mußste sein Team aus Ingenieuren, Hydrodynamik-Technikern und Konstrukteuren doch erst einmal die Schäden reparieren, die Katrina an den bereits im Bau befindlichen Sets angerichtet hatte.

?Unter großem Zeitdruck mußsten wir neue Mitarbeiter und neue Lieferanten finden sowie mit der Locationsuche von vorne beginnen. Beim Bau des Wellensimulators waren wir gezwungen, noch einmal bei null anzufangen?, stellte Maher Ahmad fest. ?Am Ende jedoch wurden alle Sets besser, als wir es zu hoffen gewagt hatten ? dank des Könnens und des Ehrgeizes unserer zahlreichen Mitarbeiter und Helfer.?

Die Basis des Wellensimulators war ein in acht Kammern geteiltes, 30 x 25 Meter großes Beton-Bassin, das insgesamt mehr als 2,8 Millionen Liter Wasser fassen konnte. Dieser Tank stand vor einem knapp 16 Meter hohen Blue Screen, mit dessen Hilfe später die Hintergrundbilder des Ozeans am Computer eingearbeitet wurden. Um ein Maximum an technischer Sicherheit und Authentizität zu gewährleisten, scharte Ahmad eine ganze Palette von Spezialisten um sich, angefangen von Geologen und Tiefbauingenieuren über Baustatiker und Maschinenbau-Fachleuten bis hin zu Elektrotechnikern.

Doch das wahre Problem stellte sich erst, als der Bau des Tanks bereits beinahe abgeschlossen war: Wie bekam man nun die drei bis sechs Meter hohen Wellen hinein, die wie im Ozean Schaumkronen und weiße Wellenberge haben sollten? Um die ultimative Wellenmaschine zu konstruieren, suchte Ahmad Hilfe bei der New Yorker Firma ADC - Aquatic Development Company. Diese kreierte ein völlig neues, innovatives Turbinensystem, das von drei 150 PS starken Motoren gespeist wurde.

Dieses System baut genügend Luftdruck auf, um nicht nur meterhohe Sturmwellen, sondern auch den für einen Ozeansturm typischen schweren Seegang zu simulieren. Dies geschah mit einem kleinen Trick: Durch die besondere Konstruktion des Tanks und den gesteuerten Einsatz der Turbinen krachte die Wucht der Wellen nicht einfach gegen die Wände des Beckens, sondern wurde zurück ins Wasser geleitet. Dadurch war es möglich, nicht nur einzelne hohe Wellen zu simulieren, sondern sogar die typische schwere Dünung des Meeres in einem Hurrikan.

?Die Leute von ADC sind Spezialisten auf ihrem Gebiet. Sie haben schon zahlreiche Wellentanks für Vergnügungsparks entwickelt. Dennoch betraten auch sie mit den Anforderungen, die wir an den Simulator stellten, absolutes Neuland?, erinnert sich Maher Ahmad. ?Aber als wir den ersten Testlauf starteten und sahen, wie die Wellen ihre Kraft entfalteten, waren wir alle mehr als glücklich. Das sah wirklich wie ein wütender Sturm in der Beringsee aus ? und die Wellen waren tatsächlich stark genug, um einige von unseren hartgesottenen Stuntleuten seekrank zu machen.?

Der Wassertank übertraf tatsächlich jedermanns Erwartungen. Andre Davis notierte: ?Es war aufregend zu sehen, dass sogar ein echter Seerettungsveteran wie Robert Watson ein bisschen Gänsehaut bekam, als er den Simulator in Aktion sah. Beeindruckend war auch, dass wir die Wellen exakt einstellen, sozusagen feintunen konnten ? wir waren in der Lage, rollende oder brechende Wellen auszulösen, Wellen mit verschiedenen Höhen und sogar unterschiedlicher Frequenz. Der Simulator erzeugt für jede Szene genau die Wellen, die wir brauchten, es war einfach perfekt.?

Nachdem der Wellentank getestet war, konnte sich Maher Ahmad drei speziellen Sets zuwenden, die im Bassin selbst zum Einsatz kommen sollten: die Höhle, das Fischerboot und der Maschinenraum. Eine der größten Herausforderungen für den Bühnenbildner war die Höhle, in der eine der gefährlichen Rettungsaktionen von JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN stattfindet. ?Die Höhle mußste komplett außerhalb des Beckens gebaut und dann mit zwei 150-Tonnen-Kränen hineingehievt werden?, so Ahmad.

?Außerdem wurden an die Konstruktion besondere Anforderungen gestellt, schließlich mußsten die künstlichen Felsen den zwei Meter hohen Wellen des Simulators dauerhaft standhalten. Um das Gebilde möglichst leicht und trotzdem stabil zu halten, entschieden wir uns für einen schnell trocknenden Spezialschaum. Mit diesem bildeten wir die groben Formen, schnitzten daraus per Hand die exakten, schroffen Konturen und überzogen diese dann wieder mit einer eigens angefertigten, besonders harten Plastikart. Das Resultat war sehr überzeugend, die Höhle war äußerst stabil und sah dennoch extrem realistisch aus.?

Für die Szenen auf dem Fischkutter wurde für die Produktion eigens ein 22 Meter langer Trawler gekauft, der südlich von New Orleans vor Anker lag. Zum Schock aller wurde der kleine Fischerort vom Hurrikan Katrina komplett zerstört. Nun mußste ein Weg gefunden werden, das gestrandete Schiff, das auch noch durch Tonnen von Geröll und Treibgut eingeschlossen war, bis nach Shreveport in Louisiana zu transportieren.

Eine logistische Meisterleistung, die neben mehreren Baggern und Kränen auch eine 800 Meilen lange Reise den Mississippi hinauf im Schlepp umfasste. Doch damit begannen erst die Arbeiten an dem Schiff. ?Sobald wir mit dem Kutter in Shreveport waren, ging es eigentlich erst richtig los?, erinnerte sich Ahmad, ?wir mußsten sehr viel verändern, so mußsten zum Beispiel die Aufbauten für die Stuntarbeiten komplett geändert werden. Danach wurde das Schiff neu gestrichen und künstlich älter gemacht.?

Es folgte der schwierigste Arbeitsschritt mit diesem Set: Der Trawler wurde auf eine pneumatische Hebebühne im Wellentank gestellt. Diese Vorrichtung konnte das Schiff in alle Richtungen extrem neigen und so perfekt die Seenot simulieren, in die der Fischkutter im Film gerät. Um die dramatische Wirkung des Sturmes noch zu verstärken, ließ Maher Ahmad in dieser Szene noch gewaltige Wassermassen aus Fässern über 15 Meter hohe Röhren auf das Schiff einstürzen, zusätzlich zu den meterhohen Wellen, die das Schiff, die Schauspieler und Stuntleute überspülten. Darüber hinaus kamen noch riesige Gebläse zum Einsatz, um peitschende Regenschauer und Sturmböen zu erzeugen.

Ein weiteres kompliziertes Design war das Set des überfluteten Maschinenraums, in dem Jake bei seiner Rettungsaktion eingeschlossen wird. ?Die Schwierigkeit war, alle Details in dem Set so zu bauen, dass sie auch noch funktionstüchtig waren, wenn das Wasser bis zur Decke darin stand?, erläutert Ahmad, ?das stellte uns vor einige Aufgaben, an die man normalerweise nicht einmal im Traum denkt. Zum Beispiel mußste die gesamte Beleuchtung und Elektrifizierung absolut wasserdicht sein ? schließlich wollten wir keinen am Set durch schlechte Verkabelung grillen!?

Die Dreharbeiten im Bassin ließ die Besetzung am eigenen Leib erfahren, wie es ist, über endlose Stunden im Wasser, unterkühlt, von mächtigen Wellen hin und her geschüttelt zu arbeiten. Sogar den echten Rettungsschwimmern am Set wurde es manchmal mulmig. ?Eine der härtesten Szenen für mich war die Traumsequenz, in der Ben in dem Netz unter Wasser gefangen ist?, gab Butch Flythe zu. ?Es war gespenstisch. Denn vermutlich jeder Rettungsschwimmer hat diese Angst, in die Tiefe zu springen und von etwas unter Wasser festgehalten zu werden. Die Sequenz jagte mir wirklich einen Schauer über den Rücken.?

Das exakt war es, was die Filmemacher erreichen wollten. ?Es gab noch keinen Film, der wirklich in der Beringsee spielte, weil man dort nicht so einfach hingehen und drehen kann. Wenn man dort in Schwierigkeiten gerät, kann man in Lebensgefahr geraten?, stellt Peter Macgregor-Scott fest. ?Aber als uns alle Berater und Instrukteure der Küstenwache sagten, dass wir alles erstaunlich realistisch nachgestellt haben, bedeutete uns das sehr viel.?

Die Dreharbeiten zu JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN erforderten von allen Mitgliedern der Crew einen gewissen Sinn für Abenteuer, vor allem von Kameramann Stephen St. John. Er positionierte seine Kameras ganz bewusst so dicht wie möglich am Geschehen, um dem Publikum den Eindruck zu vermitteln, direkt mit im Wasser zu sein. ?Ziel war es, alles so realistisch wie möglich zu machen, auch die Fotografie?, erklärte Tripp Vinson. ?Ganz bewusst sind einige Szenen grobkörnig, und es ist auch in unserem Sinne, dass manchmal Wasser auf die Linse spritzte. Das verstärkt die realistische Wirkung der Rettungsszenen.?

Um den realen Touch noch zu vertiefen, reiste die Second Unit zwischen der böigen Küste Oregons und den eisigen Fluten Alaskas hin und her, um mit Aufnahmen von echten Rettungsaktionen der Rettungsschwimmer Regisseur Andrew Davis authentisches Bildmaterial zur Verfügung zu stellen. Zufällig gelangen dem Team dabei auch spektakuläre Aufnahmen, die die Küstenwache bei verschiedenen Einsätzen nach einem großen Vulkanausbruch zeigten. An Land fertigte Maher Ahmad detaillierte Nachbauten der Jay-Hawk-Hubschrauber an, von denen die Rettungsschwimmer springen und ihre Missionen beginnen.

Er baute auch die Inneneinrichtung der ?A School? in einigen leer stehenden Gebäuden der Nationalgarde in Shreveport von Grund auf nach und hielt sich dabei penibel an die Vorlagen der echten Elite-Ausbildungsstätte der Küstenwache in Elizabeth City in North Carolina. Weitere Dreharbeiten fanden dort auch selbst statt, um die einzigartige Atmosphäre dieser Institution einzufangen.

Dennoch schlägt das Herz von JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN in den zahlreichen Szenen im Wasser, denn dies sind die Momente des Films, in denen die Charaktere geprüft werden. In der Post-Produktion kamen diese Sequenzen dann richtig zur Geltung durch die hervorragenden Leistungen von William Mesas Visual-Effects-Team. ?Unsere Hauptaufgabe bestand darin, das Meer so realistisch am Computer zu erschaffen, dass es einerseits mit den Filmaufnahmen perfekt harmonierte, andererseits aber auch mit weiteren digitalen Effekten interagierte?, fasst Mesa seine Mission zusammen.

?Es gibt viele Einstellungen, in denen wir am Computer zahlreiche Elemente ? real und digital ? kombinieren mußsten. Die Schauspieler im Vordergrund, dazu sinkende Schiffe, Explosionen und um alles herum der wilde Ozean.? William Mesa und sein Team arbeiteten hauptsächlich mit dem Wellensimulator. Mit speziellen Aufnahmetechniken zeichneten die VE-Spezialisten endlose lange Sequenzen von Wellen auf.

Diese bearbeiteten sie am Computer und morphten sie schließlich in die 10-Meter-Monsterwellen, in denen die Rettungsschwimmer ihre gefährlichen Einsätze absolvieren. Wie Mesa zugibt, kann die CGI-Arbeit mit Wasser ein echter Albtraum sein. Für JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN wählte er deshalb eine sehr direkte Herangehensweise an das Medium. ?Wasser ist wahrscheinlich das Objekt, das am schwersten am Computer zu erzeugen ist, weil es organisch ist?, legt William Mesa dar.

?Ein realer Sturm ist viel zu komplex, um ihn komplett zu programmieren. Deshalb kopieren die meisten digitalen Aufnahmen von Meeresstürmen, die man über die letzten Jahre im Kino gesehen hat, dieselben Schablonen wieder und wieder. Wir aber wollten etwas Ursprüngliches. Deshalb nahmen wir die Originalaufnahmen von echten Stürmen und Situationen aus unserem eigenen Wellentank, bearbeiteten diese digital und fügten sie schließlich in den Film ein. Das macht unsere Sturmszenen realistischer als alles, was man vorher auf der Leinwand gesehen hat.

Wie groß auch immer die Herausforderungen an die Schauspieler und die Crew am Set von JEDE SEKUNDE ZÄHLT ? THE GUARDIAN waren, sie alle wussten, dass dies nur ein Bruchteil dessen ist, was echte Rettungsschwimmer durchstehen müssen. Die Hoffnung der Filmemacher war es, die harte Arbeit, den lebensgefährlichen Alltag und die menschliche Größe der Rescue Swimmers der Küstenwache für die Leinwand einzufangen.

?Wir hatten am Set eine ganze Reihe von Menschen, die alles riskierten, um in Hurrikans wie Katrina Menschenleben zu retten. Wenn man ihre Geschichten hört, ist man zu Tränen gerührt?, resümiert Andrew Davis. ?Diese Menschen, diese Helden, sind Realität. Sie haben so viel Menschlichkeit und Loyalität anderen gegenüber ? und das ist es auf den Punkt gebracht, worin es in diesem Film geht!?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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