Nacho Libre

Produktionsnotizen

?Bevor wir mit ?Nacho Libre? wirklich anfingen, hatte ich echte Angst?, sagt Jack Black, der seinen bislang exzentrischsten und wildesten Komödienpart in ?Nacho Libre? spielt.

?Ich dachte, ?Oh Mann, was, wenn ich es nicht hinkriege? Was, wenn ich mich verletze? Um Gottes Willen, mußs ich wirklich einen dieser superengen Einteiler anziehen? Leggins?! Ich wäre lieber nackig!? Aber wissen Sie was, genau dann wird?s witzig. Wenn mir etwas wirklich peinlich war, wenn ich Angst hatte, dann wurden die Sachen wirklich gut.?

Black spielt Nacho, der als Koch in einem mexikanischen Waisenhaus arbeitet und nach seiner Bestimmung sucht. Gereizt hat den Schauspieler und Produzenten Black die Möglichkeit, mit Jared Hess zu arbeiten, dessen erster Kinofilm der Independent-Erfolg ?Napoleon Dynamite? war. ?Ich habe ?Napoleon Dynamite? geliebt?, sagt Black.

?Mike White und ich waren begeistert von der Idee, mit ihm zu arbeiten.? Und gleich nach einem Gespräch mit Hess über die Idee zu einem Lucha Libre Wrestler-Film war Black dabei. ?Ich habe ihm gesagt: ?Wenn du die Regie übernimmst, dann zwänge ich mich in die albernen Klamotten. Einfach, weil ich Lust auf eine gelungene Party mit dir habe.?? Hess sagt, dass er Blacks Begeisterung von Anfang an vermutete: ?Ich denke, Jack war schon dabei, als er sich das erste Mal vorstellte, mit Strumpfhosen und Cape herumtollen zu können.?

?Ich will ja nicht angeben, aber man hat mir gesagt, ich sei ein geborener Luchador-Ringer?, sagt Black. ?Ich hatte die Bewegungen von Anfang drauf. Alle haben mich gefragt, ob ich die ?Moves? einstudiert hätte, und ich sagte: ?Nein. Warum? Bin ich so klasse?? Und sie sagten: ?Du bist klasse.? Ich denke, dass ich ein paar angeborene Fähigkeiten habe und vielleicht hat Jared das irgendwie gespürt und wollte mich deswegen für die Rolle. Ich bin mir sicher, dass er sich gedacht hat: ?Ich würde liebend gerne sehen, wie J.B. ein beinhartes Lucha-Wrestling hinlegt.? Es war Bestimmung.?

Geschrieben wurde der Film von Jared & Jerusha Hess und von Mike White, dem Produktionspartner von Jack Black in ihrer neu gegründeten Produktionsfirma Black & White Films und Autor von ?School of Rock?. ?Nacho war ein armes Waisenkind und lebt in einem Kloster ein Leben, das sich nicht wie sein eigenes Leben anfühlt. Auch wird er nicht wirklich akzeptiert von den Mönchen im Kloster?, sagt Jerusha Hess. ?Sie respektieren ihn nicht. Er hat immer das Gefühl gehabt, ein wenig ausgenutzt zu werden. Als er sich entschließt, ein Luchador zu werden, erwacht etwas in ihm.?

Von Anfang an war klar, dass nur ein Mann die nötigen durchschlagenden komischen Fähigkeiten, die unbändige Energie und die richtige Statur hat, um Nacho zum Leben zu erwecken. ?Bei unserem ersten Treffen mit Jared sagte er, dass er und Jack Black schon miteinander gesprochen hätten und ein Projekt gemeinsam machen wollten?, sagt Produzentin Julia Pistor. ?Wir dachten, wenn man Jack Black hinter eine Maske steckt, hat man immer noch so große Ausdruckskraft nur mit seinen Augen und seinen Brauen, dass es groß und witzig wäre. Es passte alles perfekt zusammen.?

White, Ko-Autor und einer der Produzenten des Films, sagt, dass die Filmemacher besonders von der Kombination der einzelnen Elemente angetan waren, die als Inspiration des Filmes dienten. Von der wahren Geschichte als Ausgangspunkt bis zu den klassischen Lucha Libre Films mit dem extrem berühmten Luchadore Santo. ?Ich war am Anfang zwar kein Lucha Libre-Experte, aber im Nachhinein erscheint alles wie eine geradezu schicksalhafte Fügung?, sagt er.

?Zum einen das filmische Potenzial dieser Geschichte ? basierend auf einer wahren Begebenheit ? eines Mannes, der tagsüber für Mönche und Waisenkinder kocht und nachts in den Wrestling-Ring steigt. Und dann, umso mehr alte Santo-Filme und Ringkämpfe wir besucht haben, umso klarer wurde uns, was für eine bunte und lustige Welt es ist und wie viel Spaß es machen würde, Jack als Angelpunkt darin zu haben.?

Hess und die Produzenten waren sich sicher, dass Black stark genug für den Lucha-Ring ist. ?Abgesehen davon, dass er einer der besten physischen Komiker ist?, sagt Julia Pistor, ?ist er tatsächlich auch ein unglaublich agiler und energiegeladener Mann. Wenn er mit seiner Comedy-Rockband Tenacious D auftritt, ist er überall auf der Bühne und turnt und springt wie ein Verrückter herum. Wir wussten, dass er in der Lage ist, die körperbetonte Comedy und Stunts zu machen, die der Film fordern würde.?

Während es klar war, dass nur Jack Black die Hauptrolle so spielen konnte, wie sie sich die Filmemacher vorstellten, war ihnen natürlich bewusst, dass es eine mexikanische Geschichte ist, die sie mit einem Angloamerikaner besetzen sollten.

?Nachos Mutter war eine skandinavische Missionarin und sein Vater ein mexikanischer Diakon. Sie hatten vergeblich versucht, sich gegenseitig zu bekehren und stattdessen geheiratet?, sagt White. ?Nach ihrem Tod wuchs er als Waise auf und obwohl er schon erwachsen ist, ist er immer noch der lustige Typ unter all den disziplinierten, humorlosen Mönchen. Er ist der Freund, den diese Kinder in ihrem Leben brauchen.?

Black sagt, dass die Zeit und die Dreharbeiten in Mexiko der Schlüssel waren, um den Akzent zu treffen. ?Ich habe eine ?Meryl Streep? geschafft?, sagt er. ?Ich habe hart daran gearbeitet, meinen Akzent zu perfektionieren. Es war nicht einfach, aber ich wollte völlig überzeugend sein.?

Tatsächlich, witzelt Black, stammt sein akustischer Regelsatz aus dem Kino. ?Ich habe an Ricardo Montalban gedacht, insbesondere in seiner Rolle in ?Der Zorn des Khan??, sagt Black. ?Ich habe nicht versucht, ihn nachzuahmen ? ich habe ihn als nur Inspiration betrachtet. Ich liebe Ricardo Montalban ? er ist so unheimlich dramatisch!?

Doch Spaß beiseite: White weist darauf hin, dass Black ausgesprochen gut vorbereitet bei den Dreharbeiten erschien. ?Jack spricht ziemlich gut spanisch?, so White. ?Als er nach Mexiko kam, war es schnell wieder aufgefrischt, und am ersten Probentag hatte er schon einen ausgearbeiteten Ansatz für den Akzent.?

De la Reguera war beeindruckt von Blacks glaubwürdigem Akzent und seiner Disziplin. ?Er ist sehr professionell?, sagt sie. ?Jack denkt immer an den Charakter. Und weil er mit einem mexikanischen Akzent sprechen mußs, ist er die ganze Zeit über völlig konzentriert gewesen. Manchmal habe ich ihm ein paar Tipps geben, die er dann nachgemacht hat.?

?Dieser Typ ist ein dreifaches Talent?, beschreibt Hess Blacks komische, athletische und schauspielerische Fähigkeiten. ?Er ist ein absolutes Genie. Er ist sehr witzig, ein Teamspieler ohne Ego und die Arbeit mit ihm war wundervoll. Jeder in der Crew hatte das Gefühl, er könne jederzeit zu ihm gehen. Er war einfach ein so fröhlicher, witziger und immer gut gelaunter Kerl.?

Die Szene, so Pistor, in der Nachos Geheimnis ans Licht kommt, zeigt Blacks bemerkenswertes Spektrum als Schauspieler. ?Jacks Tiefe und Begabung als Komiker und Schauspieler erkennt man am besten in der Feuerszene?, erläutert die Produzentin.

?Als Nacho um Gottes Segen für den kommenden Wrestling-Kampf bittet, fängt seine Kutte Feuer. Er rennt aus der Kirche, rollt sich über den Boden und löscht die Flammen, doch seine Kutte ist von unten nach oben in Flammen aufgegangen und man sieht seine Wrestling-Tights. Es ist ein irrwitziger Anblick. Jack steht da, entblößt und entlarvt vor Allen. Doch dann hält er eine Rede, die so bewegend und bedeutsam ist, dass sie einem Tränen in die Augen treibt. Es ist eine bemerkenswerte Szene, weil sie Jack als witzigen, physischen Komödianten zeigt, brennend, in einem albernen Outfit; und dann hält er eine warmherzige Rede über den Kampf gegen Ramses und darüber, dass er den Waisen ein besseres Leben bieten will. Alles in einer Einstellung.?

Julia Pistor fand die Idee eines Typen, der tagsüber für Waisen und Mönche kocht, und nachts als Wrestler kämpft, unwiderstehlich. ?Mich hat die Absurdität der Situation angesprochen?, sagt sie und betont, dass sie und ihr Team bei Nickelodeon Movies sofort an den ?Napoleon Dynamite?-Schöpfer Jared Hess als Regisseur für diese einzigartige und witzige Story gedacht haben. ?Wir fanden ?Napoleon Dynamite? extrem herzlich und wir glaubten, dass er perfekt für diese Geschichte sei.?

?Jared fand die Idee derartig witzig, dass er das Gefühl hatte, es wäre das Richtige für uns?, so Jerusha Hess. ?Mein erster Eindruck von Lucha Libre war, dass es eine unterhaltsame Mischung aus Akrobatik, Zirkus und dem Profi-Wrestling, das wir aus Amerika kennen, ist. Es war witzig und anders als unser amerikanisches Wrestling.?

?Es kam mir einfach so seltsam und wild vor. Es war eine Story, die ich erzählen wollte?, erinnert sich Jared Hess. ?Das Konzept ist so haarsträubend, das es wie der perfekte Nachfolger für ?Napoleon? schien.?

?Jared hat ein Herz für unglaubliche, seltsame Geschichten?, sagt Black. ?Er fühlt sich zu sonderbaren, speziellen Charakteren und Menschen hingezogen und hat den gesamten Film damit bevölkert. Jedes Gesicht ist ein weiteres Aha-Erlebnis: ?Wow! Schau dir den Typ an!? Jeder hat seine echt witzige oder seltsame Geschichte. Genau das hat mir an ?Napoleon Dynamite? und auch an diesem Film gefallen.?

Teils Komödie, teils Drama, teils hochfliegende Wrestling-Action hat ?Nacho Libre? seine Wurzeln in dem lebendigen Sportspektakel Lucha Libre, bezieht sich auf Realität und Mythos, natürliche Wahrheiten und fantastische Schöpfungen dieses mexikanischen Phänomens. ?Niemand hat vorher so einen Film gesehen?, sagt Black. ?Er ist spaßig, süß und absolut einzigartig.?

Die farbenfrohe, bizarre und surreale Lucha Libre-Welt hat eine lange Geschichte voller legendärer Wrestler mit Superhelden-namen: El Santo, Blue Demon, Gory Guerrero, Tarzan Lopez oder Superbarrio Gomez. In Mexiko hat der Sport eine Beliebtheit, die nur vom Fußball über-troffen wird. In der goldenen Ära des Lucha Libre von den späten 1930er Jahren bis in die frühen 80er beherrschte das Sportspektakel die mexikanische Popkultur mit seiner burlesken Mischung aus kostümierten Wrestling-Kämpfern, darunter Frauen und Zwerge.

?Lucha Libre ist ein generationsüber-greifendes Phänomen in Mexiko?, sagt White. ?Da sind kleine Kinder, da sind ältere Damen, die auf den Stühlen herumspringen und rufen: ?Mach ihn fertig! Mach ihn fertig!? Lucha eint die Gesellschaft auf eine Art und Weise, wie es das Profi-Wrestling nicht mal ansatzweise schafft.?

Geschichten von Luchadores, die sich aus ärmlichen Verhältnissen nach oben kämpften und berühmt wurden, nährten den Mythos, den symbolischen Prunk und die Zugänglichkeit des Sports. Überall in Mexiko, in Freilichtarenen, Turnhallen oder Hörsälen verfolgen begeisterte Fans die Kämpfe zwischen tecnicos und rudos (den Guten und den Bösen), Moralstücken auf einer quadratischen Bühne mit selbsternannten Gladiatoren, die ihre Körper aufeinanderprallen lassen und um opernhafte Erlösung streiten. Der prachtvolle Mix aus Entertainment, Athletik und kathartischem Ritual ist sowohl eine Ablenkung als auch Nebenbeschäftigung für Fans aller Alterstufen und Einkommensschichten.

?Ich war schon immer ein Fan der Lucha Libre-Filme von Santo, der eine Art Muhammad Ali der mexikanischen Wrestling-Welt war?, sagt der ?Nacho Libre?-Ko-Autor und Regisseur Jared Hess. ?Ich habe den Sport durch die Filme von Santo kennen gelernt, der ein paar wirklich coole Filme in den 60er und 70er Jahren gemacht hat. Als sich für mich die Möglichkeit eröffnete, einen Film über diese ganze Lucha Libre-Welt zu machen, war ich wirklich begeistert.?

Lucha Libre unterscheidet sich vom amerikanischen Wrestling durch die geheimen Identitäten der Kämpfer und durch die Live-Erfahrung der Kämpfe. ?Wenn man Lucha Libre mit anderen Formen des Wrestlings in der Welt vergleicht, hat es etwas ungemein Geheimnisvolles und Einzigartiges?, sagt Jared Hess.

?Luchadores tragen Masken, um ihre Identitäten zu verbergen, und sie nehmen das sehr ernst. Ich glaube, es gibt kein einziges Foto mit Santo ohne seine Maske. Die andere Sache ist, dass man Lucha Libre live erleben mußs, dass man mitbekommen mußs, wie schnell ein Kampf vom Ring in die Zuschauerbühnen getragen werden kann. Das ist etwas Einzigartiges, das es nur beim Lucha Libre gibt. Man mußs dabeigewesen sein.?

Lucha Libre ist eine Riesensache in Mexiko und wird zunehmend auch in den Vereinigten Staaten beliebt durch Live Shows wie Lucha VaVoom, die durchs Land tourt und regelmäßig in Las Vegas Halt macht. Zwar sind einige Luchadores bis zur Perfektion trainiert und sehen aus wie gemeißelte Statuen, doch Reiz und Magie stammen vor allem aus der Vorstellung des Luchador-Jedermanns. Indem er seine wahre Identität hinter einer Maske verbirgt, steht der Luchador für die breite Masse und schickt die Symbole des Bösen, der Korruption und der Macht auf die Matte.

Es gibt keine größere Schmach für einen Luchador, als im Ring demaskiert zu werden. Ein Kämpfer gibt alles, um seine Maske und damit auch seine wahre Identität zu schützen. ?Ein Luchador nimmt wirklich niemals seine Maske ab. Niemand sieht ihre Gesichter. Ich weiß nicht mal, ob ihre Frauen sie kennen?, lacht de la Reguera. ?Wenn sie dir deine Maske abnehmen, verlierst du. Du verlierst alles.?

Julia Pistor sagt, dass die Kombination aus Jack Black, Jared Hess und der einzigartigen Lucha Libre-Welt den Film unwiderstehlich macht. ?Das Tolle an ?Nacho Libre? ist, dass er in keine Kategorie passt?, so Pistor. ?Er ist witzig, bizarr, farbenfroh, wunderschön und aufregend.?

?Wir wollten immer eine Welt erschaffen, die keiner zuvor gesehen hat, und sie mit originärer Komik ausstatten?, sagt White. ?Unser Ziel war eine Komödie für ein breites Publikum, aber vorgetragen von einzigartigen Filmemachern.?

Über die Nebendarsteller Mit Black in der Hauptrolle war es Hess wichtig, ihn mit mexikanischen und lateinamerikanischen Darstellern zu umgeben. Hess und sein Team veranstalteten große, offene Castings im mexikanischen Oaxaca, um die Nebendarsteller und hunderte von Statisten für den Film zu finden. ?Wir hatten in Mexiko Zugang zu einigen phantastischen Talenten?, sagt Hess. ?Die Dreharbeiten in Mexiko sorgten für einen enormen Mehrwert der Produktion, den wir nirgendwo sonst bekommen hätten.?

Angeführt wird die Riege der Nebendarsteller von Ana de la Reguera, einer berühmten Telenovela-Schauspielerin in Mexiko, als süße, zugeknöpfte Novizin Schwester Encarnación, von Héctor Jiménez als Nachos spindeldürrem Wrestlingpartner Esqueleto, sowie von Richard Montoya als Guillermo, Nachos Rivalen im Kampf um die Annerkennung und das Herz von Schwester Encarnación.

Auf den Gedanken, ein Luchador zu werden, kommt Nacho vor allem durch seinen Wunsch, Schwester Encarnación zu beeindrucken. ?Nacho ist völlig betört von Schwester Encarnación, aber alles, was zwischen ihnen passiert, ist sehr unschuldig und süß?, so Regisseur Hess. ?Nachos Eltern waren Missionare, die sich ineinander verliebten und heirateten während sie versuchten, sich gegenseitig zu bekehren. Ich denke, dass Nacho irgendwo im Hinterkopf den naiven Gedanken har, etwas Ähnliches könnte auch zwischen ihm und Schwester Encarnación passieren. Er mag sie einfach unheimlich und möchte ihre Anerkennung.?

?Ana ist engelsgleich und wunderschön, genau die Qualität, die wir für Encarnación brauchten, aber sie ist auch sehr witzig?, sagt Pistor. ?Das alles findet man nicht oft in einer Schauspielerin. Sie und Jack haben ein tolles Timing.?

?Sie ist sehr unschuldig?, sagt de la Reguera über ihren Part. ?Sie sorgt sich um die Waisen und versucht das Beste aus der Situation zu machen, auch wenn sie arm sind und nur wenig zur Verfügung haben. Nacho gibt sich alle Mühe, sie zu beeindrucken, er versucht die ganze Zeit zu helfen, scheint aber immer in irgendwelche Schlamassel zu geraten.?

De la Reguera wuchs in ihrer Heimatstadt Veracruz auf und begann schon als junges Mädchen aufzutreten. Schon in der ersten Klasse nahm sie Ballett und Jazztanz-Unterricht und wollte Tänzerin werden. Dann begann sie ihre Schauspielausbildung am Instituto Veracruzano de Cultura, wo sie bald darauf für die beliebte Telenovela ?Azul? entdeckt wurde. Sie gilt als eine der besten jungen Schauspielerinnen in Mexiko.

De la Reguera sagt, dass sie in ihrer Rolle ernst bleiben mußste, was ziemlich schwierig ist, wenn Black mit einem in der Szene ist. ?Er bringt mich vor laufender Kamera noch mehr zum Lachen als zwischen den Einstellungen?, sagt sie. ?Ich mußs sehr leise und ruhig sein, und es ist sehr schwierig für mich, wenn er die ganze Zeit Grimassen schneidet und seltsame Sachen anstellt. Ich mußs auf ihn reagieren, aber es fällt mir schwer, nicht zu lachen. Also verkneife ich es mir, bleibe ernst und wenn die Szene zu Ende ist, lasse ich es raus und höre nicht mehr auf zu lachen.?

?Ana ist ein perfekter ?Straight Man? für Jack, aber im wahren Leben hat sie einen wundervollen Sinn für Humor?, sagt White. ?Am Set hat sie allen Streiche gespielt und hatte ständig Unfug im Sinn.?

Die Rolle von Nachos Wrestling-Partner Esqueleto spielt Héctor Jiménez, den die Filmemacher bei einem offenen Casting in Oaxaca entdeckten. Obwohl Hess sofort wusste, dass Jiménez eine Rolle im Film haben mußs, war es da noch nicht klar, dass sie ihren Esqueleto gefunden hatten. ?Héctor war derart überzeugend bei seinem ersten Vorsprechen, dass ich ihn mir gleich in einer ganzen Reihe von Rollen vorstellen konnte?, so Jared Hess. ?Schließlich hatten wir aber das Gefühl, er wäre großartig als Nachos Teampartner.?

?Ich hätte nie gedacht, dass ich die Rolle bekomme, also war ich ziemlich überrascht?, sagt Jiménez.

?Wir haben Héctor an unserem ersten Tag in Mexiko bei unserer ersten Castingsession getroffen?, sagt White. ?Ich bin wirklich froh, dass wir uns für ihn entschieden haben ? er ist unglaublich witzig und hat so viel in den Film eingebracht.?

Jiménez passte für die Rolle des spindeldürren Straßenkämpfers Esqueleto. Tatsächlich war Esqueletos Gewicht sogar bei ungefähr 75 Kilogramm angesetzt und Jiménez hielt sein Gewicht bei 65 Kilo. Insofern bestand die beschwerlich körperliche Vorbereitung des Schauspielers darin, nichts zu tun. ?Sie haben mir gesagt, ich solle nicht mehr trainieren als während der Proben, weil sie nicht wollten, dass meine Muskeln mehr Definition bekommen?, erinnert sich Jiménez. ?Ich dachte erst, sie wollen sich über mich lustig machen, aber sie meinten das ernst.?

Obdachlos auf den Straßen von Oaxaca trifft der immerhungrige Esqueleto in einer Gasse hinter einem Restaurant auf Nacho, der dort eine Tüte Chips für seine Waisen aufsammelt. Ein Kampf zwischen den beiden beginnt. Esqueleto gewinnt, nimmt sich die Chips und flüchtet.

?Esqueleto macht mich fertig und mir fällt auf, dass er ein guter Wrestler ist. Wir werden Partner und glauben, dass wir ein erfolgreiches Wrestling-Duo werden können?, sagt Black und fährt fort: ?Héctor hat eine unglaubliche komische Kraft. Wir hatten echtes Glück. Wir haben so viele Leute vorsprechen lassen und er kam einfach nur herein und hat uns umgehauen. Er ist derartig witzig und hat ein unglaublich ausdrucksvolles Gesicht. Das Ganze hatte etwas von Laurel und Hardy ? Ich bin Macho Nacho und er ist Esqueleto, das Skelett.?

Vom ersten Tag an, an dem das dynamische Duo Nacho und Esqueleto am Set erschien, war klar, dass sie perfekt zusammenpassen. ?An dem Tag, an dem sie ihren Kameratest hatten und das erste mal in voller Wrestling-Montur auftauchten, fingen einfach alle am Set an, lauthals zu lachen?, sagt Jared Hess. ?Sie waren einfach ein ziemlich seltsames Pärchen in ihren hautengen und wenig verhüllenden Kostümen.?

Dreharbeiten in Mexiko Einer der Grundsteine für die Entwicklung des Filmes waren die Dreharbeiten in Mexiko mit einer mexikanischen Crew und einer hauptsächlich mexikanischen Besetzung in den weiteren Rollen. ?Bei unserem ersten Treffen mit Jared waren wir uns einig, dass wir die Luchadores nicht nach Amerika umsiedeln wollten,? sagt Pistor. ?Wir verständigten uns darauf, in Mexiko zu drehen. Es gibt dort eine unglaublich talentierte Filmgemeinschaft. Wir waren begeistert darüber, was uns dort alles möglich gemacht wurde.?

?Weil wir den Film komplett in Mexiko drehen konnten, ist er sehr realistisch?, sagt Jerusha Hess. ?Man sieht echte Leute, die man so nie in Hollywood hätte finden können. Jeder der Darsteller und Crew war begeistert vom Film, weil er eben ihre Kultur in die Welt trägt.?

Ein entscheidender Vorteil war, dass Regisseur Jared Hess perfekt spanisch spricht und so mit den Schauspielern und der Crew kommunizieren konnte. ?Vom ersten Tag an sprach Jared in perfektem Spanisch?, so de la Reguera. ?Er kennt die Sprache, hat in Venezuela gelebt und Monate in Mexiko verbracht. Er weiß genau, wie wir leben. Er kennt die Unterschiede zwischen Venezolaner, Kolumbianern, Argentiniern und Mexikanern. Er war unheimlich respektvoll. Das war sehr wichtig.?

Die Dreharbeiten fanden vor allem im Landkreis Oaxaca im Süden Mexikos statt. Tausende Jahre sorgten Oaxacas ausgiebige Bergketten (einige Gipfel 3000 Meter über dem Meeresspiegel), tropische Regenwälder, Wüstenareale und Küstengebiete für eine geographische Isolation, so dass hier eine sehr eigene Kultur entstand.

?Es hilft auf jeden Fall, in eine Kultur einzutauchen, die man in einem Film darstellt?, sagt Black. ?Oaxaca ist grandios. Es gibt altertümliche Pyramiden, eine unglaubliche Architektur und eine faszinierende Atmosphäre, die die ganze Erfahrung noch eindrucksvoller machte. Ich glaube, es gab noch keine Komödie mit so vielen wunderschönen Settings im Hintergrund, wie wir sie haben.?

?Jared wählte Oaxaca aus dem Bauch heraus?, so White. ?Es stellt Mexikos Berge und Mexikos Kultur wie keine andere Region aus ? es war ein magischer Platz. Wir hatten eine märchenhafte Zeit bei den Dreharbeiten.? ?Oaxaca ist eine von Mexikos schönsten und ursprünglichsten Regionen?, erklärt de la Reguera. ?Die Einheimischen von Oaxaca sind sehr intelligent und stark. Wir sind in Mexiko sehr stolz auf Oaxaca und die kunsthandwerklichen Traditionen, die dort bewahrt werden.?

Die charakteristischen Traditionen und Sprachen (ungefähr fünfzehn indigene Sprachen werden immer noch gesprochen, darunter Zapotekisch, Mixtekisch, Mazatekisch, etc.) der Region haben eine reiche, komplexe kulturelle Vielfalt wie man sie in einer keiner anderen Gegend Mexikos oder Lateinamerikas mehr findet.

Diese koexistierenden Zivilisationen, davon einige mit Jahrtausende alter Geschichte, haben Generationen von Kunsthandwerkern hervorgebracht, darunter ganze Dörfer, die sich der Herstellung bestimmter Güter oder Handarbeiten widmen. Oaxaca ist berühmt für seine Weltklasse-Küche, Schokolade, Chilis und Saucen, schwarzen Ton, Keramik, Schnitzereien, Metallarbeiten, Textilien, Korbflechtereien und Steinmetzarbeiten.

?Bei der Auswahl des Drehortes haben wir nach dem richtigen Gleichgwicht zwischen den zwei Welten von Kloster und Lucha Libre?, sagt der Regisseur. ?Oaxaca war genau das, wonach wir gesucht haben.?

Hess und sein Team fanden ihr Kloster in Etla, einer altertümlichen Stadt in einem Tal, 40 Minuten entfernt vom Stadtzentrum von Oaxaca. Das verlassene, ehemalige Kloster Etla hatte die nötigen Räumlichkeiten, um abwechselnd als Kloster und Waisenhaus zu dienen. Über die Felder von Etla, auf einem Hügel nahe dem Exkonvent liegt Santuario del Senor de Las Penitas, wo eine alte Kirche für die Außenaufnahmen des Klosters diente. Produktionsdesigner Gideon Ponte und seine Crew rekonstruierte den vorhandenen Glockenturm und erweiterte das Gebäude mit einer mehrgeschossigen falschen Steinfassade, um das Anwesen zu erschaffen, in dem Nacho und die Waisen leben.

Livin' la Lucha Libre Die Dreharbeiten in Mexiko ermöglichten den Filmemachern, mitten in den immensen Enthusiasmus und in die Liebe zum Sport Lucha Libre einzutauchen. ?Lucha Libre ist so beliebt, weil es wie ein Besuch beim Psychiater ist?, sagt de la Reguera. ?Man geht dort hin, lacht und schreit und flucht. Menschen lassen ihren Zorn an dem Luchadores aus, lassen ihn im Ring und im Stadium. Es ist sehr gut für die Mexikaner, dass wir diese Tradition haben.?

?Die Menschen lieben es. Es ist wie eine Kommunion?, fügt der mexikanische Schauspieler Héctor Jiménez hinzu. ?Die Menge geht völlig darin auf, schreit, benimmt sich wie verrückt und fiebert mit den Ringern. Kinder, alte Damen, Männer, alle.?

Hess und sein Team veranstalteten eine großes Casting, um die Hunderte von Statisten zu finden, die man für den Film brauchte. ?Als wir in Mexiko zum Vorsprechen einluden, sprach es sich schnell herum, dass wir einen Lucha Film machen. Aus dem Nirgendwo tauchten auf einmal zwanzig Luchadores beim Casting auf?, sagt er.

?Jede Art von Wrestlers erschien zum Vorsprechen. Es war eine surreale Erfahrung, diese Leute zu sehen, die ich aus klassischen Lucha-Filmen kannte, und sie wollten ein Teil von dem sein, was wir machten.? Schließlich hatte Hess eine Kerngruppe von Luchas und professionellen Ringer zwischen 22 und 65 aus Mexiko City, Oaxaca und den Staaten.

Luchadores gibt es in allen Größen und Formen, ob männlich oder weiblich. Das Spektrum der Luchadores ist endlos, von turmgroß bis winzigklein, von fettleibig bis muskelbepackt. Es gibt eine lange Tradition von weiblichen Luchadores sowie von Zwergen-Luchadores, die man ?Minis? nennt und die als mächtige Rammböcke gegen ihre Gegner antreten.

?Wenn man Lucha-Kämpfe besucht, kann unglaubliche Athletik erleben genauso wie irgendeneinen völlig tollpatschigen Typen, der in einem abgefahrenen Kostüm herumhängt?, so Black. ?Bei einem Match habe ich diesen riesigen Typen gesehen, der eigentlich nichts konnte, aber trotzdem sehr unterhaltsam war. Das hat mich beruhigt. Ich bin vielleicht nicht der Typ, der 250 Kilo stemmen kann, aber ich kann wie dieser Typ im Kostüm sein.? Unter den echten Luchadores in ?Nacho Libre? sind Agustin Rey Vasquez Lopez und Ricardo Javier Castilla Peña (alle aus Oaxacan), die die Galindo Brüder spielen. Mit jetzt 65 Jahren steht Vasquez mit seinen langen, schwarzen Haaren seit nunmehr fast vier Dekaden im Ring.

Andere Wrestler, die Auftritte im Film haben, stammen aus Mexiko-Stadt: Abelardo Hernandez (echter Lucha-Name: ?El Pandita?) spielt Muñeco, Carlos Acosta Barroso (echter Lucha-Name: ?El Mimo?) spielt El Pony, und Ignacio González Camarena (echter Lucha-Name: ?Iñaqui Goci?) spielt El Semental. Das Zwergenduo ?Satan?s Helpers? sind ebenfalls professionelle Luchadores aus Mexiko-Stadt: Filliberto Estrella Calderon und Gerson Virgen López.

Ramses, der berühmteste und berüchtigste Luchador Mexikos, wird vom Profi-Luchador Cesar Gonzalez (echter Lucha-Name: ?Bronco?) gespielt. Ein Casting wurde in der der Wrestling-Arena in Mexiko-Stadt veranstaltet, in der Gonzalez seine Büros hat. Irgendwann im Laufe des Tages ging Gonzalez zu seinem Auto und wurde von einem Castingassistenten bis auf den Parkplatz verfolgt und gedrängt, ebenfalls vorzusprechen.

?Ramses ist die Nummer Eins, der Champion, der Reichste, der Beste im Profi-Wrestling?, beschreibt Gonzalez seinen Part. ?Jeder kennt Ramses, schließlich ist er der Ziehsohn Senor Ramon, dem mächtigsten Mann im Wrestling.?

Gonzalez ist seit 20 Jahren professioneller Wrestler und für ihn bedeutet die Rolle, der Familientradition zu folgen. ?Mein wahres Idol ist mein Vater?, so Gonzalez. ?Mein Vater war ein professioneller Wrestler. Mein Bruder ist ebenfalls Profi-Wrestler. Der Luchador-Name meines Vaters war Dr. Wagner und mein Bruder ist Dr. Wagner, Jr. Ich fühle mich so wohl in diesem Geschäft, weil ich es einfach im Blut habe. Es ist niemals Arbeit für mich.?

Im Sommer 2005 begann Black mit dem Training für seine Rolle. ?Ich hatte vorher noch nie in einem Sportfilm mitgespielt, also weiß ich nicht wie das Training anderer Leute aussieht, aber ich hatte das Gefühl mitten im Ausbildungslager für Schauspieler angelangt zu sein?, sagt er.

?Jack trainierte wie ein Wilder?, sagt White. ?Am Ende der Dreharbeiten war er in wirklich guter Verfassung. Er war schon fast ein muskelbepackter Luchador.?

?Ich mag die Abwechslung und dann und wann gehe ich auch athletisch mal aus mir heraus?, sagt Black. ?Ich würde mich nicht als Sportler bezeichnen, aber wenn ich mit meiner Band auftrete, mache ich immer meine Freistil-Turneinlagen. Bei der Vorbereitung auf den Film wurde mir klar, dass ich durch die Gegend fliegen würde, dass ich durch die Luft springen würde, dass ich Karateschläge einstecken mußs und was sonst noch so vorstellbar ist... Also habe ich mich rangehalten.?

Im Sommer nahm Black in Los Angeles Stunden bei einem Lucha-Lehrer und trainierte die grundlegenden Techniken und die Regeln des Rings. Er kam ein paar Wochen vor den Dreharbeiten im Oktober in Oaxaca an, um mit dem Second Unit-Regisseur, Stunt Coordinator und Kampfchoreographen Nick Powell zu trainieren und zu arbeiten. Der erfahrene Stunt- und Kampfchoreograph entwarf schon einige der aufregendsten Filmkämpfe, darunter Kampfszenen in ?Gladiator?, ?Braveheart?, ?Last Samurai?, ?Die Bourne Identität? und ?Das Comeback?.

?Nick hat einen tollen Job gemacht und jeden Kampf im Film ausgearbeitet?, so Jared Hess. ?Er arbeitete sehr eng mit Jack zusammen, um sicher zu stellen, dass alles sicher ist und Jack alles beherrscht, was er spielen soll.?

?Nick ist einfach in die Welt der Luchadores eingetaucht?, sagt Pistor. ?Er wollte, dass es authentisch wirkt und studierte den Sport eingehend. Außerdem versammelte er eine Gruppe von Luchadores und Stuntmen um sich, um die Kämpfe zu entwerfen. Wenn man sich die Ringkämpfe im Film anschaut, sieht man, dass sie dem Sport gerecht werden und trotzdem eben den besonderen Nick Powell-Dreh haben.?

Black sagt, er habe den Prozess der Kampfchoreographie genossen. ?Ich habe mich von vielen ?Moves? und Angriffen inspirieren lassen, die ich in Santo-Filmen gesehen hatte?, sagt er. ?Meistens hatte Jared diese völlig abgefahrenen Bewegungen im Sinn, die er aus den Filmen kannte, und Nick, unser Stunt Coordinator, wurde ebenfalls ziemlich kreativ. Es gibt ein paar ?Moves? in diesem Film, die man nie zuvor in einem Lucha-Ring gesehen hat.?

Das die typischen Angriffe unter anderem den Ruf eines Luchadors ausmachen, ließen sich Hess, Black, und Powell eine Vielzahl von ?Moves? einfallen. Grundlegende Wrestling-Manöver wie ?Lockup?, ?Headlock? und ?Body Slam? wurden mit exotischen Varianten wie dem ?Camel Crunch? und dem ?Puento Olympico? kombiniert. ?Luchadores haben verschiedene ?Moves? und Angriffsarten, für die sie berühmt sind?, erklärt de la Reguera. ?Sie haben Namen wie ?La Tuerca? oder ?El Tornillo.? Es ist fast wie eine Tanzaufführung oder eine Zirkusvorstellung. Sie bewegen sich unheimlich akrobatisch.?

?Ich habe mir ein paar eigene ?Moves? ausgedacht?, sagt Black. ?Einen nennen wir den ?Anaconda Squeeze?. Das ist meiner. Außerdem den ?Wind of a Lion?, bei dem ich auf dem Gesicht meines Gegners sitze. Der ist tödlich.?

Kein Luchador ist komplett ohne seine Maske und sein Kostüm, und so legten die Filmemacher und die Kostümdesignerin Graciela Mazon größten Wert darauf, den authentischen und schreiend übertriebenen Lucha-Look zu treffen. ?Wir haben mit allen Kostümen im Film versucht, den wahren Charakter dieser Welt zu treffen?, sagt Jared Hess. ?Wir hatten eine Menge Spaß dabei, all die verschiedenen Kostüme für die einzelnen Charaktere zu entwerfen. Diese Kostüme sind haarsträubend und cool, weil es eine haarsträubende Welt ist.?

?Die Kostüme sind grell und kitschig?, erklärt de la Reguera. ?Es ist eine große Show, eine Tradition. Wahrscheinlich werden die Leute denken, die Kostüme im Film wären völlig übertrieben, aber das sind sie nicht.?

Für Black riefen seine Lucha-Tights Jugenderinnerungen wach: ?Ich denke, ich habe Strumpfhosen in einer Highschoolaufführung getragen, in ?Pippin?. Nicht allzu machomäßig. Ich habe Strumpfhosen und kleine winzige Tanzschühchen getragen: Capezios. Für ?Nacho Libre? gehörten die Tights natürlich dazu ? wenn du ein Lucha-Ringer sein willst, mußst du in Tights schlüpfen.?

Außerdem stellte sich Black einer weiteren Herausforderung, um das maskuline Luchador-Image einzufangen. ?Mir ist bei allen Lucha Libre-Fotos aufgefallen, dass bei keinem der Luchadores Körperbehaarung zu sehen ist. Also habe ich mich mit Wachs enthaaren lassen?, sagt er. ?Ich habe meine Haare ausreißen lassen und dann wieder nachwachsen lassen, doch dann wurde mir gesagt, man könne es nicht mehr mit Wachs entfernen, weil die Haare dafür länger sein müssen. Also fing ich an, mich zu rasieren. Es war jeden Tag ein Kampf.?

Sein Schauspielpartner Jiménez gibt zu, dass es doch eine gewisse Eingewöhnung brauchte, mit nichts anderem als babyblauen Höschen und rotten Stiefeln herumzulaufen. ?Ich habe mich anfangs wie ein Würstchen gefühlt?, sagt er über seinen hautengen Dress. ?Aber am Ende der Dreharbeiten hatte ich mich richtig in mein Kostüm verliebt.?

Entscheidender Teil jedes Luchador-Kostüms ist die Maske. ?Wenn ich die Maske aufsetze, werde ich zu einem anderen Mann. Es war ein bisschen so, als würde ich mich in einen Superhelden verwandeln?, sagt Black.

Über den Regisseur In seinem Debüt als Autor und Regisseur der Erfolgskomödie ?Napoleon Dynamite? bewies Jared Hess einen frischen, unbefangenen Komödienstil, der von Publikum und Kritik gleichermaßen begeistert aufgenommen wurde. Sein Film wurde für drei Independent Spirit Awards nominiert, spielte in Amerika über 40 Millionen Dollar ein und wurde von einer bekennenden Fangemeinschaft gefeiert.

Liebevoll bevölkerte Hess ?Napoleon Dynamite? mit Charakteren aus seiner Jugend, mit Wesen, die scheinbar die soziale Ordnung umkehren, vom Banalen zum Exzentrischen, vom Ungelenken zum Coolen. Jared und Jerusha Hess schrieben ?Napoleon Dynamite? gemeinsam und entwarfen Charaktere und Story aus ihren Jugenderinnerungen und ihrer Zeit in einer kleinen, ländlichen Stadt. Der Film, gedreht für gerade mal 100.000 Dollar wurde zu einem der profitabelsten Filme des Jahres und wirbelte den jungen Regisseur aus einer Kleinstadt in Utah ins Rampenlicht Hollywoods.

Seit ?Napoleon Dynamite? haben sich Jared und Jerusha Hess mit der Frage beschäftigt, wie sie diese schwer definierbare Komik auch in ihrem zweiten Film erhalten oder wieder erschaffen könnten. ?Unser erster Film war so frisch, seltsam und schrullig, dass wir uns natürlich fragten, wie wir das übertreffen können. Nun, wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass das nicht geht. Aber als ?Nacho Libre? sich immer deutlicher abzeichnete, dachten wir, dass er sich wie ein Jared Hess-Film anfühlt. Er hat nichts mit ?Napoleon? zu tun, aber auch die ?Napoleon?-Fans werden ihn lieben.?

?Ich habe ein frühes Screening von ?Napoleon? sehen können und wurde zum echten Fan?, sagt White. ?Es ist einfach extrem selten, eine Komödie eines jungen Regisseurs mit einer völlig ausgearbeiteten komischen Vision zu sehen. Als wir uns für das Drehbuch zusammensetzten, stellte sich heraus, dass wir einen ähnlichen Komik-Geschmack haben und dass sich unsere Stärken hervorragend ergänzten. Jareds kommt eher aus der sehr komikbetonten und visuellen Ecke und ich konzentriere mich stärker auf Struktur und Story.?

?Die Arbeit an ?Nacho Libre? war eine unglaubliche, einzigartige, kreative und seltsame Erfahrung?, so Black. ?Es war, als hätte ich für ein paar Monate in Jareds Kopf gelebt. Es war ein echter Spaß.? Wenn man ihn allerdings drängt, zu beschreiben, wie es in Hess? Kopf aussieht, gibt Black zu: ?Ich kann nicht mal beschreiben, wie sein Stil aussieht, aber ich erkenne ihn, wenn ich mitten drin bin.?

Ana de la Reguera sagt: ?Abgesehen davon, dass er sehr witzig ist, wüsste ich nicht, wie ich Jareds Stil beschreiben sollte. Jared kennt die mexikanische Kultur sehr gut und das ist hervorragend. ?Nacho Libre? ist der erste große Lucha Libre-Film seit den 70er Jahren. Es ist toll, dass wir wieder einen Lucha-Film haben.?

Héctor Jiménez sagt, dass ?Napoleon Dynamite? eine wunderbare Fibel für den Irrsinn bei ?Nacho Libre? war. ?Als ich ?Napoleon? gesehen hatte, verstand ich etwas mehr davon, wie Jareds Verstand arbeitet?, so Jiménez. ?Ich mag seine Charaktere. Es sind keine Helden, wie man sie gewohnt ist. Man kann sich diese Leute vorstellen, man kennt diese Leute. Es ist gleichzeitig realistisch und unglaublich komisch.?

Laut dem ausführenden ?Nacho Libre?-Produzenten Steve Nicolaides ist es Hess? Liebe für Humor und Menschen, die seinen besonderen komischen Stil ausmacht. ?Er ist ein schräger Kerl und er findet das Schräge im Leben urkomisch und aussagekräftig zugleich. Er liebt die Menschen und findet in allem Herz und Witz. Jared ist einzigartig als Filmemacher und Persönlichkeit, ein amerikanisches Original.?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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