7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug

Ausführlicher Inhalt

Es war einmal? Es war zweimal! Wen wundert es noch, dass das neue Abenteuer mit Hänsel und Gretel beginnt? Die beiden von den Eltern im finsteren Unterwaldt ausgesetzten Kinder begegnen einem potentiellen Menschenfresser, werden aber vom unerschrockenen Bubi (OTTO WAALKES) eher unfreiwillig gerettet. Bubi belauscht den feuerspringenden Waldgeist und erfährt dabei auch seinen Namen: Rumpelstilzchen!

Rumpelstilzchen erscheint im Schloss, um sein nächstes Opfer zu begutachten: Es will sich nämlich Schneewittchens (COSMA SHIVA HAGEN) einzigen Sohn holen. Schneewittchen ist allein erziehende Mutter, seit der Hofnarr und Kindsvater (ATZE SCHRÖDER) sie verlassen hat und wohl auch 1001 Nacht braucht, um zurückzukehren. Verlassen kann sich die neue Königin also nur auf ihren Haushofmeister Spliss (HANS WERNER OLM) ? wobei sie von ihm äußerst schlecht vertreten wird, denn Spliss ist es, der den kleinen Thronfolger an Rumpelstilzchen verschachert hat ? für blonde Locken, die sich der vor der Zeit ergraute Ex-Frisör sehnlichst wünscht.

Rumpelstilzchen stellt bereits das Menü zusammen, in dessen Rahmen es den kleinen Prinzen verspeisen will ? Schneewittchens Flehen hilft gar nichts. Ihre letzte Chance: Wenn sie den Namen des Unholds innerhalb von zwei Tagen herausfindet, darf sie ihr Kind behalten.

In höchster Not eilt Schneewittchen in den Unterwaldt zum Zwergenhaus, das sie fast verwaist vorfindet: Nur Bubi wohnt noch dort ? die anderen sind in alle Winde zerstreut. Warum?

Bubi berichtet Schneewittchen, wie es dazu kam. Es war an dem Tag, als den Zwergen auffiel, dass Cookie (GUSTAV PETER WÖHLER) sich äußerlich irgendwie verändert hatte. Man einigte sich darauf, dass es wohl an der Brille liegt, die Cookie ab sofort ständig trägt ? weil er vor kurzem beim Lesen des Kochbuchs ?Ziegenmilch? mit ?Fliegenpilz? verwechselt hat.

Aber das war noch kein Grund, auf Cookies Vollwertkost zu verzichten und den Unterwaldt zu verlassen. dass die autognomen 7 ihre WG aufkündigen, ist Schuld des bösen Rumpelstilzchens ? ihm war die fröhliche Wichtelgruppe seit langem ein Dorn im Auge. Flugs nahm es die verführerische Gestalt Schneewittchens an und gestand den Zwergen, wie sehr sie sich nach einem neuen Partner sehnt: Auch Zwerge würden in ihre engere Wahl kommen ? wenn sie sich zuvor draußen in der weiten Welt bewährt hätten. Bis auf Bubi, der auch Winks mit dem Zaunpfahl gern übersieht, schwärmen die Zwerge aus, um der neuen Königin zu beweisen, dass sie auch als Einzelzwerge groß herauskommen können. Denn sie alle träumen von einem Leben an ihrer Seite im Schloss.

Wohl oder übel mußs das echte Schneewittchen nun den einfältigen Bubi losschicken, um die Zwerge zusammenzutrommeln, damit sie das Geheimnis des bösen Unbekannten rechtzeitig lüften und den kleine Prinzen retten. In ihrer Hektik hört die Königin Bubi gar nicht zu ? er möchte ihr den brisanten Namen gern sagen, denn er kennt ihn ja längst. Stattdessen mußs er loshetzen, weil es doch um Leben und Tod geht. Und auf jede Sekunde ankommt. Zum Abschied gibt Schneewittchen dem armen Bubi ein Küsschen mit auf den Weg, und siehe da: Jetzt signalisiert Bubis Zipfel Aktionsbereitschaft!

Die böse Ex-Königin (NINA HAGEN) ist vom Hof verbannt und fristet nun im Knusperhäuschen ihr Hexendasein ? aushalten kann sie ihre Deklassierung nur mit ihrer täglichen Dosis ?Vergiss-mein-schnell?-Tropfen. Rumpelstilzchen schärft ihr ein, dass sie seinen Namen auf keinen Fall ausplaudern darf. Weil sie so vergesslich ist, schreibt der pedantische Kinderfreund ihr sein Geheimnis auf ein Stück Papier, das im Hexenhaus hinterlegt wird.

Bubi trifft unterwegs einen Waldbewohner, der aus anderem Holz geschnitzt ist: Pinocchio erzählt Bubi von seiner Wurzelbehandlung, derentwegen ihm der Holz-Nasen-Ohren-Arzt strenge Brettruhe verordnet hat. Ob eine Kur in Bad Sägewerk helfen würde, wo sich auch die gesuchten Kameraden aufhalten sollen? dass Bubi dem verschmitzten Geschnitzten nicht alles glauben sollte, merkt er nicht mal, als Pinocchios Nase immer länger wird.

Im ?Gasthaus zu den drei Zipfeln? versuchen sich die drei Zwerge Cookie, Sunny (RALF SCHMITZ) und Cloudy (BORIS ALJINOVIC) als Gastro-Gnome. Gerade trifft der Hofjäger (CHRISTIAN TRAMITZ) ein, der inzwischen zum Oberhofjäger befördert worden ist. Er möchte sich mit Gänsebraten stärken. Bevor Cookie in der Küche Sunnys Bestellung ausführen kann, hat der griesgrämige Cloudy am Tresen genug Zeit, um dem Jäger in den unappetitlichsten Einzelheiten zu schildern, wie schwer doch eine fette Gans im Magen liegt. Der Jäger entscheidet sich daraufhin für eine leichtere Taube, und wieder rennt Sunny los. Cloudy philosophiert über die Tauben als ?Ratten der Lüfte?, die Abfall jeder Art in sich hineinstopfen und auch vor Pferdeäpfeln nicht halt machen. Da bestellt der Jäger doch lieber ein Stubenküken. Doch als Cloudy ihm ein lebendiges Küken aus eigener Aufzucht auf den Tisch setzt, will der Jäger sich mit einem Salat begnügen. Inzwischen hat Cookie von dieser Wankelmütigkeit die Nase voll (?Das ist ja wohl der Zipfel!?) und macht einfach Feierabend.

Da kommt Bubi gerade recht zur Geschäftsaufgabe und alarmiert seine drei Freunde. Sie brechen sofort auf, um Tschakko (MIRCO NONTSCHEW) zu mobilisieren, der sich mit eher magerem Erfolg als Rattenfänger versucht. Sein Rat: Da kann nur Zwergenkollege Speedy (MARTIN SCHNEIDER) helfen. Der ist inzwischen Feuerwehrmann, und als Hänsel und Gretel angerannt kommen, weil ihr Elternhaus in Flammen steht, lässt sich Speedy wie üblich sehr viel Zeit, darüber zu philosophieren, worauf es bei solchen Unfällen vor allem ankommt ? nämlich auf ?Tempo, Tempo, Tempo!?.

Die 6 gabeln auch noch den physiognomisch besonders beeindruckenden, bärenstarken Ralfie (NORBERT HEISTERKAMP) auf. Bubi hat wiederum keine Chance, sein Wissen anzubringen, stattdessen wollen die wiedervereinten 7 nun den Weißen Helge (HELGE SCHNEIDER) nach dem Namen des Bösen fragen. Der wohnt im Unterwaldt, ist aber nicht zu Hause. Sein Tagebuch gibt den Zwergen den Hinweis, dass er sich im ?Palast der Fische? aufhält. Da hilft nur das ?Spieglein an der Wand? (RÜDIGER HOFFMANN), das sie mit ?Ja, hallo erstmal!? wieder freundlich begrüßt, aber nicht so recht nachvollziehen kann, warum die Zwerge mit seiner Hilfe in eine andere Welt wechseln und dort den Weißen Helge konsultieren wollen. Der Spiegel ermöglicht ihnen jedoch diesen waghalsigen Dimensionensprung, und unversehens landen die Zwerge in der lärmerfüllten Gegenwart.

Tschakko erklärt sich selbst zum Anführer der Truppe, kann aber das rote und das grüne Männchen der Fußgängerampel nicht recht deuten. Da erweist sich ein Polizist als Freund und Helfer: Er demonstriert den Zwergen sehr anschaulich, dass man bei Rot auf keinen Fall über die Straße gehen sollte.

Sunny glaubt in einem Anglerladen den Palast der Fische gefunden zu haben, er hört der Fachsimpelei von Verkäufer und Kunde zu und übersetzt das Gespräch für die draußen vor dem Schaufenster wartenden Freunde in Gebärdensprache. Als er den Ausdruck ?einen Steinwurf entfernt? sehr konkret interpretiert, geht die Fensterscheibe zu Bruch.

Auf ihrem Weg werden die Zwerge von einem Würstchenverkäufer in Versuchung geführt ? in Wahrheit ist es allerdings das Rumpelstilzchen, das den Zwergen gefolgt ist und schon wieder eine andere Gestalt angenommen hat. Jetzt versucht der Schurke die Zwerge mit seinem Spezialsenf zu vergiften, doch sie ziehen Ketchup vor. Dabei bekleckern sie einen Passanten, der Schadenersatz fordert.

Weil die Zwerge finanziell dazu nicht in der Lage sind, müssen sie jetzt handeln und eine Bank aufsuchen. Mit den Würstchen in der Faust verlangen sie: ?Geld, und zwar, zack, zack!!? Innerhalb von Sekunden ist die Bank von der Polizei umstellt, die Zwerge landen im Knast. Bevor sie sich dort mit einem Häftling anlegen, der eine Gewichtsklasse über Ralfie rangiert, ergreifen sie lieber die Flucht durch die Gitterstäbe ins Freie.

Die 7 begegnen einem hilfsbereiten Reiseveranstalter, der sie mit einer Kanone zum Palast der Fische und ins Jenseits befördern will. Leider fängt Ralfie die Kanonenkugel auf und wirft sie dem freundlichen Helfer an den Kopf. Auf einem schnell montierten Siebensitzer radeln sie weiter.

Endlich treffen sie am Palast der Fische den Weißen Helge. Der hat zwar von Rumpelstilzchen gehört, kennt aber seinen Namen auch nicht. Er empfiehlt den Zwergen, im Hexenhaus nachzufragen. Wie aber sollen die Zwerge nun zurück in den Unterwaldt gelangen?

Im Bahnhof entdecken sie den hilfreichen Spiegel, der nicht verstehen will, warum die Zwerge auf würzige Abgase und tosenden Verkehrslärm plötzlich wieder verzichten wollen. Trotzdem springen die Zwerge durch ihn hindurch zurück in den Unterwaldt.

Angesichts der 7-fachen Übermacht will sich die Hexe im Knusperhäuschen unsichtbar machen und steigt hastig in den Kessel mit der Zauberbrühe. Vergesslich, wie sie ist, übersieht sie eine wichtige Zutat: die Kröte. Die Brühe lässt die Hexe also nicht verschwinden, sondern wird stattdessen hart wie Zement. Die eingegipste Hexe kann den Zwergen aber trotzdem nicht die gewünschte Auskunft geben, weil sie Rumpelstilzchens Namen natürlich längst vergessen hat. Da taucht plötzlich ein verlorener Sohn der Hexe auf : Er übergibt den Zwergen einen Umschlag mit dem Namen. Die Hexe wundert sich: ?So ein guter Junge aber... Seit wann habe ich eigentlich einen Sohn??

Die Sanduhr ist fast abgelaufen, als die Zwerge im Schloss eintreffen. Da erscheint auch schon Rumpelstilzchen und will das Kind der Königin abholen. Siegessicher öffnet Schneewittchen den Umschlag und liest den Namen des Bösen vor: ?Frau Holle?! Der Schreck ist groß ? die Zwerge sind ratlos, der Name ist falsch.

Rumpelstilzchen triumphiert. Wer kann den kleinen Prinzen jetzt noch retten? Falls jemand gut aufgepasst hat, weiß er: Es kann nur einen geben.

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: UIP © 1994 - 2010 Dirk Jasper