Children Of Men

Produktionsnotizen

Der oscar®nominierte Regisseur Alfonso Cuarón (?... mit deiner Mutter auch!?, ?Harry Potter und der Gefangene von Askaban?) entwirft mit seinem atemberaubenden Thriller ?Children of Men? eine faszinierende Zukunftsvision, die in der nahen Zukunft spielt und zugleich eine Warnung an die Welt von heute darstellt.


Erde, anno 2027. Die Hoffnung auf eine Zukunft ist zum schwindenden Rohstoff geworden. 18 Jahre sind vergangen, seit das letzte Baby geboren wurde. Mit jedem Jahr der unerklärlichen, globalen Kinderlosigkeit wächst die Verzweiflung. Während sich die meisten Menschen in ihr Schicksal fügen, in Gesetzlosigkeit und Nihilismus fliehen, kämpfen andere für einen vereinten Planeten und die Rechte der schwindenden Bevölkerung.

Dank seiner imperialistischen Militärpolitik ist es Großbritannien gelungen, als eine der wenigen Nation zu überleben. Zugleich strömt eine enorme Zahl von Einwanderern in das Land, die rigoros von der paramilitärischen Polizei in Lager gesteckt und deportiert werden.

Theo (Clive Owen) reagiert auf die kritische Situation mit Gleichgültigkeit. Der einstige Aktivist hat sich zu einem Bürokraten verwandelt, der alle Gedanken an die schmerzliche Vergangenheit und die sinnlose Zukunft verdrängt hat und sich aus allem heraushält. Aufzuleben beginnt Theo erst durch Besuche bei seinem alten Freund Jasper (Michael Caine). Auf dessen Versteck vor den Toren von London erinnern sich die beiden an glücklichere, gemeinsame Zeiten als Rebellen. Heute fühlen sie sich ausgegrenzt von einer Gesellschaft, die längst keine Antworten mehr zu bieten vermag.

Die Situation ändert sich schlagartig als Theo entführt und zu Julian (Julianne Moore) gebracht wird. Seine einstige Partnerin ist nun die Anführerin einer Widerstandsgruppe, die im Untergrund für die Rechte der Flüchtlinge kämpft. Julian bittet Theo, Transitpapiere für Kee (Clare-Hope Ashitey) zu besorgen, eine junge Frau, die außer Landes gebracht werden soll.

Aus Liebe zu Julian und wegen der Aussicht auf eine Prämie von 5.000 Pfund stimmt Theo zu. Mit einer Handvoll von Julians Leuten und Kee macht er sich auf den Weg an die Küste. Dort treffen sie auf die Mitglieder von Human Project, einer Gruppe der weltweit klügsten Köpfe, die eine neue Gesellschaft organisieren wollen. Als Theos Gruppe von Terroristen angegriffen wird, ist schnell klar, dass die geheimnisvolle Kee mehr als nur ein Flüchtling ist ? denn manche sind bereit, für sie zu sterben.

Tatsächlich ist Kee im achten Monat schwanger. Und steht damit für jenes Wunder, auf das die ganze Welt gewartet und gehofft hat.

Auf ihrer Flucht vor Anarchisten, die alles riskieren und vor Leuten, die das Kind für ihre politischen Zwecke nutzen wollen, werden Kee und Theo zu ungleichen Verteidigern einer kommenden Generation.

Universal Pictures präsentiert einen einzigartigen und eindrucksvollen Blick auf eine Welt der nahen Zukunft. Zum hochkarätigen Ensemble gehören die oscar®nominierten Schauspieler Clive Owen (Hautnah, Sin City) und Julianne Moore (The Hours - Von Ewigkeit zu Ewigkeit, Dem Himmel so fern) sowie der Oscar®-Preisträger Michael Caine (Batman Begins, Gottes Werk & Teufels Beitrag). Regie führte der visionäre, oscar®nominierte Filmemacher Alfonso Cuarón, der das Drehbuch gemeinsam mit Timothy J. Sexton (Live from Badhdad, Boycott), David Arata (Spy Game ? Der finale Countdown, Dreadnaught) sowie Mark Fergus (First Snow, Consequence) und Hawk Ostby (First Snow, Consequence) nach der Vorlage des weltweiten Bestsellers von P.D. James verfasste.

Zur Entstehung des Films Regisseur Alfonso Cuarón entdeckt in den unterschiedlichsten Geschichten seine Stoffe mit großem Kinopotenzial: ob knallhartes Gesellschaftsdrama, düsterer Krimi, ein Kinderklassiker, die moderne Version von Charles Dickens, ein einfühlsames Roadmovie oder ein magischer Blockbuster. All seine Filme zeigen die unverkennbare Handschrift eines Künstlers, der jedes Mittel des Mediums nutzt, um seine Geschichte auf die Leinwand zu bringen. Auf gewisse Weise erzählt jede dieser Geschichten immer auch ein wenig über Cuarón selbst.

Auch sein jüngstes Projekt, die Adaption von ?The Children of Men? der britischen Autorin P.D. James, behandelt ein Thema, das den in Mexiko geborenen Regisseur immer wieder beschäftigt: Hoffnung.

Dazu sagt er: ?Meine Filme spiegeln meine Sicht der Dinge, dazu gehört, dass ich ein hoffnungsvoller Mensch bin. Die Menschheit besitzt ein bemerkenswertes Talent zur Zerstörung. Zugleich sind wir aber auch fähig zur Solidarität und der gemeinsamen Lösung von Problemen. Letztlich geht es in ?Children of Men? weniger um die menschliche Destruktion als vielmehr darum, wie Ideologien das Urteilsvermögen und das Handeln der Menschen zu bestimmen.?

Cuarón kam erst relativ spät zu diesem Projekt. Entdeckt wurde der Roman von Produzentin Hilary Shor, die vor neun Jahren die Filmrechte mit ihrer neu gegründeten Firma Hit and Run Productions erwarb. ?Es war das erste Buch, dessen Rechte ich erworben habe?, erinnert sich Shor, ?die Realisation hat sehr lange gedauert. Aber es waren wunderbare neun Jahre, dieses Projekt auf die Leinwand zu bringen?.

Produzent Marc Abraham von Strike Entertainment war gleichfalls ein Fan des Romans, den ihm ein Kollege als Kinostoff vorgeschlagen hatte. Als er erfuhr, dass die Rechte bereits vergeben waren, setzte er sich mit Shor zusammen, um die Adaption gemeinsam zu realisieren. Immer wieder wurde an dem Projekt gearbeitet, der eigentliche Startschuss fiel jedoch erst, als der oscar®nominierte Regisseur Cuarón Interesse daran zeigte. ?Alfonso besitzt ein einzigartiges Talent als Filmemacher?, erläutert Abraham, ?seine Leidenschaft ist unübersehbar, seine Visionen sind inspirierend. Seine Mitwirkung an dem Projekt hat uns alle neu belebt.?

Cuarón bekam eine frühe Fassung des Drehbuchs, mit der er sich allerdings nur kurz beschäftigte. Erst später, während eines Urlaubs, kam er auf das Projekt zurück. ?Zunächst konnte ich mit dem Skript wenig anfangen, aber die Ausgangslage der Story verfolgte mich einige Wochen lang?, erzählt der Regisseur, ?ich erinnere mich, wie ich in Santa Barbara am Strand saß und plötzlich sah ich den ganzen Film vor meinen Augen.?

Im Unterschied zur gängigen, spezialeffektvollen Science-Fiction legte Alfonso großen Wert darauf, dass seine Visionen auf der heutigen Realität und ihren Problemen basieren. ?Für mich bot die Ausgangslage eine faszinierende Gelegenheit, über unsere aktuelle Gegenwart zu reden und dabei die Entschuldigung ?in naher Zukunft? zu benutzen?, erklärt der Regisseur, ?ich wollte keinen Film über die Zukunft machen. Ich wollte einen Film über die Gegenwart drehen und über jene Umstände, die unsere Zukunft beeinflussen. Dies ist keine Science-Fiction, sondern ein Verfolgungsfilm, der im Jahr 2027 spielt.?

Basierend auf seiner ?Strand-Version? entwickelte Cuarón mit seinem Ko-Autor Timothy J. Sexton das Konzept des Films. Dabei variierten sie die düstere Welt des Romans in eine Welt, in der es für die Menschen Grund zur Hoffnung gibt. Im gleichsam kreativen Windkanal entstand aus dem Buch ein stromlinienförmiges, verfilmbares Drehbuch.

Im Roman hatte die Autorin James ihre Geschichte 30 Jahre in die Zukunft verlegt, was den Lesern einen komfortableren Abstand zu der alarmierenden Vision eines möglichen Endes der Menschheit ermöglichte. Die Drehbuchautoren verkürzten die Zeit auf 22 Jahre, wodurch die ?was wäre wenn?-Frage weitaus aktueller wirkt. In ?Children of Men? sind zahlreiche Elemente unserer heutigen Gegenwart zu entdecken, das Jahr 2027 erscheint beklemmend nahe.

Cuarón kam Anfang 2001 zu dem Projekt, einer Zeit, als er nach einer Geschichte über das neue Jahrtausend suchte. Für ihn beschränken sich viele ?futuristische? Stoffe lediglich darauf, eine diktatorische Zukunftswelt zu präsentieren ? ihm und seinem Ko-Autoren Sexton schwebte hingegen eine andere Form der Tyrannei vor. ?Viele Zukunftsgeschichten bieten eine Art ?Big Brother?-Klima. Für mich ist das allerdings eine Sichtweise des 20sten Jahrhunderts. Künftige Diktaturen kommen in Verkleidung daher, die Tyrannei des 21sten Jahrhunderts heißt Demokratie ? darin lag für mich das interessante Konzept für ?Children of Men?.?

Sexton und Cuarón unterhielten sich im Vorfeld mit vielen Leuten darüber, wie sie sich die Zukunft vorstellen. Dabei kristallisierten sich vor allem zwei Ängste heraus: Zum einen die Vorhersage einer massiven globalen Migration samt politischer Umwälzungen (die Statistik zeigt, dass die Bevölkerungswanderungen in den letzten zehn Jahren größer waren als jemals zuvor). Zum zweiten fürchten viele Menschen die Folgen, die sich aus über 300 Jahren Kolonialisation ergeben. Fügt man zu diesem Szenario noch die Gefahr zunehmender Pandemien, das Anwachsen des internationalen Terrorismus sowie den globalen Klimawandel hinzu, bekommt man die Vision einer nahen Zukunft, wie sie ?Children of Men? zugrunde liegt.

Für Cuarón und Sexton liegen die Wurzeln ihrer Welt von morgen in der Wirklichkeit von heute. Verschiedene gravierende Dinge sind im Vorfeld bereits geschehen, als sie mit ihrer Geschichte am 16. November 2027 in London beginnen: Es ist im poetischen und buchstäblichen Sinn ?der Tag am Morgen danach?.

Ob die Vision der Zukunft in ?Children of Men? trostlos oder hoffnungsvoll ist? Der Autor und Regisseur sieht den Film als einen Spiegel, der die Vorstellungen des Publikums in die Story einbezieht. ?In unserer fiktiven Zeitachse zeigen wir zu Beginn unseres Films Geschehnisse, über die in 21 Jahren vielleicht auf diese Art im Fernsehen berichtet werden wird. Aber ich möchte den Zuschauern keine einfachen Antworten bieten. Ich möchte lieber Fragen aufwerfen, die das Publikum zum Nachdenken provozieren. Deswegen ist dieser Film ganz genau so hoffnungsvoll oder trostlos wie der Zuschauer, der ihn sich anschaut.?

Über die Besetzung Im Zentrum von ?Children of Men? stehen die Themen Einwanderung, Umwelt und Fruchtbarkeit. Weil sich alle drei so negativ beeinflussen, sind die Menschen in eine Endzeitstimmung geraten. Auch der einstmals hoffnungsvolle Aktivist Theo hat resigniert und sich mit einer Gesellschaft abgefunden, deren Überlebenschancen denkbar gering sind. Hoffnung ist zu einem Luxusgut geworden, das sich keiner leisten kann.

All das ändert sich, als Theos Ex-Partnerin Julian auftaucht und mit ihrer Bitte dafür sorgt, dass er aus seiner selbstgewählten Lethargie erwacht und wieder ein Ziel im Leben entdeckt ? dieses Ziel ist die Zukunft der Menschheit.

Produzent Marc Abraham sagt dazu: ?Ich mochte schon immer die widerwilligen Helden, die in den Filmen der 70er Jahre so populär waren und mich inspirierten. dass dieser ausgebrannte Theo die erste schwangere Frau seit zwanzig Jahren beschützen mußs, ist eine dramatische Ausgangslage. Diese Grundsituation hat Alfonso mit Themen erweitert, die gleichermaßen relevant und aktuell sind.?

Für Cuarón ist Theo jemand, ?der sich seinem Schicksal ergeben hat. Eine Figur, die ihre Ideale längst aufgegeben hat.? Um den Charakter von Theo zu entwickeln, lassen die Filmemacher ihren Anti-Helden in ausweglose Situationen geraten, durch die sein langjährig aufgebauter Panzer der Gleichgültigkeit zunehmend aufgelöst wird. Der Schutz der schwangeren Kee wird für Theo zu einer zweiten Chance, zum Auslöser, seine alte Leidenschaft neu zu entdecken.

Der britische Schauspieler Clive Owen war sofort von der Story, der Rolle und der Chance auf eine Zusammenarbeit mit Regisseur Cuarón begeistert. ?Die Arbeiten von Alfonso sind visuell absolut beeindruckend. Er ist einer der ganz wenigen Regisseure, der bei jeder Besprechung seines Teams anwesend ist, egal ob in der Kostüm-, der Make-up- oder der Requisitenabteilung. Er achtet in sämtlichen Bereichen ganz genau darauf, dass alles zu seiner Vision passt. Als Alfonso nach London kam und mir seine Vorstellungen erläuterte, hatte ich schnell das Gefühl, dass es sich bei seiner Story um einen starken, mutigen und ungewöhnlichen Ansatz handelte. Viele haben gedacht, es wäre eine ganz normale Science-Fiction-Story. Beim Lesen des Drehbuchs wurde mir jedoch schnell klar, dass es um weitaus mehr geht. Alfonso hat die Ausgangssituation des Romans übernommen ? und entwickelt sie zu einem ganz ungewöhnlichen Szenario.?

Bereits beim ersten Lesen des Drehbuchs war Owen klar, dass es sich hier um einen Helden der ungewöhnlichen Art handelt: Um einen fehlerhaften Menschen, der in eine außergewöhnliche Situation gerät. ?Alfonso ist der einzige Regisseur, den ich kenne, der seinen Helden in Flip-Flops steckt, um damit die Aufmerksamkeit von ihm abzulenken. Er möchte einen gewöhnlichen Typen in außergewöhnlichen Situationen zeigen. Und diesem zieht er dann auch noch ständig den Boden unter den Füßen weg.?

Cuarón sagt über die Rolle von Owen: ?Theo ist eine verwundete Seele. Sein ganzer Zynismus ist lediglich ein Panzer, hinter dem er seinen wahren Charakter versteckt. Zu Beginn ist er eine passive Figur, die ein Teil des Problems ist. Viele seiner Handlungen sind verkehrt. Aber er wird zum widerwilligen Helden. Als er erkennt, dass die Menschheit eine Chance zum Überleben hat, erwacht neue Hoffnung in ihm.?

Produzent Abraham sagt über Owen: ?Wenn man gut 80 Tage lang im britischen Winter einen Film dreht, sieht man sich vielen Herausforderungen gegenüber. Wir wussten, dass der Dreh schwierig werden würde. Aber Clive war stets in bester Form. Er besitzt eine natürliche Begabung, zeigt Engagement und verfügt zum Glück über sehr viel Humor.?

Für die Rolle der überzeugten Aktivistin Julian wurde die vielseitige Schauspielerin Julianne Moore besetzt. ?Für mich war vor allem interessant, dass eine Frau diese Gruppe der Rebellen anführt?, erklärt Moore, ?auch im heutigen Kino ist es selten, dass eine Frau an der Spitze einer radikalen Gruppe steht.?

Durch die Augen von Julian erkennt das Publikum, wer dieser Theo ist ? wer er war und wer er letztlich sein kann. Im Unterschied zu Theo, der sich dem ?unvermeidlichen? Schicksal ergab, hat Julian nie jene Ziele verloren, die das Paar einst zusammenbrachten. Weil sich Julian für die Rechte der Einwanderer einsetzt, gilt sie der Staatsmacht als Terroristin, die von der Polizei gesucht wird.

Neben der faszinierenden Rolle war für Moore vor allem ausschlaggebend, dass Cuarón die Regie übernahm. ?Für mich besitzt er eine ganz außergewöhnliche Vorstellungskraft und ein enormes Talent für das visuelle Erzählen einer Geschichte?, erläutert die Schauspielerin, ?wir haben oft mit sehr wenig Licht gearbeitet, mit Handkamera oder einer steadicam ? es war fast wie bei einer independent-Produktion. Diese Methode hat der Geschichte geholfen: Es ist eine düstere Geschichte, doch an ihrem Ende gibt es ein Licht der Hoffnung.?

Unabhängig davon, in welchem Ausmaß Cuarón die Überzeugungen von Julian teilt, beschreibt er ihre Ideale auf die ihm einzigartige Weise: ?Ich habe diese wundervollen Fotos der Erde gesehen, die vom Weltall gemacht wurden. Man sieht die Wolken und die Umrisse der Kontinente. Aber es gibt keine eingefärbten Länder wie auf den Karten. Diese unsichtbaren Linien wurden von Ideologien geschaffen, bisweilen von ganz absurden Ideologien. Und ich mußs fragen, mit welchem Recht wir die Türen vor jenen Menschen verschließen, die in Not sind? Dieses komplexe Thema wird in Amerika und Europa ganz unterschiedlich betrachtet ? wie geht man mit Einwanderern, Flüchtlingen und Asylanten um? Diese Dinge passieren jetzt ? die Zukunft steht vor der Türe. Jeder, der an diesem Film gearbeitet hat, ist davon überzeugt, dass Menschlichkeit die Basis für Politik sein mußs. Mitgefühl ist wichtiger als jede Ideologie.?

Die Rolle des Jasper, des ältesten Freundes und Vertrauten von Theo, spielt der renommierte Schauspieler Michael Caine. Im Unterschied zu Theo ist Jasper noch immer ein Rebell, ein alternder Hippie und politischer Karikaturist, der seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von selbst angebautem Cannabis sativa bestreitet. Obwohl Jasper keine Hauptrolle ist, war auch für Caine die Person des Regisseurs ausschlaggebend für sein Mitwirken. ?Ich wollte diesen Mann treffen, der einen Film mit dem Originaltitel ?Y tu mamá también? (?...mit deiner Mutter auch!?) gedreht hat ? denn das hat nichts mit einer Mutter zu tun, sondern ist ein mexikanischer Fluch. Alfonso war wundervoll und ich hatte noch nie eine Rolle wie Jasper gespielt. Ich arbeite für das Vergnügen und ich arbeite für Geld. Die Sache mit dem Geld habe ich inzwischen geregelt, heute arbeite ich fürs Vergnügen ? und das hier war ein Spaß!?

?Für mich ist Jasper, besonders so wie Michael ihn spielt, das moralische Zentrum des Films?, erläutert Cuarón, ?seine Szenen strahlen eine Wärme aus, die den meisten der anderen Figuren fehlt. Er hat nie aufgegeben ? und er kämpft darum, diesen Hoffnungsschimmer zu behalten.?

Anders als bei Owen, Moore oder Caine wurde die Rolle der jungen Kee mit einer relativ unbekannten Schauspielerin besetzt: Die 19jährige Clare-Hope Ashitey aus London wurde nach einer intensiven Suche der Casting-Agenten gefunden.

Ihre erste große Rolle spielte Ashitey im Jahr 2004 in ?Shooting Dogs?, wo sie als junges Tutsi Schulmädchen namens Marie auftrat. Bereits mit 12 Jahren besuchte sie die London Centre Stage School of the Performing Arts. In dieser Zeit trat sie in verschiedenen Theaterstücken auf, unter anderem in ?Shelter? von Simon Bent.

Ähnlich wie bei Theo täuscht auch bei Kee der erste Eindruck. ?Erst langsam entdeckt man, wie vielschichtig diese Figur tatsächlich ist?, erläutert die Schauspielerin, ?bei ihrem ersten Auftritt wirkt sie mürrisch und gibt nicht viel von sich preis. Im Lauf der Zeit entdeckt man, dass sie verschmitzt und hilfsbedürftig ist. Sie ist rebellisch und ein wenig angeberisch ? sie entspricht also nicht so ganz der Vorstellung eines Mädchens, das die Hoffnung der Welt in Händen hält. Im Lauf der Zeit entwickelt sich eine Vater-Tochter-Beziehung zwischen Theo und Kee.?

Über die Arbeit mit ihren renommierten Kollegen sagt sie: ?Es war eine ganz wunderbare Erfahrung. Bisweilen war es zwar etwas einschüchternd, mit derart profilierten Kollegen wie Clive, Julianne und Michael zu arbeiten. Aber ich habe enorm viel von ihnen lernen können.?

Um die passende Besetzung des Luke, dem Stellvertreter von Julian, zu finden, wurde gleichfalls eine große Suchaktion unternommen. ?Chitwetel hat alle anderen einfach überragt?, erläutert Produzent Eric Newman, ?er ist ein großartiger Schauspieler, seine Besetzung als Luke ist eine Offenbarung.?

Der Regisseur stimmt zu: ?Als ich mit Chitwetel die Figur von Luke besprach, hatten wir sehr ähnliche Vorstellungen, die er mit seiner letzten Rede ja auch zum Ausdruck bringt ? es geht um Würde. Würde spielt in menschlichen Konflikten immer eine entscheidende Rolle und sie ist selten verhandlungsfähig. Das spürt Luke sehr deutlich in seiner Gruppe, genau das gibt ihm seinen Antrieb.?

Ejiofor ergänzt: ?Ich fand die Besetzung bereits außergewöhnlich. dass Alfonso das Drehbuch schrieb, war ein besonderer Bonus für mich. Ich habe viele seiner Filme gesehen und war völlig beeindruckt von seinem Stil. Diese Rolle konnte ich also kaum ablehnen.?

Charlie Hunnam spielt Patric, ein anderes Mitglied von Julians Organisation. Er gehört zu den temperamentvollsten und leidenschaftlichsten Figuren der Geschichte ? er verkörpert die ganze Wut einer jungen Generation, die keine Hoffnung mehr auf eine Zukunft hat. ?Patric ist ein ziemlich schlimmer Bastard?, kommentiert Hunnam, ?er hat ein gutes Herz, aber die Aggression eines Soldaten. Zudem glaube ich, dass er sich missverstanden fühlt. Statt Hilfe zu suchen oder nach etwas Positivem in seinem Leben, verletzt er ständig seine Mitmenschen. Es ist einfach, einen Bösewicht auf eindimensionale Weise zu spielen. Spannender wird es allerdings, wenn man beim Zuschauer Mitgefühl für so eine Figur wecken kann und Verständnis für ihr Verhalten.?

Ursprünglich wollte Hunnam eine größere Rolle spielen, was jedoch an seinem Alter scheiterte. Cuarón war beeindruckt von dem jungen Briten und bot ihm die Rolle des Patric an, die Hunnam sofort annahm: ?Bei so hochkarätigen Projekten ist die Größe der Rolle gar nicht so entscheidend. Ich habe eine andere Hauptrolle für ?Children of Men? abgelehnt, weil ich Alfonso ganz einfach für ein Genie halte und überzeugt war, dass wir alle sehr, sehr stolz auf diesen Film sein würden. Wer seine früheren Werke ansieht, erkennt sofort die meisterhaften Qualitäten. Durch die Arbeit mit solch einem Regisseur kann man enorm viel lernen.?

Das London von morgen im London von heute Wegen seiner guten Erfahrungen mit ?Harry Potter und der Gefangene von Askaban? wollte Cuarón auch diesen Film auf alle Fälle wieder in Großbritannien drehen. Produzent Abraham erläutert dazu: ?Wir haben P.D. James von Anfang an versprochen, dass wir ihren Stoff in England verfilmen würden. Heute wissen wir, dass dies eine perfekte Entscheidung war.? Dreharbeiten und Kameras Cuarón hat sich von Anfang an dazu entschlossen, so viele lange Kamerafahrten wie möglich zu verwenden und zugleich auf die im heutigen Kino oft üblichen, schnellen Schnitte zu verzichten. Damit wollte er einen realistischen Stil in der Tradition des cinéma vérité erreichen: ?Wir wollten das Bild bis zur letzten Möglichkeit ausschöpfen?, erläutert er seine Methode, ?wir lassen das Bild so lange stehen, bis es dort absolut nichts mehr zu erzählen gibt ? was durchaus der Wahrnehmung von Theo entspricht.?

Um diese Wirkung zu erreichen, wurden vielfach Weitwinkel-Objektive verwendet und eine bewegte, ?neugierige? Kamera eingesetzt, die der emotionalen Haltung der Figuren entsprach. Für diese schwierigen, langen und fast dokumentarischen Einstellungen bedurfte es einer ausgefeilten Choreografie für Schauspieler und Crew. Die Abläufe der komplexen Szenen wurden vorab intensiv geprobt, um später am Drehort mit seinen eingeschränkten Möglichkeiten ausreichend Zeit zur Verfügung zu haben. Indem Cuarón bereits beim Drehen sein visuelles Konzept umsetzte, konnte er später im Schneideraum viel Zeit sparen. Das Prinzip seiner Methode lautete: Die Zuschauer in den Film hineinziehen und am Drama von Theos Reise teilnehmen lassen.

Um die visuellen Vorstellungen von Cuarón umzusetzen, drehte Kameraassistent George Richmond 16 Wochen lang mit einer Handkamera. Dadurch entsteht das dauerhafte Gefühl, man würde Theo auf seiner turbulenten Reise begleiten. ?Die Kamera wurde beinahe zu einer Person am Drehort?, erläutert Kameramann Lubezki, ?und zwar zu einer sehr neugierigen Person, die unserem Helden folgt und dabei bisweilen sehr nervös werden konnte. Das vermittelt dem Publikum einen sehr realistischen Eindruck von Ort und Zeit.?

Sehr eindrucksvoll erweist sich dieses Konzept in einer der längsten, actiongeladenen Sequenz am Ende des Films, wenn ?wir den Figuren durch die Straßen folgen, mitten hinein in den Häuserkampf. Von draußen schießt die Armee, von drinnen erwidern die Freiheitskämpfer das Feuer. Wir verfolgen sie von Raum zu Raum, von Etage zu Etage mit einer einzigen Einstellung?, erläutert Cuarón. ?Ich wollte allen sagen: ?Keine Angst, wir können das immer noch schneiden?. Aber jeder vom Team, ob Kamera, Stunts, Spezialeffekte, Schauspieler oder Crew hat das als einen Kreuzzug gesehen und gesagt: ?Das wird auf keinen Fall geschnitten, das schaffen wir auch so!??.

Für diese letzte Sequenz bedurfte es vier Tage Vorbereitungszeit ohne Kamera. Am fünften Tag folgten etliche vergebliche Versuche. Erst am Abend funktionierte der Dreh. ?Es war besser als erhofft, denn diese kleinen Zwischenfälle haben die ganze Sache viel lebendiger wirken lassen?, kommentiert der Regisseur.

Clare-Hope Ashitey erinnert sich: ?Alfonso entwickelt seine Szenen in kleinen Schritten. Zwischen jeder Einstellung gibt er seine Kommentare. Damit gelangt man mit seiner Darstellung jedes Mal auf eine höhere Ebene. Und am Ende hat man ein völlig anderes Ergebnis als zu Beginn.?

Aussehen und Stil des Films waren ausschlaggebend für das Interesse von Michael Caine. ?Wir schreiben das Jahr 2027. Aber anders als in futurischen Filmen üblich, gibt es hier nicht diese teuer aussehenden, schicken Bilder. Bei uns sind die Bilder dreckig und düster. Während sonst die Kameras ruhig auf Schienen bewegt werden, gibt es bei uns die Handkamera, deren Bilder wie aus einer Nachrichtensendung wirken. Das war letztlich der entscheidende Punkt für meine Zusage. Ich dachte: ?Aha, das ist ein Regisseur, der sich wirklich etwas überlegt.??

Für einige Einstellungen der langen Sequenzen spielte das Wetter eine entscheidende Rolle. ?Es ist schwierig, mitten im englischen Winter zu drehen?, erläutert Produzent Abraham, ?denn man hat nur ganz wenig Zeit mit ausreichenden Lichtbedingungen zur Verfügung.?

Jedes Detail der Sequenz wurde vorher minutiös geplant. ?Wir hatten einen fantastischen Kameraschwenker?, erläutert Owen, ?vom ersten Tag an stellte er die Kamera in die unmöglichsten Positionen. Er lieferte eine außergewöhnliche Arbeit und das alles aus freier Hand ? was dem Zuschauer das Gefühl vermittelt, selbst dabei zu sein.?

Für einige Szenen mußsten ganz neue Techniken entwickelt werden. Für jene 12minütige Actionsequenz mit Dialogen, die in einem Auto mit fünf Passagieren spielt, kam ein Eigenbau zum Einsatz, der liebvoll ?die Vorrichtung? getauft wurde. Mit ihr konnte die Kamera im Inneren des Fahrzeugs im Kreis bewegt werden, ohne dass die Insassen im Weg waren. Das ermöglichte den Eindruck einer kontinuierlichen Sequenz ohne Schnitte. Verschiedene Elemente dieser Methode kamen bereits früher im Kino zum Einsatz, in dieser Gleichzeitigkeit jedoch wurden sie zuvor noch nie verwendet.

Neben Cuarón und Lubezki gehört Frank Brono von der Firma Doggie Cam zu den Erfindern dieser Methode. ?Die Vorrichtung erlaubt es, die Kamera an jedem Ort im Fahrzeug einzusetzen und zugleich einen 360°-Grad Blick aus dem Fenster zu erhalten, ohne dass man dabei von Hindernissen gestört wird. Alles kann vorwärts und rückwärts bewegt werden. Das Ergebnis ist ein großartiges Stück Kino.?

Chitwetel Ejiofor, einer der Insassen im Auto, sagt über seine Erfahrungen: ?Bei dieser Sequenz ist die Kamera pausenlos in Bewegung. Das bedeutete für uns, dass wir bei unseren Bewegungen und Reaktionen ständig die Wege der Kamera beachten und ihr eben auch immer wieder ausweichen mußsten.?

Die Entwickler der Vorrichtung hoffen, dass ihre Idee auch bei anderen Filmen Verwendung findet. ?Alfonso hat lange überlegt, wie er diese Erfindung als Patent anmelden kann?, berichtet Brono, ?natürlich werden viele unsere Methode übernehmen, auf die wir alle unglaublich stolz sind. Ich glaube, mit dieser Sequenz haben wir einen Meilenstein gesetzt: Eine Achterbahn im Innenraum eines Autos.?

Drehorte Das berühmte britische Wetter entpuppte sich bei dieser Produktion zum großen Vorteil bei den Dreharbeiten. Während Filmteams üblicherweise wenig Freude mit beißender Kälte, Stürmen, bedecktem Himmel und Regen haben, war diese graue Stimmung ein ideales Sinnbild für die triste Atmosphäre der nahen Zukunft.

Jeder Außendreh hat seine Schwierigkeiten, ganz besonders, wenn man an Londons geschäftigsten Plätzen dreht. Nach den Terroranschlägen vom 7.Juli 2005 herrschten ungewöhnlich starke Sicherheitsvorkehrungen im Zentrum der Stadt und die Filmemacher hatten Bedenken, ob die Dreharbeiten wie geplant möglich sein würden. Doch dank monatelanger, präziser Planung konnten auch die berühmten Wahrzeichen der Metropole als Schauplätze für den Film genutzt werden, darunter Trafalgar Square und St. James?s Park, der Vorgarten der Queen.

Michael Sharp, zuständig für die Drehorte, erklärt: ?Wir haben im Vorfeld alle geplanten Sequenzen an die kleinen Zeitfenster, die wir zur Verfügung hatten, angepasst. Für die Szene am Trafalgar Square hatten wir lediglich einen einzigen Tag zur Verfügung. Sehr aufwändig geriet der Einsatz der königlichen Reitergarde. Alfonso wollte unbedingt die Admirality Arch and the Houshold Cavalry, wofür eigens tierärztliche Tests benötigt wurden.?

Die Welt in ?Children of Men? ist vor allem durch Hoffnungslosigkeit der meisten Menschen gekennzeichnet, es existiert eine deutliche Grenze zwischen arm und reich. Theo bewegt sich fast immer in einer desolaten, verarmten Umgebung. Als Kulissen dafür dienen eine Farm in Hertfordshire, ein verlassenes Dock in Kent und eine ehemalige Kaserne in Hampshire. Eine völlig andere Welt tut sich auf, als Theo seinen wohlhabenden Cousin besucht, um die Transitpapiere für Kee zu besorgen. Abgeschirmt hinter Zäunen haben sich die Reichen luxuriös eingerichtet: In Privat-Zoos halten sie exotische Tiere als Kinderersatz.

Um gleich zu Beginn die dramatische Lage in ?Children of Men? drastisch zu verdeutlichen, kommt es in der Eröffnungssequenz zu einer Bombenexplosion in einem Café. Gedreht wurde die Szene in einem umgebauten Pub in Londons Fleet Street mit Blick auf St. Paul?s Cathedral im Hintergrund.

Bei der anschließenden Entführung wird Theo zu seiner Ex-Partnerin Julian in einem verlassenen Lagerhaus gebracht. Dieses Gebäude gehört zum historischen Hafen von Chatham in Kent, der von 1613 bis 1984 in Betrieb war und zu den am besten erhaltenen Häfen aus den Zeiten der Segelschifffahrt gehört.

Als Double für das Kunstministerium dient die berühmte Nationalgalerie The Tate Modern, die im Jahr 2000 in einem ehemaligen Kraftwerk an Londons South Bank eröffnet wurde. Im Film residiert dort Theos Cousin Nigel mit seiner Sammlung von Meisterwerken, die er in zusammengebrochenen Staaten gehortet hat ? darunter auch der David von Michelangelo.

Zu den weiteren Schauplätzen gehören: Das Jean Paul Getty-Anwesen in Sutton, bei Guilford; die Bruneval Barracks von Aldershot Garrison; die Luftwaffenbasis Upper Heyord; die historische Eisenbahnstrecke Watercress Line sowie Wimbledon Dog Track in South London.

Um die notwendigen Drehgenehmigungen zu bekommen, war ein enormer bürokratischer Aufwand erforderlich, zumal für Plätze wie Admiralty Arch oder Trafalgar Square völlig unterschiedliche Behörden zuständig sind. ?Szenen, die im Film drei Sekunden dauern, haben bei der Vorbereitung viele Monate gedauert?, sagt Produzent Iain Smith.

Zusätzliche Schwierigkeiten ergeben sich, wenn man in der ?Red Zone? drehen will, dem verkehrsreichen Innenstadtbereich zwischen Whitehall und dem Buckingham Palace. Nach den Terroranschlägen von 2005 mußs bei Dreharbeiten in diesem Gebiet jedes Detail mit exakten Zeitangaben im Vorfeld genau mit den Behörden abgestimmt werden.

Design Im London von heute eine glaubwürdige Welt der nahen Zukunft zu zeigen, stellt ganz besondere Herausforderungen an die Filmemacher. Die Depression sollte in jedem Bild von Kameramann Emmanuel Lubezki und dem Design von Geoffrey Kirkland und Jim Clay zu spüren sein.

Großbritannien im Jahr 2027 steht vor dem Zusammenbruch. Die Szenerie wirkt wie nach einem Krieg, die Menschen kämpfen ums Überleben wie zu Urzeiten. Dennoch betont Cuarón: ?Alle Elemente des Films stammen aus unserer Gegenwart.?

Vermutlich wäre es leichter, einen Film auszustatten, der in 500 Jahren spielt, statt wie hier in 20 Jahren. Um eine realistische Wirkung zu erzielen, mußsten vertraute Dinge von heute mit einer leicht futuristischen Ausstattung versehen werden. Wie etwa jener Fiat, der von der Design-Abteilung ein etwas schnittigeres Aussehen bekam. Ähnlich behutsam ging Jany Temime bei den Entwürfen ihrer Kostüme vor. Denn man war der Überzeugung, das alltägliche Dinge wie Autos oder Kleidung sich in 20 Jahren nicht grundlegend verändern.

Für die Produktionsdesigner Kirkland und Clay stellte Cuaróns visuelles Konzept mit seinen langen Kamerafahrten eine besondere Herausforderung dar. ?Wir mußsten dafür sorgen, dass die Szenen möglichst gut zueinander passen. Alfonso hat einen ausgeprägten Blick fürs Detail. Wenn man für große Produktionen arbeitet, vergisst man bisweilen diese Kleinigkeiten. Cuarón hat uns immer wieder daran erinnert, die Dinge realistisch aussehen zu lassen.?

?Seine Liebe zum Detail ist enorm?, berichtet Michael Caine, ?er hat einmal zehn Minuten damit verbracht, Postkarten hinter uns so aufzustellen, dass man sie später gut sehen kann. Für uns war das völlig gleichgültig. Aber für ihn und das Aussehen des Films war es wichtig.?

?Wir mußsten Schauplätze finden, in denen all das passieren konnte, was Alfonso bereits beim Schreiben des Drehbuchs im Kopf hatte,? erläutert Produktionsdesigner Clay, ?für mich lag eine der größten Herausforderungen darin, all diese Orte so miteinander zu verbinden, dass es überzeugend wirkte.?

****** Die Gefahren, die ?Children of Men? beschwört, könnten gar nicht so weit entfernt sein. Drohende Pandemien, zunehmende Auseinandersetzungen über Einwanderer und der Klimawandel sind keine Probleme der Zukunft. Es gibt zudem wissenschaftliche Anzeichen für eine zunehmende Unfruchtbarkeit bei Frauen, die durch schlechte Ernährung und Umweltverschmutzung hervorgerufen wird.

Solche alarmierenden Tatsachen sind auch den Machern von ?Children of Men? bewusst. ?Beängstigend in dieser Welt des Films ist für mich die Reaktion der Regierung?, erläutert Ashitey, ?statt sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen, wird genau das Gegenteil gemacht. Es ist wirklich keine beruhigende Perspektive, wenn Egoismus und Eigennutz über Menschlichkeit und Gemeinwohl siegt.?

Regisseur Cuarón verzichtet ganz bewusst darauf, Dinge zu kommentieren. Er beobachtet und zeigt sie lediglich, um dem Zuschauer seine ganz eigenen Schlussfolgerungen zu überlassen. Für die Produzentin Hilary Shor erlaubt dieser Stil dem Publikum eine gewisse Distanz, zugleich aber auch ein Gefühl für Realität: ?Die Arbeit mit Alfonso war außergewöhnlich, weil er von allen immer die Höchstleistung gefordert hat ? von der Crew, der Produktion und den Schauspielern. Er sieht Dinge, die sonst keiner von uns bei dieser Produktion gesehen hat.?

Produzent Eric Newman sagt: ?Zu seinen vielen Stärken gehört es, dass er an seine Überzeugungen glaubt. Er will einen ganz besonderen Film drehen ? und davon lässt er sich nicht abbringen.?

Clive Owen ergänzt: ?Ich habe inzwischen etliche Filme gedreht, aber ich war dabei noch nie so beteiligt wie hier. Alfonso ist einer der wenigen Regisseure, die eine ganz klare Vision für ihre Filme haben und diese auf einzigartige Weise umsetzen.?

Produzent Marc Abraham schildert seine persönliche Erfahrung: ?Jeder große Regisseur, egal wie lange er schon arbeitet, bewahrt sich diesen Sinn für Neugier und Perfektion. Alfonso Cuarón ist da keine Ausnahme. Ich hoffe, dass die Zuschauer von seiner Kunst und seiner Liebe zum Kino fasziniert werden.?

Cuarón sagt abschließend über sein Projekt, das so viele brennende Fragen aufwirft: ?Ich wollte keinen Film machen, der mit dem Abspann zu Ende ist. Ich wollte einen Film machen, der mit dem Abspann erst wirklich beginnt.?

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: UIP © 1994 - 2010 Dirk Jasper