Dina - meine Geschichte

Produktionsnotizen

Der dänische Regisseur und Co-Autor Ole Bornedal hat ?Dina - meine Geschichte? von April bis Juni 2001 on location in Kjerringøy in Nordnorwegen, auf dem Gelände des dortigen alten Handelsposten sowie in Osloer Studios gedreht. In den Hauptrollen sind Maria Bonnevie, Gérard Depardieu, Christopher Eccleston, Hans Matheson, Pernilla August, Bjørn Floberg und Kate Hardie zu sehen.


Das Drehbuch basiert auf der Romanvorlage ?Das Buch Dina? der norwegischen Autorin Herbjørg Wassmo. Die Umsetzung für den Film erfolgte durch Ole Bornedal und den schwedischen Autor Jonas Cornell.

Die in Schweden lebende Schauspielerin Maria Bonnevie (u.a. der 13. Krieger, Jerusalem) spielt die erwachsene Dina. Gérard Depardieu ist Jacob, ein alter Freund von Dinas Familie der die junge Frau letztendlich heiratet ihr aber nie ein wirklich ebenbürtiger Gatte zu sein vermag. In weiteren Rollen sind zu sehen: Christopher Eccleston (The Others, Elizabeth), Hans Matheson (Les Misérables, Still Crazy), Pernilla August (Best Intentions, Star Wars: Phantom Menace), Bjørn Floberg (The Telegraphist), Kate Hardie (Croupier), Mads Dittman Mikkelsen (Pusher) and Jørgen Langhelle (Kristin Lavransdatter).

?Dina - meine Geschichte? wurde von Axel Helgelands Firma Northern Lights und von Per Holsts Nordisk Film produziert. Beide Produzenten können bereits auf Auszeichnungen wie den Oscar oder die Palme d?Or von Cannes zurückblicken; für Filme wie Pelle the Conqueror and Lars von Triers Element of Crime. Executive Producer sind Erik Crone, Frank Hübner, Gerhard Schmidt, Eric Altmayer and Nicolas Altmayer.

Die beide zum Egmont-Konzern gehörenden Firmen Northern Lights and Nordisk Film holten für die Produktion ?Dina - meine Geschichte? als Co-Produzenten die deutschen Firmen ApolloMedia und Gemini Film ins Boot. Zudem aus Frankreich Mandarin Film. Unterstützt wurde die Produktion des Films durch das Scandinavian Film Institute, den Nordic Film and TV Fund, die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen und durch Eurimages. Auch das öffentliche, Skandinavische Fernsehen trug zu einem Teil der Finanzierung bei. Den Weltvertrieb des Films besorgt TF1 International.

?Dina - Meine Geschichte? ist die gelungene Inszenierung eines großen Dramastoffes in Verbindung mit einer von mystisch-übernatürlichen Elementen geprägten Schicksalsgeschichte. Vor dem Hintergrund der uns heute wie aus einer anderen Welt importiert vorkommenden, die Freiheit des Individuums mit gesellschaftlichen, familiären und religiösen Zwängen wesentlich beschränkenden Lebensweise der norwegischen Gutsherren Mitte des 19. Jahrhunderts erzählt, entführt der Film den Betrachter auf visueller und emotionaler Ebene in Gefühls-, Gedanken- und Erlebniswelten, die im deutlichen Kontrast zu seinen im Wesentlichen urban geprägten Lebensumständen stehen.

Dabei verliert der Film nie den Faden der von Drehbuch-Autor Jonas Cornell und Regisseur Ole Bornedal sensibel in ein Script umgesetzten Romanvorlage von Bestseller-Autorin Herbjørg Wassmo: Die Dinas Leben beherrschende Suche einer in der Kindheit bis ins Mark verletzten, einsamen Seele nach einem Platz im Leben und Möglichkeiten sich ohne Schmerz anderen Menschen zu öffnen.

Neben einer oft überraschenden, immer fesselnden und in der Dramatik nie Lücken aufweisenden Handlung beeindruckt ?Dina - Meine Geschichte? vor allem durch zwei wesentliche Außergewöhnlichkeiten: Zum einen die Besetzung. Mit Gérard Depardieu als Jacob, Dinas Mann, wurde die männliche Hauptrolle mit einem der großen Charakterköpfe des europäischen Kinos besetzt, der für den hier beschriebenen Film die Rolle des körperlich derben. aber innerlich sehr sensitiven Nord-Rauhbeins verkörpert. Dabei spielt er, ohne in Klischees zu verfallen, mit der gelassenen Selbstverständlichkeit eines wirklich großen Mannes.

Maria Bonnevie prägt die weibliche Hauptrolle der Dina mit sehenswerter Sicherheit und schauspielerischem Können und spielt den aus den unglücklichen Lebensumständen der Figur resultierenden Kampf ihrer Seele mit den dunklen und den lichten Seiten des Daseins in jeder Weise überzeugend. Ihre makellose Schönheit verstärkt die vom Skript erwünschte, erotische Ausstrahlung und schafft in vielen intimen Szenen mit ihrem Filmliebhaber Dépardieu einen spannungsreichen Kontrast zu dessen wohlbekannter, ureigenster Körperlichkeit. Christopher Eccleston füllt die Rolle des Leo Zukowskij als suspekter, weltgewandter und, in seiner intellektuell anmutenden Männlichkeit, sehr attraktiver Freigeist mit der notwendigen Eloquenz und Eleganz. Sein Spiel ist wo nötig zurückgenommen, wenn passend intim und heftig, aber stets geprägt von der Distanz die für seine Rolle in ?I Am Dina? erwünscht war.

Zum anderen verschaffen die Motive der Fotografie dem Film ein weiteres, echtes Alleinstellungsmerkmal: Die mit sicherem Blick gewählten Lokationen bieten reichlich von dem was die Menschen bis heute an Skandinavien fasziniert: In den Sommermonaten gedeckte aber dennoch leuchtende Farben in außerordentlich hellem Licht. Eine überwältigende, von monumentalem Fels, scheinbar unberührtem Wasser und durch die harten Winter gebremstem aber dennoch auf seine unverwechselbare Art üppigem Pflanzenbewuchs geprägte Natur. In den Wintermonaten alles bedeckende, die Aussicht verhindernde Schnee- und Eismassen. Menschliche Siedlungen, geprägt von kühler Noblesse und dem Bemühen um ästhetische Einheit mit der Schöpfung.

So speist sich das Wesen des Films ?Dina - meine Geschichte? aus den sich anziehenden Kontrasten des genauen Blicks auf die Mikroebenen der zwischenmenschlichen Gefühlswelten, gefilmt in der Makrowelt einer den Menschen ganz klein machenden Umwelt.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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