Der weiße Planet

Produktionsnotizen

Noch nie zuvor hat ein einziger Film in den vergangenen Jahren die spektakulären und wunderbaren Bilder aus dem hohen Norden zusammengefasst. Bei Gédéon Programmes, die bislang mehr als ein Dutzend Filme über den Polarkreis produziert haben, trug man sich schon lange mit diesem Gedanken. Erst eine noch nicht allzu lang zurück liegende Expedition von fast einem Jahr, die durch die globale Erwärmung in Gefahr geriet, sollte den Traum eines solchen Filmvorhabens wahr werden lassen.


Die Arktis ist ein eigener Planet. Hier hat sich eine ganz eigene Tierwelt herausgebildet, die sich den extremen Witterungsbedingungen vollständig angepasst hat. Eine Welt ungezähmter Pracht, ein Kaleidoskop überraschender Spielarten der Natur. Gleichzeitig ist es eine erschreckend feindliche Region, unzugänglich und weitestgehend unerforscht, bestimmt durch lebensbedrohliche Minusgrade und die meiste Zeit des Jahres über in permanente Dunkelheit getaucht.

Hunderte von Stunden Filmmaterial waren erforderlich, um die Großartigkeit dieses vom Eis und dem Meer dominierten Landes einzufangen und zugleich auch die den einzelnen Jahreszeiten angepassten Überlebensstrategien der in der Arktis lebenden, ungewöhnlichen Tiere. Die Filmemacher wollen mit DER WEISSE PLANET ein Porträt dieser wahrlich atemberaubenden, unbekannten Welt präsentieren.

DER WEISSE PLANET versammelt einige sehr berühmte und erfahrene Wildnis-Filmemacher und -Kameraleute. Als Lohn für endlose Stunden geduldigen Wartens in kalten und langen Polarnächten konnten sie das Aufwachen eines Polarbären einfangen, einem Wolf beim Jagen zusehen, einem Narwal sehr nahe kommen und Belugas zuhören, die sich unter der Eisdecke ?unterhalten?.

Dieses besondere Kinoabenteuer wurde unterstützt von Polarforscher Jean-Louis Etienne und Jean Jouzel, dem Direktor des Pierre-Simon Laplace Instituts, zusätzlich vom Polar Institut und dem französischen Büro des World Wildlife Found.

Anmerkungen der Regisseure DER WEISSE PLANET ist eine ?Oper der Wildnis?, die sich mit einer Welt beschäftigt, die durch die drohende globale Erwärmung vor der Vernichtung steht, noch bevor sie vollständig erkundet, erforscht und verstanden werden konnte.

Die Arktis ist feindlich und unzugänglich, aber sie ist gleichzeitig in den wärmeren Monaten ein immenser natürlicher Schatz und Nährboden für Millionen von Tieren.

Zum ersten Mal bringt ein Film für die große Kinoleinwand jetzt alle wichtigen Bewohner der Nordpolarregion quasi auf einer Bühne zusammen, wie für eine einzige, gewaltige Aufführung. Ein Schauspiel über das Leben zwischen Schnee, Schneestürmen und ewigem Eis.

Die Polarregion präsentiert sich hier in allen ihren unterschiedlichen Phasen. Die Fauna der Arktis zeigt ihr gesamtes Können, von der fast schon unheimlichen Fähigkeit zum Überleben, zum Springen, Tauchen, Kämpfen und Suchen nach Nahrung ...

Emotionen stehen ebenfalls im Zentrum des Films. Wir folgen dem Schicksal eines verzweifelten jungen Karibus. Wir sehen ein Moschusrindkälbchen, das plötzlich einem Rudel hungriger Wölfe gegenüber steht oder ein Beluga-Baby in Not, das auf einem felsigen Küstenstreifen gestrandet ist. Wir beobachten die rührende Fürsorge einer Walross-Mutter für ihr Junges und die ersten spielerischen Ausflüge von zwei kleinen Polarbären ...

Die Wirkung dieser außergewöhnlichen Bilder wird durch den ausschließlich aus natürlichen Geräuschen zusammengesetzten Soundtrack noch verstärkt: das Quietschen des Packeises, das Schnaufen und Schnarchen von Karibu oder Moschusrind, das Klingeln von Eis, die betörenden Vokalübungen der Narwale oder Belugas ...

Die Geschichte breitet sich langsam aus wie ein Inuit-Märchen, beeinflusst durch die Mythologie des ewigen Eises und inspiriert durch die phantasiereichen Kräfte dieses speziellen Königreichs der Tiere.

Das klare Porträt der Wildnis wird begleitet von den Originalstimmen einiger Inuit, die einen wichtigen, besonders stimmungsvollen Teil des von Bruno Coulais komponierten Soundtracks bilden.

Letztlich müssen wir erkennen, dass diese großartige, zerbrechliche Welt gar kein so fremdes Land ist, sondern einen Teil unserer Träume und Wünsche darstellt. Eine Welt der Reinheit und Zeitlosigkeit, verzaubert durch die Märchen unserer Kindheit. Diese Visionen tragen wir alle in unseren Herzen, und deswegen müssen wir uns darum bemühen, diesen Teil der Welt zu schützen und zu bewahren.

Stéphane Millière und Thierry Piantanida

Über die Produktion Seit mehr als zehn Jahren produziert die französische Produktionsfirma Gédéon Programmes hochwertige Dokumentarfilme, die sich auf die Themenschwerpunkte Wissenschaft, antike Kulturen und Umwelt konzentrieren.

Bewegte Bilder haben einen außergewöhnlichen Einfluss auf die öffentliche Meinung. Gerade wenn es darum geht, die Relevanz unseres ethnologischen und archäologischen Erbes und die Bedeutung der Umwelt zu erklären.

Wir bemühen uns, dazu etwas beitragen zu können, indem wir die große Schönheit und den Reichtum unterschiedlicher Kulturen und Bodenschätze hervorheben.

Außerdem ist es unser Ziel, die Risiken und Gefahren aufzuzeigen, die unseren Planeten gefährden. Unsere Welt verdient mehr Anerkennung, und wir wollen das erreichen, indem wir die Emotionen und Leidenschaften der Menschen ansprechen; indem wir ihnen auch die Risiken klar und deutlich machen und indem wir, wann immer es möglich ist, globale oder auf einen bestimmten Bereich bezogene Lösungen vorschlagen. Wir verstehen unsere Aufgabe nicht als die des Warnenden oder Anklägers, sondern sehen uns als Erzieher und möchten, dass sich im Idealfall alle gemeinsam verantwortlich fühlen.

Gédéon Programmes hat sich der Bewahrung unseres archäologischen Erbes und des Umweltschutzes verpflichtet und unterstützt regelmäßig eine große Zahl wissenschaftlich orientierter Rettungsmaßnahmen. Die Firma wurde 2000 für ihr Engagement in diesen Bereichen ausgezeichnet.

Einige Jahre konnten wir mittlerweile die vielfältigen Diskussionen zum Thema Klimaveränderung und globale Erwärmung verfolgen, deren Auswirkungen an den Polen bereits zu erkennen sind. Diese Polarregionen, die wir inzwischen mehrfach gefilmt haben, wurden uns mit der Zeit sehr vertraut. Wir nahmen teil an einer Expedition von Emeric Fisset 1995 nach Alaska; an einer von Arnaud Tortel organisierten Expedition zum Nordpol 1999. Mit Laurence de la Ferrière ging es 2000 in die Antarktis. Mit Jean Lemire folgten wir 2002 der Nord-West-Passage und mit Jean-Louis Etienne bereisten wir 1994 Erebus, 1998 Spitzbergen und 2002 das Nordkap.

Während der letzten Expeditionen in der Arktis, die wir filmten, zeigte sich bereits, in welch hohem Maße dieses fragile Ökosystem schon durch die globale Erwärmung beschädigt ist.

So wurde uns erst bewusst, wie notwendig es ist, diese außergewöhnliche Polarwelt in all ihrer Großartigkeit und Variantenreichtum aufzunehmen. Mit diesen Aufnahmen können endlich die Auswirkungen der Erderwärmung und des Schmelzens der Polkappen auf die einheimische Fauna deutlich gemacht werden.

In einer Welt der Extreme ist die Ankunft des Sommers gleich bedeutend mit einer schieren Explosion an Leben in myriadenreicher Form. In einem kleinen Zeitfenster nur bringt die Sonne neues Leben, und wir haben uns entschlossen, diese ?Arktische Oper? einzufangen.

Es ist ein wundervolles Schauspiel, in dem die Kräfte der Natur ununterbrochen arbeiten, in dem alle Lebewesen ums Überleben kämpfen und in dem Schönheit, Leben und Tod unauflösbar ineinander verwoben sind.

Wir glauben daran, dass nur das Kino diesen großartigen, spektakulären Bildern gerecht werden kann. Wir hoffen, dass DER WEISSE PLANET nicht nur ein Augenschmaus ist, sondern auch zum Nachdenken anregt.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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