Es begab sich aber zu der Zeit ...

Ausführlicher Inhalt

Die eigentliche Weihnachtsgeschichte findet man in der Bibel im Matthäus- und Lukas-Evangelium. Sie setzt am Ende jener Periode ein, die zwischen den Ereignissen des Alten und Neuen Testaments liegt ? das sind die etwa 100 Jahre von der Zeit des Judas Makkabäus bis zu Christi Geburt.


Die Geschichte beginnt mit König Herodes (der zwar in Judäa regierte, aber Kaiser Augustus Tribut schuldig war): Herodes fürchtete die alttestamentarische Prophezeiung von der Ankunft des Messias, hatte Angst, sein Königreich zu verlieren, und befahl deshalb das berüchtigte Massaker an unschuldigen Kindern ? in Bethlehem wurden alle männlichen Kinder unter zwei Jahren getötet.

Der Film folgt der Spur dieser Prophezeiung und blendet dann zurück: Ein Jahr zuvor betet der fromme Priester Zacharias im heiligen Tempel von Jerusalem, als Gott ihm ein Zeichen gibt und ankündigt, dass seine Frau ?ihm einen Sohn gebären wird. Und er wird ein Prophet sein, der dem Herrn den Weg bereiten wird.? Weil Zacharias? Frau bereits zu alt ist, um Kinder zu bekommen, äußert er seine Zweifel und kann fortan nicht mehr sprechen.

Unterdessen leiden die Bewohner von Nazareth unter der Herrschaft des Königs Herodes, der unerbittlich seine Steuern eintreiben lässt. Dort erfährt Maria von ihren Eltern, dass sie eine arrangierte Ehe mit Joseph eingehen wird. Maria ist verzweifelt, weil ?ich den Mann kaum kenne und nicht liebe?. Maria zieht sich in einen uralten Olivenhain zurück, um nachzudenken. Dort erscheint ihr der Engel Gabriel, der ihr ankündigt, dass sie von Gott auserwählt wurde, seinen Sohn zur Welt zu bringen: Sie soll ihn Jesus nennen, und er wird sein Volk erretten. Maria nimmt die Botschaft in sich auf, ist aber von der Ankündigung völlig überwältigt und weiß nicht, wie sie die Nachricht ihren Eltern beibringen soll.

In Jerusalem fühlt sich König Herodes mittlerweile bedroht, denn ständig ist von der Prophezeiung die Rede, dass ein neuer König kommen wird. Herodes befiehlt seinen Soldaten, jeden zu töten, der ?dieser mächtige Mann, dieser Messias? sein könnte.

In Persien folgt eine Gruppe ganz anderer Männer derselben Prophezeiung ? sie sind höchst aufgeregt: Die drei Weisen ? der Gelehrte Melchior, der skeptische Übersetzer Kaspar, und der äthiopische Astronom Balthasar ? haben alte Dokumente studiert und spüren, dass das bevorstehende Himmelsereignis die Geburt des Messias ankündigt. Melchior überredet seine Gefährten, dem ?Stern? zu folgen und die lange Reise nach Judäa zu wagen.

In Nazareth versucht Maria ihre Situation zu begreifen und reist zu ihrer Cousine Elisabeth ? zuvor versichert sie ihren Eltern, dass sie bis zur Ernte zurückkehren wird. Maria ist erleichtert, als sie hört, dass Gabriel die Wahrheit gesagt hat: Trotz ihres fortgeschrittenen Alters ist Elisabeth bereits im fünften Monat schwanger. Elisabeth ermutigt Maria und teilt ihre Freude mit ihr. Als Johannes der Täufer geboren wird und Zacharias seine Sprache wiederfindet, ist Maria emotional bereit, nach Nazareth zurückzukehren.

Dort wird sie nicht gerade herzlich empfangen: Als sie mitten im Ort vom Wagen steigt, schlägt ihr Mantel auseinander ? alle können deutlich erkennen, dass sie schwanger ist. Ihre Nachbarn machen ihr Vorwürfe, und auch die Auseinandersetzung mit Joseph und ihren Eltern erweist sich als schwierig, denn man glaubt ihr nicht: ?Ein Engel hat dir das gesagt? Dass du den Sohn Gottes zur Welt bringen wirst?? In der folgenden Nacht erscheint Gabriel dem schlafenden Joseph im Traum und bestätigt, was Maria berichtet hat. Daraufhin hält Joseph zu seiner Braut ? egal, was die anderen über sie reden: ?Du bist meine Frau. Ich bin dein Mann. Alles Übrige geht die anderen nichts an.? Erstmals merkt Maria, dass ihre Mutter die Wahrheit gesagt hat: Joseph ist tatsächlich ?ein guter, starker Mann?.

Kurz darauf kommt aus Rom der Erlass einer Volkszählung, und König Herodes ordnet an, dass jeder in seinen Geburtsort zurückkehrt, um sich dort eintragen zu lassen. Herodes glaubt, dass er auf diese Weise den Messias aufspüren wird. Maria und Joseph sind dadurch gezwungen, auf die lange Wanderung in Josephs Geburtsort Bethlehem zu gehen. Sie überqueren unwegsame Gebirgspässe, reißende Ströme und karge Wüsten, wobei Joseph den gesamten Weg zu Fuß geht und alles tut, was in seiner Macht steht, um das Versprechen zu erfüllen, das er Marias Eltern gegeben hat: ?Ich werde eure Tochter und das Kind mit meiner ganzen Kraft beschützen.? Mit jedem Schritt weiß Maria mehr zu schätzen, was sie an ihm hat.

Als Maria und Joseph Jerusalem durchqueren, werden sie von Herodes? Soldaten nicht beachtet, doch die Weisen in ihren prächtigen Seidenroben auf kostbar geschmückten Kamelen fallen den Soldaten natürlich auf: Die Weisen sehen sich gezwungen, die ?Gastfreundschaft? des Königs anzunehmen. Er verführt sie mit einem Fest und spricht mit ihnen über die bevorstehende Geburt. Herodes ?ermuntert? sie, den Knaben zu finden ? anschließend sollen sie ihm die Nachricht seines Aufenthalts überbringen, damit auch er ?ihn anbeten kann?.

Maria und Joseph erreichen Bethlehem im letzten Moment ? schon haben die Wehen eingesetzt, aber im Ort ist kein Gasthaus, keine Unterkunft zu finden. Schließlich lässt sie ein Hirte in seinem Stall, einer Grotte, übernachten, und dort wird Jesus geboren. Im Moment der Geburt nähern sich die Planeten einander an und bilden so einen hell leuchtenden ?Stern? ? ein Himmelsereignis, das niemandem verborgen bleibt, auch nicht den Hirten auf den Feldern, die dem Stern nach Bethlehem folgen und dort vor dem Kind niederknien. Auch die Weisen erreichen den Stall, überbringen dem Kind Gold, Weihrauch und Myrrhe. Melchior kann es nicht fassen, den neugeborenen König in einem Stall statt in einem Palast zu finden, und ruft: ?Der Größte unter den Königen, geboren am unscheinbarsten aller Orte.?

Die tief bewegten Weisen merken, dass es ein Fehler wäre, mit den Neuigkeiten zu Herodes zurückzukehren. Als die Weisen ausbleiben, befiehlt Herodes in seiner Wut den Kindermord zu Bethlehem. Doch als Herodes? Soldaten mit ihrem tödlichen Auftrag auf Bethlehem zureiten, warnt Gabriel Joseph: ?Steh auf, Joseph? nimm das Kind.? Maria, Joseph und Jesus können im letzten Moment entkommen und machen sich nach Ägypten auf. Damit ist die Prophezeiung erfüllt.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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