Déjà vu - Wettlauf gegen die Zeit

Produktionsnotizen

Déjà-vu ? eine Erfahrung, die uns kalte Schauer den Rücken herunter laufen lässt und die die Menschheit seit Jahrhunderten beschäftigt. Das Gefühl stellt sich in den merkwürdigsten Momenten ein ? wenn man sich Hals über Kopf in einen vollkommen Fremden verliebt; wenn man an einem gänzlich unbekannten Ort ankommt, den man dennoch wie seine Westentasche kennt; wann immer Dinge passieren, die sich auf unerklärliche Weise so anfühlen, als hätten sie sich irgendwie, irgendwo in unserem Leben schon einmal abgespielt.


Ob Philosoph oder Filmemacher, wir alle haben uns schon einmal gefragt: Woher stammt dieses Gefühl? Findet das wirklich nur in unserem Kopf statt oder steckt eine tiefere Wahrheit dahinter? Warum passiert es? Und vor allem: Was bedeutet das?

?Es sind diese faszinierenden Grauzonen, die im Mittelpunkt unseres Films stehen?, sagt der Star von DEJA VU, Denzel Washington. Der zweifache Oscar®-Gewinner gehört zu der beneidenswerten Elite von Schauspielern in Hollywood, denen stets die besten Drehbücher angeboten werden. Washington war begeistert, als er auf die ständig in den Zeitebenen wechselnde und sich rückwärtsbewegende Struktur von DEJA VU stieß, in dem eines der am wenigsten erklärbaren Phänomene der Menschheit im Rahmen einer Liebesgeschichte und eines Krimi-Thrillers auf provokative Weise aufgegriffen wird. ?Ich glaube, jeder von uns hatte schon einmal das Gefühl, vorher an einem Ort gewesen zu sein, den man eigentlich zum ersten Mal sieht. Mir ging das auch schon so?, gesteht Washington. ?Ich hatte immer wieder diesen einen Traum von einem bestimmten Ort in Brooklyn. Eines Tages kam ich wirklich dorthin und konnte mich nicht des Gefühls erwehren, dass ich schon einmal dort gewesen war. Das ist eines der großen Geheimnisse des Lebens, dem sicherlich jeder gerne einmal auf den Grund gehen würde.?

Tatsächlich war es so, dass jeder, der mit DEJA VU in Kontakt kam, sofort fasziniert war. Es kommt nicht oft vor, dass ein Drehbuch im Büro von Jerry Bruckheimer landet und gleich wenige Stunden später gekauft wird. Aber DEJA VU, geschrieben von Terry Rossio und Bill Marsilii, ist die berühmte Ausnahme von der Regel. Bruckheimer, dessen Name längst ein Markenzeichen ist für Filme, die in den letzten zwei Dekaden zu den beliebtesten und einflussreichsten Titeln gehörten, hatte sofort das Gefühl, auf etwas Besonderes gestoßen zu sein. Drehbuchautor Rossio hatte für Bruckheimer ? gemeinsam mit seinem Kollegen Ted Elliott ? die immens unterhaltsame und noch erfolgreichere PIRATES OF THE CARIBBEAN-Reihe geschrieben und war Autor von Erfolgsfilmen wie ALADDIN (?Aladdin?, 1992), SHREK (?Shrek?, 2002) und THE MASK OF ZORRO (?Die Maske des Zorro?, 1998). Aber mit DEJA VU betraten er und sein Kollege Bill Marsilii Neuland: Sie nahmen einen geradlinigen Thriller und eine bewegende Romanze und schickten sie ins Grenzgebiet dessen, was die moderne Physik über das Wesen der Zeit weiß.

Bruckheimer erinnert sich: ?Das Konzept von DEJA VU war absolut originell, es war fesselnd und spannend, und es war ganz anders als alle Romanzen, die ich bislang gelesen hatte. Wir hatten das große Glück, als Erste einen ersten Blick darauf zu werfen. Und so konnten wir das Drehbuch kaufen, 48 Stunden, nachdem wir es gelesen hatten.?

Zu der ungewöhnlichen Partnerschaft von Rossio und Marsilii kam es auf die denkbar modernste Weise: im Cyberspace. Vor etwa zehn Jahren befand sich Rossio in einem Chatroom von America Online, wo er sich mit verschiedenen aufstrebenden Autoren über ihre Karrieren unterhielt. Dort lernte er Marsilii kennen, von dessen Erkenntnissen und ungeheurem Wissen über Filme er sofort beeindruckt war. Die beiden kamen gleich blendend miteinander aus.

Aber Terry lebte in Los Angeles und Bill in New York. Also begannen sie im Lauf der Jahre, Ideen und Drehbuchkonzepte per E-Mail auszutauschen. Eine dieser Ideen befasste sich mit einer unkonventionellen, verzwickt verwobenen Krimi-/Liebesgeschichte, die sich unabhängig von den allgemeinen Regeln der Zeit abspielt. Beginnend mit einer tödlichen, herzzerreißenden Tragödie, muss ein Bundesagent seinem Déjà-Vu glauben und mit Hilfe von streng geheimer Technologie seine Schritte bis zu dem Punkt zurückverfolgen, an dem er eine Möglichkeit hat, die Katastrophe zu verhindern ? und sich selbst damit die einmalige Gelegenheit für eine große Liebe zu verschaffen.

Die Geschichte hatte von Anfang an enormes Potenzial, aber sie war auch ungewöhnlich komplex und führte das Thrillergenre in Bereiche, die es für gewöhnlich nicht berührt. Bald schon feilten Rossio und Marsilii simultan an den Nuancen einer ?umgekehrten? Romanze, während sie sich über die Überwachungstechnologie der nächsten Generation schlaumachten und sich mit führenden Experten über die neuesten Erkenntnisse im Bereich der String-Theorie und Parallelwelten unterhielten.

Im Laufe der Zeit hatten Terry und Bill jeweils verschiedene Szenen geschrieben, die Fragmente von DEJA VU ergaben. Bislang hatten sie es allerdings noch nicht gewagt, die Einzelteile zu einer durchgehenden Erzählung zusammenzusetzen. Dann hörte Rossio, dass Jerry Bruckheimer Films nach einem neuen großen Filmprojekt suchte. Er war sofort sicher, dass diese Geschichte mit ihrer Mischung aus Romantik, Verbrechen und Zeitreisen einen Nerv bei dem Produzenten treffen würde. Er und Marsilii setzten alles zusammen, was sie erarbeitet hatten, und schickten einen ersten Entwurf von DEJA VU an Bruckheimer. Danach gab es kein Zurück mehr.

Das Resultat war vieles, aber ganz gewiss kein stereotyper Hollywood-Thriller ? und genau das war es, was Bruckheimer liebte. Der Produzent sagt: ?Wir hatten den Eindruck, dass das Drama, das in DEJA VU stattfindet, aufgrund all dessen, was sich um die Liebesgeschichte herum abspielt, enormes Potenzial hat. Die Idee, jemanden wieder ins Leben zurückholen zu können, ist ausgezeichnet. Die Geschichte ist gewagt sie ist unterhaltsam, und sie ist romantisch. Indem wir Tony Scott als Regisseur an Bord holten, wussten wir, dass die Action aufregend werden würde.?

DEJA VU ist die sechste gemeinsame Arbeit von Bruckheimer und Tony Scott. Ihre früheren Filme waren allesamt Blockbuster, die das Action-Kino neu definierten, darunter TOP GUN (?Top Gun ? Sie fürchten weder Tod und Teufel?, 1986), DAYS OF THUNDER (?Tage des Donners?, 1990), ENEMY OF THE STATE (?Der Staatsfein Nr. 1?, 1998), BEVERLY HILLS COP II (?Beverly Hills Cop II?, 1987) und CRIMSON TIDE (?Crimson Tide ? In tiefster Gefahr?, 1995), in dem auch Denzel Washington zu sehen war. Bruckheimer war klar, dass Scott dem Film mit seinem unverkennbaren Stil und spürbarer Spannung seinen Stempel aufdrücken würde, aber das würde noch nicht alles sein.

?Tony, Denzel und ich haben gemeinsam bereits an CRIMSON TIDE gearbeitet?, sagt Bruckheimer. ?Aber Tony und ich hatten uns seit TOP GUN keine Liebesgeschichte mehr vorgenommen. DEJA VU hatte genau diese Elemente aus Action und Drama, aber dazu kamen jetzt noch eine wunderschöne Romanze und unglaubliche Mystery-Elemente. Das war genau das richtige Projekt, um wieder zusammenzuarbeiten.?

Scott bringt den wohlverdienten Ruf mit, nicht nur einer der vollkommensten, sondern auch einer der am härtesten arbeitenden Regisseure von Hollywood zu sein. Er ist berühmt dafür, dass seine Vision eines Films so spezifisch ist, dass er jeden Tag um drei Uhr morgens aufsteht, um seine eigenen Storyboards zu zeichnen, in denen er jedes Detail der Action festhält, bevor die anderen Mitstreiter an seinen Filmen überhaupt wach sind. Gleichzeitig ist der Regisseur, den man für gewöhnlich in der für ihn typischen pinken Baseballmütze, Khaki-Shorts und mit einer dicken kubanischen Zigarre antrifft, bekannt dafür, dass an seinen Sets trotz des atemberaubenden Tempos eines Action-Films für Cast und Crew eine entspannte Antmosphäre herrscht. Vor allem schätzt man Scott aber für sein einzigartiges Gespür für umwerfende Bilder, die er stets in den Dienst explosiver Dramatik stellt.

Bruckheimer fasst zusammen: ?Tony erfüllt jeden visuellen Aspekt eines Films mit seiner unfassbaren Kunstfertigkeit. Das ist der Grund, aus dem man Tony Scott engagiert. Er ist ein großartiger Geschichtenerzähler, der sich voll und ganz seinem Handwerk verschrieben hat. Wir beide hatten ein gemeinsames Ziel bei dem Film: Wir wollten den Zuschauer auf eine zweistündige Reise schicken, die ihn alles andere vergessen und sich voll und ganz auf die Magie auf der Leinwand konzentrieren lässt. Wenn die Lichter im Kino ausgehen, befindet man sich in einer anderen Welt, der Welt von DEJA VU.?

Die Besetzung von "Déjà vu" Von Anfang an wusste Jerry Bruckheimer ganz genau, mit wem er die Hauptrolle des ATF-Agenten Doug Carlin besetzen wollte, jenes kompromisslosen Ermittlungsbeamten, der gezwungen ist, in völlig unerwarteten Richtungen zu forschen, um ein herzzerreißendes Verbrechen aufzuklären. Der Produzent dachte sofort an Denzel Washington. Washington ist nicht nur einer der anerkanntesten Schauspieler von heute, mit Oscar®-prämierten Auftritten als korrupter Polizeibeamter in TRAINING DAY (?Training Day?, 2001) und als Soldat zur Zeit des Bürgerkriegs in GLORY (?Glory?, 1989), Bruckheimer war auch beeindruckt von Washingtons Können in Filmen wie MAN ON FIRE (?Mann unter Feuer?, 2004), THE PELICAN BRIEF (?Die Akte?, 1993) und zuletzt als Polizist in Spike Lees ausgezeichnetem Bankeinbruch-Thriller INSIDE MAN (?Inside Man?, 2006), in denen er mit Porträts starker und eigenwilliger Figuren zu überzeugen wusste.

Bruckheimer sagt: ?Denzel ist einer jener Schauspieler, denen man als Zuschauer unweigerlich die Daumen drückt. Das macht ihn perfekt für diese Rolle. Als Bundesagent wird er mit einer unglaublichen Situation konfrontiert, in der es ihm möglich ist, die Vergangenheit zu verändern. Es gibt eine Zeile in der Mitte des Films, in der Denzel sagt: ,Meine ganze Karriere über habe ich versucht, Menschen zu verhaften, nachdem sie etwas Schreckliches getan haben. Einmal in meinem Leben würde ich gerne jemanden schnappen, bevor er etwas Schreckliches tut. Alles klar? Können Sie das verstehen?? Das ist der Moment, in dem man mit diesem harten ATF-Kerl, der alles schon gesehen hat, mitfühlt ? und das ist der Moment, von dem an einen der Film nicht mehr loslässt. Wir wussten, dass Denzel diese Geschichte zum Leben erwecken würde ? und dass die Menschen im Publikum bereit sein würden, diese Reise mit ihm anzutreten.?

Regisseur Tony Scott fügt hinzu: ?Doug Carlin verfügt über eine ausgezeichnete Intuition, und Denzel ist ein sehr intuitiver Schauspieler. Besser hätte es also gar nicht zusammenpassen können.?

Washington gefielen nicht nur die Thrilleraspekte der Geschichte, er war vor allem angetan von der Beziehung zwischen Doug und Claire Kuchever, eine Beziehung, wie sie ihm noch niemals untergekommen war. Durch eine bizarre Wendung, die typisch ist für die unerwarteten Haken, die die Handlung des Films schlägt, scheint sie zu sterben, bevor Doug sie überhaupt kennenlernen kann. ?Mir gefiel, dass ein großer Teil dieser Story aus einer Liebesgeschichte besteht, die rückwärts erzählt wird. Meine Figur stößt auf eine junge Frau, die gerade gestorben ist, als er sie das erste Mal sieht. Und dann erhält er eine Gelegenheit, sie wieder lebendig zu erleben. Das klingt jetzt erst einmal fürchterlich kompliziert, aber mit Jerry Bruckheimer und Tony Scott an Bord wusste ich, dass es ein toller Film werden würde?, merkt Washington an.

Für die Rolle der Claire Kuchever, eine Frau mit so starker Anziehungskraft, dass Doug gar nicht anders kann, als ihr Geheimnis zu entschlüsseln, wollten die Filmemacher ein unverbrauchtes Gesicht. Die Wahl fiel auf die Newcomerin Paula Patton, die man unlängst in dem Musical IDLEWILD (?Idlewild?, 2006) als Diva sehen konnte, die sich in Andre Benjamin von Outkast verliebt.

Für Patton wurde der Traum wahr, neben Denzel Washington vor der Kamera zu stehen. Das war ein ganz eigener Fall von Déjà-vu. ?Die Beziehung zwischen Denzel und mir entwickelte sich so organisch, dass ich noch mehr darüber nachdenken musste, was Déjà-vu wirklich bedeutet?, überlegt sie. ?Das Gefühl, wenn man jemanden gerade kennen lernt und sich in seiner Gegenwart sofort wohl fühlt ? so ging es mir mit Denzel.?

Patton fügt hinzu: ?Die Arbeit mit Denzel ist wie die Arbeit mit einem Jazzmusiker. Er hält sich streng ans Drehbuch, kann sich aber auch komplett davon lösen. Er vertraut auf sich selbst und seine Instinkte. Dabei bleibt man hellwach, weil man nie vorhersagen kann, welche Richtung er als Nächstes einschlägt.?

Washington fühlte ebenfalls eine Seelenverwandtschaft: ?Mit Aufnahmen der Satellitenüberwachung verfolgt die Figur, die ich spiele, jeden Schritt, den Claire Kuchever bis zu ihrem Tod macht. Das ist ein wenig voyeuristisch, aber es fiel mir nicht wirklich schwer, wenn man bedenkt, was für eine schöne Schauspielerin Paula Patton ist?, erzählt Washington. ?Die Kamera liebt sie, und jeder, der sie sieht, verfällt ihr unweigerlich.?

Patton genoss es besonders, aus Claire eine mutige und in Erinnerung bleibende Heldin zu machen. ?Tony Scott ist ein wahrer Liebhaber der Frauen. Wenn man sich seine Filme ansieht, dann sind die Frauen darin immer stark, unabhängig und einzigartig?, beobachtet sie. ?Sie alle sind auch verletzlich und sehr sexy, aber sie sind immer grundsolide und geerdete Personen. Selbst ein Opfer, wie es Claire in diesem Film ist, hat eine beeindruckende Stärke.?

Als Bösewicht stößt Jim Caviezel zur Besetzung von DEJA VU, der unlängst in einer gänzlich anderen Rolle einen bleibenden Eindruck hinterließ ? mit seinem bemerkenswerten Porträt von Jesus Christus an dessen letztem Tag in Mel Gibsons THE PASSION OF THE CHRIST (?Die Passion Christi?, 2004). In DEJA VU spielt er eine finsterere, gestörtere Figur, aber Caviezel konnte sich dem Reiz der seltenen Mischung aus unvorhersehbaren Thrills und zwingenden Fragen über das Wesen der Realität, wie sie im Drehbuch gestellt werden, einfach nicht entziehen.

?Die Geschichte ist komplex, aber niemand beherrscht komplexe Geschichten besser als Jerry Bruckheimer und Tony Scott, die es einfach verstehen, daraus außergewöhnliche Filmerlebnisse zu stricken?, sagt Caviezel. ?Mir gefällt, dass es sich um einen Thriller handelt, der sich mit dem, was man sehen kann, ebenso befasst wie mit dem, was man nicht sehen kann.?

Caviezel war besonders aufgeregt, mit Hollywood-Größen wie Jerry Bruckheimer und Tony Scott arbeiten zu können. ?Ich kann mich erinnern, dass ich TOP GUN im ersten Jahr an der Highschool gesehen habe und mich wegen des Films dreimal bei der United States Naval Academy bewarb. Es war mein absoluter Lieblingsfilm, und ich dachte, dass es mein Schicksal wäre, Flugzeuge zu fliegen?, erinnert er sich. ?Die Gelegenheit zu haben, mit ihnen an diesem Film zu arbeiten, war ein großes Vergnügen ? Jerry und Tony sind wirklich gute Leute.

Ein Wiedersehen mit Jerry Bruckheimer und Tony Scott feierte auch Val Kilmer, der vor vielen Jahren als junger Schauspieler seinen Durchbruch mit TOP GUN hatte. Seither hat Kilmer eine atemberaubende Karriere gemacht: Er spielte Jim Morrison in THE DOORS (?The Doors?, 1990), arbeitete mit Michael Mann an dem gefeierten HEAT (?Heat?, 1995), stand David Mamet in SPARTAN (2004) zur Seite und war unlängst neben Robert Downey Jr. in der Actionkomödie KISS KISS, BANG BANG (?Kiss Kiss, Bang Bang?, 2005) zu sehen. In DEJA VU erlebt man Kilmer an der Seite von Denzel Washington als FBI-Agent Andrew Pryzwarra. Dies und die Gelegenheit, wieder mit Bruckheimer und Scott arbeiten zu können, reizte ihn an dem Projekt.

Kilmer sagt: ?Die Größe und die Vielfalt der Vorstellungskraft von Jerry und Tony ist gewaltig und befriedigend. Ihre Lust auf immer noch größere Actionabenteuer ist unstillbar. Tony Scott ist einer meiner liebsten Regisseure, er ist einer der besten Menschen, die ich kenne. Jeden Morgen begrüßt er die 100 Leute der Crew mit Namen. Und sein Enthusiasmus ist es, der einen durch den Drehtag bringt. Ich liebe an Jerry und Tony, dass sie authentisch sind. Ihnen gefällt das Leben, das sie führen. Und sie sind dabei sehr großzügig, was eine großartige Erfahrung für alle Beteiligten garantiert.?

Adam Greenberg rundet den Cast ab als blitzgescheiter Physiker Denny, der Denzel Washington dabei hilft, die hochmoderne Wissenschaft hinter all den ungewöhnlichen Ereignissen zu verstehen. Goldberg kennt man vor allem aus der Sitcom ?Joey? und Filmen wie KEEPING UP WITH THE STEINS (2006) und STAY ALIVE (2006). Aber eine Figur wie Denny hatte er noch nie gespielt.

Er formte die Figur nach dem Vorbild einer Reihe führender Physiker unserer Zeit und hatte großen Spaß mit der Rolle, während er selbst nicht immer fassen konnte, was er dabei alles lernte. Goldberg sagt: ?Ich spiele den verrückten Wissenschaftler, der all die Theorien hinter den Wurmlöchern und Zeittunnels und den Möglichkeiten, wie man Zeit und Raum verbiegt, kennt. Das war bisweilen sehr anspruchsvoll, weil man seine Zeilen nicht wirklich improvisieren kann, wenn man einen Wissenschaftler darstellt. Immerhin geht es dabei um die Gesetze des Universums.?

Eine explosive Karriere: Denzel Washington lässt sich als ATF-Agent ausbilden Um das Bemühen um realistische Action in DEJA VU zu betonen, konsultierten Jerry Bruckheimer und Tony Scott eine Gruppe von Beratern des U.S. Bureau of Alcohol, Tobacco and Firearms (ATF), jener Behörde, die die Verantwortung für die Untersuchung aller Bombenanschläge auf Landesebene trägt ? darunter so berüchtigte Ereignisse wie die Explosion im Alfred E. Murrah Building in Oklahoma City und der Anschlag auf das World Trade Center im Jahr 1993. Zu diesen erfahrenen Fachleuten zählte der pensionierte Agent Jerry Rudden, der in den letzten 20 Jahren an den beiden genannten Fällen sowie anderen spektakulären Untersuchungen beteiligt war.

Rudden arbeitete eng mit Denzel Washington, um ihn im typischen ATF-Umgang zu unterrichten und dem Schauspieler zu helfen, die emotionalen Nuancen eines typischen getriebenen und entschlossenen Behördenagenten herauszuarbeiten. ?Denzel und ich redeten viel über die Fälle, an denen ich gearbeitet hatte, und ganz besonders über meine Wahrnehmungen und die Gefühle, die ich dabei hatte?, erzählt Rudden. ?Er fragte mich, wie es mir am Tatort der Oklahoma-Bombenanschläge ergangen ist. Ich erzählte ihm, dass es am schwierigsten war, alle persönlichen Aspekte aus den Nachforschungen herauszuhalten. Man versucht, alles professionell abzuhandeln, wobei man nie aus dem Auge verlieren darf, dass man auch nur ein Mensch ist.?

Für Washington erwies sich die Arbeit mit den echten ATF-Agenten als unbezahlbar. ?Es half ungemein, Recherche mit den echten Jungs von ATF wie Rudden zu betreiben, der bei den Ermittlungen nach dem Anschlag auf das Pentagon, dem ersten Anschlag auf das World Trade Center und in Oklahoma City vor Ort war. Er war überall dabei und weiß, wie es wirklich ist?, meint Washington. ?Das half mir für mein Verständnis dafür, dass sich Doug als Bombenspezialist im Umgang mit Menschen weniger wohl fühlt als beim Sicherstellen von Beweismitteln.?

Bruckheimer ließ Rudden nicht nur die Darsteller ausbilden, sondern gab ihm auch das Drehbuch, um von ihm Anmerkungen zu erhalten, mit denen er die Authentizität erhöhen und dafür Sorge tragen wollte, dass die Abläufe am Tatort im Film tatsächlich den wahren Begebenheiten entsprachen. Bruckheimer sagt: ?Was wirklich bei uns hängen blieb, war Jerry Ruddens Aussage, dass bei einem Bombenanschlag mit hunderten von Toten jedes einzelne Opfer als Individuum behandelt wird. Dieser Ansatz ist auch einer der Schlüssel der Handlung von DEJA VU. Damit wussten wir, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Wir wollten, dass das Publikum sofort weiß, dass es sich bei der Explosion um einen Anschlag und nicht um einen Unfall handelt.?

Rudden half Bruckheimer, Scott und Caviezel auch beim Feilen an dem wahrhaftigen Porträt eines gefährlichen Bomben-Attentäters ? in Gestalt von Oerstadt. Außerdem beriet er Szenenbildner Chris Seagers und Kostümdesignerin Ellen Mirojnick bei allen möglichen Details am Set, bei Requisiten und bei den Kostümen, um DEJA VU die gewünschte Authentizität zu verleihen.

Mirojnick sagt: ?Für die Recherche zum Dreh der großen Desasterszenen standen uns stapelweise Bücher zur Verfügung. Tony war sehr bestimmt, dass unsere Statisten nicht wie Schauspieler aussehen sollten. Jerry Rudden war eine große Hilfe, die verschiedenen Looks, die uns vorschwebten, zu bestimmen. All das fühlte sich so echt an, dass wir bisweilen das Gefühl hatten, wir würden eine Dokumentation drehen.?

Das Geheimnis von "Déjà vu": Was wissen wir? Während es bei der Action in DEJA VU um unbedingten Realismus geht, basiert das Thrillerelement des Films auf einem Gedankenspiel, was ein Déjà-vu wirklich ist ? und was es uns über das Funktionieren des Universums erzählen könnte.

Ein Déjà-vu mag ein nicht ungewöhnliches Phänomen sein, doch Biologen, Psychiater, Neurologen und Physiker können es nicht so einfach erklären. Wie die Filmemacher entdeckten, rangieren die aktuellen Theorien zwischen Psychologischem und regelrecht Fantastischem. Dazu gehören:

  • Manche Neurologen glauben, dass ein Déjà-vu passiert, wenn sich das Gehirn auf ein einzelnes Detail versteift ? einen Geruch, einen Anblick, einen Klang ? dessen Vertrautheit dazu führt, dass es für den Bruchteil einer Sekunde Vergangenheit und Gegenwart verwechselt.
  • Ärzte weisen darauf hin, dass Patienten mit Temporallappen-Epilepsie häufig Sensationen im Stil eines Déjà-vu erleben. Deshalb vermuten sie, dass sie von der unerwarteten Stimulation dieses Teils des Gehirns herrühren.
  • Manche Psychoanalytiker glauben, dass es sich bei Déjà-vus um eine Form der Erfüllung verborgener Wünsche handelt. Dabei kommen tief sitzende psychische Bedürfnisse zum Vorschein, wie man das aus Träumen kennt, nur eben im Wachzustand.
  • Diejenigen, die an Wiedergeburts-Theorien glauben, vermuten, dass Déjà-vus der Beweis für Erinnerungen aus einem früheren Leben sind.
  • Wissenschaftler, die an neuen Erkenntnissen der Quantenphysik forschen, haben überlegt, dass Déjà-vus daraus resultieren könnten, dass Parallelwelten zufällig überlappen und damit das Zeit-Raum-Kontinuum aus den Fugen geraten lassen.
Die letztgenannte Theorie ist es, die eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der spannenden Handlungswendungen von DEJA VU spielt. Um ein besseres Verständnis dafür zu erlangen, was fortschrittlich denkende Physiker glauben und wie Zeit wirklich funktioniert, wandten sich Jerry Bruckheimer und Tony Scott direkt an die Quelle: Sie befragten Weltklassephysiker wie Dr. Brian Greene, einen Experten auf dem Gebiet der String-Theorie und Physikprofessor an der Columbia University, der erfolgreiche Bücher über allgemeine Relativität und Quantenmechanik wie ?The Fabric of the Cosmos? und ?The Elegant Universe? geschrieben hat.

Bruckheimer sagt: ?Wir wollten unser Bestes geben und wirklich untersuchen, was die unterschiedlichen Figuren in DEJA VU genau tun ? und dazu gehören eben auch die Wissenschaftler im Labor mit dem Zeitfenster. Meine Karriere fußt darauf, Geschichten zu erzählen über Welten, die man selbst niemals kennen lernen wird ? und doch ist man für die Dauer eines Films mitten in ihnen drin. Die Balance aus Science-Fiction und Science-Fact kann ziemlich verzwickt sein, aber wir wollten diesen Dialog in DEJA VU beginnen und unsere Augen für Möglichkeiten öffnen, die womöglich gar nicht so weit hergeholt sind, wie es scheint.?

Um die Welt der Quantenphysik besser zu verstehen, setzten sich Bruckheimer und Scott mit Dr. Greene zusammen und baten ihn, einige der Theorien über Zeitreisen und parallele Universen so einfach wie möglich zu erklären. Greene kam dem gerne nach und simplifizierte die Konzepte für die beiden Filmemacher auf einer Tafel. Er erklärte, dass wir in einer Welt leben, in der wir uns der Streiche nicht immer bewusst sind, die uns unser Verstand spielt, wenn es um den Begriff Zeit geht. Er merkte zum Beispiel an, dass man bei einem Blick in den Spiegel aus drei Metern Entfernung zwar glaubt, sich selbst zu sehen, aber tatsächlich das Bild von sich sieht, wie man vor 16 Nanosekunden aussah ? das ist genau die Zeit, die Licht benötigt, um vom Gesicht auf den Spiegel zu reflektieren und wieder zurückzustrahlen! Man könnte also überspitzt sagen, dass man einen Blick in die Vergangenheit wirft. Das machen wir unentwegt. Nichts anderes passiert, wenn wir in den Nachthimmel blicken und den Nordstern bewundern ? obwohl er uns gerade anzufunkeln scheint, sehen wir tatsächlich die Erscheinung des Sterns, wie er vor 630 Jahren aussah. Man kann also mit einiger Gewissheit sagen, dass Zeit nicht immer das ist, was sie zu sein scheint.

Diese Feststellung bildet die Grundlage für progressivere Konzepte. Greene erklärte, dass einige Physiker mittlerweile aufgrund jüngster Forschungen und Beweise glauben, dass eine unendliche Anzahl von Paralleluniversen im Kosmos existiert ? und dass wir unser Leben eben rein zufällig in einem von ihnen führen, ohne dass uns die Existenz der anderen bewusst wäre. Es ist noch gar nicht so lange her, da galten Theorien über Paralleluniversen als pure Science-Fiction. Mittlerweile implizieren jedoch jüngste kosmologische Betrachtungen, dass mehr dahinter steckt. Obwohl es viele verschiedene Ansichten darüber gibt, wie Paralleluniversen funktionieren, kommt eine der elegantesten Erklärungen von einem neuen Randbereich zeitgemäßer Physik: die so genannte String-Theorie. Diese Theorie besagt, dass das Universum aus kleinen Fäden von Membranen besteht, die in elf Dimensionen vibrieren. In dieser Theorie eines multidimensionalen Kosmos ist es möglich, dass parallele Universen womöglich nur den Bruchteil eines Millimeters voneinander entfernt liegen. Greene benutzt zur Anschauung gerne die Analogie, dass unser Universum und alles, was sich darin befindet, nur eine dünne Scheibe in einem unfassbar großen Laib Brot ist.

Obwohl die meisten dieser Theorien immer noch viele Fragen unbeantwortet lassen, suggerieren sie doch, dass Zeitreisen und Manipulationen der Vergangenheit oder Zukunft tatsächlich möglich sein könnten. Dr. Greene sagt: ?Die Erkenntnis, dass mehr hinter dem Universum steckt, als wir auf den ersten Blick glauben, hilft uns, unseren Platz im Kosmos wertzuschätzen.?

Bruckheimer fährt fort: ?Ein Verständnis von Paralleluniversen zu erlangen, war die größte Herausforderung, der wir uns bei der Entwicklung der Geschichte von DEJA VU zu stellen hatten. Indem wir die Experten um ihren Rat baten, wollten wir herausfinden, wie es uns möglich sein könnte, das Publikum davon zu überzeugen, dass diese Paralleluniversen wirklich existieren. Dass wir zwar hier sitzen und reden, es aber dennoch gleichzeitig einen weiteren Jerry geben könnte, der an einem anderen Ort etwas völlig anderes sagt. Und dann stellt sich die Frage, wie man eine Brücke zwischen diesen beiden Universen schlägt. Dieser Frage gehen wir in DEJA VU ebenfalls nach.?

Im Zeitfenster-Labor spielen sich vermeintlich merkwürdige Dinge ab, weil die Wissenschaftler so genannte Wurmlöcher benutzen, um den Abstand zwischen Vergangenheit und Zukunft zu überbrücken. Wurmlöcher, die man auch ?Einstein-Rosen-Brücken? nennt (basierend auf einem Papier von Albert Einstein und Nathan Rosen, in dem sie über eine Brücke, die sich schneller als das Licht zwischen einem schwarzen und einem weißen Loch bewegt, referieren) bzw. ?Weltall-Tunnels?, sind eine hypothetische Eigenschaft von Raum/Zeit, die eine Abkürzung zwischen einem Zeitpunkt und einem anderen ermöglicht. Ähnlich wie es auch bei schwarzen Löchern der Fall ist, entstehen Wurmlöcher aus Quellen mit ungemein großer Schwerkraft, die dafür sorgen, dass die Beschaffenheit von Raum/Zeit sich zu falten oder verzerren beginnt. Genau wie ein Wurm sich den Weg von einer Seite eines Apfels zur anderen bahnen kann, indem er sich durch den Apfel frisst, könnten Wurmlöcher einen schnellen Weg zu einem anderen Ort in diesem oder einem anderen Universum ermöglichen.

Können wir also Ereignisse verändern, die bereits passiert sind? Kann unsere Zukunft wirklich die Vergangenheit verändern? Die Antworten stehen frei zur Diskussion ? und das trägt zusätzlich zum Spaß an DEJA VU bei.

Tony Scott sagt: ?Ich will, dass die Menschen das Kino verlassen und davon überzeugt sind, dass diese Art von Zeitreise tatsächlich möglich ist. Vielleicht steht uns diese Technologie heute noch nicht zur Verfügung, aber schon morgen könnte sie möglich sein. Wenn die Zuschauer mit uns diesen Glaubenssprung wagen, dann werden sie sich in unserer Geschichte förmlich verlieren.?

Kein Ort kann es mit New Orleans aufnehmen: Die Produktion von "Déjà vu" Die Produktion von DEJA VU sollte im Herbst 2005 inmitten der Schönheit und unvergleichbar seelenvollen Atmosphäre von New Orleans beginnen. Doch im August 2005 schlug der Hurricane Katrina mit seiner ganzen gewaltigen Kraft zu und verwüstete die Südstaatenmetropole vor den Augen einer in ihren Grundfesten erschütterten Nation. Als die Aufräumarbeiten begannen, wurde die Produktion auf unbestimmte Zeit verschoben. Zunächst überlegten Jerry Bruckheimer und Tony Scott, ob sie anderswo in den USA nach einem Ersatzdrehort suchen sollten. Aber schnell waren sie sich einig: Von der einzigartigen Architektur des French Quarters hin zu den schwülen Sümpfen der Bayous ? es gibt einfach keinen Ort, der New Orleans ersetzen könnte. Beide hatten den Eindruck, dass die Stadt niemals zuvor die Unterstützung von außen mehr benötigt hatte als jetzt.

?Mich verbindet eine langjährige Liebesgeschichte mit New Orleans, wo ich schon eine Reihe von Filmen gedreht habe?, erzählt Bruckheimer. ?Tony war noch nie dort gewesen, aber auch er verliebte sich Hals über Kopf in all die französischen und spanischen Einflüsse, die sich in der Stadt entdecken lassen. Die Stadt hat eine ganz eigene Kultur, die absolut unvergesslich ist. Tony und ich wussten, dass das der richtige Ort ist, um die Geschichte von DEJA VU zu erzählen. Völlig zu Recht ist New Orleans wie eine weitere Figur in unserem Film.?

Weil sie es sich nicht vorstellen konnten, ihren Traum vom Dreh in New Orleans aufzugeben, blieben die Filmemacher in engem Kontakt mit der New Orleans Film Commission, während der Wiederaufbau stetig Fortschritte machte. Man hoffte, dass bald eine Zeit kommen würde, in der man wieder in der Stadt drehen könnte. Anfang 2006 hatte die Stadt ihre Infrastruktur wieder auf die Beine gestellt. Die Produktion von DEJA VU verschwendete keine Sekunde: Es war der erste Film, der nach Katrina in New Orleans gedreht wurde ? auch um anderen Produktionen ein Vorbild zu sein und zu zeigen, dass New Orleans als Drehort nichts von seinem Reiz verloren hatte.

Tony Scott sagt: ?Wir hatten das Drehbuch von DEJA VU so adaptiert, dass die Geschichte an den interessantesten Locations von New Orleans erzählt wird. Bei den Autoverfolgungsjagden und Fähren-Sequenzen zeigen wir unglaubliche Landschaften. DEJA VU zeigt eine Stadt in einer wunderschönen Zeitschleife ? was ja auch auf New Orleans selbst zutrifft.?

Die Einwohner von New Orleans zeigten sich ganz besonders hilfsbereit, um der Welt zu verstehen zu geben, dass sich wieder aufregende Filme in ihrer Stadt drehen lassen. ?Beim Dreh auf den Straßen von New Orleans wurde ich jeden Tag von Einwohnern angesprochen, die sich dafür bedankten, dass wir in ihrer Stadt in dieser Zeit der Not drehen?, merkt Jerry Bruckheimer an. ?Tony und ich sowie Cast und Crew waren besonders stolz, Teil der Wiedergeburt der Stadt zu sein und zur Rückkehr der Filmindustrie beizutragen.?

Als die Produktion in einem öffentlichen Aufruf in einem Einkaufszentrum in Metarie Statisten suchte, zeigte die Gemeinde überwältigendes Interesse: 5.000 Menschen tauchten auf, um besetzt zu werden. Die Produktion erhielt obendrein Unterstützung von vielen lokalen Regierungsorganisationen, darunter der Coast Guard, der National Guard, dem New Orleans Police Department, dem New Orleans Fire Department, EMS, dem Department of Transportation, dem Port of New Orleans, der Armee und vielen anderen, die zur Unterstützung eilten, wenn sie vonnöten war, ob es nun um die Schließung einer Brücke für eine Verfolgungsjagd ging oder das Absichern einer Gegend, damit eine große pyrotechnische Explosion gedreht werden konnte.

Während dieser frühen Tage des Wiederaufbauprozesses in der Stadt zu sein, war für alle Mitglieder von Cast und Crew hochgradig bewegend. Denzel Washington sagt: ?Ich war wirklich inspiriert von den Menschen, die ich in New Orleans kennenlernte, die darum kämpften, ihr Leben zu erhalten. Katrina war eine Tragödie jenseits jeglicher Vorstellungskraft. Ich setzte mich jeden Tag in meinen Truck und fuhr einfach so durch die Stadt, wo sich mir Meile um Meile Zerstörung präsentierte. Ich werde nie vergessen, was ich gesehen habe.?

DEJA VU hinterließ seine Spuren nicht nur, indem Jobmöglichkeiten geschaffen wurden und die lokale Wirtschaft angekurbelt wurde, sondern auch noch auf subtilere Weise. Beim Nachtdreh an der Fähre in Algiers musste die künstlerische Abteilung zusätzliche Beleuchtung an der Mississippi Bridge befestigen, damit man die Silhouette von New Orleans in ihrer ganzen Pracht zu Gesicht bekam. Viele Anwohner meinten, dass die Brücke erstmals seit Katrina wieder richtig gut aussehe.

Schlüssel zum Geheimnis und zu Action von DEJA-VU ist die gewaltige Explosion auf der Fähre, die Doug Carlin auf den Plan ruft. Als man in New Orleans angekommen war, mieteten die Filmemacher die Alvin Stumpf Ferry, ein gewaltiges, 70 Meter langes, 25 Meter breites und knapp 20 Meter hohes Boot, das normalerweise auf dem Mississippi River zwischen Canal Street und Algiers pendelt.

Mehr als einen Monat lang waren die Fähre und der Mississippi River die Arbeitsstätte von Cast und Crew. Auf engem Raum explodierten Autos, wurden Waffen abgefeuert, und hunderte von Statisten wurden angeleitet, das Chaos eines gewaltigen Desasters nachzuempfinden. Dann kam der entscheidende Moment: eine simulierte Explosion mit Flammen, die mehr als 100 Meter in die Höhe schossen ? und all das mitten auf dem Mississippi River unter der Crescent City Connection Bridge, während Tony Scott und seine Kameraabteilung 15 Kameras auf das Inferno richteten. Um mit dem flammenden Spektakel keine unnötige Panik zu verursachen, wurde die Explosion im Vorfeld in sämtlichen Medien der Stadt angekündigt.

Die Nachwirkungen der tödlichen Explosion war keinen Deut weniger komplex einzufangen, wobei die entscheidenden Action-Momente im Turning Basin des Mississippi River festgehalten wurden. Zusätzliche Elemente dieser Sequenz wurden in ruhigerem Gewässer in einem gewaltigen Wassertank in einem Studio gefilmt. Hier hatten die Filmemacher und die Stuntcrew komplette Kontrolle über die Elemente, während sie Autos versenkten und die Hauptdarsteller in Aktion unter Wasser aufzeichneten.

Bruckheimer sagt: ?Das war ein beeindruckender Anblick, als 20 Stuntleute aus verschiedenen Ebenen von der Fähre sprangen ? manche aus fast zehn Metern Höhe. Einige der Stuntleute zündeten sich vor ihrem Sprung selbst an. Das sah so realistisch aus. Es war unglaublich.?

Verfolgungsjagden durch die Zeit: So entstanden die innovativen Actionszenen von "Déjà vu" Beginnend mit der Fährenexplosion, baut sich die Spannung in DEJA-VU sowohl auf einer psychologischen wie auch einer körperlichen Ebene auf. Im gleichen Maße, in dem sich die Story steigert, steigert sich auch die Action, mit innovativen Verfolgungsjagden, die nicht nur über Straßen, sondern auch durch die Zeit gehen.

Für die Schauspieler waren die Herausforderungen gewaltig. Als Verdächtiger des Bombenanschlags wurde vor allem Jim Caviezel als Oerstadt auf die Probe gestellt ? immer und immer wieder. In einer atemberaubenden Szene wird Oerstadt mit einem Auto gegen ein anderes gepinnt ? weshalb Caviezel für diese verblüffend realistische Szene aus Sicherheitsgründen in einen Stahlkäfig gesteckt wurde. Der Schauspieler sagt: ?Sie packten mich in den Käfig und ließen dann zwei Autos auf mich zufahren. Ich musste schon meinen ganzen Mut aufbringen, dazu nicht Nein zu sagen. Ich musste einfach immer nur denken: Wenn der Käfig jetzt nachgibt, kann ich meine Beine vergessen.?

Caviezel musste auch MP-5-Maschinenpistolen abfeuern, was körperlich ungeheuer anstrengend ist. Um sich vorzubereiten, trainierte er während der Vorproduktion mit ATF-Agenten, die ihn tatsächlich mit scharfer Munition schießen ließen. ?Ich wusste, dass es glaubwürdig aussehen musste, wenn ich mit den Waffen herumwedle ? der Intensität wegen. Obwohl ich im Film mit Platzpatronen feure, wollte ich den Rückschlag und den Druck der Waffe rüberbringen. Wenn man mit Denzel Washington vor der Kamera steht, sollte man so gut vorbereitet sein, wie man nur kann.?

Washington hatte selbst ein paar haarige Momente zu überstehen. ?An einem Tag drehten wir unter einer Mississippi-Brücke. Allein um ans Set zu gelangen, mussten wir über das Geländer klettern und auf schmalen Planken in einer Höhe von 120 Metern balancieren?, erinnert er sich. ?Ich sah, wie Tony Scott über die Seite hinabstieg, aber der hat auch die Erfahrung eines Bergsteigers. Da muss man dann das eigene Ego überwinden. Mein Glaube wurde auf die Probe gestellt, aber es war cool, lustig und aufregend.?

Newcomerin Paula Patton wurde indes nicht nur gefesselt, geknebelt und geschlagen, sie musste auch eine Szene unter Wasser im Mississippi River drehen, während ihre Hände an ein zwei Kilo schweres Lenkrad gefesselt waren. Sie erklärt: ?Ich hatte keinen Schutz ? ich trug ja nur ein Sommerkleidchen und eine Lederjacke. Keine Rettungsringe oder Schwimmflügel. Tony wollte, dass es echt aussieht. Auf einmal war ich also mitten im Fluss mit seinen unberechenbaren Strömungen und strampelte um mein Leben. Im Fall von Schwierigkeiten hätten die Coast Guard und die Stuntcrew eingreifen können. Ich stand Todesängste aus, aber ich wollte einfach nicht Nein zu Tony sagen. Und es hat geklappt.?

Ganz besonders stolz ist Tony Scott auf die bis ins letzte Detail choreografierten Autoverfolgungsjagden, von denen er hofft, dass Filmfans sie ganz besonders in ihr Herz schließen werden.

?Die Autoverfolgungsjagden in diesem Film sind so cool. So etwas hat noch nie jemand gemacht?, sagt er. ?Wegen des Zeitreiseelements war eine zweigeteilte Verfolgungsjagd möglich, die gleichzeitig vor vier Tagen und im Jetzt spielt. Der Teil, der vier Tage früher angesiedelt ist, findet während der Nacht im Regen statt; die Jagd in der Gegenwart passiert tagsüber während des Berufsverkehrs. Denzel dreht mitten auf der Straße um und fährt auf einmal gegen den Verkehrsstrom. An einem Punkt gibt es fünf Zusammenstöße in nur 15 Sekunden. Das ist ziemlich wahnsinnig.?

Der Großteil der Autojagdsequenz findet auf der Mississippi Bridge statt, die den Osten und Westen von New Orleans verbindet. Die Brücke ist 100 Meter hoch, was bedeutete, dass es keinerlei Spielraum für Fehler gab ? auch nicht, während Autos nach rechts und links geschleudert wurden. Stuntkoordinator Chuck Picerni von Stunt Unlimited kommentiert: ?Alles musste präzise sein. Wir mussten die Verfolgung auf der Brücke aufregend gestalten, durften gleichzeitig aber auch die Sicherheit und den Aspekt, dass wir diese Hauptverkehrsstrecke für den Dreh schlossen, nicht aus den Augen verlieren. Es gab einen Moment, wo wir eine Stuntcrew von 50 Leuten inklusive Präzisionsfahrern und Stuntprofis beschäftigten.?

Der erfahrene Kameramann Paul Cameron, der mit Denzel Washington zuvor bereits an MAN ON FIRE (?Mann unter Feuer?, 2004) gearbeitet hatte, erhöhte die visuelle Spannung dieser Jagdszenen noch mit Hilfe einer besonderen Kameravorrichtung, die sich Ultimate Arm nennt und über einen langen Arm verfügt, der es einer Kamera ermöglicht, binnen fünf Sekunden um ein Auto zu schwingen.

Aber nicht alle Jagden in DEJA VU finden mit Autos statt. Jim Caviezel hatte das Vergnügen einer Verfolgungsjagd in einem Luftkissenschnellboot, mit dem man sich in Höchstgeschwindigkeit durch die Sümpfe bewegen kann. Dabei wurde er von drei Hubschraubern begleitet, die knapp über seinem Kopf kreisten und aufregende Aufnahmen aus der Vogelperspektive ablieferten.

?Junge, das war haarig?, schüttelt Caviezel den Kopf. ?Man fährt in einem dieser Boote besser nicht volle Pulle, denn die Lenkung ist nicht sehr präzise und man kann schnell die Balance verlieren. Es gab einen Moment, da war ein Hubschrauber in der Luft, zwei Airboats und drei Polizeiboote waren im Wasser. Plötzlich gab es fast vier Meter hohe Wellen und noch dazu Schüsse. Ich bin froh, dass unsere Stuntleute ausgezeichnete Athleten sind und alles immer unter Kontrolle hatten. Das machte es mir entschieden leichter. Ich bin sicher, dass es im Film spektakulär aussieht.?

Geheimnisse der Überwachung: Wie das Time-Window-Lab geschaffen wurde Dougs Suche nach den Ursachen des Anschlags auf die Fähre und sein Ringen um Verständnis dafür, wie in diesem Fall Vergangenheit und Zukunft zusammenhängen, führt ihn zu einer der spannendsten Locations von DEJA VU: das geheime Zeitfenster-Labor, in dem Doug Überwachungsaufnahmen vergangener Ereignisse betrachten kann.

Das Labor wurde in einem Studio in Los Angeles unter der Aufsicht von Szenenbildner Chris Seagers errichtet, der einen ganz bestimmten Auftrag von Tony Scott erhalten hatte: Das Labor sollte eine scharfkantige Hightech-Atmosphäre haben, alles sollte digital sein und auf der Höhe der Zeit, und dennoch sollten alle Kabel, Drähte und Leitungen offen zu sehen sein. Seagers sagt: ?Tony wollte, dass sich das Labor wie ein Work in Progress anfühlt, in dem Wissenschaftler und Agenten täglich ein und aus gehen. Er wollte das Gefühl erwecken, dass es sich um einen Ort handelt, an dem diese Leute den ganzen Tag unter Hochdruck arbeiten, also gibt es auch Chaos in diesem sehr engen und Klaustrophobie auslösenden Ort.?

Das gesamte Konzept des Zeitfenster-Labors spiegelt eine neue Welt wider, in der visuelle Überwachung mehr und mehr eingesetzt wird, um das Treiben auf Flughäfen, Tankstellen, an Geldautomaten, in Geschäften, Büros und auf Autobahnen zu kontrollieren ? und um kriminelle Handlungen rekonstruieren zu können. Bereits vor Katrina gab es in New Orleans ein Überwachungssystem mit sechs Satellitenkameras an verschiedenen Plätzen. Allerdings wurden sie während des Sturms zerstört. Überwachung spielte auch eine wichtige Rolle bei der Aufklärung der Bombenanschläge in der Londoner U-Bahn im vergangenen Jahr.

Nicht von ungefähr befindet sich im Zentrum des Labordesigns der Hauptüberwachungsbildschirm, der aus 72 einzelnen Kacheln besteht, sodass jedes beliebige Bild von 30 Zentimetern auf bis zu sechs Meter aufgeblasen werden kann. Eine eigene Crew war damit beauftragt, die Bilder aufzunehmen, die auf den Monitoren zu sehen sind. Letztendlich wurden etwa 500 Stunden Filmmaterial gedreht, das im Labor-Set auf die Bildschirme projiziert wurde.

High Speed und High Definition: Das visuelle Design von "Déjà vu" Der Look von DEJA VU ist so innovativ wie seine Geschichte. Jerry Bruckheimer sagt: ?Tony Scotts Filme haben einen ganz eigenen Look mit ihren schnellen Schnitten und ungewöhnlichen Kamerawinkeln. In DEJA VU setzt er viele seiner einzigartigen visuellen Techniken ein, um die Geschichte noch eindringlicher erzählen zu können.?

DEJA VU hält sich nicht an eine Form von Kameraausrüstung. Vielmehr kommt eine Hightech-Fusion von verschiedenen Kameras zum Einsatz, darunter eine High-Definition-Genesis-Kamera, mit der es möglich ist, auch bei wenig Licht qualitativ hochwertige Bilder zu liefern, und gleichzeitig ungewöhnlich mobil zu bleiben. Kameramann Paul Cameron war begeistert, dass er sie einsetzen konnte. ?Ohne die Genesis-Kameras hätten wir DEJA VU überhaupt nicht drehen können, weil sie uns ungewöhnlich große Flexibilität gestattete?, meint er. ?Rein konzeptionell ist der Hauptgrund für den Einsatz der Genesis in DEJA VU unser Zeitfenster-Labor-Set, das einen Blick in die Vergangenheit wirft und in einem Studio mit Rückprojektion gefilmt werden musste. Wir wollten das absolut schärfste und klarste Bild. Wenn wir dann das Zeitfenster mit den Schauspielern davor noch einmal drehten, waren die Bilder so scharf und dreidimensional wie nur eben möglich.?

Die visionäre Time-Track-Kamera von Digital Air, die in Filmen bislang immer eingesetzt wurde, um einen eingefrorenen Stopmotion-Look zu erzielen, wurde erstmals in einem Film als Effekt benutzt. Bei den Innenaufnahmen in Claires Haus wurden Paula Pattons Bewegungen ?mit Schlieren versehen?. Dadurch wurde ein beeindruckender Geistereffekt erzielt, indem 160 kleine Kameraobjektive gleichzeitig filmten. Eine ursprünglich für das Militär entwickelte Lydar-Kamera kam zum Einsatz, um Bauten wie Claires Haus zu scannen und Diagramme zu zeigen und auf diese Weise ein Gefühl für Räume im Zeitfenster zu erzielen. Mit der Lydar-Technologie lassen sich Menschen nicht scannen, also bat Tony Scott die Effektfirma Asylum, mithilfe eines Computers eine Lydar-Version eines Menschen zu erschaffen. Weitere 100 Effektaufnahmen wurden ebenfalls von Asylum abgewickelt.

Zusätzlich verließ man sich auf verschiedene Militärtechniken wie Infrarot, Thermal Imaging und Heat-Impulse-Visual-Imagery, um den Realismus des Films noch zu erhöhen.

Für Tony Scott bedeutete der Einsatz verschiedener Kameras lediglich, dem Kern der Geschichte auf die Spur zu kommen, in der es darum geht, wie Liebe und Action im Bruchteil einer Sekunde geschehen können, unabhängig von den üblichen Beschränkungen der Zeit. ?Für mich sind die verschiedenen Kameras eigentlich nur Werkzeuge, die man beim Lösen eines Falls braucht?, fasst er zusammen. ?All die Bilder in DEJA VU sollen nur dazu beitragen, die ungewöhnliche Mischung aus Romanze, Krimi und Zeitreise überzeugender zu gestalten.?

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: Buena Vista © 1994 - 2010 Dirk Jasper