Der Pakt - The Covenant

Produktionsnotizen

?Weißt du, was geschehen würde, wenn jemals die Wahrheit ans Licht käme?? (Evelyn Danvers)

Im Jahr 1692, in der Kolonie Ipswich in Massachusetts, schlossen fünf Familien mit unbeschreiblichen Kräften einen Pakt des Schweigens. Eine Familie dürstete nach mehr und wurde verbannt. Ihr Stammbaum verschwand spurlos ... bis heute.

Stell dir vor, du hast die Fähigkeiten, all das zu tun, was du möchtest ? aber je öfter du diese Macht nutzt, desto mehr schwächt sie dich.



Atemberaubende Action und fesselnde Spannung waren bei DER PAKT ? THE COVENANT nur ein Teil dessen, was Clint Culpepper, der Präsident von Screen Gems, an J.S. Cardones Original-Drehbuch faszinierte. ?Ich wollte eine Art The Lost Boys (Lost Boys, 1987) für die heutige Generation machen, und dies war genau das Skript, das mir die Vorlage dafür lieferte?, sagt Culpepper.

Den Produzenten Tom Rosenberg reizte besonders der clevere Subtext des Drehbuchs, der auf subtile Weise mit zeitgenössischen sozialen Problemen spielte, unter anderem mit Drogenabhängigkeit und dem Gefühl der Unverwundbarkeit, das viele Teenager empfinden.

?Der Film funktioniert natürlich als reiner Fantasy-Thriller, aber er ist genauso eine mahnende Fabel für junge Menschen?, bemerkt der Vorsitzende von Lakeshore Entertainment, zu dessen wohl größten Erfolgen als Produzent Clint Eastwoods vierfach mit dem Academy Award® ausgezeichnetes Drama Million Dollar Baby (Million Dollar Baby, 2004) sowie die Horror-Hits The Exorcism of Emily Rose (Der Exorzismus von Emily Rose, 2005) und Underworld (Underworld, 2003) und dessen Fortsetzung Underworld: Evolution (Underworld: Evolution, 2006) zählen. ?Es geht um fünf Freunde, 16 und 17 Jahre alt, die durch ein geheimes Band miteinander verbunden sind und nun kurz davorstehen, ihre übernatürlichen Kräfte voll ausschöpfen zu können. Der Rest der Welt muss sich den Gesetzen der Physik unterwerfen, aber diese Jungs haben das nicht nötig. Das Problem ist nur: Jedes Mal, wenn sie ihre Kräfte einsetzen, verkürzt das ihre Lebenserwartung und das kann man als Metapher für viele Dinge sehen.?

Der gebürtige Finne Renny Harlin war von dem Moment an, in dem er das Drehbuch in Händen hatte, Feuer und Flamme für das Projekt. Harlin hatte sich durch seine Erfahrungen bei A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master (A Nightmare on Elm Street 4, 1988) und das Prequel Exorcist: The Beginning (Exorzist: Der Anfang, 2004) bereits als versierter Horrorfilmer erwiesen, ebenso wie durch Filme wie Die Hard 2: Die Harder (Stirb langsam 2 ? Die Harder, 1990) als exzellenter Regisseur von Action-Blockbustern.

?Als ich DER PAKT ? THE COVENANT las, fühlte ich, dass dies eine Geschichte war, die ich so lange nicht mehr gesehen hatte?, sagt Harlin. ?Im Zeitalter von Filmen wie Harry Potter and the Goblet of Fire (Harry Potter und der Feuerkelch, 2005) sind wir gewöhnt, Geschichten über Zauberer, die für Kinder gemacht sind, zu sehen,? eine für Jugendliche und Erwachsene ist sehr ungewöhnlich. Dieser Film gab mir die Gelegenheit, jenen ultimativen Wunsch zu erforschen, dass man Kräfte haben möchte, die alles ermöglichen.?

?Außerdem reizte mich die Tatsache, dass diese jungen Menschen an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehen?, fährt Harlin fort. ?Sie sind in einer Phase, in der sie sich schweren Entscheidungen und unbequemen Themen stellen müssen und in denen sich ihr Leben grundlegend verändert. Wie alle von uns möchten sie gern zur Gesellschaft gehören und ein ganz normales Leben führen ... aber diese Jungs stehen vor besonderen Herausforderungen, dem besonderen Vergnügen, aber auch der besonderen Gefahr, die ihre magischen Kräfte mit sich bringen.?

Darüber hinaus schätzte Harlin an dem Skript, dass es sich normalem Schubladendenken verweigerte. ?Filme tendieren dazu, in klaren Kategorien daherzukommen?, sagt der Regisseur. ?Fantasy-Filme, Thriller, Komödie, Horrorfilme. Aber DER PAKT ? THE COVENANT nimmt die verschiedensten Genres und verbindet sie zu etwas Einzigartigem. Und so sieht man sich einen Film an, der sehr unterhaltsam, sehr visuell, sehr aufregend, sehr gruselig und sehr düster ist. DER PAKT ? THE COVENANT ist eben kein typischer Thriller.?

In einer Zeit, in der in Hollywood ständig zeitgenössische Comics und Graphic Novels als Vorlagen für Filme genommen werden ? man denke nur an Hellboy (Hellboy, 2004), Sin City (Sin City, 2005) und V For Vendetta (V wie Vendetta, 2005) ? stellten die Filmemacher dieses Prinzip bei DER PAKT ? THE COVENANT auf den Kopf: Das Skript von J.S. Cardone inspirierte eine Reihe von vier Graphic Novels von Aron Coleite, ein Autor, der schon Drehbücher für die TV-Serie ?Crossing Jordan? geschrieben hatte, und dem Zeichner Tone Rodriguez, der unter anderem dem Comic ?Violent Messiahs? Gestalt gegeben hatte.

Aber obwohl das Material ein idealer Ausgangsstoff für Comics war, wählte Harlin eine andere Ästhetik, um die Geschichte auf die Leinwand zu bringen. ?Es gibt prinzipiell nur zwei Stilformen von Comicverfilmungen?, bemerkt er. ?Einmal die sehr farbenfrohen, übersättigten Adaptionen und auf der anderen Seite die düsteren, trüben Comicverfilmungen. Wir wollten unseren ganz eigenen Stil erschaffen, der in keines dieser beiden Lager fällt, aber der sein eigenes grafisches Gefühl vermittelt. Es war eine interessante Herausforderung, eine Welt zu erschaffen, die faszinierend, finster und anders ist, aber ihre Grundlage in unserer Realität hat.?

Lange bevor die erste Einstellung gefilmt wurde, definierte Harlin sorgfältig den Look und den Stil des Films. ?Renny hat im Grunde aus dem Skript heraus ein Buch kreiert?, erinnert sich Rosenberg. ?Er fertigte Zeichnungen an, hat Fotos aus Magazinen herausgenommen und sie mit seinen Skizzen kombiniert, damit er uns sein Konzept des Films vom Anfang bis zum Ende vorstellen konnte. Es war wie eine Graphic Novel des Drehbuchs. Es war einfach fantastisch! Und er hat jedes einzelne seiner Versprechen eingelöst.?

Eine zauberhafte Besetzung ?Ich habe Angst, Caleb. Hier geschieht etwas Seltsames ...? (Sarah Wenham)

Als es daran ging, das Ensemble für DER PAKT ? THE COVENANT zusammenzustellen, waren sich die Filmemacher von Anfang an einig, dass sie sich darauf konzentrieren wollten, die besten und viel versprechendsten jungen Talente zu besetzen anstatt auf etablierte Stars zu setzen.

?Das Großartige an der Arbeit mit jungen Schauspielern?, bemerkt Harlin, ?ist, dass sie so gierig und so leidenschaftlich bei dem sind, was sie tun. Sie gehen nicht einfach zurück in ihren Trailer und hängen dort rum, telefonieren mit ihren Managern und machen Yoga-Sitzungen klar. Sie bleiben mit dir am Set, sie beobachten ganz aufgeregt den Prozess des Filmemachens und werden nicht müde, neue Dinge auszuprobieren. Darauf baut schließlich ein wirklich familiäres Gefühl auf.?

?Ich habe talentierte junge Schauspieler gesucht, die kurz davor stehen, richtige Stars zu werden?, fährt Harlin fort. ?Aus Hunderten und Aberhunderten von Kandidaten haben wir diese Gruppe von Darstellern ausgewählt, die das Talent haben, diese Figuren glaubwürdig zum Leben zu erwecken. Unsere Schauspieler haben vorher schon Filme gemacht, aber sie hatten ihren Durchbruch noch nicht ... bis jetzt jedenfalls.?

Der Produzent Tom Rosenberg machte Harlin und Screen Gems? Präsidenten Clint Culpepper auf Steven Strait für die Rolle des Caleb aufmerksam. ?Ich bin der festen Ansicht, dass Steven mal ein großer Filmstar werden wird?, meint Rosenberg.

Straits Karriere jedenfalls deutet ganz darauf hin ? in wenigen Jahren hat er es geschafft, von den Gastrollen in Serienhits wie ?Third Watch? über den Part von Warren Peace in Disneys Superhelden-Comedy Sky High (Sky High ? Diese Highschool hebt ab!, 2005) neben Kurt Russell und Kelly Preston eine Hauptrolle in Roland Emmerichs prähistorischem Epos 10.000 B.C. (2007) zu ergattern.

Steven Strait gibt zu, dass für ihn die Tatsache, dass DER PAKT ? THE COVENANT von einer Graphic Novel inspiriert wurde, einen Großteil seiner Faszination für das Projekt ausmachte. ?Ich sammle seit Jahren Comics. Als Kind habe ich Hunderte von Comics gekauft. Es ist immer interessant, wenn man darin von einer Welt absorbiert wird, die man kaum greifen kann, in die man aber trotzdem mental eintauchen kann. Es ist eine großartige Fluchtmöglichkeit. Wenn man einen guten Comic liest, nimmt er einen immer dahin mit, wo man hin möchte. Genau das ist bei diesem Film auch der Fall.?

Seine Figur Caleb Danvers beschreibt Strait als ?Anführer?. Er hat einen Sinn für seine Verantwortung und weiß, was übernatürliche Kräfte mit seiner Familie gemacht haben. Und er will seine Kräfte nicht missbrauchen. Er ist für sein Alter schon sehr erwachsen und ich kann das in einigen Dingen sehr gut nachvollziehen. Ich denke, man kann über ihn sagen, dass er sich gern um andere kümmert.?

Die Person, die Caleb am meisten am Herzen liegt, ist seine Mitschülerin Sarah Wenham, die von Laura Ramsey gespielt wird ? einer sehr beschäftigten jungen Schauspielerin, die vor einigen Jahren direkt aus ihrer High School in Rosendale, Wisconsin, nach Los Angeles kam und im klassischen Hollywood-Stil entdeckt wurde ? als sie in einem Restaurant am Sunset Boulevard kellnerte.

Nachdem sie im Jahr 2004 eine Hauptrolle in der ABC-Serie ?The Days? gespielt hatte, bekam Ramsey ihren ersten Kino-Part in Catherine Hardwickes Skateboard-Drama Lords of Dogtown (Dogtown Boys, 2005) mit Heath Ledger, Nikki Reed und Rebecca De Mornay. Im gleichen Jahr stand sie neben Agnes Bruckner, Bijou Phillips und Method Man in dem Horrorthriller Venom (Venom ? Biss der Teufelsschlangen, 2005) und Edward Furlong und Jamie Pressly in Cruel World (2005) vor der Kamera. In diesem Jahr sah man sie an der Seite von Amanda Byrnes und Channing Tatum in der DreamWorks/Lakeshore Entertainment-Komödie She?s the Man (She?s the Man, 2006), einer zeitgemäßen Adaption von Shakespeare?s ?Twelfth Night?.

?Meine Figur Sarah ist die Neue an der Schule?, erläutert Ramsey. ?Es ist eine sehr renommierte Schule, an der alle Kids reich sind. Ich spiele die Neue von der Boston Public und habe kein Geld, aber ich glaube fest daran, dass mein Besuch an dieser Schule mir meinen Traum erfüllen kann, in Harvard zu studieren.?

Ramsey hat Ähnlichkeiten zwischen sich und ihrer Figur festgestellt ? Parallelen, die sie laut Renny Harlin durchaus ausspielen sollte. ?Ich ziehe mich zum Beispiel genau so an wie sie. Sie ist ein bisschen verrückt und wild und manchmal geht es mir ebenso. Und sie mag Steven Strait ... und ich finde auch, dass er echt süß ist.?

Harlin lobt seine junge Hauptdarstellerin in den höchsten Tönen: ?Laura ahnt nicht mal, wie gut sie ist. Sie war sich selbst gegenüber eine so harte Kritikerin, dass ich mich dazu entschieden haben, ihr einige Muster zu zeigen, so dass sie selbst sehen konnte, wie gut alles voranging. Ich kann mir kaum vorstellen, wie gut sie irgendwann mal sein wird.? Im Ensemble spielt darüber hinaus die vielfach preisgekrönte Schauspielerin Wendy Crewson (?Sex Traffic?, 2004; ?The Many Trials of One Jane Doe?, 2002) als Calebs Mutter Evelyn Danvers. ?Sie ist ein bisschen ,Norma Desmond??, sagt Crewson und erinnert damit an die verbitterte, exaltierte Leinwand-Diva, die von Gloria Swanson in Billy Wilders Klassiker Sunset Boulevard (Boulevard der Dämmerung, 1950) dargestellt wurde. ?Ich bin sehr gemein und böse. Es hat mir großen Spaß gemacht, das zu spielen.?

?Evelyn ist der Leim, der ihre Familie zusammenhält?, fährt die Schauspielerin fort. ?Aber obwohl sie um ihren Mann trauert und fürchtet, dass auch ihr Sohn dessen Weg einschlägt, sieht sie stets gut aus! Sie hat eine fabelhafte Frisur und läuft ständig im Nachthemd herum.?

Strait, mit dem Crewson beinahe ständig auf der Leinwand zu sehen ist, gibt seine tiefe Bewunderung für die Schauspiel-Veteranin zu: ?Wendy ist eine famose Schauspielerin und eine fantastische Person?, sagt er. ?Ich finde es großartig, wenn jemand, der schon so viel erreicht hat und auf eine so eindrucksvolle Arbeit zurückblicken kann, so bodenständig ist. Sie ist jemand, mit dem man gern einen Abend verbringen möchte, mit dem man hervorragend reden und von dem man viel lernen kann. Vor und während ihrer Szenen ist sie absolut fokussiert. Sie isst etwas oder sie sitzt einfach nur da, aber wenn sie an der Reihe ist, ist sie auf den Punkt wieder in ihrer Figur.?

Für Crewson war die größte Herausforderung an dem Projekt jene Aufnahmen, die vor der ?green screen? gefilmt wurden ? ein Prozess, bei dem später der Szene computergenerierte Bilder zugefügt werden. ?Ich bin besser, wenn ich an einer Spüle stehe, mit einem Küchentuch in der Hand und weine?, grinst die Schauspielerin. ?Das kann ich eben am besten, dabei fühle ich mich am wohlsten. Alles, was ich in diesem Film tue, hängt von den Special Effects ab. Sie bearbeiten sogar meine Gesichtsausdrücke am Computer. Das einzig Reale an mir ist mein Haar ... naja, um ehrlich zu sein: Selbst das ist nicht echt.?

Trotz ihrer Hightech-Phobie hat Wendy Crewson nur höchstes Lob für Renny Harlin übrig: ?Er hatte eine grandiose Vision des Films ?, sagt sie. ?In seinem Büro hingen etliche Bilder, die zeigten, wie alles aussehen sollten, also konnten wir da schon nachvollziehen, mit was wir es zu tun bekommen würden. Es war fantastisch. Ich fand es toll, mit Renny zu arbeiten.?

Bei der Besetzung von Calebs Erzfeind Chase Collins wählten die Filmemacher den Schauspieler Sebastian Stan aus, der auf der Leinwand bisher als Isabella Rossellinis Sohn in dem Independent-Film The Architect (2006) sowie in dem hoch gelobten Film Red Doors (2005) und in Tony?n?Tina?s Wedding (2005) ? einem Film, der auf der Theaterkomödie mit der längsten Laufzeit der Geschichte basiert ? zu sehen war.

?Meine Figur wird schon früh vorgestellt und man sieht sie mit gemischten Gefühlen?, sagt Stan. ?Niemand weiß wirklich, was Chase für ein Typ ist. Aber er taucht einfach auf und will mit den Jungs, besonders mit Caleb, Freundschaft schließen und er passt sehr gut zu ihnen.?

Stan hatte kein Problem damit, sich mit diesem Aspekt seiner Figur zu identifizieren. ?Als ich klein war, sind wir oft umgezogen, also war ich immer irgendwie der Neue an der Schule und habe immer versucht, cool zu sein. Ich bin sehr glücklich, dass ich die Gelegenheit hatte, diesen Part zu spielen. Ich glaube, es ist uns allen gut gelungen, eine Gruppe von Highschool-Kids darzustellen. Klar, einige von uns haben übersinnliche Kräfte, aber wir alle haben auch Gefühle. Wir spielen junge Menschen und es ist schön, die Unschuld und Unsicherheit auszudrücken, die man in diesem Alter besitzt.?

Auch Taylor Kitsch aus Snakes on a Plane (Snakes on a Plane, 2006) und der TV-Serie ?Friday Night Lights? gehörte als Calebs bester Freund, der wilde Motorradfahrer Pogue Parry, mit zu dem Ensemble sowie die aus Vancouver stammende Jessica Lucas (She?s the Man, ?The L Word?) als Kate Tunney, Sarahs reiche und schöne Mitbewohnerin sowie Toby Hemingway aus den TV-Serien ?Bones? und ?Summerland? als blondes Problemkind Reid Garwin und der Texaner Chace Crawford als Tyler Sims, der jüngste der vier Söhne von Ipswich.

Harlin gibt zu Protokoll, dass er einige verschiedene Techniken genutzt hat, um seinen jungen Schauspielern zu helfen, ihre Charaktere und die dunkle, gefährliche Welt, in die sie hinabsteigen, zu verinnerlichen. ?Ich habe mit ihnen sehr viel über das Drehbuch gesprochen. Ich habe ihnen meine Storyboards gezeigt, so dass sie alles besser visualisieren konnten und eine Vorstellung davon bekommen haben, wie der Ton und die Atmosphäre des Films aussehen sollten. Ich habe auch Musik benutzt, um eine passende Stimmung zu erzeugen, damit die Schauspieler besser in die Atmosphäre von bestimmten Szenen eintauchen konnten.?

Die Schauspieler waren ihrerseits stets dankbar für Harlins Bereitschaft, sie ihre Rollen selbst erforschen zu lassen. ?Das Großartige an Renny ist, dass er stets ein offenes Ohr hat?, sagt Steven Strait. ?Er hört sich jede Idee an und ist für Dinge offen, von denen man glaubt, dass sie der Figur in diesem Moment dienlich sein könnten. Es war ein großartiger Prozess der Zusammenarbeit, den wir mit Renny hatten. Wir wussten, dass er uns den Raum gibt, Ideen eine Chance zu lassen.?

Die visuelle Magie von DER PAKT ? THE COVENANT ?Nur der Bund wird die Wahrheit wissen. Aber für sie wirst du zu einer Legende werden. Zu demjenigen, der sein Leben für sie gegeben hat ...? (Chase Collins)

Die Balance zwischen den fantastischen Elementen (eine Gruppe von Teenagern mit übermenschlichen Kräften) und den eher realistischen Themen (Liebe, Freundschaft und Rivalitäten in einer Gruppe von Schülern mit verschiedenen familiären Hintergründen) war laut Rosenberg eine der größten Herausforderungen für die Filmemacher. Nirgendwo war diese Balance für Harlin und sein Team wichtiger als der visuellen Umsetzung und dem Einsatz modernster Special Effects.

?Wir zeigen Menschen, die von Klippen springen und das kann man nicht ohne visuelle Effekte bewerkstelligen?, erläutert Rosenberg. ?Auf der anderen Seite drehten wir keinen reinen Special-Effects-Film. Wir brauchten diese visuelle Komponente, um unsere Geschichte zu illustrieren, aber wir durften es keinesfalls übertreiben.?

?Digitale Effekte erlauben es uns, beinahe jede Art von Universum für die Leinwand zu erschaffen?, erklärt Renny Harlin. ?Aber bei uns dreht es sich nicht um eine Fantasie-Welt. Es ist eben kein Science-Fiction-Universum, sondern alles basiert auf der Realität. Ich wollte, dass die Zuschauer denken: ,Das erinnert mich an meine Schule oder mein Zuhause, aber irgendwie ist es doch anders. Es ist aufregender und ich wäre so gern ein Teil davon.? Gleichzeitig haben die Special Effects uns erlaubt, unglaubliche Actionsequenzen und diese Momente zu erschaffen, in denen die Jungs ihre magischen Kräfte einsetzen. Also lag es ganz an ihnen, dass der Film perfekt wird.?

Um das Budget des Films für die visuellen Effekte möglichst effizient einsetzen zu können, entschieden sich die Produzenten, in Montreal zu drehen, einem Kino-Mekka, das finanzielle Vorteile wie Steuervergünstigungen, Finanzierungshilfen seitens der Regierung und einen ausgesprochen günstigen Wechselkurs bietet und in dem man gleichzeitig auf talentierte Produktionsprofis und Drehorte, die Neuengland, dem Handlungsort von DER PAKT ? THE COVENANT ähneln, zurückgreifen konnte.

?In Montreal sind einige sehr fähige Visual-Effects-Studios ansässig?, sagt Andre Lamal von Lakeshore Entertainment, der als ausführender Produzent für den Film verantwortlich ist. ?Das Geld, das wir gespart haben, konnten wir dort wunderbar anlegen ? wir haben ordentlich Krawall für unsere Kohle bekommen.?

Die Arbeit in Montreal versetzte die Produktion darüber hinaus auf den Heimatboden des preisgekrönten, in Quebec geborenen Kameramannes Pierre Gill, der unter anderem die TV-Miniserien ?Joan of Arc? (?Jeanne d?Arc ? Die Frau des Jahrtausends?, 1999) und ?Hitler: The Rise of Evil?(?Hitler ? Der Aufstieg des Bösen?, 2003) aufgenommen hatte.

Gill vergleicht die einzigartigen Actionsequenzen aus DER PAKT ? THE COVENANT mit einem anderen bahnbrechenden und visuell atemberaubenden Film: ?Nach The Matrix (Matrix, 1999), wo man grandiose Actionszenen mit fliegenden Menschen erfand, haben etliche Filme genau diese Technik benutzt.

Die Figuren in unserem Film fliegen ebenfalls, aber wir haben einen anderen Zugang zu ihren Bewegungsabläufen bei Kämpfen gefunden. Normalerweise kontrolliert man die Bewegungen von Schauspielern manuell, da sie an einem Kabelsystem hängen und fliegen. Techniker ziehen an Kabeln, die Schauspieler fliegen in die Richtung, in die die Kabel gezogen werden und fallen wieder nach unten, wenn sie losgelassen werden. Aber wir haben ein computergestütztes System benutzt, das ursprünglich für den Cirque de Soleil erfunden wurde, der mit sehr vielen Flug-Effekten arbeitet. Ein computergestütztes Kabelsystem heißt, dass wir nicht nur jede Bewegung der Schauspieler in der Luft kontrollieren können, sondern dass wir auch präzise jeden Ablauf vorhersagen und ihn exakt auf die gleiche Weise wiederholen können. Es ist ein großartiges System.?

Darüber hinaus wollte Harlin das Gleichgewicht zwischen Realismus und Fantasy bewahren, in dem die Schauspieler so viele Stunts wie möglich selbst absolvieren sollten. ?Eine weitere Besonderheit an diesem Film ist, dass die Action von den Darstellern selbst gemacht wird?, erklärt der Regisseur. ?Und die Flugsequenzen sind nicht wirklich mit digitalen Effekten hergestellt worden. Unser Kabelsystem ? das zum ersten Mal überhaupt bei einer Filmproduktion benutzt wurde ? versetzte unsere Schauspieler in die Lage, sich in der Luft zu bewegen, nach oben, nach unten, zur Seite. So konnten sie diese atemberaubenden und manchmal ballettartigen Bewegungen selbst ausführen und wir mussten nicht auf Stuntleute oder gar digitale Bearbeitung zurückgreifen. So waren wir in der Lage, dem Publikum eine wahrlich einzigartige und ungewöhnliche Erfahrung zu bieten.?

Steven Strait, sein Hauptdarsteller, pflichtet ihm bei: ?Es hilft immer, wenn man in einer Szene seine eigenen Stunts ausführen kann. Man bekommt ehrliche Reaktionen. Und ich glaube, dass das, was wir mit dem Kabelsystem angestellt haben, dem Fliegen am nächsten kommt ? vielleicht abgesehen von Fallschirmspringen oder Bungeejumping. Ich meine, wie oft im Leben fliegt man schon mit einer Affengeschwindigkeit 20 Meter über dem Boden? Es ist ein Wahnsinnsrausch und ein Gefühl der absoluten Freiheit. Wenn ich eine von Calebs Fähigkeiten auswählen dürfte, würde ich das Fliegen wählen. Wer will nicht schon gern mal fliegen können??

Um sich gebührend auf ihre Stunts vorzubereiten, mussten sich die Schauspieler einem ausgiebigen Training unterziehen. Außerdem mussten sie sich daran gewöhnen, ihre Dialogzeilen in einem leeren Set vor einer Green Screen vorzusprechen. ?Das ist definitiv etwas, an das man sich erst mal gewöhnen muss?, bemerkt Strait. ?Es ist eine ziemliche Herausforderung, an einem Tag durch die Luft geschossen zu werden und sich am nächsten Tag vorstellen zu müssen, dass man irgendwo auf einer Klippe steht. Es ist schwer, aber man schafft es.?

Ramsey war ebenfalls begeistert, ihre Erfahrungen an Filmsets ausbauen zu können. ?Ich musste für eine Reihe von Unterwasser-Aufnahmen trainieren, so dass es so aussah, als würde ich in einer Szene schweben?, erinnert sie sich. ?Also habe ich geübt, 45 Sekunden lang unter Wasser zu bleiben und nicht nach Luft zu schnappen. Am Ende haben sie mir ein Atemgerät gegeben und mir die Nase mit Wachs verschlossen, damit beim Drehen keine Luftblasen rauskamen.?

Die männlichen jungen Stars des Films haben bei einem weiteren Special Effect buchstäblich große Augen gemacht ? nämlich als sich ihr Blick gespenstisch schwärzt, wenn ihre Figuren ihre Zauberkräfte einsetzen. Dieser Effekt wurde durch den Einsatz von speziellen Kontaktlinsen erreicht.

?Es hat schon weh getan, sich diese Kontaktlinsen einzusetzen?, sagt Taylor Kitsch, der die Rolle des Pogue verkörpert. ?Und wenn wir sie zu lange drin hatten, konnte es geschehen, dass sie unsere Augen komplett irritierten und uns die Tränen die Wangen runterliefen. Aber sie haben uns dennoch geholfen, uns in die Figuren hineinzuversetzen und den Moment einzufangen. Wenn wir sie erst mal eingesetzt hatten, haben wir uns gefühlt, als würde etwas mit uns geschehen, als wären wir auf einmal jemand anders.?

Ebenso konsequent setzte Renny Harlin bei seinem Zugang zum Look des Films jene Details um, die nichts mit Special Effects zu tun hatten. ?Die Farben, die wir benutzt haben, die Outfits der Schauspieler, die Beleuchtung der Sets, die Kameraeinstellungen ... bei all dem waren wir sehr bedächtig?, sagt er. ?Ich wollte die Ereignisse für das Publikum nicht einfach dokumentieren. Ich wollte die Zuschauer an die Hand nehmen und sie auf dieser Reise führen. Mir war es wichtig, dass sie sozusagen selbst vor Ort sind, die Geschichte präzise erfahren und dabei für sich selbst den richtigen Mix aus Angst, Aufregung und Genuss erschaffen.?

Mit dieser Art stilisierter Komposition fühlte sich Gill, der kurz vorher Maurice Richard (2005) fotografiert hatte, ein Biopic über den berühmten Hockeyspieler der Montreal Canadiens, für den er eine Jutra-Award-Nominierung in der Sparte Best Cinematography erhalten hatte, wie zu Hause.

?Bei DER PAKT ? THE COVENANT haben wir versucht, einen Look zu schaffen, der auf einen besondere Weise soft ist?, bemerkt Gill. ?Unseren Farbton sieht man heutzutage nicht allzu oft. Viele Filme sind sehr blau. Wir haben kein Blau benutzt, sondern eine Art starren, dunklen Ton mit einer entsättigten Farbpalette. Es gibt bei uns nicht viele Farben, die hervorstechen. Es ist ein wenig wie ein Gemälde von Vermeer mit einem sehr sanften Licht.?

Die vielen lichtlosen Settings des Film stellten die Crew vor weitere Herausforderungen, erinnert sich der Chefkameramann. ?Als ich das Skript las, wusste ich, dass dies nicht gerade einfache Dreharbeiten werden. Wenn jede Szene, die man liest, mit den Worten ?Nacht, Nacht, Nacht, Wald außen, Autofahrt, Regen, Gewitter? beginnt, weißt du: Das wird schwer werden. Wir haben jede Menge Leute gebraucht, um die Sets vorzubereiten, wir haben viele Kameras benutzt und wir mussten in manchen Nächten drei Kilometer lange Waldstücke ausleuchten. Das ist eine ganze Menge Licht und dafür braucht man eine ganze Menge Menschen.?

?Manchmal haben wir die ganze Nacht Außenaufnahmen gedreht?, fährt Gill fort. ?Es war vier oder fünf Uhr morgens und ungefähr minus zehn Grad, aber es fühlte sich an wie bei einer Sommerparty. Und Renny hatte 250 Teenager da draußen, die tanzten und sich bewegten und ? überzeugend! ? so taten, als hätten sie eine tolle Zeit und würden sich nicht gerade alles abfrieren. Und dann war da natürlich der Regen, das Gewitter und der Schlamm. Manchmal standen wir knietief im Schlamm und mussten trotzdem unsere Kamerawagen auf den Schienen zum Laufen bringen. Aber man will ja diesen Film sehen!?

Ebenso sorgfältig wie alles andere wählte Harlin auch die Drehorte aus. ?Wir setzten auch auf Sets und Szenerien, besonders auf die High School, um den Film auf diesem speziellen Stil aufzubauen, den wir versuchten zu erschaffen?, gibt Harlin zu Protokoll. ?Also haben wir lange nach einer Schule gesucht, die in Neuengland hätte stehen können, die aber gleichzeitig einen sehr gothischen und speziellen Look hat.?

Der Ausführende Produzent Lamal ergänzt: ?Montreal hat große Ähnlichkeit zu den Landschaften in Neuengland. Die Location für die Spenser Academy fanden wir beispielsweise in Lennoxville, in den Eastern Townships. Sie hatte diesen perfekten, anglo-amerikanischen Neuengland-Look mit den roten Ziegelsteinen, nach dem wir gesucht hatten. Außerdem haben wir einige großartige Innenkulissen in Herrschaftshäusern der McGill University und um Montreal herum gefunden. Es ist einfach eine wunderschöne, vielseitige Stadt.?

Die akribische Vorbereitung und Aufmerksamkeit, die Renny Harlin jedem Detail widmete, die Leidenschaft des Regisseurs und seine Lust aufs Abenteuer scheint in dem finalen Ergebnis durch, bemerkt Gill. ?Renny ist ein sehr witziger Typ und das ist sehr wichtig, denn er hat es geschafft, während der ganzen Produktion eine positive Energie zu bewahren. Das ist vielleicht etwas, was die Zuschauer nicht sehen können, aber sie werden es mit Sicherheit fühlen.?

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: Sony Pictures © 1994 - 2010 Dirk Jasper