Nachts im Museum

Produktionsnotizen

NACHTS IM MUSEUM erzählt von einem fantasievollen Traum, der in jedem, der schon einmal mit staunenden Augen durch ein Museum gewandert ist, heimlich schlummert: Die unglaubliche Vorstellung, dass die ausgestopften Tiere und die Statuen der Vergangenheit plötzlich ihre Podeste verlassen, nicht länger Ausstellungsexponate sind und im hier und jetzt lebendig werden.


?Ich glaube, die meisten von uns haben das schon mal erlebt, wenn sie an einer Statue in einem Museum vorbeigehen. Plötzlich könnte man schwören, sie hat uns mit den Augen verfolgt,? erzählt der Regisseur des Films, Shawn Levy. ?Es ist ein bisschen unheimlich, aber auch sehr cool, sich vorzustellen, was geschehen würde, wenn das passiert. Und für einen Filmemacher ist es genau diese Art von unglaublicher, wilder, ?Was wäre wenn-Handlung?, der man nur schwer widerstehen kann.? Von Anfang an erwies sich die Idee zu NACHTS IM MUSEUM als sehr reizvoll. Das Interesse war bereits geweckt, als der kroatische Illustrator Milan Trenc zum ersten Mal ein Kinderbuch zeichnete, in dem der neue Nachtwächter des Naturkundemuseums in New York wegdöst, um beim Aufwachen festzustellen, dass eines der hochragenden Dinosaurier-Skelette, das er bewachen soll, auf mysteriöse Art herumgewandert ist. Plötzlich sieht sich der Wächter von sprechenden, knurrenden und herumschleichenden Statuen umgeben, die ein Chaos verursachen. Mit seinem geistreichen Humor und der bezaubernden Idee eines einfachen Mannes im Ringen mit den größten Legenden der Vergangenheit wurde die Geschichte zu einem Familien-Hit.

Und sie schien wie gemacht für eine filmische Umsetzung. Fox erwarb die Option, mit Chris Columbus und Michael Banathan von 1492 Pictures als Produzenten und Mark Radcliffe als Ausführendem Produzenten. Die drei Filmemacher, die später zeitgemäßen Humor und neueste Effekte in moderne Klassiker wie die ?Harry Potter?-Serie bringen sollten, hatten für NACHTS IM MUSEUM eine umfangreiche Geschichte im Sinn.

Als Fox-Manager das Buch den Drehbuchautoren Thomas Lennon & Robert Ben Garant vorlegten ? die als Partner des TV-Erfolgs ?Reno 911? und der nachfolgenden Filmversion RENO 911!: MIAMI auf sich aufmerksam gemacht hatten ? konnten sich die beiden kaum zurückhalten. ?Wir sprangen buchstäblich von unseren Stühlen,? erinnert sich Lennon. ?Wir kommen beide aus New York und verbrachten unsere Kindheit quasi im Natural History Museum. Wir könnten eine Karte davon aus dem Gedächtnis zeichnen, so gern waren wir dort. Es war einfach der coolste Platz der Welt.?

Garant fügt hinzu: ?Was uns wirklich packte, war, dass wir beide als Kinder den gleichen Traum hatten: Uns im Museum zu verstecken und zu gucken, was passiert, wenn es schließt. Ich glaube, viele Kinder, von den Erwachsenen ganz zu schweigen, haben diesen Traum. Dort allein zu sein, im Dunkeln, mit all den Legenden der Geschichte und diesen riesigen Wesen, das müsste das ultimative Abenteuer sein.?

Inspiriert von diesen Erinnerungen, stellten sich die Ideen wie von selbst ein. ?Zuerst mussten wir uns überlegen, woher dieser Zauber kommt, der all die Museumsbewohner zum Leben erweckt,? erinnert sich Lennon. ?Wir fanden beide die Ägyptische Halle in der Met in New York sehr beeindruckend und da Ägypter sich gut damit auskennen, Dinge für immer am Leben zu erhalten, machte es Sinn, alles mit einer antiken ägyptischen Tafel und dem uralten Wunsch nach ewiger Jugend beginnen zu lassen.?

Während sie das Drehbuch schrieben, wurde der Charakter des Larry Daley immer mehr zum Herzstück der Geschichte. Er entwickelte sich zum unverbesserlichen Tag-Träumer der ständig Pläne schmiedet, der aber unfähig ist, auch nur eines der überambitionierten Projekte seiner endlosen Liste zu realisieren. Gleichzeitig möchte Larry aber auch so eine Art Vorzeige-Vater sein und er nimmt den Nachtwächter-Job in der Hoffnung an, seinen Sohn nie wieder zu enttäuschen. ?Larry ist ein Typ, wie wir alle ihn kennen. Er glaubt an seine Träume, aber überhaupt nicht an sich selbst,? erklärt Garant. ?Er hat pausenlos diese kolossalen Ideen in seinem Kopf, hatte aber nie die Gelegenheit, sich selbst oder seiner Familie zu beweisen, dass er wirklich etwas zum Erfolg bringen kann ? und er ist sich bis jetzt auch nicht wirklich sicher, dass er das kann...?

Als die Figuren erst einmal Gestalt annahmen, amüsierten sich Lennon & Garant prächtig mit den Details von Larrys erster Nacht im Museum, als der langweilige Job plötzlich absolut irre wird. Von der ?Halle der Zivilisation? bis zu den plastischen Bildern der Amerikanischen Eisenbahn taten sich unzählige Möglichkeiten auf. ?Wir fingen damit an, eine Liste unserer Lieblingsdinge aus all unseren Lieblingsmuseen zu erstellen ? von den gigantischen Köpfen der Osterinseln bis zu den Schaubildern,? erzählt Lennon. ?Außerdem sollte Teddy Roosevelt eine Rolle spielen, denn das Natural History Museum in New York ist mit Zitaten von ihm gespickt. Man spürt dort geradezu den Geist dieses Mannes, der als berühmter Naturwissenschaftler auch selbst einige Exponate beisteuerte.? Roosevelts berühmte Worte der Weisheit ? etwa ?Es ist hart, zu scheitern, aber es ist härter, nie den Erfolg gesucht zu haben? ? waren Inspirationsquelle für die Themen, die der ganzen Geschichte zugrunde liegen.

Die Drehbuchautoren führten dann auch die typische ?Jungen-Diskussion? darüber, welche der Kreaturen am Furchteinflößesten sein würde, wenn sie erst einmal zum Leben erwachen würde ? und hatten Spaß, dabei landläufige Meinungen ad absurdum zu führen. Garant dazu: ?Wir beschlossen, dass die größten Dinge erschreckend lustig sind, während die, die am meisten Angst einjagen, die ganz kleinen sind.?

Während des Schreibprozesses wollten sich Lennon & Garant in keiner Weise einengen lassen. ?Wir haben nicht mal drüber nachgedacht, ob wir für Kinder oder für Erwachsene schreiben ? wir wollten nur einen lustigen Film voller Action machen, den jeder liebt,? fasst Lennon zusammen.

Das Resultat begeisterte vor allem Shawn Levy, der als Regisseur für einige der erfolgreichsten Komödien steht, der aber ironischerweise gerade einen ?ruhigeren? Film machen wollte, als ihm NACHTS IM MUSEUM angeboten wurde. Das Drehbuch überzeugte ihn schnell. ?Mir hat es die Mischung der Geschichte angetan: Es sind Herz, Humor und viel Spektakel in einem großen Abenteuer,? sagt er. ?Zuallererst erzählt der Film eine großartige Geschichte, und dann übertrifft die visuelle Umsetzung bei weitem alles, was man gemeinhin von einer typischen Komödie erwartet ? zumindest was die Komödien, die ich je gedreht habe, angeht.?

Levy war nicht nur von den kühnen Effekten begeistert, sondern auch von Larry Daleys Elend berührt ? der ist, im Grunde seines Herzens, nur ein einfacher Vater, der alles versucht, um in den Augen seines Sohnes ein Held zu sein. ?Wenn die Geschichte nur wild und lustig wäre, mit vielen visuellen Gags, würde sie am Wesentlichen vorbeigehen,? bemerkt Levy. ?Was ich an NACHTS IM MUSEUM liebe, ist, dass es all das zwar auch ist, der Film aber sehr viel mehr über das Innerste seiner Hauptfigur erzählt: ein Vater, der entdeckt, dass der eine große Moment, auf den er sein Leben lang gewartet hat ? und von dem er seinem Sohn immer erzählt hat ? plötzlich da ist.?

Levy wollte den Stil des Films realistisch halten, im Sinne einer großen Produktion mit fantastischen Elementen. ?Das klingt komisch, wenn man über einen Film redet, in dem die Ausstellungsstücke eines Museums lebendig werden. Aber weil die Grundvoraussetzung der Geschichte so extrem surreal ist, sollte alles drum herum total realistisch wirken ? von der Schauspielerei bis zur Fotografie und den digitalen Effekten,? erklärt er. ?Ich glaube, die besten Fantasie-Geschichten haben diesen Bezug zur Realität. In diesem Fall sollte das Publikum wirklich glauben, dass ein Museum nachts tatsächlich ein eigenständiges Leben führen kann. Das wollten wir erreichen.?

Ben Stiller ist Larry Daley Von Anfang an wollten die Filmemacher Ben Stiller für die Rolle des glücklosen, aber letztendlich heroischen Nachtwächters Larry Daley. Stiller ist nicht nur einer der populärsten Comedy-Stars weltweit, sondern hat mit Filmen wie THERE?S SOMETHING ABOUT MARY oder MEET THE PARÉNTS, den Ruf erworben, Charaktere zu verkörpern, die mit absolut feindlichen Umständen klarkommen müssen. Sein Talent, sowohl den Humor als auch den Herzschmerz des ultimativen Mr. Nobody darzustellen, der sich anders verhalten muss als vorgesehen, machte die Figur perfekt für Ben Stiller.

?Larry ist jemand, der im Leben nie erreicht hat, was er sich vorgenommen hat, der ständig mit neuen Wie-man-schnell-reich-wird-Ideen daherkommt, die nie funktionieren,? erklärt Stiller. ?Er hat Angst, die Verbindung zu seinem Sohn zu verlieren, weil seine Frau wieder heiraten will. Alles kommt irgendwie zusammen, gerade vor Weihnachten, er muss versuchen, einen Job zu finden. Natürlich gibt es nur einen: Nachtwächter im Natural History Museum. Er denkt, das sei der schlechteste Job, den man sich vorstellen kann, aber wie sich herausstellt, ist es das Unglaublichste, was ihm je passiert ist.

Von der ersten Minute an, als er das Skript las, wollte Stiller an Larrys großem Abenteuer teilhaben. ?Mir gefiel die Idee dahinter,? sagt er. ?Ich bin fünf Blocks vom Natural History Museum entfernt aufgewachsen, und als Kind hatte es für mich eine wirklich magische Ausstrahlung. Es gibt nicht nur Bilder an den Wänden, sondern dort kannst du die coolsten Dinge sehen, die es je gab ? Löwen und Wale und Ägypter und Dinosaurier ? alles an einem Ort. Die Vorstellung, dass das alles nachts zum Leben erwacht, konnte mich also nur begeistern. Das war etwas, was ich selbst sehen wollte.?

Es war auch etwas Neues für Stiller, dessen Komödien ihn vorher nie in solch magische Bereiche geführt haben. ?Ich hatte noch nie die Möglichkeit, in einem so einfallsreichen Film zu spielen, wo man den Fantasie-Messlatte quasi immer weiter nach oben schrauben kann,? bemerkt er. ?Damit das Fantastische funktioniert, muss man sehr realistisch sein, es muss immer eine emotionale Bindung zu den Figuren geben. Diese Realität erlaubt es dir, daran zu glauben, dass Larry es wirklich mit all diesen Kreaturen aus einer lange vergangenen Zeit zu tun bekommt. Der Schlüssel war für mich, einfach in die Geschichte hineinzuspringen und mich ganz der Idee hinzugeben, dass das wirklich geschieht.?

Um Stiller zu helfen, sich kopfüber in Larrys unwahrscheinliche Abenteuer zu stürzen, vor allem bei Szenen, in denen er mit komplett digitalen Figuren konfrontiert ist, tat Regisseur Shawn Levy alles in seiner Macht stehende ? und schlüpfte dabei oft selbst in die Rolle eines zum Leben erwachten Ausstellungsstücks! ?Es gibt wirklich kompromittierendes, lächerliches Footage-Material von mir, wie ich, mit improvisierten Tyrannosaurus-Krallen, ?Ra-ahh? mache und Ben durch die Halle jage, um von ihm eine realistische Reaktion zu kriegen,? gesteht Levy. ?Ich wurde dann im Computer gelöscht und durch einen Dinosaurier ersetzt. So haben wir unsere Tage verbracht bei diesem Film.?

Stiller fügt hinzu: ?Ich weiß nicht, ob Shawn in einer Tanz- oder Schauspielgruppe gearbeitet hat, oder als Tierpfleger, aber er ist ein wirklich begnadeter Tierdarsteller. Ich hab mich echt gefürchtet.?

Für Stiller galt es, unzählige physische Anforderungen zu bewältigen, vor allem, wenn er in unterschiedlichen, sich ins Groteske steigernden Formen um sein Leben rennt. ?Rennen spielt eine wichtige Rolle für Bens Figur, er hatte nachher eine wirklich gute Kondition,? lacht Levy. ?Aber ob Stiller vor Löwen, Hunnen oder Miniatursoldaten davonrennt, Robin Williams? Teddy Roosevelt seine Existenzangst gesteht oder seinem Sohn einfach zeigen will, wie cool sein neuer Job sein kann? ? Levy fand, dass das Komik-Talent die Latte ständig höher legte. Und damit das Humor-Level. ?Was ich wirklich an Ben bewundere,? sagt der Regisseur, ?ist, dass er immer versucht, etwas besser zu machen: eine bessere Darstellung, ein besserer Satz, eine bessere Nuance. Es wurde also immer viel improvisiert am Set ? und Ben und die anderen Schauspieler haben sich natürlich auch gegenseitig angespornt.?

Für Stiller war das Entscheidende, diesen kindlichen Sinn für Wunder, den Menschen aller Altersklassen im Museum verspüren, ins Zentrum seiner Darstellung zu rücken.

?Ich glaube, alle Erwachsenen haben ein Kind irgendwo tief in sich vergraben, manche mehr an der Oberfläche. Mein inneres Kind steckt in der Kehle,? bemerkt er trocken. ?Aber es ist sein Wesen, das mich diesen Film machen ließ?.

Die alten Nachtwächter: Dick van Dyke, Mickey Rooney und Bill Cobbs bilden ein Chaos-Trio Als Larry Daley die neue Nachtwächter-Position am Natural History Museum übernimmt, ersetzt er ein Trio von Aufsehern, die selbst alte Relikte zu sein scheinen ? aber, wie sich herausstellt, ihr eigenes teuflisches Programm durchziehen. Für das bunte Trio Cecil, Gus und Reginald entschieden sich die Filmemacher für drei Komiker-Legenden: den unnachahmlichen Dick Van Dyke, den beliebten Mickey Rooney und den profilierten Bühnen, TV- und Filmstar Bill Cobbs.

Die Achtzig- und Siebzigjährigen Stars zu besetzen war für Shawn Levy ein Vergnügen. ?Ich hatte die große Freude, mir so gut wie jeden über 65jähringen Schauspieler anzuschauen,? erinnert er sich. ?Es war verblüffend ? ich meine, Dick Van Dyke kam wirklich zum Vorsprechen! Das muss er nicht, aber er und Mickey Rooney und Bills Cobbs kamen zur Audition und zeigten, was sie aus dem Material machen können.?

Levy fährt fort: ?Als ich diese drei Schauspieler zusammen sah, wusste ich, dass es eine große Bereicherung wäre, wenn sie diese Figuren spielen würden. Dick Van Dyke mit seiner elegant-flotten Art, Mickey mit seinem bescheidenen Charme, und Bill, der eine rätselhafte Tiefe hat ? sie arbeiteten so gut zusammen und verkörperten wahrhaftig den verschmitzten Geist von Cevil, Gus und Reginald.?

Dick Van Dyke ist nicht nur einer der populärsten Komiker der Welt, sein Name ist auch untrennbar verbunden mit Filmklassikern wie MARY POPPINS und CHITTY CHITTY BANG BANG. Er war sofort begeistert von der Geschichte und freute sich auf die Rolle von Cecil, dem früheren Nachwächter, der hilft, Larry Daley auszuwählen und ?auszubilden?. ?Ich dachte, das wird zum Schreien mit all den Dinosauriern und Hunnen und Tieren,? sagt Dick Van Dyke. ?Als ich das Drehbuch las, wusste ich, das wird einer dieser seltenen Filme für ein breites Publikum. Da wollte ich dabei sein. Eine dieser Geschichten, die ich meinen eigenen Enkelkindern unbedingt zeigen will. Mickey Rooney und Bill Cobbs, wir sind alle ungefähr der gleiche Jahrgang, also stimmte die Chemie, wenn wir als alte Kerle versuchen, alles zu tun, um wieder jung zu sein.?

Für Ben Stiller war es umwerfend, mit Van Dyke zu spielen ? und von ihm überlistet zu werden. ?Ich glaube, Dick hat zu Hause wirklich ein ägyptisches Täfelchen, das sein Jungbrunnen ist. Er ist ungefähr doppelt so alt wie ich und ich habe etwa die Hälfte seiner Energie,? witzelt Stiller. ?Er ist ein begnadeter und komischer Darsteller, der weiß, was er tut. Es war ein Vergnügen, ihm dabei zuzuschauen.?

Und zu Mickey Rooney meint Stiller: ?Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal die Möglichkeit hätte, mit dem großen Mickey Rooney zu arbeiten ? geschweige denn, von ihm geschlagen zu werden!?

Rooney, dessen Karriere als Kind in den 20er Jahren begann, ist buchstäblich mit dem Film aufgewachsen. ?Als ich nach Hollywood kam, gab es hier so gut wie nichts,? erinnert er sich. ?Ich war von Anfang an dabei, und es war immer spannend.? Trotz all der Veränderungen im Filmbusiness zählt für Rooney nach wie vor am meisten das, was einer Produktion ihre Seele verleiht: eine gute Geschichte. Die begeisterte ihn bei NACHTS IM MUSEUM. ?Wir brauchen mehr Filme wie diesen,? sagt er. ?Filme für die ganze Familie, die historisch, klug und witzig sind. Es gibt nicht viele Stoffe, die Unterhaltung für die ganze Familie bieten.?

Das erstaunlich heimtückische Trio wird mit Bill Cobbs in der Rolle des Reginald komplet. Cobb ist ebenfalls einem breiten Publikum aus unzähligen Film- und Fernsehrollen bekannt. Ihn reizte das Zusammenspiel mit Van Dyke und Rooney. ?Ich hatte jede Menge gute Zeiten beim Film, auf der Bühne oder im Fernsehen, aber hier bot sich eine wirklich große Erfahrung. Nicht nur die Kombination von Komödie, Drama und Improvisation, sondern die Möglichkeit, Meistern bei der Entfaltung ihrer Kunst zuzuschauen,? kommentiert er.

Cobbs gefiel es vor allem, solch eine zwielichtige, nicht im Entferntesten geriatrische, ältere Figur zu spielen.

?Es ist untypisch, dass Dick Van Dyke, Mickey Rooney und ich die bad guys spielen. Aus dieser Grundidee kann man etwas sehr Komisches machen. Wir sehen aus wie harmlose alte Männer, aber das sind wir nicht ? das macht es so lustig,? fasst er zusammen.

Die Drehbuchautoren Thomas Lennon & Robert Ben Garant waren vor allem über die Besetzung der alten Nachtwächter glücklich. Lennon: ?Das Trio hat uns begeistert ? es ist wie eine kleine Zeitkapsel mit jedem komischen Schauspieler drin seit Beginn des Tonfilms!?

Die Bewohner des Museums: Robin Williams steht einer Reihe von überlebensgroßen Figuren vor Wenn die alten Nachtwächter das Zepter erst einmal an Larry Daley übergeben haben, verbringt er seine erste Nacht im Museum. Eine Nacht, die unvergesslich werden wird, als die Exponate, die ausgestopft sind oder aus Wachs und Stein geformt sind, mit einem Knall zum Leben erwachen. Mitten in diesem Chaos entdeckt Larry einige wunderbare Menschen, deren Hilfe er brauchen wird, wenn er die Nacht überleben will.

Die wichtigste Unterstützung kommt von keinem geringerem als dem meistgepriesenen Amerikaner der Geschichte, einem Mann, der an die Kraft glaubte, die in jedem einzelnen, ganz normalen Menschen steckt: der 26. Präsident der Vereinigten Staaten, Theodore Teddy Roosevelt.

Für die Figur des Roosevelt brauchten die Filmemacher einen Schauspieler, der in der Lage war, die Komik der einzelnen Szenen genau zu treffen und dabei gleichzeitig die ebenso schillernde wie inspirierende Persönlichkeit des Theodore Roosevelt zu verkörpern . Die ideale Besetzung dafür schien Oscar-Preisträger Robin Williams zu sein, der bereits vierfach für den Oscar nominiert war und dessen Karriere zwischen hemmungsloser Komik und intensiven dramatischen Porträts pendelt. Der Möglichkeit, Roosevelt zu verkörpern, der, wie er selbst, vielfältige Interessen in den Bereichen Geschichte, Politik, Wissenschaft und Natur verfolgte ? konnte er nicht widerstehen.

?Er war überlebensgroß, im wirklichen Leben,? sagt Williams, ?ein ungewöhnlicher Mann und eine sehr eigenständige Person, die immer für ?den kleinen Mann? kämpfte. Als ich über ihn las, wurde mir klar, dass er sowohl sehr ethisch als auch sehr charismatisch war. Es war die reine Freude, in diese Rolle zu schlüpfen.?

Wie der Rest seiner Schauspiel-Kollegen war auch Williams, der vorher schon in dem Fantasie-Familien-Hit JUMANJI gespielt hatte, vom fantasievollen Konzept des Films angetan. ?Museen führen ganz natürlich zu der Frage, was dort nachts geschieht und wenn Geschichte zum Leben erwacht und dir plötzlich gegenüber steht ? wow!? sagt er. ?Ich mag solche Geschichten, die halb Sage, halb großes Abenteuer sind. Mir gefiel vor allem, wenn die Schaubilder lebendig werden, denn ich sammle selbst Miniaturmodelle, und die Vorstellung, dass so was lebendig wird, ist ? hey, Mann! Es macht Spaß, wenn Neandertaler und Hunnen plötzlich wieder rumlaufen, sie sind immer gut für eine Party!?

Williams stürzte sich in die Recherche und war zunehmend fasziniert von Roosevelt, vor allem seiner unermüdlichen Anpack-Mentalität, die er Larry Daley vermitteln will. ?Seine Botschaft an Larry ist: Du schaffst das, Mann. Und wenn du hier Ordnung schaffen kannst, stell dir vor, was du sonst noch zustande bringst. Er offeriert ihm diese alte, aber gute Idee, dass man sich selbst an seinen Schopf aus dem Schlamassel ziehen kann.?

Einmal am Set, war Williams ganz in seinem Element. ?Für mich war das wie Halloween,? sagt er. ?In einem Moment hast du?s mit einem Tyrannosaurus Rex zu tun, im nächsten kommt ein ägyptischer König vorbei und dann bist du in Sacajawea verschossen. Es war wie eine Zeitreise.?

Für Ben Stiller wurde durch die Arbeit mit Robin Williams die Fantasiewelt realer ? und komischer. ?Robin Williams war wirklich der einzige, der diese Rolle spielen kann, er ist einmalig,? sagt Stiller. ?Er ist eine Ikone, festes Komödien-Inventar. Aber er hat auch wirklich Geschichte studiert, und das prädestiniert ihn dazu, Teddy Roosevelt zu spielen. Er verleiht diesem Mann, der, seien wir mal ehrlich, eine Wachsfigur ist, Realität und Gefühl. Und er ist unglaublich witzig. Am Ende wir Teddy zu einem echten Freund für Larry, der ihn durchs Museum führt und all den Wahnsinn überleben lässt.?

Zu den anderen historischen Figuren, mit denen es Larry zu tun bekommt, gehört auch Sacajawea, die berühmte Shoshonen-Führerin, die eine unschätzbare Rolle bei Lewis & Clarks historischer Expedition durch den Nordwest-Pazifik spielte. In NACHTS IM MUSEUM setzt sie ihre berühmten Fähigkeiten ein, um Larry zu helfen, Ordnung in dem wild gewordenen Museum zu schaffen. ?Sie ist eine Fährtenleserin,? sagt die aufstrebende junge Schauspielerin Mizuo Peck, die in diesem Film ihre erste große Hollywood-Rolle innehat. ?Sie ist schlau und einfallsreich und wirklich gut im Aufspüren von Dingen.?

Peck war besonders begeistert über die Flirtversuche von Robin Williams alias Teddy Roosevelt, der quasi als ?Exponats-Kollege? ein Auge auf sie geworfen hat. ?Ich kann es immer noch nicht glauben,? sagt sie. ?In unserer allerersten gemeinsamen Szene muss Robin zu mir rüberkommen, ganz verlegen und schüchtern und unfähig zu sprechen. Er war so süß und verletzbar und zärtlich, er machte es mir so leicht. Ich fühlte mich gleich wohl mit ihm. Wirklich, dieser Film hat alles, was ich mir je von Hollywood-Magie erträumt habe, mit den gigantischen Sets, Sphinxen und wilden Tieren, die herum rennen, und dazu Robin Williams! Es hätte nicht toller kommen können.?

Ebenso begierig, die Vergangenheit zu erkunden, war Rami Malek, der junge ägyptische Schauspieler, der vor kurzem im Fernsehen in ?The War at Home? zu sehen war. Er spielt den Pharao Ahkmenrah, die ägyptische Mumie und jungen König, der Jahrhunderte lang geschlafen und auf seine Chance zur Regentschaft gewartet hat. Auch Maleks Vorsprechen verlangte einiges: Er musste nicht einfach nur Text vortragen, sondern seine eigene kreative Technik entwickeln, um sich aus einem Sarkophag zu befreien!

Malek liebt die alle Klischees sprengende Darstellung des ägyptischen Königs. ?Von einem Pharao, der Teil dieses großen Fluches ist, erwartet man doch eine ernste Ausstrahlung. Stattdessen platzt er geradezu vor jugendlichem Übermut. Er ist ein Teenager, der Spaß haben will. Das ist eine neue Sichtweise, die frisch und lustig ist, aber trotzdem in der Tradition wurzelt,? sagt Malek.

Eines der Furcht erregendsten Ausstellungsstücke ist nicht menschlich, auch wenn er zu den Primaten zählt ? der winzige Kapuzineraffe Dexter, der, entgegen seiner Größe, unproportional viel Unheil anrichtet. Dexter ist auch nicht digital animiert. Er wurde von dem echten Kapuzineraffen Crystal gespielt, der von Mike Alexander und Tom Gunderson von Birds & Animals Unlimited trainiert wurde. ?Dexter ist ein bösartiger kleiner Affe, aber Crystal ist ganz lieb?, merkt Alexander an.

Das hörte Ben Stiller gern, denn in einer Szene muss er sich von Dexter in die Nase beißen lassen ? ein Trick, der einige Übung bedurfte. ?Es war wichtig, dass die beiden bereits vor dieser Szene total miteinander vertraut waren. Also haben wir Ben zuhause besucht und Crystal mitgenommen, damit sie sich aneinander gewöhnen können. Zum Glück mochte Crystal ihn sehr,? sagt Alexander. ?Ehrlich gesagt, war er für sie eher eine Requisite.?

Während Larry Daley versucht, sich in der Nacht vor Tieren mit Reißzähnen und speerschwingenden Stammesangehörigen in Sicherheit zu bringen, kämpft er tagsüber darum, seinen Job zu behalten. Kein leichtes Unterfangen, hat er doch einen lebenden Alptraum zum Chef: den lächerlich dienstbeflissenen Dr. McPhee. Er wird von einem der gescheitesten britischen Komiker, Ricky Gervais, Schöpfer und Darsteller der Bahn brechenden BBC-Serie ?The Office?, dargestellt.

Gervais fühlte sich von der Figur des Dr. McPhee angezogen, weil er einer dieser sich selbst viel zu wichtig nehmenden Typen ist, die Gervais so glänzend darstellt. ?Da ist er, verantwortlich für diese Bildungsstätte, aber er ist nicht strukturiert oder klug, er hat es einfach nicht drauf,? erklärt Gervais. ?Er versucht, ein straffes Regiment zu führen, doch dann sieht er sich in Machtkämpfe mit dieser bescheidenen Sicherheitskraft verwickelt, die alles vermasselt hat und ihn ohne Ende frustriert. Es hat etwas sehr Komisches, wenn Autoritätspersonen sich wie Kinder aufführen!?

Vor allem gefiel es Gervais, seine Scharmützel mit Ben Stiller auszufechten. ?Es war eine Freude, mit Ben zu arbeiten, und der Spaß steigerte sich indem wir in gewisser Weise beide unserer Rollen überstrapazierten,? fährt er fort. ?Er soll mein Untergebener sein, ein Typ, der immer in Schwierigkeiten gerät, und ich bin der Verantwortliche. Aber wenn es ums Ganze geht, wird meine Figur nervös und zittrig, und Ben wird zum Helden.?

Bens Bestreben dem Geheimnis des Museums auf die Spur zu kommen, führt ihn zu einem der leidenschaftlichsten Förderer des Museums: Rebecca Hutman, die für eine Doktorarbeit über Sacajawea recherchiert, ist gerührt von Larrys unerwarteten Enthüllungen über das nächtliche Eigenleben des Museums. Für die Rolle der Rebecca konnte Carla Gugino gewonnen werden. Sie war die Mutter der minderjährigen Spione in SPY KIDS und vor kurzem in Robert Rodriguez SIN CITY zu sehen. Levy erläutert seine Entscheidung: ?Carla besitzt diese Mischung aus Intelligenz, Schönheit und Würde, die der Rolle sehr zugute kommen.?

Gugino konnte das Drehbuch nicht aus der Hand legen, so gefesselt war sie von der ideenreichen Geschichte. ?Eine Story wie diese, die Geschichte feiert und Vergangenheit und Gegenwart auf so spannende Art verbindet, ist wirklich einzigartig,? sagt sie. ?Ich hatte das gleiche gute Gefühl im Bauch wie bei ?Spy Kids?, dass nämlich alle Elemente einer großen, zeitlosen Geschichte vorhanden sind.?

Die Besetzung komplettiert der Newcomer Jake Cherry als Stillers Sohn. Er wurde nach zahlreichen Casting-Terminen ausgewählt. Natürlich freute er sich, die Rolle bekommen zu haben, aber er war erst richtig aus dem Häuschen, als er die riesigen Sets sah. ?Es gab Mumien und Sarkophage und Schakal-Wächter, das coolste, was ich je gesehen habe,? fasst er zusammen.

Ein weiteres Mitglied des Schauspieler-Teams hat eine sehr enge Beziehung zu Ben Stiller ? eine Frau, die eine Legende in der Komödien-Geschichte ist und im wirklichen Leben seine Mutter: Anne Meara. Sie spielt eine Arbeitsvermittlerin, die Larry den Museums-Job besorgt. Auch wenn Meara bereits in REALITY BITES und ZOOLANDER mit von der Partie war, stellte sich heraus, dass sie und ihr Sohn erstmals in einer gemeinsamen Szene vor der Kamera standen. Stiller: ?Sie ist so komisch und so talentiert, es war toll, endlich einmal mit ihr zu arbeiten!?

Shawn Levy über die gesamte Besetzung: ?Das war der Traum eines Regisseurs ? Schauspieler vom Rang eines Ben Stiller und Robin Williams und Rick Gervais bis zu Dick Van Dyke und Mickey Rooney. Ich wusste, dass jede Performance für sich Bestand haben würde und außergewöhnlich sein würde. Es war wie eine Schwergewichts-Runde von Komödien-Giganten.?

Das Design des Films Shawn Levy wusste, dass das visuelle Design von NACHTS IM MUSEUM eine gewaltige Aufgabe werden würde. Er nimmt es so: ?Wenn man aus der ganzen Geschichte schöpfen kann, ist das eine wirklich riesige Palette!? Er begann damit, um den Oscar-gekrönten Produktions-Designer Claude Paré und die sehr gefragte Kostümbildnerin Renée April ein Team von versierten Künstlern zusammen zu stellen.

Sie hatten keine geringere Aufgabe als die, das Innere eines Museums von Weltklasse von Grund auf zu errichten. Die Außenaufnahmen entstanden in New Yorks Natural History Museum, einem weltweit bekannten Gebäude, in dessen Inneren wegen all der wertvollen Exponate und der unbezahlbaren Antiquitäten natürlich nicht gedreht werden konnte. Robin Williams bemerkt: ?Das willst du einfach nicht hören, das du gerade einen Divan umgeworfen hast, der aus dem 14. Jahrhundert stammt und Louis XIV gehörte.? So entschied sich die Produktion, in den Mammoth Studios in Vancouver, die ihren Namen wirklich zu Recht tragen, ein Set voller ?Wunderdinge? auf einer riesigen Studiobühne zu errichten. Ein Set, das eine Art ?greatest hits? der fesselndsten naturkundlichen Exponate repräsentiert.

Der Job, Shawn Levys Visionen des musealen Innenlebens umzusetzen, fiel zum großen Teil Claude Paré zu, der für die verschwenderische historische Ausstattung von Martin Scorseses AVIATOR mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Er wusste, das dieses Projekt ein schnelles Arbeitstempo verlangte. Aber er konnte sich der Faszination der Aufgabe nicht entziehen. ?Normalerweise konzentriert sich ein Designer auf ein oder zwei Perioden, aber NACHTS IM MUSEUM berührt so viele verschiedene Arten von Design, von den alten ägyptischen Tempeln zu Cowboy-Szenarien im Wilden Westen, und das versprach viel Spaß?, sagt Paré.

Wie ein engagierter Museumsdirektor ließ Paré sich keine Beschränkungen auferlegen. ?Aus Gründen der Kontinuität haben wir die hohen geschwungenen Fenster des New Yorker Museums für die Innenräume aufgegriffen,? erklärt Paré. ?Aber danach, wenn man durch die Schwingtüren tritt, befindet man sich ganz in der von uns geschaffenen Umgebung. Mit Ausnahme der Ocean Life Hall, die eine digitale Nachbildung eines Exponats im New Yorker Natural History Museum ist.?

Mehrere Wochen lang wurden die Set-Designer zu vorübergehenden Museums-Ausstattern. Sie entwarfen Exponate, die eigene Geschichten erzählen, von Inuit-Fischern, die auf einer Eisscholle überleben, zu Neandertalern, die in ihrer Grotte versuchen, Feuer zu machen. ?Jedes einzelne dieser Stücke musste eigens ausgestattet werden, geplant, gebaut und in seine Nische gestellt,? erklärt Paré. ?Irgendwann arbeiteten zehn Designer allein an den Plänen für die verschiedenen Exponate. Jedes einzelne musste glaubwürdig sein, also verwendeten wir extrem viel Aufmerksamkeit auf die Details.?

Um das zu schaffen, arbeitete die Konstruktions-Abteilung 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Paré ließ sein Team sogar die Pyramiden für die Ägyptische Halle bauen, die teilweise von der beliebten Ausstellungsstätte im Metropolitan Museum in New York inspiriert ist. Bei den Pyramiden benötigte man für jedes Bauwerk 30.000 Arbeitskräfte, Paré musste mit einem sehr viel kleineren, aber sehr effektiven Team auskommen. ?Unser Ziel war die Gratwanderung zwischen einem bunten, spaßigen Freizeitpark-Set und einem glaubwürdigen musealen Design,? erläutert er.

Das Team schnitzte auch eine der wichtigsten Statuen des Films, das berühmte Abbild von Teddy Roosevelt auf einem Pferd sitzt und sein Schwert hocherhoben in der Hand hält. Nur, dass Teddy Roosevelt Robin Williams ähnlich sehen musste... Dafür musste Williams in dieser Positur posieren, was bedeutet, dass der für seine Überaktivität bekannte Schauspieler ruhig verharren musste, während er für den Abdruck in Gips gewickelt wurde. Später wurde die Form mit Fiberglas gefüllt. Der letzte Schliff sorgte für die Ähnlichkeit der Grundform von Roosevelt mit dem Äußeren von Williams.

Während diese überlebensgroßen Objekte entstanden, musste ein bewährtes Team von Modellbauern sich mit dem genauen Gegenteil befassen: Dem Schnitzen der akribisch genauen Miniaturen der Schaubilder, die ebenfalls wie durch Zauberhand lebendig werden und Larry Daley wie Gulliver im Land der Liliputaner gefangen halten.

?Für die Schaubilder mussten wir uns zunächst mit den Themen der Ausstellungsstücke befassen, von der Maya-Kultur bis zur Geschichte der amerikanischen Eisenbahn,? erklärt Paré. ?Dann begannen wir mit dem genauen Maßnehmen. Wir mussten auch bedenken, wie viel Platz je Exponat im Ausstellungsraum zur Verfügung stand, und, wie viel Platz Ben für seine Darstellung zwischen den Figuren brauchen würde,? erinnert sich Paré. ?Die Arbeit erforderte viel Geduld und viel Geschickichkeit.?

Während viele der Sets und Requisiten spektakuläre Ausmaße haben, gehört eine der filigransten Designarbeiten zu Parés Lieblingsstücken: Der Hochglanz-Fußboden des Museums. Er wurde zu einem der visuellen Schlüsselmotive.

?Der Fußboden ist vielleicht das wichtigste am Set,? kommentiert Paré. ?Man bekommt wunderbare Reflexionen, die alle Dinge größer aussehen lassen. Und Ben Stiller konnte gut darüber schlittern.?

Als die Schauspieler im Mammoth Studio eintrafen, waren sie verblüfft von dem, was Paré und sein Team auf die Beine gestellt hatten. Ricky Gervais: ?Das Set zu betreten war wie der Eintritt in die größte Spielzeugkiste der Welt.?

Auch Claude Parés Kostümbildnerin Renée April sah sich mit der Aufgabe konfrontiert, nicht nur zwei oder drei Epochen abzudecken, sondern die ganze Geschichte, angefangen bei pelzbedeckten Hunnen über Lendenschurz-tragende Mayas bis zu bewaffneten Römern und uniformierten Bürgerkriegssoldaten ? und den Sicherheitskräften von heute. April, die unter anderem die Kostüme die Filme PATHFINDER (2006) sowie den Blockbuster THE DAY AFTER TOMORROW oder gefeierte Epochen-Filme wie THE MODERNS und MRS. PARKER AND THE VICIOUS CIRCLE entworfen hat, war begeistert von der Aussicht, sich voll und ganz in einen Aspekt ihrer Arbeit zu stürzen, den sie besonders liebt: historische Recherche.

Von mehreren Reisen ins New Yorker Natural History Museum brachte sie jede Menge Ideen mit. Sie wollte mit ihren Kostümen nicht nur die Vielfalt veranschaulichen, die sie dort gesehen hatte, sondern auch all die verschiedenartigen Kleider im durchgängigen Look einer großen Komödie gestalten. ?All die Kostüme aus verschiedenen Epochen musste etwas verbinden, damit sie alle gleichwertig in eine Komödie passen,? erklärt April. ?Sie mussten historisch verbürgt sein, aber auch ?bigger than life?.

Eines der schwierigsten Kostüme war das für den ägyptischen König Akhmenrah, gespielt von Rami Malek. ?Weil er eine Mumie ist, mussten wir ein Kostüm entwerfen, das in Tuch eingewickelt werden konnte,? erklärt sie, ?aber auch der Herrlichkeit eines großen ägyptischen Königs angemessen ist, mit vollem Kopfschmuck und Goldüberzug. Dieses Kostüm brauchte viele Stunden und unendlich viele kleine Perlen.?

Spaß hatte April auch mit dem Kostüm des Hunnenkönigs Attila, von dem natürlich keine Bilder existieren. Sie konnte also ihrer Fantasie freien Lauf lassen. ?Wir kauften alte Decken und fassten sie mit Pelz ein, bastelten eine eigene Metall-Rüstung und große Helme aus Pferdehaar. Das ist vielleicht nicht hundertprozentig richtig, aber sehr eindrucksvoll und hunnenhaft.?

Bei Teddy Roosevelt war es leichter, historisch korrekt zu sein. ?Roosevelts Kostüm kommt wahrscheinlich der historischen Realität am nächsten, weil wir ziemlich genau wissen, was er trug?, sagt April. ?Als wir alles zusammen hatten und Robin es anprobierte, sah es perfekt aus.?

Make-up Supervisor Adrien Morot reicherte Aprils Entwürfe weiter an und gab jeder Figur ihren finalen Touch. Dazu gehörte auch ein wächserner, transparenter Schimmer auf den Gesichtern derer, die lebende Skulpturen spielen. Mit Hilfe von Gesichtsprothesen wurden aus heutigen Schauspielern Neandertaler und Hunnen. ?In den meisten Filmen versucht man, die Dinge realistischer aussehen zu lassen. Bei NACHTS IM MUSEUM ging es darum, echte Schauspieler wie Statuen aussehen zu lassen,? sagt Morot.

Shawn Levy war begeistert, wie die Künstler eine kahle Studiobühne in das Museum seiner Träume verwandelten. Er sagt: ?Zu sehen, wie alles zum Leben erwachte, war eine unglaubliche Erfahrung. Du willst danach nur noch Filme von solchen Dimensionen drehen.?

Die Effekte Mit bekannten und legendären Comedy-Stars, die in die diversen Rollen schlüpften und mit einem Team wirklich begnadeter Handwerker die die ausgedehnten Sets bauten, fehlte immer noch das letzte bisschen Magie, um das Museum zum Leben zu erwecken. In diesem Fall war das kein alter ägyptischer Fluch, sondern digitale Zauberei in Form von Bahn brechenden visuellen Effekten.

Zunächst war Shawn Levy nervös über den umfangreichen Gebrauch von CG, vor allem, weil er noch nie eine Produktion mit solchem Einsatz digitaler Technik betreut hatte. Aber er wurde von versierten Fachleuten unterstützt. ?Chris Columbus und Michael Barnathan, meine Mit-Produzenten, berieten mich von Anfang an intensiv. Sie hatten Erfahrungen bei den ?Harry Potter?-Filmen gesammelt und sagten mir, ich solle mir wegen de´s High-Tech-Jargons keine Sorgen machen,? erläutert Levy. ?Sie sagten ?Wichtig ist, dass du genaue Vorstellungen im Kopf hast, wie die Dinge aussehen sollen ? dein Team hilft dir dann mit der Umsetzung.? Das nahm ich mir zu Herzen und verwendete viel Zeit auf das Storyboard. Ich dachte, das sei hilfreich für das Team.?

Levy brachte auch eine neue Perspektive in die Effekte, indem er ihnen komische Improvisationen vorgab. ?Normalerweise bereiten sich die Leute sehr gut auf Effektaufnahmen vor, aber wir machten das ganz unkonventionell,? erzählt er. ?Sagen wir, Ben soll vom Schwanz des Tyrannosaurus Rex getroffen werden und über den Boden schlittern ? aber an dem Tag, als wir die Szene drehen, überlegt er, ob es nicht lustiger wäre, einen doppelten Flickflack rückwärts zu machen und auf der Treppe zu landen. Nun, die beste Idee soll gewinnen. So änderten wir ständig etwas, und das Special-Effects-Team musste sich dem anpassen. Sie sagten, es war mit Abstand der improvisierteste Special-Effects-Dreh, den sie je erlebt haben. Ich glaube, das kommt, weil Ben Stiller und ich noch nie wirklich einen solchen Film mit so viel technischem Aufwand gedreht haben. Alles, was wir tun, ist im Sinne des besten Witzes oder des besten Augenblicks. Man muss dem Team hoch anrechnen, dass es da mitzog.?

Um Bewegung und Leben in die Kreaturen und Statuen zu bringen, verließ sich Levy auf den VFX Supervisor Jim Rygiel (THE LORD OF THE RINGS -Trilogie) und eines der führenden Visual-Effects-Häuser in Hollywood, Rhythm & Hues. Sie sind bekannt für ihre außergewöhnlichen Schöpfungen photo-realistischer Tiere wie in THE CHRONICLES OF NARNIA: THE LION, THE WITCH AND THE WARDROBE.

Vor, im wahrsten Sinne des Wortes, großen muskulären Problemen standen Rhythm & Hues bei der Kreation des Löwen, der aus der Afrikanischen Halle stürmt und Larry Daley jagt. ?Die Gefahr für Ben bei diesen Szenen hing damit zusammen, dass der CG-Löwe ein komplett photorealistisches Tier sein musste,? sagt Dan Deleeuw, VFX Supervisor von Rhythm & Hues. ?Bei Computereffekten mit echten Tieren zu arbeiten ist schwierig, denn man hat nicht diese fantasievolle Umgebung, die dir erlaubt, mit bestimmten Tricks zu arbeiten. Wir haben diese Sequenzen sehr vorsichtig und bewusst inszeniert, so dass es wirklich so aussieht, als würde die Pranke des Löwen Larry nur um Zentimeter verfehlen.?

Als schwierig erwiesen sich für das VFX Team auch die wirklich winzigen Dinge ? das Erstellen von Schaubild-Armeen von nur wenigen Zentimetern Größe, die Kampfszenen mit ?echten? Mayas, Römern und amerikanischen Cowboys darstellen. ?Für die Schaubild-Armeen haben wir 89 Basis-Modelle entwickelt, die die Grundlage für mehrere Hundert Variationen waren, die am Computer entstanden,? erklärt Rygiel. ?Wir haben reale Darsteller in verschiedenen Action-Sequenzen gefilmt und sie dann in ihre Umgebung hineindupliziert. Wenn man jetzt Cowboys mit Römern auf einem Schaubild-Hintergrund kämpfen sieht, gibt es mehrere Hundert Varianten mit unterschiedlichen Charakteristika.?

Problematisch war auch der Maßstab bei den Schaubild-Sequenzen. ?Wenn man etwas in der Schaubild-Welt fotografiert und die Kamera sich im entsprechenden Maßstab um ca. 1 Meter zwanzig bewegt und man dann einen Menschen mit der gleichen Bewegung vor der grünen Matte filmt, bewegt sich die Kamera mehr als 14 Meter. Plötzlich hängst du unter der Decke der Studiobühne! Die Aufnahmen mussten also sehr genau geplant sein,? erläutert Deleeuw.

Durch die Zusammenarbeit von Schauspielern, Designern und Effekte-Team bekamen die Filmaufnahmen genau die Mischung aus Realität, Komödie und Zauber, die sich Shawn von Anfang an vorgestellt hatte. Der Regisseur fasst zusammen: ?Diese Leute haben es buchstäblich fertig gebracht, das Museum und alles, was passiert, exakt so aussehen zu lassen, wie ich es mir erträumt habe.?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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