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Das
Apartheid-Regime wurde Mitte der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts
abgeschafft, doch es gibt noch immer Geschichten von Helden aus
jener Zeit, die man der Welt noch nicht erzählt hat. Das Leben
von Patrick Chamusso ist eine solche Geschichte.
Die wahre Geschichte, die in ?Catch a Fire? erzählt wird, ist tief in der Geschichte Südafrikas verwurzelt ? und in der der Filmemacher. Drehbuchautorin Shawn Slovo hatte die Idee zu diesem Film vor über zwanzig Jahren, angeregt durch ihren Vater, den verstorbenen Joe Slovo, ehemaliger Befehlshaber des bewaffneten Flügels (MK) des ANC, später Mitglied des ersten Regierungskabinetts unter Nelson Mandela. Joe hatte Shawn gesagt, wenn sie jemals eine Geschichte über den bewaffneten Kampf des ANC gegen das Apartheid-Regime schreiben wolle, dann solle sie über einen der Helden der Bewegung schreiben, Patrick Chamusso, der 1981 die Ölraffinerie in Secunda angegriffen hatte. Diese Anlage war ein Symbol für die Fähigkeit Südafrikas, sich selbst zu versorgen ? und zwar in einer Zeit, als die übrige Welt das Apartheid-Regime sanktionierte und boykottierte. Diese Raffinerie war außerdem ein Symbol der Reichtümer des Landes, die zum Teil durch die Ausbeutung der billigen schwarzen Arbeitskräfte erwirtschaftet wurden. Joe hatte die Einsatzstrategie zusammen mit Chamusso geplant ? unter dem Codenamen ?Hotstuff? führte Patrick die Mission ganz alleine durch. Chamusso wurde für diese Mission zu 24 Jahren Haft verurteilt und saß noch im Gefängnis, als Shawn zum ersten Mal von der Geschichte hörte: ?Ich dachte, diese Geschichte zu erzählen sei nur ein Traum?, erinnert sie sich. Doch im gleichen Jahrzehnt erlebte Südafrika einen politischen Wandel, das Apartheid-Regime wurde abgeschafft und freie Wahlen wurden abgehalten. Ende 1991 wurde Chamusso durch die Generalamnestie für alle politischen Häftlinge begnadigt und freigelassen; Joe brachte ihn mit Shawn in Kontakt. Knapp zwei Wochen nach seiner Haftentlassung verbrachte Shawn etliche Tage mit Patrick Chamusso, und der Held erzählte ihr seine eigene Geschichte. Diese Gespräche bildeten die Grundlage zu ?Catch a Fire?. Shawn erinnert sich: ?Ich sah in ihm jemanden, mit dem sich die Zuschauer überall auf der Welt identifizieren können. Er ist nicht der typische Held des südafrikanischen Freiheitskampfes, denn er hat keinerlei politisch engagierten Hintergrund, bevor er zum ANC stößt. Er war ein einfacher Mann, der seine Familie liebte, einen guten Job hatte und leidenschaftlich gerne Fußball spielte. Doch als die Dinge schief liefen, gab er nicht auf oder war bewegungsunfähig ? er beschloss zu handeln. Das ist für mich etwas sehr heldenhaftes.? Obwohl Shawn sehr bewegt war, nachdem sie Chamusso getroffen hatte, betont sie: ?Es gab meiner Meinung nach zu diesem Zeitpunkt noch nicht die richtige Perspektive, um die Geschichte zu erzählen - der Staub hatte sich noch nicht gelegt.? Also legte sie die Kassetten in eine Schublade und wartete. Zur Jahrtausendwende hatte die Welt genügend Zeit gehabt, die Ereignisse des vergangenen Jahrhunderts ? und besonders der 90er Jahre ? in Südafrika zu bewältigen. Shawn trug ihre Filmidee zunächst bei Working Title vor, die bereits ihr erstes Drehbuch, die autobiographische Geschichte ?Zwei Welten?, verfilmt hatte. Tim Bevan, Produzent und einer der Vorsitzenden von Working Title, meint: ?Ich war immer davon überzeugt, dass Shawns beste Werke dann entstehen, wenn sie aus einem persönlichen Blickwinkel heraus schreibt. Als sie uns Chamussos Geschichte erzählte, haben wir das Drehbuch sofort in Auftrag gegeben. Die Emotionen in dieser Geschichte sind universell; die Menschlichkeit darin wird Zuschauer auf der ganzen Welt ansprechen. Dies ist ein Film, auf den wir wirklich stolz sind.? Shawns Schwester Robyn Slovo kam als Produzentin auch mit an Bord. Während der Entwicklungsphase arbeiteten beide Schwestern in ?Catch a Fire? zum ersten Mal zusammen. Robyn erzählt: ?Chamussos Erfahrungen haben mich unglaublich bewegt. Es geht um den Mut eines Einzelnen, der erkennt, dass die Dinge für ihn und sein Land falsch laufen; gleichzeitig ist diese Geschichte auch eng mit meinem Vater verbunden. Sowohl Shawn als auch ich hatten das Gefühl, einen Beitrag leisten zu können, indem wir der Welt ein Stück der südafrikanischen Geschichte näher bringen.? Die Geschichte des Landes ist tatsächlich eng mit der Slovo-Familie verknüpft: In den 1960er Jahren sollten sie wegen Anti-Apartheid-Aktionen in Haft genommen werden und waren daher gezwungen, aus Südafrika zu fliehen. Ruth First, Joes Ehefrau und die Mutter von Shawn und Robyn, wurde 1982 vom Apartheid-Regime mithilfe einer Briefbombe ermordet. Robyn ging in England zur Schule, wo sie dann auch studierte, bevor sie in den 90ern zum ersten Mal erneut Südafrika besuchte: ?Obwohl ich in England aufgewachsen bin und dort arbeite, fühle ich mich doch noch sehr als Südafrikanerin?, berichtet sie. Nach der Fertigstellung einer ersten Fassung des Drehbuchs schloss sich Mirage Enterprises der Produktion an; die Geschäftspartner Anthony Minghella und Sydney Pollack zeichneten sich als Produzent respektive ausführender Produzent verantwortlich. Shawn verfeinerte das Drehbuch noch weiter, bis Bruna Papandrea von Mirage es dann 2004 an Phillip Noyce sandte. Der Regisseur war - nach der in 2002 nahezu gleichzeitigen Fertigstellung zweier politisch und emotional hoch anspruchsvoller Filme, ?Der stille Amerikaner?, und ?Long Walk Home? bereit für ein neues Werk. Chamussos Geschichte sprach ihn an; Noyce erzählt: ?Shawns Drehbuch beinhaltete alle Zutaten, um die Zuschauer ins Kino zu bringen: Liebe, Krieg, Abenteuer ? und eine für die heutige Zeit sehr wichtige Geschichte. Es geht hier um einen bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit, doch das Thema spricht uns alle in einem breiteren und inspirierenden Kontext an.? Bevan meint: ?Phillip ist ein großartiger Regisseur. Er ist ein smarter Filmemacher, der sowohl kleinere Kunstfilme als auch große Hollywood-Kassenerfolge gedreht hat. Für ?Catch a Fire? benötigte man jemanden, der über diese beiden Begabungen verfügt; um das Thema für die Zuschauer interessant zu gestalten, mussten die Thriller-Elemente unbedingt erfolgreich sein.? Für Noyce lag die größte Herausforderung von ?Catch a Fire? darin, ?ein weißer Australier zu sein, der eine südafrikanische Geschichte erzählen will, die von so vielen historisch bedeutsamen Ereignissen dieses Landes geprägt ist. Ich habe sehr schnell damit begonnen, in die Kultur und die Geschichte Südafrikas einzutauchen.? ?Es geht hier genauso um die Geschichte von Slovos Vater und sein Ethos, um die Geschichte ihrer Mutter und den Werten, für die sie ihr Leben opferte, ebenso wie um die Geschichte von Patrick Chamusso. Shawn hat ihr Innerstes in dieses Drehbuch investiert. Dieser Film ist ? gemeinsam mit ?Zwei Welten? ihre Hommage an ihre Eltern und an ihr Land, in dem sie die meiste Zeit nicht leben konnte. Diese Last habe ich während der gemeinsamen Arbeit mit ihr und Robyn gespürt, ebenso die Schuld, die wir gegenüber ihr und ihrer Familie abzutragen haben.? Für Robyn und Shawn war es schwierig und befriedigend zugleich, dieses so persönliche Projekt einem Regisseur anzuvertrauen. Sobald sie jedoch in Südafrika eintrafen, um mit Noyce an der Recherche zu arbeiten, ?hatten wir sofort das Gefühl, die Geschichte in sehr behutsame, starke und kreative Hände gelegt zu haben?, so Robyn. Der Regisseur widmete sich intensiv der Recherche. Noyce erinnert sich: ?Drei oder vier Monate lang tat ich buchstäblich nichts anderes, als Menschen zu treffen, um die Stimmung im Südafrika Anfang der 80er zu bestimmen und die Dinge sowohl aus der Perspektive der schwarzen wie auch der weißen Südafrikaner zu verstehen.? Gemeinsam mit Robyn und Shawn bereiste er das Land und führte Interviews mit jeder verfügbaren Person, die in Chamussos Geschichte eine Rolle gespielt haben könnte. Sie besuchten auch die Orte, an denen sich die wahren Ereignisse abspielten, angefangen bei der Ölraffinerie in Secunda bis hin zum ANC-Sitz in Maputo. Außerdem wandelten sie auf den Spuren von Chamusso aus Südafrika über Angola und zurück bis hin zum Gefängnis auf Robben Island. Schließlich fand der Regisseur das, wonach er suchte. Er berichtet: ?Es war eigentlich etwas ganz einfaches, das mich schließlich darauf vertrauen ließ, diesen Film machen zu können: Ich habe ein Auto gemietet und bin zehn Tage lang durch Südafrika gefahren. Als ich rechts und links abbiegen und mich dort zurechtfinden konnte, bekam ich das Gefühl, festen Boden unter den Füßen zu haben. Zusammen mit der gesamten Recherchearbeit war ich dann davon überzeugt, einen Film über diesen Ort und diese Zeit drehen und dem ganzen auch gerecht werden zu können.? Shawn arbeitete weiterhin am Drehbuch und betont: ?Als Phillip an Bord kam, stießen wir in eine ganz neue Dimension des Schreibens vor. Aus der Recherche-Rundreise, den Gesprächen mit den Menschen und den Besuchen der unterschiedlichen Orte ergaben sich Ansätze für verschiedene Formen des Geschichtenerzählens im Drehbuch.? Das erste Treffen mit Chamusso beeindruckte den Regisseur zutiefst; daraufhin hat Noyce darum gebeten, dass Shawn noch weitere Elemente aus der wahren Geschichte in das Drehbuch einarbeiten sollte. Shawn erklärt: ?Ich hatte Teile der Ereignisse fiktionalisiert, denn auch wenn eine Story noch so gut und originalgetreu ist, eignet sie sich nicht unbedingt für einen Kinofilm. Nachdem Phillip aber stundenlang mit Patrick gesprochen hatte, reagierte er sofort: ?Also, wenn das so passiert ist, warum steht es dann nicht im Drehbuch??? Noyce fügt hinzu: ?Ich wollte mit Chamusso zusammensitzen und ihm alle Einzelheiten entlocken. Er sollte mir seine Lebensgeschichte so erzählen, wie er sich erinnert, von seiner Geburt an bis zum heutigen Tag. Zwei Tage lang sprach er einfach in eine Kamera und ein Mikrophon und erzählte.? ?Warum hatte Patrick das Gefühl gehabt, eine relativ gesicherte Existenz aufgeben, über die Grenze gehen und sich dem ANC als Kämpfer anschließen zu müssen? Warum musste er zu den Waffen greifen und das Apartheid-Regime bekämpfen? Wie war die Zeit im Trainingslager in Angola? Wie konnte er in die Raffinerie in Secunda eindringen? Was geschah, als er auf Robben Island inhaftiert wurde? Über all diese Details musste ich Bescheid wissen.? Und Noyce abschließend: ?Der Film ?Catch a Fire? ist im Endeffekt eine Geschichte über das Wunder von Südafrika ? und Patrick Chamusso ist ein lebendes Beispiel für dieses Wunder.? Für die Rolle von Chamusso machten sich die Filmemacher weltweit auf die Suche nach einem geeigneten Schauspieler. Schließlich sprachen sechs Schauspieler über drei Tage hinweg in Los Angeles vor. Nach Abschluss des Casting-Verfahrens stand fest, dass Derek Luke der Richtige war, um den wahren Helden zu verkörpern. Noyce meint: ?Derek ist ein Mann, der in seiner Rolle als Patrick nicht nur die Emotion einbringt, indem er den innersten Kern seiner Menschlichkeit offenbart, sondern auch ein Schauspieler, der dieser Figur große Würde verleiht. Das war für unseren Film ausschlaggebend.? ?Ich möchte, dass das Publikum im Kino Patrick anfeuert, denn genauso ging es mir, als ich das Drehbuch las?, erzählt Luke. ?Dieser Mann lebt ein durchschnittliches Leben; er hat Fehler begangen und versucht weiterzukommen. Als das Schicksal zuschlägt, wird er gezwungen zu handeln; wenn man als Mann seine Familie nicht verteidigen kann, fühlt man sich verletzlich. Patrick fand die Kraft, etwas dagegen zu unternehmen.? Um den afroamerikanischen Schauspieler dabei zu unterstützen, den südafrikanischen Helden zu verkörpern, brachte Noyce Luke sechs Wochen vor Beginn der Dreharbeiten nach Südafrika. Luke reiste umgehend in den Norden von Johannesburg, in die Nähe des Krüger Nationalparks, um Chamusso kennen zu lernen. Gegenwärtig lebt Patrick Chamusso dort in einem Tal mit seiner Frau und 80 Waisenkindern, die sie adoptiert haben und für die sie sorgen. Noyce, der auch dort war, berichtet: ?Es war wunderbar, die beiden zusammen zu beobachten. Chamusso bemühte sich, dem engagierten amerikanischen Schauspieler etwas von sich zu vermitteln, und Derek versuchte, die Essenz des echten Mannes aufzuspüren.? Luke hatte bereits in seinem bemerkenswerten Filmdebüt ?The Antwone Fisher Story? eine real existierende Person verkörpert und gibt zu: ?Man trägt eine große Verantwortung, denn man möchte der Person, die man spielt, alle Ehre erweisen. Als ich Patrick kennen lernte, machte es die ganze Geschichte greifbarer, doch am meisten beeindruckte mich seine Fähigkeit, zu verzeihen und die eigene Vergangenheit loszulassen.? ?Die Zusammenarbeit mit Phillip war ein echter Segen, denn er kümmert sich so akkurat um die Details, und Patricks Geschichte lag ihm wirklich am Herzen. Außerdem sorgt sich Phillip um seine Schauspieler und um die technische Seite unseres Handwerks.? Noyce meint: ?Ich glaube, Derek konnte sich nicht wirklich vorstellen, was es bedeutete, in den 80ern als Schwarzer in Südafrika zu leben ? bis ich mit ihm auf Robben Island in Kapstadt war. Dieser Ort war berüchtigt, dort saß Mandela über zwanzig Jahre lang hinter Gittern, Patrick verbrachte fast zehn Jahre als politischer Häftling dort. Derek besuchte die Einzelzellen, wo die ANC-Führer inhaftiert waren, und ging dann den Gang hinunter in eine ganz besondere Zelle: ein kleines Verlies, in dem Mandela so viele Jahre verbracht hat. Derek blieb lange dort und legte sich hin, wo auch Mandela schlafen musste.? ?In diesem Augenblick knüpfte er wohl das emotionale Band zu dem Gefühl, ein schwarzer Südafrikaner zu sein, und verstand die Bürde der Tausenden von politischen Gefangenen, die sich an jenem Ort befunden hatten. Er begriff auch die Weisheit eines Mannes wie Nelson Mandela, der aus diesem Verlies heraus seinen Teil dazu beigetragen hat, das Wunder zu vollbringen, das Südafrika heute darstellt.? Lukes Vorbereitung wurde mit einigen Wochen ?boot camp? fortgesetzt. Jeden Morgen ab 7.00 Uhr unterzog er sich einem zweistündigen Stimmtraining mit Fiona Ramsey, die auch schon Don Cheadle dabei geholfen hatte, für ?Hotel Ruanda? den authentischen südafrikanischen Akzent zu meistern. Später am Morgen trainierte Luke dann auf den Fußballfeldern von Soweto. Noyce erzählt: ?Wir alle haben Derek schon in Filmen mit Sportthemen gesehen, doch vor ?Catch a Fire? hatte er absolut keine Ahnung von Fußball. Jetzt kann er aber wirklich spielen.? ?Als die Dreharbeiten begannen, hatten sich die monatelangen Vorbereitungen für Derek gelohnt: er verstand das wahre Wesen des Mannes, den er verkörperte, und auch die Beweggründe für seine Taten.? Für die Rolle des Oberstleutnant Nic Vos engagierte Noyce den Oscar-Preisträger Tim Robbins, ?nicht nur, weil er ein großartiger Darsteller ist, sondern auch weil er ? plump gesagt ? wie ein weißer Südafrikaner aussieht: groß und hellhäutig. Dies gesagt, war ich auch davon überzeugt, dass Tim als Schauspieler in der Lage ist, über die Darstellung des typischen rassistischen südafrikanischen Bösewichts, den man ab und zu auf der Leinwand sieht, hinaus zu wachsen. Tim kann vermitteln, wie sich jeder von uns wohl genauso wie Nic Vos verhalten hätte, und wir können uns mit ihm identifizieren.? Shawn erläutert: ?Ich wollte gewiss nicht über das Klischee des korrupten Apartheid-Polizisten schreiben. Nic ist ein intelligenter Mann, der aufrichtig daran glaubt, dass eine Machtergreifung durch das ANC das Land zerstören würde. Er kämpft dafür, die Dinge, die ihm kostbar sind, zu beschützen: Familie, Recht und Ordnung. Doch zugleich ist er clever genug, um zu spüren, dass er auf der Seite der Verlierer steht. Dieser Ausgangspunkt bot Tim einen schönen Widerspruch, auf dessen Kern sein Charakter basiert und mit dem er arbeiten konnte.? Robyn fügt hinzu: ?Die Geschichte Südafrikas ist nicht einseitig; dieses Land war und ist ein sehr komplizierter Ort. Wir versuchen hier, alle Seiten der Geschichte zu betrachten, inklusive der des weißen südafrikanischen Polizisten.? Tim Robbins meint: ?Durch die Beziehung zwischen diesen beiden Männern ? ein Südafrikaner und ein Bure ? erfährt man den größeren Zusammenhang der Geschichte des Landes zu jener Zeit, und versteht beide Seiten. Es ist eine bewegende Geschichte darüber, wie es ist, wenn sich dein Leben grundlegend verändert, und wie man für das kämpft, woran man glaubt.? ?Ich fand Shawns Drehbuch großartig. Vos ist ein sehr vielschichtiger Charakter und nicht nur der klassische Schurke. Phillip ist ein echter Künstler und ein Regisseur, zu dessen Fans ich seit einiger Zeit gehöre. ?Catch a Fire? ist eine Geschichte über das Apartheid-Regime in den 80ern, aber gleichzeitig für die heutige Welt sehr bedeutsam.? Genau wie Luke bereitete sich auch Robbins intensiv über Wochen hinweg vor: er recherchierte, arbeitete an seinem Akzent und probte mit Luke. Er fügt hinzu: ?Mein Ansatz bestand zum Teil darin, die Ära der Apartheid besser zu verstehen, denn ich hatte meine vorgefassten Ansichten darüber. Nachdem ich einige Zeit in Südafrika verbracht hatte, stellte ich fest, dass das ganze weitaus komplexer war, als ich dachte ? und dennoch nicht zu rechtfertigen.? ?Dein Job als Schauspieler bedeutet, neutral zu bleiben und herauszufinden, wie man eine bestimmte Person darstellen soll. Man muss akzeptieren, dass jemand aus legitimen Gründen eine gewisse Überzeugung vertritt ? die Tatsache, dass man selbst ganz andere Werte hat, ist dabei irrelevant. Dann muss man sich damit auseinandersetzen, wie der betreffende zu der jeweiligen Überzeugung gekommen ist, und das Menschliche dahinter aufspüren.? Noyce erzählt: ?Ich habe Filme und Reportagen aus dieser Zeit gesehen; es herrschte große Angst davor, dass Südafrika unter den Einfluss der Kommunisten geraten könnte. Polizisten wie Vos engagierten sich dafür, etwas zu bekämpfen, von dem sie glaubten, es würde ihr Land und ihr Umfeld zerstören. Das war patriotisch, doch das Problem lag in den angewandten Methoden.? Als Unterstützung für die Vorbereitung des Schauspielers trieb Robyn einen echten Sicherheitsagenten auf, der in den 80ern im Einsatz gewesen war: Hentie Botha. Im wahren Leben hatte er den gleichen Rang und ähnliche Erfahrungen wie die von Robbins gespielte Figur; er war ein Familienvater, der alles daran setzte, den Status Quo aufrecht zu erhalten. Botha fungierte später auch als Berater am Set und stand Schauspieler Robbins, Kostümdesigner Reza Levy und dem Stab mit Rat und Tat in allen Belangen des Verhaltens und der Kleidung eines südafrikanischen Polizisten der 80er Jahre zur Seite. Robbins unterhielt sich mehrere Tage lang mit Botha; gemeinsam besuchten sie Vlakplaas, die berüchtigte Verhörzentrale der Sicherheitsbehörden, wo schwarze Südafrikaner gezwungen wurden, Verrat zu üben (Askaris): Sie verließen das Verhör entweder als Undercover-Agenten des Apartheid-Regimes oder waren tot. ?Tim musste versuchen, diesen Mann zu verstehen, der zugab, dass man regelmäßig die Folter als Waffe gegen den Feind einsetzte?, sagt Noyce. Robbins meint: ?Ich hatte meine eigenen Ansichten zu all dem, aber sie waren nicht wichtig. Ich war ein Besucher und musste beide Seiten verstehen lernen. Doch bis heute kann ich nicht begreifen, wie man der Meinung sein kann, durch Folter echte Informationen entreißen zu können. Denn das kann man nicht. Durch Folter bekommt man das, was man hören will ? die Menschen würden alles sagen, nur damit der Schmerz ein Ende hat.? Robyn erinnert sich: ?Meine Mutter wurde durch eine Briefbombe ermordet; verschickt hatten sie Männer mit der gleichen Gesinnung wie die Sicherheitsagenten, die in ?Catch a Fire? dargestellt werden. Ein Teil der Recherche bestand darin, solche Leute zu treffen und sie am Drehort zu haben. Viele meiner Kindheitserinnerungen drehen sich darum, wie unser Haus gewaltsam durchsucht wird und meine Eltern verhaftet werden. Diese Männer waren der Feind. Doch eines habe ich durch die Gespräche mit ihnen gelernt: Sie glaubten an ihre Sache und an die Schlacht, die sie schlugen. Ich fühle noch immer Schmerz und Trauer darüber, doch diese Menschen sind noch immer Teil von Südafrika.? Noyce meint: ?Der Name Slovo hat uns bei der Verwirklichung dieses Films viele Türen geöffnet. Wenn wir ein Problem mit dem Drehort oder der Armee hatten, musste ich nur bei Robyn anrufen. Wen auch immer sie daraufhin kontaktierte ? die Antwort lautete immer Ja. Das liegt an der Zuneigung und Hochachtung, die alle Südafrikaner, Schwarze wie Weiße, gegenüber dem Namen Slovo hegen.? ?Robyns Art und Weise, die Erfahrungen ihres Landes zu bewältigen, hat auch auf mich abgefärbt, auf den australischen Außenseiter, der so vieles nachzuholen hatte. Ihre Beteiligung an diesem Projekt war von unschätzbarem Wert, denn sie hat einen so großen Beitrag geleistet: ihr Herzblut, ihre eigenen Emotionen und ihre Verbindung zu Südafrika und der Geschichte des Landes.? In der Vorproduktionsphase beriet Chamusso nicht nur die Filmemacher und Schauspieler, sondern reiste auch nach Johannesburg, um den Stab kennen zu lernen. Er beriet das Art Department bezüglich der Ausstattung und Ausrüstung ? angefangen bei dem Auto, das er damals fuhr, bis hin zu dem Haus, in dem er damals lebte. Als Außenseiter, der diese Geschichte erzählt, bemühte sich Noyce aktiv um die Ratschläge einer Reihe von südafrikanischen Experten. Um die Szenen im ANC-Hauptquartier in Maputo sowie im Trainingslager in Angola nachzustellen, engagierten die Filmemacher David Mbatha, dessen ANC-Name ?Four o?clock? lautete, sowie das ANC-Mitglied Napthali Manana; beide erwiesen sich als unverzichtbare Berater des Regisseurs und des Stabes. Manana war bereits mit 18 Jahren dem ANC als Freiheitskämpfer beigetreten, in Angola ausgebildet worden und dann inkognito nach Südafrika zurückgekehrt, bevor er festgenommen und in Robben Island inhaftiert worden war. Seine Erfahrungen erinnerten so stark an Chamussos Geschichte, dass Luke sich mehrere Tage lang mit Manana unterhielt. Sie besprachen seine Motivation, das Land zu verlassen; seine Gefühle in der Haft und während der Verhöre; die vielen Jahre hinter Gittern, so nah und doch so fern von dem Südafrika, das er liebte und dem er sein Leben gewidmet hatte. Mbatha war nicht nur Mitglied des bewaffneten Flügels des ANC, sondern auch ein Experte der ?Freedom Songs?, Freiheitshymnen, gesungen von schwarzen Südafrikanern und Gegnern des Apartheid-Regimes, um ihre Wut und ihre Entschlossenheit, das Regime zu Fall zu bringen, auszudrücken. Diese Lieder wurden auch von Südafrikanern im Exil angestimmt, die davon träumten, zurückzukehren und ihrem Heimatland die Demokratie zu bringen. Noyce meint: ?David war wie ein Fels in der Brandung, außerdem glühte er vor Leidenschaft. Als jemand, der das alles miterlebt hatte, wollte er unbedingt jene Zeiten heraufbeschwören, in denen die Musik für den Freiheitskampf eine wichtige Rolle spielte.? Während der Dreharbeiten zu allen Szenen mit Musik, ob Begräbnisse oder eine Feier zur Freilassung eines Häftlings aus Robben Island, schienen sich Hunderte von Menschen am Set auf eine Zeitreise begeben zu haben, um die Intensität und Leidenschaft wiederaufleben zu lassen, die so eng mit ihrem Kampf verbunden war. Auch für die dritte Hauptrolle begaben sich die Filmemacher weltweit auf die Suche: in Südafrika, England und den USA. Als Phillip Noyce auf einer Recherchetour in Kapstadt war, empfahl ihm jedoch schon bald jemand eine junge südafrikanische Schauspielerin für die Rolle als Precious Chamusso. Noyce sagt bewundernd: ?Als ich Bonnie Henna sah, war ich sofort ergriffen ? nicht nur von ihrer Herzlichkeit, sondern auch von ihrer Leinwandpräsenz. Ihr Videotest war außergewöhnlich.? Henna gibt zu: ?Über eine lange Zeit hinweg habe ich mich nicht mit der Vergangenheit dieses Landes auseinandergesetzt. Deshalb empfand ich es emotional und spirituell als Segen, Teil dieses Films zu sein und der Geschichte meiner Heimat begegnen zu können.? ?Die südafrikanischen Frauen haben sich bisher nicht wirklich eindeutig in Geschichten über jene Zeit äußern können; deswegen gefiel mir, dass Precious mutig ist ? ich konnte es kaum erwarten, in diese Rolle zu schlüpfen.? Nach Beginn der Dreharbeiten konnte sich Noyce noch intensiver von Hennas darstellerischen Fähigkeiten überzeugen. Der Regisseur berichtet: ?Bonnie musste eine sehr schwierige Rolle spielen, denn Precious? Handlungen sind nicht einfach nachzuvollziehen ? sie trifft in schwierigen Zeiten extreme Entscheidungen. Weite Teile ihrer Rolle müssen ohne Dialog dargestellt werden; sie muss die Katharsis, eine Entscheidung und ein Verhalten, allein durch ihren Gesichtsausdruck und die Körpersprache vermitteln. Das verlangt nach großem Schauspieltalent, über das sie eindeutig verfügt.? Die Hauptdreharbeiten begannen am 21. August 2005; die Produktion hatte ihren Sitz in Johannesburg bezogen. Eine der ausschlaggebenden Fragen der Filmemacher lautete, ob sie wohl in der Ölraffinerie in Secunda würden drehen können. Noyce berichtet: ?Diese Anlagen waren zu der Zeit, als Patrick den Anschlag verübte, für Südafrika überlebenswichtig ? und das sind sie noch heute. Man hätte glauben können, die Anfrage nach einer Genehmigung, um dort einen Film über jenen Vorfall zu drehen, wäre bei der gegenwärtigen Stimmung auf Ablehnung gestoßen ? aber das Gegenteil war der Fall. Gewappnet mit dem Namen Slovo bekamen wir Zugang zu der echten Raffinerie, die Patrick am Nationalfeiertag ins Visier nahm.? ?Ich denke, die Südafrikaner sind davon überzeugt, dass es ? wie für jedes Land ? wichtig ist, die eigene Vergangenheit unter die Lupe zu nehmen. Sie wollen ihre Geschichten erzählen, sie auf die Leinwand bringen und mit der übrigen Welt teilen. In den meisten Ländern lautet die Antwort Nein, sobald man an historisch besonders bedeutsamen Orten drehen möchte; in Südafrika jedoch gaben uns alle Regierungsbehörden und Institutionen für ?Catch a Fire? grünes Licht.? Nachdem die Genehmigung erteilt war, besuchte Luke zur Vorbereitung die Raffinerie. Noyce meint: ?Es war ein bemerkenswerter Tag, als Derek sich in Secunda innerhalb der Anlage aufhalten und per Handy mit Patrick sprechen konnte, um seine damaligen Schritte vor Ort nachzuvollziehen. Die ganze Zeit über wurde er von Managern der Ölgesellschaft begleitet, die vor einem Vierteljahrhundert auch schon dort tätig gewesen waren und Jagd gemacht hatten auf den Mann, der ihre Einrichtung in die Luft sprengen wollte. Ich glaube, das hätte so nur in Südafrika geschehen können.? Die Dreharbeiten in der Raffinerie erwiesen sich als mit die schwierigsten des Films. Fast 350 Personen, darunter die Schauspieler, der Stab und die Statisten, mussten sich vor den zweiwöchigen Dreharbeiten einen ganzen Tag lang der Sicherheitsunterweisung unterziehen; jeder, der die Anlage betreten wollte, musste von der Security zugelassen worden sein. Location Manager Jaco Espach erinnert sich: ?Meistens konnte man kaum etwas hören, denn um einen herum tosten die Maschinen ? und jeden Abend verließen die Mitarbeiter die Anlage völlig verdreckt und verrußt.? Patrick Chamusso, der während der Recherchen und Vorproduktion stets verfügbar war, besuchte das Set zum ersten Mal während der Dreharbeiten in der Raffinerie. Zu dieser Rückkehr nach so vielen Jahren meinte er: ?Ich betrat wieder einen Ort, den ich niemals hatte wiedersehen wollen.? Am Tag von Chamussos Set-Besuch wurden gerade Szenen gedreht, in denen weiße Sicherheitsleute die schwarzen Mitarbeiter filzen und nach Sprengstoff absuchen. Noyce offenbart: ?Patrick konnte nicht an sich halten; er ging hinüber, schnappte sich einen der schwarzen Statisten, drehte sich zum weißen Statisten, der einen Wachmann spielte, und sagte: ?Hör mal, damals wurde ein Schwarzer aber nicht so gefilzt!? Denn der Weiße, bereits in einer neuen Ära aufgewachsen, benahm sich eben wie ein Südafrikaner des 21. Jahrhunderts und behandelte den Schwarzen mit Respekt. Patrick demonstrierte ihnen dann, wie grob es damals wirklich zuging.? Chamusso fügt hinzu: ?Diesen Ort nach fast 25 Jahren wiederzusehen erinnerte mich an den Tag meiner Verhaftung und an all die Schmerzen, die ich durchlitt. Aber ich fühlte mich stolz, denn heute ist Südafrika eine Regenbogennation. Die Menschen, die heute in der Anlage in Secunda arbeiten, werden nicht so durchsucht wie wir damals. Durch das, was wir taten, ist ein neues Südafrika entstanden, sodass die Menschen gut behandelt werden können.? Robbins erinnert sich: ?Als ich Patrick traf, wollte er sicherstellen, dass ich die Figur des Vos korrekt porträtiere. Er brauchte einige Zeit, um sich davon überzeugen zu lassen, dass ich es schaffen könnte; er meinte: ?Du bist viel zu nett?, und ich sagte: ?Das bin nur ich selbst, mach dir keine Sorgen.? Irgendwann vertraute er mir so weit, dass er auch über die Dinge, die ihm zugestoßen sind, sprechen konnte.? Auch während der Dreharbeiten im Hauptquartier der Sicherheitsbehörde besuchte Chamusso das Set; und erneut überkamen den wirklichen Helden die Erinnerungen an die Vergangenheit, doch er ließ es sich nicht nehmen, jeden Mitwirkenden, vom Regisseur bis zu den Schauspielern, detailliert zu beraten. Noyce sagt: ?Patrick verfügt über großes Einfühlungsvermögen, Intelligenz und den richtigen Blickwinkel.? Da Robyn täglich am Set war, musste Shawn nicht die ganze Zeit über vor Ort sein ? doch sie war bei den Dreharbeiten zur Beerdigung des ANC-Mitglieds anwesend. Robyn spielt in dieser Filmszene ihre eigene Mutter, Ruth First. Obwohl sie zunächst unsicher war, ob sie diese Rolle übernehmen sollte, entschied sich Robyn schließlich ? bestärkt durch ihre Schwestern ? dafür. Sie erinnert sich: ?Nachdem mich Phillip gefragt hatte, ob ich diese Rolle spielen wollte, wachte ich mitten in der Nacht auf und konnte nicht wieder einschlafen. Ich dachte, dass mir das unmöglich gelingen könnte... Sie war eine sehr außergewöhnliche Frau. Sie und mein Vater widmeten sich seit dem Teenageralter bereits dem Kampf des ANC. Ich denke, sie sind ein Teil der südafrikanischen Geschichte und werden auch als solches angesehen und akzeptiert.? Die Szenen, die in Maputo spielen, wurden in Yeoville gedreht, einem Vorort von Johannesburg, wo Joe Slovo aufgewachsen ist. Als er Anfang der 90er Jahre nach Südafrika zurückkehrte, besuchte er Yeoville; die Dreharbeiten dort waren besonders für Robyn und Shawn aufwühlend. Shawn berichtet: ?Es löst in mir eine sehr tiefe Trauer aus, dass meine Eltern nicht mehr mit ansehen können, wie dieser Film verwirklicht wird. Diese Geschichte ist ein Tribut an Joe, und ich wünschte, er könnte das alles miterleben.? Joe starb 1995 an Krebs. Im Verlauf der geplanten zehn Wochen wurde u.a. in Johannesburg, Germiston, Attridgeville, Witbank, Pretoria, Yeoville, Embalenhle und Kapstadt gedreht. Die Second Unit filmte auch in Moçambique und Swaziland. Inmitten der Dreharbeiten musste sich die Produktion neu organisieren, denn Kameramann Ron Fortunato musste aus gesundheitlichen Gründen in die Vereinigten Staaten zurückkehren. ?Glücklicherweise konnte Garry Phillips kurzfristig einspringen und sowohl den Stil als auch die Qualität der Kameraarbeit aufrechterhalten?, meint Noyce. ?Catch a Fire? wurde zu großen Teilen auf 35 mm gedreht, doch zu dem Zeitpunkt, als sich die Ereignisse von Südafrika nach Mozambique verlagern, verändern sich Stil und Filmmaterial. Noyce beschloss, auf 16 mm zu drehen, vieles davon mit der Handkamera. Er erläutert: ?Beim Wechsel in ein anders Land verändern sich die Textur und die Farbpalette des Films. Wir wollten die Zuschauer emotional in das einbeziehen, was Patrick durchmacht?. Die letzten Szenen des Films, in denen der echte Patrick Chamusso gezeigt wird, wurden mit einer Mini-DVD-Kamera gedreht. Robbins meint staunend: ?Meine Erfahrungen bei ?Catch a Fire? haben die Dreharbeiten noch übertroffen, denn ich habe Südafrika entdeckt und bin durch dieses Land inspiriert worden. Abends in Clublokale zu gehen und zu beobachten, wie Schwarze und Weiße gemeinsam tanzen, macht deutlich, dass es nach dieser Vergangenheit nun eine Zukunft gibt. Die Leute sagten zu mir: ?Schau dir das Wunder an, das sich vor deinen Augen abspielt!? Die wahre Hoffnung Südafrikas liegt in den Händen der jungen Menschen, denn sie waren gemeinsam in der Schule, was es zuvor niemals gegeben hatte. Doch seit rund zehn Jahren ist das möglich.? Luke fügt hinzu: ?Es war eine Freude, dort zu arbeiten. Wir hatten so viel Gesprächsstoff, denn die Südafrikaner wissen weitaus mehr über Amerika als wir über Südafrika. Film und Fernsehen können eine Brücke schlagen; ich denke, ein weiterer Weg besteht darin, den Menschen im heutigen Südafrika zuzuhören.? Nach Abschluss der Dreharbeiten begann die Post-Produktion in Australien, geleitet von Cutterin Jill Bilcock. Die ?Freiheitsgesänge? waren Noyce bis in sein Heimatland Australien gefolgt, und er entschied sich für einen Südafrikanischen Komponisten, Philip Miller, der die Filmmusik schrieb. Noyce sagt: ?Die Musik, und besonders diese Gesänge, spielte während des Freiheitskampfes gegen das Apartheid-Regime eine sehr wichtige Rolle. Philip ist ein hervorragender Kenner der schwarzen südafrikanischen Musik und Instrumentalisierung, dieser Rhythmen des Lebens, die auch so sehr Teil der wahren Geschichte sind.? ?Die Freiheitsgesänge drückten Wut und Frustration aus, aber auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die Südafrikaner stimmten diese Lieder an, um ihre Anführer zu unterstützen und um sich selbst in schwierigen Zeiten Hoffnung zu machen. Man sang in den Townships Auge in Auge mit der bewaffneten Übermacht des Regimes; Patrick Chamusso, Joe Slovo und die vielen Tausenden von politischen Flüchtlingen sangen und träumten von dem Tag, an dem sie zurückkehren und ihr Heimatland befreien würden.? |
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