Yes I Am!

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Titel Deutschland: Yes I Am!
Titel USA: -
Genre: Dokumentation
Farbe, Deutschland, 2007

Kino USA: -
Kino Deutschland: 15. Februar 2007
Kino Schweiz (D): -
Kino Österreich: -
Laufzeit Kino: 109 Minuten, FSK 12


Inhalt Als Adé fünfzehn ist, wird sein Vater in Nigeria ermordet. Daraufhin zieht er zusammen mit seiner deutschen Mutter und seinen Geschwistern nach Deutschland. Als D-Flames Probleme mit seiner Mutter eskalieren, kommt er in ein Heim. Dort beginnt er seine Gangsterkarriere. Als Mamadee zehn Jahre alt ist, bricht die DDR zusammen und damit auch ihr Traum vom roten Halstuch der Thälmann-Pioniere.

Alle drei Protagonisten entstammen bi-nationalen Familien und mussten ohne Ihre Väter erwachsen werden. Sie sind Deutsche und fühlen sich doch nichtganz zu Hause in diesem Land. Durch ihr exotisches Aussehen werden sie als ?anders? wahrgenommen und fühlen sich nie richtig zugehörig. Für alle drei ist die Musik ein Ventil, um ihr Leben zu reflektieren und ihre besondere Problematik zu thematisieren: Adé ist Musiker, D-Flame Rapper und Mamadee Sängerin.

Auch die Mütter der Protagonisten kommen zu Wort und berichten eindrucksvoll von ihren Erfahrungen. Jede dieser Frauen hat ein individuelles Schicksal, doch alle haben schwarze Kinder in einer vorwiegend weißen Gesellschaft groß gezogen. Das verbindet sie mit vielen Familien in Deutschland, deren Kinder als Deutsche heranwachsen, auch wenn die Eltern andere Nationalitäten, Kulturen oder Hautfarben haben.

D-Flame, Mamadee und Adé begegneten sich zum ersten Mal, nachdem der Schwarze Alberto Adriano in einem Dessauer Park von drei Jugendlichen erschlagen wurde. Über zwanzig der bekanntesten afrodeutschen Musiker schlossen sich daraufhin zu dem Bandprojekt "Brothers Keepers" zusammen, spielten die Maxi Adriano (Letzte Warnung) und das Album Lightkultur ein, an dem sich auch das weibliche Pendant "Sisters Keepers" beteiligte. Sie zogen durch ostdeutsche Schulen, um selbst mit den Kids zu sprechen.


Darsteller & Stab Darsteller (Rolle): D-Flame, Adé Bantu, Mamadee, Xavier Naidoo

Stab:Regie: Sven Halfar • Produktion: Filmtank Hamburg / Wüste Film • Drehbuch: Sven Halfar, Aurel Bantzer • Vorlage: - • Filmmusik: Nils Kacirek • Kamera: Dirk Heuer • Spezialeffekte: - • Ausstattung: - • Schnitt: Götz Schuberth • Kostüme: - • Maske: - • Ton: - • Ton(effekt)schnitt: - • Stunts: - •


Filmkritiken Dirk Jasper FilmLexikon: Vor dem Hintergrund der tatsächlichen Ereignisse entstand der Dokumentarfilm Yes I Am! von Filmemacher Sven Halfar, der die drei Musiker Adé, D-Flame und Mamadee eindrucksvoll und einfühlsam portraitiert. Anhand der persönlichen Lebensgeschichten der Protagonisten erzählt der Film von den Schwierigkeiten, eine afrodeutsche Identität zu entwickeln und der Problematik der Integration in die deutsche Gesellschaft. Yes I Am! verbindet die Geschichte von D-Flame, Mamadee und Adé mit der Geschichte von Brothers Keepers. Er erzählt von der Macht der Musik und davon, wie gut es tut, gemeinsam die Stimme zu erheben. Eine Geschichte vom Erwachsenwerden unter erschwerten Bedingungen: geprägt vom Hin und Hergerissensein zwischen den Kulturen, von Ausgrenzung und Aggressionen. Ein Film über den langen Weg nach Hause.

film-dienst 04/2007: Dokumentarfilm über HipHop und drei farbige Rapper in Deutschland, die ohne ihre nichtdeutschen farbigen Väter aufwuchsen. Ihre Identitätssuche mündet in einer kraftvollen Musik mit vorwiegend deutschen Texten, in denen sie von einem schönen, aber auch von einem aggressiven Deutschland, von Fremdenhass, Rechtsradikalen und Vorurteilen singen. Noch beklemmender als die Aussagen der Musiker sind die ihrer deutschen Mütter, die sich wünschen, dass ihre Kinder endlich ihre Identität und ihren Frieden finden. Eine Sozialstudie mit der Musik als rotem Faden, die den HipHop und das dahinter stehende Anliegen des Rap nahe bringt.


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