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Produktionsnotizen: Die Protagonisten: Adè Odukoya

Adé Odukoya a.k.a. Adé Bantu bezeichnet sich selbst als „AfroPäer“. Am 13. Juli 1971 in London geboren, wuchs er auf in Lagos und Köln und lebt heute in beiden Städten.


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Seine Eltern, Adeleke und Barbara, trafen sich während des Studiums des Vaters zum Automobilingenieur in Berlin und heirateten schon bald nach seiner Geburt. 1973 zog die Familie nach Nigeria, die Heimat des Vaters, wo Adé gemeinsam mit seinen Brüdern Abiodun und Femi und Schwester Sarah seine Kindheit und frühe Jugend verbrachte. Als die Familie 1986 im eigenen Haus überfallen und Vater Adeleke brutal ermordet wurde, beschloss die Mutter, nach Deutschland zurück zu kehren. Der knapp 15jährige Adé kam in ein Land, das er bisher nur von kurzen Besuchen bei Verwandten kannte.

Es war keine einfache Zeit. Die Jugend ohne seinen Vater erlebt zu haben, empfand Adé als großen Verlust. In den vielen Jahren alltäglicher Härte hätte er den Rat und die Unterstützung des Vaters gebraucht, einen Halt, den die Mutter ihren Kindern nicht immer geben konnte. Erst der Kontakt mit anderen Schwarzen half ihm bei der Suche nach seinem Platz in der deutschen Gesellschaft.

Es war die Musik, die ihm Anfang der 90er Jahre schließlich eine Perspektive eröffnete. 1993 verließ er die Schule nach der 12. Klasse, um die erste multilinguistische Hip Hop Platte in Deutschland zu veröffentlichen. Gleichzeitig rief er gemeinsam mit seinem Bruder Don Abi die Band „Weep Not Child“ ins Leben, die schon in den Anfängen des deutschen Hip Hop Musikgeschichte schrieb und ihn über seine internationalen Soloauftritte als Rapper Duke T. zu seiner jetzigen Band BANTU – Brotherhood Alliance Navigating Towards Unity – führte.

Mit BANTU entwickelte Adé eine neue musikalische Stilrichtung, die er selber „Sound of Fufu“ nennt und die sowohl in Deutschland als auch in ganz Afrika für Furore sorgte. Im Dezember 2005 wurde BANTU für das elektrisierende Soundgewebe aus Fuji, Funk, Dancehall und Afrobeat in Durban mit dem renommiertesten afrikanischen Musikpreis, dem Kora Award, ausgezeichnet.

Doch die Musik alleine schien seinen unruhigen Charakter nicht auszufüllen. Er entwickelte sich zu einem engagierten Protagonisten im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung in Deutschland. Als Anfang der 90er Jahre eine Welle rechtsradikaler Anschläge Ostdeutschland erschütterte, reagierte Adé mit zahlreichen Konzerten in Hoyerswerda und anderen ostdeutschen Städten. Durch Musik als kreatives Medium, Rap als Sprachrohr einer Generation und kreativer Gruppendynamik gab er Jugendlichen die Chance, in Musicals und Rap-Workshops eine eigene Stimme zu entwickeln, um ihre Erfahrungen und Ambitionen zu beschreiben.

1998 erhielt er für sein zweites Hip Hop-Musical „Coloured Children?!“ den Jugendkulturpreis des Landes NRW. Der brutale Mord an Alberto Adriano im Jahr 2000, der ihn mit seiner eigenen Lebensgeschichte konfrontierte, brachte ihn schließlich dazu, ein gewaltiges und außergewöhnliches Musikprojekt zu initiieren: Die Brothers Keepers.

Neben seiner Arbeit mit BANTU und Brothers Keepers engagiert er sich für zahlreiche Projekte, wie zum Beispiel Workshops unter dem Motto "Africa Connection", die er 2005 gemeinsam mit der BBC anbot. 2006 wurde er sogar von Bundespräsident Köhler nach Schloss Bellvue eingeladen, um bei einem Projekt für Toleranz und Verantwortung für Jugendliche als Pate teilzunehmen.


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Szenenfoto
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