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Mamadee ist siebenundzwanzig Jahre alt und wohnt in einer kleinen Kölner Dachwohnung mit zweieinhalb Zimmern. Auf einem Sideboard Fotos von ihrer Familie, von Freunden, und das Gruppenfoto der Sisters Keepers. Im Wohnzimmer ein kleines, selbst eingerichtetes Studio: Keyboard, Mischpult und ein paar elektronische Geräte. Mamadees Gitarre lehnt am Fenster und im Hintergrund läuft Funky Musik aus den Siebzigern.
Im Grundschulalter wurde Mamadee Jungpionier, eine Kinderorganisation der DDR , die der FDJ unterstellt war. Bei Appellen und anderen Anlässen trug sie stolz das blaue Halstuch und war “für Frieden und Sozialismus immer bereit!“. Die Thälmannpioniere waren eine kommunistische Organisation, in der Leistung, Zusammenhalt und Bereitschaft zählten. Äußeres wurde nicht thematisiert, ihre Hautfarbe spielte keine Rolle. Mamadee spielte 10 Jahre Handball im TSV Lichtentanne, siegte bei Leichtathletik -Olympiaden der DDR und erhielt Medaillen und Urkunden mit der Unterschrift Erich Honeckers. Als die Mauer fiel, war Mamadee zehn und wechselte gerade aufs Gymnasium. Die Pionier-Zeit war zu Ende. Mamadee weinte, weil sie das rote Halstuch nie mehr tragen konnte; doch das war nach dem ersten Besuch in den Alten Bundesländern schnell vergessen. Nach der Wiedervereinigung bekam sie nun immer häufiger rassistische Sprüche zu hören. Immer öfter begegneten ihr alkoholisierte Jugendliche mit kahlrasierten Köpfen, und die Aggression gegen jeden, der anders aussah, nahm schlagartig zu. Mamadee bekam Angst und die Angst wurde zum Alltag. Sie wurde in der Disco angespuckt, getreten, von Skins durch die Straße gejagt und mit einem Luftgewehr angeschossen. Nach dem Abitur zog Mamadee nach Köln. Sie arbeitete als Kellnerin in einer Bar, in der abendlich Live-Musik gespielt wurde, machte bald als Backgroundsängerin in einem Soul-und Jazzclub erste Erfahrungen und arbeitete mit routinierten Musikern zusammen. In dieser Zeit wurde Adé auf sie aufmerksam und fragte sie, ob sie nicht bei Sisters Keepers mitmachen möchte. 2002 bis 2006 tourte sie als Backgroundsängerin mit Reggae-Star Gentleman durch Deutschland und auch ab Mai 2007 steht eine Deutschland-und Europa-Tour mit ihm an, auf der Mamadee ihr Album „Lass los“ präsentieren wird. Auf der gleichnamigen Single ist auch Gentleman mit seiner prägnanten Stimme vertreten und in einer Version wird sie von Helmut Zerlett am Bösendorfer Flügel begleitet. Neben ihren Live-Auftritten schreibt und komponiert Mamadee derzeit an Songs für ihr neues Album mit der Sängerin Tamika und auch ein Projekt der Sisters Keepers ist in der Planung. Für das Musical "Aida" in Hamburg hat sie sich unter hundert Bewerberinnen für die Hauptrolle qualifiziert und dann doch abgesagt. Sie findet, sie hätte nicht genug Leidenschaft dafür. Sie will lieber ihren eigenen Weg gehen. Zum Weiterlesen
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