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„Ich bin stolz ein Deutscher zu sein“. Unter dieser Überschrift veröffentlichte der Spiegel im Jahre 2001 ein Interview mit zwei schwarzen Musikern aus dem Band- Projekt Brothers Keepers, Ade Odukoya und Xavier Naidoo. Die Entstehungsgeschichte dieses Projekts und die Biografien der Beteiligten haben mich berührt, wütend gemacht und zum Nachdenken gezwungen.
Ganz wichtig war mir, einen Film zu machen, der seine Protagonisten als Individuen ernst nimmt und sie nicht auf eine Opferrolle reduziert und damit bloss weitere Klischees bedient. Yes I Am! porträtiert starke Persönlichkeiten, die sich über ihre Musik und ihr gemeinsames Aufbegehren Gehör verschaffen. Ihre Musik und ihre Texte sind emotionale Ausdrucksmittel. Sie helfen, eine Nähe zu den Protagonisten herzustellen, aus der heraus Vorurteile und Angst vor dem Fremden vielleicht ein Stück weit überwunden werden können. Ich traf zunächst Adé Odukoya, den Gründer der Brothers Keepers, in Köln. Ich glaube, dass es zwischen uns sehr viele Ungereimtheiten gab und das ich eine ziemlich schlechte Figur abgeben habe. Denn ich hatte keine Ahnung von der afrodeutschen Szene, brachte ständig die einschlägigen Begrifflichkeiten durcheinander (Schwarze Deutsche? Deutsche Afrikaner?? ...) und wusste noch sehr wenig darüber, was für einen Film ich überhaupt machen wollte. Adé ließ sich trotzdem auf mich ein, und zwei Monate später war ich mit den Brothers Keepers auch schon auf der ersten Schultour, die durch Ostdeutschland ging. Doch ich hatte keine Erfahrung mit Dokumentarfilm, es war sehr chaotisch, ich rannte mit meinen Leuten ziemlich planlos und wie ein unerwünschtes TV-Reporterteam den Musikern hinterher. Mir wurde klar, dass ich einen erfahrenen Produzenten brauchte. Wenige Wochen später habe ich Thomas Tielsch aufgesucht, der mit seiner Produktionsfirma Filmtank einen sehr guten Ruf in der Dokumentarfilmbranche genießt. Ihm habe ich das Projekt vorgestellt, und wir haben uns dann entschlossen, diesen Film gemeinsam zu machen. Obwohl Adé mich unterstützte, war es schwieriger als erwartet, den Musikern mein Projekt zu vermitteln. Ich traf sie alle in Heidelberg, im Studio der HipHop-Legende Torch ("Fremd im eigenen Land"). Die Brothers Keepers sangen dort zusammen mit Toni L. von Advanced Chemistry einen Song ein. Hier begegnete ich zum ersten Mal D-Flame, mit dem ich mich wegen einer Kleinigkeit beinahe geprügelt hätte. Manche Musiker wollten nicht, dass ein weißer, zudem unerfahrener Regisseur einen Film über sie macht. Ich stellte blöde, naive Fragen, war kein Musiker und mit einem erfolgreichen Kinoblockbuster konnte ich auch nicht aufwarten. Plötzlich gehörte ich aufgrund meiner Hautfarbe nicht dazu! Natürlich fühlte ich mich diskriminiert und unverstanden. Schlussendlich habe ich in Mamadee, D-Flame und Ade und nicht zuletzt in ihren Müttern tolle Menschen gefunden, die mir und dem Projekt ihr Vertrauen entgegengebracht haben. Und auch Xavier Naidoo, von dem klar war, dass er keine Hauptfigur des Films werden würde, hat das Projekt von Anfang an unterstützt. Zum Weiterlesen
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