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Nach der Ermordung ihres Mannes wurde Angelika Adriano von der rechten Szene heimgesucht. Man versuchte, sie mit Geld zu bestechen und bedrohte sie für den Fall, dass sie vor Gericht gegen die Mörder ihres Mannes aussagen würde. Sie konnte ohne Begleitschutz das Haus nicht mehr verlassen.
Dass man sich heute, fünf Jahre und unzählige Übergriffe später, an diesen Mord in Deutschland noch erinnert, ist nicht nur den besonders widerlichen Umständen zu verdanken (die Täter aßen das Essen auf, welches sie in den Taschen ihres sterbenden Opfers gefunden hatten), sondern vor allem den Brothers Keepers und ihrem Song "Adriano – Letzte Warnung". Die Erlöse aus dieser erfolgreichen Single wurden großenteils der Witwe und ihren Kindern gespendet, und die Brothers Keepers unternahmen Touren durch die Schulen in Ostdeutschland, um mit den Jugendlichen dort ins Gespräch zu kommen. Sie hatten die musikalische, kreative und breit wirksame Antwort auf den Skandal mit der konkreten Geste der Solidarität und politischem, aufklärerischem Handeln "vor Ort" kombiniert, und das war es, was das Bandprojekt so ungewöhnlich und großartig gemacht hatte. Als Sven Halfar mit seiner Filmidee zu uns kam, wurde bald deutlich, dass es hier eine Chance gab, auch solch ein jüngeres Publikum anzusprechen, welches sich in seiner Freizeit nicht per se mit gesellschaftlichen Themen beschäftigt: über die Popularität der beteiligten Musiker. Ebenso klar war, dass wir keinen "politisch korrekten" Film über Rassismus in Deutschland oder die afrodeutsche Minderheit machen wollten, denn wir glauben nicht an die Wirkungsmacht solcher Filme. Es galt also, ein Projekt zu entwickeln, in welchem das gesellschaftliche Thema persönlich und emotional vermittelt werden konnte: über die Lebensgeschichten der Protagonisten, ihr Erwachsenwerden und in die Welt finden unter widrigen Bedingungen. Auf den Festivals in Leipzig und Hof, wo der Film begeisterte Zustimmung bei einem sehr gemischten Publikum fand, hat sich gezeigt, dass unsere starken Protagonisten (und ihre starken Mütter) in der Tat ganz unterschiedliche Generationen ansprechen. Wir haben den Film ohne Fernsehbeteiligung, mit der Unterstützung dreier Filmförderungen und unseren Partnern von Wüste Film ("Gegen die Wand", "Emmas Glück") realisiert. Zum Weiterlesen
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