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Als Alberto Adriano an Pfingsten 2000 von Neonazis in Dessau ermordet wird, hinterlässt er eine Ehefrau und drei Kinder – eine Familie, die nun nicht nur lernen muss, ohne ihren Vater und Mann zu leben, sondern zugleich verstehen muss, dass er starb, weil er ein Schwarzer war. Doch das Schicksal von Alberto Adriano und seiner Familie ist nur eines von vielen.
Unser primäres Anliegen ist es, eine Lobby für die Opfer zu schaffen. So leisten wir über Opferhilfe direkte Unterstützung für die Betroffenen. Allerdings wollen wir kein Mitleid, sondern Aufmerksamkeit – langfristig! Über den Opferstatus hinweg treiben wir die Entwicklung und Stärkung der afrodeutschen Identität und ihre Verankerung als Teil der deutschen Gesellschaft voran und reflektieren somit auch die deutsche Identität. Deshalb mischen wir uns aktiv in die Debatte um Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Rassismus ein. Denn Rassismus lässt sich nun einmal nur überwinden, wenn er wahrgenommen wird – und zwar nicht allein von den Betroffenen. Adé Odukoya (Vereinsvorsitzender) über das Anliegen von Brothers Keepers e.V.: „Wir sind bereits auf dem Weg. Dieses Land befindet sich im Aufbruch und viel Unsicherheit und Angst ist zu spüren. Wir müssen endlich aufstehen und für unsere Rechte einstehen und notfalls dafür kämpfen. Jemand von uns muss endlich auf die Missstände, die uns bewegen, aufmerksam machen und Lösungsansätze formulieren. Wir schreiben unsere Geschichte selber! Und: wir müssen lokal handeln – hier in Deutschland!“ Vor allem durch das Musikprojekt Brothers Keepers, ein Zusammenschluss primär afrodeutscher Künstler und Produzenten, gelingt es dem Verein seit 2001 immer wieder die öffentliche Aufmerksamkeit und besonders das Interesse Jugendlicher zu wecken. Inzwischen ist das Kollektiv um Adé Bantu auf rund 90 Künstler und Produzenten angewachsen, unter ihnen Afrob, Cassandra Steen, D-Flame, Denyo, Eased von Seeed, Gentleman, Joachim Deutschland, Mamadee, Nadja Benaissa, Nosliw, Patrice, Samy Deluxe, Toni L., Torch, Tyron Ricketts oder Xavier Naidoo. Zusammen nehmen sie 2001 den Song „Adriano (Letzte Warnung)“ auf, aus dessen Erlös die Familie von Alberto Adriano finanziell unterstützt wird. „Adriano“ ist ein kämpferischer Ausdruck der Wut und des Entsetzens; sein radikaler Text führt zu heftigen Kontroversen in Deutschland bis hin zu einem Strafantrag wegen Volksverhetzung. Trotzdem oder auch deswegen rotiert die Single auf den Musikkanälen VIVA und MTV, wird rund 250.000-mal verkauft und ist wochenlang auf den ersten Plätzen der Hitparade. Mit den Brothers Keepers findet der deutsche Hip Hop zu seinen Wurzeln zurück: Aufbegehren und Widerstand gegen Diskriminierung und Ausdruck der eigenen Meinung und Identität. Nach jahrelanger Kommerzialisierung und rebellischem Glanz ohne Inhalt bringen Brothers Keepers Hip Hop wieder mit gesellschaftlichen, politischen Themen in Verbindung. Die veröffentlichten Alben „Lightkultur“ (2001) und „Am I My Brother’s Keeper“ (2005) schreiben deutsche Musikgeschichte. Doch die Brothers Keepers Künstler leisten nicht nur musikalischen Widerstand, sondern engagieren sich auch als Aktivisten und Fördermitglieder des Vereins. Auf Podiumsdiskussionen, Demonstrationen oder Schultouren mobilisieren sie besonders die Jugend, das Schweigen zu brechen, sich aktiv einzumischen und die eigene Zukunft in die Hand zu nehmen. Es geht um einen Dialog und um nachhaltige Veränderungen. Das Potential unserer Gesellschaft liegt in der Vielfalt – We Are Our Brothers Keepers! Brothers Keepers e. V. aktuell: Brothers Keepers HipHop-und LyrikwettbewerbAlljährlich am 21. März werden sowohl der Internationale Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung als auch der Welttag der Poesie begangen. Anlass genug für Brothers Keepers e. V. junge Menschen zu motivieren, kreativ ihre Stimme gegen „Rassenhass“ und Diskriminierung und für ein faires Miteinander zu erheben. Eingeschickt werden können selbstproduzierte Hip Hop-Tracks und/oder selbstverfasste Gedichte zum Thema.Schauspielerin Katja Riemann, Schauspieler Birol Ünel, Hip Hop-Artist Clueso sowie die Brothers Keepers Torch, Denyo und Germ wählen aus den Kategorien „Hip Hop“ und „Lyrik“ jeweils die Sieger. Neben exklusiven Sachpreisen winkt nicht nur ein Meet & Greet mit den Brothers Keepers Aktivisten und Künstlern, sondern auch eine Veröffentlichung. Teilnehmen kann jeder ab 12 Jahren. Einsendeschluss ist der 15. Februar 2007. Mehr Infos, Teilnahmebedingungen & Kontakt: Angela Kamara, Brothers Keepers e. V., Postfach 29 04 25, 50525 Köln, Deutschland, E-Mail, Homepage; Spendenkontonummer 636705460, Postbank Dortmund (BLZ 440 100 46). Zum Weiterlesen
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