Dirk Jasper FilmLexikon

Hollywood und der Krieg: Wie Starregisseur John Ford den D-Day drehte

"Die Tragödie und der Triumph des D-Day ist das beeindruckendste Drama, das ich je selbst erlebt habe" - so äußerte sich Hollywood-Altmeister John Ford 20 Jahre danach. Es ist kaum bekannt, dass der Mann, der John Wayne berühmt machte, für den US-Geheimdienst OSS mit mehreren Kamerateams 1944 die Invasion in der Normandie drehen ließ - in Farbe.

Doch während die Schwarzweiß-Aufnahmen vom D-Day um die Welt gingen, verschwand das von John Ford gedrehte Farbmaterial spurlos im Archiv. "Spiegel TV" hat 1998 einen Teil der Original-Filmrollen in den USA entdeckt. Mit weiteren spektakulären und nie veröffentlichten Farbaufnahmen erzählt die Reportage die Geschichte von John Fords Geheimauftrag des OSS - von Pearl Harbor bis Omaha Beach.

John Fords Arbeit für den Geheimdienst begann im August 1941. Im Auftrag von William "Wild Bill" Donovon baute er eine schlagkräftige Kamera-Truppe von mehr als zweihundert Mann auf. Überall in der Welt, ob in Panama, Brasilien oder Island, hatte der dreifache Oscar-Preisträger Fotografen, Kameraleute und Cutter. So konnte er nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor sofort mehrere Teams dorthin schicken. Auch einige der Farbaufnahmen, die dort im Frühjahr 1942 entstanden, hat "Spiegel TV" aufgespürt.

Seinen wichtigsten Auftrag erhielt John Ford jedoch im Juni 1944. Er sollte mit seinen Teams die Invasion in der Normandie drehen. Es entstanden hundert Stunden Filmmaterial, ein Teil davon in Farbe. Nur wenig war damals in den Kino-Wochenschauen zu sehen, das meiste fiel der strengen Militärzensur zum Opfer.

Die Farbaufnahmen verschwanden im Archiv. Für eine "Spiegel TV"-Reportage ist es gelungen, erstmals Fragmente dieser sensationellen Aufnahmen in einem US-Archiv zu finden. Obwohl es sich nur um einen kleinen Anteil des damals gedrehten Materials handelt, lässt sich durchaus die Handschrift des Regisseurs erkennen.

John Ford

Dirk Jasper FilmLexikon

© 1998 Spiegel TV © Foto: Archiv © 1994 - 2010 Dirk Jasper