Dirk Jasper FilmLexikon

Paradies der Träume!

Ein Film ist eine Liebeserklärung an das Kino, den großen dunklen Raum, der die Filmbilder ans Licht holt und den Zuschauern immer neue, wunderbare Geschichten erzählt. Die Kino-Räume erzählen eine eigene Geschichte. Sie handelt vom Stellenwert dieser jungen Kunst, die ihre Wurzel einmal im Kommerz hatte.

Der Film war zuerst billiges Vergnügen der sogenannten kleinen Leute. Erst später entdeckten die Angestellten und die Betuchteren die Faszination der bewegten Bilder. Mit dem technischen Fortschritt und der wachsenden Kunstfertigkeit von Regisseuren und Kameraleuten änderten sich auch die Vorführbedingungen.

Die großen Produktionsfirmen wie die Ufa oder United Artists spielten ihre Filme in eigens gebauten Filmpalästen. Die Räume spiegelten die Welt der gezeigten Filme wieder und ließen die Zuschauer ein Stück weit an ihr teilhaben.

Kinogeschichte ist auch Architekturgeschichte. Ob 'Art Deco', alte oder neue Sachlichkeit, Neogotik oder Neokitsch, in den Kinos finden sich sämtliche Strömungen wieder. In den Lichtspielhäusern spiegeln sich aber auch die Krisen des Gewerbes.

Die Angst der kleinen Kinobesitzer vor dem Mulitplex erinnert an das erste große Kinosterben um die Jahrhundertwende oder an die Schachtelkinos der 70er Jahre, die eine Folge des Fernsehens waren.

Kinos reflektieren die gesellschaftlichen Bedingungen, das Bewusstsein und den Zeitgeist ebenso wie die Filme, die vorgeführt wurden.

Die Geschichte des Raumes "Kino" ist ein Stück Kulturgeschichte: die Anfänge im Varieté, die Ladenkinos und Nickelodeons, die ersten großen Filmtheater, die prunkvollen Paläste, wie das "Fox-Kino" in Atlanta oder das legendäre "Avalon" auf Catalina-Island.

Aber auch die Niederungen der Schachtelkinos, Kuriositäten wie Autokinos und Wanderkinos, das Multiplex unserer Tage und den "Erlebnispark Kino" der Zukunft gehören zur Geschichte des Kinos.

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