Aleksandr Sokurov
* 1951 in Irkutsk, Sibirien, Russland • Regisseur • Biografie • Filmografie •
Aleksandr Sokurov Biographie Sokurov wurde in Sibirien geboren. Da sein Vater beim Militär arbeitete, verbrachte er einen Großteil seiner Jugend in Polen und Turkmenien. Bevor er sein Studium an der Filmhochschule Moskau (VGIK) begann, studierte er an der Universität in Gorki Geschichte. Seit 1982 lebt Sokurov in St. Petersburg.

In insgesamt 30 Werken ? Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme ? zeigt Aleksandr Sokurov seine Suche nach einer kinematografischen Sprache, die fundamentale menschliche Erfahrungen vermitteln kann. Die Universalität seines Werks belegt nicht zuletzt die Tatsache, dass sein Film Mutter und Sohn in über 25 Länder verkauft wurde.

Kenner der Filme von Sokurov schätzen seit langem seine Elegien. Diese Filme - mit Laufzeiten von 20 bis 90 Minuten- werden vielleicht am treffendsten charakterisiert als poetisch-visuelle Essays. "Östliche Elegie" gewann 1986 den Preis für den Besten Kurzfilm bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen. Aber auch als Dokumentarfilmer hat sich Sokurov einen Namen gemacht. Jüngste Beispiele sind seine Filme Die Verpflichtung (1998), ein 260-minütiges Portrait über junge russische Matrosen, und Der Knoten (ebenfalls 1998) über den russischen Nobel-Preisträger Alexander Solschenizyn.

Kritiker aus aller Welt bezeichnen die Arbeit des russischen Filmemachers als "reines, kompromissloses Kino". Seine einzigartigen Visionen und der ihm eigene Stil geben seinen Filmen visuellen Reichtum und eine geradezu hermetische Intensität.

In der ehemaligen Sowjetunion durften die Filme von Sokurov fast zehn Jahre lang nicht gezeigt werden. Seinem ersten Film Die einsame Stimme des Menschen, 1978 als Abschlußarbeit an der Filmschule in Moskau eingereicht, wurde von der Schule und der Regierung die Abnahme verweigert. Dies gilt ebenso für zahlreiche Filme, die Sokurov bei Lenfilm drehte. Von seinem Exil aus setzte sich Kinomeister Andrei Tarkovski für den praktisch mit Berufsverbot belegten Sokurov ein. 1986 wurden seine Filme schließlich freigegeben.


Filmografie
Dirk Jasper FilmLexikon
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