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Wenn
einer seine Memoiren "Mich gibt's nur einmal" titelt, lässt
das meist auf einen gewissen Größenwahn schließen.
Aber bei Artur Brauner, von Freunden auch liebevoll "Atze"
genannt, ist es nur die einfache Bezeichnung für eine
Tatsache.
Nach vorübergehenden Plänen in die USA auszuwandern, gründete Artur Brauner am 16. September 1946 in Berlin die Central Cinema Company (CCC-Film). 1949 baute er auf einem ehemaligen Fabrikgelände in Spandau seine eigenen Filmstudios auf, in denen seit den ersten Dreharbeiten - im Februar 1950 für Maharadscha wider Willen unter der Regie von Ákos Ráthonyi - über 500 Filme entstanden, über die Hälfte davon in eigener Produktion. Artur Brauners CCC-Filmstudios wurden dadurch zu einer der erfolgreichsten Filmproduktionsstätten in Europa. Schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte Artur Brauner die deutsche Nazi-Vergangenheit aufzuarbeiten, u. a. mit dem Film Morituri (1948) von Eugen York, bei dem er auch am Drehbuch mitwirkte. In den darauffolgenden Jahren setzte Artur Brauner auf publikumswirksame Unterhaltungsfilme und hatte vor allem mit einigen sehr interessanten Filmserien in den 60er und 70er Jahren - von den Mabuse-Filmen (u. a. Das Testament des Dr. Mabuse, Scotland Yard jagt Dr. Mabuse) über die Edgar-Wallace-Krimis (u. a. Der Würger von Schloss Blackmoor, Der Henker von London) bis hin zu einer Reihe von Karl-May-Verfilmungen (u. a. Old Shatterhand, Durchs wilde Kurdistan) - großen Erfolg. Außerdem produzierte Artur Brauner Filme wie Fanny Hill - Memoiren eines Freudenmädchens unter der Regie des Busenfetischisten Russ Meyer, die beiden Nibelungen-Filme (Die Nibelungen 1 - Siegfried und Die Nibelungen 2 - Kriemhilds Rache) unter der Regie von Harald Reinl und Kampf um Rom Teil 1 und 2? (1968), wobei ? im ersten Teil - Orson Welles mitspielte und Robert Sidomak Regie führte. Nachdem Artur Brauner in den 70er Jahren unter dem Abgesang auf ?Opas Kino? und dem Aufkommen des Neuen Deutschen Films zu leiden hatte, fasste er in den 80er Jahren wieder Fuß, vor allem mit Filmen, die sich mit dem NS-Regime auseinandersetzen. In den Mittelpunkt seines Schaffens rückte Artur Brauner immer wieder Menschen, die als Juden den Verfolgungen der Naziherrschaft ausgesetzt waren. Zu den Glanzstücken aus jener Zeit zählen u. a. die Rolf Hochhut- Romanverfilmung Eine Liebe in Deutschland (1983) von Andrzej Wajda mit Hanna Schygulla und Armin Mueller-Stahl, Hanussen (1987) mit Klaus Maria Brandauer unter der Regie von István Szabó, Hitlerjunge Salomon (1990) unter der Regie von Agnieszka Holland und der Film Babij Jar ? Das vergessene Verbrechen von Jeff Kanew aus dem Jahre 2002. Dieser Tradition ist auch sein neuer Film Der letzte Zug (2006) von Joseph Vilsmaier und Dana Vávrová verpflichtet. Artur Brauner bekam in seinem langen Produzentenleben viele Auszeichnungen, darunter das Bambi, diverse Goldene Leinwände und Filmbänder, 1985 sogar eine Oscar-Nominierung für Bittere Ernte von Agnieszka Holland, 1990 den Deutschen Filmpreis: Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film, 1992 den Golden Globe für Hitlerjunge Salomon von Agnieszka Holland, 1993 das Bundesverdienstkreuz I. Klasse und außerdem die Goldene Kamera. 1976 erschienen dann seine Memoiren mit dem Titel Mich gibt's nur einmal. Artur Brauner lebt mit seiner Familie in Berlin. Oscars Filmografie (Auswahl) |
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