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Biographie
Herausforderungen sind für
Astrid Frohloff kein Problem. Ob es gleich nach dem
Journalistik-Studium war, als sie den Sprung ins TV-Business wagte
und prompt die Moderation für diverse Fernsehmagazine
übernahm. Oder der Entschluss, 1994 zusammen mit ihrem Mann,
dem SPIEGEL-Korrespondenten Jürgen Hogrefe, nach Israel
zu gehen und dort erst einmal als freie TV-Journalistin zu
arbeiten. Sie machte ihren Job gut - denn knapp zwei Jahre
später war sie Korrespondentin und Leiterin des
Israel-Büros für die Sat.1-Nachrichten-Redaktion in
Jerusalem.
Mit Mut allerdings, so Astrid
Frohloff, hatte ihre Israel-Entscheidung nichts zu tun: "Israel
ist ein Land, das erst einmal viele Fragen offen läßt.
Mein Mann und ich sind hingefahren, um uns umzuschauen und zu
klären, ob wir da leben möchten. Zurückgekommen sind
wir mit vielen Fragezeichen. Unser Fazit: Wenn wir als Journalisten
schon so viele Fragezeichen haben, dann ist es genau das richtige
Land, um dort unseren Beruf auszuüben und zu versuchen, diese
Fragen zu beantworten."
So manche Fragen konnte sie für
sich in den vergangenen vier Jahren beantworten, doch längst
nicht alle. "Nichts ist dort wirklich einfach zu verstehen. Die
dümmste Frage, die man da stellen kann, ist: 'Warum?' Oftmals
spielen nicht vernünftige Entscheidungen eine Rolle, sondern
Emotionen, Ideologien, religiöse Vorstellungen. Aber dass es
so ist, macht meinen Beruf auch sehr spannend."
Aufregend war auch die Anfangszeit
in Israel. Denn Astrid Frohloff fing sozusagen mit einem
Handy an. Was dann kam, musste sie 'Schritt für Schritt'
lernen: das notwendige Equipment zusammenstellen, technische
Abläufe beachten, genaue Minuten- und Stückpreise
für Beiträge kennen. Wichtig auch die richtige Auswahl
ihrer Mitarbeiter und Informanten, denn ihr Berichtsgebiet
erstreckt sich mittlerweile bis zum Irak.
Astrid Frohloff dazu: "Der
Nahe Osten ist eine Region, in der einfach ungeheuer viel passiert.
In Jerusalem gibt es zwar eine gute Infrastruktur für
Journalisten, in den angrenzenden Ländern aber nicht. Deshalb
ist ein eigenes Netz an Informanten überaus wichtig, zu meinem
Team gehören daher nicht nur Israelis, sondern auch
Palästinenser, Ägypter, Jordanier und
Libanesen."
Die Reporterin kennt sich
mittlerweile nicht nur mit den dortigen politischen
Verhältnissen aus, sondern auch mit Sitten, Gebräuchen
und Gepflogenheiten. Wenn also ein ultraorthodoxer Rabbi nicht mit
ihr reden will, weil sie eine Frau ist, dann weiß sie sich zu
helfen: "Ich bringe meinen Übersetzer mit, einen Mann. Er
führt dann das Gespräch, während ich hinter ihm
sitze und ihm die Fragen zuflüstere."
Ein solches Interview aber ist die
Ausnahme, denn, so Astrid Frohloff, "in der Regel werde ich in
meiner Funktion als Journalistin wahrgenommen und in zweiter Linie
erst als Frau. Ich habe es also nicht leichter oder schwerer als
meine männlichen Kollegen."
Geprägt wird ihre tägliche
Arbeit vor allem durch die politische Situation, die für
manche Unwegsamkeiten sorgt. Astrid Frohloff meint dazu:
"Israel hat nur mit zwei Nachbarländern Frieden geschlossen.
Will ich in den Libanon fliegen, geht das nicht direkt, sondern nur
über Zypern, Kairo oder Athen. Ein unglaublicher Aufwand.
Zudem bestehen kaum Telefonverbindungen zwischen Israel und den
verfeindeten Ländern."
Als größte Schwierigkeit
gestalteten sich ihre beiden Reisen in den Irak während der
Krisen im Oktober 1997 und Februar 1998. Schwierigkeit Nr. 1: das
Visum, das in der irakischen Botschaft in Amman beantragt werden
muss. Wartezeit: zwei bis drei Monate. Schwierigkeit Nr. 2: Da der
Flughafen Bagdad geschlossen war, mussten sich Astrid
Frohloff und ihr Team per Jeep 14 Stunden lang von Amman durch
die Wüste in die irakische Hauptstadt quälen - mit Hilfe
eines irakischen Führers, der sich auskannte, und eines
Jordaniers, der die bürokratischen Hindernisse beseitigen
sollte.
Beladen war der Jeep mit
Lebensmittel- und Medikamentenkisten und - wie während der
letzten Reise im Februar - wegen des zu erwartenden US-Angriffs mit
einer Giftgasausrüstung: Schutzanzüge, Stiefel,
Gasmasken, Schutzhandschuhe, Gegenmittel gegen Bakterien. Astrid
Frohloff fühlte sich nicht sehr wohl dabei: "Mit dieser
Ausrüstung und flauem Gefühl im Magen ging es dann durch
die Wüste nach Bagdad, wo die Hölle los war."
Auf ihren ersten Arbeits-Besuch im
Irak 1997, für den sie als einzige deutsche TV-Journalistin
eine Erlaubnis bekam, ist Astrid Frohloff besonders stolz:
"Die schwierigsten Arbeitsbedingungen, die ich je hatte: Eine
Infrastruktur war nicht vorhanden, 50 bis 60 Journalisten mussten
sich ein Telefon teilen. Zudem war es nicht möglich, sich vor
der Live-Schaltung mit der Sat.1-Nachrichtensendung '18:30' zu
verständigen. Wir mussten sozusagen ins Blaue hinein senden.
Aber wir haben es geschafft."
Eine weitere Reise nach Bagdad steht
zur Zeit jedoch nicht auf ihrem Terminkalender, dafür ab 1999
die Moderation von "18:30". Astrid Frohloff, die bereits das
Magazin "DAS" (NDR) mehrere Jahre moderierte, findet ihren
zukünftigen Job überaus reizvoll: "So kann ich mal das
präsentieren, was die Kollegen aus dem Ausland
'ranschleppen."
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