Barry Levinson
* 6. April 1942 in Baltimore, Maryland, USA • Regisseur, Autor, Produzent, Schauspieler • Biographie Oscars Filmographie
Barry Levinson

Biographie

Barry Levinson kam 1942 in Baltimore zur Welt, beendete 1960 die Highschool und studierte an der American University von Washington, D. C. Medienwissenschaften mit dem Schwerpunkt Fernseh-Journalismus. Danach arbeitete er für kurze Zeit bei einer TV-Station in Washington.


+++ Werbung +++

Anfang der 60er Jahre zog es ihn nach Los Angeles, wo er zunächst eine Schauspielschule besuchte und als Sketchdarsteller - oft gemeinsam mit Craig T. Nelson - in Nachtclubs auftrat.

Er schrieb dann ab 1967 für andere Komiker und war konnte schnell als vielbeschäftigter TV-Autor für Comedy-Programme wie The Carol Burnett Show, The Time Conway Show, The Lohman And Barkley Show und The Marty Feldman Comedy Machine Fuß faßen. Insgesamt gewann er in den drei Jahren zwei Emmys.

Ein Treffen mit Mel Brooks verhalf Levison Mitte der 70er zu seinen erster Leinwand-Credits, als er mit Brooks an den Drehbüchern zu Silent Movie, Höhenkoller und History Of The World - Part 1 zusammen arbeitete. Schon damals begann der angehende Regisseur damit, diese Projekte mit Cameo-Auftritten zu würzen. In Höhenkoller hatte er etwa als manischer Hotelpagen die Lacher auf seiner Seite und seither sah man Levinson in Mini-Parts in Robert Redfords Kinofilm Quiz Show oder in seinem eigenen Rain Man.

Nach weiteren Script-Auftragsarbeiten bei Richard Donners Film Inside Moves und Norman Jewisons Drama ... und Gerechtigkeit für alle sowie Best Friends drehte Barry Levinson als bereits 40-jähriger im Jahr 1982 eines der wunderbarsten Regie-Debüts aller Zeiten: Mit der Tragikomödie Diner, der persönlichen, zeitlosen Geschichte einer Freundesclique um Mickey Rourke, Kevin Bacon, Daniel Stern, Timothy Daly, Steve Guttenberg und Paul Reiser, deren Karriere mit diesem Film ebenfalls begann.

Gleichzeitig erwies Barry Levinson auch gleich seiner schwärmerischen Nostalgie für Baltimore Reminiszenz und war fortan als einer von Hollywoods ehrlichsten Erzählern etabliert. Es folgten der von Caleb Deschanel gleißend schön fotographierte, gleichwohl mit einem dunklen Herz pochende Baseball-Film Der Unbeugsame (mit Robert Redford) sowie die Steven Spielberg-Produktion Das Geheimnis des verlorenen Tempels.

1987 kehrte Barry Levinson mit der Komödie Tin Men (mit Danny DeVito und Richard Dreyfuss) an die Diner-Schauplätze zurück und landete danach mit Good Morning Vietnam und dem Oscar-nominierten Humanisten-Clown Robin Williams in der Hauptrolle seinen ersten globalen Kassenhit.

Dieser Erfolg wurde im Anschluss von Rain Man gar noch übertroffen und mit vier Oscars belohnt: für den Besten Film, Besten Regisseur Barry Levinson, Besten Hauptdarsteller Dustin Hoffman und das sentimentale Beste Drehbuch von Ron Bass und Barry Morrow. Derart zu künstlerischer Unabhängigkeit gelangt, drehte Barry Levinson in der ersten Hälfte der Neunziger vornehmlich sein Herzensprojekte: Avalon (mit Armin Mueller-Stahl) war eine eher biedere Immigrantenchronik, Toys (mit Derwisch Robin Williams) ein dreister, visueller Exzess, und dann Jimmy Hollywood (mit Joe Pesci und Christian Slater).

Unterbrochen wurde diese Serie von dem elegischen Gangsterfilm Bugsy, in dem Warren Beatty vom Kino träumte, bis seine Phantasie von Kugeln durchlöchert wurde. Und 1995 legte Barry Levinson mit der Michael Crichton-Adaption Enthüllung einen schnieken Hit vor, in dem Michael Douglas als verunsicherter Wasp und Demi Moore als sexpot ihre üblichen Rollen spielten.

Ein Jahr später brachte der Regisseur schließlich das ausschweifende Schuld-und-Sühne-Stück Sleepers mit Brad Pitt, Jason Patric, Robert de Niro, Dustin Hoffman und Kevin Bacon vor die Kamera.

Neben seinem Oscar für Rain Man wurde Barry Levinson dreimal als Drehbuchautor (bei ...und Gerechtigkeit für alle, Diner und Avalon) sowie ein weiteres Mal als Regisseur (bei Bugsy, der insgesamt zehnmal ins Rennen ging) für den Academy Award nominiert.

Zusätzlich zu seinen Regiearbeiten hat sich Barry Levinson in den letzten Jahren überdies einen erstklassigen Namen als Produzent gemacht. Fürs Kino produzierte er Mike Newells Crime-Drama Donnie Brasco, in dem Johnny Depp und Al Pacino einander grandiose Leistungen abtrotzten. Und fürs Fernsehen kreierte Barry Levinson die unter anderem mit einem Emmy und zwei Writers Guild Awards ausgezeichnete Cop-Serie Homicide: Life On The Streets sowie das HBO-Drama Oz.

"Für mich ist einzig und allein das Material entscheidend", sagt Regisseur Barry Levinson über die Beweggründe, seine Filmographie mit einer Polit-Satire wie Wag The Dog zu zieren, "und da spielte es in der Vergangenheit noch nie eine Rolle, ob Stoffe dramatisches oder komödiantisches Schwergewicht hatten. David Mamets Drehbuch zu Wag The Dog repräsentiert nun das beste beider Welten. Die Ereignisse und Figuren zeichnen sich durch sardonischen Witz aus, doch zugleich ist alles so nah an der Realität, dass man den Plot in keiner Sekunde als Hirngespinst abtun kann. Gewiß, wir überspitzen Situationen. Aber indem wir die Medien, Washington, Hollywood und die Öffentlichkeit in einem sehr komischen Kontext karikieren, vermeiden wir blanken Zynismus. Damit liefe man Gefahr, nur für die Geläuterten zu predigen. Uns lag vielmehr daran, das intelligente Publikum mal wieder zu erinnern, in was für absurden Zeiten wir leben. So ist Wag The Dog eine Reflektikon des Irrsinns unserer Tage, ein sprichwörtlicher "reality check". Jeden Tag lesen wir etwas in der Zeitung, was uns am Verstand der Menschheit zweifeln läßt, und doch ist dies unsere Realität, zu der wir alle einen Teil beitragen - man sollte bei der Wahl dieses Filmes durchaus über sich selbst lachen können."

Mitte der 60er Jahre begann Barry Levinson, sich regelmäßig mit Valerie Curtin zu treffen, mit der er dann von 1975 bis 1982 verheiratet war. Seine aktuelle Lebensgefährtin ist Diana Rhodes. Barry Levinson ist übrigens der Vater von Michelle Levinson.


Oscars


Filmographie

© 1994 - 2009 Dirk Jasper