Brian de Palma

* 11. September 1940 in Newark, New Jersey, USA • Regisseur, Drehbuchautor • Biographie • Oscars • Filmografie •

"Die Kamera lügt immer; lügt 24 mal in der Sekunde!" (Brian De Palma) Geboren am 11. September 1940 als Sohn eines Chirurgen in New Jersey, verbringt Brian de Palma seine Jugend in Philadelphia. Schon früh interessiert er sich für Medizin und studiert das Fach an der Columbia University. Bald wechselt er zum Schauspiel-Studium, danach zum Film. 1960 dreht er mit Icarus seinen ersten Kurzfilm, gefolgt von 6601224, The Story of an IBM Card sowie Wotan's Wake, für den er mehrere Preise bekommt.

Während er noch am Sarah Lawrence College studiert, dreht er mit The Wedding Party sein Spielfilmdebüt. In dieser improvisierten Komödie geben Jill Clayburgh und Robert de Niro ihr Schauspieldebüt. Es folgen mehrere Dokumentationen und Kurzfilme, darunter The Responsive Eye.

1967 inszeniert er mit Murder à la Mod seinen zweiten Spielfilm, einen ausgefeilten Thriller voller Anspielungen auf Alfred Hitchcock. In der gesellschaftlichen Aufbruchstimmung der Sechziger Jahre dreht er die Subkultur-Komödie Greetings ("Silberner Bär" in Berlin) sowie Hi, Mom!.

Hollywood wird aufmerksam auf das Filmtalent. Doch zunächst landet er mit seiner Independent-Produktion Die Schwestern des Bösen einen großen Kassenerfolg und demonstriert sein gutes Gespür für Geschichten erzählen, für Kameraarbeit und Rhythmus.

Zwei Jahre später gewinnt er 1975 für seinen Musicalthriller Das Phantom im Paradies den Grand Prix beim Fantasy-Festival von Avoriaz. Gemeinsam mit Paul Schrader schreibt er 1976 das Drehbuch für Schwarzer Engel, einen romantischen Thriller mit Cliff Robertson und Genevieve Bujold.

Es folgt mit Carrie - Des Satans jüngste Tochter ein weltweiter Erfolg, für den Sissy Spacek und Piper Laurie 1977 für den Oscar nominiert werden. Der Thriller, in dem auch Nancy Allen, John Travolta und Amy Irving auftreten, gilt als eine der besten Adaptionen eines Stephen King-Romans. Seine berühmte Schlusssequenz wurde vielfach imitiert.

1977 engagiert Brian de Palma Kirk Douglas, John Cassavetes und Amy Irving für den Spionagethriller Teufelskreis Alpha. Ein Jahr später entsteht mit einigen ehemaligen Filmstudenten vom Sarah Lawrence College Home Movies - Wie du mir, so ich dir, eine halbautobiographische Komödie mit Kirk Douglas und Nancy Allen.

1980 kehrt Brian de Palma mit Dressed to Kill zum suspense-Genre zurück, Michael Caine, Nancy Allen und Angie Dickinson spielen die Hauptrollen. Ein Jahr zuvor hatte er die Schauspielerin Nancy Allen geheiratet. Die beiden wurden jedoch 1983 wieder geschieden. In Blow Out - Der Tod löscht alle Spuren (mit John Travolta) widmet er sich seinen Lieblingsthemen: Voyeurismus und Manipulation.

1982 dreht Brian de Palma nach einem Drehbuch von Oliver Stone das Remake von Scarface, in dem Al Pacino und Michelle Pfeiffer die Hauptrollen übernehmen.

1984 folgt Der Tod kommt zweimal, mit dem Melanie Griffith ihren Durchbruch feiert. Ähnliche Erfolge feiern Kevin Costner und Andy Garcia, die im Gangster-Epos The Untouchables - Die Unbestechlichen auftreten, Sean Connery bekommt für seine Rolle des Jim Malone einen Oscar.

1989 engagierte Brian de Palma Michael J. Fox und Sean Penn für seinen Anti-Kriegsfilm Die Verdammten des Krieges. Ein Jahr später verfilmt er mit Tom Hanks, Melanie Griffith und Bruce Willis die Tom Wolfe-Satire Fegefeuer der Eitelkeiten.

Mit Mein Bruder Kain (John Lithgow, Lolita Davidovich) und Carlitos Weg (Al Pacino) kehrt der Regisseur zum Thriller zurück. 1996 gelingt mit Mission: Impossible ein internationaler Kassenerfolg. In dieser Kinoadaption der legendären TV-Serie spielen Tom Cruise, Tom Voight, Emmanuelle Béart und Jean Reno. Nach dem Krimi Spiel auf Zeit (mit Nicolas Cage und Gary Sinise) folgt im Jahr 2000 mit Misson To Mars (mit Gary Sinisie, Tim Robbins, Don Cheadle, Connie Nielsen) Brian de Palmas erster Ausflug ins Sciencefiction-Genre.

Die Genre-Bandbreite von Brian de Palma reicht vom klassischen Thriller (Schwestern des Bösen, Dressed to Kill, Der Tod kommt zweimal) über Actionfilme (Mission: Impossible) bis zu Gangster-Epen (Scarface, The Untouchables - Die Unbestechlichen, Carlito's Weg) oder Fantasy (Carrie - Des Satans jüngste Tochter, Das Phantom im Paradies). Auch mit den Genres Kriegsfilm, Komödie oder Science Fiction ist der Regisseur bestens vertraut.

Sein Markenzeichen sind nicht selten eingebaute Hommagen an Altmeister Alfred Hitchcock. Oft nutzte Brian de Palma ähnliche Locations und Kameraeinstellungen.


Oscars
Filmografie
  • 1960: Kurzfilm: (Icarus)
  • 1961: Kurzfilm: (660124, The Story Of An IBM Card)
  • 1962: Kurzfilm: (Wotan's Wake)
  • 1964: Kurzfilm: (Jennifer)
  • 1964: Kurzfilm: (Mod)
  • 1965: Kurzfilm: (Bridge That Gap)
  • 1966: Kurzfilm: (Show ME A Strong Town And I'll Show You A Strong Bank)
  • 1966: Kurzfilm: (The Responsive Eye)
  • 1966: (The Wedding Party)
  • 1968: (Murder Á La Mode)
  • 1968: Greetings - Grüße (Greetings)
  • 1970: Hi, Mom - Confessions Of A Peeping John (Hi, Mom!)
  • 1970: (Dionysus In, 69)
  • 1972: Hilfe, ich habe Erfolg (Get To Know Your Rabbit)
  • 19. August 1972: Sisters - Die Schwestern des Bösen
  • 1974: Das Phantom im Paradies (Phantom Of The Paradise)
  • 1976: Carrie - Des Satans jüngste Tochter
  • 1976: Schwarzer Engel (Obsession)
  • 1978: Teufelskreis Alpha (The Fury)
  • 1979: Home Movies - Wie du mir, so ich dir (Home Movies)
  • 1980: Dressed To Kill (Dressed To Kill)
  • 1981: Blow Out - Der Tod löscht alle Spuren (Blow Out)
  • 1982: Creative Consultant (The First Time / Doin' It)
  • 1983: Scarface (Scarface)
  • 1984: Der Tod kommt zweimal
  • 1986: Wise Guys - 2 ausgeschlafene Jungs (Wise Guys)
  • 1987: The Untouchables - Die Unbestechlichen (The Untouchables)
  • 1988: (The Great O'Grady)
  • 1989: Die Verdammten des Krieges (Casualities Of War)
  • 1990: Fegefeuer der Eitelkeiten
  • 1992: Mein Bruder Kain (Raising Cain)
  • 1993: Carlito's Way (Carlito's Way)
  • 1994: Rotwang musss weg
  • 1996: Mission: Impossible
  • 7. August 1998: Spiel auf Zeit
  • 10. März 2000: Misson To Mars
  • 8. November 2002: Femme Fatale
Oscar®
Brian de Palma
Brian de Palma (rechts) mit Antonio Banderas bei Dreharbeiten zu 'Femme Fatale'
Brian de Palma (links), Rebecca Romijn-Stamos, Antonio Banderas bei Dreharbeiten zu 'Femme Fatale'
Brian de Palma (links), Rebecca Romijn-Stamos bei Dreharbeiten zu 'Femme Fatale'
Brian de Palma (rechts), Nicolas Cage bei Dreharbeiten zu 'Spiel auf Zeit'

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: Archiv © 1994 - 2010 Dirk Jasper