Brigitte Bardot
* 28. September 1934 in Paris, Frankreich • Schauspielerin • Biographie • Filmografie • Adresse: Brigitte Bardot, La Madrique, F-83990 St. Tropez •
Brigitte Bardot Biographie Brigitte Bardot wuchs im 8. Arrondissement der französischen Hauptstadt Paris auf. Vater Louis Bardot und Mutter Anne-Marie (geborene Muscel), die ihre Tochter liebevoll "Bri-Bri" nannten, waren gut situierte Bürger, der Vater besaß eine Fabrik für Flüssiggas, die Mutter führte einen Hutsalon. 1939 wurde Brigittes Schwester Marie-Jeanne in Paris geboren, ihr Kosename wird Mijanou.

Bereits als Sechsjährige zeigte Brigitte ein großes Interesse am Tanzen. Neben dem regulären Unterricht an der vornehmen Privatschule Ecole Hattemar, in die sie im September 1941 eingeschult wurde, erhielt die Schülerin ab 1943 von Recco, einem Tänzer der Pariser Oper die Grundzüge der klassischen Tanzausbildung, sie gewinnt auch gleich einen Preis bei einem Ballett-Wettbewerb. Später wird ihre weitere Tanz-Ausbildung dann von der bekannten Tanzlehrerin Madame Bourget fortgeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Familie in eine vornehme Wohnung in der Rue Nicolo.

Mit 13 war Brigitte leistungsmäßig bereits so weit fortgeschritten, dass sie die Aufnahmeprüfung für das berühmte Nationalkonservatorium für Musik und Tanz (Conservatoire Nationale de Danse) bestand. Unter Anleitung des hervorragenden russischen Tänzers Boris Kniaseff entwickelte sich aus dem schüchtern-unauffälligen Mädchen eine jugendliche Schönheit voller Grazie. Insgesamt dauerte ihre klassische tänzerische Ausbildung zwölf Jahre.

Ihre Mutter verschaffte Brigitte im Januar 1949 einen Auftritt als Mannequin bei einer Modenschau. Die 15-jährige beeindruckte die Zuschauer, vor allem aber Madame Lazareff, die Herausgeberin des Modemagazins Jardin des Modes. In den nächsten Monaten folgten eine Reihe von Engagements als Model sowie Auftritte in TV-Shows des französischen Fernsehens.

Am 2. Mai 1949 war es so weit: An allen Pariser Kiosken lächelte das naiv-verführerische Gesicht der jungen Brigitte vom Cover der Zeitschrift Jardin des Modes. Die Eltern wünschen nicht, dass der vollständige Name gedruckt wird. Die Herausgeberin, Madame Lazareff, entscheidet sich für die Abkürzung BB. Brigitte Bardot arbeitete in den folgenden Monaten noch mehrfach als Fotomodell für Jardin des Modes. Aber das Titelbild mit den markanten Initialen "BB" fiel dem französischen Regisseur Marc Allegret auf, sein Assistent Roger Vadim sollte deshalb Brigitte zu Probeaufnahmen überreden.

Im August 1949 nimmt Roger Vadim den Kontakt zu Brigitte Bardot auf, beide freunden sich langsam an. Im November 1949 beginnen die Dreharbeiten zu dem Film Les lauries sont coupés, sie werden aber frühzeitig abgebrochen, der Film bleibt unvollendet. Aus dem geplanten Film wurde zwar nichts, dafür aber entstand die selbst für Franzosen skandalöse Beziehung Roger Vadims mit der damals erst 15-jährigen Brigitte Bardot. Das Ergebnis war im Dezember 1949 ein Selbstmordversuch von Brigitte Bardot, weil ihre Eltern gegen ihre Freundschaft mit Roger Vadim sind.

Der spätere Ehemann und künftige Regisseur erkannte das Starpotential der Blonden mit dem Schmollmund und baute sie kontinuierlich auf. Kurz nacheinander wurden zwei Filme gedreht. Am 12. Mai 1952 begannen die Dreharbeiten zum Film Le trou Normand in Conches, Frankreich. Nur sechs Wochen später, am 30. Juni 1952 begannen bereits die Dreharbeiten zum Film Manina, la fille sans voile. Drehorte sind Cannes, Nizza, Tanger, Inseln an der südfranzösischen Küste und Paris.

Am 28. September 1952 wird Brigitte Bardot endlich 18 Jahre alt und damit nach französischem Recht volljährig. Jetzt kann sie alleine über ihre Beziehung zu Roger Vadim entscheiden. Am 7. November 1952 ist die Weltpremiere ihres Films Le trou Normand in Paris. Kurz darauf, im Dezember 1952 gibt sie einen Gastauftritt im Film Les dents longues, dann ist es soweit: Der 20. Dezember 1952 ist der Tag, an dem sie Roger Vladimir Plemiannikov (genannt Roger Vadim) in der Kirche Notre-Dame de Grace in Passy heiratet.

Nach mehreren Auftritten in verschiedenen Filmen folgte 1956 Roger Vadims Regiedebüt Und immer lockt das Weib. Hauptdarstellerin Brigitte Bardot wurde über Nacht zum Sexsymbol Frankreichs. Sie war der neue Typus Frau, der die berechnenden Vamps ablöste: naiv, verspielt, natürlich, aber mit einer ungemeinen erotischen Ausstrahlung.

Die Ehe Bardot-Vadim hielt immerhin fünf Jahre, erst am 6. Dezember 1957, nachdem sie unter seiner Regie In ihren Augen ist immer Nacht abgedreht war, erfolgte die Scheidung von Roger Vadim. Aber bereits 1961 arbeitete sie mit ihm als Regisseur in In Freiheit dressiert wieder zusammen. Parallel zu ihren Filmen entstanden in jenen Jahren oft nachts nach den Dreharbeiten aufgezeichnete Chanson-Fernsehauftritte, für die u. a. französische Schlagergrößen wie Max Rivière, Gilbert Bécaud, Sacha Distel komponierten. Später wurden dann Brigitte Bardot-Chansons und Tanzszenen in ihre Filme integriert (Und immer lockt das Weib, Don Juan 73).

Ihre Vorliebe für wilde, barfuß getanzte Zigeunertänze brachte sie in den 60er Jahren u. a. mit den Gipsy Kings zusammen, als diese noch von den Plattenfirmen unentdeckt in Wohnwagen im südfranzösischen Arles lebten. Brigitte Bardot war damals oft Gast an ihren Lagerfeuern.

Während ihrer Leinwandkarriere, in der sie mit Filmen wie Die Wahrheit oder Viva Maria das französische Kino weltweit populär machte, sorgten BBs Affären (u. a. mit Jean-Louis Trintignant) und ihre dritte Ehe mit Gunther Sachs für Schlagzeilen.

1958 hatte sie eine Affäre mit Sacha Distel, einem äußerst populären Sänger. 1959 begann ihre Affäre mit Jacques Charrier, den sie dann am 18. Juni 1959 in Louveciennes heiratete. Aus dieser Ehe ging der gemeinsame Sohn Nicolas Charrier hervor, der am 10. Januar 1960 geboren wurde.

Die folgenden Monate waren für die jungen Eltern wohl recht schwierig, im August 1960 unternahm Jacques Charrier mehrere Selbstmordversuche, am 28. September 1960 wurde Brigitte nach einem eigenen Selbstmordversuch ins Krankenhaus eingeliefert. Nur wenige Monate später, im Juni 1961, ließen sich die beiden dann scheiden.

Der dritte Ehemann von Brigitte Bardot war der deutsche Playboy und Industrielle Gunter Sachs, am 16. Juni 1966 war in Las Vegas in Nevada, USA, die rauschende Hochzeit. Insbesondere in Deutschland wurde die Liaison von der Presse mit starker Anteilnahme begleitet. Nach nur gut drei Jahren Ehe erfolgte aber dann am 1. Oktober 1969 die Scheidung von Gunter Sachs.

Legendär und pikant war Brigitte Bardots Beziehung zu Serge Gainsbourg, der die Mehrzahl ihrer Chansons schrieb und später auch für das Fernsehen umsetzte. Für sie schrieb er Je t'aime, seine öffentliche Liebeserklärung an sie, die dann durch die Interpretation von Jane Birkin (übrigens im Jahr 1973 Brigittes Filmpartnerin in Don Juan 73) zum skandalumwitterten Welthit wurde.

Die letzten 20 Jahre bestanden fast ausschließlich aus Dreharbeiten, Filmpremieren, rauschenden Festen, Plattenaufnahmen, Parties ... und drei gescheiterten Ehen. 1973 zog sich Brigitte Bardot dann erschöpft vom Film, Schlager- und Starrummel zurück und widmete sich vornehmlich dem Tierschutz und der Pflege des eigenen Privatzoos. Sie besuchte dann am 28. Januar 1978 eine Sitzung des Europäischen Parlaments in Straßburg, bei der über die gnadenlose Robbenjagd diskutiert wurde, aber auch ihr prominenter Name half nicht, das Abschlachten endgültig zu stoppen.

Im Frühjahr 1980 konnte sie der TV-Reporter Alain Bougrain-Dubourg noch einmal in die Glitzerwelt zurückholen. Er produzierte eine dreiteilige TV-Serie über das Leben von Brigitte Bardot mit Filmausschnitten, Reportagen und Interviews, die von ihr selbst kommentiert wurde.


Filmografie
Dirk Jasper FilmLexikon
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