Cary Grant ?
* 18. Januar 1904 in Bristol, England als Alexander Archibald Leach • ? 30. November 1986 • Schauspieler • Biographie • Oscars • Filmografie •
Cary Grant Biographie Cary Grant wurde 1904 in England geboren. 1917, mit 13 Jahren, riss er vor der Armut seines Elternhauses aus und schloss sich einer Artistentruppe an, mit der er 1920 in die USA ging. Hier verdiente er seinen Lebensunterhalt als Tänzer, Sänger und Jongleur in Nachtclubs. 1923 bekam er erste Muscialrollen, die ihm 1927 ein Engagement in New York für den Broadway einbrachten, wo er in mehreren Musicals auftrat. Er spielte dabei auch einen Sommer lang in St. Louis, im Süden der USA.

Mit dem Aufkommen des Tonfilms suchte Hollywood dringend nach Nachwuchsschauspielern mit gutem Aussehen und geschulter Stimme. Er gefiel und bekam einen Vertrag beim Hollywood-Studio Paramount. 1931 stand Cary Grant erstmals vor der Kamera. 1932, bereits in seinem vierten Film Die blonde Venus wurde er in einer Hauptrolle neben Marlene Dietrich besetzt. Ein britischer Hisotriker schrieb, er spielte "elegant wie ein Chanson von Cole Porter und trocken wie ein Martini".

Doch vor allem die beiden Filme mit Mae West, Sie tat ihm unrecht und Ich bin kein Engel, machten Cary Grant bekannt. Er kletterte als Liebhaber die Karriereleiter nach oben. Zum Star entwickelte er sich aber erst Ende der dreißiger Jahre in den großen Screwball Comedies Hollywoodscher Prägung Leoparden küßt man nicht mit Katharine Hepburn, Sein Mädchen für besondere Fälle mit Rosaling Russell, Meine Lieblingsfrau mit Irene Dunne, in denen er seinen unnachahmlichen Stil als charmanter Verführer entwickelte, den er auch in späten Jahren noch überzeugend mimte: elegant, aber auch von rüder Drastik, witzig und überheblich, aber auch kindlich erstaunt und verwirrt, locker und umgänglich ebenso wie slapstickhaft stocksteif.

Niemand war ihm als Komiker ebenbürtig, aber auch in Melodramen, Abenteuerfilmen SOS - Feuer an Bord. Meisterlich seine Darstellung in der unvergesslichen Kriminalkomödie Arsen und Spitzenhäubchen. Nach dem Krieg holte ihn Alfred Hitchcock vor die Kamera, in Verdacht, Berüchtigt - Weißes Gift und Der unsichtbare Dritte bewies er Spitzenklasse.

Das Phänomen Cary Grant manifestierte sich durch die 30 Jahre, die er seine Topposition in Hollywood halten konnte: das (kaum spürbare) Alter machte ihn eher attraktiver, und er blieb überzeugender Charmeur bis zu seinem freiwilligen Ruhestand mit 62 Jahren. 1966 zog sich Cary Grant aus dem Filmgeschäft auf einen Sitz im Aufsichtsrat des Kosmetikkonzerns Faberge zurück. 1969 erhielt er den Oscar für sein Lebenswerk.

Cary Grants Ruf litt nicht unter den privaten Affären, die seine Filmographie begleiteten. In den 80er Jahren wurde gemutmaßt, dass er um 1940 mindestens eine homosexuelle Affäre (mit Kollege Randolph Scott) gehabt habe. Wenn dem so war, so bewies Cary durch seine vier Ehen (und leidenschaftliche Techtelmechtel zum Beispiel mit Sophia Loren während der Dreharbeiten zu Ich bin kein Engel, dass er auch am anderen Geschlecht interessiert war.

Mit der Schauspielerin Virginia Cherrill war er von 1933 bis 1935 verheiratet. Seine zweite Frau war Millionenerbin Barbara Hutton, mit der er 1942 bis 1945. Die Ehe mit Schauspielerin Betsy Drake dauerte von 1949 bis 1959. Seine vierte Frau, die Schauspielerin Dyan Cannon, mit der er von 1965 bis 1968 verheiratet war, schenkte ihm seine einzige Tochter Jennifer (* 1966), als er 62 war. Im Scheidungsprozess warf Dyan ihm vor, dass er sie schlug und Drogen nahm.

Eleganter Charmeur mit komischem Talent - so ließe sich in wenigen Worten die schauspielerische Persönlichkeit von Cary Grant charakterisieren, der 30 Jahre lang Hollywood-Geschichte gemacht hat. Doch trotz schwirrender Branchengerüchte ließ sich Cary nie mehr zu einem Comeback bewegen. Er wurde Vorstandsmitglied des Kosmetikkonzern Faberge und bekam dadurch Gelegenheit, mit seiner Tochter ausgiebige Weltreisen zu unternehmen.


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