Charles Bronson

* 3. November 1921 in Ehrenfeld, Pennsylvania, USA, als Charles Dennis Bunchinsky • ? 30. August 2003 in Los Angeles, Kalifornien, USA • Schauspieler • Biographie • Filmografie •

Biographie Der unter dem Namen Charles Bunchinsky geborene Sohn einer Bergarbeiterfamilie war das fünfte von 15 Kindern einer armen Bergarbeiterfamilie. Während des Zweiten Weltkriegs schuftete Bronson in einer Kohlenmine, um seine Familie zu versorgen.

In Dieser Mann weiß zuviel ist Charles Buchinsky alias Charles Bronson in einer Nebenrolle in seinem ersten Westernauftritt zu sehen. Zu Charles Bronson frühen Erfolgen gehören Filme wie Massai, Revolver Kelly (Regie: Roger Corman) oder der großartige Western Die glorreichen Sieben. An der Seite von Elvis Presley spielte Bronson 1962 auch in dem Streifen Kid Galahad - Harte Fäuste, heiße Liebe.

Ende der 60er Jahre gelang Charles Bronson mit dem französischen Krimi Bei Bullen singen Freunde nicht und dem Western Spiel mir das Lied vom Tod der Sprung zum internationalen Topstar. Bronson hat sich vor allem mit der Rolle des schweigenden Mundharmonikaspielers in Sergio Leones genialem Western-Epos Spiel mir das Lied vom Tod in die Annalen der Filmgeschichte eingeschrieben. 1970 spielte er in Brutale Stadt eine für ihn typische Rolle: einen Profikiller, der eigene Wege bis zum bitteren Ende geht.

Bei Der Mordanschlag standen Charles Bronson und seine Frau Jill Ireland zum insgesamt neunten Mal vor der Kamera. Bronson gibt hier nicht ausschließlich das schießwütige Rauhbein. Stets durchzieht den Film ein leiser Hauch von Ironie. Der Mordanschlag ist ein packender Actionkrimi nach einer Romanvorlage von Richard Sale, bei dem Charles Bronson noch einmal jene Rolle des abgebrühten Burschen spielt, die ihm zu Weltruhmverhalf: 1971 erhielt der damals 50jährige den Golden Globe als "populärster Schauspieler der Welt".

Bronson galt in den 70er Jahren als der bestbezahlte Schauspieler der Welt, er bekam pro Drehtag 100 000 Dollar. Die Gage für Charles Bronson beim Film Zwischen zwölf und drei betrug 1,5 Millionen Dollar plus 50 Prozent des Nettogewinns. Bronsons Filmpartnerin in diesem Film ist wiederum Ehefrau Jill Ireland.

Während Charles Bronson in seiner Heimat Amerika lange Zeit nur in Nebenrollen als Filmbösewicht sein Unwesen trieb, war der Actionheld mit dem ausdrucksstarken Gesicht und der eindrucksvollen Statur in Europa schon früh ein Star, so in Sergio Leones Spiel mir das Lied vom Tod und Terence Youngs Rivalen unter roter Sonne.

Mit 50 Jahren sah er sich plötzlich mit dem Image eines Sexsymbols konfrontiert und gehörte zu den bestbezahlten Schauspielern. 1971 wurde Charles Bronson als "beliebtester Darsteller der Welt" mit einem Golden Globe geehrt. Nach seiner Rückkehr nach Hollywood wurden ihm auch dort endlich die Rollen zuteil, die er verdiente. So besetzte ihn u. a. Sean Penn in seinem eindrucksvollen Regiedebüt Indian Runner.

Action-Ikone Charles Bronson zeigt in Der Mann ohne Nerven einen für ihn ungewöhnlichen Hang zu leicht ironischem, trocknem Humor und fügt seiner Filmographie so eine weitere Facette seines Könnens hinzu.

Den größten Erfolg beim Kinopublikum hatte der Mann mit den markanten Gesichtszügen allerdings als unbarmherziger Racheengel in dem 1974 entstandenen und höchst umstrittenen Selbstjustiz-Thriller Ein Mann sieht rot, von dem bis 1993 vier Fortsetzungen gedreht wurden.

Ein Mann sieht rot löste bei seinem Erscheinen heftige Kontroversen und Debatten aus: Gewaltverherrlichung und unverhüllter Aufruf zur Selbstjustiz warfen die Kritiker den Machern vor. Beim Publikum indes fand der Film eine gewaltige Resonanz: In seiner Startwoche übertraf er in New York sogar die Rekordeinnahmen, die Francis Ford Coppolas Erfolgsfilm Der Pate bis dahin erzielt hatte.

Regisseur Michael Winner hatte mit seiner Story das Prinzip des Westerns - ein vom Gesetz im Stich gelassener Einzelner nimmt die Verteidigung seiner Rechte selbst in die Hand - in eine urbane Umgebung verlagert. Zum Erfolg des Films trug auch der passende Hauptdarsteller bei: Charles Bronson, zu der Zeit einer der erfolgreichsten Schauspieler der USA, ist in der Rolle des einsamen Rächers dem Publikum bestens vertraut.

Michael Winners Action-Film Ein Mann sieht rot wurde später in Verbindung mit dem Fall von Bernhard Goetz gebracht, der in der New Yorker U-Bahn vier farbige Verbrecher niederschoß. Vier Fortsetzungen wurden gedreht: Der Mann ohne Gnade (1981), Death Wish III (1985), Das Weiße im Auge und zuletzt 1994 Death Wish 5. In allen Filmen spielt Charles Bronson den Part des Paul Kersey. Inszeniert wurde Das Weiße im Auge von Action-Filmspezialist Jack Lee Thompson, der mit Bronson siebenmal zusammenarbeitete (Murphys Gesetz).

Für die Hauptrolle in Cabo Blanco suchte Produzent Lance Hool nach eigener Aussage "jemanden, der die Stärke und den Sex-Appeal eines Douglas Fairbanks, Errol Flynn oder Humphrey Bogart besitzt". In Charles Bronson fand er die ideale Besetzung. Sein Gegenspieler ist der zweimalige "Oscar"-Gewinner Jason Robards als ehemaliger Nazi-Offizier. Für Regisseur Jack Lee Thompson stellte Cabo Blanco die bis dahin dritte Zusammenarbeit mit Bronson dar.

Jack Lee Thompson inszenierte mehrere Action-Filme und Thriller mit Charles Bronson in der Hauptrolle. Insgesamt arbeiteten die beiden siebenmal zusammen. 1985 drehte Jack Lee Thompson den Krimi Murphys Gesetz. Der Titel spielt auf die danach benannte Regel an: Wenn etwas schiefgehen kann, wird es auch schiefgehen. Als Koproduzentin fungierte Bronsons Ehefrau Jill Ireland.

Der damals 64-jährige Charles Bronson ist in seiner typischen Rolle zu sehen: als einsamer, harter Polizist. Im amerikanischen Fernsehen wurde er nach dem Kinostart gefragt, warum er sich auf diesen Rollentyp festgelegt hat.

Er antwortete: "Ich habe als 16-jähriger in den Kohlebergwerken geschuftet und im Zweiten Weltkrieg B 29-Bomber geflogen. Vielleicht porträtiere ich Figuren aus meiner Vergangenheit, die das Leben hart gemacht hat und die sich ihre eigenen Gesetze schaffen müssen, um überleben zu können."

In Der Mordanschlag spielten Charles Bronson und Jill Ireland noch einmal Seite an Seite, bevor sie dem Krebs 1990 schließlich erlag. Insgesamt standen Charles Bronson und Jill Ireland 15mal gemeinsam vor der Kamera. Der damals fast 70jährige Topstar Charles Bronson zog sich nach dem Tod seiner Frau Jill Ireland weitgehend vom Filmgeschäft zurück.

1991 spielte er noch die Hauptrolle in dem Fernsehfilm ... und den Weihnachtsmann gibt's doch, in dem er ganz gegen sein Image besetzt wurde.

Nach Edward G. Robinson, Barry Sullivan und Raimund Harmstorf erwies sich 1993 dann Charles Bronson als Idealbesetzung für die Rolle des brutalen Kapitäns Wolf Larsen in Der Seewolf.

In zweiter Ehe war Bronson von 1968 insgesamt 22 Jahre mit der Schauspielerin Jill Ireland verheiratet. Jill Ireland war vorher mit David McCallum verheiratet. Sie galt als eine der engagiertesten Kämpferinnen gegen Krebs und für Krebsvorsorge. Ende der 80er Jahre veröffentlichte sie ein weltweit berühmtes Buch über ihren Kampf gegen den Krebs.

1998 heiratete er zum dritten Mal, diesmal die 40 Jahre jüngere Fernsehproduzentin Kim Weeks.

Am 31. August 2003 starb Charles Bronson in einem Krankenhaus in Los Angeles an einer Lungenentzündung. In den letzten Jahren hatten sich allerdings die Gerüchte gehalten, dass er an Alzheimer erkrankt sei und deswegen nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen gewesen sein.

Charles Bronson, selbst mit 14 Geschwistern aufgewachsen, war Vater von sieben Kindern.


Filmografie
Charles Bronson
Rivalen unter roter Sonne
Kalter Schweiß
Spiel mir das Lied vom Tod
... und den Weihnachtsmann gibt's doch
Der Mordanschlag
Telefon
Murphy's Gesetz
Das Gesetz ist der Tod
Ein stahlharter Mann
Der Mann ohne Nerven
Revanche - Jetzt erst recht ...
Die Valachi-Papiere
Das Gesetz bin ich
Das dreckige Dutzend
Gesprengte Ketten
Pancho Villa reitet

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: Archiv © 1994 - 2010 Dirk Jasper